Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 65

Thomas-Mann-Spezial:

»Seine geilsten Zitate«

1.7. 17 Grad, Sonne-Wolken-Mix, Schauer, sehr windig. So soll es den gesamten Juli über bleiben. Einzige Bauernregel, die zuverlässig funktioniert: Siebenschläfer. Tagsüber nichts, abends TV-Reportage über hoch verschuldete Deutsche (in Coronazeiten traurig aktuell). Wie in Gottes Namen konnte es nur soweit kommen?! Frage der Reporterin (RTL 2): »Warum haben Sie die Post denn nie geöffnet?« Antwort: »Briefkasten war kaputt.« Fantastisch!

2.7. Start des neuen, halbstündigen Serviceprogramms »HERVORRAGEND BEVORRATET!« auf SWR 3. Tipps und Tricks rund um den cleveren Einkauf. Die Moderation übernimmt überraschend Richard David Precht. O-Ton des populären Fun-Philosophen: »Mal was anderes!«

3.7. Herrlich, wenn den Deutschen der Urlaub verdorben wird. Alle bleiben wohl oder übel »im Lande«, hängen verbittert auf zugigen Campingplätzen oder in hoffnungslos überfüllten Ostseebädern rum und warten wie die Echsen auf einen winzigen Sonnenstrahl. Bin oft unsicher, ob die neuartige Corona-Krise meinen Glauben gefestigt oder ob er winzige (Haar-)Risse bekommen hat. Bekanntlich bin ich ein christlicher Satiriker, bei dem der Glaube die spitze Feder lenkt. Gott schmökert mit, ich habe oft das Gefühl, als wäre er es, der die Seiten umblättert. Manchmal benutzt er auch einen Radiergummi, wenn mir aus Versehen etwas zu Freches herausgerutscht ist. Jedenfalls hat die christliche Buchhandlung Hansen heute gleich fünf neue, wunderbare Bücher geliefert:

»Biblische Fahrschule zur Ehe«

»Für jeden Tag ein Häppchen Heiterkeit. Ein Schmunzelbuch für Christen«

»Wunder kommen leise – wenn Gott dir eine zweite Chance gibt«

»Mein Gebet macht mein Kind stark: Was geschieht, wenn Eltern beten«

»Ich habe gelernt, auf dem Wasser zu gehen – neue Mutmachgeschichten für Frauen«

Starke Lektüre für den ganzen Sommer. Regen hin, Wolken her!

4.7. Der Sommer 2020 ist für mich nicht nur der Corona-Sommer, sondern auch der Thomas-Mann-Sommer! Schmökere noch mal sämtliche Tagebücher durch und schreibe die geilsten Sätze raus. Kleine Kotz-, äh: Kostprobe (F. Asmussen):

– »Meiner Nöte müde, o mein Gott, sterbensmüde.«

– »Ad Sagen – Sein: Das Ent-sagen (wie ent-nehmen) entnimmt das zu Sagende von dem Sein und ent-sagt dabei, d.h. gibt es zurück.«

– »Wäre es nicht reine Wollust, einen ganzen Sommertag lang bis zum Kinn in einem entlegenen Sumpf zu stehen, umgeben vom Duft des Schildfarns und der Blaubeeren, eingewiegt vom Summen der Schnaken und Mücken?«

– »Als ich heut vor dem Spiegel Kirschen fraß, sah ich mein idiotisches Gesicht.«

5.7. Alltagsfrage: Warum müssen sich eigentlich Menschen kratzen?

6.7. Heute nur noch 15 Grad! Schaue der Natur zu, wie sie sich erholt. Liste sinnloser Berufe (Teil 2): Ornithologe. Pförtner. Kieferchirurg.

7.7. Christian Hering (Dortmund) unterrichtet jetzt Lach-Yoga per Videochat. Hoffentlich ansteckend!

8.7. Hochsommer In- und Outliste.

IN: Sich jetzt schon auf die Spargel-(das weiße Gold)Saison 2021 freuen, Laufregen, neue Netflix-Serie »Salomon-Tendenz«, Party Animals (Wieder Schwung in die Bude bringen), Salonlöwen (geil veraltet), Feenkaiser – ja gerne, aber nicht mehr für »lau«, das Kabarettduo SUCHTPOTENZIAL mit seinem Claim »Zu laut fürs Altersheim, zu versaut für den Kindergarten«, der Stimmungssong »Bettenwechsel in Pelzerhaken« (Urlaubsfeeling trotz Schmuddelsommer)

