Briefe an die Leser | Dezember 2006


[19.12.2006]

Glückwunsch, Eckard von Klaeden!

Die Bundeskanzlerin hat Sie als neuen Schatzmeister der CDU vorgeschlagen, und, sind wir doch mal ehrlich: Hätte es einen Besseren treffen können, einen Geeigneteren als, von Klaeden, Sie? Schließlich haben Sie das doch von der Pike auf gelernt und sind noch 2001 als Laufbursche der Hessen-CDU und auf unseren dringenden Wunsch hin in der Schweiz herumgestolpert, um dort angebliche Schwarzgeldkonten… Gut, damals blieb Ihr Koffer leer. Aber Lehrjahre sind nun mal keine Herrenjahre, nicht wahr?

»Viel« Erfolg wünscht

Titanic

[14.12.2006]

Und immer wieder Du, Weltgeist,

hast anläßlich des Hinschieds von Heinz Sielmann und einer in der FAZ geschalteten Traueranzeige der »Stork Foundation – Störche für unsere Kinder« auf derselben Zeitungsseite, um’s halt rund zu machen, noch Dr. med. Heinrich Maus, Karl Fuchs und Harry Bieber über die Klinge springen lassen; und dafür ist Dir wieder mal dankbar wie nix:

Titanic

[13.12.2006]

Prima,

Bundesagentur für Arbeit, Hamburg!

Auf Jungakademiker bist Du voll eingestellt. Kennst deren Sorgen, Nöte und Qualifikationen wie Deine Aktentasche. Eine arbeitssuchende Uni-Absolventin wurde deshalb von einem Deiner Sachbearbeiter engagiert in die Datenbank eingespeist. Sie: »Lena Klein, M.A.« Er: »Ah! Mit Abschluß!«

Sehr lustig. Was läßt Du denn Deine Leute in die Tasten hauen, wenn ein Dipl. oder Dr. kommt? »Ah, Diplomat«? »Ah, Drückeberger«? Und kennst Du auch schon die superneuen Abschlüsse BA und MA: »bald arbeitslos« und »mittelfristig arbeitslos«?

Deine Altakademiker auf der

Titanic

[12.12.2006]

Ihnen,

Claudia Schiffer,

wurde nun zur Verleihung der sog. und wohl enorm nötigen »Women’s World Awards« die naheliegende Frage gestellt, ob Sie es als Mann im Leben wohl einfacher gehabt hätten. Ihre ebenso gute Antwort: »Lustiger wäre es bestimmt nicht gewesen, aber beruflich hätte ich es als Mann sicher leichter gehabt.« Soweit politisch korrekt und alles roger, Frau Schiffer, aaaber: ausgerechnet in Ihrem Geschäft? Hm?

Hm.

Mit Gruß von der Geschlechterfront:

Titanic

[10.12.2006]

Josef Daum (CSU)!

Scheint’s aus »schierer Verzweiflung« erwogen Sie als Bürgermeister von Nordhalben den Austritt aus dem Freistaat Bayern und den Anschluß an das nahe Thüringen, da laut Ihrer Rechnung thüringische Nachbargemeinden Investitionen sehr viel besser fördern könnten, als das Nordhalben möglich sei, und zwar mit aus Bayern stammenden und somit eigentlich Ihnen zustehenden Mitteln aus dem Länderfinanzausgleich. Als dann aber aus München die Absage kam: »Der Freistaat ist nicht gewillt, die für diesen Schritt notwendigen rechtlichen Voraussetzungen zu schaffen«, kamen Sie, wie die Zeit berichtete, auf eine bemerkenswerte, wenn auch nicht ganz neue Idee: »Ein Lkw mit Steinen an der Grenze, und meine Leute ziehen die Mauer wieder hoch.«

Und dabei möchten wir Sie, Josef Daum (CSU), zwar ausnahmsweise unterstützen; aber doch bitten, sich klarzumachen, daß es nach Wiedereinführung der Zonengrenze mit dem Anschluß an Thüringen ja dann eigentlich noch schwieriger wird.

Tja!

