Vom Fachmann für Kenner | September 2013


Nach meinem Tode

Für die Zeit nach meinem Ableben wünsche ich mir, daß nicht viel Aufhebens um die eitle Frage entstehe, wo ich denn nun begraben werden solle. Deswegen bestimme ich hiermit: Begrabt mich einfach im Invalidendom zu Paris! Am besten gleich neben Voltaire.

Sebastian Klug

Downgrade

Abends, beim Gassigehen, streift mein Blick hin und wieder an den erleuchteten Fenstern entlang. Irgend etwas könnte sich da doch mal zutragen: Busen sich an beschlagenen Badezimmerfenstern reiben, Menschen vor dem flackernden Kamin auf Teppichen kopulieren, ein Porno über einen der riesigen Flatscreens flimmern oder wenigstens die Landfrauen-Yogagruppe nackt üben. Aber nichts. Muß meinen Status wohl oder übel von »Spanner« auf »Möchtegern« herabstufen.

Helge Möhn

Ganz unten

Wegen eines Scheidenpilzes mußte sich meine Freundin in ärztliche Behandlung begeben. Was mich dabei nachdenklich stimmt, ist der Rat ihrer Frauenärztin, auch mich vorsorglich untersuchen zu lassen. Bin ich denn wirklich, wie alle immer behaupten, so eine Pussy?

Daniel Sibbe

Angeschmiert

Es stimmt: Die »Verwöhnmaske« verleiht meinem Gesicht ein ebenmäßiges und geradezu verjüngtes Hautbild, wie versprochen. Aber kaum hab ich sie abgewaschen, sehe ich wieder so runzlig aus wie vorher.

Tina Manske

Der Fünfte

Die zuständigen Instanzen werden sich der Einführung eines fünften Falles nicht mehr lange verweigern können. Nachdem mittlerweile bekannt ist, daß der dritte dem zweiten sein Tod war, macht sich unter dem Einfluß der sozialen Medien seit geraumer Zeit der Akkusativ daran, der Tod von ›den‹ Dativ zu werden – weswegen zur Fortführung dieser sprachzersetzenden Tradition schnellstmöglich ein fünfter Kasus erfunden werden muß, um den Akkusativ auszulöschen. Ersten Überlegungen zufolge könnte dieser Fall den traurig-schönen Namen »Destruktiv« tragen.

Andreas Lugauer

Tattoowahn

Wer einen Hang dazu hat, Leute mit seinen ausgefallenen Tätowierungen zu beeindrucken, sollte sich vorsehen: So mancher, der sich eine giftige Spinne auf die Brust tätowieren ließ, hat sich kurze Zeit später erschossen, wenn er schlaftrunken in den Spiegel sah.

Benjamin Bäder

Irgendwo yogisch

»Warum verlangen Swamis so viel Geld für die Ausbildung zum Yogischen Flieger?«
»Die nehmen’s eben von den Schwebenden.«

Tanja Schmid

Kamikaze

In Sekundenbruchteilen war mein Mund so trocken wie die Wüste, in der Jesus damals den Teufel abblitzen ließ. Und sofort war da auch dieses Kniezittern und feine Magenkribbeln, als die Tür aufging und der dritte Meßdiener-Kollege in die Sakristei hineingestützt werden mußte. Wie die zwei anderen vor ihm war er während der Messe mit dem Bischof bereits nach wenigen Minuten Weihrauchfaß-schwenken im dichten THC-Nebel der Länge nach hingefallen und sah nicht wirklich gut aus. In meinem Kopf spielte eine Mundharmonika nie zuvor gehörte Westernmusik, als sich der Pfarrer, der mir eben noch rasch ins Kostüm geholfen hatte, zu uns Ersatzspielern umdrehte, mir tief in die Augen sah und mit fester Stimme sprach: »Du bist der nächste!«

