Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 63

»Mai 2020 – von Deutschen gestochen!«

1.5. Corona immer noch »in aller Munde«. Etwas seltsames Statement von BM Olaf Scholz zur Krise: »Das Leben ist ein einziger Scheißhaufen. Und wir sind gerade reingetreten.« Die nervliche Anspannung, über so lange Zeit schon!

2.5. Corona-Hassfiguren: Lothar Wieler (RKI-Chef): »Das ödeste Gesicht der Krise« (»Wild und Hund«), »Lutscher und Schlaftablette« (»Tina«), »Die Rückkehr des furchtbaren Spießers« (»Spon«). Besonders gefürchtet ist sein Händedruck: schlaff, quallig-weich, feucht-nass, sehr warm, leblos, als würde man in eine volle Windel greifen. »Ich empfehle nach einer Begegnung mit diesem Seuchenexperten fünfminütiges heiß-kaltes Händewaschen und anschließende Ganzkörper-Desinfektion.« (Karnevalspräsident Helge Braun)

Corona-Lieblinge: Abmahnanwälte, die Frauen verklagen, weil deren (ehrenamtlich) selbst genähte Atemmasken Patente verletzen. Sympathisch!

3.5. Ums Eck hat ein neues Ladengeschäft mit dem unaussprechlichen Namen Novoinox (Gastronomie- und Großküchen, Neu- und Gebrauchtgeräte) eröffnet. Lange Jahre (1977–2007) war in den Räumlichkeiten Hamburgs erste Frauenkneipe beheimatet, danach der Nasenbär (»alles fürs Mutterglück« – na, das erklärt natürlich alles), zuletzt die Fischköppe (Fischbrötchen und allerhand MEER aus Neptuns Reich). Nun also Novoinox. Wie kommt man auf die Idee, sein Geschäft NOVOINOX zu nennen? Ein abstoßendes Wortungetüm, Insolvenzbeschleuniger, Rohrkrepierer, bei dem die Pleite schon eingebaut ist. Intensive Recherchen der Schatulle haben ergeben, dass Novoinox nur die Spitze des Eisbergs ist. Weitere Firmen, die auch vor der neuartigen Corona-Krise eher überschaubare Erfolgsaussichten hatten:

  • Nuhsrepah KGaH (Bürokleinartikel)
  • Mesaahnre & Friends (Autozulieferer)
  • Roboinetra AG (Industriedichtungen)

4.5. Tödliche Antriebslosigkeit.

5.5. Das »innere Nilpferd freigelassen«. Geiles Gefühl hinterher.

6.5. Clevere Corona-Erfindungen: Atemmaske »Infekt« – die Maske, die man nach dem Tragen essen kann // Das brennbare Toupet »Covid« // Handyburger »19« – der erste Burger, der beim Essen klingelt

7.5. Schlagzeilen, mit denen niemand gerechnet hätte: QUARANTÄNEHAMMER: MACHER DER INTIMSCHATULLE SPURLOS VERSCHWUNDEN // CORONA-GEHEIMNIS: WO SIND DIE MACHER DER INTIMSCHATULLE? // VIRUSIRRSINN: ERSTES BUNDESLAND (SACHSEN-ANHALT) SETZT BELOHNUNG FÜR HINWEISE AUF INTIMSCHATULLEN-MACHER AUS

8.5. Um mich von der Krise abzulenken, den ganzen Tag in Franz Kafkas Tagebüchern 1910–1923 gelesen:

  • »Auf eine dringliche Frage, ob denn nichts ruhe: Ja, der fliegende Pfeil ruht.«
  • »Befürchtungen darüber, ob mein Augenlicht für mein ganzes Leben genügen wird.«
  • »Kleine Städte haben auch kleine Umgebungen für den Spaziergänger.«
  • »Ein vertikal gehender Schmerz im Kopf über der Nasenwurzel, wie von einer zu scharf gepreßten Stirnfalte.«
  • »Die Kraft meiner Träume, die schon ins Wachsein vor dem Einschlafen strahlen.«

9.5. Tagesüber Angst, abends beim TV Jieper auf Süßes: Marzipankartoffeln, Hagebuttenkompott, ostpreußische Zitronenspeise. Interessante Info aus dem Netz gesaugt: Ein hessischer Superspreader hatte Kontakt mit 600 Personen und hat niemanden angesteckt! Auch (und gerade) in Corona-Zeiten gibt es Wunder. Gott heilt täglich viele tausend Kranke. Aus Dankbarkeit noch lange in den Psalmen gelesen.