OUT: Welt ohne Tiere, der öde Spruch »Phoenix aus der Flasche«, Autos ohne Klimaanlage (Rumänensauna), Hardcoreraucher, die von sich behaupten: »Ich würde sogar im Schlaf rauchen, Rauchen ist wichtiger als Luft«, Michael Wand (Ödling), Kuchen backen – Arschbacken (bemüht)

9.7. Ganz gute Idee für eine Eigenwerbung: »Wie ein Kalmar mit seinen Farben und Tentakeln spielt, jongliert HEINZ STRUNK mit seiner Vielseitigkeit. Eine rhythmische Explosion, aber auch die Verwandlung in Sanftmütigkeit, verziert mit dem Sahnehäubchen Humor. Das lässt jedes Herz höherschlagen.«

10.7. BRAINSTORMING: Der altersmilde Phantast // Leben bedeutet Anwesenheitspflicht // Der Tod durch den Schwamm

11.7. Die geilsten Zitate von Th. Mann, Teil 2:

– »Ein Dichter, der liest, ist wie ein Kellner, der ißt.«

– »Recht haben, wer legt eigentlich darauf noch Wert? Ein paar Dummköpfe.«

– »Werden Spätere dran glauben, wenn schon die Heutigen es nicht tun? Vielleicht doch, da sie weniger Interesse daran haben, es nicht zu glauben.«

– »Für etwas wie für ›die Geschichte‹ geboren zu sein, ist natürlich strapaziös. Offenbar war er den Ansprüchen nicht gewachsen.«

– »Rückgang der Wärme im Laufe des Tages bis zum Bedürfnis des Heizens.«

12.7. Zur Zeit mal wieder an jeder Litfaßsäule diese Werbung: »Schule des Schreibens – Deutschlands größte Autorenschule: SCHREIB DEIN BUCH!« Bitte nicht, denkt man, aber: »Ihr Traum ist es, ein eigenes Buch oder e-Book zu schreiben und zu veröffentlichen? Mit der Schule des Schreibens haben Sie die richtige Wahl getroffen, diesem Traum einen Schritt näher zu kommen.« Der sich hartnäckig haltende Unfug, in jedem Menschen stecke ein Buch, ist ein schwerer Irrtum, denn in den meisten Menschen steckt noch nicht einmal eine Kladde, eine Seite, oft nicht einmal ein einziger Satz (außer carpe diem). Und falls wirklich mal etwas von Belang passiert, sollten sie das Aufschreiben den Leuten überlassen, die Ahnung davon haben.

13.7. Hendrik Streeck, erinnert sich noch jemand an Hendrik Streeck, den »Lanz-Virologen«? Guter Ein-Euro-Gag: Hendrik Streeck – DER HITLERJUNGE UNTER DEN VIROLOGEN.

Ausflug mit einem kleinen Boot

14.7. Schatullenservice lebensoptimierende Maßnahmen:

– Legen Sie die Dinge, die Sie am Morgen benötigen, immer schon abends raus (Klassiker, ich weiß, wird trotzdem viel zu selten berücksichtigt).

– Halten Sie Ihr Auto zu mindestens einem Drittel vollgetankt.

– Gehen Sie unangenehmen Telefonaten nicht aus dem Weg.

– Für Fortgeschrittene: Ein Cabrio (Empfehlung der Schatulle: Roadster der Baureihe Mercedes-Benz SL) macht den Sommer rund!

15.7. Seit Längerem Schwachmaten-Modewort:
Narrativ. Im sonntäglichen ARD Presseclub wurde es unlängst über zwanzig Mal benutzt, und zwar nicht etwa von nur einem einzigen verstrahlten Trottel, sondern von sämtlichen Mitgliedern der Quasselrunde (Moderator Jörg Schönenborn möchte man auch nicht zum Vater haben). Jetzt folgender Gedanke: In Null-, Nichtig- und Quatschbedeutung ist es eng verwandt mit im Endeffekt (»Im Endeffekt schmecken Sphaghetti besser, wenn man ein Schuss Olivenöl in Kochwasser reintut«). Nun die wirklich interessante Frage, welche Runden das Narrativ noch zieht, bis es – how low can it go – am Ende Einzug in den Sprachschatz von Sylvia Wollny (RTL 2: Die Wollnys – eine schrecklich große Familie) hält, und zwar als TOPVOKABEL. Ich habe das Beispiel S. Wollny mit Bedacht gewählt, da ihre derzeitige TOPVOKABEL im Endeffekt ist. Da können sich die doofen Diskutanten im Presseclub eine gewaltige Scheibe von abschneiden, denn Frau Wollny benutzt das Ungetüm nicht zwanzigmal in einer Stunde, sondern fünfmal in einer Minute, also, na, wie oft? Das kann sich jeder wohl gepflegt am Arsch abfingern, und Jörg Schönenborn kann mit seiner öden Pressemeute einpacken, und zwar forever.