Peter P. Neuhaus

Senfsemmeln

Als ich noch zur Schule ging, gab es gegenüber einen Busbahnhof, in dem sich auch ein winziger Fensterkiosk befand. Die ältere Frau, die darin wirkte, verkaufte vor allem Schnaps und Zigaretten und erzählte den Kunden aus ihrem bewegten Leben. Sie sei früher Fliegerin gewesen und habe als eine der ersten ein Motorrad besessen, weswegen das mit den Autobahnen auch ganz toll gewesen sei. Daß der Großteil ihrer Kundschaft aus jugoslawischen Gastarbeitern bestand, die kein Deutsch konnten, störte sie nicht, solange man sie nicht unterbrach und ihre Würstchen lobte. Für die Würstchen hatte ich nicht genug Geld, die Kioskchefin aber hatte die geniale Idee, aus einfachen Semmeln eine auch für Schüler erschwingliche Mahlzeit zu zaubern: Die Semmel wurde halbiert und dick mit Senf beschmiert. Das kostete dann 20 Pfennig und nannte sich schlicht und ehrlich »Senfsemmel«. Gierig verspeiste ich zwei davon noch auf dem Heimweg. Eines Tages aber blieb der Kiosk geschlossen und wurde bald abgerissen. Keine Senfsemmeln mehr, und niemals ist es mir geglückt, selbst eine zuzubereiten. Inzwischen habe ich begriffen, was sie so besonders schmackhaft machte: Es war nichts anderes als das gute Gefühl, einen weiteren Schultag überstanden zu haben.

Tibor Rácskai

Höflichkeit im Straßenverkehr

Immer häufiger stelle ich fest, daß Autofahrer an einer Ampel nicht mehr bis zur weißen Linie vorfahren, sondern etwa fünf Meter davor halten. Man kann die Sache mit dem Diskretionsabstand auch übertreiben.

Ulf Wentzien

Supersupermarkt

Letzte Woche steuerte ich auf den großen Real an der Kasseler Weserspitze zu, vor dessen Eingang sich ein zankendes Junkie-Pärchen niedergelassen hatte. Da stieg in mir für mehrere Sekunden der Wunschtraum auf, auf dem Flachdach des Baus für diese und alle anderen Realitätsflüchtigen einen eigenen Supermarkt zu errichten: den Surreal.

Mark-Stefan Tietze

Stillfrage

Mütter sollten Muttermilch grundsätzlich erst nach dem Abpumpen einfrieren. Ansonsten droht böse Bronchitis.

Günter Flott

Auf Augenhöhe

Ich werde es vermissen: das leicht verschämte Ankleiden morgens nach der Dusche, dann der erste gemeinsame Kaffee, die verlegenen Blicke über meinen Rechner hinweg bis zur Mittagspause, schließlich die unabwendbare Trennung nach einem langen Arbeitstag, meist ohne ein Wort des Abschieds. Nun ist das Baugerüst an meinem Wohnhaus abmontiert, die aufmerksamen Männer darauf sind weg, und ich werde wieder alleine aufwachen müssen.

Katrin Bolbeth

Für Gutfried Benn

Auf deine Lider leg ich Hummer,
in deine Lippen schieb ich Nuß,
indessen ich das Steak, den Lummer,
doch ganz alleine essen muß.

Um deine Züge leg ich Flower,
auf deine Ziege leg ich Lauch,
indes die Wurst, die Brüh-Krakauer,
wandert allein in meinen Bauch.

Du, die zu schwach, um Fleisch zu essen,
du, die nicht äße, was ich eß –
drum können wir es gleich vergessen.
Ach, Veggie-Girl: Das gäb nur Streß.

Anselm Neft

Männliche Grenzerfahrung

Ich hütete das Haus meiner Eltern. Diese heizen seit der Ölkrise in den siebziger Jahren mit Holz. Vorteil: CO2-neutral. Nachteil: Morgens vorm Duschen muß man erst mal Feuer machen. Jeden Morgen fühlte ich mich unglaublich männlich. Feuer gemacht! Ich! Mann! Kerl! Und wozu? Um warm zu duschen.

Volker Surmann

Öko-Tip

Umweltbewußt genießen: Fahrgemeinschaften zum Zigarettenautomaten bilden.

Erich Klepptenberger

Hoffnungslos

Da mir ein Bekannter zum wiederholten Male erzählte, die amerikanische Mondlandung sei ein gigantischer Fake gewesen, versuchte ich es mit paradoxer Intervention: Ich erklärte ihm, daß die Amis gar nicht auf dem Mond gewesen sein könnten, weil es nämlich Amerika gar nicht gebe. Das hätten die Nazis erfunden, um dem deutschen Volk ein weiteres häßliches Feindbild präsentieren zu können, was ja auch heute noch mitunter trefflich funktioniere. Jetzt bombardiert mich der Mann seit Tagen mit Material aus dem Internet, welches unwiderlegbar beweist, daß Amerika existiert.

Karsten Wollny

Auszeichnung

Endlich kam die Bestätigung über meine Anerkennung als Hartz-IV-Empfänger. Stolz und zärtlich nenne ich sie seitdem »mein Armutszeugnis«.

