Vom Fachmann für Kenner | Juli 2014


Klassisch

Weil ich nun weiß, daß meine Zimmerpflanze Beethoven liebt, traue ich mich nicht mehr, vor ihr zu furzen.

Teja Fischer

Aus Mangel an Beweisen

»Mit dem Ding können Sie sechzehn Stunden aufzeichnen! In HD!« pries der Moderator des Shopping-Senders eine moderne Cockpitkamera an. »Wenn Sie zum Beispiel auf dem Weg in den Urlaub ein paar spektakuläre Serpentinen entlang fahren, müssen Sie sich natürlich auf die Straße konzentrieren und werden ganz neidisch auf Ihre Familie, die nach Herzenslust aus dem Fenster gucken kann. Aber mit dem Ding können Sie sich später alles ganz in Ruhe ansehen! Das Ding ist echt der Wahnsinn!« – »Er nennt es immer nur Ding«, sagte mein Freund. »Natürlich kann das Ding direkt mit dem Laptop verbunden werden«, fuhr der Moderator fort, »so können Sie Ihren Freunden und Bekannten sofort Ihr Urlaubsvideo schicken.« Ich stellte mir vor, wie sich meine Freunde und Bekannten ein Video meiner sechsstündigen Serpentinenfahrt ansehen. »Und«, war der Moderator nun gar nicht mehr zu bremsen, »das Ding funktioniert bei einem Diebstahl auch als Überwachungsgerät und als Beweismittel!« – »Wenn das Auto geklaut wird«, wandte mein Freund ein, »ist das Ding aber auch weg.«

Bianca Stücker

Ein Humanist

Mein Nachbar ist ein rechter Witzbold. Immer, wenn ich ihn im Café nebenan treffe und nach dem Befinden frage, sagt er, es gehe gut und er werde gleich den Hund exekutieren, was bei den anderen Gästen ungläubiges Entsetzen auslöst, mich aber kaltläßt. Wozu humanistische Bildung, wenn man nur einen einzigen müden Kalauer daraus ziehen kann?

Tibor Rácskai

Bild Dir Dein Bild

Schlechte Nachrichten über noch schlechtere Politik versauen mir ständig den Tag. Da ist es wohltuend und aufheiternd, sich ein eigenes Bild zu machen. So stelle ich mir z.B. gerne vor, wie wohl ein »übergelaufener Polizist« aussieht bzw. was aus ihm rausläuft. Oder auch, wie sich eine »Schießerei mit Toten« so abspielen mag.

Tina Wirtz

Glück gehabt

Auf halbem Wege einer zweistündigen Autofahrt wurde ich dank eines bedrohlichen Warntons des baldigen Zuneigegehens meines Spritvorrats gewahr. Prinzipientreu ging ich mit mir selbst in Klausur, wo es sich wohl am günstigsten tanken lasse. Denn wer will schon hart verdiente 40 Cent an Mehrkosten pro Tankfüllung den gierigen Tankstellenpächtern in den Rachen werfen? Auf der Autobahn tanken oder abfahren? Morgens, mittags oder abends die Zapfsäule ansteuern? Lieber in der Stadt oder auf dem Land? Ist Markensprit besser als die billigere Plörre von den Freien? Schaffe ich es vielleicht doch bis zum Ziel? Oder gar noch wieder zurück zur Tankstelle meines Vertrauens? Gibt es innerhalb der kommenden halben Stunde Krieg in der Ukraine? Und was hätte das für Auswirkungen auf den Dieselpreis? Wenige Kilometer weiter war ich ob der Komplexität der Spritfrage beinahe schon nicht mehr in der Lage, mein Fahrzeug sicher zu steuern, als mir plötzlich die Erkenntnis kam, daß ich meine Geldbörse sowieso zu Hause hatte liegen lassen. Puh, noch mal Glück gehabt! Der gelbe Engel war nett wie immer.

Christoph Leimbach

Multitasking

Es ist erstaunlich einfach, mehrere Dinge gleichzeitig nicht zu tun.