16.7. Tag des Apothekenassistenten.

17.7. Gibt es das? Einen Anspruch auf Abstrich?

18.7. Die geilsten Zitate von Th. Mann, Teil 3:

– »Tiefe Abneigung gegen die Weltwirkungen epileptischen Seelenbrandes, vielleicht nur ein Produkt moderner Verekelung«

– »Die Erinnerung, daß man nicht allein auf der Welt, immer unangenehm.«

– »Las einige Seiten in ›Die Erniedrigten und Beleidigten‹. Die ›Erniedrigten‹ viel besser als ›Onkelchens Traum‹. Der Sterbende sinnlos sentimental.«

19.7. Schatullenumsonstservice! Falls Sie zufällig Kratz heißen und ein Friseurgeschäft betreiben: FRISEUR KRATZ – ALLES ANDERE ALS KRATZBÜRSTIG.

20.7. Schnaps. Abends Durchfall.

21.7. Irgendwie gut: »Der Mann, der nach Oma kam«.

22.7. Guter Verleser: Statt Stundung der Biersteuer – Die Stunde der Biersteuer.

23.7. Hochsommerschlagzeilen: CORONA-SPUK: ÄRZTE ZIEHEN VERSTEINERTES MARIHUANA AUS NASE VON MANN // CORONA-UNGLÜCK: MANN WOLLTE 50 EIER ESSEN – TOT NACH 41 // CORONA-IRRTUM: MOTOR-RADFAHRER LEBENDIG GEKOCHT // CORONAIRRSINN: RUSSEN-TRAINERIN ERTEILT SCHWANGER-BEFEHL

24.7. Die geilsten Zitate von Th. Mann, Teil 4:

– »Man möchte die Fenster öffnen, aber da kommen dann die Fliegen rein.«

– »Fliegen werden rücksichtslos verfolgt. Das Respektlose dieser Viecher stört mich.«

– »Daß ausgerechnet Ernst Jünger Maleschen mit einer Zecke hatte, am Ende seines Lebens.«

– »Die Nacht dehnen, bis der Stift aus der Hand fällt.«

– »Offenbar kriege ich jetzt eine Erdbeernase. Wird Zeit, daß ich abkratze.«

– »Morgens tun mir meine Augen leid, wenn ich aufwache, daß ich sie nun wieder abnutzen muss.«

– »Vielmehr verändert die karge Kost auch das Lebensgefühl. Die Mönchsorden wußten schon vom Zusammenhang zwischen Entbehrung und Vergeistigung.«

25.7. Heute nichts.

26.7. Heute nichts

27.7. Leiter gebaut: Bier-Wein-Likör-Schnaps

28.7. Der Slogan der DDR-Friedensbewegung »Schwerter zu Mettwürsten« erfährt zurzeit eine unerwartete Renaissance. Ob ein »Virus-Zusammenhang« dahintersteckt?

29.7. Abends TV, Reportage auf NDR über Alte gegen Junge: Generation Pellkartoffeln gegen Generation Bratling. Auch in Zeiten von Corona: Das lässt sich doch eleganter texten!

30.7. Die geilsten Zitate von Th. Mann, Teil 5:

– »Der Trost dieser Welt besteht darin, daß es kein unaufhörliches Leiden gibt. Ein Schmerz vergeht und eine Freude entsteht. Sie halten sich die Waage. Diese Welt ist ausgeglichen.«

– »Sojatrunk, ungesüßt, ein sanftes Essen, gemacht für sanfte Leute.«

– »Endlose Sätze, in denen man sich verfängt wie die Fliege im Honig.«

– »Staubsaugerlärm. Das Heulen des Apparates ist nicht so schlimm, aber das An-die-Stühle-Stoßen hat es in sich.«

31.7. Bei Pumpen-Plückhahn neue Pumpe besorgt. Hoffe auf einen kühlen, regnerischen August.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Schau bzw. hör an, »Radio Wuppertal«!

