Vom Fachmann für Kenner | Januar 2012


Nicht für Kochwäsche

Gefrorenes Wasser hat einen extrem hohen Härtegrad.

Nils Heinrich

Bitte merken!

Schwarze US-Bürger, die alles und jeden beleidigen, nennt man »Affront-Amerikaner«.

Thomas Storm

Fröhliche Hundegeschichten (VI)

Wie der Bernhardiner zu seinem Whiskyfäßchen kam, darüber gibt es bei dem Volk der Navajo eine lehrreiche und amüsante Fabel. Als Gott den Bernhardiner machte, war der im Grunde dem Wurm ähnlicher als dem Hund: Taub und ohne Beine, sich auf seinem Bauche von Freßnapf zu Freßnapf windend, war er ein beeindruckendes Beispiel für die Grausamkeit des Schöpfers. Doch statt sein Schicksal zu beklagen und anderen zur Last zu fallen, sprach der Bernhardiner zu sich selbst: »Meines Lebens Leid soll nicht der anderen Leben verleiden; ich will hinfortgehen zum Sterben.« Der Bernhardiner kroch also in die Berge, um dem Tode anheimzufallen. Auf dem Wege begegnete er der Viper, die herzzerreißend weinte: »Ich leide unter meinen langen doofen Schlappohren, mit denen Gott mich erschaffen hat.« Der Bernhardiner sagte: »Ich gehe in die Berge zum Sterben, gib mir deine Ohren, so sollen sie mit mir sterben.« Wenig später begegnete er der Krähe, auch sie weinte bitterlich. »Wie soll ich denn fliegen, wenn vier schwere Hundebeine an meinem Leib baumeln?« – »Ich gehe in die Berge zum Sterben«, sprach der Bernhardiner, »so gib mir deine Beine, daß sie mit mir in den Tod gehen.« Schließlich begegnete er dem Schnapsbrenner. Der schluchzte kläglich, weil Gott ihn mit einem schweren Whiskyfäßchen auf dem Buckel erschaffen hatte, das er einfach nicht loswurde. Da kaufte ihm der Bernhardiner das Fäßchen ab. Wie er aber einen Probeschluck von dem Schnaps nahm, wurde ihm plötzlich klar, daß er aller Sorgen ledig war – und das, obwohl er zu den eigenen noch die Sorgen der anderen gewonnen hatte. Fröhlich wuffzte er auf und lief zurück ins Tal. Denn der Opferbereite wird am Ende belohnt, und wenn die Wohlmeinenden zusammenhalten, wird dieses wahnsinnig schlecht konstruierte Universum ein bißchen erträglicher für alle Beteiligten.

Leo Fischer

Naseweise

Man ist immer so altklug, wie man sich fühlt.

Moses Wolff

Probleme der Tierethik III

Wie soll man einem Kind begreiflich machen, daß der Königstiger zu den gefährdeten Arten gehört, wenn er in jedem zweiten Tütchen als WWF-Sammelbildchen vertreten ist?

Michael Bastian Weiß

Widerstand

»Papa«, fragt mein Sohn, »warum steht da draußen eine Antiterroreinheit?« Ich feuere mit der Uzi durch den Briefschlitz und löse die Sprengfallen im Garten aus, während mein Sohn die Panzerfaust nachlädt.
»Weil wir die alten Glühbirnen verwenden, mein Sohn.«
Meine Frau bewirft die Einheiten vom Balkon aus mit den neuen giftigen Energiesparlampen, es gibt viele Opfer. Das Sondereinsatzkommando kann nicht orten, woher die Geschosse kommen, es tappt weiter im Dunkeln. Obwohl die polizeilichen Flutlichtstrahler mit den neuen Birnen vor einer Stunde angeschaltet wurden, haben sie noch immer keine ausreichende Helligkeit entwickelt. Wenn sie das Haus stürmen, werden wir sie mit sofortiger, gleißender Helligkeit überraschen – sobald ich den Lichtschalter drücke. Man muß sich seine Kämpfe aussuchen. Dies ist meiner.

Björn Högsdal

Das kleine Seelen-Einmaleins

Georg Schmitt

Geruchstip

Tofu auf die Heizung legen. So riecht bald die ganze Wohnung nach Heizung.

Elias Hauck

Probleme der Tierethik II

Wenn ein überzeugter Frutarier unter einem Baum liegt und ihm eine gebratene Taube in den Mund fliegt – darf er sie dann verzehren?

Michael Bastian Weiß

Zahnfall

Heute morgen habe ich das Gebiß meines Kollegen zertrümmert; völlig unabsichtlich, versteht sich. Ich sitze zur Zeit an seinem Arbeitsplatz, weil mein Rechner gewartet wird, das Gebiß stand auf seinem Bildschirm. Es war eine exakte Nachbildung seines makellosen Originalgebisses, das er sich vor vielen Jahren für den Gegenwert eines Einfamilienhauses in den Mund basteln ließ. Als ich den Schirm näher heranziehen wollte, ist es runtergeplumpst. Andere stellen sich ja die Miniatur ihres Porsches auf den Schreibtisch. Aber Jürgen fährt Opel, der muß mit seinen Zähnen protzen. Mist – woher kriege ich jetzt auf die Schnelle Zahnersatz?

Kathrin Wesely

Bei dünnen Wänden

Liebe Nachbarin! Deine Ängste, von anderen nicht akzeptiert zu werden, würden sich vielleicht etwas mildern, wenn du mit deinen Psycho-CDs gegen »Ängste, von anderen nicht akzeptiert zu werden« nicht das halbe Haus beschalltest. Vielleicht hilft aber auch schon ein Besuch beim Ohrenarzt.

Erich Klepptenberger

Merke

»Ich kann mich gut für Dinge begeistern, die mir in Wirklichkeit egal sind«, zählt bei Bewerbungen nicht als Stärke.

André Herrmann

Es ist soweit

Ich bin jetzt 31 Jahre alt und muß neuerdings ein absonderliches Verhalten an mir feststellen: Ich bekomme große Augen, wenn ich einen Hund auf der Straße sehe. Gleichzeitig stoße ich weiche Laute aus und versuche ungeschickt, sein Fell zu berühren, ihn wenn möglich sogar zu knuddeln. Ich wünsche mir so sehr einen Hund, daß das wohl nur auf eins zurückzuführen ist: Meine zoologische Uhr hat zu ticken begonnen.

Annalena Hicks

Noch mal gutgegangen

Als Legastheniker hat es mein Freund Tobias bei der Jobsuche nicht gerade leicht. Seinen Bewerbungslebenslauf hat er nämlich komplett selbst geschrieben. Dort steht, er habe zunächst als Brillenverkäufer im örtlichen »Sehen & Möhren Center« gearbeitet und sei danach als engagierter Berater in ein benachbartes »Lärm- und Motivationsstudio« gewechselt. Aber ich helfe ja, wo ich helfen kann: Schließlich heißt es »Lärm- und Motivations-Studio«, mit zweitem Bindestrich. Gern geschehen!

Peter P. Neuhaus

Auch schon mal passiert?

Immer wenn ich bei dem Lied »Anale Krieger des Lichts« von Silbermond nicht ganz genau hinhöre, verstehe ich den Titel völlig falsch.

Tanja Hötzle

Geschäftsangebot

Spucke auf das Grab Ihres Feindes. Feind noch nicht tot? Ich übernehme (gg. Aufpreis). Auch kleinere Malerarbeiten und Dahlien umtopfen. Diskretion Ehrensache. Chiffre:

TstnGtzsch1981

Kernig

Heute früh im Bad zu der Meinung gekommen, daß man als Mann nicht zehn verschiedene Körperpflegetübchen und Parfums haben sollte. Als echter Kerl sollte man sich mit nassen, lebendigen Wildtieren waschen. Dann aber noch mal aus der Dusche gestiegen – Wasser zu kalt.

Christoph Span

Neues aus der Hirnforschung

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Daniel Sibbe

Portfolio

Daß die Erwartungen, die wir an den Lebens- oder Ehepartner richten, maßlos übertrieben und von einer einzigen Person gar nie zu erfüllen sind, ist mittlerweile ein Gemeinplatz. Als nun eine Bekannte berichtete, sie habe sich von ihrem Exfreund, einem Schönheitschirurgen, neue Brüste machen lassen, wurde mir klar: Nicht die Suche nach dem einen, perfekten Partner verdient unsere volle Aufmerksamkeit. Vielmehr lohnt es sich, sorgfältig ein Sample an zukünftigen Expartnern zusammenzustellen. Dabei sind Friseurmeister, Steuerberater und Automechaniker den Philologen, Gastwirten und Leichenwäschern bei weitem vorzuziehen. Und verdammt, ja: Ein Schönheitschirurg wäre phantastisch!

