Vom Fachmann für Kenner | Oktober 2012


So, wie man’s spricht

Zwei als dickliche, geistig minderbemittelte Gangsta-Rapper verkleidete dickliche, geistig minderbemittelte Deutschland-sucht-die-Superakne-Kandidaten am Süßkramregal. Nr. 1: »Alda, willste… (hier folgte der Markenname einer bekannten, mit Pfefferminzcreme gefüllten Schokoladenplätzchensorte) …?« – Nr. 2: »Alda, fick dich! Dei Mudda hat vielleicht After-AIDS!«

Theobald Fuchs

Arbeitsmoral

Über meine Pünktlichkeit kann sich mein Chef nun wirklich nicht beschweren. Morgens bin ich immer die erste im Büro, zu einem Meeting kam ich seit zehn Jahren nicht mehr zu spät, und meine Deadlines halte ich ebenfalls hundertprozentig ein. Ja, selbst meine ärztlichen Atteste gebe ich inzwischen meist schon im voraus ab.

Tanja Schmid

Gefunden

Eines gemütlichen Fernsehabends saßen wir familiär beisammen, um uns »Findet Nemo« anzuschauen. Mutter lugte aus der Durchreiche zwischen Küche und Wohnzimmer und rief: »Süß!« Worauf die überraschende Idee folgte: »Ich glaube, heute abend mach’ ich euch Fischstäbchen.« Da hat sich die Fischhatz ja wenigstens für uns gelohnt.

Hatun Doğan

Fröhliche Hundegeschichten (XV)

Im Gegensatz zu Katzenfrauen, Wellensittich-Witwen und anderen Tier-Messies sind verwahrloste Hundesammler ein durchaus seltenes Phänomen. Dies liegt darin begründet, daß Hunde in großen Mengen nicht lauter und schmutziger werden, sondern vielmehr intelligenter, reinlicher, wohlerzogener und lustiger, und zwar um so mehr, je mehr Hunde sich auf einem Quadratmeter aufhalten. Diesen sogenannten Tulkarem-Effekt beschrieb 1981 der palästinensische Wissenschaftler Dr. Hassan ibn-Ibn. Zufällig stellte er fest, daß eine mit Welpen gefüllte Badewanne nicht wie erwartet ein grauenhaftes Schauspiel von Winseln und scharfem Urin ist, sondern ein prickelndes Wohlfühlerlebnis, das gute Laune für Tage garantiert. Ibn-Ibn experimentierte mit immer dichter gepackten Hundebündeln, entwickelte eigens Instrumente wie den Wedelbeschleuniger oder den Schnauzhaarsplitter. Für Saddam Hussein erzeugte er schließlich einen hochangereicherten Dickmops namens Struppi, eine bizarre Kreatur, die aus unzähligen quantenverschränkten Mopswelpen bestand. Dieser Subraum-Mops war so niedlich, daß er sich rückwärts in der Zeit bewegte und sogar das Licht krümmte: In einem Abstand von etwa zwei Meilen erschien Struppi als glosende, etwa scheunengroße, von einer feurigen Korona umgebene Kugel opaleszierender Finsternis, die noch hinter zwanzig Zentimeter Blei spontane Knuddelanfälle und »Guck, wie süß«-Rufe auslösen konnte. Leider war Struppi für die Kriegsführung nicht zu gebrauchen, weil er dafür viel zu artig war. Gerüchten zufolge wurde er beim amerikanischen Sturm auf Bagdad von einem Streifschuß getötet, anderen Gerüchten zufolge ist er nun in der Hand von Al-Qaida, die allerdings auch nichts mit ihm anzufangen weiß.

Leo Fischer

Prophezeiung

Der Kartoffelteller wird früher oder später die Käseplatte ersetzen: Bratkartoffeln, Pommes, Stampfkartoffeln (alternativ Kartoffelpüree), Kartoffelpuffer, Kumpir, Kroketten garniert mit einer Pellkartoffel. Fertig. Macht nicht schöner, aber dafür satt.

Julia Wehnemann

P.C.