10.5. Nach langem Gerangel endlich die gute Nachricht, dass der deutsche Spargel vor dem Verrotten gerettet ist. Das Landwirtschaftsministerium macht’s möglich und lässt zweimal (Mai/Juni) je 40 000 Erntehelfer einfliegen. Nicht nur Ioan T. (Rumänien) ist begeistert: »Deutschland kann auf mich zählen.« Wäre vielleicht gar nicht nötig gewesen, denn auch mehr als 16 000 Deutsche haben sich als Erntehelfer gemeldet. »Sogar Fußballer waren dabei.« (J. Klöckner). ABER: »Ohne oder mit wenig Erfahrung kann man bei der Spargelernte nicht richtig helfen.« (Erwin Wihn, Landwirt) Schade, denn wie überzeugend würde folgendes »Güteprädikat« klingen: DEUTSCHER SPARGEL KLASSE 1 – VON DEUTSCHEN GESTOCHEN. Die Schatulle meint: Chance vertan!

11.5. Atemmasken, Desinfektionsmittel, Schutzkleidung, Hygieneartikel werden als das »neue Gold« gehandelt. Fragwürdig. Geiler Corona-Song (Quarantäne-Hit): »Machen wir das Beste draus« der DDR-Band Silbermond.

12.5. Burning feet unerträglich.

13.5. In-&-Out-Liste Mai

IN: Extraschub Motivation, tonnenschwere Nashornliebe, Fun Facts, die RTL-2-Abschleppprofis, der Spruch »Willst du meinen Ausknopf finden, dann rede mit mir über Politik«, Flexi Life & Flexi People, ein romantisches Schnaps-Buffet, der Spruch »Ich geh mal auf Klo und dann heißt es Free Willy«

OUT: Zufälliger Untergang & zufällige Verschlechterung, sich immer nur »irrtumsfrei und regelkonform« verhalten (langweilig!), Kirchheim unter Teck, Schmalzgebackenes (besteht praktisch nur aus Fett)

14.5. Lebensoptimierende Maßnahmen:

  • Schaffen Sie sich einen hochwertigen Wassersprudler der Marke »Kitchen Aid« an.
  • Nehmen Sie Abstand von Haustieren (auch von Kleinsäugern und Fischen).
  • Parken Sie auf Ihrem Girokonto mindestens 50 000 Euro (Corona-Notgroschen).

15.5. Nach dem Breakfast (Weißbrot mit italienischer Salami und Hartkäse) ausführliche Dentaltoilette mit Zahnseide und anschließender Mundspülung. Am Schreibtisch eingelocht, trotz Virusangst weiter, immer weiter am Roman, Tempo machen. Anschließend im Café 2 Talk Wiener Würstchen und Kartoffelsalat. Die Schlagzeilen in den ausliegenden Zeitungen drehen sich wieder mal ausschließlich um die neuartige Corona-Krise: CORONA-VERMÄCHTNIS: TODKRANKE MUTTER NIMMT EIN HÖRBUCH AUF // CORONA-NOSTALGIE – BAKTERIEN FRESSEN NAZI-U-BOOT AUF // CORONA-VORAHNUNG – MANN HORTETE SIEBEN JAHRE SEIN FEIERABENDBIER

Firmen, die dem Untergang geweiht sind

16.5. Rubrik Demütigungen beim Laufen. Ich mal wieder (trotz Krise) im dummen Wohlers Park (Runde à 640 Meter) unterwegs, nutze die stumpfe Lauferei, um Ideen/Gedanken/Gags zu sammeln und sie in die Notizen-App zu sprechen. Dann passiert Folgendes: Ein Mann, ca. 30, austrainiert, Typ Bachelor, Big Brother, Temptation Island, jedenfalls irgendwas RTL/RTL2-mäßiges, überrundet mich, dreht sich zu mir um und ruft mir (noch nicht mal besonders unfreundlich) zu: »Jetzt steckst du mal dein Handy weg. Los, durchziehen, da geht noch was.« Nächste Überrundung: »Ich hab auch mal 120 Kilo gewogen.« (Was soll das denn heißen?!?) Übernächste Überrundung: »Durchziehen, durchziehen!« Offensichtlich bin ich jemand, der dazu einlädt, verspottet zu werden.

