Vom Fachmann für Kenner | November 2020


Tatsache

Selbst in seinen allerdunkelsten Stunden sieht das Gesicht eines Delfins immer noch so aus, als würde es lächeln. Nicht anders verhält es sich mit einem Smiley in einem Donald-Trump-Tweet.

Teja Fischer

Abwägungsfrage

Die eigenen unerfüllten Lebensträume auf seinen Nachwuchs zu projizieren, diese Möglichkeit hat man als kinderloser Mensch leider nicht. Anderseits: Ein Kind, das zu jeder einzelnen Sportunterrichtsstunde eine schriftliche Entschuldigung mitbringt, hätte womöglich ernsthafte Schwierigkeiten, was die Bewältigung der schulischen Laufbahn betrifft.

Julia Mateus

Abwechslung

Warum gibt es eigentlich immer mehr Barber-Shops in meiner an Barber-Shops nicht armen Stadt? Vermutlich, weil zwischen zwei Ramen-Bars keine Ramen-Bar passt.

Niels Jürgens

Kunst meets Frankfurt

»Einmal die Krüppel.«
»Wie bitte?«
»Na, die Krüppel-Sammlung da.«
»Mein Herr, Sie meinen unsere Ausstellung ›En passant‹? Sie möchten ein Ticket?«
»Ja, genau.«

Man fremdelte anfangs ein wenig mit den impressionistischen Skulpturen im Städel-Museum in Frankfurt.

Nicolai Hagedorn

Politische Schaumschläger

Während sich die politische Rechte durch eine gewisse Neigung zur Mitgliedschaft in möglichst großen Verbänden auszeichnet, tendieren Linke eher dazu, sich in kleinen und kleinsten Kreisen zu vereinen. Hochgradig albern ist letzteres natürlich dann, wenn es so weit getrieben wird wie einst in Göttingen und heute auf Facebook, wo sich inzwischen zahllose linke »Organisationen« tummeln, die aus einer einzigen Person bestehen. Als wäre das allein nicht schon lächerlich genug, handelt es sich bei dieser oberpeinlichen Gestalt zumeist noch nicht einmal um die Basisgruppe

Andreas Maier

Prädikatenlogik im Urlaub

Dass die supergescheiten Griechen als Begründer der Logik uns weniger beschlagenen Völkern gripsmäßig stets einen Schritt voraus sind, wurde mir abermals verdeutlicht, als mir auf Kreta ein Einheimischer auf die Frage, ob das von mir anvisierte Reiseziel ein gutes sei, antwortete: »Oh yeah, it's a nice place! Everybody goes there. I have never been there.«

Cornelius W.M. Oettle

Wie gewonnen

Seit ich in Berlin wohne, sind rote Ampeln für mich kein Zeichen von Verbot mehr, sondern nur noch ein freundlicher Hinweis, die Straße etwas vorsichtiger als sonst zu überqueren. Da ich, insbesondere beim Radfahren, so nicht mehr auf Grün warten muss, spare ich einiges an Zeit ein. Auf der anderen Seite gehen viele andere Verkehrsteilnehmer, auch Autofahrer, ebenso vor wie ich. Wodurch ich jetzt zwar viele rote Ampeln überfahren kann, dafür aber aus Misstrauen anderen gegenüber an jeder grünen Ampel kurz anhalten muss. Die Zeitersparnis ist damit dahin.

