Vom Fachmann für Kenner | September 2013


Nach meinem Tode

Für die Zeit nach meinem Ableben wünsche ich mir, daß nicht viel Aufhebens um die eitle Frage entstehe, wo ich denn nun begraben werden solle. Deswegen bestimme ich hiermit: Begrabt mich einfach im Invalidendom zu Paris! Am besten gleich neben Voltaire.

Sebastian Klug

Downgrade

Abends, beim Gassigehen, streift mein Blick hin und wieder an den erleuchteten Fenstern entlang. Irgend etwas könnte sich da doch mal zutragen: Busen sich an beschlagenen Badezimmerfenstern reiben, Menschen vor dem flackernden Kamin auf Teppichen kopulieren, ein Porno über einen der riesigen Flatscreens flimmern oder wenigstens die Landfrauen-Yogagruppe nackt üben. Aber nichts. Muß meinen Status wohl oder übel von »Spanner« auf »Möchtegern« herabstufen.

Helge Möhn

Ganz unten

Wegen eines Scheidenpilzes mußte sich meine Freundin in ärztliche Behandlung begeben. Was mich dabei nachdenklich stimmt, ist der Rat ihrer Frauenärztin, auch mich vorsorglich untersuchen zu lassen. Bin ich denn wirklich, wie alle immer behaupten, so eine Pussy?

Daniel Sibbe

Angeschmiert

Es stimmt: Die »Verwöhnmaske« verleiht meinem Gesicht ein ebenmäßiges und geradezu verjüngtes Hautbild, wie versprochen. Aber kaum hab ich sie abgewaschen, sehe ich wieder so runzlig aus wie vorher.

Tina Manske

Der Fünfte

Die zuständigen Instanzen werden sich der Einführung eines fünften Falles nicht mehr lange verweigern können. Nachdem mittlerweile bekannt ist, daß der dritte dem zweiten sein Tod war, macht sich unter dem Einfluß der sozialen Medien seit geraumer Zeit der Akkusativ daran, der Tod von ›den‹ Dativ zu werden – weswegen zur Fortführung dieser sprachzersetzenden Tradition schnellstmöglich ein fünfter Kasus erfunden werden muß, um den Akkusativ auszulöschen. Ersten Überlegungen zufolge könnte dieser Fall den traurig-schönen Namen »Destruktiv« tragen.

Andreas Lugauer

Tattoowahn

Wer einen Hang dazu hat, Leute mit seinen ausgefallenen Tätowierungen zu beeindrucken, sollte sich vorsehen: So mancher, der sich eine giftige Spinne auf die Brust tätowieren ließ, hat sich kurze Zeit später erschossen, wenn er schlaftrunken in den Spiegel sah.

Benjamin Bäder

Irgendwo yogisch

»Warum verlangen Swamis so viel Geld für die Ausbildung zum Yogischen Flieger?«
»Die nehmen’s eben von den Schwebenden.«

Tanja Schmid

Kamikaze

In Sekundenbruchteilen war mein Mund so trocken wie die Wüste, in der Jesus damals den Teufel abblitzen ließ. Und sofort war da auch dieses Kniezittern und feine Magenkribbeln, als die Tür aufging und der dritte Meßdiener-Kollege in die Sakristei hineingestützt werden mußte. Wie die zwei anderen vor ihm war er während der Messe mit dem Bischof bereits nach wenigen Minuten Weihrauchfaß-schwenken im dichten THC-Nebel der Länge nach hingefallen und sah nicht wirklich gut aus. In meinem Kopf spielte eine Mundharmonika nie zuvor gehörte Westernmusik, als sich der Pfarrer, der mir eben noch rasch ins Kostüm geholfen hatte, zu uns Ersatzspielern umdrehte, mir tief in die Augen sah und mit fester Stimme sprach: »Du bist der nächste!«

