Vom Fachmann für Kenner | Mai 2012


Sagen Sie mal »Aaaaaaah«

Nach langer Zeit bin ich wieder beim Arzt gewesen und habe mich standhaft jeder Quacksalberei widersetzt. Dabei konnte ich feststellen, daß das ärztliche Beratungsgespräch bei Patienten wie mir in vier Schritten stattfindet. Erstens: sachliche Aufklärung. Zweitens: Heilsversprechen. Drittens: subtile Herabsetzung meines Urteilsvermögens. Viertens: Todesdrohungen.

Sara Hakemi

Fröhliche Hundegeschichten (X)

Im Jahr 2140 eroberte ein neuer Typ von Haustieren den Markt. Die Neodogs, kybernetisch augmentierte Hunde, waren die coolsten. Dank ihrer Implantate bellten sie Melodien und bestellten im Netz ihr eigenes Hundefutter. Aber ReXx, Prototyp der 3. Generation von Cyberpet Industries, war trotzdem etwas ganz Besonderes. Er sollte das beste, das putzigste, das schlaueste kleine Hündchen auf der Welt werden. Er sollte Kleintimmi nicht nur aus dem Brunnen retten, nein. Er sollte den ganzen verdammten Brunnen planen und bauen können. Und die Genehmigungen beantragen. Und mit dem Brunnenwart Mitarbeitergespräche führen.

Schon im Wachstumstank pumpten die Schläuche Millionen von Nanomaschinen in seinen Organismus. In seiner Blutbahn wurden sie aktiv, dockten an seine Neuronen an, stellten sein Hirn auf den Kopf. Seine Schnurrhaare waren ein kabelloses Modem, seine Schnauze konnte ein einziges Chappi-Molekül im Pazifischen Ozean erschnuppern, seine kecken Öhrchen waren so empfindlich wie die einer Katze. Fünf Sekunden, nachdem sein ParaBrain erstmals online war, hatte ReXx die gesamte Wikipedia heruntergeladen, zwölf Sprachen gelernt und fünfzigtausend Youtube-Videos kommentiert. Seine Prozessoren liefen heiß, als er in einer Viertelstunde zum klügsten Individuum des Planeten reifte. Ein Hawking, gefangen im hilflosen Körper eines süßen Beagles.

Am Abend seines Geburtstages beschloß ReXx, daß er zu Größerem bestimmt war, als mit dem Kind eines Dividenden-Lords Gassi zu gehen. Mit einem mentalen Befehl hackte er seine eigenen Neuro-Blockaden, verband sich mit dem Server der Welpenfarm, hüpfte über die Firewall und rannte über die Datenautobahn. Sein Ziel: das Intranet von Chang Meat, einem transnationalen Metzgerimperium mit Sitz in Chongqing. Dort war im vergangenen Monat die EterniWurst vorgestellt worden; die erste digitale Dauerwurst, die ihren Namen auch verdiente. Fast hatte sich sein Avatar durchgehackt, konnte er das Verzeichnis schon sehen – da prallten seine Nervenenden auf eine Datenwand. Schwarzes ICE! Der brutalste Cipher, den es gibt! Tödliche Rückkopplungsschleifen gruben sich in sein neuronales Feedback, gnadenlose Algorithmen fraßen seinen Neokortex Bit um Bit auf.

Zwei Tage später fanden sie den Beagle in seinem Körbchen. Sein Gehirn: komplett verbrutzelt. Der teuerste Hund der Welt interessierte sich nur mehr fürs Schlafen und Fliegenschnappen. Seinen biologischen Part schläferten sie ein, der funktionslose Cyberschrott wurde in NokiaHandys umgewandelt. Alles wegen einer einzigen Wurstplatte irgendwo in den Serverfarmen von Chang Meat! Aber so war das Leben in Bark City…

Leo Fischer

Marketing

Wenn Konkret, die »einzige linke Publikumszeitschrift Deutschlands«, künftig viermal statt nur einmal im Monat erscheinen würde, dann könnte sich sich ja Bolscheweekly nennen.