Love:

Titanic

[09.12.2006]

Auch Sie, ewiger Peter Scholl-Latour,

haben nach den photographischen Nebentätigkeiten der Bundeswehr in Afghanistan auf Vergeltungsmaßnahmen der Islamer gesetzt und als die Top-Koryphäe in Sachen Moslems der wemsonst Bild am Sonntag unter der Überschrift »Das ist Munition für Terroristen« ebensolche ins Diktiergerät genuschelt: »Die Muslime haben vor den Toten ähnlich großen Respekt wie vor den Lebenden.« Um Gottes willen! Und: »Totenschändung ist im Islam ein schlimmes Delikt.« Ist eben doch eine andere Kultur, dieser Islam. Aber nicht nur das: »Nach islamischer Auffassung ist der Tod nicht das Ende des Lebens, sondern eine Übergangsphase zwischen dem irdischen Dasein und der Auferstehung der Toten.« Womit er sich ja von praktisch allen anderen Weltreligionen erheblich unterscheidet.

Da hoffen wir nur, daß Sie uns noch recht lange über die Rätsel des Orients aufklären werden, auch wenn wir recht sorgenvoll auf das beigefügte Foto blicken, das zeigt, wie verblüffend Ihr Konterfei den Fotoobjekten der Soldaten inzwischen ähnelt. Wenn das mal für die Araber nicht auch wieder so eine Provokation ist!

Titanic

[08.12.2006]

Liebe Bücher!

Euch armen Dingern ist in Deutschland ja schon viel angetan worden: Ihr wurdet verbrannt, verboten oder von Dieter Bohlen geschrieben und werdet jetzt sogar vom öffentlich-rechtlichen Rundfunk verhöhnt; speziell der Deppenfunk SWR3 hatte es neulich auf Euch abgesehen. In der dortigen »Morningshow« stellte eine Redakteurin, weil Frankfurter Buchmesse war, ihr Lieblingsbuch vor, und der Moderator kommentierte, dieses Buch sei 18,4 mal 12,5 Zentimeter groß und befahl: »Messen auch Sie Ihre Bücher und teilen Sie uns deren Maße mit, denn wir haben ja schließlich Buchmesse.«

Liebe Bücher: Wir möchten uns an dieser Stelle, auch wenn wir dadurch nichts von dem Euch zugefügten Leid wieder gutmachen können, aufrichtig für die peinliche Perniziosität mancher zeitgleich mit uns auf diesem Planeten wandelnden Existenzen entschuldigen.

Sofern Ihr nicht von Ildikó v. Kürthy seid, versteht sich.

Viele Grüße:

Titanic

[07.12.2006]

Und Sie, Brad Pitt,

haben sich als alter Draufgänger nicht lumpen lassen und den Pilotenschein gemacht. Auch Ihre Freundin, die Allround-Nervensäge Angelina Jolie, ist, wie Sie TV Movie verrieten, hellauf begeistert: »Sie findet den Gedanken toll, die Familie spontan in den Flieger zu setzen und mit uns ans andere Ende der Welt zu reisen.« Und wirklich, das klingt schon mehr als verlockend. Jetzt müßten S’ halt nur noch dort bleiben!

Pfüät Eahna.

Titanic

[06.12.2006]

Warum,

Arne Friedrich,

suchen jetzt ausgerechnet Sie gemeinsam mit der doofen Bunten und der Deutschen Bahn die »Stillen Helden« der Fußball-WM? Ist’s, weil es bei dem Großereignis halt meistens recht still um Sie war?

In stillem Gedenken:

Titanic

[05.12.2006]

Sie, André F.

Lichtschlag,

durften nun in einem Gastkommentar für die Welt mitteilen, was einem als, unfaßbar, »Gründer und Herausgeber der radikalliberalen Zeitschrift eigentümlich frei« so durch die ausweislich des Autorenfotos spärlich bewachsene Gourmand-rübe rauscht: »Stellen wir uns einmal vor, Sie werden arbeitslos und erhalten keinerlei Unterstützung. Und dann komme ich und biete Ihnen an, meine Schuhe zu putzen oder meinen Einkauf in Plastiktüten zu packen. Gegen ein geringes Entgelt. Könnten Sie zu diesem Angebot ›nein‹ sagen? Arbeit gibt es nämlich immer … Würde es gar keine Lohnersatzleistungen geben, würden diese Leute arbeiten. Im schlimmsten Fall für einen Euro die Stunde oder weniger. Sie würden (es) schaffen. Und damit selbstbewußt leben.«

Was man so leben nennt, wenn man nach zwei oder drei Billigstjobs als working poor nach einem Achtzehnstundentag ins Bett fällt und dann nicht mehr die Kraft hat, sich über radikalliberale Volksverhetzer zu ärgern, die die »Alimentierung des Nichts« und die »charakterliche und mentale Degenerierung von Millionen« beklagen, aber für ihre von der Wirklichkeit millionenfach widerlegten Nichtswürdigkeiten von der Rechtspresse dick alimentiert werden und dabei eine Mentalverwüstung zeigen, daß einem ganz übel wird.