Peter P. Neuhaus

Senfsemmeln

Als ich noch zur Schule ging, gab es gegenüber einen Busbahnhof, in dem sich auch ein winziger Fensterkiosk befand. Die ältere Frau, die darin wirkte, verkaufte vor allem Schnaps und Zigaretten und erzählte den Kunden aus ihrem bewegten Leben. Sie sei früher Fliegerin gewesen und habe als eine der ersten ein Motorrad besessen, weswegen das mit den Autobahnen auch ganz toll gewesen sei. Daß der Großteil ihrer Kundschaft aus jugoslawischen Gastarbeitern bestand, die kein Deutsch konnten, störte sie nicht, solange man sie nicht unterbrach und ihre Würstchen lobte. Für die Würstchen hatte ich nicht genug Geld, die Kioskchefin aber hatte die geniale Idee, aus einfachen Semmeln eine auch für Schüler erschwingliche Mahlzeit zu zaubern: Die Semmel wurde halbiert und dick mit Senf beschmiert. Das kostete dann 20 Pfennig und nannte sich schlicht und ehrlich »Senfsemmel«. Gierig verspeiste ich zwei davon noch auf dem Heimweg. Eines Tages aber blieb der Kiosk geschlossen und wurde bald abgerissen. Keine Senfsemmeln mehr, und niemals ist es mir geglückt, selbst eine zuzubereiten. Inzwischen habe ich begriffen, was sie so besonders schmackhaft machte: Es war nichts anderes als das gute Gefühl, einen weiteren Schultag überstanden zu haben.

Tibor Rácskai

Höflichkeit im Straßenverkehr

Immer häufiger stelle ich fest, daß Autofahrer an einer Ampel nicht mehr bis zur weißen Linie vorfahren, sondern etwa fünf Meter davor halten. Man kann die Sache mit dem Diskretionsabstand auch übertreiben.

Ulf Wentzien

Supersupermarkt

Letzte Woche steuerte ich auf den großen Real an der Kasseler Weserspitze zu, vor dessen Eingang sich ein zankendes Junkie-Pärchen niedergelassen hatte. Da stieg in mir für mehrere Sekunden der Wunschtraum auf, auf dem Flachdach des Baus für diese und alle anderen Realitätsflüchtigen einen eigenen Supermarkt zu errichten: den Surreal.

Mark-Stefan Tietze

Stillfrage

Mütter sollten Muttermilch grundsätzlich erst nach dem Abpumpen einfrieren. Ansonsten droht böse Bronchitis.

Günter Flott

Auf Augenhöhe

Ich werde es vermissen: das leicht verschämte Ankleiden morgens nach der Dusche, dann der erste gemeinsame Kaffee, die verlegenen Blicke über meinen Rechner hinweg bis zur Mittagspause, schließlich die unabwendbare Trennung nach einem langen Arbeitstag, meist ohne ein Wort des Abschieds. Nun ist das Baugerüst an meinem Wohnhaus abmontiert, die aufmerksamen Männer darauf sind weg, und ich werde wieder alleine aufwachen müssen.

Katrin Bolbeth

Für Gutfried Benn

Auf deine Lider leg ich Hummer,
in deine Lippen schieb ich Nuß,
indessen ich das Steak, den Lummer,
doch ganz alleine essen muß.

Um deine Züge leg ich Flower,
auf deine Ziege leg ich Lauch,
indes die Wurst, die Brüh-Krakauer,
wandert allein in meinen Bauch.

Du, die zu schwach, um Fleisch zu essen,
du, die nicht äße, was ich eß –
drum können wir es gleich vergessen.
Ach, Veggie-Girl: Das gäb nur Streß.

Anselm Neft

Männliche Grenzerfahrung

Ich hütete das Haus meiner Eltern. Diese heizen seit der Ölkrise in den siebziger Jahren mit Holz. Vorteil: CO2-neutral. Nachteil: Morgens vorm Duschen muß man erst mal Feuer machen. Jeden Morgen fühlte ich mich unglaublich männlich. Feuer gemacht! Ich! Mann! Kerl! Und wozu? Um warm zu duschen.

Volker Surmann

Öko-Tip

Umweltbewußt genießen: Fahrgemeinschaften zum Zigarettenautomaten bilden.

