Newsticker

Müters Söhne #48

Abbrechen

»Erst mal frei sein«

Gideon ist 17 Jahre alt. Seine Mutter Viola Müter schreibt hier im wöchentlichen Wechsel über ihn und ihre anderen zwei Söhne im Alter von 6 und 13 Jahren. Die Mutter nennt sie liebevoll ihre »Mütersöhnchen«.

Mit dieser Meinung bin ich sicherlich allein, aber ich finde, Kontaktabbruch sollte immer nur die Ultima Ratio sein. So bin ich erzogen worden und nach diesem Credo lebe ich. Häufig habe ich es daher noch nicht zum Äußersten kommen lassen. Der letzte Bruch war mit unserem Familienhund. Wir haben keinen Kontakt mehr, seit er vor neun Jahren als Welpe auf den handgeknüpften Perserteppich im Gästezimmer gepinkelt hat.

Nun musste ich bei Gideon die zwischenmenschliche Notbremse ziehen. Es war nicht das erste Mal, dass ich mit dem Gedanken gespielt habe, den Kontakt zu meinem ältesten Sohn abzubrechen. Als er letztes Jahr aus seinem Frankreichurlaub zurückgekehrt war und er mir keine Macarons mitgebracht hatte, habe ich ihn sogar bei WhatsApp blockiert. Und als neulich bei einer seiner Weinverkostungen ein Glas zerbrochen ist, habe ich mal getestet, wie es sich anfühlt, ihn über mehrere Wochen zu ignorieren. Fazit: gut ...

Powersätze für das chinesische Jahr der Schlange

  • »Du glaubst nicht, was ich in der Toilette gefunden habe!«
  • »Vorsicht, die ist giftig! Apropos, wie geht’s eigentlich deiner Verwandtschaft?«
  • »In China ist die Schlange übrigens ein Symbol für eine leckere Mahlzeit.«
  • »Moment, ich hab’s klein. Also: zwei Euro und ein Cent, zwei Euro und zwei Cent, zwei Euro und drei Cent ... was kostet das Ganze doch gleich? 38,73?«
  • »Komm doch rein! Leg dein Cape ab, kringel dich irgendwo ein ...«
  • ...

Die schönsten Momente der Sondierungsgespräche

  • Als Merz und Scholz in alter demokratischer Tradition ihre Glatzen gegeneinander schlugen, um die Redeordnung festzulegen
  • Als Esken auf einmal einfiel, dass sie ja auch noch existiert
  • Als Linnemann ChatGPT fragte, wie man möglichst schnell 90 Milliarden Euro verdient
  • Als Frei und Klingbeil anfingen, sich darum zu prügeln, wer besser abschieben kann
  • Als Heil Merz darum bat, wenigstens zu versuchen, sich darum zu bemühen, nicht noch mal mit der AfD zusammenzuarbeiten
  • Als Merz diese Bitte nach kurzem Nachdenken und dreiminütigem Lachanfall ablehnte
  • Als alle dann noch zusammen ein Bier trinken gingen
  • Als der Deckel mit den veranschlagten Ersparnissen aus den kommenden Bürgergeldstreichungen bezahlt wurde

TITANIC-Chefin Mateus live!

Am Donnerstag den 06.03. erklärt TITANIC-Chefin Julia Mateus, wie man trotz Interviews zum Sinn der Satire lacht.

Mit:

Jennifer Neumann M. A. - Literaturwissenschaftlerin am Institut für Germanistik an der Uni Gießen
Prof. Dr. Barbara Wild - Fachärztin für Neurologie und Psychiatrie sowie Psychotherapie
Moderation: Jan Tussing - hr INFO

Die Veranstaltung findet vor Ort und im Livestream statt. Der Eintritt ist frei.

Frankfurt am Main
Evangelische Akademie Frankfurt
Römerberg 9
60311 Frankfurt am Main

Vorschlag zur Güte #52

Scheinbar unüberbrückbare Differenzen spalten unsere Gesellschaft dieser Tage, wohin man auch schaut. Dem ehemaligen TITANIC-Chefredakteur und Hobby-Mediator Moritz Hürtgen lässt das keine Ruhe, liegt eine versöhnliche Lösung doch oft auf der Hand.

Die Kolumne von Moritz Hürtgen erscheint jeden Dienstag nur bei TITANIC.


Nachdem US-Präsident Trump und sein Vize JD Vance den ukrainischen Präsidenten Selenskyj im Oval Office zuletzt eine halbe Stunde lang zusammengebrüllt haben, fragt man sich in Deutschland, wie sich der kommende Kanzler Merz bei seinem Antrittsbesuch in den USA verhalten soll. Soll er eine provokante Linie fahren oder sich eher demütig geben?