Karl Franz

Gute Ausrede

keine Star-Trek-Fanfiction zu schreiben: »Ich wollte ja, Freunde, aber da war ein Riss im Lust-Zeit-Kontinuum.«

Tim Wolff

Des Pudels Kernseife

Das duftet doch zum Himmel, dachten die Bewohner des kleinen Städtchens Tensid, über dessen dermatologisch getesteten Dächern ein Fabrikschlot ragte, aus dem feine Blubberbläschen stiegen. Am roten Saum dieses Ziegelzipfels hing die Seifenfabrik »Sapo und Söhne«. Seifenfabrikant Eduard Sapo gab sich gern als Saubermann mit weißer Weste und reinem Gewissen. Doch es kursierten Gerüchte, er sei in Wahrheit ein schmieriger Typ, verwickelt in schmutzige Deals der Syndet-Syndikate, etwa Geldwäsche. Außerdem habe er ein Alkalholproblem. Nach Meinung Sapos diente diese Schmutzkübelkampagne einzig dazu, seine Branche mit ausgelaugten Wortspielen in den Dreck zu ziehen. In solchen Momenten kam ihm die Gallseife hoch, und er konnte vor Wut direkt schäumen.

Jürgen Miedl

Stilllegung

bezeichnet ein neues Genre der bildenden Kunst und widmet sich der Darstellung toter AKWs.

Ronnie Zumbühl

Falsch verbunden

Dass man mehrsilbige Wörter falsch liest, passiert ja gewiss nicht selten. Dennoch gibt es besonders dämliche Fälle. So las ich kürzlich das Wort »Biotoptyp« als »Bio-Toptyp« und stellte mir einen bärtigen Kerl vor, der nur Bio-Produkte kauft oder gar herstellt – ein Bio-Toptyp eben! Natürlich Unsinn in einem Artikel, der von Biotopen handelt. Gut, dass den Verleser, der stumm in meinem Kopf stattfand, unmöglich jemand bemerkt haben konnte. Trotzdem sah ich mich verschämt im Zugabteil um.

Leo Riegel

Diorama des Spätkapitalismus

Seit einiger Zeit liegt auf dem Schulweg meines Kindes ein toter Waschbär am Wegesrand. Es ist jeden Morgen ein großes Hallo. Die Kleinen gruseln sich und lernen noch vor der ersten Stunde etwas über die letzten Dinge. Die Erwachsenen staunen, dass es die possierlichen Langfinger »bei uns« wieder gibt. Das Tier rottet indes äußerlich erstaunlich unversehrt vor sich hin. Es würde mich nicht wundern, wenn es sich nur tot stellte, sei's, um eines Tages effektvoll aufzuspringen, sei's, weil auch Wildtiere nun schon zu Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen gezwungen werden können. So oder so scheint mir die ganze Situation irgendwie kennzeichnend für unsere heutige, ja auch gleichsam nur äußerlich intakte ... und bei dieser geistreichen Bemerkung will ich mich gleich selbst vors Auto werfen.

Jasper Nicolaisen

Gönndor

Das beste Wellness-Spa in ganz Mittelerde.

Tobias Speckin

Obenrum öd

Die ICE-Trasse Kassel-Würzburg liegt fast komplett unter der Erde. Das ist durchaus eine gute Idee, denn die Gegend ist so trostlos wie das Liebesleben eines Bahn-Vorstands. Für einen Zwischenhalt erbricht sich der Zug in Fulda kurz an die Oberfläche, und man erkennt auf den ersten Blick die Brillanz der Nato-Strategie aus den Achtzigerjahren: Hier also wäre der Russe damals durchs berühmte »Fulda Gap« in den Westen einmarschiert und mit seiner enormen Panzerflotte vor lauter Langeweile direkt verödet.

Peter P. Neuhaus

Fight fire with fire

In das große Hotel genau gegenüber meiner Wohnung wurden vor einigen Tagen mehrere Hundertschaften Ordnungshüter einquartiert. Offensichtlich sind die Burschen aber durch das zarte Pflücken zauseliger Baumbesetzer und das Wegtragen derselben aus dem Dannröder Forst nicht ordentlich ausgelastet. Das ist ein Quatschen und Lachen und Singen in der Nacht, man mag es kaum glauben. An Schlaf ist nicht zu denken. Heute Abend rufe ich die Polizei!

