Briefe an die Leser | Mai 2017


Schauer Architekten (Stuttgart)!

Welche Art von Bauwerken plant Ihr denn so? Geisterbahnen, Spukschlößchen, SM-Studios? Oder doch nur Regenunterstände?

Kalte Dusche von Titanic

Mahlzeit, »SZ-Magazin«!

Während Du Deiner Zielgruppe sonst Rezepte wie »Kürbis-Tarte mit Thymian und Ziegenkäse«, »Schottisches Räucherlachstatar mit Taschenkrebsen« oder »Spaghetti alla Chitarra mit Seeigel al Limone« präsentierst, fanden wir neulich gleich seitenweise Serviervorschläge für schrumplige Kartoffeln und welkes Grünzeug vor. Zugegeben, frisches Gemüse ist in diesem Frühjahr nur zu unanständigen Preisen erhältlich; aber daß es um das Bürgertum dermaßen schlecht steht, hätte dann doch nicht gedacht: Titanic

Hallöchen, Daniel Wesener!

Sie sind Ex-Landesvorsitzender der Berliner Grünen und haben Ihren Parteikollegen Hans-Christian Ströbele nach dessen Verzicht auf eine weitere Bundestagskandidatur mit den Worten gewürdigt, er sei die »letzte Inkarnation grünen Gewissens«.

Und besser hätte den Zustand Ihrer Partei auch nicht beschreiben können: Titanic

Hey, »Taz«-Urgestein Bettina Gaus!

Ihr Kommentar zur Wahl in den Niederlanden, in dem Sie eine realistische Einschätzung des Ergebnisses anmahnten und vor unrealistischen Deutungen warnten, hub folgendermaßen an: »Der Wahlsieg als Wille und Vorstellung. Oder, weniger hochtrabend: ›Ich mach mir die Welt – widdewidde wie sie mir gefällt.‹« Und wissen Sie was, Frau Gaus? Das hat uns sehr gut gefallen, denn mit dieser ironisch distanzierten Phrasenmixtur aus E und U, Hochkultur und Fernsehen, Philosophie und Kinderlied könnten Sie als legitime Nachfahrin von Arthur Schopenhauer und Pippi Langstrumpf fortan einfach jeden Ihrer Wahlkommentare beginnen. Und auch gleich wieder aufhören lassen!

Mehr oder weniger hochtrabend: Titanic

So so, Fischerei-Zertifizierer MSC,

die Fische der von Dir zertifizierten Betriebe werden also »nachhaltig gefangen«. Hältst Du das nicht für eine tautologische Auskunft, da nicht nachhaltig gefangener Fisch doch wieder ins Wasser zurückgeworfen wird?

Fragt flüchtig: Titanic

Wow, Torsten Frings!

Nach der 0:4-Pleite Deiner Darmstädter Jungs in Leipzig befandst Du: »Wenn du keine Tore schießt, gewinnst du auch kein Spiel.« Dazu hier noch eine kleine Fußballweisheit von uns: Wenn du vier Gegentreffer kassierst, reichen auch vier Tore nicht aus, um als Gewinner vom Platz zu gehen.

Dankt dennoch für die Spielanalyse: Titanic

Da haben Sie, Philipp Bovermann,

uns aber einen gehörigen Schrecken eingejagt! Nämlich als Sie im Feuilleton der SZ berichteten, Sie seien in einem »schlecht belüfteten Konferenzraum« gewesen, wo Typen, »die aussehen, als seien sie gerade aus dem Berghain gefallen« oder halt »wie ein Teenager«, »schwitzend« und »hyperaktiv« herumkasperten und »über dem Biertrinken das Rauchverbot vergaßen«.

Mensch, Bovermann, wir dachten glatt, Sie hätten uns in der Redaktion besucht! Doch erleichtert stellten wir bald fest, daß wir keinen kollektiven Filmriß haben, weil Sie ja dann doch nur von der Cebit berichteten.

Liebe Grüße Titanic

Kurt Beck (SPD)!

Kann es sein, daß Sie nur deshalb Opferbeauftragter der Bundesregierung geworden sind, weil Sie als ehemaliger SPD-Vorsitzender nur allzugut wissen, wie man sich als Opfer fühlt?

