Newsticker

Weniger bekannte Fakten zur Frankfurter Buchmesse


  • Nachdem Stände mit Würsten und Wein jahrelang das Bild in den Ausstellungshallen dominierten, geht der Trend auf der Frankfurter Buchmesse 2025 für alle überraschend zurück zum Buch. Na ja, Buch ... zu Young Adult halt.
  • Die Frankfurter Buchmesse ist der größte offene Bücherschrank der Welt. Jeder darf kostenlos so viele Bücher mitnehmen, wie unter den Mantel passen, und selbstverständlich auch eigene von zu Hause dazustellen, z. B. Meyers großes Konversationslexikon von 1985 in 48, halt, 47 Bänden (Be–Ca fehlt).
  • Junge Leute zwischen 14 und 25 sind für die Verlage die mit Abstand interessanteste Besuchergruppe. Beide fragen sich gleichermaßen: Wer sind die? Was wollen die hier?
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Die bessere Antwort #28

Darf ich meiner Kollegin sagen, dass ich mich von ihr belästigt fühle, wenn sie Kiwis mit Schale isst?

Für gewöhnlich sind mir Leute wie Sie ja zuwider. Leute, die bei anderen nicht mal die kleinste Eigenart aushalten können. »Leben und leben lassen« ist nicht umsonst ein Zitat von mir. Im Falle Ihrer Kollegin müssen Sie sich aber sogar belästigt fühlen, sofern Sie sich als aufrechte Demokratin verstehen. Denn ja, Ihre Kollegin begeht mit ihrem Verhalten einen Angriff auf unsere Demokratie. Sie outet sich als Radikale, als linksextreme Anarchistin, als eine, die beim Wahl-O-Mat die größte Übereinstimmung mit den Grünen hat ...

BookTok-Trope-Trends

Auf der Frankfurter Buchmesse werden auch heuer wieder die TikTok Book Awards vergeben. Hier die sechs neuesten Tropes, die aktuell unter #BookTok trenden:

  1. Enemies to Couple, Married for 30 Years, and Now Enemies Again
  2. Damsel in the Disco
  3. Best Friend’s Brother’s Second Cousin’s Cousin
  4. Grumpy and Grumpy (Viennese Edition)
  5. Forbidden Dark Fated Hand Holding
  6. Home Office Romance und in der Folge: Slow Burn Out

Nur für Gäste #5

Es herrscht Verunsicherung beim Thema Fleischersatzprodukte, und ich rede hier nicht von Ihrem bevorzugten Erotikshop. Nein, es geht um Schweinkram in einem anderen Sinne. Die EU bewegt sich gerade mit der Frage »Wann ist eine Wurst eine Wurst?« hinein in eine neue kulinarisch-begriffliche Eindeutigkeit. Eine pikante, um nicht zu sagen gepfefferte Entwicklung! Ein Einschnitt in Sachen Aufschnitt! Eine Debatte, die vielleicht gar kein Ende hat, sondern zwei? ...

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Na super, Dean Cain!

Sie sind (wenn überhaupt, dann) als Superman-Mime aus der 90er-Jahre-Serie »Superman – Die Abenteuer von Lois & Clark« bekannt. Und während Sie damals fiktiv gegen den Milliardär und Schurken Lex Luthor kämpften, wollen Sie heute real für den Milliardär und Schurken Donald Trump streiten und laut Spiegel »bei der massenhaften Abschiebung von Migranten aus den USA helfen«. Dafür rührten Sie die sozialmediale Werbetrommel: »Auf Instagram veröffentlichte Cain in den vergangenen Tagen ein Video, in dem er seine Follower dazu aufruft, als ICE-Agenten anzuheuern.«

Sie, Cain, glauben wohl allen Ernstes, mit diesem Aufruf für die Trump’schen Massenabschiebungen Heroisches vollbracht zu haben. Dabei könnten Sie so leicht ein echter Held sein! Für krypto(nit)-faschistische Wichtigtuer und MAGA-Maniacs wie Sie wäre es nämlich bereits ein ans Übermenschliche grenzender Kraftakt, einfach mal zu schweigen. Üben Sie sich also doch bitte in der Superkraft der medialen Unsichtbarkeit!

Auf diese stille Heldentat Ihrerseits hoffen die Supersatiriker/innen von Titanic

 Übrigens, Sarah Connor,

dass Sie jetzt gemeinsam mit Ihrer Tochter Musik machen, sei Ihnen gegönnt. Dass die junge Frau aber beim Singen den Mund öffnet und richtige Vokale und Konsonanten artikuliert, hat uns dann doch verwirrt. War es Ihre Absicht, solche Mixed Signals in die Welt zu setzen, als Sie Ihrem Kind den Namen »Summer« gegeben haben?

Reißt den Mund nicht nur beim Singen weit auf: Titanic

 Nǐ hǎo und privet, Putin und Xi!

Nǐ hǎo und privet, Putin und Xi!

Weil versehentlich die Mikrofone offen waren, wurde ein Gespräch, das Sie während einer Militärparade in Peking privat zu führen glaubten, live im Fernsehen übertragen. Und worüber unterhalten sich zwei Supermachtlenker, wenn sie glauben, dass sonst nur die Dolmetscher lauschen?

Putin: »Die Biotechnologie entwickelt sich ständig weiter. Menschliche Organe können kontinuierlich transplantiert werden. Je länger man lebt, desto jünger wird man und kann sogar Unsterblichkeit erlangen.«

Xi: »Einige sagen voraus, dass Menschen in diesem Jahrhundert bis zu 150 Jahre alt werden können.«

Na so was! Sind da zwei gestandene Kerle etwa wegen der eigenen Endlichkeit besorgt?