Wir, André F. Lichtschlag, hören noch voneinander; versprochen.

Titanic

[04.12.2006]

Und Du, unbekannter Fleischer,

hast uns spätnachts in der ARD gezeigt, wie eine moderne Tierverarbeitungsfabrik so funktioniert, in der an einem einzigen Tag 3400 Schweine vom Leben zum Tod befördert werden: Nämlich indem sie von sechs Uhr morgens bis sechs Uhr abends grüppchenweise und robotergesteuert in Fahrstühle geschaufelt, dort per zugeführtem Gas betäubt, bei lebendigem Leib mit Stahlhaken an den Hinterläufen aufgehängt und, alles vollautomatisch, an ein Laufband gehängt werden, wo ihnen von Kreissägen der Hals durchgeschnitten wird. Über Ihre Arbeitskollegen, die den ganzen Tag nichts anderes tun, als das reibungslos maschinelle Abmurksen von dreieinhalbtausend Tieren zu überwachen, deren Körper zu zerteilen und abends die Spuren zu beseitigen, sprachen Sie dann in die Kamera: »Wer Fleisch essen will, muß damit leben, daß es Leute gibt, die so etwas tun. Die sind deswegen nicht schlechter.«

Und weißt Du, was wir verstanden haben? »Die sind deswegen nicht Schlächter«! Haha! Lustig, nicht?

Heut’ mal vegetarisch:

Titanic

[02.12.2006]

Respekt, Orlando Bloom,

für Ihren guten Bericht über feurige Flirts in der Londoner U-Bahn: »Du sitzt da einer tollen Frau gegenüber, eure Blicke treffen sich, kein Wort wird gesagt, und dann steht man auf und jeder geht für sich wieder in seine eigene Welt.« Wow, das ist ja Leben am Limit! Naja, als Filmstar darf man sich Frauen gegenüber wohl alles erlauben.

Neiderfüllt:

Titanic

[01.12.2006]

Und sag mal,

Bremen!

Wegen Deiner paar Schulden (13 Milliarden) willst nun auch Du vorm Bundesverfassungsgericht klagen, um einen Zuschuß vom Bund zu erhalten. Aber glaubst Du denn – mal abgesehen vom einschlägigen Scheitern Berlins –, daß sich das überhaupt noch lohnt? Wie wir nämlich neulich nachts bei Phoenix erfuhren, wirst Du in den nächsten Jahrzehnten wg. Klimaerwärmung und Meeresspiegelanstieg ohnehin versinken. Warum also noch Milliarden von Euro in Dich hineinpumpen? Genieß doch besser jeden Tag, als wär’s Dein letzter! Und laß im übrigen gut sein.

Zum Abschied winkt

Titanic

[30.11.2006]

Britische

Wissenschaftler!

Es ist zwar ein sog. Tabubruch, aber wir finden es trotzdem nicht übel, daß Ihr Embryonen aus menschlichem Erbgut und Eizellen von Kühen schaffen wollt: Es ist doch wirklich an der Zeit, daß die Kuh nach dem Melken auch mal »danke« sagen kann!

Eure Milchbubis von der

Titanic

[29.11.2006]

Ein deutscher Bundeskanzler, Gerhard Schröder,

muß einen Krieg führen, einen Sohn zeugen und ein Buch schreiben. Der Krieg gegen den bösen Serben aber soll gar keiner gewesen sein, und statt eines Sohnes haben Sie dem Vaterland Ihre Memoiren geschenkt, für die der Verlag Hoffmann und Campe mit dem schönen Zitat wirbt: »Mein ganzes Leben lang habe ich versucht, Grenzen immer wieder an den Horizont zu verschieben.« Und weil einem Niedersachsen in den Grenzen von 1944 leider das Grundgesetz im Wege stand, beschlossen Sie, Kanzler zu werden, um dann zum dritten Mal im 20. Jahrhundert vor Belgrad ein bissel mit den Grenzsteinen zu spielen. Hätten Sie nur Hartzens Peter im Sack gelassen, wären Sie womöglich doch noch als der größte deutsche Staatsmann aller Zeiten in die Geschichte eingegangen.