»Hast du schon gehört? Man darf zu Kaffee nicht mehr Negerbrühe sagen.«

»Aber das hat man doch noch nie gesagt!«

»Verbieten werden sie es trotzdem.«

Aleksandar Jožvaj

Kleine Freude

Beim Aussteigen aus dem Stadtbus spricht mich eine Dame leicht fortgeschrittenen Alters an; gut gekleidet, lila Bluse, dunkelblauer Rock, sauber frisierte silbergraue Haare. Kein Anzeichen von Wahnsinn in ihren Gesichtszügen. Ob mir auch aufgefallen sei, daß im Bus praktisch nur Türken und Schwarze gesessen hätten? Wo wir eigentlich lebten, in Deutschland? In Wiesbaden oder wo? Ich möchte das Gespräch so schnell wie möglich beenden und erwidere: »Die sollte man alle ins Gas schicken.« Ihre Augen weiten sich merklich, deutliche Anzeichen von Verzückung machen sich bemerkbar: »Ja, das wäre schön.« Wie nur raus aus dieser Kiste? »Und überhaupt«, fahre ich fort, »einen Ariernachweis sollte man wieder einführen, bis in die fünfte Generation. Wer irgendwo von einem Luxemburger abstammt oder von einem Bayern – sofort vergasen.« Ihre Augen leuchten hell auf. »Und sowieso: Der Hitler hat alles richtig gemacht mit dem Ausmerzen, das wird man ja wohl heutzutage noch sagen dürfen!« Da kommt endlich ein Einwand: Hitler war nicht gründlich genug. Die übriggelassenen Juden, die beherrschen uns von Amerika aus und von Israel. Ja, mit den Deutschen kann man’s ja machen! Aber wir lassen uns nicht unterkriegen, nicht wahr, wir nicht. Und was ich von dem Euro halte, mit diesen miesen, stinkenden Griechen, die auf unsere Kosten leben? »Alle vernichten. Und die ganzen Politiker auch, alle an die Wand!« Meine Stimme wird lauter, bestimmter. Ich hoffe, sie beginnt, den ganzen Irrsinn zu erahnen, der sich da vor ihr abspielt. Aber: Fehlanzeige. Schließlich weiß ich nur noch eines: Ich verabschiede mich mit Deutschem Gruß. Sie lächelt selig und schwebt davon. Ich bin mir sicher, sie geht ins Staatstheater, auf Lesungen, in die städtische Bücherei und in Orgelkonzerte. Benommen gehe ich von dannen. Wie leicht man doch älteren Damen eine Nachmittagsfreude machen kann.

Georg Schmitt

Alte Musikerweisheit

Die letzte Hammond hat keine Tasten.

Tim Wolff

Pixelterror

Neue Kamera (zwanzig Megapixel) gekauft. In Ermangelung anderer Motive eigene Wohnung fotografiert. Ergebnis: Bude sieht scheiße aus. Seitdem Angst vor Porträtfoto.

Guido Schmitz

Inflation

Die Tankstelle, an der ein Freund von mir jobbt, wird regelmäßig von »Zehnachtzig« aufgesucht. So nennen die Angestellten jenen Kunden, der dort jeden Tag mit in Münzgeld exakt abgezählten zehn Euro und achtzig Cent erscheint und damit zwei kleine Flaschen Cognac und eine Schachtel Zigaretten ersteht. Mein Freund kannte ihn schon, da hieß er noch »Achtvierzig«.

Volker Schwarz

Kurzgebäck

Alle meckern und klagen über die ach so böse und korrupte Pharmaindustrie. Aber: Wir brauchen sie! Sicher, es gibt immer wieder diese unschönen Prozesse, in denen kranke Menschen den Konzernen vorwerfen, nur wegen ihres Medikaments ginge es ihnen schlecht, seien sie verstümmelt, zu früh gestorben etc. Aber was wäre der Kinderkanal, was wären die Kinder, was wären Millionen bekiffte Erwachsene ohne die von Contergan inspirierte Figur »Bernd das Brot«?

Katrin Bolbeth

Theorie

David Lynch ist schon vor fünf Jahren gestorben, aber das hat wie immer kein Mensch verstanden.

Torsten Gaitzsch

Produktempfehlung (II)

Ich habe mir gestern, verführt von Werbung und einem grotesk niedrigen Preis, eine Siebenerpackung »Snickers«-Eis gekauft und sogleich entsetzliche Angst um meine Figur bekommen. Zu Hause war ich dann aber prompt beruhigt, ja sogar einigermaßen begeistert, als ich merkte: Das Zeug ist so unfaßbar süß, brennt sich so schokokaramelerdnußschwer in Zunge, Gaumen und Hals, daß man gar nicht mehr als drei Stück hintereinander runterkriegt.