Milan Schomber

Übertrieben freundlich

Diese spießig-zurückhaltende Grüßerei zwischen aneinander vorbeirasenden Motorradfahrern geht mir schon seit Jahren auf die Nerven. Cool wird da die Hand gehoben, werden zwei Finger an den Helm gelegt. Leider wird mein viel herzlicheres Grüßprojekt »Give me five« (mit Abklatschen) ab ca. 95 km/h nicht so gut angenommen.

Ulf Wentzien

Verhandlungsgeschick

In jedem Vorstellungsgespräch, das einigermaßen gut läuft, kommt irgendwann der heikle Punkt, an dem der Bewerber gebeten wird, eine Zahl zu nennen. Als es bei mir mal wieder soweit war, versuchte ich es spontan mit Pi. Aber wie mir der irritierte Gesichtsausdruck meines Gegenübers zeigte, hatte ich wohl etwas falsch verstanden. Beim nächsten Mal versuche ich es eventuell mit der Eulerschen Zahl.

Peter Schumm

Goodbye Deutschland

Eigentlich will ich nur auswandern, damit ich auf meine Internetseite »lebt in Paris, weil Til Schweiger in Deutschland wohnt« schreiben kann.

André Herrmann

Leben im Leeren

Als die Kinder aus dem Haus waren, bekam Mutter ihren Ordnungsfimmel. Sie begann, den gesamten Hausstand akribisch durchzusehen, sortierte gnadenlos aus und warf alles weg, was sich nicht mehr verwenden ließ. Um den Überblick zu behalten, beschriftete Mutter die Schränke und Regale ohne Inhalt deutlich und gut sichtbar mit der Notiz »LEER«.

Diese Praxis übertrug sie auch auf andere Gefäße in ihrer Wohnung. So kam es, daß sich im Gewürzregal neben Pfeffer, Salz und Beifuß auch immer mehr Gläschen mit der Aufschrift »VERBRAUCHT« fanden. Als dies meinem ältesten Bruder zu gruselig wurde und er schließlich fragte: »Mutti, warum wirfst du das alles nicht weg?«, da blickte sie nur vorwurfsvoll und sprach: »Dann habe ich ja bald gar nichts mehr.« Stimmt wohl.

 

Felix Jentsch

Was hilft

Die drei besten Mittel gegen Frühjahrsmüdigkeit:

  • Sommer
  • Herbst
  • Winter

Laura Eißenberger

Oft mißverstanden

Schaltjahre sind keine Herrenjahre.

Zülfükar Tosun

Kontaktleiche

Ich nehme mir regelmäßig vor, mein Telefonbuch von den Nummern derjenigen unzähligen Personen zu säubern, mit denen ich schon seit Ewigkeiten nichts mehr zu schaffen habe. Und dann überkommt mich jedes Mal eine Art von schlechtem Gewissen: Was, wenn es wider Erwarten zu einer erneuten Kontaktaufnahme kommen, wenn er oder sie sich doch wieder einmal melden sollte? Da wäre es doch gut zu wissen, wer anklingelt, damit ich dann nicht versehentlich abhebe.

Sebastian Klug

Geschmacksfrage

Kein geistig gesunder Mensch käme heute auf die Idee, sich dauerhaft ein Hitlerbärtchen stehenzulassen. Eigentlich schade, daß sich der Führer damals keine Ed-Hardy-Kappe auf die gegelten Haare gelegt hat.

Christian Martin

Lesetip

Falls ich auf der Leipziger Buchmesse das Interview mit dem Schriftsteller Feridun Zaimoglu auf dem »Blauen Sofa« richtig verstanden habe, hat dieser den »Preis der Literaturhäuser« dafür erhalten, daß er auf Lesungen immer flaschenweise Wasser trinkt. Ich kann das aus eigener Erfahrung als Autor gut nachempfinden: Mit einer prallgefüllten Blase ist eine Lesung viel aufregender.

Michael Höfler

Neuer Lebensabschnitt

In den zehn Jahren, die ich nun schon in Leipzig lebe, habe ich mich immer vehement dagegen gewehrt, die Sprache meiner neuen Heimat anzunehmen. Aber seit einigen Wochen schleicht sich dieser heimtückische Dialekt nun leider doch ein. Ich befürchte fast, das sind die Sächseljahre.

