Briefe an die Leser | Oktober 2020


Hello, Norbert Röttgen!

Über das große »Spiegel«-Interview, das Ihnen als Kandidat für den CDU-Vorsitz wohl irgendwie zusteht, hätten wir beinahe so oberflächlich hinweggelesen, wie es sich gehört. Aber dann haben Sie uns mit diesem Sinn- bzw. Zauberspruch (oder Rätsel?) doch für Stunden der Grübelei außer Gefecht gesetzt: »Allein, dass ich es als Herausforderung betrachte, die CDU in der Mitte zu halten, zeigt ja, dass ich das nicht als Phrase meine.«

Uff! Hääää? Da biegt sich ja der Balken im Leserhirn! Eine Phrase ist keine Phrase, weil sie eine Phrase ist? Zu Hülfe, uns brummt der Schädel! Sagen Sie, Röttgen, können Sie nicht mal Putin anrufen und ihn mit so einer rhetorischen Waffe für ein paar Jahre aus dem Spiel nehmen? Dann wählt Sie zwar nicht zum Kanzler, aber halt »gerne« zum Außenminister: Titanic

Spanische Corona-Leugner!

Stimmt das, was wir gehört haben? Dass Ihr in dem Glauben, dass das Virus auf diese Art besiegt werde, gechlortes Wasser sauft?

Da geben sich unsere »Corona-Rebellen« hierzulande solche Mühe, verkleiden sich als Schamanen und Kaisertreue, organisieren Raves und Trommelkreise, und Ihr müsst sie so ganz beiläufig in Sachen Wahnsinn übertreffen!

Aber in einer Hinsicht werdet Ihr uns nicht das Chlorwasser reichen können, da seid sicher: Hier sind es viel mehr!

Ätsch und chin-chin! Titanic

Finanzredakteur Daniel Eckert (»Welt«)!

Die Aktiensplits der Unternehmen Apple und Tesla, im Zuge deren die Anzahl aller Anteilscheine vervierfacht beziehungsweise verfünffacht und der Aktienkurs entsprechend geviertelt respektive gefünftelt wurde, erklärten Sie Ihren Leser/innen wie folgt: »Die beiden Börsenstars Tesla und Apple geben diese Woche Gratisaktien aus« beziehungsweise »Für jede alte Tesla-Aktie bekommen Aktionäre zusätzlich vier Gratis-Papiere eingebucht, bei Apple sind es drei Gratis-Papiere«.

Wenn das also Ihre Auffassung von »gratis« ist, so sind wir gerne bereit, Ihnen regelmäßig im Tausch gegen einen Hunderter zwei Gratis-50-Euro-Scheine zukommen zu lassen! Und von dem Gratisgeld können Sie uns dann ja immer zum Essen einladen, ja?

Gratismutig: Titanic

Servus, Institut der Deutschen Wirtschaft (IW),

»Die Automobilindustrie fällt als Wachstumslokomotive aus«, lautet das Fazit einer Deiner Studien. Und was sind die weiteren Ergebnisse? Dass die Luftfahrtindustrie den Konjunkturzug nicht voranbringen kann? Dass die Kanubranche als Motor der deutschen Wirtschaft leider nicht zur Verfügung steht? Oder dass die Rindermast womöglich kein so richtig gutes Zugpferd für den Galopp in die Gewinnzone ist?

Fragen Deine antriebsschwachen Redakteurinnen von Titanic

Wow, Womanizer Friedrich Merz!

Im Taz-Interview auf Ihre fehlende Beliebtheit angesprochen, parierten Sie großartig: »Schauen Sie sich mal an, wie viel Zustimmung ich von Frauen jeden Alters über die sozialen Netzwerke bekomme. Da gibt es zum Beispiel ›Wir Frauen für Friedrich Merz‹, eine von mir nicht beeinflusste, breit angelegte Initiative. Für keinen der beiden anderen Bewerber gibt es etwas Vergleichbares. Und ich freue mich natürlich sehr darüber.«

Klar, welcher Belami wäre da nicht sackstolz? Gemeint war jene Fotoaktion auf Facebook, bei der knapp 200 Frauen (nicht wenige davon Ortsvorsitzende Ihrer Partei) mit Dackel unterm Arm, im Dirndl oder mit irrem Lächeln abgelichtet sind, im je beigefügten Lobhudel-Zitat Sie als »starken Mann« – nicht des 20. Jahrhunderts, sondern »der Stunde« – preisen, Ihr, prust, »Charisma« rühmen und beteuern, Sie seien derjenige Kandidat, der die CDU ins »nächste Jahrzehnt führen« könne – und das, bei aller Kritik und Antipathie, das schaffen rein kalendarisch sogar Sie.

