Briefe an die Leser | Februar 2012


Und solange Du, Autoindustrie,

Autos so baust, wie Du sie baust, wird es auch immer wieder passieren, daß, so wie neulich im baden-württembergischen Haigerloch, ein Neonazi mit seinem Wagen in eine Menschenmenge hineinrast.

Denn das Gas(!)pedal rechts – das ist halt zu ver»führer«isch.

Titanic

Hallo, Neu-Demonstranten!

Okay, wenn man dreißig Jahre lang stillgehalten hat, dann tut man sich naturgemäß ein bißchen schwer damit, seinem frisch aufsteigenden völkischen Unmut irgendeinen Ausdruck zu verleihen. Aber macht man dann in seiner ahnungslosen Traditionslosigkeit unbedingt Anleihen bei den Arabern? Stellt man sich dann vors Schloß Bellevue und hält seine Schuhe zum Lüften in die Höhe? Anstatt dem Betreffenden direkt unter die Nase?

Kinder, Schuhe schwenkt man doch nicht, die schmeißt man! Und dann hängt am nächsten Morgen als Demo-Endergebnis auch nicht ein einsam verwesender Turnschuh an der Laterne vor dem Bellevue, sondern…? – Genau.

Nächstes Mal!

Titanic

Innenminister Friedrich (CSU)!

Nach der Festnahme eines mutmaßlichen Al-Qaida-Helfers sagten Sie im Fernsehinterview: »Die Zusammenarbeit der entsprechenden Stellen hat einmal mehr gezeigt, daß sie in der Lage sind, derartige Anschläge rechtzeitig zu verhindern.« Prima, Friedrich! Das ist ja oft wichtig, daß man was rechtzeitig macht, nicht wahr? Bei Anschlägen jedweder Art muß man in puncto Verhinderung die Rechtzeitigkeit aber geradezu einfordern, weil sonst der Tatbestand der Verhinderung nicht ohne weiteres als gegeben angenommen werden dürfte. Soweit einverstanden und auch für Juristen verständlich?

Bei Rückfragen jederzeit die Ihre:

Titanic

Verrückt, Charlie Sheen!

Da hatten wir Sie schon abgeschrieben, und nun sind Sie doch wieder zurückgekehrt aus dem Wahnsinn: »Ich bin nicht mehr verrückt«, lassen Sie die US-Postille People wissen. Das sei, wie es sich für einen Serienhelden gehört, »nur eine Episode« gewesen. Und: »Ich bin heute ein anderer Mensch, als ich gestern noch war. Alles ist viel abgeklärter und wirklicher.«

Na, wenn das so ist, dann kann sich ja auch genausogut den halbgaren Ashton Kutcher und seine übergebliebenen two men angucken:

Titanic

Vor, Rudolf Neumaier,

200 Jahren hat Friedrich Jahn die Berlin-Neuköllner Hasenheide zum Übungsgelände für seine Turnerjugend ausgerufen, und Sie wollten wohl noch schnell, bevor das Jubiläumsjahr rum ist, dem oft geschmähten Turnvater in der Süddeutschen Gerechtigkeit widerfahren lassen: »Dabei hat er, natürlich abgesehen von seinem politischen Wirken als verbissener antijüdischer Vorkämpfer deutschen Stammesdenkens, zweifellos Meriten: als Vorturner, Vordenker und Vorbereiter eines Lebensgefühls, das die Menschen bis dahin nicht kannten. Wären andernfalls all die Jahnstraßen, Jahnschulen und Jahnstadien nicht längst umbenannt?«

Eine Frage, die selber eine Antwort gibt, nämlich warum Sie, Rudolf Neumaier, nie irgendwovon Vordenker werden, sondern gerade mal als Knaller zum Jahresende taugen.

30 Liegestütze!

Titanic

Rea Garvey, hergehört!

Wie Sie der Gala mitteilten, leiden Sie also seit 2006 aufgrund Ihrer selbstzerstörerischen Tätigkeit als Musiker (»Reamonn«) an einem Tinnitus, i.e. einem Pfeifen, das »klingt, wie wenn jemand mit einer Bürste über eine Mauer scheuert«, was, wie der Zufall es will, bis aufs Hertz genau das gleiche Hörempfinden ist, das uns bei der Beschallung mit Ihrer Musik überfällt!

Kann im Gegensatz zu Ihnen Stille ganz gut aushalten:

Titanic

Sag mal, Firma Henkel,

ist es Zufall, daß Deine Persil-Plakatkampagne »Black bleibt Beautiful« auffällig oft im Umfeld von Gothic-Discos und, mehr noch, in den Berliner Autonomenhochburgen zu finden ist? Oder haben Dir Deine Marktanalysen diese neuen Zielgruppen offenbart: die Schwarzkittel und den schwarzen Block? Und hast Du keine Angst, daß demnächst der Verfassungsschutz bei Dir auf der Matte steht – wegen logistischer Unterstützung verfassungsfeindlicher Umtriebe?