Grüße von der Abteilung Täterschutz c/o Titanic

Verblüfft waren wir, Dirk Rossmann GmbH,

von der Einordnung Deiner Wasserkocher in die Produktlinie »Ideenwelt«. Seit Wochen brodelt in uns die Frage, was wir mit denen denn anstellen sollen, außer – nun ja – Wasser für Tee oder ähnliches zu erhitzen. Glühwein vielleicht? Aufguß im Dampfbad?

Warten, bis es ihnen siedend heiß einfällt, um es Dir dann brühwarm zu erzählen:

Deine Unkreativen von der Titanic

Hirn an, Abdu Bilican!

Sie berichteten in der »Spiegel«-Rubrik »Der Augenzeuge« von Geschehnissen rund um einen Auftritt Martin Chulzens bei den Jusos im Landkreis Würzburg, deren Vorsitzender Sie sind. Dort forderte er Sie und Ihre Bagage auf, »Martin, Martin« zu skandieren, was Sie »spaßeshalber auch getan« haben. Später im Text gaben Sie jedoch zu Protokoll, Sie hätten den Kanzler in spe schon vorher angefeuert. »Und zwar nicht auf Bestellung. Ich bin doch kein Idiot, der auf Bestellung klatscht.«

Stimmt schon, nur Idioten klatschen auf Bestellung. Vollidioten geben in ein und demselben Text zu, auf Bestellung zu klatschen, und leugnen dies kurz danach. So wird das garantiert nichts mit der aalglatten Politikerkarriere, Genosse!

Ihre Claqueure von Titanic

Hi, Veit Medick und Marc Pitzke c/o »Spon«,

kurz mal hergehört und mitgeschrieben: In China gibt es etwa 500 Golfplätze und rund 350 000 Golfspieler, die erfolgreichsten chinesischen Profigolfer heißen Zhang Lianwei (Gewinner diverser internationaler Meisterschaften) und Liang Wenchong (ebenso), und jedes Jahr werden in Peking, Shanghai und auf der Insel Hainan große internationale Golfturniere veranstaltet. Was aber schreibt Ihr Mini-Golfer anläßlich des Besuchs des chinesischen Präsidenten bei Donald Trump in Euer »Spiegel-online«-Ding hinein? »Xi wird nicht gemeinsam mit Trump dessen Lieblingsbeschäftigung frönen, dem Golfspielen, denn das gilt in China als Symbol westlicher Korruption.«

Danke für die exklusive Info. Dafür verraten wir Euch jetzt auch mal was: Die meisten Chinesen mögen nicht der Lieblingsbeschäftigung vieler deutscher Internetsurfer frönen, dem »Spon«-Lesen, denn das gilt in China als Symbol westlicher Doofheit. Und nicht nur dort, sondern auch bei Titanic

Hallo, liebe Kinder aus dem reichen Hamburger Westen!

In einem Büchlein mit dem Titel »Alle meine Freunde«, in das man seine Favoriten wie Lieblingstier oder -essen einträgt, haben gleich mehrere Sechsjährige als Lieblingsfarbe was hineingeschrieben? »Gold.«

Schade nur, daß in solchen Büchern so viele wichtige Rubriken fehlen, sonst hätten wir über Euch noch viel mehr erfahren: »Lieblingsessen: Filet vom Kobe-Rind« , »Lieblingsstadt: Monte Carlo« oder auch »Lieblings-App: MoneYou«? Kinderarmut scheint jedenfalls nicht Eure Baustelle zu sein!

Darüber freuen sich für Euch die Goldesel von Titanic

Aufwachen, Barbara Schöneberger!

Im Gespräch mit Bunte.de haben Sie von Ihrer jahrelangen Videospiel-Affinität erzählt. Besonders das Geschicklichkeitsspiel »Tetris« hatte es Ihnen angetan: »Ich fand es so toll, daß ich, wenn ich dann mal einen Gameboy hatte, so exzessiv ›Tetris‹ gespielt habe, daß ich nachts davon geträumt habe, daß Menschen von der Decke fallen und ich sie dann irgendwo in einen Stuhl einsortieren mußte.«

Entschuldigen Sie die Nachfrage, Frau Schöneberger, aber sind Sie sich sicher, daß das wirklich bloß ein Traum war und nicht etwa die üblichen Vorbereitungen zu einer Ihrer »NDR-Talkshows«? Ganz sicher?