Mark-Stefan Tietze

Lebende Statue

Ein alter Mann steht, auf seinen Rollator gestützt, an einer Straßenecke auf dem Bürgersteig. Reglos. Ich gehe vorbei, nach einigen Schritten rumst es. Ich drehe mich um, der alte Mann ist gestürzt und liegt nun, genauso reglos wie er vorher stand, neben seinem umgekippten Rollator auf der Straße. Als ich näher rangehe, stelle ich aber doch eine Bewegung fest: die des unaufhörlich aus seinem Hinterkopf auf die Straße tropfenden Blutes. Da muß er aber noch üben.

Markus Riexinger

Überdefiniert

Wirklich verarscht fühlt man sich, wenn einen dort, wo zuvor jahrelang ein Pissoir hing, nicht nur zwei klaffende Löcher in der Klowand erwarten, sondern auch noch ein Schild mit der Aufschrift »Defekt«.

Hauke Oelschlägel

Hab ich oder hab ich nicht?

Ich träumte, ich wäre in einer Bar und unterhielte mich am Tresen mit einem mir unbekannten Mädel, das – zugegeben – wesentlich jünger war als ich. Nach einer Weile sagte sie, sie finde es klasse, daß ich sie »ganz normal« behandele, was ich nicht verstand. Was sie damit meine, fragte ich, worauf sie erwiderte, sie sei Miley Cyrus – ob ich sie denn nicht erkannt hätte? Wie der Traum weiterging, weiß ich nicht mehr. Was mich seitdem jedoch beschäftigt, ist die Frage: Habe ich denn nun von Miley Cyrus geträumt – oder doch nicht?

Thomas Neubauer

Alles klar

»Wie meinst du das, sie ist ›kein Kind von Traurigkeit‹?«

»Na, sie kriegt einfach den Gebärmutterhals nicht voll.«

Jürgen Kohns

Eselsbrücke

Um mich daran zu erinnern, vor dem Überschreiten meiner Mahagonidielen die Schuhe auszuziehen, mache ich mir einen Knoten in die Schnürsenkel.

Michael Höfler

Kaufempfehlung

Beim Einkauf im Supermarkt lasse ich mich hinsichtlich der Auswahl von Waren immer von der Hintergrundbeschallung inspirieren. Lachen Sie nicht: Da stand ich vor dem Regal mit den verstaubten Rotweinflaschen, als über Lautsprecher plötzlich Aaliyahs Smash-Hit »Try Again« mit den wunderschönen Zeilen »You can dust it off and try again« an mein Ohr drang. Was soll ich sagen: Die Entscheidung war keine falsche.

Tina Manske

Entwarnung

Heute brachte ich das Kleingeld zur Bank, das sich auf dem Boden meiner Handtasche gesammelt hatte. Es stellte sich heraus, daß ich völlig ohne fremde Hilfe, nur durch das Zurückhalten meiner Finanzkraft, Europa in die Krise gestürzt hatte. Hiermit möchte ich mich aufrichtig und offiziell für die Umstände entschuldigen. Es müßte jetzt wieder passen.

Manuela Kaindl

Ästhetische Chirurgie

Eine dickliche Dreizehnjährige zur anderen: »Total geil wäre ja, wenn Moskitos nicht Blut, sondern Fett saugen würden!«

Marcel Vega

Auf engstem Raum

Gebrauchtes Handy ersteigert: Zu meiner Überraschung hatte die vorherige Besitzerin es für überflüssig gehalten, ihre Daten zu löschen. Natürlich wühlte ich mich gleich durch ihre umfangreiche Korrespondenz. Außer langweiligen Statusmeldungen, wie lange man noch in der Bahn sitze und wie schön der gestrige Grillabend gewesen sei, gab es aber nichts Spannendes zu entdecken. Doch dann fand ich noch eine SMS, die mich bis heute mit ihrer geballten, lapidar vorgetragenen Informationswucht fasziniert: »Freu mich auf dich, gibt bestimmt viel zu erzählen. Jule kommt heute wieder. Moni hat nen netten Freund, waren schon hier. Petra war auf Entzug. Udo hat einen überfahren. Lg Tini«

Simon Brüggemann

Generation Beziehungsstatus

Nur wenigen ist noch bekannt, daß das alte Sprichwort »Wo Süßholz geraspelt wird, fallen Späne« gleichbedeutend ist mit »Wo die Liebe hinfällt, wächst kein Gras mehr.«

Svenna Triebler

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURThomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt
26.04.2021 Oldenburg, Theater Laboratorium Max Goldt