Grüße in den Bunker!

Titanic

[28.11.2006]

Sauklug,

Media Markt,

der Du Deine Ultragünstigkeit ganz gern derart penetrant propagierst, daß es fast den Straftatbestand des Landfriedensbruchs erfüllt: Sauklug also, als neuestes Reklamemaskottchen ausgerechnet ein Schwein zu nehmen; denn nach Oliver Pocher die Intellektualität Deiner Werbeträger so konsequent zu steigern, das ist zum ersten Mal seit Jahren u.U. ein kleiner Hinweis darauf, daß Du ganz so saublöd dann sehr eventuell doch nicht bist!

Bzw. halt natürlich doch.

Grunz:

Titanic

[27.11.2006]

Deutsche Bahn!

Deine Durchsagen sind ja eher selten der Rede wert, und daß sie neuerdings auch auf englisch zu hören sind, verdoppelt bloß die Zeit, die wir nicht hinhören. Außer natürlich in den Bummelzügen an den Rändern der Republik, denn da ist die Welt noch auf erfrischende Weise deutschregional.

Eine Kundgabe auf der versteppten Strecke von Nordenham nach Bremen ließ uns neulich mal aufhorchen: »Sehr geehrte Reisende! Leider müssen wir Ihnen mitteilen, daß alle Toiletten in diesem Zug verstopft sind – durch unsere ausländischen Mitbürger!« Ein Raunen rollte durch den Regionalexpreß, bis eine andere Stimme sich via Lautsprecher einklinkte: »Hier spricht der Zugchef! Ich muß den Versprecher meines Kollegen korrigieren: Natürlich sind die Toiletten nicht verstopft durch die Ausländer, sondern aufgrund. Die stecken da ja nicht selbst drin, haha!« Ein Prusten, dann Stille. Mehr Gegendarstellung war nicht.

Und schade also, daß nicht noch ein Dritter das Wort ergriff: »Ich muß mich für meine Kollegen entschuldigen. Auch unsere geschätzten Küstentouristen sollen wissen, welche Kanaken hier die Toiletten vollscheißen: Dear travellers...«

Weiterhin frohe Entgleisungen wünscht

Titanic

[26.11.2006]

Münte!

»Recht« hat Du natürlich, wenn Du die Existenz einer deutschen Klassengesellschaft, hier: einer Unterschicht negierst: »Eine Unterschicht existiert nicht. Es gibt nur Menschen, die es etwas schwerer haben.« Fein. Und Respekt! Seit kaum einem Jahr hast Du in Deiner Partei mal ein bißchen Luft, und schon bist Du mit der Schaffung der klassenlosen Gesellschaft gleich weit über das sozialdemokratische Parteiprogramm hinausgeschossen. Hier noch ein ganz heißer Tip zur rhetorischen Minderung der Arbeitslosigkeit: Die gibt es nämlich auch nicht. Schau halt mal hin: Arbeitslose sind doch recht eigentlich nur Menschen, die etwas mehr Freizeit haben.

Fröhlichen Ruhestand wünscht

Titanic

[25.11.2006]

Apropos, Bundeswehr!

Als wir die Bilder Deiner Totenschädelsoldaten sahen, mußten wir uns doch sehr wundern: wie mickrig das Pimmelchen ist, das da so eklig aus der deutschen Kampfunterhose lugt. Klar, Du nimmst inzwischen jeden Halbstarken, aber gilt denn für die Einstellung, um nicht zu sagen Mitgliedschaft bei Dir nicht mal mehr die Mindestgröße?

Aber Du weißt halt, nach welchem Grundsatz der Führer seinen Krieg am Ende führte: Auf die Länge kommt’s nicht an!

Insofern keine Grüße:

Titanic

[24.11.2006]

Hallo Medienblase!

Da haben Deine Redakteure und Moderatoren nun Dutzende von Psychologen, Militärfachleuten, Konfliktforschern und sonstigen Experten allerlei Provenienz ausgequetscht, um das Verhalten der deutschen Soldaten bei ihren afghanischen Foto-Shootings zu erklären, und keiner hat es Dir gesagt: daß die da unten nun einmal einen Knochenjob machen?

Gut, jetzt weißt Du es.

Da nich’ für!

Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Schokierend, Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli,

was wir auf »Focus online« über Dich lasen: »Die Bewohner von Olten zwischen Zürich und Basel dürften nicht schlecht gestaunt haben, als es vergangenen Freitag begann, Kakaopulver zu schneien. Grund dafür war das Versagen eines Lüftungssystems der örtlichen Schokoladenfabrik von Lindt & Sprüngli.«

Man hört derzeit ja allerorts von seltsamen Wetterkapriolen, aber Kakao-Schauer sind selbst in unserer Klimakrisen-Welt ungewöhnlich. Die aufgetischte Erklärung vom defekten Lüftungssytem schlucken wir allerdings nicht. Sei ehrlich, Lindt & Sprüngli: War das nicht ein verzweifelter Versuch Deiner Oompa Loompas, irgendwie auf ihre Gefangenschaft als Arbeitssklaven aufmerksam zu machen? Oder war es einfach ein ausgeklügelter Werbegag? Sollte Letzteres der Fall sein, hier ein kleiner Tipp: Gratis Schokolade auf eine ganze Stadt schneien zu lassen ist prinzipiell eine süße Idee, nur halt nicht im Hochsommer …

Wissen Deine Werbe-Willy-Wonkas auf der Titanic

 Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Eine geschlagene Seite plus Aufmacher spendierte Ihnen die »Zeit«, damit Sie in der Rubrik »Entdecken« die spannende Welt der Astrologie entdecken. »Wer glaubt denn so was?« hieß Ihr Texttrumm, für dessen Herstellung Sie sich erst von einer berufsmäßigen Gaunerin in die Sterne blicken ließen und danach als Ausgleich – wir sind ja schließlich bei der »Zeit« – einen Mann der Wissenschaft (»ein in Harvard studierter, ultragebildeter Hippie«) konsultierten.

Weil Sie mit Ihren geschätzt 25 Jahren zwar schon das Selbstverständnis eines abgeklärten Journalistendarstellers entwickelt, aber scheint’s noch nie vom Forer/Barnum-Effekt gehört haben, brachte Ihr persönliches Horoskop Sie an einigen Stellen dann doch zum Bauklötze Staunen. »Da stand also, in mir bestehe einerseits ein ›grenzauflösender Zug‹, der eine ›Auseinandersetzung möchte mit dem, was jenseits der Realität liegt‹. Gleichzeitig sei da aber auch ein Hang zum Skeptizismus … O ja.«

Ja, scheiß rein, Simsalard von Kittlitz! Einerseits, andererseits. Einerseits können wir uns so einiges vorstellen, andererseits nicht das, was Sie in den Oberzeilen zu Ihrer investigativen Sternstunde insinuierten: »Ich kann die Sorge nicht leugnen, künftig als der verspulte Eso-Trottel der Redaktion dazustehen.« Denn als Trottel dürften Sie dort schon seit langem dastehen.

Leider nicht jenseits von Ihrer Realität: Titanic

 Schau bzw. hör an, »Radio Wuppertal«!

Vor dem Wuppertaler Landgericht stand im August eine Dealerin, die Heroin von einer Bande aus den Niederlanden bezogen hatte. Und jetzt kommt’s: »Sie soll das Heroin dann in Wuppertal mit größerem Profit weiterverkauft haben.«

Es ist wirklich schlimm, wie sich heutzutage alles nur noch ums Geld dreht. Wo bleibt das Menschliche?

Für mehr Ehrenamt im Drogenhandel: Titanic

 Birgit Herden (»Welt online«),

Sie haben es wirklich gewagt, einen Text mit »Liegt doch Hoffnung in der Herdenimmunität?« zu titulieren? Stark. Aber: die haben wir schon. Titanic

 Wow, Womanizer Friedrich Merz!

Im Taz-Interview auf Ihre fehlende Beliebtheit angesprochen, parierten Sie großartig: »Schauen Sie sich mal an, wie viel Zustimmung ich von Frauen jeden Alters über die sozialen Netzwerke bekomme. Da gibt es zum Beispiel ›Wir Frauen für Friedrich Merz‹, eine von mir nicht beeinflusste, breit angelegte Initiative. Für keinen der beiden anderen Bewerber gibt es etwas Vergleichbares. Und ich freue mich natürlich sehr darüber.«

Klar, welcher Belami wäre da nicht sackstolz? Gemeint war jene Fotoaktion auf Facebook, bei der knapp 200 Frauen (nicht wenige davon Ortsvorsitzende Ihrer Partei) mit Dackel unterm Arm, im Dirndl oder mit irrem Lächeln abgelichtet sind, im je beigefügten Lobhudel-Zitat Sie als »starken Mann« – nicht des 20. Jahrhunderts, sondern »der Stunde« – preisen, Ihr, prust, »Charisma« rühmen und beteuern, Sie seien derjenige Kandidat, der die CDU ins »nächste Jahrzehnt führen« könne – und das, bei aller Kritik und Antipathie, das schaffen rein kalendarisch sogar Sie.

Ihre Frauen und Männer für Norbert Röttgen (gerechterweise) von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ein Gleichnis

Vier Blinde stehen um einen Elefanten herum und untersuchen ihn, um herauszufinden, worum es sich handelt. Derjenige, der den Rüssel zu greifen bekommt, erklärt: »Es muss ein lebendiger Gartenschlauch sein.« Ein anderer – er streicht über die Flanke des Dickhäuters – spricht: »Nee, das ist ein Elefant«, tastet sich nach oben und ergänzt: »Jepp, hier ist das charakteristische Ohr. Ganz klar, ein Elefant.« Der Dritte befühlt einen Stoßzahn und schlussfolgert: »Elfenbein. Der Fall ist gelöst. Man muss schon sehr dumm sein, um an einen Gartenschlauch oder etwas anderes zu denken …« Der Vierte meldet sich zu Wort: »Moment! Um ganz sicher zu gehen, sollten wir noch den Penis des Tieres anfassen. Los, macht alle mit!« Die vier Blinden nähern sich dem gigantischen Glied und vollführen daran rhythmische Auf- und Abbewegungen.

Da öffnet sich die Stalltür, und der Besitzer des Elefanten kommt herein: »Was geht hier vor? Bei Ganesha, was MACHEN Sie denn da?!«

Werbeeinblendung: »Schützen Sie Ihre Arbeitselefanten! Mit Mahut Security Systems. Für alle Stallarten. Denn die Welt ist voller Perverser.«

Torsten Gaitzsch

 Tipp für Tierfreunde

Merke: Wer ein Herz für Spinnen hat, sauge nach dem Achtbeiner auch noch einen Sechsbeiner als Proviant mit dem Staubsauger auf.

Katharina Greve

 Hoppla

Dass sich vieles mit dem Alter ändert, damit habe ich gerechnet. Aber wie vieles sich nicht ändert, das war eine Überraschung.

Teja Fischer

 Kompatibilitätsprobleme

Kritik am Schweinesystem ist richtig und wichtig. Ebenso wichtig ist die #metoo-Debatte. Ich habe aber Probleme, beide unter einen Hut zu bekommen. Alles hängt doch an dieser Frage: Darf man das System ficken, wenn das System Nein gesagt hat?

Tilman Birr

 Das Beste kommt zum Schluss

Die gesamte Tragik der Endlichkeit des Lebens wurde wohl selten so schön zusammengefasst wie in diesem Satz, den ich zufällig bei einem Friedhofsbesuch aufschnappte: »Es ist so schade, dass Opa nicht erleben konnte, wie schön sein Grab geworden ist.«

Jürgen Miedl

Vermischtes

Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!
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Das schreiben die anderen

  • 09.09.:

    Die "Abendzeitung" interviewt Rudi Hurzlmeier.

     

  • 04.09.:

    Ella Carina Werner klärt in der "Taz" über den Alterskult im westlichen Sumatra auf.

  • 03.09.:

    Moritz Hürtgen spricht mit ZDFheute über Satire nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".

  • 02.09.:

    Über eine Regenlesung der TITANIC BoyGroup berichtet die FAZ.

     

  • 19.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die FAZ auf großer Büßer-, Pilger- und Fürbittfahrt für alle Pest- und Seuchenopfer.

Titanic unterwegs
01.10.2020 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hauck & Bauer: Cartoons« Eröffnung mit A. Engelke
01.11.2020 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus Rudi Hurzlmeier: »Malerei«
08.11.2020 Kassel, Caricatura-Galerie »Unkraut vergeht nicht – Garten-Cartoons«
07.03.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hauck & Bauer: Cartoons«