Fragt ja nur: Titanic

Und Sie, Nils Minkmar,

haben die letzten Monate des Stühlerückens im französischen Politbetrieb als »ein von David Lynch inszeniertes ›House of Cards‹« umschrieben. Davon abgesehen, daß es mittlerweile selbst beim kulturfremdesten Schreibpersonal en vogue zu sein scheint, zwar ungewöhnliche, aber simpelste Umstände als »lynchesk« zu bezeichnen, möchten wir wissen, was Sie uns mit dem Vergleich genau sagen wollen? Ist das französische Parlament in weiße und schwarze Hütten geteilt? Ist die ganze Wahl bloß ein Traum? Offenbart die Wahl gar unterdrückte sexuelle Komplexe eines ganzen Landes? Regiert bald ein weißes Pferd im Élysée-Palast? Hat François Fillon Korn gestohlen? Steckt Bob in Marine Le Pen? Was zum Teufel, Minkmar, wollen Sie uns sagen? Müssen wir erst selber googeln?

Übelster Mindfuck: Titanic

Hans-Olaf Henkel!

»Nach wie vor spüre ich eine große Verantwortung dafür, dieses mit meiner Hilfe geschaffene Monster einigermaßen unter Kontrolle zu halten.« Damit meinten Sie die AfD. Kopf hoch, Henkel, immerhin kommt das Mönsterchen doch in vielerlei Hinsicht immer noch ganz nach seinem Schöpfer. Und Sie hält ja auch niemand unter Kontrolle.

Gruselt sich ehrlich gesagt schon immer ein bißchen vor Ihnen: Titanic

Sächsischer Innenminister Markus Ulbig (CDU)!

Jüngste Tests haben gezeigt, daß Betonsperren in Gestalt großer Legosteine einen auf Menschen zurasenden Lkw gar nicht aufhalten können; der Lkw würde nach Passieren so einer Nizza-Sperre unkontrolliert weiterschlingern, die Betonblöcke ebenso. Aber das Testergebnis parierten Sie souverän. Es gebe nämlich »auch Polizisten, die dann noch konkret eingreifen können«. Und was, Ulbig, hätte Ihre u.a. mit MPs hochgerüstete Polizei denn da so druff? Schutzanzüge an die Passanten verteilen? Schnell noch Stoppschilder aufstellen? Alles wegballern? Oder Beruhigungspillen in Form von Miniatur-blöcken verteilen?

Grüßt Sie sicher: Titanic

Du, lieber Julian,

gibst in einem Werbevideo der Hamburger Sparkasse den jungen, feschen Auszubildenden und dabei folgenden Satz von Dir: »Für viele meiner Freunde ist halt das Thema Finanzen irgendwie noch ein Fremdwort.« Abgesehen davon, daß ein Thema kein Fremdwort sein kann: Finanzen ist eins, und zwar nicht nur für Deine Freunde, sondern für alle Kunden, Deine Kollegen, Deine Chefin – und auch für Dich! Da siehst Du mal wieder, wie fremd diese Finanzwelt sogar den sogenannten Experten ist!

Erklärt Dir gern den Unterschied zwischen Fremdwörtern und fremden Wörtern: Titanic

Amerikanische Elite-Universitäten!

Fast wöchentlich müssen wir lesen, wie Ihr Euch um den akademischen Nachwuchs reißt: »Acht US-Elite-Unis wollen diese Teenagerin«; »Alle Elite-Unis wollen diese 17jährige«; »Alle acht Elite-Unis der USA wollen diesen Schüler«; yada yada yada. Neu dabei ist, daß die umgarnten Jungen und Mädchen gar nicht mal durch einen finanzdynastischen oder sonstwie elitären Hintergrund bestechen, sondern durch Interesse, gute Noten und politisches Engagement. Hä?