Ihre Frauen und Männer für Norbert Röttgen (gerechterweise) von Titanic

Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer!

Auch Sie haben das Vordringen von Rechtsradikalen auf die Treppe des Reichstagsgebäudes in Berlin kritisiert: Sie seien »richtig wütend«, teilten Sie auf Twitter und in einem ZDF-Interview mit. Das verstehen wir sehr gut, AKK! Spinner und Esel mischen sich unter Rechte und Hooligans und grölen wirres Zeug – dafür muss nun wahrlich keiner vor dem Reichstag aufmarschieren, das kann doch jeder schon bei der Bundeswehr haben, gell?

Ihre Wehrdienstverweigerer von Titanic

Ian Gillan (75),

so schön hat man Sie lange nicht mehr jaulen hören! Nein, wir meinen nicht das neue Deep-Purple-Album, sondern das »Spiegel«-Interview, in dem Sie vor allem – gähn! – gegen Political Correctness wettern und unter anderem die »Black lives matter«-Bewegung für das Stürzen von Kolonialistenstatuen kritisieren. Da flammt der Geist des Rock’n’Roll auf! »Wie weit gehen wir zurück? 100 Jahre? 1000 Jahre?« rätseln Sie. »Heute Morgen hatte ich in der Post einen Brief von Julius Cäsar, der sich bei mir für die Versklavung der Britonen vor über 2000 Jahren entschuldigt.« Na ja, hier wird es zumindest noch mal ein bisschen psychedelisch.

Außerdem erklären Sie, was es mit dem genialen Titel Ihres neuen Albums »Whoosh!« auf sich hat. Nein, es sei nicht etwa das Geräusch, das im Kopf von Ian Gillan zu hören ist, sondern jenes, »das die Dinge beim Vergehen machen«. Und dass vom Vergehen auch dieses öde Altrocker-Interview betroffen sein wird, und zwar direkt nach dessen Lektüre, das ist doch wirklich ein Trost!

Whoosh! Titanic

Fleischtomaten!

Was ist bloß los mit Euch? Derzeit sieht man Euch prall und bräsig auf Stellagen und Regalen, zwischen Obst und Gemüse, auf Märkten, ja sogar in Supermärkten, und man fragt nicht nur sich, sondern auch Euch: Wer oder was seid Ihr eigentlich? Zahllose Veganer und Vegetarier stehen unentschlossen vor Euch und ziehen ratlos von dannen, nicht wissend, ob sie Euch essen dürfen oder eher nicht.

Das kann, das darf so nicht weitergehen, Fleischtomaten. Entscheidet Euch endlich! Fleisch oder Tomate, Sekt oder Selters, Beatles oder Stones?

Ultimativst: Titanic

Törö, somalische Elefantenspitzmaus!

Erfreuliches durften wir über Dich lesen: »Nach 50 Jahren wiederentdeckt: Forscher finden mehrere Elefantenspitzmäuse«. Und nicht nur Dein plötzliches Comeback aus der vermuteten Ausgestorbenheit ist erstaunlich, sondern vor allem, dass Du – obwohl nur wenige Zentimeter groß – tatsächlich »mit dem Elefanten verwandt« bist. Als wir dann ein Foto von Dir ergoogelten, war es endgültig um uns geschehen: Du bist wirklich eine winzige, kulleräugige Maus, mit Mäuseöhrchen, Mausezähnchen und – einem elefantenartigen Rüssel im Gesicht!

Und für so eine Erscheinung einfach mal danke sagen wollte Titanic

Schau bzw. hör an, »Radio Wuppertal«!

Vor dem Wuppertaler Landgericht stand im August eine Dealerin, die Heroin von einer Bande aus den Niederlanden bezogen hatte. Und jetzt kommt’s: »Sie soll das Heroin dann in Wuppertal mit größerem Profit weiterverkauft haben.«

Es ist wirklich schlimm, wie sich heutzutage alles nur noch ums Geld dreht. Wo bleibt das Menschliche?

