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»Die 100« – So kontrovers werden die nächsten Folgen!

Kontroverse Fragen, die »Deutschland bewegen«. Was man sonst nur von betrunkenen Rechtsradikalen auf dem Bahnhofsvorplatz und Unionspolitikern zu hören bekommt, ist jetzt das Konzept der ARD-Sendung »Die 100«. Wichtige Fragen wie »Braucht es eine Migrantenquote an Schulen?« werden von 100 Zuschauern zur besten Sendezeit beantwortet. Und damit es ausgewogen einhergeht, stehen zwei prominente Pro- und Kontra-Experten zur Verfügung!

Sollte man Migration begrenzen, um Frauen in Deutschland zu schützen?
Die aus dem Seniorenstift geflohene Alice Schwarzer steht dem wegen Grabbeleien aus dem Hospiz verbannten Alt-Hippie Rainer Langhans gegenüber. Eines steht jetzt schon fest: Rainer wird einige junge Frauen hinter sich versammeln können. Auch weil keine von ihnen freiwillig vor ihm stehen will.

Tradwife oder Girlboss – Verändert Migration unser Frauenbild?
Um Neutralität zu gewährleisten, sind im Publikum dieses Mal Frauen nur in Form von Bildern zugelassen, die vom Publikum und den Experten Sascha Lobo und Ralph Ruthe in »Haushaltshilfe« oder »unfickbar« eingeteilt werden. Sollte es einen höheren Mindestlohn geben, obwohl das die Unternehmer schädigt? Wenn nach 100 Folgen noch Zeit ist, soll auch dieses Thema besprochen werden. Tendenz: nein.

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Die bessere Antwort #31

Meine beste Freundin hat mich jetzt zum dritten Mal gefragt, ob ich zu ihrem 30. Geburtstag komme, obwohl sie doch genau weiß, dass ich abends nach der Arbeit immer müde bin. Warum akzeptiert sie meine Grenzen nicht?

Freundschaften sind wichtig im Leben. Sie wirken sich positiv auf das eigene Wohlbefinden aus. Manche behaupten, sogar mehr, als vorm Schlafengehen drei Stunden Instagram-Reels zu genießen. Da würde ich ja noch mitgehen. Wenn es aber heißt, dass man Zeit investieren und auch mal seine eigene Komfortzone verlassen sollte, um eine Freundschaft langfristig zu erhalten, werde ich misstrauisch. Ich denke, dass es sich dabei um Propaganda der Freundschaftsbücher-Lobby handelt. Oder können Sie mir das Gegenteil beweisen?

Machen Sie sich also keine Illusionen. Ihre »beste« Freundin ist der Freundschaftsbücher-Lobby auf den Leim gegangen. Ja, ist so. Deshalb glaubt sie, es wäre angemessen, von Ihnen einzufordern, dass Sie selbstlos Ihr eigenes Glück und Ihre Regeneration für ihr Gelage opfern. Das ist schade, absolut, aber die Erklärung, nach der Sie gesucht haben. Besonders perfide ist: Die Lobby redet ihr ein, dass Sie die Egoistische sind, der Ihre acht Stunden Schlaf wichtiger sind als die Freundschaft. Ende der Diskussion.

Sie brauchen sich auch nicht die Mühe zu machen, Kompromisse vorzuschlagen. Wenn Sie vorschlügen, den Geburtstag um ein halbes Jahr zu verschieben oder ab 21 Uhr die Musik auszumachen, damit Sie dort schlafen können, wären Sie immer noch egoistisch. Dabei ist es genau andersherum. Ihre »Freundin« zwingt Sie doch, im Namen der Freundschaft mit irgendwelchen Cousinen Gin Tonic zu trinken und über Elefantenjagd in Botswana zu streiten, während sie selbst höchstens drei Worte mit Ihnen wechselt. Das ist emotionale Erpressung.

Zum Abschluss habe ich noch einen kleinen Kommunikationstipp für Sie. Ich habe auf Social Media gelernt, dass hot girls, also sexuell attraktive Mädchen, nicht um den heißen Brei herumreden, sondern klar und deutlich ihre Bedürfnisse äußern, ohne dabei Rücksicht auf die Gefühle anderer zu nehmen. Manche neigen ja schnell dazu, eher die Erwartungen anderer erfüllen zu wollen. Lassen Sie uns das also mal durchspielen, ich bin Ihre »Freundin«:Ich: »Hey, wäre mir echt wichtig, dass du zu meinem Geburtstag kommst.«Sie: »Nein.«

Nur für Gäste #8

Und es hat Zoom gemacht …Ein Versöhnungsangebot an Diether Dehm von Sahra Wagenknecht

Lieber Diether, mit diesen Worten reiche ich dir die Hand. Ja, das Gericht hat entschieden: Ich darf dich »eine haarige Heulboje«, »einen trotzkistischen Troubadix« oder »den gelbfingrigen Gitarrero« nennen. Justitia ist hart, aber ungerecht. Doch wollen wir das bis in alle Ewigkeit breittreten? Auch der »schmierige Schlagerschlumpf« ist ja nun juristisch abgesegnet.

Sind wir beide nicht mal angetreten, die Welt zu verbessern? Heraus zum Klassenklampf,  Pardon! Klassenkampf? Und jetzt schau dir an, was aus uns geworden ist. Ich hier als die erfolgreiche Chefin einer eigenen Partei, du dort in deinem Kellerloch von Dehm-Records, wo du als Akkordarbeiter gerade deinen Frust in ein neues Liedchen verpackst. Gut für dich.

Leider kann ich mir gar nicht vorstellen, wie es ist, nach Jahren in unserem Verein langsam,  aber sicher endgültig einen an der Waffel zu haben, tief im Saarland dringt schon lange keine Kritik mehr zu mir durch. Aber sind wir am Ende nicht sowieso alle gleich? Zumindest die Mauer in unseren Herzen, Diether, die muss doch wirklich weg!

Deine Sahra

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie, Robbie Williams,

sorgten zuletzt gleich zweimal für Aufsehen: Zum einen erklärten Sie, an einem Tourette-Syndrom zu leiden, das sich nicht nach außen, sondern nach innen richte, und zum anderen durften Sie nicht in Istanbul auftreten, weil es wegen Ihrer jüdischen Ehefrau und Ihres Bekenntnises zu »jüdischen Bräuchen« in der Erziehung Ihrer Kinder Proteste gegen Sie vonseiten propalästinensischer Spinner/innen gab.

Angesichts dieser Zustände, Mister Williams, würden wir Sie bitten wollen, Ihr Tourette einmal zu fragen, ob es in diesem Fall nicht ganz kurz eine Ausnahme machen und sich zu den Antisemit/innen doch einmal äußern könnte.

Zuckt auch schon bedenklich: Titanic

 Sag mal, »Süddeutsche Zeitung«!

»So schnell, wie Heidi Reichinnek redet, hat sie die totgesagte Linke aus der Versenkung geholt«, lesen wir in Deinem Porträt der linken Hoffnungsträgerin. Dann: »Das piepsende Telefon hat geschafft, was sonst niemandem gelingt: Es hat sie aus dem Redefluss gebracht.« Und anschließend: »Sie wendet sich wieder dem Gespräch zu und sagt einen Satz, den man kaum je von ihr hört. ›Was wollte ich jetzt sagen?‹, fragt sie.«

Den meisten wird es wahrscheinlich wieder nicht aufgefallen sein. Wir aber haben mittlerweile ein Gespür für kleine Spitzen und substantielle Kritik entwickelt, die sich hinter den nüchternen Zeilen diverser Qualitätsmedien verbergen. Also, liebe Süddeutsche, kann es sein, dass Dir die olle Reichinnek ein bisschen zu viel redet?

Fragt sich ganz neutral: Titanic

 Ein Grüß Gott mit erhobener Faust, liebe Nonnen-Rebellinnen!

Ein Grüß Gott mit erhobener Faust, liebe Nonnen-Rebellinnen!

Welch himmlische Botschaft von Euren subversiven Umtrieben durften wir im Tagesspiegel lesen? »Vom Pflegeheim abgemeldet: Über 80jährige Nonnen besetzen ehemaliges Kloster in Österreich … Seit Wochen sorgen drei Nonnen für weltweites Aufsehen: Sie halten ihr früheres Kloster bei Salzburg besetzt – trotz Widerstands der Kirche.«

(Gottes-)Häuser besetzende Nonnen, die aus dem Heim türmen und sich gegen die Obrigkeit der Oberen auflehnen? Wie gerne stellen wir uns die ins Sakrale gewendeten Sponti-Slogans vor, die Ihr in Eurer Kloster-WG skandiert: »Illegal, klerikal, scheißegal!«, »Wer Nonnen von ihr’m Kloster trennt, gehört schon zum Establishment!«, »Die blöden Pröpste in Talaren krieg’n uns nicht weg in 1000 Jahren!« und natürlich »Stell dir vor, es ist Altenheim, und keiner geht hin«.

Würde Euch beim Häuserkampf sogar fast unterstützen, wenn nicht der ganze Religionsscheiß wäre: Titanic

 Du, Berliner Mieter,

wohntest ab 2009 in einer Zweizimmerwohnung für 460 Euro im Monat. Als Du 2020 für längere Zeit ins Ausland gegangen bist, hast Du die Wohnung untervermietet – für 962 Euro monatlich, also für mehr als das Doppelte. Ob das rechtens war oder gegen die Mietpreisbremse verstieß, klärt aktuell der Bundesgerichtshof.