Robert Niemann

Buchung 2.0

Schon bei der Online-Buchung einer langen Flugreise sind die Zeiten von Abflug und Ankunft, die den Tag-Nacht-Rhythmus mit ihrem Jetlag durcheinanderbringen, ein nicht unerhebliches Ärgernis.
Dabei könnte neben den üblichen Feldern und Buttons im Browser bei der Flugsuche und -auswahl ein kleiner zusätzlicher Regler leicht Abhilfe schaffen: »Änderung der Flugzeiten«. Ich bin gespannt, welche Fluggesellschaft ihren Kunden mit dieser Möglichkeit als erstes entgegenkommt.

Christof Goddemeier

Aversion

Seit ich von meinem neuen Wecker jeden Morgen mit elektronischem Vogelgezwitscher aus dem Schlaf gerissen werde, hat sich mein Verhältnis zu den gefiederten Sängern so abgekühlt, daß ich sagen kann: Der frühe Vogel wurmt mich sehr.

Uwe Geishendorf

Mittags am Falafelstand

Eine lange Schlange hungriger Werktätiger, ich mittendrin. Vor mir zwei unsympathische Managertypen, am Verkaufstresen zwei farblose Frauen, die den Falafelmann in eine Diskussion verstricken: »Mit was für einem Öl werden die Bällchen denn zubereitet? Ist das auch hundertprozentig vegan?« Der Verkäufer gerät in Erklärungsnot. »Ja, äh, schon…« – »Und die Paprikas auf dem Vorspeisenteller? Sind die etwa mit Käse gefüllt?« – »Ja, also, äh: Schafskäse.« Nach ungefähr drei Minuten schalten sich die beiden Herren vor mir ein: »Seid ihr bald fertig, ihr frustrierten Ziegen?« Sofort beginnt eine mit üblen Flüchen gespickte Auseinandersetzung, bis dann irgendwann beide Streitduos ihr Essen bekommen. Ich stelle mich mit meinem Hummus-Teller unauffällig neben die beiden Herren, um sie zu belauschen. Der eine sagt: »Auf die sollte man echt einen Killer ansetzen.« Die Boulevardpresse würde vermutlich von den »Falafel-Morden« sprechen.

Moses Wolff

Produkt-Test

Wer mit dem Gedanken spielt, sich einen Entsafter der Firma Philips zuzulegen, die dieses Produkt mit »Reinigung in 1 Minute« anpreist, dem sei gesagt: Das ist nicht gelogen. Zumindest für alle, die in buddhistischer Achtsamkeit geübt sind und fähig, ihren wachen Geist einzig und alleine auf die vor ihnen liegende Aufgabe zu konzentrieren, während das Gehirn schon blitzschnelle, feinmotorische Bewegungsabläufe vorausberechnet. Daß man nach der Rekordreinigung dann trotzdem noch fünf Minuten braucht, um das Scheißding wieder zusammenzubauen, das sagen sie einem natürlich nicht.

Christian Martin

Sicher ist sicher

Ich habe den blöden Reflex, immer eine Grimasse zu ziehen, wenn ich fotografiert werde. So gab es von mir bisher denn auch nur Fotos, auf denen ich sehr albern aus der Wäsche schaue. Jetzt habe ich mir beim Fotografen unter Medikamenteneinsatz allerdings doch mal seriöse Bilder machen lassen, die ich dann sofort bei einem Notar hinterlegte. Sollte ich mich der Demenz wegen nämlich einmal ultimativ verirren oder gar von schlimmen Gangstern entführt werden, hat der Notar sofort Bildmaterial, das man für die Vermißtenanzeige ohne Scham an Zeitung und Fernsehen schicken kann.

Günter Flott

Warnung

Es wimmelt ja inzwischen nur so von Warnhinweisen jedweder Art. Hier noch ein Vorschlag für die Ortsschilder bestimmter großstädtischer Randbezirke: »Achtung, der Aufenthalt kann Spuren von Kopfnüssen hinterlassen!«

Burkhard Niehues

Parlez-vous français?