Vorschlag zur Güte:

Um gegenüber Trump in einen Vorteil zu kommen, sollte Merz im Weißen Haus den Bi-Ba-Butzemann singen und dazu Hampelmann tanzen. Diese sog. Hintner-Methode aus der Terrorismusbekämpfung zielt darauf ab, ein Gegenüber mit schlechten Absichten zu verwirren und damit erst einmal handlungsunfähig und gefügig zu machen.

 

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Oh là là, Pariser Fremdenverkehrsamt!

Du hast nun Dein letztes Touristenbüro am Quai Jacques Chirac im 15. Arrondissement geschlossen. Chapeau! Mit dieser Maßnahme hast Du dafür gesorgt, dass sich bei Auskunft suchenden Besucher/innen, die statt auf hilfsbereite Ortskundige nur auf eine Mauer des Schweigens stoßen, sofort das authentische Paris-Feeling einstellt.

Witzeln mit typisch deutschem Humor

Deine Kulturrassist/innen von der Titanic

 Howdy, Liquid Death!

Du bist ein US-amerikanischer Getränkehersteller, der Mineralwasser in Dosen verkauft und ins Deutsche übersetzt »flüssiger Tod« heißt. Gern hätten wir uns darüber lustig gemacht, dass Du ein Grundnahrungsmittel wie Wasser nimmst und es dann für teuer Geld anbietest, nur weil Du es mit einem brutalen Namen versehen hast. Wir hatten uns sogar schon überlegt, welche gesunden Lebensmittel wir umbenennen könnten, um zu zeigen, wie dämlich dieses Konzept ist. Dabei sind uns zum Beispiel Sterbsen eingefallen. Oder der Entschla(p)fe(l). Oder die Grabfruit!

Aber dann haben wir bemerkt, dass Deine Strategie aufgeht, bist Du doch über eine Milliarde US-Dollar wert! Weshalb wir uns entschieden haben, uns ab jetzt ebenfalls den Marktmechanismen zu unterwerfen.

Findet das immer noch besser, als qualvoll zu krepieren:

Deine Todanic-Redaktion

 Unerhört, Pia Ratzesberger!

In einem Essay in der Süddeutschen Zeitung fragen Sie: »Müssen Frauen jetzt auch noch im Kreißsaal abliefern?« Und natürlich müssen sie das nicht! Also, na ja, außer ein Baby.

Meint voller Wohl und Wehen: Titanic

 Schnarch, Jan Josef Liefers!

In Ihrem Podcast »Somnoversum – Besser schlafen mit Liefers und Fietze« sprachen Sie darüber, dass unter Schauspieler/innen zwei Albträume besonders verbreitet seien. »Der erste geht ungefähr so: Du bist in einem fremden Theater, musst auf die Bühne, aber findest den Weg nicht, weil die Gänge so verschachtelt sind. Du hörst, wie auf der Bühne schon zum dritten Mal das Stichwort für dich fällt, du weißt, du musst jetzt da raus, aber du hast dich heillos verlaufen.

Im zweiten Traum bekommt man gesagt: ›Komm schnell, zieh das hier an, du musst auf die Bühne.‹ Dann steht man da, starrt ins Scheinwerferlicht, die Leute gucken einen an, und man hat keinen Schimmer, was von einem erwartet wird.«

Es wird Sie vielleicht freuen, dass wir in der Redaktion ebenfalls zwei wiederkehrende Albträume haben, die den Ihren sehr ähneln. Im ersten sind wir in einem fremden Theater und finden den Ausgang nicht, während Sie, Liefers, auf der Bühne eine mehrstündige Performance abhalten, in der Sie alle Rollen eines Dramas spielen.

Im anderen Traum sagt jemand: »Komm schnell, zieh das hier an, wir gehen in einen Film mit Jan Josef Liefers«, und man hat keinen Schimmer, was man sagen oder tun soll. Richtig wäre natürlich, sich zu weigern und »Ich bin doch nicht bekloppt!« zu brüllen, aber das fällt uns im Tiefschlaf leider nicht ein.

Wir hätten allerdings einen Lösungsvorschlag. Hören Sie einfach auf, zu schauspielern, und genießen Sie Wach- wie Schlafphasen künftig ohne Angst, Druck und lähmendes Lampenfieber. Ihre und unsere gesunde Nachtruhe würde es Ihnen danken!

Bleiben vorsorglich mit einem Bein in der Realität:

Ihre Tagträumer/innen von Titanic

 Na, Sebastian »El Hotzo« Hotz?

Na, Sebastian »El Hotzo« Hotz?

Nachdem vor einigen Monaten herausgekommen war, dass Du kein besonders netter Freund bist, zogst Du Dich eine Weile zurück.

