Verabredung zum Pinselkaufen (1. Teil) Ich hatte seit Jahrzehnten die Angewohnheit, Farbe mit Hilfe von Pinseln auf Papier oder Leinwand (mit Sicherheit ließ sich das nicht feststellen) aufzutragen. Mit der Zeit nutzten sich die Haare der Pinsel ab und schwanden. Weil mich dieser dem Schöpfungsplan zu verdankende Vorgang aufs unangenehmste an die Entwicklung meines Haupthaars erinnerte, verabscheute ich ihn. Wollte ich seinetwegen die genannte Angewohnheit nicht in absehbarer Zeit aufgeben, musste ich neue Pinsel anschaffen.Pünktlich um 15 Uhr klingelte ich an der Tür eines hochherrschaftlichen Hauses. Aus der Gegensprechanlage krächzte es, die Tür gab dem Druck meiner Schulter nach. Ich lief zur Treppe und sah sofort, dass überall Schreibmaschinen standen. Meines Wissens war es nicht allgemein üblich, in Treppenhäusern Schreibmaschinen aufzustellen. Gleichmütig begann ich meinen Aufstieg. Mit jedem Stockwerk wurde die begehbare Fläche der Stufen schmaler, trotzdem war es mir möglich, zuletzt ganz oben anzukommen. Der große, schwere Mann, mit dem ich verabredet war, fragte zur Begrüßung: „Haben Sie die Kartons mitgebracht? Die großen grauen Kartons?“„Die aus dem Kino?“ erwiderte ich unsicher, worauf der Mann sagte: „Meinetwegen.“ (Fortsetzung folgt.) Beitragsnavigation Geheimtreffen mit Jens Spahn und Linken?!