Für mehr Ehrenamt im Drogenhandel: Titanic

Danke, KFC Uerdingen 05,

für die Farbenlehre, die Du uns auf Deinem offiziellen Mannschaftsfoto zuteilwerden lässt: »WEIL DAS BLAU FÜR DIE TREUE UND DAS ROT FÜR LIEBE STEHT«, steht auf einem Banner, hinter welchem Dein Fußballteam posiert. Und zwar ganz in Gelb gewandet! Leider hast Du, KFC, versäumt, uns zu erklären, warum das der Fall ist. Wir vermuten: weil Gelb für den Neid steht, den man als Drittligist auf so viele Bessergestellte naturgemäß empfindet.

Lässt sich halt nichts weismachen: Titanic

Hallo, Ärztlicher Bereitschaftsdienst?

Mit einer groß angelegten Werbekampagne willst Du Deine Reichweite erhöhen – schön!

Und wie überzeugt man ärztliche Betreuung Suchende am besten? Vielleicht mit Kompetenz und höchster Seriosität? Diskretion vielleicht? Ja? Und wie bewertest Du vor diesem Hintergrund die Wahl Deines neuen Slogans »Bei Anruf Arzt«?

Da vielleicht noch mal dran herumdoktern!

Bei Sprach-Aua Brief: Titanic

Thomas D. (Fanta 4)!

Am pandemiebedingten Homeschooling hatten Sie, wie Sie dem »Münchner Merkur« gestanden, »richtig zu knabbern … Was für ein Wahnsinn, mit den Kindern Hausaufgaben zu machen.« Und womit trachten Sie neuerdings, diesen Wahnsinn aus der Welt zu schaffen? »Ich liebe es, Löcher zu graben.« Sogar einen Bagger haben Sie sich für dieses, nun ja, Hobby angeschafft.

Herr D., halten Sie ein! Gewiss, Erziehung kann mitunter anstrengend sein, aber sich den Nachwuchs auf diese Weise vom Hals zu schaffen, kann doch keine Lösung sein!

MfG Titanic

Frisch zurückgetretene JuLi-Chefin Ria Schröder!

Durch Selbstreflexion sind die Mitglieder Ihrer Partei bislang ja nicht gerade aufgefallen, handelt es sich doch eher um eine endlose Reihe kritikresistenter Egomanen wie Kubicki, Westerwelle oder Lindner. Doch dann sagten Sie diesen schönen Satz: »Ich glaube, man kann durchaus liberale Positionen vertreten, ohne ein Arschloch zu sein.«

Aber ganz sicher scheinen Sie sich da eben nicht zu sein, und der Zweifel stirbt zuletzt: Man kann sich gut vorstellen, wie Sie sich im Gesprächssessel ein Stück zurückgelehnt haben, den Blick elegisch aus dem Fenster schweifen lassend, gen Horizont, an dem in diesem Moment vor Ihrem geistigen Auge Rainer Brüderle und Thomas Kemmerich vorbeiflaniert sind … Nein, Arschlöcher waren und sind die Liberalen wahrlich nicht alle, der ein oder andere Drecksack und Kackstiefel ist auch noch darunter, glauben jedenfalls:

Ihre Skeptiker von der Titanic

Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Eine geschlagene Seite plus Aufmacher spendierte Ihnen die »Zeit«, damit Sie in der Rubrik »Entdecken« die spannende Welt der Astrologie entdecken. »Wer glaubt denn so was?« hieß Ihr Texttrumm, für dessen Herstellung Sie sich erst von einer berufsmäßigen Gaunerin in die Sterne blicken ließen und danach als Ausgleich – wir sind ja schließlich bei der »Zeit« – einen Mann der Wissenschaft (»ein in Harvard studierter, ultragebildeter Hippie«) konsultierten.

Weil Sie mit Ihren geschätzt 25 Jahren zwar schon das Selbstverständnis eines abgeklärten Journalistendarstellers entwickelt, aber scheint’s noch nie vom Forer/Barnum-Effekt gehört haben, brachte Ihr persönliches Horoskop Sie an einigen Stellen dann doch zum Bauklötze Staunen. »Da stand also, in mir bestehe einerseits ein ›grenzauflösender Zug‹, der eine ›Auseinandersetzung möchte mit dem, was jenseits der Realität liegt‹. Gleichzeitig sei da aber auch ein Hang zum Skeptizismus … O ja.«

Ja, scheiß rein, Simsalard von Kittlitz! Einerseits, andererseits. Einerseits können wir uns so einiges vorstellen, andererseits nicht das, was Sie in den Oberzeilen zu Ihrer investigativen Sternstunde insinuierten: »Ich kann die Sorge nicht leugnen, künftig als der verspulte Eso-Trottel der Redaktion dazustehen.« Denn als Trottel dürften Sie dort schon seit langem dastehen.