Gegenüber dem Spiegel hast Du nun aber deutlich gemacht, dass Du bereit bist, Deine Karriere wieder ins Rollen zu bringen: Du sähest das Interview als »berufliches Signal an Leute, die überlegen, ob sie mich in das Autorenteam einer neuen Show holen sollen: Hey, ich bin kein Risiko.«

Außerdem hast Du enthüllt, dass Du Dein ikonisches Statement »Ich habe gelovebombt, gegaslightet, manipuliert und von Exklusivität gesprochen, Frauen hingehalten und Beziehungen verheimlicht, um nicht aufzufliegen« nicht allein, sondern zusammen mit zwei »beteiligten« Frauen verfasst hattest.

Wie, Hotz, Du hast also einen zum Teil von Frauen geschriebenen Text als Deinen eigenen ausgegeben? So sehr musst Du aber doch auch nicht beweisen, dass Du perfekt in die Autorenteams der meisten Shows passt!

Hört Deine Signale: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Niedliche Diagnose

Beim Blick in den Spiegel entdeckte ich stark angeschwollene blaue Blutgefäße im Halsbereich, die mir große Sorgen machten. Zum Glück konnte mich der Arzt beruhigen: Ich brauchte nur eine Drainage für meine Schlymphe.

Andreas Blüthner

 Zu Kohls Zeiten

Als ich mein Kreuz bei einer Landtags- oder Bundestagswahl im Internationalen Begegnungszentrum in Wuppertal-Unterbarmen gemacht hatte, stand ich noch für einen Moment draußen am Eingang und zündete mir eine Zigarette an. Ich wollte unbedingt hören, wie der Mann, der nach mir die Wahlkabine betrat, rief: »Der Kuli ist kaputt!« Das war er aber gar nicht, nur unvollständig, da ich die Mine aus Spaß entfernt hatte.

Uwe Becker

 Happy End

In einem Personalausweis gibt es keine Nullen, wegen der Gefahr der Verwechslung mit dem O. Das zu wissen, ist wichtig, wenn man in der ARD-Mediathek Inhalte für über 16jährige Personen sehen möchte. Ich wollte mir also letztens eine Dokumentation über die Pornoindustrie reinziehen. Nachdem ich mehr als zehn Minuten lang vergeblich versucht hatte, mich mit meiner Personalausweisnummer anzumelden, entschied ich mich für eine Mediathek, in der mir pornografische Inhalte ganz ohne Altersverifizierung präsentiert werden. Einerseits fehlte die kritische Einordnung des Gezeigten, auf der anderen Seite war ich nach drei Minuten fertig und konnte mich zufrieden anderen Aufgaben widmen.

Jan Conrad

 Berufliche Perspektiven

Immer wieder musste ich mir über einige meiner Nebenjobs die süffisante Bemerkung anhören: »Das könnte ein trainierter Affe genauso gut machen.« Was für ein Irrtum! Ein gut trainierter Affe ist eine Attraktion. Der würde solche Arbeiten verweigern, denn der hat ganz andere Karrieremöglichkeiten.

Jürgen Miedl

 Ausgeträumt

Im Traum blätterte ich in einem Traumdeutungsbuch. Obwohl ich nicht an so was glaube, war ich neugierig und wollte nach dem Aufwachen wissen, was das bedeutet. Es stellte sich heraus: Wer im Traum etwas in einem Buch nachschlägt, ist alt.

David Sowka

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 27.02.:

    Die FAZ, turi2 und noch einmal turi2 berichten über die juristische Auseinandersetzung zwischen Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP) und TITANIC bzgl. des Januartitels.

  • 30.01.:

    Die Leipziger Volkszeitung berichtet über Buchpreisverlierer Clemens Meyer und seinen Gastbeitrag in TITANIC, mit dem er sich seine Scheidung und Steuerschulden finanziert. 

  • 07.01.:

    Radio 3 befragt TITANIC-Chefredakteurin Julia Mateus zum Anschlag auf die Charlie Hebdo-Redaktion.

  • 22.12.:

    Die Pharmazeutische Zeitung ist begeistert über die Rückseite der aktuellen Januarausgabe. Auch die Deutsche Apotheker Zeitung und die PresseBox berichten.

  • 19.12.:

    Der Deutschlandfunk macht einen Faktencheck zu einigen TITANIC-Tipps für zwei NASA-Astronauten auf der ISS.

Titanic unterwegs
06.03.2025 Nürnberg, Literaturhaus Thomas Gsella
06.03.2025 Bamberg, Kulturboden Hallstadt Martin Sonneborn
07.03.2025 Ilmenau, Festhalle Martin Sonneborn
08.03.2025 Leipzig, Kupfersaal Martin Sonneborn