Da wir wegen eines beharrlich nervenden Dauerregens nun schon den dritten Tag in Folge auf dem kleinen französischen Campingplatz mitten im ländlichen Nirgendwo festsaßen, an einen Zeltabbau nicht denken konnten und vor überhandnehmender Langeweile beinahe krepierten, waren wir wirklich froh, als sich bei einem durch Lebensmittelknappheit motivierten Aufklärungsgang in ein nahegelegenes verschlafenes Nest herausstellte, daß der einzige örtliche Kiosk tatsächlich die Frankfurter Allgemeine Zeitung führte, mithin ein dickes, gewichtiges Repräsentationsorgan deutschen Geistes und eine Zeitung also, die wir nach den vielen in der Sprachisolation Frankreichs verbrachten Wochen nun bereits umso dringender nötig hatten, da wir verdammt noch mal endlich irgend etwas Geeignetes brauchten, um unser vollkommen durchnäßtes Zelt zu trocknen! Es hat sehr gut funktioniert.

Sebastian Klug

Okay versus Nicht-Okay

Das Foto eines sexy Bikini-Models, das sich lasziv am Strand räkelt und auf dessen makellosem Körper Wassertropfen perlen, als Vorlage zum Onanieren zu benutzen ist okay. Zurückhaltung ist allerdings geboten, wenn die Schöne auf einem Plakat an der Bushaltestelle abgebildet ist.

Thorsten Mausehund

Große Ballkunst

Becketts »Endspiel«, Shakespeares »Sturm«, Zuckmayers »Der königsblaue Engel« und Molières »Schule der Spielerfrauen« gehören sicherlich zu den besten Fußball-Theaterstücken, die es gibt. Aber keines von ihnen kann es mit Goethes Volltreffer »Eigentorquato Tasso« aufnehmen.

Andreas Maier

Rummelpommes

Kirmes, unerschöpflicher Quell der Absurditäten. An einem Imbißstand trinkt sich ein Vater in Begleitung seines zehnjährigen Jungen die Tristesse auf Erden schön. Das Kind, angenehm unter dem hohen und ausladenden Stehtisch aus dem Blickfeld geschafft, ist mit einer Portion Pommes beschäftigt: »Papa, ich schaff’ die Fritten nicht mehr.« Starrer Blick nach vorne, das Bier in der Hand: »Boah Junge, dann iß wenigstens noch die Mayo!« Kurzes Zögern beim Sohn, der dann aber gehorcht und den riesigen Berg Mayo wegspachtelt. Ich habe mir diesen pädagogischen Kniff gleich notiert. So funktioniert also Kindskonditionierung, damit man nicht jedes Jahr auf die Kirmes muß.

Simon Brüggemann

Heitere Zweckentfremdung

Wenn der esoterisch angehauchte Mitbewohner mal wieder mit »spirituellem« Gelaber genervt hat, kann man sich prima revanchieren und unbeliebt machen, indem man sich aus seinen Tarot-Karten die richtigen zweiunddreißig heraussucht und zwei Bekannte zu einer zünftigen Runde Skat mit Bockbier und Kartoffelchips einlädt.

Karsten Wollny

Der Grund

Ja ja: Die Fernsehlandschaft verödet. Die privaten Sender sind die Totengräber jeglichen Niveaus, bla bla bla. Trotzdem ist für mich seit kurzem – noch weit vor RTL mit seinen schon saublöden Formaten! – Phoenix der allermieseste Sender. Ja: Phoenix, der Infokanal der altehrwürdigen öffentlich-rechtlichen Kanäle! Denn auch dort gilt anscheinend schon beim Titel der Sendungen »Hauptsache catchy«, und man schämt sich für überhaupt nichts mehr. Oder wie soll ich mir bitte erklären, daß es mittlerweile keine einzige Dokumentation über Warane mehr gibt, die ohne das Wort »Drachen« auskommt? Unhaltbare Zustände!

Ernst Jordan

Besserwisser

Rucola ist eigentlich ein uraltes deutsches Gemüse, heißt in Wirklichkeit Rauke und sollte von gebildeten Menschen auch stets so genannt werden – dergestalt rügten mich kürzlich meine alten Freunde Hucola und Frucola, die meinungstechnisch wohl kräftig auf die Pucola hauen wollten.

Mark-Stefan Tietze

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Oskar Lafontaine, alter Gourmet!

Sie waren Gesprächsgast bei der Vorstellung des neuen Sarrazinbuches über irgendwas mit Flüchtlingen und Ausländern, deren Aufenthalt in Deutschland auch Ihnen nicht behagt. Denn schließlich, so sagten Sie, sei es wenig sinnvoll, einen von hundert hungernden Menschen ins »Feinschmecker-Lokal« einzuladen, wenn die dortige Rechnung allemal dafür ausreiche, allen Betroffenen Brot zu geben.

Wohl wahr! Allerdings machte es Ihnen niemals etwas aus, in Feinschmecker-Lokale, Fünf-Sterne-Hotels, Privatjets und Luxus-Fincas eingeladen zu werden, auch wenn die Rechnungen dafür ausgereicht hätten, die ganze Wählerschaft der Linkspartei mit Brot für Jahre auszustatten.

Aber was sollten die damit auch anfangen, nicht wahr? Die können ja schließlich auch Kuchen essen!

Schenkt Ihnen immer gerne ein: Titanic

 Alles in Ordnung, Winzerfamilie Keller?

Alles in Ordnung, Winzerfamilie Keller?

Im »Focus« wurden Sie – Guts-Chefin Bettina, Ehemann und DFB-Präsident Fritz Keller sowie Ihre drei Söhne – in der Reihe »Generationengespräch« über dies und das befragt, und was ein leidlich als Journalismus getarntes Alkoholwerbefeature hätte werden können, explodierte gleich zu Beginn derart, dass man glauben konnte, man läse das Transkript einer durchschnittlichen Maischberger-Sendung.

»Herr Keller, sind Sie auch Patriarch?« hob der Interviewer an, worauf es aus Ihren Mündern u.a. schallte: »Wer? Ich? Warum?«, »Ja, ja«, »Mein Mann will schon der Bestimmer sein«, »Was!? Das habe ich ja noch nie gehört«; dann, auf die Frage »Wollten Sie ihn je verlassen?« ging es weiter mit: »Eigentlich täglich«, »Ich will jetzt auch mal was sagen«, »Das stimmt einfach nicht«, »Das stimmt nicht«, »Doch« und so fort über anderthalb Spalten hinweg, und wenn der »Focus«-Mann nicht elegant zum Thema Fußball gewechselt wäre, wie lange hätte es dann wohl gedauert, bis der erste Dekanter durch die Luft geflogen wäre? Oder torkelt für gewöhnlich ein jeder von Ihnen, ein übervolles Glas schwenkend und giftige Vorwürfe speiend, in sein jeweiliges Zimmerchen? Und: Kommt so etwas täglich vor in Ihrem Weinkeller, liebe Kellers? Wie haben Sie eigentlich die Quarantäne überstanden?

Empfiehlt eine Familienaufstellung im Mineralwasser-Lager: Titanic

 Schöpfer der Kampagne »Werde Maler!«

Was ging uns das Herz auf – und mit uns wohl Zigtausenden ambitionierter Schulabgänger –, als wir auf Bussen und Plakaten Euren oben genannten Aufruf lasen, darunter die verheißungsvollsten Satzperlen: »Eintrittskarte in eine kreative Branche«, oder gar, wo pandemiebedingt zur Zeit so vieles den Bach runtergeht: »Meine Zukunft ist gesichert!«

Wer träumt nicht davon: endlich, und das nach offizieller Aufforderung, in die Fußstapfen von Gerhard Richter und Jonathan Meese treten, dazu Geniekult, Aktmalorgien, Koks und Heavy-Petting mit Myriaden von Musen. Doch Basel-, äh, Mumpitz: Bei genauerem Studium von www.werde-maler.de entpuppt sich die rosige oder auch polychrome Zukunft als ein billiges Trompe-l’œil, löst sich in Neo und Rauch auf. Leider seid Ihr nicht der Deutsche Künstlerbund, sondern die schnöde Innung der Maler und Lackierer. Aber sagt, ein bisschen Koks während der Achtstunden-Frühschicht gibt’s bei Euch vielleicht auch?

Fragt mit Restinteresse: Titanic

 Und Du, hyperaktives Berlin,

hast Dich bei der Entwicklung Deiner neuen Werbekampagne mal wieder nicht richtig konzentriert. Denn sonst wäre Dir doch sofort aufgefallen, dass in dem Motto »Berlin. Auch das« glatt das »noch!« fehlt.

Sieht genau hin: Titanic

 Kuckuck, Daniel Kehlmann!

