Vom Fachmann für Kenner | Februar 2014


Scheißégalité

Als neulich im Schwarzwald ein vor mir herlaufender Herr seinen etwa zwölfjährigen Sohn antippte und gen Westen deutend völlig euphorisch ausrief: »Schau mal, wie schön, da hinten sieht man die Vogesen!«, und daraufhin dieser lediglich ein lakonisches »Was? Mir doch scheißegal!« zwischen seinen Kopfhörern hervorkrächzte – da stellte ich als überzeugter Europäer erleichtert fest, daß auch mit der kommenden Generation kein Krieg gegen Frankreich zu machen sein würde.

Wanja Lindenthal

Haushaltstip (6378)

Gekochte Eier lassen sich viel leichter pellen, wenn man sie vor dem Kochen auspustet.

Thomas Gsella

Bekanntmachung

Ich habe gerade meinen ersten Roman geschrieben. Er handelt von einem strauchelnden Klavierspieler in der Wirtschaftskrise und heißt »Clayderman – was nun?«

Torsten Gaitzsch

Kommentare:

pedro bear: lol, musste grinsen. gab aber schon bessere.
clari_nette: hä versteh ich nicht?
Lauchl33t: Hey leutz, die UL-Links für die Clayderman-diskografie sind schon seid monaten down. kann mal jemand re-uppen pls??
derhans: www.seidseit.de ;)
Hürtgo92: @Lauchl33t: Bitte keine Upload-Requests im Fachmann! Wer lesen kann, ist klar im Vorteil…
Snirr: Oh Maaaann, könnt ihr mal aufhören, hier alles mit euren Meinungen zuzuspammen? Ich meine, ihr kriegt hier KOSTENLOS was geboten, also haltet einfach mal die KLAPPE, klickt auf »Bedanken« oder laßt es bleiben. My 2 cents.

R.I.P.

Eine alternative letzte »Ruhestätte« für Globetrotter, Jet-Set-People und vielreisende Geschäftsleute, die standesgemäß beigesetzt werden möchten: im Rollkoffer, auf dem Flughafen abgestellt und unbeaufsichtigt stehengelassen. Und wenn sie nicht gesprengt worden sind, dann stehen sie dort noch heute…

Theobald Fuchs

Analogiekäse

Daß gerade der erwiesenermaßen traditionsdeutsche Konzern Dr. Oetker mich nur mit leeren Floskeln abspeist, anstatt endlich mal eine vegane Tiefkühl-Pizza auf den Markt zu bringen, finde ich echt schwach. Immerhin war Hitler Vegetarier!

Dominik Mauer

Privatsache

Ich lasse mir die Homosexualität auch nicht von Promis schönreden. In Berlin lebte ich eine Zeitlang in Dahlem, einer eigentlich ruhigen Wohngegend. Das sollte sich ändern, als in der Wohnung über mir zwei junge Männer einzogen. Sie sahen unauffällig aus, aber es war schon klar, in welcher Erdhöhle sich der Fuchs nächtens eingräbt, wenn Sie verstehen – rote T-Shirts ohne Kragen, Sellerie im Knopfloch, die ganze Richtung. Eine Zeitlang konnte ich sie ignorieren, aber dann fand ich einen Zettel in meinem Briefkasten: »Hallo Herr Fischer, wir haben ein Paket für Sie angenommen, wann haben Sie Zeit?«, und dazu noch so Smileys. Mir war das schon damals suspekt, aber mein Anwalt riet mir von einer Anzeige ab. So habe ich das Paket dann »auf dem kurzen Dienstweg« geholt, und ein Gespräch mit den »neuen Nachbarn« ließ sich nicht mehr vermeiden. Einer der Brüder hatte eine kleine Agentur für digitales Publishing, »E-Pub in deine Mudda rein! & Friends«, der andere wollte über seine Tätigkeit nicht reden. Später erfuhr ich, daß er biometrische Hochzeitsfotos herstellt. Kurz darauf feierte einer der beiden »Purzeltag«, und weil ich mich ohnehin über den Lärm beschweren wollte, dachte ich nichtsahnend, schaue ich als guter Nachbar halt mal vorbei. Zunächst schien alles sauber. Es gab Bier auf Ziegenmilchbasis und einen alkoholfreien Schnaps namens »Dutt«. Im Salon hatten sie eine überdimensionierte Autoplakette über der Anrichte, »Wir fahren mit Partikelfilter«, wohl eine Anspielung auf die in diesem Milieu übliche »Verkehrsordnung«. Dann wurden in einem rot gebundenen Buch sogenannte »Schnurrpfeifereien« gesammelt, etwa dieser Art: »Abschied im Chinarestaurant: Können Sie mir etwas Hund für den Hund einpacken?« Einfach nur widerlich. Noch bedenklicher fand ich den Smalltalk, etwa, daß Menschen die Wahrscheinlichkeit, daß ein Flugzeug abstürzt, geringer einschätzen, wenn der Sitznachbar eine Frau ist. Bei der weiteren Inspektion der Wohnung fand ich dann das Unvermeidliche: Fotos von kleinen Jungs, aufgestellt im Bücherregal. Angeblich die Neffen. Sollte ich intervenieren? Ich habe es gelassen, aber es war falsch. Später begegneten mir beide noch im Hausflur, aber mehr als ein »Hi!« wollte ich ihnen nicht zugestehen. So prägte sich meine Grundhaltung.