Martina Werner

Frage

Ist es schon kulturelle Aneignung, wenn ich mir jeden Morgen erst zwanzig Minuten Arbeiterlieder anhören muss, bevor ich es schaffe, aus dem Bett zu kommen?

Konstantin Hitscher

Kaltstart

Erst wenn die letzte Ölquelle versiegelt, die letzte Tankstelle geschlossen, der letzte Verbrenner von der Straße verbannt ist, werdet ihr merken, dass Elektrobusse euch nicht wärmen, wenn ihr mit dem Fahrrad im Winter vor der Ampel hinter ihnen wartet.

Burkhard Niehues

Lügenpresse

Dass der Redakteur der Heimatzeitung sich aufgehängt habe, sagt die Großmutter, habe sie kommen sehen, schließlich sei auch sein Vorgänger schon eines grausamen Todes und vor Schreck gestorben, als er gesehen habe, wie die beiden Redaktionsräume in die Luft geflogen seien, weil der Bodenverleger die Dämpfe des Klebers unterschätzt und beim Lichteinschalten, wie die Polizei festgestellt habe, die Redaktionsräume zur Explosion gebracht habe. Als wir nachfragen, was mit dem Bodenverleger geschehen sei und was das Ganze mit dem Nachfolger des Redakteurs zu tun habe, der sich jetzt aufgehängt habe, sagt die Großmutter bloß, dass es zeige, dass auf der Heimatzeitung kein Segen liege, weshalb sie das Käseblättchen zwar abonniere, es aber niemals lese. Wahrscheinlich sei genau das die so genannte Lügenpresse, von der jetzt immer die Rede sei.

Ludger Fischer

Märchen, im Titel gespoilert:

Rohhäppchen und der böse Wolf.

Fabio Kühnemuth

Ich habe die Schnauze voll

von den kruden Personen, die einem am Frankfurter Hauptbahnhof ständig begegnen. In altbackenen Klamotten wollen sie einem scheinheilig lächelnd ihr ominöses Blatt andrehen. Ihre Gesinnung ist fragwürdig, und sie glauben, die Wahrheit zu verkünden. Aber nein, nein und nochmals nein: Ich möchte kein FAZ-Probeabo!

Paula Irmschler

Herbstschmerz

Ein stark übergewichtiger Mann wirbelt mittels eines höllisch laut dröhnenden Laubbläsers nasses Laub von einer Seite des Radwegs auf die andere. Er trägt rote Ohrenschützer, raucht eine krumme Zigarette und hat den Mund-Nasen-Schutz am Kinn kleben. Auf der Jeans-Kutte, die er über seiner orangefarbenen Warnweste trägt, steht »FCK WNTR«. Ich weiß, dass mir dieses Bild irgendetwas über den Zustand der Menschheit sagen will, doch ich schaffe es einfach nicht, die Botschaft zu enträtseln. Ich bin auf einmal nur noch sehr, sehr müde.

Theobald Fuchs

Kriegsführung 2020

So unzuverlässig, wie die Deutsche Post ist, musste ich mir einfach Brieftauben zulegen. Mehrmals kam es jedoch schon vor, dass der Wanderfalke meines Nachbarn meine kleinen Helferlein abfing. Deshalb statte ich sie ab jetzt mit einem netten Sprengstoffsatz aus, der sich per Fernzünder auslösen lässt. Der Triumph in der Hochhaus-Luftschlacht von Berlin-Marzahn wird mein sein, wenn sich der Himmel rot färbt und es Federn wie Konfetti regnet. Das Finanzamt muss warten.

Nick Hertzberg

Langzeitfolgen

Sollte Hanf legalisiert werden? Ich als langjähriger Konsument sage dazu: Pfff ... joa, schon, aber lass das mal morgen machen.

