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Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Herzerwärmend, »SZ«!

Wenn Du auf Deiner Seite Drei über den Einsatz Künstlicher Intelligenz an der Universität berichtest und wir dort lesen, die große Frage sei, »wie man überhaupt noch unterscheiden kann, was ein Mensch geschrieben hat und was ein Programm«, und wenn Du auf diese Frage antwortest, es gebe Tippfehler, die würden einer KI einfach nicht passieren, sodass »vermutlich ein Mensch am Werk« war, wenn »es mal richtig holpert im Text«, und wenn wir dann im selben Text den folgenden Satz lesen: »Und klar, dass [sic!] kann einem natürlich Angst machen, der Computer als besserer Mensch«, verstehen wir Dich dann richtig, dass es sich hier nicht um einen peinlichen Grammatikfehler handelt, sondern um ein Leuchtfeuer der Menschlichkeit?

Fragt sich die Redaktions-KI von Titanic

 Salve, Pizzeria Bel’la Ciao (Wuppertal)!

Die große Zeit des hemmungslos falschen Apostrophs (»Bitte benutzen Sie den Eingang link’s«) war ja nun eigentlich vorbei – und jetzt kommst Du Neueröffnung, als wäre nichts gewesen. Ist das Snobismus? Nostalgie? Oder die Gnade der späten Geburt?

Ciao bel’la! Ti’tanic

 Tach, Dortmunder »Ruhr Nachrichten«!

Wenn Du im Rahmen der Merz’schen »Stadtbild-Debatte« schreibst, der GdP-Vorsitzende für den Bereich Bundespolizei, Andreas Roßkopf, spreche sich für mehr polizeiliche Präsenz sowie verdachtsunabhängige Kontrollen an Bahnhöfen und Innenstädten aus, und Deine Meldung mit der Schlagzeile »Polizei fordert mehr Rechte« betitelst, bezieht sich das dann auf die Befugnisse selbst oder den zusätzlichen Personalbedarf zur Durchführung dieser Maßnahmen?

Unsicher: Titanic

 What’s up, Karoline Leavitt, Sprecherin des Weißen Hauses?

Sie antworteten einem Journalisten auf die Frage, wer vorgeschlagen habe, dass ein Treffen zwischen Trump und Putin in Budapest stattfindet, mit: »Deine Mutter war’s.«

Verstehen Sie uns nicht falsch, Leavitt: Es überrascht uns nicht, dass Sie in Ihrer Trump’schen Antipressearbeit rotzig zu Reporter/innen sind. Uns wundert eher, dass Sie sich bei Ihrem Journalist/innen-Bashing einer Neunziger-Jahre-Witzkategorie wie den »Deine Mutter«-Sprüchen bedienen. Sind Sie, Ihres Zeichens Jahrgang 1997, also nicht nur weltanschaulich, sondern auch in Sachen Gag-Fundus ewiggestrig und erzkonservativ? Werden Sie auf die nächste kritische Pressefrage mit einem Chuck-Norris-Jokus reagieren? Und sich dann in Baggy Pants zu den Klängen von »Cotton Eye Joe« auf Rollerblades davonmachen?

Zittert schon vor dem Millennium-Bug: Titanic

 Viel Zeit zum Lesen, Michael Kretschmer,

Viel Zeit zum Lesen, Michael Kretschmer,

dürften Sie angesichts Ihrer Hauptbeschäftigungen (sächsische Wirtschaft loben, Volksfeste feiern, Merz gut finden) vermutlich nicht haben, aber mal unter uns: Wenn im Alltag nur Raum für Lektüre von Vermerken und Pressebriefings ist, müssen Sie dann unbedingt die großen literarischen Referenzen auspacken? Beim Bürgergespräch in Werdau (Landkreis Zwickau) dozierten Sie nämlich: »Deutschland liegt am Boden wie der Riese Gulliver und ist gefesselt von unzähligen Stricken.«

Wir wissen nicht, welche Version des Stoffs Sie, Kretschmer, zu solch fesselnden »Deutschland, erwache!«-Fantasien inspiriert hat, aber, bitte mitschreiben, Gulliver ist gar kein Riese, sondern ein Mann von handelsüblicher Größe, der nur aus der Perspektive der sehr kleinen Liliputaner/innen riesig wirkt, und gefesselt wird er nicht zu seiner Unterjochung, sondern weil die armen Kleinwüchsigen die berechtigte Befürchtung hegen, er könne sie mit einem unachtsamen Schritt allesamt massakrieren. Da einfach mal drüber nachdenken!