Sollte das passieren, von uns ein kleiner Tip: Bring einfach noch ein Waschmittelchen für Braunwäsche raus, »Braun bleibt Beautiful«, dann klappt’s auch mit dem Verfassungsschutz.

Deine Saubermänner von der

Titanic

Bonjour, Nils Minkmar!

Sie sind der neue FAZ-Feuilletonchef und bringen als solcher einige Qualifikationen mit – die wichtigste nennen gleich die hauseigenen Personalien: »Nils Minkmar wurde 1966 in Saarbrücken geboren und besitzt einen deutschen und französischen Paß.« Kann das wahr sein? Doch nicht etwa einen – französischen Paß?! Einen Paß des Erbfeinds, ein Papier der uns so fremden France? Dochdoch: Ihr Verlag bestätigt mindestens »einen deutschen und einen französischen Paß«. Und bei Niggemeier sagen Sie’s ja selbst: »Ich habe zwei Pässe, einen deutschen und einen französischen«. Als solch vielbegabter Paßspieler machen Sie sich beizeiten Gedanken darüber, warum der Sender Arte Sie nicht interessiert (»Wenn vierzigjährige deutschfranzösische Feuilletonredakteure nicht diesen Sender schauen, wer dann?«), treffen sich mit anderen Betroffenen (»Ich kenne sehr viele Menschen, die einen deutschen und französischen Paß haben«), besuchten als Kind einen Großvater in Bordeaux, »der dem Jungen mit dem deutschen und dem französischen Paß« (Süddeutsche) gewiß u.a. Paßtinaken briet, und jetten zweimal im Jahr aufs Paßamt, um dort –

neinnein, es stimmt schon, Minkmar: Feuilletonisten in Deutschland mußten schon von weitaus kleineren biographischen Sensationen zehren als der, mit gleich zwei Stempelkissen in der Fontanelle auf die Welt gekommen zu sein. Sicher: »Nils Minkmar wurde 1966 in einem U-Boot geboren und bedroht seither die Welt mit einem amerikanischen und einem französischen Nuklearsprengkopf« – das wäre natürlich ein CV mit Schmackes! So aber hoffen wir, daß Ihre Pässe niemals ablaufen und Sie Schirrmachers jeweils neuesten Schmarrn möglichst widerstandslos exekutieren.

Auf gute Zusammenarbeit!

Titanic

Hey, Holiday on Ice!

Immer wenn uns mal eines Deiner Plakate ins Auge fiel, dachten wir: Holiday on Ice? Wer sieht sich so was freiwillig an? Das muß doch die wahre Hölle sein! Manchmal standen wir kurz davor, von »Hölliday on Ice« zu kalauern, aber dann fiel uns ein, was dieser Hölle noch einen elften Kreis hinzufügen könnte: die Musik von Phil Collins. Und was mußten wir jetzt auf einem Deiner Plakate lesen? »Mit den Hits von Phil Collins!«

Kannst Du etwa Gedanken lesen, Holiday on Ice? Falls ja, warum trittst Du in Zukunft nicht einfach damit auf?

Fragt herzlichst:

Titanic

Elisa Klapheck, Rabbinerin!

Im Interview mit der FAS antworteten Sie auf die Frage, ob Juden religiöse Realisten seien: »Im Talmud gibt es die schöne Geschichte, wie die Menschen eines Tages Gott baten, ihnen den ›bösen Trieb‹ zu nehmen. Der böse Trieb bedeutet Konkurrenz, Neid, Sexualität und vieles mehr. Gott läßt sich darauf ein und nimmt den bösen Trieb weg, den er ja selbst in die Welt gesetzt hat. Und was passiert? Die Welt kommt auf der Stelle zum Stillstand; es tut sich nichts mehr. Noch nicht einmal Eier werden gelegt, weil der Hahn nicht mehr auf seine Henne scharf ist.« Verehrte Frau Klapheck, aufs morgendliche Ei müßten Sie und Ihre Schäfchen nun gerade nicht verzichten. Denn Hühner legen ihre Eier auch ohne »Hahnentritt«. Sie sind dann nur nicht befruchtet, zum Verzehr aber gerade deshalb geeignet. Got it?

Läßt sich das Frühstücksei von keinem Gott wegnehmen:

Titanic

Ahoi, Patrick Döring (FDP)!