Wie wär’s damit: Eine von Euch Ivy-League-Klitschen sagt ab sofort konsequent allen Anwärter(inne)n extra ab, die sich als besonders talentiert, ehrgeizig und erfolgversprechend abzeichnen. In den Medien heißt es dann: »Alle US-Elite-Unis gieren nach diesem Wunderkind – NUR DIESE EINE NICHT!« Schon ist das Prestige noch höher, und es bewerben sich nur noch die wirklich Allergeilsten!

Gut, nicht?

Greetings vom Brettergymnasium Titanic

Außerdem, Lindner,

brauchen Sie sich wirklich nicht damit zu brüsten, daß bei der Erstellung Ihrer Wahlplakate Photoshop keine Verwendung gefunden haben soll: Bei jemandem, der schon von Natur aus so liberalglatt ist, hieße das wirklich Eulen nach Athen.jpg klonen. Titanic

Hühott, Christian Lindner!

Daß Sie sich vor dem Wahlkampf »wie ein Rennpferd in der Box« fühlen, können wir gut nachempfinden. In den kommenden Monaten wird man Sie schließlich als fein gestriegeltes Schlachtroß anpeitschen, damit Sie schnell wie nie zuvor in Richtung Fünfprozenthürde galoppieren, während Ihre Scheuklappen Sie davon abhalten, nach links und rechts zu gucken. Und wozu? Nach unzähligen Runden werden Sie völlig erledigt zusammenklappen bzw. -kleppern und die Hufen nach oben strecken.

Den Gnadenschuß gibt Ihnen dann gern Titanic

Und apropos Oper, Wiener Kulturministerium!

Ein Herr Dr. Bogdan Roščić, »im ganzen Land als Intellektueller anerkannt« (SZ), soll, wie wir lasen, in drei Jahren die Wiener Staatsoper übernehmen. Wir lasen weiter, daß die Doktorarbeit dieses Herrn Dr. Roščić unter Plagiatsverdacht steht. Außerdem ist der Herr Doktor z.Zt. als Musikmanager bei Sony beschäftigt, und alles zusammen hat Zweifel an der Eignung des Herrn Doktor aufkommen lassen; die Du dahingehend übergangen haben sollst, Herr Dr. Roščić solle, nun kommt’s, »eine Staatsoper 4.0 kreieren«.

Dazu nun, verehrtes Wiener Kulturministerium, ein abschließender Hinweis von uns: Eine zu kreierende Staatsoper 4.0 scheint uns a priori das zu sein, was der Opernkenner Franz Münchinger einmal »einen rechten Scheißdreck« genannt hat, und wer so denkt, wie Du schreibst, der sollte von Kulturbelangen allemal die Finger lassen, nein?

Doch.

Servus Titanic

Uns scheint, Herrenausstatter.de,

»die Neue Lässigkeit für Männer« auch nicht mehr so sagenhaft neu zu sein; oder wie sieht die Steigerung da nun aus: in der Jogginghose in die Oper? Oder die Funktionsjacke lässig offenlassen?

Gewohnt halbseiden: Titanic

Lobenswert, Focus.de,

wie Du der grassierenden Nörgelei über zu geringe Renten, die kaum zum Leben reichen, endlich mal etwas Optimismus und Phantasie entgegensetzt: »Sonne, Strand und Palmen sind selbst mit einer kleinen Rente ein realistisches Ziel. ›Focus online‹ zeigt Ihnen acht Ziele auf der Welt, in denen Sie mit weniger als 1000 Euro im Monat leben können.« Prima! Statt also weiterhin Pfandflaschen im regnerisch-kalten Deutschland zu sammeln, einfach ab ins Ferienparadies! Und das sogar »noch preiswerter und wärmer: Das mexikanische Monterrey braucht nur 684 Euro im Monat, die indische Hafenstadt Mangalore stellt mit 374 Euro den Rekord auf. Wer mutig ist, kann seinen Lebensabend auch für 539 Euro im türkischen Bursa verbringen oder für 1000 Euro in der saudischen Hauptstadt Riad bei 40 Grad im Schatten.«

Hey, why not? Und jetzt, wo Du’s sagst: Das ist tatsächlich genau der Lebensabend, den wir für Deine Redakteure als angemessen empfinden. Schwitzen wie ein Schwein (Markwort), kein Wort Arabisch sprechen, und für jeden vulgären Hetzartikel gibt’s drei Stockhiebe gratis.