Leider nicht jenseits von Ihrer Realität: Titanic

Und apropos, Adelheid Kastner!

Als Forensikerin des Universitätsklinikums Linz haben Sie ein psychologisches Gutachten über Andreas E. angefertigt, der wegen fünffachen Mordes an seiner Exfreundin und deren Familie angeklagt ist. Dafür wandten Sie laut »Spiegel« auch den Rorschach-Test an, jene Tintenklecks-Leserei, die wegen ihrer ungeklärten Verlässlichkeit und Gültigkeit der Ergebnisse wissenschaftlich höchst umstritten ist. Aber es spart halt Zeit, gell?

Kleiner Tipp: Noch fixer geht die Charakterbestimmung gewiss mit Astrologie. Sie brauchen nur die genaue Geburtszeit des Patienten, dann können Sie sein Wesen anhand einer 12er Kategorie direkt ermitteln.

Mögen Ihre Gutachten unter einem guten Stern stehen!

Wünscht: Titanic

Uns haben Sie, Tobias Haberl,

im »SZ-Magazin« mit einem Artikel über eine zurzeit gelegentlich in den Medien vorkommende österreichische Kabarettistin irritiert: »Lisa Eckhart raucht ihre Zigarette nur zur Hälfte, drückt sie sorgfältig aus, schenkt Sekt nach, nimmt wieder Platz und schlägt die Beine übereinander. Zu keinem Zeitpunkt wirft sie einen Blick auf ihr Handy, bis zum Schluss ist nicht klar, ob sie überhaupt eines besitzt.«

Darum haben wir einen Blick auf den gedanklichen Gehalt Ihrer Sätze geworfen, und schnell war klar, dass sie überhaupt keinen besitzen.

Drückt sich auch sorgfältig aus: Titanic

Ja, ja und dreimal ja, Jan Josef Liefers!

Sie haben doch vollkommen recht, sogar rechter als recht: nämlich damit, »dass jeder, der eine kritische Frage oder seine Zweifel äußern möchte, in eine Ecke geschubst werden kann«.

Wie z.B. jüngst auf der »Anti-Corona-Demo« in Berlin: Kritische Fragen wurden von Teilnehmern im Namen der Meinungsfreiheit niedergebrüllt, Journalisten der Mainstream-Medien in eine Ecke geschubst und Zweifel an der eigenen Haltung gar nicht erst zugelassen.

Aber halt! So haben Sie’s gar nicht gemeint? Beim sog. »Bild«-Talk »Die richtigen Fragen« (gibt’s auch falsche?) äußerten Sie, dass viele der Demonstranten »einfach Angst um ihre Zukunft« haben und wir sehr schlecht mit Angst umgehen können und deshalb die Angst rausnehmen sollten aus dem Alltag, um zu einem »vernünftigen Risikomanagement« zu kommen.

Als versierter Fernseharzt wissen Sie: Angst kann auf den Magen schlagen. Und wer will schon gerne krank werden? »Keiner.« Ein wahrhaft wahres Wort, Jan Josef.

Und damit die Angst nicht die Oberhand gewinnt, schon gleich gar nicht die Angst vor der Angst, denn das ist doch die ärgste Angst von allen, sollten wir der Angst keine Chance geben. Weshalb das Fazit nur lauten kann:

Angst, nein danke! Titanic

Frank Thelen,

Sie schon wieder! Nachdem wir Sie zuletzt wegen Patentdiebstahls abwatschen mussten (vgl. Ausgabe 7/20, S.11), möchten wir Sie diesmal loben: Im »Spiegel«-Streitgespräch über KI und Co. mit Richard David Precht widersprachen Sie dem zweifelhaften Popphilosophen, wie es sich gehört, bei jeder sich bietenden Gelegenheit. Dass Sie dabei natürlich noch größeren Käse erzählten – geschenkt.