Frederik Moche

Zahn und Seele

In seinem ersten Berufsleben war mein Zahnarzt Psychotherapeut. Daß sich das nicht unbedingt gut verträgt, merkte ich, als er mir sagte, er halte ja nichts davon, Zahnseide jeden Tag anzuwenden; er selbst benutze sie nur ein, höchstens zwei Mal in der Woche. Denn nur, wenn die Abstände nicht zu klein seien, könne man beim Ausspucken den »ganzen Dreck« sehen, der beim normalen Zähneputzen nicht weggehe, und deswegen sei dann der kathartische Effekt der Zahnreinigung auch viel größer.

Benedikt Fait

Fröhliche Hundegeschichten (Schluß)

Als die Apokalypse dann endlich kam, war sie natürlich ganz anders als erwartet: weder mit einem Knall noch einem Wimmern, weder in Feuer noch in Eis ging sie unter, die liebe Welt; vielmehr geschah alles gleichzeitig: Russische Terroristen hatten einen Asteroiden auf die Erde dirigiert, der innen mit klimaschädlichen Atomraketen gefüllt war. Als der auf die Erde stürzte, landete er zufällig punktgenau auf dem Tor zur Hölle (Nähe Stadtallendorf), die fortan natürlich keine Seelen mehr aufnehmen konnte, so daß a) die ganzen Sünder als Zombies auf der Erde scharwenzelten; b) das Inferno nicht mehr richtig klimatisiert wurde, die Erdinnentemperatur stieg und die aus »2012« bekannten Folgen eintraten: Kalifornien versenkt, Hawaii getoastet, ein untoter Dalai Lama bläst noch einmal ins Schofar.

Fünf Jahre später: In den Ruinen Deutschlands leben der letzte Hund und sein treuer Mensch, immer auf der Hut vor den islamistischen Zombies. Richtig gehört: Die Verantwortung liegt beim Hund, denn der Mann ist alt, halbblind, dreivierteltaub, in der SPD und hat von dem ganzen Weltuntergang nur mitbekommen, daß die Zigarettenautomaten nicht mehr befüllt werden. Der Hund hat natürlich alle Pfoten voll zu tun: Haushalt machen, Funksprüche schicken, die Weihwassersprenger im Garten regelmäßig neu einsegnen. Und dann natürlich der Fortbestand der Art: Der Hund rettet im Alleingang die letzte Frau (Scarlett Johansson), die von den Muslimzombies gefangengehalten wird, kleidet sie neu ein und erklärt ihr dann den Haken an der Sache – der letzte Mann auf der Welt ist niemand anderes als der alte Gerhard Schröder, der, und jetzt kommt’s, eigentlich auch schuld ist am Weltuntergang, d.h. selbst wenn die beiden nun die Erde neu besiedeln, die Menschheit ist auf jeden Fall verdammt. Sie müssen sich entscheiden. SPOILER: Nachdem sie schon völlig verzweifelt sind, hat die kluge Scarlett eine Idee. Gemeinsam töten sie Gerhard Schröder, stillen mit seinem Fleisch den Hunger der Untoten und zeugen dann in einer natürlich schon eher sodomitischen, aber ästhetisch absolut überzeugend dargestellten Liebesnacht einen wunderschönen Menschenhund, der die besten Eigenschaften beider Spezies vereint: Nibelungentreue und Giftzahn des Hundes, Erfindungsgabe und Grausamkeit des Menschen. Eine neue Ära beginnt, die überlebenden Zombies verschanzen sich und kämpfen nun täglich gegen die Menschenhundehorden da draußen. Schließlich ist Gott vollends angewidert und macht das Licht aus, diesmal für immer.

Leo Fischer

Textilien und Hitze

Was passiert eigentlich mit meiner 30-Grad-Wäsche, wenn ich sie bei 40 Grad naßschwitze?

Vivian Bomert

Chiffre

Der deutsche Geheimdienst hat die Aktionen der NSA auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Vorher hat er die Aktionen des NSU auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Kann man daraus Narrenfreiheit für das Niedersächsische Studieninstitut Oldenburg ableiten?

René Lingnau

Transportprobleme

Welchen Zweck, abgesehen von der Behinderung beim Einsteigen, erfüllen eigentlich die Stangen im Türbereich der U-Bahn-Wagen? Hat etwa jemand ernsthaft mal versucht, da mit seinem Smart reinzufahren? Und sich dann noch beim Schaffner darüber beschwert, daß der Automat im Zug dafür kein Ticket bereithält? Die Leute werden ja schließlich immer dreister!