Nach dem blitzartigen Abgang von Generalsekretär Lindner wurden Sie sogleich als Nachfolger nominiert und machten uns prompt große Freude, weil gegen Sie gerade wegen Fahrerflucht ermittelt wurde. Sie hatten mit Ihrem Pkw den Außenspiegel eines anderen Verkehrsteilnehmers demoliert und dann kräftig Gas gegeben. Herrlich! Schlechtes Manöver und dann schnellstens abhauen, Döring, das erinnerte uns bereits schön an Ihren Vorgänger. Gut gefiel uns aber auch Ihre Rechtfertigungrede in der Welt: »Ich weiß, daß solche Dinge eine andere Rolle spielen, wenn man Amtsträger ist. Auf meine Arbeitsfähigkeit wird das keine Auswirkungen haben. Ich habe meine persönliche Situation meinem Pflichtgefühl gegenüber der Partei untergeordnet.«

Lassen Sie uns raten, Döring: Sie leiden persönlich wie ein Hund unter dem Vorfall, vermögen die schreckliche Seelenpein jedoch zum Wohle eines höheren Ziels zu unterdrücken. Weil Sie Vorbild sein wollen – für eine Partei, die niemals zurückschaut.

Volle Fahrt voraus!

Titanic

Peter Scholl-Latour!

In einer Talkshow zum Thema »Panikjahr 2011: Kommt 2012 der Kollaps?« schnarrten Sie zu den lästigen Beschränkungen der parlamentarischen Demokratie: »Das ist doch ein Unding, wenn man vor jeder militärischen Intervention erst das Parlament fragen muß.« Exakt.

Eiskalt und blitzschnell einmarschieren, den Feind liquidieren, zügig ein paar Brunnen und Schulen bauen und unter dem Winken der tränennassen Bevölkerung wieder ab! Und, nur für den Fall, als Begründung? Wird halt zurückgeschossen – hat sich doch bewährt.

Mit Ihnen einig:

Titanic

Chevy Stevens, Teuerste!

Wie fühlt es sich eigentlich an, wenn man einen Bestseller (»Still Missing – Kein Entkommen«) mit 450 Seiten vollschreiben muß? Etwa so: »Mein Gesicht war heiß«? Oder eher so: »Mein Gesicht brannte«? Oder so: »Meine Kehle war ganz eng und mein Gesicht heiß«? Oder vielleicht so: »Mein Gesicht war immer noch heiß«? Oder doch so: »In meinen Augen brannten Tränen«? Oder: »Mein Gesicht war heiß und Tränen brannten in meinen Augen«? Oder: »Tränen der Enttäuschung brannten in meinen Augen«? Oder am Ende gar: »Ich atmete hektisch, mein Gesicht war heiß«?

Fragt mit ganz roten Bäckchen

Titanic

»Zeit Campus«, Du Luder!

Da fiel es uns unlängst aber ganz schön schwer, die Hände im Lesesaal über der Tischplatte zu halten: »Mit meiner Freundin in der Bibliothek zu lernen, kann anstrengend sein. Ich sitze dann neben ihr, schaue sie an und denke: Sex wäre hier jetzt spannender und entspannender als Slutsky-Zerlegungen, Lagrange-Funktionen und Wettbewerbsmärkte.« Und wie wir uns noch so mühsam auf unsere Slutsky-Zerlegungen zu konzentrieren versuchten, war Dein Autor mit seiner Freundin schon verschwunden: »Ein einsamer Tisch steht versteckt hinter meterhohen, weißen Regalen. Es riecht nach alten Büchern, die Bibliografia hispanica von 1947 steckt hier oder der Suomen kirjalliisuus, 1993.« Puh, da wäre ja sogar der Gräfin Dönhoff das Höschen feucht geworden. Klar, daß bei so viel flirrender Erotik bald noch was anderes eingesteckt wird: »Platz ist genügend da, sie stützt sich am Tisch ab. Ich halte mich am Handbuch der Abkürzungen N bis O fest, dem achten von zehn Bänden.« Wir müssen an dieser Stelle leider abbrechen. Sonst könnten wir nicht mehr an uns halten, während sich Dein Autor noch auf den Toiletten, der Wiese vor sowie dem Treppenhaus in der Lehranstalt vergnügt: »Von meiner Freundin sehe ich vor allem ihren Rücken und ihren nackten Po. Als ich einmal laut aufstöhne, schaut sie mich an, als ob ich gerade vorgeschlagen hätte, ein Kaninchen zu häuten.« Und das alles im Dienste der erkenntnisleitenden Frage: »Ich will wissen, ob Sex in der Bibliothek mehr ist als nur ein guter Gedanke.«

Jetzt aber mal ehrlich, Zeit Campus: Das kann doch mit dem Selbstversuch rein epistemologisch gar nichts werden, wenn schon die Grundannahme falsch ist: Woher will jemand, der für Dich schreibt, wissen, was ein guter Gedanke ist?

