Vom Fachmann für Kenner | Februar 2016


… der Dreck heiligt die Mittel

Diese Chlorputzmittel in den blauen Flaschen sind ja schreckliche Chemiekeulen. Aber …

Robert von Cube

Opfer

So neu wie jetzt alle behaupten, ist der sogenannte Antanztrick nun auch wieder nicht, schon gar nicht in Köln! Ein guter Freund von mir fiel auf diese perfide Masche schon vor zehn Jahren herein, als er dort ein Konzert besuchte. Kurz darauf fand er sich in einer Ehe wieder, die bis heute andauert.

Gregor Mothes

Ein schöner Erfolg

Seit ich bei Diskussionen meinem Gegenüber auch mal in die Fresse haue, werde ich seltener als Gutmensch bezeichnet.

Dominik Bauer

Mind over Matter

Ich finde es schade, daß die gegenwärtige Gastrokritik immer noch so antiintellektuell an der Oberfläche klebt. In meinem nächsten Leben möchte ich Gastrokritiker werden, allein um mal folgendes schreiben zu können: »Dieses Gericht hat einen schlimmen, widerwärtigen, fast schon abstoßenden Geschmack, der aber durch die konzeptuellen Stärken mehr als aufgewogen wird.«

Mark-Stefan Tietze

Portraitpflege

Ob man wohl die Einstellung »Rauschreduzierung« an meiner Kamera nicht nur auf Bilder, sondern auch auf das eigene Gesicht anwenden kann?

Adrian Schulz

Tippfehler

Also ich für meinen Teil nenne den Lottoschein ab sofort »Hoffnungslos«.

Tina Wirtz

Der alte Clown

Zuletzt waren die Einzigen, denen sein Name noch bekannt war, zwei bereits pensionierte Computer im Keller eines Versicherungsunternehmens. Einer der beiden schickte ihm jedes Jahr zum Geburtstag eine Tafel Zartbitterschokolade.

Teja Fischer

Käsethekentrauma

Ein Freund erzählte mir, daß er Campingurlaub zutiefst verabscheue. Als er klein war, pflegte seine Familie FKK-Camping zu machen, inklusive FKK-Wandern und FKK-Einkaufen. Am besten konnte ich sein Grausen nachempfinden, als er ein brisantes Detail erwähnte: die Abdrücke von männlichen Geschlechtsteilen an der Käsetheke, die beim Begutachten der Auslage sanft gegen die Glasscheibe baumeln.

Leo Riegel

Kinderglück

Den Ekel vor einer allmählichen Nidofizierung unserer Generation zusammen mit einer grundlegenden Ablehnung des richtigen Familienlebens im falschen brachte ein Freund mit folgendem Wunsch treffend zum Ausdruck: »Wenn schon ein Kind, dann ein behindertes!«

Florian Haymann

Manche mögen’s heiß

Was sagt es eigentlich über den Filmgeschmack eines Menschen aus, wenn der Netflix-Algorithmus aufgrund früherer Sehgewohnheiten ein 60minütiges Kaminfeuer (»From match to ashes«) vorschlägt?

Sebastian Sobota

Ostalgie 3.0

Im Januarheft war an dieser Stelle zu erfahren, daß Westler nach reichlichem Konsum von Fernsehbeiträgen zum Thema DDR den Eindruck gewinnen, selbst dort aufgewachsen zu sein.

Das ist interessant, denn beim Ossi erzielt man so den gegenteiligen Effekt.

Matthias Schreiber

Aus der Evolutionsbiologie

Die verbreitete Annahme, das abnehmende Hörvermögen in hohen Frequenzen bei zunehmendem Alter sei einfach nur Verschleiß, ist meines Erachtens falsch. So wie die Wechseljahre die Oma davon abhalten, sich den Gefahren einer weiteren Geburt auszusetzen, damit sie sich statt dessen lieber sorgfältig um ihre Gene in den Enkeln kümmern kann, so hat auch der Hörverlust einen tieferen Sinn: Wenn die Eltern vom Geschrei der Babys nervlich erledigt und am Ende sind, dann kann sich Oma entspannt um die Brut kümmern, weil sie das Geplärre einfach nicht mehr in all seiner Schrecklichkeit wahrnehmen kann. Dadurch erfährt der Nachwuchs mehr nötige Liebe und Aufmerksamkeit und wächst gesünder heran. Wenn das kein Selektionsvorteil ist!

Karsten Wollny

Paradox

Es mutet doch merkwürdig an, daß homophobe Männer allesamt mit Menschen ins Bett gehen, die auf Schwänze stehen.

Theodor Treidler

Fundbüro

Seit drei Wochen suchte ich nun vergeblich nach meinem Schlüsselbund. Bevor ich dem Vermieter ein neues Schloßsystem finanzieren müßte, unternahm ich noch einen Versuch auf dem hiesigen Fundbüro. Dort schilderte ich meinen Verlust, und man fragte mich sogleich nach dem Personalausweis. Dazu mußte ich tief in meinem Rucksack wühlen. Und siehe!, da war der vermißte Schlüsselbund. Nicht ohne lobend zu erwähnen, welchen Riesenjob sie hier machten, kündigte ich meinen erneuten Besuch in der kommenden Woche an. Falls mein Ausweis dann immer noch verschwunden ist.