Burkhard Niehues

Tip für Spätaufsteher

Nach dem Wichsen einfach noch etwas liegenbleiben.

Valentin Witt

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Schokierend, Schokoladenfabrik Lindt & Sprüngli,

was wir auf »Focus online« über Dich lasen: »Die Bewohner von Olten zwischen Zürich und Basel dürften nicht schlecht gestaunt haben, als es vergangenen Freitag begann, Kakaopulver zu schneien. Grund dafür war das Versagen eines Lüftungssystems der örtlichen Schokoladenfabrik von Lindt & Sprüngli.«

Man hört derzeit ja allerorts von seltsamen Wetterkapriolen, aber Kakao-Schauer sind selbst in unserer Klimakrisen-Welt ungewöhnlich. Die aufgetischte Erklärung vom defekten Lüftungssytem schlucken wir allerdings nicht. Sei ehrlich, Lindt & Sprüngli: War das nicht ein verzweifelter Versuch Deiner Oompa Loompas, irgendwie auf ihre Gefangenschaft als Arbeitssklaven aufmerksam zu machen? Oder war es einfach ein ausgeklügelter Werbegag? Sollte Letzteres der Fall sein, hier ein kleiner Tipp: Gratis Schokolade auf eine ganze Stadt schneien zu lassen ist prinzipiell eine süße Idee, nur halt nicht im Hochsommer …

Wissen Deine Werbe-Willy-Wonkas auf der Titanic

 Schau bzw. hör an, »Radio Wuppertal«!

Vor dem Wuppertaler Landgericht stand im August eine Dealerin, die Heroin von einer Bande aus den Niederlanden bezogen hatte. Und jetzt kommt’s: »Sie soll das Heroin dann in Wuppertal mit größerem Profit weiterverkauft haben.«

Es ist wirklich schlimm, wie sich heutzutage alles nur noch ums Geld dreht. Wo bleibt das Menschliche?

Für mehr Ehrenamt im Drogenhandel: Titanic

 Birgit Herden (»Welt online«),

Sie haben es wirklich gewagt, einen Text mit »Liegt doch Hoffnung in der Herdenimmunität?« zu titulieren? Stark. Aber: die haben wir schon. Titanic

 Wow, Womanizer Friedrich Merz!

Im Taz-Interview auf Ihre fehlende Beliebtheit angesprochen, parierten Sie großartig: »Schauen Sie sich mal an, wie viel Zustimmung ich von Frauen jeden Alters über die sozialen Netzwerke bekomme. Da gibt es zum Beispiel ›Wir Frauen für Friedrich Merz‹, eine von mir nicht beeinflusste, breit angelegte Initiative. Für keinen der beiden anderen Bewerber gibt es etwas Vergleichbares. Und ich freue mich natürlich sehr darüber.«

Klar, welcher Belami wäre da nicht sackstolz? Gemeint war jene Fotoaktion auf Facebook, bei der knapp 200 Frauen (nicht wenige davon Ortsvorsitzende Ihrer Partei) mit Dackel unterm Arm, im Dirndl oder mit irrem Lächeln abgelichtet sind, im je beigefügten Lobhudel-Zitat Sie als »starken Mann« – nicht des 20. Jahrhunderts, sondern »der Stunde« – preisen, Ihr, prust, »Charisma« rühmen und beteuern, Sie seien derjenige Kandidat, der die CDU ins »nächste Jahrzehnt führen« könne – und das, bei aller Kritik und Antipathie, das schaffen rein kalendarisch sogar Sie.

Ihre Frauen und Männer für Norbert Röttgen (gerechterweise) von Titanic

 Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Waber, waber, Alard von Kittlitz!

Eine geschlagene Seite plus Aufmacher spendierte Ihnen die »Zeit«, damit Sie in der Rubrik »Entdecken« die spannende Welt der Astrologie entdecken. »Wer glaubt denn so was?« hieß Ihr Texttrumm, für dessen Herstellung Sie sich erst von einer berufsmäßigen Gaunerin in die Sterne blicken ließen und danach als Ausgleich – wir sind ja schließlich bei der »Zeit« – einen Mann der Wissenschaft (»ein in Harvard studierter, ultragebildeter Hippie«) konsultierten.

Weil Sie mit Ihren geschätzt 25 Jahren zwar schon das Selbstverständnis eines abgeklärten Journalistendarstellers entwickelt, aber scheint’s noch nie vom Forer/Barnum-Effekt gehört haben, brachte Ihr persönliches Horoskop Sie an einigen Stellen dann doch zum Bauklötze Staunen. »Da stand also, in mir bestehe einerseits ein ›grenzauflösender Zug‹, der eine ›Auseinandersetzung möchte mit dem, was jenseits der Realität liegt‹. Gleichzeitig sei da aber auch ein Hang zum Skeptizismus … O ja.«

Ja, scheiß rein, Simsalard von Kittlitz! Einerseits, andererseits. Einerseits können wir uns so einiges vorstellen, andererseits nicht das, was Sie in den Oberzeilen zu Ihrer investigativen Sternstunde insinuierten: »Ich kann die Sorge nicht leugnen, künftig als der verspulte Eso-Trottel der Redaktion dazustehen.« Denn als Trottel dürften Sie dort schon seit langem dastehen.

Leider nicht jenseits von Ihrer Realität: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Tipp für Tierfreunde

Merke: Wer ein Herz für Spinnen hat, sauge nach dem Achtbeiner auch noch einen Sechsbeiner als Proviant mit dem Staubsauger auf.

Katharina Greve

 Ein Gleichnis

Vier Blinde stehen um einen Elefanten herum und untersuchen ihn, um herauszufinden, worum es sich handelt. Derjenige, der den Rüssel zu greifen bekommt, erklärt: »Es muss ein lebendiger Gartenschlauch sein.« Ein anderer – er streicht über die Flanke des Dickhäuters – spricht: »Nee, das ist ein Elefant«, tastet sich nach oben und ergänzt: »Jepp, hier ist das charakteristische Ohr. Ganz klar, ein Elefant.« Der Dritte befühlt einen Stoßzahn und schlussfolgert: »Elfenbein. Der Fall ist gelöst. Man muss schon sehr dumm sein, um an einen Gartenschlauch oder etwas anderes zu denken …« Der Vierte meldet sich zu Wort: »Moment! Um ganz sicher zu gehen, sollten wir noch den Penis des Tieres anfassen. Los, macht alle mit!« Die vier Blinden nähern sich dem gigantischen Glied und vollführen daran rhythmische Auf- und Abbewegungen.

Da öffnet sich die Stalltür, und der Besitzer des Elefanten kommt herein: »Was geht hier vor? Bei Ganesha, was MACHEN Sie denn da?!«

Werbeeinblendung: »Schützen Sie Ihre Arbeitselefanten! Mit Mahut Security Systems. Für alle Stallarten. Denn die Welt ist voller Perverser.«

Torsten Gaitzsch

 Hoppla

Dass sich vieles mit dem Alter ändert, damit habe ich gerechnet. Aber wie vieles sich nicht ändert, das war eine Überraschung.

Teja Fischer

 Kompatibilitätsprobleme

Kritik am Schweinesystem ist richtig und wichtig. Ebenso wichtig ist die #metoo-Debatte. Ich habe aber Probleme, beide unter einen Hut zu bekommen. Alles hängt doch an dieser Frage: Darf man das System ficken, wenn das System Nein gesagt hat?

Tilman Birr

 Das Beste kommt zum Schluss

Die gesamte Tragik der Endlichkeit des Lebens wurde wohl selten so schön zusammengefasst wie in diesem Satz, den ich zufällig bei einem Friedhofsbesuch aufschnappte: »Es ist so schade, dass Opa nicht erleben konnte, wie schön sein Grab geworden ist.«

Jürgen Miedl

Vermischtes

Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.
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Das schreiben die anderen

  • 09.09.:

    Die "Abendzeitung" interviewt Rudi Hurzlmeier.

     

  • 04.09.:

    Ella Carina Werner klärt in der "Taz" über den Alterskult im westlichen Sumatra auf.

  • 03.09.:

    Moritz Hürtgen spricht mit ZDFheute über Satire nach dem Anschlag auf "Charlie Hebdo".

  • 02.09.:

    Über eine Regenlesung der TITANIC BoyGroup berichtet die FAZ.

     

  • 19.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die FAZ auf großer Büßer-, Pilger- und Fürbittfahrt für alle Pest- und Seuchenopfer.

Titanic unterwegs
01.10.2020 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hauck & Bauer: Cartoons« Eröffnung mit A. Engelke
01.11.2020 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus Rudi Hurzlmeier: »Malerei«
08.11.2020 Kassel, Caricatura-Galerie »Unkraut vergeht nicht – Garten-Cartoons«
07.03.2021 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hauck & Bauer: Cartoons«