Sonnige Grüße Titanic

Huhu, Justiz!

Natürlich, wir hatten in der Vergangenheit so unsere Probleme, wir zwei. Doch was sollen wir Dir sagen: In letzter Zeit sind wir schlichtweg begeistert von Dir! Noch nie warst Du so aufgeschlossen, was kritisches Denken und schneidende Polemik angeht! Noch nie radikalen und grundsätzlichen Fragen so zugeneigt! So erkanntest Du in einem Brandanschlag auf die Synagoge Wuppertal keinen Mordversuch, sondern vielmehr entschlossene »Israelkritik«. Und in Björn Höckes Rede zum Holocaustmahnmal? Keine Volksverhetzung, vielmehr eine »radikale Kritik an der Art und Weise der Vergangenheitsbewältigung der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft«.

So ist’s recht! Denn es wäre ja ein Unding, wenn die Kritik an Juden und ihren Denkmälern in diesem Land je ins Stocken geriete! Und die ätzende Invektive gegen die herrschende Wirtschaftsform, die unser nächster Kaufhausdiebstahl symbolisieren wird, die bitte auch als solche erkennen, gell!

Es dankt unter Kritikerkollegen: Titanic

Wie bitte, Bryan Adams?

Was konnten wir dem Facebookstatus von Peter Maffay entnehmen: Sie haben diesen zum Botschafter von »Hear the World« gemacht, einer Schweizer Stiftung, mit der Sie sich weltweit für Menschen mit Hörverlust einsetzen?

Das, Mr. Adams, ist natürlich eine tolle Sache! Aber natürlich nur ein klitzekleiner erster Schritt, den Schaden wieder gutzumachen, den Sie und der Maffay in der Hinsicht angerichtet haben, gelle?

Hört, hört! Titanic

Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde!

Du hast ein Klimaschutzkonzept entwickelt, das »alle Hochschulangehörigen anhält, CO2-Ausstöße in jeglicher Form zu minimieren«. In jeglicher Form? Und, wie viele Hochschulangehörige kippen bei Dir pro Tag bewußtlos zu Boden? So ungefähr?

Atemlos durch die Nacht: Titanic

Christian Denker!

Sie sind Philosoph und haben ein Buch mit dem Titel »Vom Geist des Bauches. Für eine Philosophie der Verdauung« geschrieben, über das Sie bald in der Vortragsreihe »Denken geht durch den Magen« referieren werden. Da Magenmumien wie Sie es sind, die Kulturwissenschaft in jedes noch so verborgene Feld menschlicher Aktivität führen, möchten wir Ihnen einige Vorschläge für Folge-Monographien machen: »Jenseits jeder Sollbruchstelle. Anarchische Spuren von Alltagsdiskursen in Haushaltsgeräten«; »Morphologie des Ohrensessels. Echo ohne Klang?«; oder: »›I’d rather be the ice cream myself.‹ Zur herrschaftsfreien Kritik der Eiswaffel als phallisches Organon eines gefrorenen Gestus«.

Viermägig grüßend: Titanic

He, EZB!

Davon einmal abgesehen, daß es für Habenichtse wie uns auch in ehemaligen Hochzinszeiten so gut wie null Gewinn gab: Wenn man auf Faz.net Schlagzeilen lesen muß wie »Notenbanken müssen mehr Anleihebestände verleihen«, darf man dann auch und gerade bei vollkommenem Nichtverstehen weiterhin davon ausgehen, daß Deine ganze »Geldwirtschafts«-Idee eine so hochvertrackte wie verbrecherische ist?

Und könnten wir vor dem Crash dann auch eine Anleihebestands-Million (oder gern auch Milliarde) abhaben? Nur geliehen natürlich!