Wir sagen es ungern, aber so ein Gespräch über Unsterblichkeit und die darin spürbare Todesangst sind in ihrem Grad der Verweichlichung einfach schrecklich, nun ja: westlich.

Unsterblich grüßt Titanic

 Moment mal, »Zeit«!

»Vielen erscheint Hermann Göring noch immer als ›gemäßigter Nazi‹, der persönlich nichts gegen Juden hatte« – wie bitte? Bzw.: Was kennst Du denn für Leute? Und wäre nicht, wo Du schon die kontroversen Themen auspackst und Deine berühmte Frage zur Seenotrettung bereits etliche Jahre her ist, mal wieder ein mutig-provokantes Pro & Contra fällig, z. B.: »Göring – nett oder Nazi«?

Nicht ganz so gemäßigt: Titanic

 Söder!

Ja, Söder! Braav. Ganz ein Braver ist er, der Söder. Gell? Ja, gaanz ein Braver! Wo ist das Wurschti? Ha? Na, wo ist das Wurschti? Ja, da ist ja das Wurschti! Ja, so ein Braver! Ja, friss, Söder! Friss das Wurschti! Ja mei, ja schau, wie’s dem schmeckt. Ja sowas Feines. Ja sowas. Und jetzt geh aber wieder raus aus dem Instagram, Söder, gell, und zwar fix, sonst gibt’s was mit der Zeitung!

Und zwar mit der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Altern mit Faltern

Noch bin ich von der berühmt-berüchtigten senilen Bettflucht verschont geblieben. Ich habe einen Schlaf wie ein Säugling und falle meinen Mitmenschen nicht durch frühmorgendliches Rumoren und Rumpeln auf die Nerven, lange ehe die Sonne aufgeht. Doch eine andere Geißel des Greisentums hat mich weit vor der Zeit mit voller Breitseite erwischt. Ich leide nämlich inzwischen an Altersüberpünktlichkeit. Es kam schleichend über mich: Erst waren es fünf Minuten im Teams-Call, bevor es planmäßig losgehen sollte, dann zehn Minuten vor der Verabredung in der Kneipe, schließlich zwanzig Minuten vor Beginn der Kinowerbung – und neulich war ich so früh am Bahnhof, dass ich noch einen Zug vom Vortag erwischte, der »geringfügig« Verspätung hatte. Ich bitte, dies alles zu entschuldigen!

Theobald Fuchs

 Aufgaben, überall nur Aufgaben

Ich tippte in mein To-do-Programm als Aufgabe für den morgigen Tag »Arbeitsstunden noch in Excel eingeben« und wusste zugleich, dass ich die Angelegenheit in der Zeit hätte erledigen können, in der ich vermerkte, dass ich sie noch tun musste. Vermutlich wollte ich es partout erst morgen machen.

Robert Rescue

 Nicht vergessen

Im Sommer drückt die Hitze rein,
Im Winter kommt der Schimmel,
Im Frühling schweben Pollen ein,
Im Herbst hängt grau der Himmel.

Das alles klingt nicht grade gut
Und stimmt auch nicht so heiter.
Doch ein Gedanke macht mir Mut:
Im nächsten Jahr geht’s weiter.

Gunnar Homann

 Jus for fun

Die Qualität eines Kochbuchs über Soßen bemisst sich daran, ob es sich um eine gebundene Ausgabe handelt.

Daniel Sibbe

 Und stündlich grüßt das Murmeltier

Heute rief mich das Uhrenfachgeschäft Hieber an und teilte mir mit, dass meine Flik-Flak-Uhr fertig sei (es ist freilich die meines Sohnes), worauf ich mit überschäumender Freude reagierte und mich herzlich bedankte. Was daran so besonders ist? Dass das Uhrengeschäft Hieber eine Stunde zuvor schon einmal bei mir angerufen hatte, um mir exakt dasselbe mitzuteilen! Beim zweiten Mal dachte ich, das erwähne ich lieber nicht, sonst ist das nur wieder jemandem peinlich – so hingegen können sich zwei Menschen darüber freuen, dass sie ihre Aufgabe gewissenhaft erledigt haben. Seitdem warte ich darauf, dass das Telefon ein drittes Mal klingelt.

Fritz Krautzberger

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 10.10.: Christian Y. Schmidt erinnert im nd anlässlich einer Gedächtnisausstellung in Bernried bei München an den Ausnahmekünstler Ernst Kahl. 
  • 22.09.:

    Der 2004 verstorbene TITANIC-Mitbegründer Chlodwig Poth erhält ein Ehrengrab. Die FR berichtet.

  • 10.07.: »Im Kühlschrank brennt noch Licht«: Oliver Maria Schmitt schreibt in der FAZ zum Tod von Ernst Kahl.
  • 11.04.: Schertz vs. TITANIC: Lindner-Anwalt Christian Schertz geht jetzt auch in eigener Sache gegen TITANIC vor. SZ und turi2 berichten.
  • 01.04.:

    TITANIC-Mitherausgeber Tim Wolff spricht in E+Z Entwicklung und Zusammenarbeit über Journalismus und Satire.

Titanic unterwegs
17.10.2025 Köln, WDR-Funkhaus Bernd Eilert mit Otto Waalkes
17.10.2025 Frankfurt, Buchmesse Ella Carina Werner
17.10.2025 Frankfurt, Buchmesse Cornelius W. M. Oettle
17.10.2025 Frankfurt, Buchmesse Katharina Greve