Leo Fischer

Geometrie

Wenn man nach einer ausufernden Party so richtig breit ist, hilft es, sich eine Weile lang zu machen.

Uwe Geishendorf

Müll

Wie sollen wir das Müllproblem jemals in den Griff bekommen, wenn uns die Bäcker selbst noch eine Apfeltasche in der Tüte über den Tresen reichen?

Burkhard Niehues

Unser Pfarrer Lübke (2)

Als neulich herauskam, daß ein Bischof erster Klasse nach Indien geflogen war, um dort im Elendsviertel Urlaub zu machen, da fragten sich die Leute, was wohl der alte Herr Pfarrer dazu zu sagen habe. Der winkte ab und meinte, das sei schon blöd, aber noch blöder sei, sich dabei erwischen zu lassen. Ihm könne das nicht passieren. Wie das, fragten da die Kirchgänger. Nachdem er einen guten Schluck vom Meßwein genommen hatte, verriet er den Trick. Immer im Sommer lasse er den Bischof glauben, er, Lübke, würde in Indien im Elendsviertel Kranke pflegen. Tatsächlich fliege er jedoch heimlich für drei Wochen nach Mallorca, erster Klasse selbstverständlich, fügte er verschmitzt hinzu. Das fand allgemeine Zustimmung. Unser Pfarrer Lübke ist schon ein richtiger Filou.

Tibor Rácskai

Gut gemeint ist fast schon angekommen

»Liebe Fahrgäste mit Destination Zürich: Es besteht keine Anschlußmöglichkeit nach Zürich. Dieser Zug fährt weiter nach Zürich. Wenn Sie nach Zürich wollen, verbleiben Sie bitte in diesem Zug.« Wahrscheinlich war der Herr, der für diese Durchsage verantwortlich war, gerade irgendwie abgelenkt. Dann merkte er, was er eben gesagt hatte und dachte sich danach wohl, die Leute sollten doch froh sein, daß sie überhaupt in Zürich ankommen. Ich selbst wollte eigentlich woanders hin, machte mir aber keine Sorgen. Man meinte es ja offensichtlich gut mit uns.

Christina Hahn

Mündiger Patient

Der Diagnose »Blutvergiftung« begegne ich stets mit einer gewissen Sepsis.

Valentin Witt

MIH

Endlich haben wir Gewißheit, meine Freundin ist schwanger. Ich kann meine Freude nicht verbergen und rufe: »Geil! Du wirst eine MILF!« Ihr vormals lächelndes Gesicht ist urplötzlich mit Zornesfalten übersät. »Das ›F‹ kannst du dir in nächster Zeit abschminken!« – »Dann betrachte du das ›L‹ ebenfalls als hinfällig!« Auch wenn man es nicht glaubt: Es ist ein Wunschkind.