Großes Banker-Ehrenwort: Titanic

Lieber Bernd,

es wird Dich kaum überraschen, daß wir hier noch nicht so ganz überzeugt von Deinem endgültigen Abgang sind. Du hast ja immerhin das ZDF und Thomas Gottschalk reingelegt, da würde es Dir wohl nicht schwerfallen, auch Gott und die Welt hinters Licht zu führen. Wir nehmen aber an, daß Du Dir mit der Auflösung dieses Streichs noch Zeit lassen wirst. Deshalb tun wir jetzt einfach mal so, als ob wir die Geschichte glauben und würdigen Deine Verdienste.

Du warst der erste pfälzische Chefredakteur der TITANIC und hast ermittelt, daß nicht nur Helmut Kohl, sondern auch der Plattenbau in Oggersheim erfunden wurde. Du hast die Leitung des ruhmreichen Blattes in den schweren, o so schweren Zeiten übernommen, als es gerade von einem betrügerischen Verleger zum nächsten wechselte. Du hast uns Jean-Marc Reiser gebracht, und damit wir ihn überhaupt begreifen konnten, hast Du ihn persönlich übersetzt. Daß dabei von seinem Schweinepriester auch etwas auf Dich abgefärbt hat, wer wollte Dir das verdenken! Unter Deiner Ägide ging TITANIC endlich wieder regelmäßig auf die Straße und forderte, neun Jahre nach dessen Tod: »Freiheit für Rudi Dutschke« oder fragte die Bevölkerung: »Wer wird Rudolf Heß’ Nachfolger?«. Und diese Umtriebigkeit brachte Dich dann eines Tages auch zu »Wetten, daß..?«, mit den allseits bekannten Folgen. Du warst Dir nur für wenig zu schade, und möglicherweise entstanden deshalb unter Deiner Verantwortung unsere beiden bestverkauften Titel. Du hast die Briefe hingebungsvoll mit Schere, Klebstoff und schwarzer Pappe choreographiert, Du hast wochenlang nach einem geeigneten Jesus aus Weißblech gefahndet, und Du hast Max Goldt ins Blatt gelassen, obwohl er Dich eigentlich nicht überzeugt hatte. Denn auch das muß man Dir mal nachsagen: Du hast Kritik nie persönlich, sondern meist als Anregung genommen, und Deine Quittenmarmelade war die beste.

Wir könnten Dich ewig so weiter rühmen, aber das würde uns dann keiner mehr glauben. Deshalb sei nur noch eine Hinterlassenschaft erwähnt, nämlich: »Lelalu«. Diese goldene Regel für die Komposition der Briefe an die Leser hast Du aufgestellt, und sie steht für »Lesen-Lachen-Weiterlesen«. Noch heute rätselt der Kollege Zippert, warum »lu« weiterlesen bedeutet – aber das kannst Du ihm ja mal erklären, wenn Du dann demnächst plötzlich wieder da bist.

Damit rechnet insgeheim jeden Tag: Deine Titanic

Woran nur, Seehofer,

hat uns dieser kleine Dialog erinnert, den Sie neulich im TV mit dem verlorenen Sohn führten? Sie: »Er will seiner Familie helfen, seiner CSU.« Guttenberg: »Wenn man einen bescheidenen Beitrag dazu leisten kann für diese Familie, dann gerne.« Hat man Ihnen etwa ein Angebot gemacht, das Sie nicht ablehnen konnten?

Fragen die Freunde italienisch-bayerischer Epen auf der Titanic

Bonsoir, Emmanuel Macron!

Sie führen Ihre (bei Redaktionsschluß nicht schlechten) Chancen, der nächste französische Präsident zu werden, nicht etwa – wie wir alle – auf das Unvermögen Ihrer Mitbewerber zurück. Ihr Vorteil liege vielmehr darin, verrieten Sie dem »Spiegel«, »kein klassischer Politiker« zu sein, und Sie kokettierten sogleich: »Die gängigen Phrasen des Politbetriebs beherrsche ich nicht.«

Und wie erfrischend Ihr politischer Stimmenfang klingen kann, bewiesen Sie stante pede. So wünschten Sie sich, daß »Menschen denen, die sie gewählt haben, wieder vertrauen können«. Doch dafür müsse sich Frankreich nicht nur »radikal ändern«, sondern brauche obendrein »eine tiefgreifende Erneuerung«. Gerade jetzt, wo »wir uns in einer radikalen Transformationsphase befinden«, sei es wichtig, daß wir »uns jetzt endlich aufraffen«. Wenn sich alles grundlegend ändert, ist Veränderung also besonders wichtig – klingt logisch.

Aber wie könnte das gelingen? Sicherlich so: »Der Schlüssel dazu liegt bei der Mittelschicht, sie bildet den Sockel unserer Demokratien … Der Arbeitsmarkt muß geöffnet werden, die Ausbildung muß verbessert werden, und das Schulsystem sollte wieder die Chancengleichheit befördern.« Wichtig sei außerdem, das »Wachstum wieder anzukurbeln«. Mon dieu! Daß da niemand vorher drauf gekommen ist!

Beim Blick in die Kristallkugel kamen Sie dann noch zu der besonders waghalsigen Prognose: »Ich glaube, die kommenden fünf Jahre werden entscheidend sein für unsere Zukunft.« Und ein Glück, Macron, daß Sie die ansonsten so nichtssagende Wahlkampfrhetorik einmal richtig aufwirbeln. Oder wie Sie am Ende des Interviews noch einmal bekräftigten: »Ich werde und möchte nicht auf Floskeln ausweichen, das ist eine Politikerkrankheit.«

Na dann: Gute Besserung! Titanic

Liebe unbekannte Klau-Gauner,

einfach nur Wahnsinn, wie Ihr die 100 Kilogramm schwere Goldmünze »Big Maple Leaf« aus dem Berliner Bodemuseum heimlich, still und unerkannt entwenden konntet: mit einem Seil, einer Leiter und einer Schubkarre nämlich. Besser hätten es sich die Panzerknacker auch nicht ausdenken können.

Der kunsthistorische Wert dürfte in diesem Fall den Materialwert (immerhin ziemlich genau 3,74 Milliönchen) kaum übersteigen, deshalb empfehlen wir nicht den Weg ins Auktionshaus, sondern direkt in den Baumarkt: Mit einem handelsüblichen Schweißbrenner dürfte das potthäßliche Ding recht schnell wieder in handliche Taler und Kreuzer zu schmelzen sein, die man sich auf die Glatze prasseln lassen kann.

LG nach Entenhausen Titanic

Wie, Campino?

Das war alles nicht so gemeint? Keine Kritik an Jan Böhmermann? Hinterher jedenfalls sagten Sie dem »Spiegel«: »In keiner Weise bezieht sich dieser Arschloch-Satz in diesem Moment explizit auf Böhmermann. An ihn habe ich gar nicht gedacht.« Das ist doch bestimmt bloß campinosches Ungeistgeplapper! Wir sagen: Besser klug und schlau sein als ein Vollidiot, der als halblobotomiert krähender Hauptgockel einer beknackten Opi-Kapelle mit seinem Spießertum und seinem höllischen Mundgeruch die Öffentlichkeit zupestet.

Denkt dabei übrigens nicht an Sie, Campino: Titanic

Mönsch, Campino!

Da ist Ihnen wohl eine Laus über die Rockerleber gelaufen, als Sie während der Echo-Verleihung Kritik am »böhmermannschen Zeitgeistgeplapper« übten und mit den Worten schlossen: »Lieber uncool sein als ein cooles Arschloch, das sich nicht konstruktiv einbringen kann.« Jan Böhmermann nämlich hatte sich zuvor darüber beklagt, daß mit dem Echo immer wieder »seelenlose Kommerzkacke« geehrt werde.

Wie nun, Campino, stellen Sie sich konstruktive Kritik in einem solchen Fall vor? Hätte Böhmermann auch noch vorschlagen sollen, doch mal seelenvolle Kommerzkacke oder seelenloses Kommerzgold, evtl. auch einfach seelenlose unkommerzielle Kacke auszuzeichnen? Damit, daß es besser sei, uncool zu sein als ein cooles Arschloch, mögen Sie indes recht haben. Besonders ärgerlich ist es dann aber wohl, wenn man – wie in Ihrem Fall – ein… na, den Rest können Sie sich in Ihrem beheizten Eierschaukelstuhl wohl denken!