17.5. Krisenprofiteure: Sozialphobiker. Es gibt für derartig traurige Exemplare nichts »Geileres«, als ohne schlechtes Gewissen daheimzubleiben. Wie die Maden im Speck glucken sie in ihrer verdunkelten Wohnung, feixen sich einen, verspotten ihre unter der Enge leidenden Nachbarn, lassen es sich gut und besser gehen. Fies!

18.5. In Erwartung der nächsten Karnevalssaison (vorauseilender Gehorsam) Text für einen potentiellen Gute-Laune-Hit geschrieben: Wat macht de Flus in de Nas? (Was macht die Fluse in der Nase). Kennt man, hat jeder schon mal gehabt und sich drüber geärgert (hohes Identifikationspotential). Karnevals-Vorfreude statt Corona-Frust. Hier der vollständige Refrain:

»Wat macht de Flus in de Nas?
Da macht dat Leben kein Spaß!
Denn mit ’ne Flus im Jesicht Musst du vors Flusenjericht.«

19.5. Firmen mit nur geringem Wachstumspotential (Corona-Flaute hin oder her):

  • Siistraal eGmuH (Lagerhallenvermietung)
  • Normahliv SE (Fensterbau)
  • Rehfehsus EWIV (Tierversicherungen)

20.5. Groteske Erscheinungen, die in Corona-Zeiten eine überraschend gute Figur machen: Florian Silbereisen, Susanne Daubner, Kassetten-DJ Stumpi.

21.5. Durchfall.

22.5. 1) Hoher Sexualdruck in Virus-Zeiten. Harte Frage (Schatulle radikal): Werden wir bald so weit sein (notgeil), uns auf Margot Käßmann oder Heidi Klum einen runterzuholen? 2) Wieder mal bringt es Peter Sloterdijk auf den Punkt: »Zwei Drittel der politischen Gebilde, die heute in den United Nations vertreten sind: Was man Nation nennt, sind zum großen Teil Staaten ohne Staatsbürger, improvisierte Synthesen heterogener Populationen.«

23.5. Angst, daher Schnaps. Abends Schach gegen den Computer – chess against (the) computer.

24.5. Neuer, absolut zuverlässiger Indikator für Knallchargen, Supertrottel und Vollidioten: Der »Ellbogengruß«. Mit unfehlbarer Instinktsicherheit einigen sich Knallchargen, Supertrottel und Vollidioten sofort auf Scheiße aller Couleur.

25.5. Das Alter erfordert täglich etwa eine Stunde von mir. Anziehen der Strümpfe, Suche nach der ewig verschwundenen Brille, Verschüttungen. Abends mit Bertram Leyendieker gekocht (Polnische Zunge süß-sauer mit Ravigotebutter und gefüllten Salzgurken, zum Nachtisch Quarkcreme mit Waldmeister).

26.5. Auf SWR 3 »Patienten im Visier«, Reportage über unverschämte Patienten. Was sich manche Kassenpatienten so alles rausnehmen! Vom Stamme Nimm. Nicht nur nehmen, auch mal geben, möchte man ihnen zurufen/sie niederbrüllen. Unverschämte Sausäcke mit ihren bescheuerten (meist eingebildeten) Beschwerden. Zetern und motzen, wenn sie nicht sofort ans teure Beatmungsgerät gehängt werden. Mein Gefühl: Ohnmacht, ich bin nämlich genau nie krank und muss für solche Schmarotzer blechen (Solidargemeinschaft, hahaha, dreimal laut gelacht, verhalten DIE sich denn solidarisch MIR gegenüber?).

27.5. Das Allergrößte für Knallchargen, Supertrottel, Vollidioten und Arschgeigen sind CHALLENGES. »Witzig, kreativ und durchgeknallt.« Nun zeichnen sich gerade die Corona-Challenges durch geradezu atemberaubende Einfallslosigkeit aus. Die derzeit beliebtesten Bewerbe: 1) #klopapierchallenge – Fußball spielen mit Klopapierrollen. 2) #coronadancechallenge – Es wird getanzt (je verrückter, desto besser), und das Ganze dann als »Coronadance« ins Netz gestellt. 3) #NakedChallenge – sich nackt ausziehen und den »Partner« in komplett unpassenden Situationen splitterfasernackt überraschen 4) #oldpicturechallenge – Fotos aus Kindertagen posten.