Umschifft Ihren Zwergstaat auch künftig: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Habe ich das jetzt abgeschickt?

Die meisten Funktionen am Smartphone entdecke ich, weil ich mich irgendwie vertippe. Neulich geriet ich in einen Spezialmodus, der mir laut und deutlich meine Gedanken vorzusprechen schien. War dann aber doch nur eine App, die mir die Speisekarte vorlas.

Theobald Fuchs

 Die Orthoptistin

hatte eine sehr duster wirkende Praxis, redete aber mit mir stets auf Augenhöhle.

Christian Büsen

 Eselsbrücken

In meinem Alter lernt man es zu schätzen, wenn einem vergessen Geglaubtes unversehens wieder einfällt. Selbstgefertigten Gedächtnisstützen kommt dabei ein erhöhter Stellenwert zu. Mir persönlich hilft es zum Beispiel, in der Küche mit Zitronensaft und Weißweinessig zu arbeiten, damit mir wieder einfällt, wo ich gerade offene oder wunde Stellen an den Händen habe.

Wieland Schwanebeck

 Medicus curat, natura sanat

Neulich sah ich ein Youtube-Video eines renommierten Arztes, der erklärte, dass guter Schlaf extrem wichtig für die geistige Gesundheit sei. Ja, eine gute Schlafhygiene sei sogar unerlässlich, wenn man unter nächtlichem Gedankenkreisen und Herumwälzen leide. Nach mehreren Wochen des Testens kann ich mit Freunden und Kollegen über nichts anderes mehr reden als über meinen Erfolg mit der etablierten Routine! Denn während ich im Bett liegend über die richtige Zimmertemperatur, feste Zubettgehzeiten, das Innenfutter meiner Schlafmaske, die passende Dosis Melatonin, die richtige Liegeposition und die bioverfügbarste Magnesium-Art grüble, habe ich gar keine Zeit mehr, darüber nachzudenken, dass meine Freunde und Kollegen mich hassen und verachten. Zumal ich nun ohnehin genau weiß, warum.

Sebastian Maschuw

 Zeichen setzen

Eigentlich wollte ich dieses Jahr abnehmen, aber aus Angst, man könnte denken, ich nähme Ozempic, habe ich vorsichtshalber fünf Kilo zugenommen.

David Sowka

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 21.11.:

    T-Online hat den jüngsten Thomas-Gottschalk-Cartoon von TITANIC entdeckt. Und schlagerplanet.com empfiehlt: »Bleibt dran, denn in der Welt von Satire und Show kann der nächste Knall jederzeit kommen.«

  • 02.11.:

    Katharina Greve gewinnt beim Deutschen Karikaturenpreis 2025 den »Geflügelten Bleistift« in Bronze. TITANIC gratuliert!

  • 31.10.:

    Der WDR vermeldet: Anna Haifisch wird in diesem Jahr der Sondermann-Preis für Komische Kunst verliehen. Förderpreisträger ist der Hamburger Cartoonist Renke Brandt (u. a. bekannt aus TITANIC).

  • 10.10.: Christian Y. Schmidt erinnert im nd anlässlich einer Gedächtnisausstellung in Bernried bei München an den Ausnahmekünstler Ernst Kahl. 
  • 22.09.:

    Der 2004 verstorbene TITANIC-Mitbegründer Chlodwig Poth erhält ein Ehrengrab. Die FR berichtet.

Titanic unterwegs
28.11.2025 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Das Beste aus Perscheids Abgründen«
29.11.2025 Duisburg, Cubus Kunsthalle Rudi Hurzlmeier: »Wilde & verbotene Bilder«
30.11.2025 Karlstein, Kulturschleuse Hauck & Bauer: »Weihnachtsausstellung«