Küsse aus den wohltemperierten Hosenställen von Titanic

Sehr geehrter Herr Augstein,

mit Interesse haben wir Ihren jüngsten Beitrag im »Stürmer« gelesen. Uns ist aufgefallen, daß Sie dort schreiben, »Identität« müsse »gegen Migration errungen« werden. Achtung: Üblicherweise sagt man an dieser Stelle »verteidigt«, da man unterstellt, der Volkskörper unterliege einem Angriff. Mit »ringen« haben Sie zwar auch eine martialische Vokabel gefunden, die aber nahelegt, es gäbe noch gar keine Identität. Das haben Sie ja dann auch präziser herausgearbeitet, als Sie sagten, Aufgabe einer linken Regierung sei der »Schutz der Heimat«, welchem Sie aus dramaturgischen Gründen auch gleich den Rang eines Grundrechts zusprachen.

Gut verwendet haben Sie den Begriff »Gastrecht«, der durch seine zweite Silbe den Eindruck vermittelt, juristisch gedeckt zu sein, die eigene Großzügigkeit unterstreicht und en passant das Menschenrecht auf Asyl abschafft.

Bei den Schulklassen waren Sie dann aber wieder etwas fahrig: »In keiner deutschen Schulklasse soll der Anteil der Kinder, für die Deutsch keine Muttersprache ist, höher als 25 Prozent liegen.« Da hätten Sie entweder klarer werden müssen und »fremdrassige Kinder« schreiben, oder aber – um sich weniger angreifbar zu machen – »Kinder mit erheblichen Sprachproblemen« sagen sollen und damit vortäuschen, es ginge Ihnen um etwas Pädagogisches.

Gelungen schließlich Ihr Schachzug, mit einem Zitat von Jean Améry zu enden (»Man muß Heimat haben, um sie nicht nötig zu haben«), denn wer einen KZ-Überlebenden zitiert, kann kein Nazi sein, und wenn schon ein Jude sich nach Heimat sehnt, dann muß der Deutsche die seine erst recht schützen dürfen.

Schicken Sie Ihren nächsten Entwurf doch bitte vorher an das Lektorat von Titanic

Werte Spammer!

Wenn Ihr Eure E-Mail-Adresse schon noreply@web.de nennen müßt, dann schreibt halt aber auch nicht »Bitte um Antwort!« in die Betreffzeile!

Re: Titanic

Du, Bundesinnenministerium,

willst noch vor der Bundestagswahl ein Verbot von Selfies in Wahlkabinen durchsetzen. Offengelassen hast Du bisher allerdings, ob Du das Wahlgeheimnis zu schützen gedenkst, indem künftig ein Aufpasser zum Wählen mitkommt, oder doch eher zum bewährten Mittel der Videoüberwachung greifen willst.

Bittet um Aufklärung: Titanic

Tim Bendzko!

Songschreiben, das sei für Sie wie ein Kreuzworträtsel, verrieten Sie heiter dem »Kölner Stadt-Anzeiger«. Das heißt also, Sie schreiben inhaltlich vollkommen unzusammenhängende Wörter kreuz und quer über- und durcheinander, in der Hoffnung, daß zum Schluß mal ein gewinnbringender Text dabei herauskommt? Tja, wissen Sie was? Genau so hört sich das am Ende auch an!

Ihr Faktenmagazin mit sieben Buchstaben: Titanic

Yalla, werte Herrschaften vom »Islamischen Staat«!

Ein bißchen stutzig macht es ja schon, daß Eure Attentäter sich zumeist nicht gerade durch einen den Drogen und dem Alkohol abholden Lebenswandel hervorgetan haben; und daß die Tatwaffe beim Anschlag von Stockholm ausgerechnet ein Bierlaster war, verstärkt unseren Verdacht: Kann es sein, daß Euer Verein nicht ganz halal ist?

Allahu akbar! Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
22.09.2019 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus »Karikaturen der Neuen Frankfurter Schule«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
24.09.2019 Hannover, Feinkost Lampe Katharina Greve