Doch schon jetzt ist klar: Solche Aktionen gehen gar nicht! Wie kannst Du nur Geld mit der Vermietung von Wohnraum verdienen wollen? Ist Dir überhaupt klar, dass Dein Gewinn allein auf der Tatsache basiert, dass Deine Mitmenschen auf eine Wohnung angewiesen sind? Du machst nichts anderes, als eiskalt ihre Abhängigkeit auszunutzen! Stell Dir mal vor, andere Leute würden so etwas tun!

Schäumt vor Wut: Titanic

 Vorsicht, Audi-Chef Gernot Döllner!

Sprache schafft bekanntlich Wirklichkeit. Mit großer Verwunderung lasen wir deshalb Ihre Reaktion auf die These der Süddeutschen Zeitung, dass Audi ein Werk in den Vereinigten Staaten eröffnen müsse: »Ein starker Fußabdruck vor Ort ist natürlich ein großer Vorteil, um erfolgreich zu sein. Gleichzeitig wäre es ein großer Schritt in einer so unsicheren Zeit.«

Wie bitte, Döllner? Fußabdrücke statt Reifenspuren und Ölflecken? Große Schritte statt Vollgas? Was Sie hier beschreiben, klingt eher nach einem barfüßigen Wanderausflug einer Freiburger Hippie-Kommune als nach einem siegessicheren Automobilkonzern von Weltformat. Wie soll denn so der Einstieg in die Formel 1 nächstes Jahr gelingen?

Dreht zur Beruhigung eine Runde um den Block: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Ganz, ganz stiller Feiertag

Da der kirchliche Feiertag Allerheiligen in meinem Bundesland ein gesetzlicher ist und noch dazu ein »stiller«, verbringe ich ihn in diesem Jahr erstmals ohne größere lärmende Ablenkung und mit dem erhabenen Gefühl, auf jegliche Urlaubstagsopferungen verzichten zu können, aber nach einer ruhigen Radtour innerlich so was von einkehrend an einem mehr als angemessenen Ort: Die Bushaltestelle in Einödhausen, gelegen in einem keilförmigen Tal, unweit eines Einzelgehöftes, eingemeindet vom Örtchen Henneberg, zugehörig, aber immer noch eine ganze Ecke vom Ort Meiningen entfernt im fränkisch geprägten Süden Thüringens nahe der Grenze zu Bayern, scheint mir die allererste Wahl zu sein, um endlich einmal den Totenmonat angemessen einzuläuten. Ich hoffe nur, dass kein Bus kommt.

Norbert Behr

 Filmfehler

Im Feriencamp für kinobegeisterte Kinder ist mir folgender Spruch dereinst leider nicht eingefallen: »Achtung, Boiler: Ich gehe jetzt duschen!«

Martin Weidauer

 Blaa

Wer, um das Wlan im Flixtrain zu testen, ein gelangweiltes »Blaa« in den Handybrowser eintippt, der wird lernen, dass es sich beim Blaa um eine regionale Weißbrötchenspezialität aus Irland handelt, die traditionell im irischen Waterford hergestellt wird und in der Europäischen Union einen geschützten geographischen Status genießt.

Patrick Volknant

 Warum nicht?

Es mal mit absurdem Humor auf der Kabarettbühne versuchen und während einer Nummer ganz viele beliebte Speisefische übereinander schichten. Dann wird ein Lachsturm einen Lachsturm auslösen.

Sebastian Dingler

 Zum Verwechseln ähnlich

Ich weiß, Paare nähern sich mit dem Alter ohnehin optisch einander an, aber ich respektiere den Schritt meiner Oma sehr, sich aus Liebe und als Zeichen der Zuneigung einfach eine Glatze schneiden zu lassen. Zumal mein Opa lange Haare trägt.

Fia Meissner

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 02.11.:

    Katharina Greve gewinnt beim Deutschen Karikaturenpreis 2025 den »Geflügelten Bleistift« in Bronze. TITANIC gratuliert!

  • 31.10.:

    Der WDR vermeldet: Anna Haifisch wird in diesem Jahr der Sondermann-Preis für Komische Kunst verliehen. Förderpreisträger ist der Hamburger Cartoonist Renke Brandt (u. a. bekannt aus TITANIC).

  • 10.10.: Christian Y. Schmidt erinnert im nd anlässlich einer Gedächtnisausstellung in Bernried bei München an den Ausnahmekünstler Ernst Kahl. 
  • 22.09.:

    Der 2004 verstorbene TITANIC-Mitbegründer Chlodwig Poth erhält ein Ehrengrab. Die FR berichtet.

  • 10.07.: »Im Kühlschrank brennt noch Licht«: Oliver Maria Schmitt schreibt in der FAZ zum Tod von Ernst Kahl.
Titanic unterwegs
09.11.2025 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst Michael Sowa: »Fragile Idyllen«
09.11.2025 Magdeburg, Zwickmühle Martin Sonneborn
09.11.2025 München, Vereinsheim Ella Carina Werner