Erich Klepptenberger

Hoffnungslos

Da mir ein Bekannter zum wiederholten Male erzählte, die amerikanische Mondlandung sei ein gigantischer Fake gewesen, versuchte ich es mit paradoxer Intervention: Ich erklärte ihm, daß die Amis gar nicht auf dem Mond gewesen sein könnten, weil es nämlich Amerika gar nicht gebe. Das hätten die Nazis erfunden, um dem deutschen Volk ein weiteres häßliches Feindbild präsentieren zu können, was ja auch heute noch mitunter trefflich funktioniere. Jetzt bombardiert mich der Mann seit Tagen mit Material aus dem Internet, welches unwiderlegbar beweist, daß Amerika existiert.

Karsten Wollny

Auszeichnung

Endlich kam die Bestätigung über meine Anerkennung als Hartz-IV-Empfänger. Stolz und zärtlich nenne ich sie seitdem »mein Armutszeugnis«.

Frederik Moche

Zahn und Seele

In seinem ersten Berufsleben war mein Zahnarzt Psychotherapeut. Daß sich das nicht unbedingt gut verträgt, merkte ich, als er mir sagte, er halte ja nichts davon, Zahnseide jeden Tag anzuwenden; er selbst benutze sie nur ein, höchstens zwei Mal in der Woche. Denn nur, wenn die Abstände nicht zu klein seien, könne man beim Ausspucken den »ganzen Dreck« sehen, der beim normalen Zähneputzen nicht weggehe, und deswegen sei dann der kathartische Effekt der Zahnreinigung auch viel größer.

Benedikt Fait

Fröhliche Hundegeschichten (Schluß)

Als die Apokalypse dann endlich kam, war sie natürlich ganz anders als erwartet: weder mit einem Knall noch einem Wimmern, weder in Feuer noch in Eis ging sie unter, die liebe Welt; vielmehr geschah alles gleichzeitig: Russische Terroristen hatten einen Asteroiden auf die Erde dirigiert, der innen mit klimaschädlichen Atomraketen gefüllt war. Als der auf die Erde stürzte, landete er zufällig punktgenau auf dem Tor zur Hölle (Nähe Stadtallendorf), die fortan natürlich keine Seelen mehr aufnehmen konnte, so daß a) die ganzen Sünder als Zombies auf der Erde scharwenzelten; b) das Inferno nicht mehr richtig klimatisiert wurde, die Erdinnentemperatur stieg und die aus »2012« bekannten Folgen eintraten: Kalifornien versenkt, Hawaii getoastet, ein untoter Dalai Lama bläst noch einmal ins Schofar.

Fünf Jahre später: In den Ruinen Deutschlands leben der letzte Hund und sein treuer Mensch, immer auf der Hut vor den islamistischen Zombies. Richtig gehört: Die Verantwortung liegt beim Hund, denn der Mann ist alt, halbblind, dreivierteltaub, in der SPD und hat von dem ganzen Weltuntergang nur mitbekommen, daß die Zigarettenautomaten nicht mehr befüllt werden. Der Hund hat natürlich alle Pfoten voll zu tun: Haushalt machen, Funksprüche schicken, die Weihwassersprenger im Garten regelmäßig neu einsegnen. Und dann natürlich der Fortbestand der Art: Der Hund rettet im Alleingang die letzte Frau (Scarlett Johansson), die von den Muslimzombies gefangengehalten wird, kleidet sie neu ein und erklärt ihr dann den Haken an der Sache – der letzte Mann auf der Welt ist niemand anderes als der alte Gerhard Schröder, der, und jetzt kommt’s, eigentlich auch schuld ist am Weltuntergang, d.h. selbst wenn die beiden nun die Erde neu besiedeln, die Menschheit ist auf jeden Fall verdammt. Sie müssen sich entscheiden. SPOILER: Nachdem sie schon völlig verzweifelt sind, hat die kluge Scarlett eine Idee. Gemeinsam töten sie Gerhard Schröder, stillen mit seinem Fleisch den Hunger der Untoten und zeugen dann in einer natürlich schon eher sodomitischen, aber ästhetisch absolut überzeugend dargestellten Liebesnacht einen wunderschönen Menschenhund, der die besten Eigenschaften beider Spezies vereint: Nibelungentreue und Giftzahn des Hundes, Erfindungsgabe und Grausamkeit des Menschen. Eine neue Ära beginnt, die überlebenden Zombies verschanzen sich und kämpfen nun täglich gegen die Menschenhundehorden da draußen. Schließlich ist Gott vollends angewidert und macht das Licht aus, diesmal für immer.