Nur in einer Sache können Sie uns vielleicht weiterhelfen … Über Startupper und Tech-Entrepreneure wussten Sie: »Diese Techis sind coole Jungs, man muss sie persönlich erlebt haben, sie wollen das Gute.«

Sagen Sie, Thelen, wo kann man diese sagenhaften Jungs denn kennenlernen? Denn egal wo wir gucken, wir finden unter Techis immer nur asoziale Freaks, die für einen halben Bitcoin ihre Oma verschachern würden. Können Sie vermitteln?

Macht sich schon mal schick fürs Business Date: Titanic

Mey&Edlich (Klamotten)!

Also alles was recht ist, aber Deine aus neuseeländischem Lammnappa gefertigte, gerade geschnittene, unbedingt zeitlose »Regelbruch-Jacke«, die gefällt uns nicht bloß wegen ihres Namens: »Konform mit Jeans und Boots, geht aber auch mit allem anderen einen Regelbruch ein.«

Und die konformen Regelbrecher, für die Deine Herrenmode gemacht ist, sind begeistert, jedenfalls in der Regel?

Bruchlos grüßt Titanic

Hoppla, VW!

Du bewirbst eins Deiner neuen Autos gerade hiermit: »Der digitalste Golf aller Zeiten«. Phantastisch!

Schiebt das Ding dann direkt vom Desktop in den Papierkorb: Titanic

Moin, »Hamburger Abendblatt«!

Wirklich erstaunlich, was Du da entdeckt hast: »Einmal mit dem Virus infiziert kann einem der Erreger künftig nichts mehr anhaben.«

Wir lernen: Einfach alle Viren mit dem Virus infizieren, und die Seuche ist Vergangenheit! Und wir lernen noch was Zweites: Einmal »Abendblatt«-Redakteur geworden, braucht man sich um Grammatik nicht mehr zu scheren.

Stets lernfähig: Titanic

Heda, Lea Deuber (SZ)!

China will nicht mehr, dass in der Inneren Mongolei auf mongolisch unterrichtet wird, denn Peking sieht »die nationale Souveränität in Gefahr. Eine gemeinsam gesprochene und geschriebene Sprache sei nämlich ein Symbol dieser, ließ das Außenministerium mitteilen.« Und wenn Journalismus ist, in der Muttersprache so zu Hause zu sein wie der Chines’ in Mongolistan, ist derlei Rede dann ebenfalls ein Symbol dieser? Oder ist deren Symbol unsere gute alte »Süddeutsche«? Und auf nationale Souveränität halt eh gepfiffen?

Komitee »Gemeinsame Sprache«, c/o Titanic

Birgit Herden (»Welt online«),

Sie haben es wirklich gewagt, einen Text mit »Liegt doch Hoffnung in der Herdenimmunität?« zu titulieren? Stark. Aber: die haben wir schon. Titanic

Ähm, AfD?

Du hast eine Anti-Corona-Warn-App-App veröffentlicht, die anzeigt, wer in der Umgebung die Corona-Warn-App nutzt. Diese kritisierst Du wegen ihres mangelnden Datenschutzes, obwohl Deine App auf diesem Gebiet anscheinend bedeutend problematischer ist.

Aber mal eine andere Frage: Warum willst Du, dass User wissen, wer die Warn-App benutzt? Damit man den Systemtreuen aus dem Weg gehen kann? Aus Sorge, dass die einen sofort chippen? Das können wir dann natürlich nur unterstützen: Wir freuen uns über alles, was Dich und Deine Anhänger dazu bringt, möglichst großen Abstand zu anderen Menschen einzuhalten.

Hustet Dich grüßend an: Titanic

Christen!

Wir wissen jetzt, warum Eure Kirchen leerstehen. Klar, auch wegen Corona, aber vor allem: weil dort Gottesdienst gehalten wird! Und nur Gottesdienst, während früher »die Kirche einen Versammlungs- und Begegnungsort darstellte, an dem auch Lärm und Streit herrschen konnten«, woran Jan-Christian Cordes in seinem Buch »Politik und Glaube. Die Reformation in der Hansestadt Lüneburg« erinnert: »Ebenso war das Mitbringen von Tieren, vor allem Hunden, eine Selbstverständlichkeit.« Der Kirchgang bot Gelegenheit für ein Schwätzchen mit Bekannten, und »hatte der Gläubige den Kirchhof erreicht, wurde die dort begonnene Unterhaltung, falls die Messe noch nicht versäumt war, im Gotteshaus fortgesetzt«. Man verstand ja sowieso nicht, was der schwarze Mann auf der Kanzel sagte, »weil das Wirtshaus neben der Kirche lag und der Lärm der Zechenden das liturgische Geschehen stören« konnte. Überhaupt ging es zu wie im Taubenschlag: »Zudem war es nicht üblich, auf die Pünktlichkeit des Erscheinens zu achten, ebenso wie man die Kirche jederzeit wieder verlassen konnte, so dass während der Messe ein ständiges Kommen und Gehen herrschte.«

Was rät Euch das, Christen?