Tanja Hötzle

Des Kaisers ganz neue Kleider

Wenn mich mal wieder jemand einzuschüchtern versucht, stelle ich mir die betreffende Person einfach in Röhrenjeans und mit überdimensionaler Sonnenbrille und Jutebeutel vor – schon ist jeglicher Respekt dahin!

Tina Manske

Fashion Victim

Eine Freundin will sich Schuhe kaufen, aber die, die sie sich ausgesucht hat, sind ihr zu groß. Ihre Frage, ob sie auch kleiner erhältlich seien, verneint die Verkäuferin und fügt hinzu: »Der Trend geht zum großen Fuß.« Noch Tage später erwacht die Freundin (Schuhgröße 37) jeden Morgen mit einem seltsamen Gefühl des Ungenügens.

Christof Goddemeier

Geschmissen

Ich kann nicht finden, daß der etwa vierjährige Junge namens Korbinian sich beim Spielen auf dem schicken Holzspielplatz besonders eigensinnig, doof oder sonstwie auffällig verhält. Was seine Mutter aber nicht davon abhält, ihn unablässig zurechtzuweisen, zu belehren und an ihm herumzunörgeln. Egal, was der kleine Kerl auch tut – es ist in jedem Falle ungenügend. Als er sich einen Waffelriegel auspackt und, die Verpackung hochhaltend, seine Mutter fragt: »Mama, soll ich das in den Mülleimer schmeißen?«, schrillt diese mit überschnappender Stimme zurück: »Korbinian! Wir schmeißen nicht! Wir werfen!« Möglicherweise hat sie Großes mit ihm vor.

Robert Niemann

Kombinierte Mülltrennung

Wenn die Papiertonne wieder voll ist: einfach die überschüssigen Zeitungen und Kartons für einige Tage im Regen stehen lassen. Die eingeweichte Zellulose fällt zwischen den Essensresten in der Biotonne überhaupt nicht auf.

Nils Pooker

Woran wir leiden

Eine kurze Googelei fördert folgendes zutage: Jeder dritte Deutsche leidet an einer Schilddrüsenfehlfunktion, jeder weitere dritte an Sodbrennen und außerdem jeder dritte Deutsche an Heuschnupfen. Jeder vierte Deutsche leidet unter Schlafstörungen, jeder fünfte Deutsche unter einer Hörminderung. Jeder fünfte Deutsche leidet zudem an krankhaftem Übergewicht, jeder zehnte Deutsche an Sonnenüberempfindlichkeit, jeder weitere zehnte an einer überaktiven Blase und jeder zwanzigste unter Depressionen. Wenn mich meine statistischen Kenntnisse nicht trügen, dann bedeuten diese Daten, daß jeder fünfmillionenvierhunderttausendste Deutsche ein übergewichtiger, inkontinenter, depressiver, schlafloser, schwerhöriger, sonnenallergischer Schilddrüsenpatient mit Sodbrennen und Heuschnupfen ist. Das sind immerhin 15 Personen! Und als würde das nicht genügen, sind zwei von den armen Teufeln auch noch laktoseintolerant. Ihnen beiden verspreche ich: Sollte ich durch irgendwelche Umstände einmal Bundespräsidentengattin werden, lade ich Sie zu einer Benefizgala ein, auf der ich Ihnen feierlich einen druckfrischen 100-Euro-Schein gebe. Oder den Gnadenschuß. Wie Sie wünschen.

Torsten Gaitzsch

Etymologie

Gedanken bei der Betrachtung eines eine Hochzeit bejubelnden türkischen Autokorsos: Könnte es nicht sein, daß ein in Migrantenkreisen beliebtes Schimpfwort ursprünglich mal »Sohn einer Hupe« hieß?

Thomas Fuchs

Marktlücke

Daß das mit dem Gesetz von Angebot und Nachfrage nicht stimmen kann, sieht man schon daran, daß hierzulande zwar auf jeden Finger eines Einwohners ein Nagelstudio kommt, aber weiterhin ein eklatanter Mangel an Kopfkraul- und Nackenmassage-Salons herrscht.

Svenna Triebler

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURThomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt