Artikel

Sind Sie dumm, oder was?

Was Sie als Entscheider über den Dunning-Kruger-Effekt wissen müssen. Ein TITANIC-Business-Test

Laut dem Dunning-Kruger-Effekt überschätzen inkompetente Menschen oft ihre Urteilskraft. Und alle arbeiten sie für Sie! Aber wie damit umgehen, wenn man täglich wichtige Management-Entscheidungen treffen muss? Wie können Sie lernen, Inkompetenz von Unvermögen zu unterscheiden? Und sind Sie eher ein Dunning- oder ein Kruger-Typ? Das alles kann keiner so genau wissen wie Sie – wenn Sie diesen Test machen!

Auf einer Skala von 0 bis 10 – wie klug schätzen Sie sich ein?

  • 12 (0 Punkte)
  • C (1 Punkt)
  • Was bedeutet "klug"? (4 Punkte)
  • Ich messe nicht in Skalen. (3 Punkte)

Die Kernaussage von Dunning und Kruger lautet: Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, entsprechen denen, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen. Korrekt?

  • Woher soll ich das wissen? (5 Punkte)
  • Ich weiß es, ich weiß es! "Die Fähigkeiten, die man braucht, um eine richtige Lösung zu finden, entsprechen denen, die man braucht, um eine Lösung als richtig zu erkennen." Richtig? (4 Punkt)
  • Da muss ich mal die Krämer aus dem dritten Stock fragen. (7 Punkte)
  • Ansichtssache. (2 Punkte)

Anlass für die Studie von Dunning und Kruger war ein Bankräuber, der ohne Maske raubte, weil er überzeugt war, dass Kameras Gesichter nicht erkennen können, wenn man sie vorher mit Zitronensaft einreibt. Was halten Sie davon?

  • Hahaha, so ein Idiot! Dabei weiß doch jeder, dass das nur für Schleichkatzenurin gilt. (1 Punkt)
  • Maske? Ich lass’ mir doch keinen Maulkorb verpassen! Scheiß Covid-Diktatur. (0 Punkte)
  • So etwas würde mir nicht passieren – ich raube immer nur mit Gesichtsverdeckung. (5 Punkte und eine Anzeige)
  • Da ich kein Verhaltenspsychologe bin und mich auch nicht ins Thema eingelesen habe, halte ich mich trotz aller offensichtlichen Krassheit des Beispiels mit einer Bewertung zurück. (10 Punkte)

In einer Konferenz korrigiert jemand einen Ihrer Fehler. Wie stellen Sie klar, dass Sie doch richtig lagen?

  • Das ist doch eine Fangfrage! (10 Punkte)
  • So etwas passiert bei mir nicht. (1 Punkt)
  • Das war bestimmt die Krämer aus dem dritten Stock. Die ist hiermit gefeuert. (3 Punkte)
  • Eine Nase Kokain hilft für gewöhnlich. (2 Punkte)

Sie haben die Firma von Papi geerbt, bisher keinen echten Erfolg vorzuweisen und jedesmal, wenn Sie sich öffentlich äußern, werden Sie ausgelacht. Was tun Sie?

  • Wie reden Sie bitte mit Deutschlands wichtigster Kekserbin? (2 Punkte)
  • Ich lasse mich zum US-Präsidenten wählen. (0 Punkte)
  • Ich verstehe die Frage nicht. Was hat denn erben mit Kompetenz zu tun? (9 Punkte)
  • Schweigen. (10 Punkte)

"Ich weiß, dass ich nichts weiß" - welcher Philosoph hat das gesagt?

  • Das war bestimmt wieder die Krämer aus dem dritten Stock. Die ist doch gefeuert, habe ich gesagt. (2 Punkte)
  • Richard David Precht. (0 Punkte)
  • Dumme Frage – entweder der Dunning oder der Kruger. (1 Punkt)
  • Mir egal. Hätte der Typ halt was Richtiges studiert. (4 Punkte)

Bescheidenheit ist …

  • … eine Zier (5 Punkte)
  • …doch besser lebt es- (doch nur 2 Punkte)
  • … Sache meiner Frau. (0 Punkte)
  • … eine meiner vielen, vielen, vielen Vorzüge. (1 Punkt)

Wie lautet Ihr Lieblingsfilm?

  • Dumm und Dümmer (3 Punkte)
  • Denn sie wissen nicht, was sie tun (2 Punkte)
  • Fight Club, da entdecke ich jedesma- (0 Punkte)
  • Das Wirtshaus im Spessart (Okay, 8 Punkte - aber wie sind Sie in diesen Test geraten?)

Sie sollen mit einem Boot, in das nur ein weiterer Passagier passt, einen Hohlkopf, einen Esel und Christian Lindner über einen Fluss fahren. Wie oft müssen Sie fahren?

  • Dreimal (1 Punkt)
  • Sechsmal (0 Punkte)
  • Fünfmal (2 Punkte)
  • Aaah, durchschaut: einmal – am Fluss steht nur Christian Lindner (9 Punkte)

Buchstabieren Sie das Wort Kompetenz.
Haben Sie wirklich? Gute Güte. (0 Punkte)

Sie sind?

  • Ulf Poschardt (0 Punkte)
  • David Dunning (10 Punkte und eine Entschuldigung)
  • Freddy Kruger (2 Punkte)
  • Genervt von diesen Fragen (5 Punkte)

Welches Geschlecht haben Sie?

  • weiblich (8 Punkte)
  • männlich (1 Punkt)
  • non-binär (10 Punkte)
  • Hohenzollern (0 Punkte)

Auflösung: Egal, wie viele Punkte Sie haben oder wie kompetent Sie sind, Sie halten sich für einen "Entscheider". Bitte gehen Sie weg und machen Sie was Vernünftiges aus Ihrem Leben.

 

Tim Wolff

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kommissarischer DFB-Präsident Peter Peters!

Bis der DFB einen neuen Präsidenten gefunden hat, lenken Sie dessen Geschicke und sagen in WDR-Interviews Sätze wie diesen: »Die Entscheidung, die WM nach Katar zu geben, war falsch und fiel in einer Zeit, als der Fußball käuflich war.«

Haha! Falls Sie nach dem DFB noch nichts vorhaben, können Sie mit solchen Sprüchen jederzeit bei uns anfangen!

Wird immer käuflich bleiben: Titanic

 Heda, Cornelia Funke!

Heda, Cornelia Funke!

Nach Jahren der Dürre haben Sie sich, wie Sie der Zeit berichten, entschlossen, Ihre Farm in Malibu aufzugeben: »Natürlich, eigentlich sollte der Mensch Kalifornien verlassen und zugeben, dass unsere Art der Zivilisation dort gescheitert ist; dass die Einzigen, die mit diesem Land umgehen konnten, die amerikanischen Ureinwohner waren. Von ihnen hätten wir viel lernen können. Stattdessen kommen immer mehr Millionäre nach Malibu.«

Nun ist mit Ihnen, der erfolgreichsten deutschen Jugendbuchautorin, wenigstens eine Millionärin weggezogen. Und wo zieht man als solche – demütig und ehrfürchtig geworden – danach hin? Ins Kloster? Auf eine kleine Berghütte? Nein: »In der Toskana, nahe Volterra, besitzt Funke nun fünf Hektar Land mit 300 Olivenbäumen« (Zeit) und mehreren Gebäuden. Allerdings zunächst recht spartanisch: »Die 500 Kisten, in die ich mein Leben gesteckt habe, kommen erst Ende November an.«

Mensch, Funke! Das ist, ob Sie es glauben oder nicht, immer noch die gleiche »Art der Zivilisation«! Wenn Sie uns nicht glauben, fragen Sie doch mal die 300 alten Olivenbäume um Rat. Die flüstern nachts manchmal Weisheiten.

Bella Ciao! Titanic

 Du, »Redaktionsnetzwerk Deutschland«,

fragst in einer Schlagzeile: »Kein entspannter Corona-Winter?« Eine sehr schwierige Frage! Denn normalerweise verheißen Komposita mit dem Wort »Corona« ja automatisch Entspannendes: Coronapandemie, Coronaleugner, Coronakrise, Coronahotspot, Coronatote … Warum sollte es jetzt ausgerechnet beim flauschigen Winter anders sein?

Fragt entspannt zurück: Titanic

 Hören wir, Anna Friedrich und Annika Gollnik,

ein bisschen Erstaunen aus Ihrem Artikel für faz.net heraus, wenn Sie schreiben: »Ernährungsberater, Coach oder Tätowierer kann sich jeder nennen. Das birgt nicht nur Chancen, sondern auch Risiken. Nicht zuletzt für die Glaubwürdigkeit der Berufstätigen«? Denn Sie stellen in Ihrem Text »Ungeschützt: Berufe ohne Regeln« weiter fest, dass sich dort Menschen in Jobs tummeln könnten, die »ohne besondere Fachkompetenz nachweisen zu müssen« machen, was sie eben machen.

Herrje, das ist ja wie beim Journalisten bzw. der Journalistin!

Hihi: Titanic

 Etwas Richtiges, Karin Prien,

Bildungsministerin von Schleswig-Holstein und Mitglied im CDU-Bundesvorstand, sagten Sie über die laut Tagesspiegel »klaren« Ambitionen der Kandidaten für den CDU-Vorsitz nach Arminion Laschet: »Machtanspruch gehört zur Politik. Wir leben ja nicht im Mädchenpensionat.«

Und wissen Sie was, Frau Prien, das bestätigte sich, als wir das letzte Mal unvorsichtigerweise an Ihrer Parteizentrale vorbeischlenderten. Es roch dort sehr ungewaschen nach Jungs-Umkleidekabine eines Landschulheims. Versichern Ihnen Ihre Privatschnüffler von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Am Schalter

Neulich wurde ich zufällig und unfreiwillig Ohrenzeuge des folgenden Verkaufsgesprächs in einer Postfiliale: Kundin (wichtigtuerisch, fast feierlich): »Ich hätte gerne Briefmarken, am liebsten SONDERMARKEN! Was hamse denn da da?« Verkäuferin (trocken, monoton): »Beethoven, Sendung mit der Maus, Digitalisierung. Das war’s.« Das fasst, so will ich wohl meinen, den Zustand der Gesellschaft, ihren Denk- und Gedenkhorizont, recht präzise zusammen.

Andreas Meinzer

 Vom Schreiben eines Witzes. Drama in vier Akten

Erster Akt: Aus der klanglichen Ähnlichkeit von Mario Kart und Mario Barth kann man sicher etwas Komisches konstruieren. Zweiter Akt: Aber welcher Kontext? Irgendwas mit Fun als Stahlbad, geistiger Verelendung durch die Unterhaltungsindustrie – so in die Richtung könnte das klappen! Dritter Akt: Jetzt nur noch pointiert ausformulieren und … Vierter Akt: Obwohl … So gut ist die Idee auch wieder nicht.

Jürgen Miedl

 Rätsel gelöst

Das eigentliche Ziel der ständigen Musikbeschallung im Konsumtempel ist es, das Wisch-Wusch-Geräusch zu übertönen, welches die Arme beim Anprobieren von Outdoorjacken machen. Nach dem Kauf, zuhause im stillen Kämmerlein, ist man dann schlauer.

Tina Manske

 Militarismus unter Tieren

Seien wir doch einmal ehrlich zueinander: Schildkröten sind auch nichts anderes als Stahlhelme auf vier Beinen.

Theobald Fuchs

 Bad Spies – (k)eine Kritik

Eines Montagabends lief im ZDF der Streifen »Bad Spies«, den ich allerdings verpasst habe und folglich hier nicht rezensieren kann, weil ich mittlerweile dermaßen von deutschen Regionalkrimis traumatisiert bin, dass ich beim Studieren des Fernsehprogramms nicht an eine ja möglicherweise unterhaltsame US-amerikanische Agentenkomödie, sondern an einen hessischen Kurort namens Bad Spies dachte.

Cornelius W.M. Oettle

Vermischtes

Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 02.11.:

    "Keinmal um die ganze Welt - Ein Pauschalreiseabend für Zurückgebliebene" - so heißt das WDR-5-Spezial mit Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert.

  • 29.10.:

    Das Bornheimer Wochenblatt berichtet vom TITANIC-Normalitätswettbewerb.

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

Titanic unterwegs
08.12.2021 Karlsruhe, Tollhaus Max Goldt
08.12.2021 Melle, Theater Martin Sonneborn
08.12.2021 Hamburg, Grüner Jäger Ella Carina Werner
09.12.2021 Freiburg, E-Werk Max Goldt