Laut aufstöhnend:

Titanic

Greenpeace Energy!

Der Name Deines neuen Produkts »Windgas« verleitet leider zu allerlei Phantasien über Mitarbeiter, die den ganzen Tag Zwiebeln, Kohl und Hülsenfrüchte in sich reinstopfen, um dem Kunden die heimische Stube oder das Badewasser zu wärmen. Ob wir uns einen besseren Namen hätten ausdenken können? Darauf kannst Du einen lassen!

Titanic

Ha, Jörg-Uwe Hahn!

Eine Presseerklärung der FDP, die man sofort unterschreiben kann – gibt’s nicht, oder? Gibt’s doch, und zwar Ihre Mahnung als hessischer Liberalen-Chef an die Parteifreunde zum Rücktritt von Christian Lindner: »Ich rate aber allen, jetzt demütig zu schweigen.«

Vielleicht sogar in alle Zukunft hinein?

Titanic

Susanne Holst (»Tagesthemen«)!

Statt daß Sie sich mal freuten über das seltene Bildmaterial aus Nordkorea, mußten Sie in Ihrer spätabendlichen Moderation gleich draufhauen und das Begräbnis Kim Jong-ils als Zeremonie ankündigen, die »nach westlichen Maßstäben« in weiten Teilen »bizarr« angemutet habe. Der Nicht-vor-Ort-Reporter berichtete in seinem Beitrag anschließend von Abertausenden, die vom Regime für den Abschied »mobilisiert« worden seien, an der Straße standen und in die Kamera weinten. Jaja, schlimmschlimm. Sehr schön dagegen, wie direkt zuvor Ihre Kollegen Caren Miosga und Tom Buhrow den Jahresrückblick 2011 beendet hatten: mit der Hochzeit von Kate und William. Wo Abertausende bei einer bizarr anmutenden Zeremonie an der Straße standen und, ach, vergessen Sie’s.

Möchte manchmal auch in irgendeine Kamera weinen:

Titanic

Deutsche Bahn!

Um mal aus dem ganzen Gemäkel auszuscheren und abwechslungshalber was Nettes zu sagen: Die (leider viel zu selten gehörte) Bahnsteigdurchsage: »Die Türen bleiben während der Zugvereinigung geschlossen« – die ist so wunderfein, so tiefromantisch, doch wiederum fast frivol und neugierheischend, daß sie uns mit manch anderem versöhnt. Doch!

Ab jetzt wieder garstig:

Titanic

Und Sie, Iris Radisch,

haben sich für Ihren Arbeitgeber Die Zeit an einem Jahresrückblick versucht, naturgemäß in Sachen Literatur, und sind dabei etwas kurzatmig und elegisch geworden: »Das Jahr vorbei. Jorge Semprún tot. Agota Kristof tot. Christa Wolf tot.« Eine Schreckensbilanz, die Sie, Radisch, offensichtlich ein wenig aus dem seelischen und sprachlichen Gleichgewicht gebracht hat: »Das Gefühl des Jahres: ins Leere zu kippen und einfach nicht aufzuprallen. Gehalten von einem Bungee-Seil aus vertrauten Geschichten, Genealogien und Ritualen.« Dieses Geschichten-Genealogien-Ritual-Seil versuchen wir uns genauso mühsam vorzustellen wie jenes rätselhafte »unerschütterlich Zuversichtliche«, das Sie als »beißend und gegenwärtig« charakterisieren. Und auch die »literarische Pantoffelseligkeit«, die »akute Aktualität« und nicht zuletzt der Vorgang »des alkoholbedingten Verschwindens der Männer« beunruhigen uns: Radisch, was ist los mit Ihnen? Zuviel Joffe gelesen, Stoiber gehört? Burnout? Depression? Angst? Vielleicht die »Angst, am Rand einer kippenden Scheibe zu leben und demnächst wie Mary Poppins mit nichts als einem Rettungsschirm in der Hand durch die Luft zu sausen«? Kippende Scheibe? Mary Poppins mit einem Rettungsschirm? Hallo?

»Und was war gestern? Haben wir etwas gelesen, das wir noch nie gelesen haben? Etwas gedacht, das wir noch nie gedacht haben?« Frau Radisch! Gestern haben wir etwas gelesen, das wir noch nie gelesen haben – Ihren Text. Und was wir daraufhin gedacht haben? Fragen Sie nicht.

Beißend und gegenwärtig:

Titanic

Schöne Scheiße, »Spiegel«, was?