Leo Fischer

Textilien und Hitze

Was passiert eigentlich mit meiner 30-Grad-Wäsche, wenn ich sie bei 40 Grad naßschwitze?

Vivian Bomert

Chiffre

Der deutsche Geheimdienst hat die Aktionen der NSA auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Vorher hat er die Aktionen des NSU auf deutschem Staatsgebiet nicht mitbekommen. Kann man daraus Narrenfreiheit für das Niedersächsische Studieninstitut Oldenburg ableiten?

René Lingnau

Transportprobleme

Welchen Zweck, abgesehen von der Behinderung beim Einsteigen, erfüllen eigentlich die Stangen im Türbereich der U-Bahn-Wagen? Hat etwa jemand ernsthaft mal versucht, da mit seinem Smart reinzufahren? Und sich dann noch beim Schaffner darüber beschwert, daß der Automat im Zug dafür kein Ticket bereithält? Die Leute werden ja schließlich immer dreister!

Burkhard Niehues

Tip für Spätaufsteher

Nach dem Wichsen einfach noch etwas liegenbleiben.

Valentin Witt

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wirtschaftsjournalist Philipp Krohn!

Es sei, dozieren Sie in einem FAZ-Kommentar, »von Vorteil, wenn der Wähler in einer Wahl ein breites Angebot hat. Stehen alle Parteien für dieselben Ideen, fehlt der Wettbewerb, sie zu schärfen.«

Das ist hübsch neoliberal überlegt. Allerdings trifft genau das Gegenteil zu: Erst wenn alle Parteien für dasselbe wären, müssten sie ihre Ideen »schärfen«, um sich voneinander abzuheben. So reicht ein Blick aufs nächstbeste Plakat, um sie alle für unwählbar zu halten.

Eh konkurrenzlos: Titanic

 Scheidender Innenminister Seehofer!

Angesichts der trotz Pandemie gut besuchten Stadien während der Fußball-EM haben Sie die Uefa kritisiert und schlussfolgerten: »Ich habe da ein bisschen den Verdacht, dass es um Kommerz geht.« Am selben Tag lasen wir in einem Tweet Ihres Innenministeriums: »BM Seehofer hat vereinsrechtliche Ermittlungsmaßnahmen gegen die Rockergruppierung ›Bandidos MC Federation West Central‹ angeordnet. Es besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen.«

Sind Sie angesichts dieser mutigen Verdächtigungen sicher, dass ein Mann mit Ihrem Scharfsinn sich aus der Politik zurückziehen sollte, Sherlock Horst?

Fragen die Verdachtsfälle von Titanic

 Universitätsstadt Göttingen,

Universitätsstadt Göttingen,

natürlich: Deine wissenschaftlichen Errungenschaften sind unbestritten, die Liste Deiner Nobelpreisträger ist lang. Planck und Gauß liegen auf Deinen Friedhöfen. Wir kennen die Geschichten. Aber mal ehrlich: So viel Aufmerksamkeit wie letztens, als der an einer Riesenschildkröte erstickte Wels im Kiessee entdeckt wurde, hast Du seit einer halben Ewigkeit nicht bekommen. Deshalb solltest Du die Umbenennung in »Welsstadt Göttingen« zumindest in Erwägung ziehen. Alles andere wäre doch ziemlich undankbar.

Meinen die Welsbürger von Titanic

 Und dass Sie, Ernst Paul Dörfler,

meinen, ein Buch auf den Markt bringen zu müssen, das da betitelt ist »Aufs Land«, finden Sie das nicht, unter uns gesagt, ein wenig: platt?

Fragen die Städter von Titanic

 Ganz ruhig, Heckler & Koch,

denn unser erster Gedanke, als wir im Redaktionsnetzwerk Deutschland die Schlagzeile »Patentstreit um neues Sturmgewehr: Heckler & Koch zieht vor Gericht« lasen, war: Hoffentlich nicht besagtes Sturmgewehr! Vor allem, weil es im Text weiter hieß: »Die US-Firma Magpul und Heckler & Koch treffen sich … im Düsseldorfer Landgericht.«

Findet so was zum Schießen: das mit krachenden Pointen geladene Magazin Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Logisch

Wie nennt man es, wenn die am häufigsten gestellten Fragen zu einem Sachverhalt an zentraler Stelle beantwortet sind? – Das Themengebiet wurde weitgehend FAQiert.