Ja und Amen sagt dazu Titanic

Ganz richtig, Initiative Faces of Democracy!

Mit »Wer sich selbst zu ernst nimmt, hat keinen Spaß am Leben!« betiteltest Du ein Interview mit der SPD-Vorsitzenden Saskia Esken. Und genauso ungezwungen wie dieser Titel ist dann auch der Anlass des Interviews: »Sven Lilienström, Gründer der Initiative Gesichter der Demokratie, traf die 58jährige Sozialdemokratin im Vorfeld des sechsten Genozid-Gedenktages der Jesiden in Düsseldorf zum Interview.« Oh.

Aber okay, auch wer den Genozid an den Jesiden zu ernst nimmt, hat wohl bald keinen Spaß mehr am Leben? So wie die Jesiden halt.

Lacht sich tot: Titanic

Anerkennung, Berliner Zeitschrift für Sozialwissenschaft »Leviathan«,

für den in Heft 2/20 aufgenommenen Artikel über die Geldpolitik der EZB, allein schon wegen der inspirierenden Verfassernamen. Dass einer der Co-Autoren Flachmeyer heißt, erscheint dabei im Zusammenhang einer Theoriezeitschrift noch als allzu wohlfeile Spottmöglichkeit, an der sich eher Flachgeister ergötzen. Aber dass der andere Autor eines Artikels, der die Verbilligung von Zentralbankgeld für folgerichtig und angemessen hält, den schönen Namen Sparsam trägt, erscheint doch wieder einmal als lobenswert dialektischer Knips der Weltläufte.

Zumindest den stets ausgabefreudigen Geld-Verheizern der Titanic

Sorry, Sophie Hunger,

aber Sie bekommen jetzt stellvertretend (aber nicht zu Unrecht!) etwas für das ab, was Künstler/innen seit eh und je daherreden, um uns auf die Palme zu bringen. Im Interview mit dem »Musikexpress« wurden Sie originell nach dem kreativen Prozess bei Ihrem neuen Album befragt – und natürlich müssen auch Sie in entrückten Bildern und Vergleichen antworten, statt einfach wahrheitsgemäß zu sagen: »Ich denke mir was aus und arbeite.« Oder summen Ideen tatsächlich in Ihrem »Kopf herum wie Fliegen« bzw. »eher: wie Mücken«?

Klar: »Und wenn ich dann ins Studio gehe, lege ich diese Mücken ab.« Freilich! Wer hat noch nie eine Mücke abgelegt? »Studio ist eigentlich nur ein anderes Wort für ›Ablegeort für Mücken‹.« … Wobei: Ein paar Fragen weiter behaupten Sie dreist, es sei »eher ein Tanz«, der irgendwie mit »im Kopf selbstgebauten Pilzen« zu tun habe.

Kann es sein, Sophie Hunger, dass Sie geschickt wurden, um unser Fass endgültig zum Überlaufen zu bringen? Das Fass, in dem unsere Wut gereift ist wie ein edler Schaumwein? Oder sollten wir sagen: Vor-Wut-Schäum-Wein? Diesen Brief an Sie zu schreiben fühlt sich an, wie einer Flasche den Hals abzuschlagen; und unsere Sprache ist quasi der Säbel. Seien Sie also gewarnt vor: Titanic

Schokierend, Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli,

was wir auf »Focus online« über Dich lasen: »Die Bewohner von Olten zwischen Zürich und Basel dürften nicht schlecht gestaunt haben, als es vergangenen Freitag begann, Kakaopulver zu schneien. Grund dafür war das Versagen eines Lüftungssystems der örtlichen Schokoladenfabrik von Lindt & Sprüngli.«