Vor dem Wuppertaler Landgericht stand im August eine Dealerin, die Heroin von einer Bande aus den Niederlanden bezogen hatte. Und jetzt kommt’s: »Sie soll das Heroin dann in Wuppertal mit größerem Profit weiterverkauft haben.«

Es ist wirklich schlimm, wie sich heutzutage alles nur noch ums Geld dreht. Wo bleibt das Menschliche?

Für mehr Ehrenamt im Drogenhandel: Titanic

 Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Eine geschlagene Seite plus Aufmacher spendierte Ihnen die »Zeit«, damit Sie in der Rubrik »Entdecken« die spannende Welt der Astrologie entdecken. »Wer glaubt denn so was?« hieß Ihr Texttrumm, für dessen Herstellung Sie sich erst von einer berufsmäßigen Gaunerin in die Sterne blicken ließen und danach als Ausgleich – wir sind ja schließlich bei der »Zeit« – einen Mann der Wissenschaft (»ein in Harvard studierter, ultragebildeter Hippie«) konsultierten.

Weil Sie mit Ihren geschätzt 25 Jahren zwar schon das Selbstverständnis eines abgeklärten Journalistendarstellers entwickelt, aber scheint’s noch nie vom Forer/Barnum-Effekt gehört haben, brachte Ihr persönliches Horoskop Sie an einigen Stellen dann doch zum Bauklötze Staunen. »Da stand also, in mir bestehe einerseits ein ›grenzauflösender Zug‹, der eine ›Auseinandersetzung möchte mit dem, was jenseits der Realität liegt‹. Gleichzeitig sei da aber auch ein Hang zum Skeptizismus … O ja.«

Ja, scheiß rein, Simsalard von Kittlitz! Einerseits, andererseits. Einerseits können wir uns so einiges vorstellen, andererseits nicht das, was Sie in den Oberzeilen zu Ihrer investigativen Sternstunde insinuierten: »Ich kann die Sorge nicht leugnen, künftig als der verspulte Eso-Trottel der Redaktion dazustehen.« Denn als Trottel dürften Sie dort schon seit langem dastehen.

Leider nicht jenseits von Ihrer Realität: Titanic

 Wow, Womanizer Friedrich Merz!

Im Taz-Interview auf Ihre fehlende Beliebtheit angesprochen, parierten Sie großartig: »Schauen Sie sich mal an, wie viel Zustimmung ich von Frauen jeden Alters über die sozialen Netzwerke bekomme. Da gibt es zum Beispiel ›Wir Frauen für Friedrich Merz‹, eine von mir nicht beeinflusste, breit angelegte Initiative. Für keinen der beiden anderen Bewerber gibt es etwas Vergleichbares. Und ich freue mich natürlich sehr darüber.«

Klar, welcher Belami wäre da nicht sackstolz? Gemeint war jene Fotoaktion auf Facebook, bei der knapp 200 Frauen (nicht wenige davon Ortsvorsitzende Ihrer Partei) mit Dackel unterm Arm, im Dirndl oder mit irrem Lächeln abgelichtet sind, im je beigefügten Lobhudel-Zitat Sie als »starken Mann« – nicht des 20. Jahrhunderts, sondern »der Stunde« – preisen, Ihr, prust, »Charisma« rühmen und beteuern, Sie seien derjenige Kandidat, der die CDU ins »nächste Jahrzehnt führen« könne – und das, bei aller Kritik und Antipathie, das schaffen rein kalendarisch sogar Sie.

Ihre Frauen und Männer für Norbert Röttgen (gerechterweise) von Titanic

 Birgit Herden (»Welt online«),

Sie haben es wirklich gewagt, einen Text mit »Liegt doch Hoffnung in der Herdenimmunität?« zu titulieren? Stark. Aber: die haben wir schon. Titanic

 Schokierend, Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli,

was wir auf »Focus online« über Dich lasen: »Die Bewohner von Olten zwischen Zürich und Basel dürften nicht schlecht gestaunt haben, als es vergangenen Freitag begann, Kakaopulver zu schneien. Grund dafür war das Versagen eines Lüftungssystems der örtlichen Schokoladenfabrik von Lindt & Sprüngli.«