Tina Manske

 Hat der

eigene Zynismus schon eine pathologische Stufe erreicht, wenn man im Tagesschau-Corona-Liveblog erst die Meldung liest: »UN: Zahl der Hungernden ist in der Pandemie gestiegen«, dann direkt darunter: »Gastgewerbe leidet nach Lockdown unter Personalmangel« und als Reaktion auf beides denkt: »Kein Wunder«?

Andreas Braune

 G’schichtsstund’n

Ja mei, hört’s halt zu, ihr Hundskrüppel! D’ Junge Union wurd’ bereits 1947 gegründet, auch hier bei uns in Bayern. Die Sach’n ist aber die – des wissen heutzutag’ nur die wenigsten! –, dass die »JU« im Freistaat zwischenzeitlich einmal anders hieß, und zwar von Anfang der 60er bis in die frühen 70er Jahre. Als Franz Josef Strauß selig nämlich 1961 endlich zum Vorsitzenden der Christsozialen g’wählt war, nannten sich die jungen CSUler fortan nur noch »Franz Josef Boys«. Erst ein Jahrzehnt später wurde diese Umbenennung wieder z’rückg’nommen, nämlich aus diesen beiden Gründen: Erstens wollt’ man nicht in Verbindung g’setzt werden mit dem damals aufstrebenden Düsseldorfer Kunstverbrecher Joseph Beuys. Und zwoatens sahen sich d’ »Franz Josef Boys« durch die umstrittene Einführung des bayerischen Frauenwahlrechts im Jahr 1968 gezwungen, auch Weiber, also quasi »Girls« mitmachen zu lassen. So endete auch dieses rühmliche Kapitel bayerischer Geschichte, gell?

Moritz Hürtgen

 Wir Kinder vom Bahnhof ZOB

Im Rahmen der Bundesinitiative für gleichwertige Lebensverhältnisse soll auch in Filmförderung in strukturschwachen Regionen investiert werden. Erstes Projekt: ein weiteres Remake des Klassikers »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«, das diesmal jedoch die Jugend-Drogenszene in ländlichen Gebieten thematisieren soll. Titel siehe oben.

Julia Mateus

 Geladen

Während eines nächtlichen Sommergewitters gerieten meine Freundin und ich unlängst in der Fensterfrage aneinander. Sie habe Angst vor Kugelblitzen, sagte sie, hätte es daher gerne geschlossen, ich hingegen, entgegnete ich, hätte zwar generell Verständnis für irrationale Ängste, aber doch nicht bei Treibhaustemperaturen im Zimmer. Nach einigem Hin und Her war sie dann schließlich doch von der Unsinnigkeit ihrer Angst überzeugt. Bei all der negativen Energie, die ich ausstrahlte, sagte sie, sei es schon sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Blitz ausgerechnet in meiner Nähe entladen würde. Geht doch.

Fabian Lichter

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…
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Das schreiben die anderen

  • 22.07.:

    In der Taz nimmt Stefan Gärtner Abschied von Mitte.

  • 16.07.:

    Moritz Hürtgen schreibt in der Taz über Entpolitisierung durch Hypnose.

  • 02.07.:

    Die Volksstimme fasst zusammen, was ein TITANIC-Titel in Michael Wendlers Kopf auslöste.

  • 30.06.:

    Im Spiegel-Interview (hinter der Bezahlschranke) lobt Otto Waalkes die TITANIC.

  • 29.06.:

    Zum 15. Todestag Robert Gernhardts widmet NDR Kultur dem TITANIC-Mitbegründer ein Audio-Feature.

Titanic unterwegs
30.07.2021 Potsdam, Freiland Thomas Gsella
30.07.2021 Heilbronn, Literaturhaus Oliver Maria Schmitt
31.07.2021 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella und Pit Knorr
01.08.2021 Frankfurt, Jahrhunderthalle Sommerwiese Das große TITANIC-Sommerfest