Man hört derzeit ja allerorts von seltsamen Wetterkapriolen, aber Kakao-Schauer sind selbst in unserer Klimakrisen-Welt ungewöhnlich. Die aufgetischte Erklärung vom defekten Lüftungssytem schlucken wir allerdings nicht. Sei ehrlich, Lindt & Sprüngli: War das nicht ein verzweifelter Versuch Deiner Oompa Loompas, irgendwie auf ihre Gefangenschaft als Arbeitssklaven aufmerksam zu machen? Oder war es einfach ein ausgeklügelter Werbegag? Sollte Letzteres der Fall sein, hier ein kleiner Tipp: Gratis Schokolade auf eine ganze Stadt schneien zu lassen ist prinzipiell eine süße Idee, nur halt nicht im Hochsommer …

Wissen Deine Werbe-Willy-Wonkas auf der Titanic

Sie schon wieder, Verkehrsminister Scheuer (CSU)!

Nun überraschten Sie mit dem Vorschlag, staatliche Prämien für Neuwagen mit Verbrennungsmotor rauszuhauen: »Ich weiß, dass beispielsweise alle Produktionslinien der Elektrofahrzeuge jetzt schon verkauft sind, auch durch unsere Prämien. Es kann keine Produktion on top geben, sondern die Chargen sind schon verkauft. Nur beim Verbrenner, da stehen viele, viele moderne Fahrzeuge auf Halde, und die müssen vom Hof, damit neue nachproduziert werden. Das ist genau der Produktionszyklus.«

Also, noch mal langsam für normal denkende Menschen: Die Prämie, die dazu führen soll, dass die Menschen mehr Elektrofahrzeuge kaufen, führt dazu, dass die Menschen mehr Elektrofahrzeuge kaufen, und weil die Fahrzeuge verkauft sind, kann man keine neuen produzieren, wohingegen man von den Autos, die eigentlich von der Straße sollen, schon ganze Halden voll hat, und von denen kann man auch keine neuen produzieren, weil sie gerade nicht verkauft werden und deshalb, Herr Scheuer, wollen Sie, dass diese nachproduziert werden? Weil: Produktionszyklus?

Da dachten wir, wir hätten an diesem blöden Kapitalismus wenigstens das mit dem Angebot und der Nachfrage verstanden – und jetzt so etwas. Handelt es sich möglicherweise eher um eine Art Verdauungssystem? Deutschland als gewaltiger Darm? Und was sind Sie in diesem Bild? Der Beipackzettel? Viel zu viele unverständliche Worte, keiner nimmt ihn wirklich ernst, und egal, wie sehr man ihn zusammenfaltet, man kriegt ihn nicht zurück (in die Packung) getreten. Passt.

Hat noch viele Witze über Sie auf Halde: Titanic

Hey, »Tichys Einblick«,

Du hast, wie wir aus vertraulicher Quelle erfahren mussten, einen Artikel Deiner Augustausgabe mit diesen Worten auf der Titelseite angeteasert: »Rassist? Die größten Kritiker der Elche sind selber welche.«

Lass es Dir im Guten gesagt und in Bernstein gemeißelt sein: Wenn Du noch einmal Verse der Neuen Frankfurter Schule verunstalten und für Dein Meckeronkelblatt missbrauchen solltest, dann heißt es »Des Tichys doofste Carnivoren / kriegen Sätze heißer Ohren.«

Capisce? Titanic

H. Grönemeyer!

»Ein Land ohne Live-Kultur«, erbosten Sie sich in »ttt – Titel Thesen Temperamente«, »ist wie ein Gehirn ohne geistige Nahrung, ohne Euphorie, Aufbruch, Lust, Lachen und Tanz.« Ja ja, schon recht, ein Gehirn ohne Tanz möchte wirklich niemand im Schädel tragen. Aber dem, was folgte: »Es verdorrt, gibt Raum für Verblödung«, müssen wir vehement widersprechen! Raum für Verblödung ist doch genau das, was Live-Kultur erst ermöglicht. Oder wie würden Sie das bezeichnen, was beispielsweise ein Herr Mario Barth wiederholt aus dem Berliner Olympiastadion gemacht hat?

Wünscht sich eher Live-Kultur ohne Land: Titanic

Gemach, gemach, Volker Wissing!