Tilman Birr

Marktlücke

Dass man heute auch Brillen online kaufen kann und sich nicht mehr von irgendwelchen falsch fröhlichen, smalltalkenden Fielmännern mit Fenstergläsern vor der Nase asymmetrische, »freche« Gestelle einschließlich lila-grünen Bügeln vorschlagen lassen muss – das ist schon mal ein großer gesellschaftlicher Fortschritt. Was jetzt noch dringend fehlt, ist ein Online-Friseur.

Robert von Cube

Meine beiden Lieblingskomponisten

Back & Hendl

Elias Hauck

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Försterfürst Peter Wohlleben!

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

 Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

 Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

 Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

 Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Exklusive Expertise

Wer sich immer schon über die Merkwürdigkeit des Ausdrucks wunderte, jemand sei ein »Dahergelaufener« und allein angesichts dessen nicht qualifiziert, in puncto eines bestimmten Sachverhalts etwas zu äußern oder zu tun und daher von vornherein unbedingt auszuschließen, dem sei gesagt: Richtig so! Denn: Da könnte ja jeder kommen!

Andreas Meinzer

 Ironie. Ein Schüttelreim

Ich hab’ mir am Buch »Wundversorgung Grundwissen« ironischerweise den Finger wund g’rissen.

Jürgen Miedl

 Ungeduldige Frage

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit ich mir endlich einen Porsche wünsche?

Katharina Greve

 @o_tempora_._o_mores

Die Jugend wird immer dümmer? Ja, ja, das behaupten gnatzige Tattergreise schon immer, von den alten (haha) Griechen bis zu den Sumerern vor 5000 Jahren. Heute sind wir weiter: Die Alten müssen diesen Vorwurf nicht mehr umständlich in Tontafeln ritzen oder auf Papier drucken – die Jugend trägt die Einfalt bereits im Namen, genauer: im TikTok-Benutzernamen! Sind die Wunschnamen »anna«, »bayernfan« oder »björn« schon weg, gibt es noch Fantastilliarden Möglichkeiten, ein originelles, nicht vergebenes Alias zu finden; etwa indem man einfach ein paar Alltagsvokabeln zusammenschraubt: »doppelpferd«, »eieralarm«, »elektrononne« – alle noch frei und alle ohne eine bescheuerte Kombination aus Zahlen, Unterstrichen und Punkten! War das so schwer, @elina_123____, @klausklausiii und @.miiiniiischnuff.? Der alte @sookraatees__philo.king würde schmunzeln.

Alexander Grupe

 Private Vorsorge

Man hat da einen bösen Verdacht und beginnt eine Nabelschau. Man betastet Spitzbauch, Nasenhaar, Krähenfuß und Gemüt: Midlife-Crisis! Man sucht Rat bei den Raunern im Netz und stößt auf die teilnahmsvolle Warnung, dass bisher Erreichtes jetzt zur Last, gar zum Feind werden könne. Man unterzieht die Erfolge der Vergangenheit einer Inventur, mit der man sehr schnell fertig ist, und dankt, gänzlich unbelastet, seinem jüngeren Ich. An der Front muss wohl kaum mit einem Angriff gerechnet werden.

Sascha Lützeler

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 14.09.:

    NDR Zeitzeichen zum 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid.

  • 10.09.:

    Ella Carina Werner in der taz über bald arbeitslose Labortiere.

  • 01.09.:

    Beim Münchner Sender M94.5 gibt Moritz Hürtgen Auskunft über den TITANIC-Aiwanger-Telefonterror aus der Septemberausgabe.

     

  • 30.08.:

    Stefan Gärtner ist bei der Jungen Welt fassungslos.

     

  • 27.08.:

    Der Spiegel berichtet von "Hubert Aiwangers" Telefonaktion in der September-TITANIC.

Titanic unterwegs
19.09.2021 München, Literaturhaus Hauck & Bauer: »Cartoons«
19.09.2021 Kaufungen, Mittelthalhof Gerhard Henschel
23.09.2021 Köln, Comedia Max Goldt
24.09.2021 Essen, Zeche Carl Max Goldt