Andrea Erkenbrecher

Dichter und Denker

In der Beethovenstraße spricht mich ein Mann an: »Entschuldigung, ist das hier die Mozartstraße?« Ich: »Nein. Das ist die Beethovenstraße.« – »Ach so. Aber das hier ist schon das Dichterviertel, oder?« Zur Strafe habe ich ihn in Richtung Stadtbibliothek geschickt.

Katharina Greve

Individuell

Mit Druck kann man bei mir leider überhaupt nichts erreichen. Das Kiffen konnte ich mir auch erst während eines Urlaubs in Amsterdam abgewöhnen.

Thomas Kuhlmann

Blind Carbon Copy

Dem Web 2.0 entkommt man ja ohnehin nicht, und damit mich ungeliebte Schulkameraden besser finden können, bin ich jetzt auch bei »Stayfriends« angemeldet. Über den heutigen Newsletter habe ich mich sehr gefreut: »Fordern Sie Tobias heraus!« wurde dort von mir verlangt. Und zwar zu einem virtuellen Stein-Papier-Schere-Match. Offensichtlich weiß »Stayfriends« nicht, daß mein Gymnasium eine Blindenintegrationsschule war – aber immerhin hat Tobias die Mail ohnehin nicht gesehen, haha!

Laura Eißenberger

Unlike

Als langjähriges Mitglied mehrerer Social Communities kann ich heute folgende Volksweisheit bestätigen: Alte Liebe postet nicht.

Lukas Münich

Dicke Wagen

Männer gehen davon aus, daß man bei Frauen einen guten Eindruck hinterläßt, wenn man mit dem größtmöglichen, teuersten Straßenkreuzer zum Date kommt. Ich kann das nicht bestätigen. Die Frauen waren noch nie sonderlich beeindruckt, wenn ich mit dem Stadtbus kam.

Jonas Haas

Probleme der Tierethik I

Wenn ein Tier gar nicht vom Aussterben bedroht ist und sich in Wirklichkeit nur gut versteckt hat, werden ihm dann Titel und Bescheinigung nachträglich entzogen?

Michael Bastian Weiß

Neujahr

Immer die gleiche Sauerei am Neujahrsmorgen: Überall explodierte Feuerwerkskörper, der Mülleimer ist ausgebrannt, leere Flaschen und Glasscherben, wohin man blickt. Alle paar Meter Kotzflecken, in jeder Ecke stinkt es nach Urin, und hie und da torkeln lallende Besoffene, die den Heimweg nicht finden. Und das Schlimmste: Draußen vor dem Haus sieht es genauso aus.

Thorsten Mausehund

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Oskar Lafontaine, alter Gourmet!

Sie waren Gesprächsgast bei der Vorstellung des neuen Sarrazinbuches über irgendwas mit Flüchtlingen und Ausländern, deren Aufenthalt in Deutschland auch Ihnen nicht behagt. Denn schließlich, so sagten Sie, sei es wenig sinnvoll, einen von hundert hungernden Menschen ins »Feinschmecker-Lokal« einzuladen, wenn die dortige Rechnung allemal dafür ausreiche, allen Betroffenen Brot zu geben.

Wohl wahr! Allerdings machte es Ihnen niemals etwas aus, in Feinschmecker-Lokale, Fünf-Sterne-Hotels, Privatjets und Luxus-Fincas eingeladen zu werden, auch wenn die Rechnungen dafür ausgereicht hätten, die ganze Wählerschaft der Linkspartei mit Brot für Jahre auszustatten.

Aber was sollten die damit auch anfangen, nicht wahr? Die können ja schließlich auch Kuchen essen!

Schenkt Ihnen immer gerne ein: Titanic

 Und Du, hyperaktives Berlin,

hast Dich bei der Entwicklung Deiner neuen Werbekampagne mal wieder nicht richtig konzentriert. Denn sonst wäre Dir doch sofort aufgefallen, dass in dem Motto »Berlin. Auch das« glatt das »noch!« fehlt.

Sieht genau hin: Titanic

 Alles in Ordnung, Winzerfamilie Keller?