Bodo Seedorf

Ein schlimmes Los

haben die Kinder berühmter Menschen gezogen. Sie können sich noch so arg anstrengen, in die Fußstapfen ihrer Eltern zu treten – es wird ihnen nicht gelingen. Den Söhnen von Neil Armstrong zum Beispiel.

Theobald Fuchs

Höflich geht die Welt zugrunde

Am Hauptbahnhof im Kiosk: Ich stehe vor dem Regal mit den internationalen Zeitungen, weil ich etwas Undeutsches lesen will. Neben mir steht eine kleine Blondine, lächelt mich so lange breit an, bis ich frage, ob ich behilflich sein könne. Ja, sagt sie, sie käme nicht an die Zeitung da oben, ob ich sie ihr nicht reichen möge. Gentleman, der ich sein möchte, greife ich ins Papierdickicht und ziehe ihr das Blatt aus dem Regal – und habe die National-Zeitung in der Hand. Erschrocken brumme ich in meinem sarkastischsten Ton: »Oh, die National-Zeitung, die holt man aber besonders gern aus dem Regal!«, bin aber zu perplex, zu verhindern, daß sie mir den Scheiß nur gespielt verlegen lachend aus der Hand nimmt und zur Kasse geht.

War es das mit meiner ohnehin an Heldentaten armen Karriere als Antifaschist? Wieso hängen die die Naziblätter aber auch direkt neben Time, New Yorker usw.? Was hätte ich tun sollen? Ihr das Blatt wieder entreißen, auf den Boden werfen, darauf herumtrampeln und laut »Nazischlampe« rufen? Wo ist Dr. Dr. Rainer Erlinger, wenn man ihn mal braucht? Eins habe ich jetzt jedenfalls: eine Antwort auf die alte Ethikunterrichtsfrage »Wie hättest du dich im Dritten Reich verhalten?« Ausgesprochen höflich offenbar.

Tim Wolff

Gesundheitsfrage

Gilt ein Wurstsalat zum Schütteln eigentlich als Proteinshake?

Cornelius Knutsen

Rechtzeitig gemerkt

Einmal war ich auf ein Fest eingeladen. Der Gastgeber hielt eine Rede und sagte, er freue sich, daß alle so zahlreich seiner Einladung gefolgt seien. Das gab mir zu denken. Meinte er damit, daß wirklich alle gekommen seien? Ich zählte nach, es waren, mich eingeschlossen, 87 Gäste. Das konnten nicht alle sein. Ich erinnerte mich, an anderen Orten schon mehr Menschen gesehen zu haben! Doch damit nicht genug, angeblich seien sie alle auch noch zahlreich gekommen, was implizierte, daß jeder mindestens zweimal anwesend sein mußte, es sich also um höchstens 43 Gäste handeln konnte, womöglich viel weniger, da manche dreifach, vierfach oder fünffach erschienen sein könnten! Ich jedoch war alleine, und das nur in einfacher Ausführung. In der Hoffnung, es möge mich niemand bemerkt haben, verließ ich eilig den Festsaal und schämte mich fürchterlich.

Tibor Rácskai

Runtastisch

Neulich im Park ein Jogger zum anderen: »Wenn du das Gefühl hast, im Hamsterrad zu stecken, hilft nur eines: Laufen, laufen, laufen!«

Fabian Lichter

Gutes Geschäft

Eine Bekannte von mir bietet seit Anfang letzten Jahres Rückenmassagen mit gleichzeitiger Lebensberatung an. Und das mit vollem Erfolg: Ihr erster Kunde hat gleich nach der Therapie seinen Job als Programmierer an den Nagel gehängt und ist für ein halbes Jahr nach Italien gereist, um dort zu wandern. Meine Bekannte hat in dieser Zeit seine Wohnung und sein Auto übernommen.

Miriam Wurster

Patchwork-Familie

»Jetzt sieh dir das an, Franziska: Deine Kinder und meine Kinder verhauen unsere Kinder!«

Helmut Schilling

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie, Victoria Beckham,

Sie, Victoria Beckham,

behaupteten in der Netflix-Doku »Beckham«, Sie seien »working class« aufgewachsen. Auf die Frage Ihres Ehemanns, mit welchem Auto Sie zur Schule gefahren worden seien, gaben Sie nach einigem Herumdrucksen zu, es habe sich um einen Rolls-Royce gehandelt. Nun verkaufen Sie T-Shirts mit dem Aufdruck »My Dad had a Rolls-Royce« für um die 130 Euro und werden für Ihre Selbstironie gelobt. Wir persönlich fänden es sogar noch mutiger und erfrischender, wenn Sie augenzwinkernd Shirts mit der Aufschrift »My Husband was the Ambassador for the World Cup in Qatar« anbieten würden, um den Kritiker/innen so richtig den Wind aus den Segeln zu nehmen.