Ingo Krämer

The Key to Success

Helene hat an der Tankstelle in Hart die Schlüssel vom Bunkermuseum übernommen, sie wird morgen aushilfsweise den Tagesdienst versehen. Seit ihre Lohnförderung beim Marktmuseum in Arnoldstein ausgelaufen ist, hat sie Zeit dafür. Den Arnoldsteiner Schlüssel mußte sie nicht retournieren, man weiß ja nie. Jetzt wird sie von der Direktorin des Sprachinselmuseums telefonisch an die vereinbarte Objektabholung erinnert, die Schlüssel vom Museum in Wien habe sie sowieso noch. Und weil Helene mit meinem Auto unterwegs ist, baumelt am Schlüsselbund mein Hauptschlüssel vom Gailtaler Heimatmuseum. Vier Museumsschlüssel in der Tasche und leben von der Notstandshilfe: study ethnology!

Siegfried Kogler

Die Schnauze voll

Die schon leicht in die Tage gekommene Redewendung »Ein gefundenes Fressen« bekommt plötzlich einen ganz neuen, ziemlich ekligen Beigeschmack, wenn man vom Träger einer festen Zahnspange angegrinst wird, der gerade gespeist hat…

Tina Wirtz

The Godfather of Aphorisms

Laß die Gedanken kommen und gehen. Denn kommt ein Gedanke ein zweites Mal wieder, ist es ein guter Gedanke; kehrt er ein drittes Mal wieder, so handelt es sich um einen exzellenten Geistesblitz. Kehrt er nun gar ein viertes Mal wieder, so verwirf ihn: Denn diesen Gedanken könnten alle haben, um ihn als liebenswürdiges Bonmot einem gern gelesenen Satiremagazin anzubieten! Gern geschehen.

Sebastian Klug

Parität im Pkw

All die Genderdebatten lenken davon ab, daß in vielen Bereichen eine Gleichstellung längst erreicht ist. Beispielsweise gilt seit Jahrzehnten: Wer ein teures Gefährt hat, hat auch eine teure Gefährtin.

Michael Höfler

Vasen wagen

Befindet man sich an Flughäfen oder Bahnhöfen, muß man feststellen: Die Welt wäre hübscher und eleganter, bewahrten die Reisenden ihre Siebensachen nicht in rumpeligen Koffern oder fragwürdig gemusterten Taschen und Rucksäcken auf, sondern in Vasen. Geschmackvoll bemalt und aus edlem Porzellan. Als Folge des dadurch erforderlichen logistischen Fingerspitzengefühls wären die Menschen achtsamer, höflicher und wirkten weniger getrieben, nebenbei sähe es sehr charmant aus. Es gäbe Reisevasen, Schulvasen und Einkaufsvasen. Sowie bezaubernde Damenvasen, flache Vasen für den Laptop und geschmackvolle Vasengestelle in Zügen und Restaurants. Und irgendein Berliner Hipster hielte sich dann für besonders pragmatisch – und stopft seinen Krempel in einen Plastikeimer, das Arschloch.

Thomas Tonn

In der ersten Reihe

Manchmal fühl’ ich mich wie in einem richtig guten Film – bei dem aber die Untertitel zu klein sind (und auf serbokroatisch), mein Nachbar stinkige Chips mit Käsesauce mampft, jemand mir von hinten seine Knie in den Rücken drückt und der Filmvorführer mittendrin vergißt, die Rolle zu wechseln.

Tina Manske

Vom Fleischgefallen

Vegetarier? Die haben doch von Puten und Hasen keine Ahnung!

Mark-Stefan Tietze

Never forget

Sie sagen, man erkenne die Schönheit der Dinge erst, wenn diese nicht mehr gegenwärtig sind, wenn man sie verloren hat. Sie haben recht. Während draußen vor dem Fenster die ersten Schneeflocken tanzen und die Sonne zur fernen Erinnerung geworden ist, wird mir endlich gewahr, was ich einst besaß und welche Freuden der Sommer trägt. Die kleine Erkenntnis, was das schönste an ihm ist; tatsächlich: Die Wäsche ist immer so schön schnell trocken.

Aiko Kempen

Body-Mass-Index

Seit mich mein Hausarzt darauf aufmerksam gemacht hat, daß ich für meine Körpergröße deutlich zuviel wiege, versuche ich verzweifelt, etwas dagegen zu unternehmen. Aber ich kann mich anstrengen, wie ich möchte: Ich werde einfach nicht größer.

Andreas Maier

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt
26.04.2021 Oldenburg, Theater Laboratorium Max Goldt