Von der »Sprengkapsel des Infektionsschutzgesetzes«, das wie eine »Bombe« in »unser Gesetzeswerk« eingelassen sei, faselten Sie unlängst bei denen von der »Welt« und kritisierten wieder einmal die Corona-Maßnahmen aus Angst um Ihre Freiheitsrechte. Immerhin sei eine Sterberate von 0,5 Prozent nun mal nicht die Cholera.

Und trotzdem mussten Sie, Herr Kehlmann, all das durchstehen: Da haben Sie sich in ein »ganz kleines Haus« in Montauk eingemietet, vorher einen »großen Fernseher« und eine Playstation gekauft und ausgeharrt. Ja Himmel, ist das denn überhaupt noch ein Leben? Überdies würden Sie sich in der westlichen Zivilgesellschaft nie wieder so sicher fühlen können wie früher. Was, man ahnt es, nicht das Virus und dessen Gefahren meint.

Aber was auch immer die Zukunft bringen mag, Herr Kehlmann: Wir wissen nun immerhin, dass wir uns im Falle erneuter Klopapierengpässe den Hintern guten Gewissens mit Ihren Büchern abwischen können.

Danke dafür: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Prädikatenlogik im Urlaub

Dass die supergescheiten Griechen als Begründer der Logik uns weniger beschlagenen Völkern gripsmäßig stets einen Schritt voraus sind, wurde mir abermals verdeutlicht, als mir auf Kreta ein Einheimischer auf die Frage, ob das von mir anvisierte Reiseziel ein gutes sei, antwortete: »Oh yeah, it's a nice place! Everybody goes there. I have never been there.«

Cornelius W.M. Oettle

 Herbstschmerz

Ein stark übergewichtiger Mann wirbelt mittels eines höllisch laut dröhnenden Laubbläsers nasses Laub von einer Seite des Radwegs auf die andere. Er trägt rote Ohrenschützer, raucht eine krumme Zigarette und hat den Mund-Nasen-Schutz am Kinn kleben. Auf der Jeans-Kutte, die er über seiner orangefarbenen Warnweste trägt, steht »FCK WNTR«. Ich weiß, dass mir dieses Bild irgendetwas über den Zustand der Menschheit sagen will, doch ich schaffe es einfach nicht, die Botschaft zu enträtseln. Ich bin auf einmal nur noch sehr, sehr müde.

Theobald Fuchs

 Abwägungsfrage

Die eigenen unerfüllten Lebensträume auf seinen Nachwuchs zu projizieren, diese Möglichkeit hat man als kinderloser Mensch leider nicht. Anderseits: Ein Kind, das zu jeder einzelnen Sportunterrichtsstunde eine schriftliche Entschuldigung mitbringt, hätte womöglich ernsthafte Schwierigkeiten, was die Bewältigung der schulischen Laufbahn betrifft.

Julia Mateus

 Kunst meets Frankfurt

»Einmal die Krüppel.«
»Wie bitte?«
»Na, die Krüppel-Sammlung da.«
»Mein Herr, Sie meinen unsere Ausstellung ›En passant‹? Sie möchten ein Ticket?«
»Ja, genau.«

Man fremdelte anfangs ein wenig mit den impressionistischen Skulpturen im Städel-Museum in Frankfurt.

Nicolai Hagedorn

 Obenrum öd

Die ICE-Trasse Kassel-Würzburg liegt fast komplett unter der Erde. Das ist durchaus eine gute Idee, denn die Gegend ist so trostlos wie das Liebesleben eines Bahn-Vorstands. Für einen Zwischenhalt erbricht sich der Zug in Fulda kurz an die Oberfläche, und man erkennt auf den ersten Blick die Brillanz der Nato-Strategie aus den Achtzigerjahren: Hier also wäre der Russe damals durchs berühmte »Fulda Gap« in den Westen einmarschiert und mit seiner enormen Panzerflotte vor lauter Langeweile direkt verödet.

Peter P. Neuhaus

Vermischtes

Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
28.10.2020 Osnabrück, Lagerhalle Max Goldt
29.10.2020 Gütersloh, Die Weberei Max Goldt
29.10.2020 Schweinfurt, Bayernkolleg Gerhard Henschel
29.10.2020 Bad Oeynhausen, Begegnungszentrum Druckerei Ella Carina Werner