In der Selbstkritik ausschließlich ironisch: Titanic

 Wow, Instagram-Kanal der »ZDF«-Mediathek!

In Deinem gepfefferten Beitrag »5 spicy Fakten über Kim Kardashian« erfahren wir zum Beispiel: »Die 43-Jährige verdient Schätzungen zufolge: Pro Tag über 190 300 US-Dollar« oder »Die 40-Jährige trinkt kaum Alkohol und nimmt keine Drogen«.

Weitergelesen haben wir dann nicht mehr, da wir uns die restlichen Beiträge selbst ausmalen wollten: »Die 35-Jährige wohnt nicht zur Miete, sondern besitzt ein Eigenheim«, »Die 20-Jährige verzichtet bewusst auf Gluten, Laktose und Pfälzer Saumagen« und »Die 3-Jährige nimmt Schätzungen zufolge gerne das Hollandrad, um von der Gartenterrasse zum Poolhaus zu gelangen«.

Stimmt so?

Fragen Dich Deine Low-Society-Reporter/innen von Titanic

 Ach, Taube,

Ach, Taube,

die Du in Indien wegen chinesischer Schriftzeichen auf Deinen Flügeln acht Monate in Polizeigewahrsam verbracht hast: Deine Geschichte ging um die Welt und führte uns vor Augen, wozu die indische Fashion-Polizei fähig ist. Aufgrund Deiner doch sehr klischeehaften Modetattoos (chinesische Schriftzeichen, Flügel) fragen wir uns aber, ob Du das nicht alles inszeniert hast, damit Du nun ganz authentisch eine Träne unter dem Auge oder ein Spinnennetz auf Deinem Ellenbogen (?) tragen kannst!

Hat Dein Motiv durchschaut: Titanic

 Wussten wir’s doch, »Heute-Journal«!

Deinen Bericht über die Ausstellung »Kunst und Fälschung« im Kurpfälzischen Museum in Heidelberg beendetest Du so: »Es gibt keine perfekte Fälschung. Die hängen weiterhin als Originale in den Museen.«

Haben Originale auch schon immer für die besseren Fälschungen gehalten:

Deine Kunsthistoriker/innen von der Titanic

 Erwischt, Bischofskonferenz!

In Spanien haben sich Kriminelle als hochrangige Geistliche ausgegeben und mithilfe künstlicher Intelligenz die Stimmen bekannter Bischöfe, Generalvikare und Priester nachgeahmt. Einige Ordensfrauen fielen auf den Trick herein und überwiesen auf Bitten der Betrüger/innen hohe Geldbeträge.

In einer Mitteilung an alle kirchlichen Institutionen warntest Du nun vor dieser Variante des Enkeltricks: »Äußerste Vorsicht ist geboten. Die Diözesen verlangen kein Geld – oder zumindest tun sie es nicht auf diese Weise.« Bon, Bischofskonferenz, aber weißt Du, wie der Enkeltrick weitergeht? Genau: Betrüger/innen geben sich als Bischofskonferenz aus, raten zur Vorsicht und fordern kurz darauf selbst zur Geldüberweisung auf!

Hat Dich sofort durchschaut: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Einmal und nie wieder

Kugelfisch wurde falsch zubereitet. Das war definitiv meine letzte Bestellung.

Fabian Lichter

 Parabel

Gib einem Mann einen Fisch, und du gibst ihm zu essen für einen Tag. Zeig ihm außerdem, wie man die Gräten entfernt, und er wird auch den folgenden Morgen erleben.

Wieland Schwanebeck

 Frühlingsgefühle

Wenn am Himmel Vögel flattern,
wenn in Parks Familien schnattern,
wenn Paare sich mit Zunge küssen,
weil sie das im Frühling müssen,
wenn überall Narzissen blühen,
selbst Zyniker vor Frohsinn glühen,
Schwalben »Coco Jamboo« singen
und Senioren Seilchen springen,
sehne ich mich derbst
nach Herbst.

Ella Carina Werner

 Tiefenpsychologischer Trick

Wenn man bei einem psychologischen Test ein Bild voller Tintenkleckse gezeigt bekommt, und dann die Frage »Was sehen Sie hier?« gestellt wird und man antwortet »einen Rorschachtest«, dann, und nur dann darf man Psychoanalytiker werden.

Jürgen Miedl

 Neulich

erwartete ich in der Zeit unter dem Titel »Glückwunsch, Braunlage!« eigentlich eine Ode auf den beschaulichen Luftkurort im Oberharz. Die kam aber nicht. Kein Wunder, wenn die Überschrift des Artikels eigentlich »Glückwunsch, Braunalge!« lautet!

Axel Schwacke

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
24.04.2024 Trier, Tuchfabrik Max Goldt
25.04.2024 Köln, Comedia Max Goldt
27.04.2024 Schwerin, Zenit Martin Sonneborn mit Sibylle Berg
28.04.2024 Lübeck, Kolosseum Martin Sonneborn mit Sibylle Berg