Als rheinland-pfälzischer Wirtschaftsminister und dortiger FDP-Vorsitzender sagten Sie Ende August im ZDF: »Die FDP kann in Rheinland-Pfalz liberale Politik umsetzen. Mehr kann man als Politiker der Freien Demokraten nicht erreichen.«

Was natürlich gelogen war. Als FDP-Politiker kann man auch sehr schön zurücktreten, reiche Zahnärzte, Apotheker oder Hotelbesitzer pampern, an der Fünf-Prozent-Hürde abkratzen, Antisemitismus in Flugblätter schmieren sowie die sogenannte Möllemann-Flatter machen. Es ist eine Welt der ungeahnten Möglichkeiten, probieren Sie es aus! Titanic

Professor Wilhelm Schmid!

Sie sind Philosoph und Autor (»Unglücklich sein. Eine Ermutigung«, »Glück. Alles, was Sie darüber wissen müssen, und warum es nicht das Wichtigste im Leben ist«). Zur Coronapandemie fiel Ihnen ein, dass sie uns die Chance gebe zu erkennen, dass »wir vielleicht etwas zu heftig unterwegs waren in den vergangenen Jahren« (Zeitschrift »Information Philosophie«).

Vielleicht etwas zu heftig? Das ist aber tröstlich. Da müssen wir ja nicht mal Boethius’ »Consolatio philosophiae« (Trost der Philosophie) wiederlesen. Darin steht beispielsweise: »Blickt auf die Weite, die Festigkeit, die Raschheit des Himmels und hört einmal auf, Wertloses zu bewundern!«

Fängt in dieser Sekunde damit an: Titanic

Nur konsequent, Berufsschule für Mediengestaltung in Fürth,

ist es, dass Deine Schülerinnen und Schüler aus ganz Bayern zum Blockunterricht anreisen müssen, weil ein in Zeiten der Pandemie u.U. angesagter Online-Unterricht den Auszubildenden ein völlig falsches Bild der bundesdeutschen Medienrealität vermitteln würde. Davon, dass es sich um »Neuland« handelt, von dem eigentlich keiner so recht weiß, ob man nicht vielleicht doch in Indien gelandet ist, kann man sich auf Deiner Homepage überzeugen, auf der schon jetzt »Informationen zur Abschlussprüfung Sommer 2015« angekündigt werden, freilich ohne funktionierenden Link. Weiter so! Titanic

Lieber »Bingen Tourismus Kongress«!

Du bewirbst das rheinland-pfälzische Städtchen, für das Du Dich beruflich stark machst, derzeit auf Litfaßsäulen mit dem Slogan »KOMM MAL RHEIN« – aber ehe wir darauf rheinfallen konnten, fragten wir uns natürlich, wer uns dann wieder rausholt. Du etwa?

Heute nicht besonders todessehnsüchtig: Titanic

Rolf Mützenich, SPD-Fraktionsvorsitzender im Bundestag!

Nach der Nominierung Olaf Scholzens zum Kanzlerkandidaten der SPD glaubten Sie im Hörfunk: »Die Menschen wollen konkrete Antworten, die haben wir in der Regierungsarbeit zur Genüge in dieser Zeit, aber auch in den nächsten Monaten gegeben.«

Holla, Mützenich! Die von den Menschen gewollten konkreten Antworten haben Sie auch in den nächsten Monaten bereits zur Genüge gegeben? Reisen Sie rückwärts durch die Zeit? Dann sind wir ja gespannt, wie Sie nächstes Jahr, kurz nach der Bundestagswahl, Scholz von seiner Kandidatur abraten bzw. abgeraten gehabt werden! Titanic

Und Sie, Olaf Scholz,

lassen sich in Ihrem Berliner Finanzministerium bereits seit Beginn Ihrer Amtszeit von Staatssekretär Jörg Kukies beraten, agieren also selbst für sozialdemokratische Verhältnisse dilettantisch. Denn wenn es eins gibt, was man im digitalen Zeitalter wissen muss, dann doch, dass man Kukies nicht blindlings akzeptiert!

Rät dringend zur Überprüfung der Sicherheitseinstellungen: Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
04.12.2022 Enkenbach-Alsenborn, Klangwerkstatt Thomas Gsella mit den Untieren
06.12.2022 Kassel, Staatstheater Hauck & Bauer mit Kristof Magnusson
06.12.2022 Frankfurt am Main, Club Voltaire TITANIC-Nikolaus-Lesung
08.12.2022 Köln, Senftöpfchentheater Moritz Hürtgen