Man hört derzeit ja allerorts von seltsamen Wetterkapriolen, aber Kakao-Schauer sind selbst in unserer Klimakrisen-Welt ungewöhnlich. Die aufgetischte Erklärung vom defekten Lüftungssytem schlucken wir allerdings nicht. Sei ehrlich, Lindt & Sprüngli: War das nicht ein verzweifelter Versuch Deiner Oompa Loompas, irgendwie auf ihre Gefangenschaft als Arbeitssklaven aufmerksam zu machen? Oder war es einfach ein ausgeklügelter Werbegag? Sollte Letzteres der Fall sein, hier ein kleiner Tipp: Gratis Schokolade auf eine ganze Stadt schneien zu lassen ist prinzipiell eine süße Idee, nur halt nicht im Hochsommer …

Wissen Deine Werbe-Willy-Wonkas auf der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Das Beste kommt zum Schluss

Die gesamte Tragik der Endlichkeit des Lebens wurde wohl selten so schön zusammengefasst wie in diesem Satz, den ich zufällig bei einem Friedhofsbesuch aufschnappte: »Es ist so schade, dass Opa nicht erleben konnte, wie schön sein Grab geworden ist.«

Jürgen Miedl

 Tipp für Tierfreunde

Merke: Wer ein Herz für Spinnen hat, sauge nach dem Achtbeiner auch noch einen Sechsbeiner als Proviant mit dem Staubsauger auf.

Katharina Greve

 Ein Gleichnis

Vier Blinde stehen um einen Elefanten herum und untersuchen ihn, um herauszufinden, worum es sich handelt. Derjenige, der den Rüssel zu greifen bekommt, erklärt: »Es muss ein lebendiger Gartenschlauch sein.« Ein anderer – er streicht über die Flanke des Dickhäuters – spricht: »Nee, das ist ein Elefant«, tastet sich nach oben und ergänzt: »Jepp, hier ist das charakteristische Ohr. Ganz klar, ein Elefant.« Der Dritte befühlt einen Stoßzahn und schlussfolgert: »Elfenbein. Der Fall ist gelöst. Man muss schon sehr dumm sein, um an einen Gartenschlauch oder etwas anderes zu denken …« Der Vierte meldet sich zu Wort: »Moment! Um ganz sicher zu gehen, sollten wir noch den Penis des Tieres anfassen. Los, macht alle mit!« Die vier Blinden nähern sich dem gigantischen Glied und vollführen daran rhythmische Auf- und Abbewegungen.

Da öffnet sich die Stalltür, und der Besitzer des Elefanten kommt herein: »Was geht hier vor? Bei Ganesha, was MACHEN Sie denn da?!«

Werbeeinblendung: »Schützen Sie Ihre Arbeitselefanten! Mit Mahut Security Systems. Für alle Stallarten. Denn die Welt ist voller Perverser.«

Torsten Gaitzsch

 Kompatibilitätsprobleme

Kritik am Schweinesystem ist richtig und wichtig. Ebenso wichtig ist die #metoo-Debatte. Ich habe aber Probleme, beide unter einen Hut zu bekommen. Alles hängt doch an dieser Frage: Darf man das System ficken, wenn das System Nein gesagt hat?

Tilman Birr

 Hoppla

Dass sich vieles mit dem Alter ändert, damit habe ich gerechnet. Aber wie vieles sich nicht ändert, das war eine Überraschung.

Teja Fischer

Vermischtes

Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!
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Das schreiben die anderen

  • 09.09.:

    Die "Abendzeitung" interviewt Rudi Hurzlmeier.

     

  • 04.09.:

    Ella Carina Werner klärt in der "Taz" über den Alterskult im westlichen Sumatra auf.

  • 03.09.:

    Moritz Hürtgen spricht mit ZDFheute über Satire nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".

  • 02.09.:

    Über eine Regenlesung der TITANIC BoyGroup berichtet die FAZ.

     

  • 19.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die FAZ auf großer Büßer-, Pilger- und Fürbittfahrt für alle Pest- und Seuchenopfer.

Titanic unterwegs
01.10.2020 Frankfurt, Museum für Komische Kunst Hauck & Bauer: »Cartoons«
06.10.2020 Ratingen, Altstadt-Buchhandlung Gerhard Henschel
06.10.2020 Frankfurt am Main, Club Voltaire TITANIC-Viren-VIP-Party Vol. 2
10.10.2020 Oldenburg, Kulturetage Paula Irmschler