Da hast Du vor Gericht die Offenlegung des Wulffschen Kreditgebarens erstritten – und was geschieht? Die Bild schnappt Dir nicht nur die Erstveröffentlichung weg, sondern hält auch gemeinsam mit ihren neuen Lakaien von der FAZ und den scheinheiligen Mitläufern der Süddeutschen (Eigenwerbung: »Sprengkraft bekam Wulffs Telefonat erst nach der Berichterstattung der SZ«) den Skandal am Kochen. Und während die Bild dank ihrer geschickten Kampagne sich gar als staatstragender Aufklärer gerieren kann, stehst Du, Spiegel, mit Deinem Titel »Der falsche Präsident« und der Folgeberichterstattung als das da, was Du entgegen Deinem Selbstbild die meiste Zeit Deiner Existenz warst: ein irrelevantes Meinungsblättchen.

Aber mit Infotainment-Titeln à la Focus (»Wo die klugen Deutschen leben«) und Befindlichkeitsstorys à la Stern (»Lebenskunst Optimismus«) hast Du Dich ja ganz gut in Deinem Schattendasein eingerichtet.

Glückwunsch!

Titanic

Jon Bon Jovi (49)!

Nach der Internetmeldung über den Fund Deiner Leiche in einem Hotelzimmer hatten wir uns schon darauf eingestellt, nun wochenlang kein Radio mehr einschalten zu können, bis die kondolenzbedingte Dauerrotation Deiner Lieder endlich vorüber wäre. Aber was mußten wir dann erfahren? Du lebst. Du erfreust Dich sogar bester Gesundheit! Und schmunzelst vermutlich nachsichtig über alle, die sich derart an der Nase haben herumführen lassen.

Bitte bitte, Jon Bon Jovi: It’s our life! It’s now or never!

Titanic

Bäume!

Wißt Ihr eigentlich, wie beschissen Ihr ausseht, so ganz ohne Blätter? Wenn Ihr das nicht bald ändert, dann besuchen Euch demnächst: die Holzhackerbuam auf der

Titanic

He, Rolf Hochhuth!

In Ihrem BZ-Nachruf auf Johannes Heesters gedenken Sie der Heesters-Auftritte im Berlin der Nazizeit und mokieren sich über die »geradezu idiotische Weise«, in der man Heesters anlastete, »daß auch Hitler einige dieser Vorstellungen besuchte – wie vermutlich jeder musikliebende Berliner«. Um am Schluß zu konstatieren, daß wir als Erzeugerstaat kraß versagt haben: »Die deutschsprechenden Bühnen werden sicher lange brauchen, einen Entertainer seines Ranges aus dem Ausland wieder importieren zu können. Wir Deutschen haben seinesgleichen ja noch nie hervorgebracht« – ja, stellen Sie sich vor, Hochhuth, die Dinge liegen noch schlimmer: Sogar die musikliebenden Berliner mußten wir teilweise aus Österreich einführen!

Kulturlose Grüße

Titanic

»Aperol Sprizz«-Trinker!

Mal ehrlich: Ihr trinkt doch dieses campari-ähnliche, orangefarbene Trendgesöff nur deshalb so massenhaft gern, weil »Aperol Sprizz« ganz offensichtlich ähnlich schweinisch klingt wie »Schlüpferstürmer«, oder? Aber für die Damen unter Euch Mitläufern und Mitsäufern, müßte es da nicht viel passender und noch schweinischer auch einen »Aperol Schlukk« geben? Der dann natürlich auch die dicklich-weiße Konsistenz von »Küstennebel« hat?

Wenn schon porno, dann hardcore:

Titanic

Guter Entwicklungsminister Niebel!

Unter Westerwelle ging es Ihrer FDP schlecht, jetzt ist schon einige Zeit Philipp Rösler Parteichef. »Ich glaube aber«, sagen Sie dem Spiegel, »daß wir mit dem neuen Personal Vertrauen zurückgewinnen können.« Das Problem ist: »Es braucht aber Zeit, das scheue Wild ›Wähler‹ davon zu überzeugen, daß es sich lohnt, wieder auf die Lichtung zu kommen.«

Niebel, haben Sie mal überlegt, was mit dem scheuen Wild passiert, wenn es sich auf die Lichtung wagt? Ja? Sie waren nicht umsonst (Fallschirm-)Jäger bei der Bundeswehr? Na, dann ahnen Sie vielleicht, warum es mit dem Vertrauen nicht so klappt.

Bleibt lieber im Unterholz:

Titanic

Hey, McDonald’s-Werbung,

wer ist eigentlich dieses »Ich« in Eurem Slogan »Ich liebe es«? Ist es dasselbe dicke Dummchen, dem auch RTL (»Mein RTL«) gehört?