28.5. Coronahelden, denen niemand applaudiert: Laubbläser.

29.5. Dank Krise achten die Deutschen wieder aufeinander! Doch »aufeinander achten« bedeutet auch prüfen, sichten, kontrollieren, »aufeinander aufpassen« – eben auch: sich gegenseitig überwachen. Gerade DDR-Bürgern hilft dabei ihre Stasi-(Spitzel-)Vergangenheit. Ein Auto mit »fremdem« Kennzeichen etwa, das grundlos durch den Ort cruist? Hilf dir selbst: Fahrzeug beschädigen (reintreten, Scheinwerfer einschlagen, Außenspiegel abbrechen etc.), Insassen rauszerren und zur Rechenschaft ziehen. Auch gut: bei Menschenansammlungen mit mehr als zwei Personen der Spruch »Das ist aber keine Kernfamilie«, anschließend zügig die Ansammlung auflösen.

30.5. Firmen, die es wohl nicht in den Dax schaffen werden TEIL 1:

Vormauhns e.K. (Druckvorlagen)

Mohjutereh AG (Badezusätze, Hotelseifen)

Suhsises GmbH (Prothesen)

31.5. Schatullen-Empfehlung: Genießen wir die Corona-Zeit, denn sie kommt in der jetzigen Form vielleicht nie wieder. Die Welt wird ohne Corona-Ticker, ohne Breaking Covid News, ohne tägliche Virologen-PKs nicht mehr dieselbe sein, die sie vorher schon nicht war.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Metallica-Drummer Lars Ulrich!

Metallica-Drummer Lars Ulrich!

Bei einem Auftritt in der sog. »Trunk Nation«-Show gaben Sie, wie der »Rolling Stone« berichtete, zum Besten, was Sie derzeit gedanklich umtreibt: der Snare-Sound auf Ihrem Album »St. Anger« von 2003.

»Ich höre St.Anger, das sind eineinhalb Schläge, und da ist eine Menge unglaublicher, roher Energie, und es ist so ›Woah!‹. Es ist ein bisschen herumgeschlagen worden. Aber die Snare-Sache, das war super-impulsiv, kurzzeitig …«

Einmal im Flow, flowen Sie weiter: »Ja, das ist cool, das ist anders. Das wird einige Leute verrückt machen. Das klingt, als gehöre das zum Prügeln dazu. Heilige Scheiße! Das haben wir nicht kommen sehen …«

Heilige Scheiße, Ulrich, was man allerdings durchaus kommen sehen kann: Wenn ein stinkreicher Trommelfell-Quälix wie Sie nach geschlagenen 17 Jahren glaubt, immer noch über den Klang seiner Schnarr-Trommel schwadronieren zu müssen, dann dürfte es langsam an der Zeit sein, sich in die Heavy-Metal-Rente zu verabschieden.

Weil: Something else matters. Titanic

 En passant gefragt, Laufsportmagazin »Aktiv laufen«:

Wie macht man’s denn passiv? Titanic

 Holy shit, Katharina Wolff,

Personalstrategieberaterin für die digitale Wirtschaft, Ex-CDU-Politikerin und Podcasterin! Auf der Webseite Meedia, die wir vor Urzeiten mal als echtes Medienmagazin wahrgenommen hatten, sabbelten Sie: »Fehl-Hires im Executive Bereich kosten bis zu 500 000 Euro.« Weiter wussten Sie, praktisch nicht zu vermeiden, einen »Headhunter« in Ihren Text zu basteln, teilten mit, was »der CMO eines Grown Up« durchschnittlich im Jahr verdiene, wie viel so ein »Onboarding durch die HR« koste, wovon »mehr als »6000 HR Professionals« sprächen, und gaben sodann »6 Hiring-Hacks«.

Schon ganz lustig soweit. Aber angenommen, jemand hielte sich an Ihre ganzen Advices, das hieße dann ja, dass die sich damit befassenden Berufe bzw. Jobs bzw. Employees bzw. Consultants usw. usf. sich selbst abschaffen würden, gell? Und wollen Sie uns diesen Gefallen nicht tun? Please! Titanic

 Polizei Nürnberg!