Eher selbstverliebt:

Titanic

Sie aber, Christine Neubauer,

haben aufgrund eines Werbevertrags mit der Firma Weight Watchers rund fünfzehn Kilo abgenommen und sich so Ärger mit Ihren Fans eingehandelt. Um Ihren guten Ruf als »Vollweib« nicht zu verlieren, wehrten Sie sich nun in der Bunten: »Ich fühle mich extrem wohl in meinem drahtigen Körper, denn er ist immer noch kurvig. Das einzige, was ich bedaure, ist, daß meine Oberweite leider auch etwas abgenommen hat. Aber ich bin noch immer ein Vollweib, weil ich mit Leib und Seele Frau bin und zu meiner Weiblichkeit stehe.« Herrje! Wissen Sie, Frau Neubauer, welch drahtig-kurviger Verdacht uns beschleicht? Daß Sie unabhängig vom jeweiligen Zustand Ihres offenbar hochkomplexen, wenn nicht gar widersprüchlichen Weiblichkeitsleibes weniger ein »Vollweib« als vielmehr ein »Vollpfosten« sind.

Nein? Ach, kommen Sie: Stehen Sie dazu!

Titanic

Rummenigges Karl-Heinz!

Als Sie kürzlich im Pay-TV in der »LIGA total! Lounge« zu Gast waren, haben Sie als persönlichen Wunsch angegeben, bei »Ice Age 4« mitspielen zu dürfen. Hm, warum denn »Ice Age«? Der Esel spielt doch bei »Shrek« mit!

Um I-a wird gebeten.

Titanic

Antidiskriminierungsstelle des Bundes!

Hältst Du das wirklich für eine so gute Idee, überall Plakate aufzuhängen, auf denen »Kein Mensch paßt in eine Schublade!« steht? Also wirklich: Schublade? Singular? Werden da nicht die anderen Schubladen, in die so ein Mensch auch noch paßt, nun ja, diskriminiert?

Immer wachsam: die Schubladenschwengel von der

Titanic

Lieber Marcel Reich-Ranicki,

in Ihrer Kolumne in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung fragt ein Hubertus Simmelring: »Was halten Sie von dem neuen Buch von Mathias Döpfner? Es gibt darin auch ein Kapitel über die Meistersinger. Damit kennen Sie sich doch bestens aus. Er auch?« Und Sie: »Mathias Döpfner hat einige Bücher publiziert, ja, unter anderem einen Essay über die Meistersinger.« Fertig. Aber schließlich heißt Ihre Rubrik bloß »Fragen Sie Reich-Ranicki«. Fürs Antworten sind Sie halt nicht zuständig.

Fragen Sie:

Titanic

Wolfgang Schäuble, Finanzminister!

Im Hörfunkinterview sinnierten Sie zur Euro-Schuldenkrise und zum letzten Euro-Gipfel: »Politik ist immer auch ein bißchen die Kunst des Möglichen, und wenn wir nicht große Katastrophen haben wie die zwei Weltkriege in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts, dann ist die Bereitschaft zu Veränderungen nicht so ganz einfach gegeben.«

Ja, Schäuble, diese zwei Weltkriege waren wirklich ein Segen! Und was waren die Leute veränderungsbereit! Aber woher zur Bewältigung der Krise auf die Schnelle zwei Weltkriege nehmen?

Ihnen wird schon was einfallen, Schäuble. Ist da zuversichtlich:

Titanic

Heda, Ernst Jünger!

Da wir nicht wissen, was Sie in Ihrem Gewitterhimmel zu lesen kriegen, hier kurz Meldung: Ein Christian Wulff, Emporkömmling, der es bis zum Bundespräsidenten brachte, äußerte lt. BamS vor seinen versammelten Untergebenen im Berliner Schloß Bellevue die Hoffnung, »daß dieses Stahlgewitter bald vorbei ist«. Zuerst die gute Nachricht. Die BamS weiß immerhin noch Bescheid: »›In Stahlgewittern‹ heißt das Tagebuch des Schriftstellers Ernst Jünger aus dem 1. Weltkrieg.« Die schlechte: Wulff steht zwar unter Beschuß, jedoch lediglich im übertragenen Sinn. Einige Journale haben ihm Unregelmäßigkeiten bei der Hausfinanzierung nachgewiesen. Verschärfend kommt hinzu: Der Mann hat noch nicht mal gedient! Ein windelweicher Zivilist! Und vergreift sich an Ihrer ehernen Schützengrabengranatenmetaphorik! Ein Unding! Nicht von ungefähr sagt dieser Wulff von seinen halluzinierten »Stahlgewittern«: »In einem Jahr ist das alles vergessen!« – Wo Ihre »Stahlgewitter« auch 92 Jahre nach Erscheinen noch nicht vergessen sind!