Nachdem Du mehreren Radaktivisten die Luft aus den Reifen gelassen hattest und dies als geeignete Maßnahme gegen unbelehrbare Teilnehmer der Critical-Mass-Bewegung deklariertest, appelliertest Du just darauf »an die Vernunft der Verantwortlichen im Sinne des fairen Miteinanders im Straßenverkehr.«

Vorbildlich, gute Polizei; wir wollen in Zukunft noch mehr Engagement von Dir sehen! Was hältst Du davon, all den unbelehrbaren Rasern, die Radfahrer und Fußgänger tödlich überfahren, die Räder von der Karosserie zu montieren und erst wieder zurückzugeben, wenn sie ihr dauerhaft rücksichtsvolles Verhalten im Straßenverkehr unter Beweis stellen?

Hoffnungsvoll: Titanic

 Da Du, sackclevere Commerzbank,

jeglichem Vorwurf der Vetternwirtschaft dadurch vorbeugst, dass Du einen gewissen Herrn Vetter zum neuen Chef Deines Aufsichtsrats machst, rechnen wir fest mit weiteren bemerkenswerten Neuzugängen in Deinem Hause. Frau Miss und Frau Schatte sollen derzeit ja ebenfalls auf der Suche nach einer neuen Tätigkeit sein. Und die beiden ehemaligen Wirecard-Banditen Braun und Marsalek haben zwar keine glorreichen Namen, können dafür aber mit starken Referenzen glänzen.

Bestätigen offiziell: die Wirtschaftsprüfer von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Herrgott noch mal

Gottes Wege sind unergründlich? Pah! Regen ist zum Beispiel Gottes Weg, zu sagen: »Dusch endlich.«

Felix Scharlau

 Kommt ’ne Frau beim Arzt …

… macht etwas Smalltalk in beider heimatlichem Dialekt, wird korrekt behandelt und geht nach Hause.

Jasper Nicolaisen

 China

Vor einigen Jahren machte ich eine geführte Tour durch Peking. Verbotene Stadt, Mauer und Tempel, das war alles sehr eindrücklich, doch die Rückfahrt zum Hotel in dem kleinen Reisebus war mindestens ebenso einprägsam. Die Mitreisenden sahen interessiert oder abwesend aus dem Fenster, einige plauderten mit den Sitznachbarn, doch kaum jemand nahm Notiz von unserem Reiseführer, der auf dem Monitor seinen Lieblingsfilm »Kung Fu Panda« vorführte, simultan übersetzend, glücklich versunken, gestikulierend, in verschiedenen Stimmlagen und auch mit Gesang.

Miriam Wurster

 Trinklustig,

ja durstig hatten wir die Hotelbar aufgesucht. Der Barkeeper allerdings kam hartnäckig nicht zu uns, um dann, nach endlich erfolgter Bestellung, für ziemlich lange Zeit spurlos zu verschwinden. Aber warum wunderten wir uns? Schließlich nannte sich die Wellnessabsteige, in der wir gelandet waren, nicht nur »Resort«, sondern eben auch »Hideaway«.

Irmtraud Hnilica

 Die Jugend von heute

weiß, mit ausgereifter Selbstreflexion zu überzeugen. So konnte ich heute Morgen beobachten, wie ein Halbstarker auf einen anderen, der schon am Boden lag, einschlug und rief: »Der Klügere gibt nach! Bin ich aber nicht.«

Nick Hertzberg

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.
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Das schreiben die anderen

  • 09.09.:

    Die "Abendzeitung" interviewt Rudi Hurzlmeier.

     

  • 04.09.:

    Ella Carina Werner klärt in der "Taz" über den Alterskult im westlichen Sumatra auf.

  • 03.09.:

    Moritz Hürtgen spricht mit ZDFheute über Satire nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".

  • 02.09.:

    Über eine Regenlesung der TITANIC BoyGroup berichtet die FAZ.

     

  • 19.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die FAZ auf großer Büßer-, Pilger- und Fürbittfahrt für alle Pest- und Seuchenopfer.

Titanic unterwegs
23.09.2020 Melle, Theater Martin Sonneborn
24.09.2020 Hamburg, Schauspielhaus Max Goldt
24.09.2020 Braunschweig, Kulturzelt Martin Sonneborn
25.09.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten TITANIC-Taskforce