Ein Ungedienter, der sein halblegal finanziertes Eigenheim gegen eine Welt von Feinden verteidigen zu müssen glaubt und der Journaille mit einem »Krieg« droht, den er noch nicht mal vom Lesen Ihres »Tagebuchs eines Stoßtruppführers« her kennt – gut, daß Sie diese Dekadenz nicht mehr miterleben müssen!

Titanic

Außenminister Guido Westerwelle!

Na, wie fühlt es sich an, in einem auflagestarken Topmedium nach Monaten endlich mal wieder Erwähnung zu finden? Irgendwie klasse? Gut, dann noch einmal: Außenminister Guido Westerwelle.

Keine Ursache:

Titanic

Schön auch, Michel Friedman,

wie Sie auf die Frage des Magazins Journalist, ob Sie denn am Tag des Interviews schon gestritten hätten, antworteten: »Ja natürlich. Ich mußte mit meinem Sohn heute morgen darüber diskutieren, ob er sich erst anzieht und dann spielt, oder ob er erst spielt und sich dann anzieht.« Ein packender Streit! Und Sie haben Ihrem Sproß gute Gründe genannt, sich erst anzuziehen. Doch, ach: »Mein Sohn, dem ich mit vier Jahren beigebracht habe, was diskutieren bedeutet, hatte dann wiederum seine Argumente, und ich muß sagen: Er ist mittlerweile ein Gesprächspartner im ernsten Sinne des Wortes.« Der Kleine ist, entnehmen wir der Presse, dieser Tage sieben Jahre alt geworden – er steckt Sie also schon seit geraumer Zeit rhetorisch in den Sack. Sie sollten ihn bloß öfter mal zu Wort kommen lassen!

Raten Ihre Pädagogen von der

Titanic

Sie, Edda Müller,

sind Vorsitzende der Antikorruptionsorganisation »Transparency International« in Deutschland und haben Christian Wulff im Zusammenhang mit seinem umstrittenen Privatkredit im Hörfunk politisch unkluges Verhalten vorgeworfen: »Als Politiker sollte man jeden Anschein einer Besserstellung vermeiden.« Sie sagen es! Den Anschein vermeiden. Ansonsten bessergestellt sein und sich im Stillen dran freuen!

Mit Ihnen transparent:

Titanic

In Dir, Caren Miosga,

steckt ja doch mehr, als wir annahmen! Jedenfalls kündigte Dich die »nette« Kollegin Judith Rakers von der Tagesschau neulich so an: »Wir melden uns wieder mit den Tagesthemen um 23.25 Uhr mit Caren Miosga. Darin: minderwertige Brustimplantate.«

Gut, das Zitat ging dann noch weiter, aber da hat schon wieder nicht mehr zugehört:

Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Hicks, Juliane E. Reichert!

Im »Magazin für Barkultur« »Mixology« schreiben Sie unter dem Titel »Heimat und Hefe« über einen angeblichen Fruchtweintrend: »In welcher Variante auch immer, Cidre löscht den Durst und schmeckt fruchtig, meist nach Apfel, immer wieder auch nach Birne; man muss deutlich mehr Liter von ihm trinken, als der Körper zu fassen vermag, um ihm ein Sodbrennen zu entlocken.« Wem denn jetzt eigentlich? Dem Körper? Dem Cidre? Dem Apfel?

Klingt auf jeden Fall, als hätten Sie auch damit Erfahrung. Aber in welcher Variante auch immer, irgendwie haben Sie uns gerade ein Sodbrennen entlockt. Wollen Sie es wiederhaben?

Stößchen! Titanic

 Sieh an, General Franco!

Sieh an, General Franco!

Jetzt ist’s offiziell: Sie werden umziehen. Das beschloss der Oberste Gerichtshof Spaniens. Bedeutet: Kein weiteres Abhängen mit Fascho-Pilgern in Ihrer von Zwangsarbeitern errichteten Kultstätte samt größtem Christenkreuz der Welt und frischen Blumen auf Ihrem Grab. Wurde auch Zeit, dass Sie die morschen Gebeine zusammenraffen und auf die Müllhalde der Geschichte tragen! Wie bitte? Sie werden auf einen staatlichen Friedhof nahe Madrid verlegt? Gute Güte, dass es diesen Despoten und Kriegsverbrechern aber auch immer so schwerfällt, ihren Platz einzunehmen!

*Kopfschüttel* Titanic

 Genial, Christoph Rottwilm (»Manager Magazin«)!

An Ihrem Artikel »Was Geldanleger von Superreichen lernen können« gefällt uns nicht nur der Titel, sondern auch, wie Sie gleich zu Beginn relativieren: »Reich werden. Es mag höhere Ziele im Leben geben, Glück beispielsweise, oder wenigstens Zufriedenheit und Wohlbefinden. Aber reich werden?« Ist man an dieser Stelle nicht bereits vom Kapitalismus geheilt, kann man weiterlesen: »Die meisten hätten wohl nichts dagegen einzuwenden, wenn ihnen das gelänge (nämlich reich zu werden). Doch wie stellt man es an? Ein Blick auf diejenigen, die es geschafft haben, lohnt sich …«

Und was haben Sie bei Ihren Recherchen in den Untiefen der Hochfinanz herausgefunden? »Unter den reichsten Menschen der Welt finden sich Leute mit den unterschiedlichsten Talenten. Nur eines haben alle gemeinsam: Sie wissen, wie man ein Vermögen vermehrt.« Ach, so geht das mit dem Reichwerden! Super! Da haben wir für Sie, Herr Rottwilm, gleich ein paar Ideen für zukünftige Artikel: Die erfolgreichsten Rennfahrer haben gemeinsam, oft als Erster im Ziel zu sein. Alle Bestsellerautoren haben gemeinsam, viele, viele Bücher zu verkaufen. Und »Manager Magazin«-Journalisten haben das gemeinsame Talent, uns auf die Nerven zu gehen.

Weiß, wie man Spaß vermehrt: Titanic

 Rudi Cerne (ZDF)!

Wie wir gelesen haben, sollen Ihre Zuschauer entsetzt gewesen sein, nachdem Sie in Ihrer Sendung »Aktenzeichen XY … ungelöst« Fotos einer Leiche gezeigt hatten. Dabei hatten Sie doch vorher extra darauf hingewiesen, dass das Bild manche Leute verstören könnte.

Wir wünschten uns vielmehr, Sie würden jedes Mal, bevor der Schirmherr Ihres XY-Preises für Zivilcourage, Horst Seehofer, eingeblendet wird, eine entsprechende Warnung aussprechen.

Hat immer noch Albträume vom letzten Mal: Titanic

 Zeugen Jehovas!

»Warum ist das Leben so kurz?« steht neuerdings auf Euren Aufstellern. Verständlich, das zu fragen, wenn man den ganzen Tag Blättchen verteilen und über Gott reden muss.

Im Geiste bei Euch: die Ketzer von

Vom Fachmann für Kenner

 Mythmist

Mir ist noch nie einer begegnet und ich bin meines Wissens noch nie einem aufgesessen, obwohl ich seit meiner Geburt in Großstädten lebe: Ich glaube, es gibt einfach keine urban myths. Oder ist genau das ein urban myth?

Adrian Schulz

 Durch die Schokolinse betrachtet

Wenn kein anderer Laden in Sicht ist und der kleine Hunger naht, muss ich wohl oder übel den benötigten Schokoriegel an einer Tankstelle kaufen. Dann stehe ich in der Schlange und ärgere mich über die Auto-Idioten vor mir, die den Treibstoff für ihre Dreckschleudern bezahlen wollen, mir damit die Zeit und der Umwelt die Zukunft stehlen. Andererseits: Ohne solche Idioten gäbe es diese Tankstelle nicht, an der ich mitten in der Pampa Schokolade kaufen kann. Die Welt ist mir schon oft viel zu kompliziert.

Katharina Greve

 Premiere

Letzten Monat habe ich mir zum ersten Mal in meinem Leben eine indische Oper angesehen. Es war ein großartiges Singhspiel.

Andreas Maier

 Gedenken

Ich erinnere mich gut daran, dass meine Mutter Micky Maus, Fix und Foxi, Asterix, Tim und Struppi, Superman, Prinz Eisenherz und so weiter, kurz: Comics aller Sparten und Genres als »dumm« bezeichnete, als »obszön«, »primitiv« und »verblödet«. Für was sie meine Mutter allerdings nicht hielt, war »pervers«, »geisteskrank«, »widerlich«, »ätzend« oder »barbarisch«. Das rechne ich ihr bis heute hoch an!

Theobald Fuchs

 Phonographisches Gedächtnis

Ich weiß noch genau, wo ich war, als der Anruf kam: am Telefon.

Tim Wolff

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 11.11.:

    Lesart - das Literaturmagazin auf Deutschlandfunk Kultur bespricht den endgültigen Satire-Soundtrack.

  • 11.11.:

    Stefan Gärtner schreibt in der "Jungen Welt" über den Sondermann-Preisträger Nicolas Mahler. 

  • 08.11.:

    Tim Wolff in der FAZ über Urlaub im Luxuskitahotel.

Titanic unterwegs
13.11.2019 Eupen, Jünglingshaus Max Goldt
14.11.2019 Essen, Zeche Carl Max Goldt
15.11.2019 Köln, Comedia Max Goldt