Alles in Ordnung, Winzerfamilie Keller?

Im »Focus« wurden Sie – Guts-Chefin Bettina, Ehemann und DFB-Präsident Fritz Keller sowie Ihre drei Söhne – in der Reihe »Generationengespräch« über dies und das befragt, und was ein leidlich als Journalismus getarntes Alkoholwerbefeature hätte werden können, explodierte gleich zu Beginn derart, dass man glauben konnte, man läse das Transkript einer durchschnittlichen Maischberger-Sendung.

»Herr Keller, sind Sie auch Patriarch?« hob der Interviewer an, worauf es aus Ihren Mündern u.a. schallte: »Wer? Ich? Warum?«, »Ja, ja«, »Mein Mann will schon der Bestimmer sein«, »Was!? Das habe ich ja noch nie gehört«; dann, auf die Frage »Wollten Sie ihn je verlassen?« ging es weiter mit: »Eigentlich täglich«, »Ich will jetzt auch mal was sagen«, »Das stimmt einfach nicht«, »Das stimmt nicht«, »Doch« und so fort über anderthalb Spalten hinweg, und wenn der »Focus«-Mann nicht elegant zum Thema Fußball gewechselt wäre, wie lange hätte es dann wohl gedauert, bis der erste Dekanter durch die Luft geflogen wäre? Oder torkelt für gewöhnlich ein jeder von Ihnen, ein übervolles Glas schwenkend und giftige Vorwürfe speiend, in sein jeweiliges Zimmerchen? Und: Kommt so etwas täglich vor in Ihrem Weinkeller, liebe Kellers? Wie haben Sie eigentlich die Quarantäne überstanden?

Empfiehlt eine Familienaufstellung im Mineralwasser-Lager: Titanic

 Kuckuck, Daniel Kehlmann!

Von der »Sprengkapsel des Infektionsschutzgesetzes«, das wie eine »Bombe« in »unser Gesetzeswerk« eingelassen sei, faselten Sie unlängst bei denen von der »Welt« und kritisierten wieder einmal die Corona-Maßnahmen aus Angst um Ihre Freiheitsrechte. Immerhin sei eine Sterberate von 0,5 Prozent nun mal nicht die Cholera.

Und trotzdem mussten Sie, Herr Kehlmann, all das durchstehen: Da haben Sie sich in ein »ganz kleines Haus« in Montauk eingemietet, vorher einen »großen Fernseher« und eine Playstation gekauft und ausgeharrt. Ja Himmel, ist das denn überhaupt noch ein Leben? Überdies würden Sie sich in der westlichen Zivilgesellschaft nie wieder so sicher fühlen können wie früher. Was, man ahnt es, nicht das Virus und dessen Gefahren meint.

Aber was auch immer die Zukunft bringen mag, Herr Kehlmann: Wir wissen nun immerhin, dass wir uns im Falle erneuter Klopapierengpässe den Hintern guten Gewissens mit Ihren Büchern abwischen können.

Danke dafür: Titanic

 Schöpfer der Kampagne »Werde Maler!«

Was ging uns das Herz auf – und mit uns wohl Zigtausenden ambitionierter Schulabgänger –, als wir auf Bussen und Plakaten Euren oben genannten Aufruf lasen, darunter die verheißungsvollsten Satzperlen: »Eintrittskarte in eine kreative Branche«, oder gar, wo pandemiebedingt zur Zeit so vieles den Bach runtergeht: »Meine Zukunft ist gesichert!«

Wer träumt nicht davon: endlich, und das nach offizieller Aufforderung, in die Fußstapfen von Gerhard Richter und Jonathan Meese treten, dazu Geniekult, Aktmalorgien, Koks und Heavy-Petting mit Myriaden von Musen. Doch Basel-, äh, Mumpitz: Bei genauerem Studium von www.werde-maler.de entpuppt sich die rosige oder auch polychrome Zukunft als ein billiges Trompe-l’œil, löst sich in Neo und Rauch auf. Leider seid Ihr nicht der Deutsche Künstlerbund, sondern die schnöde Innung der Maler und Lackierer. Aber sagt, ein bisschen Koks während der Achtstunden-Frühschicht gibt’s bei Euch vielleicht auch?

Fragt mit Restinteresse: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Abwägungsfrage

Die eigenen unerfüllten Lebensträume auf seinen Nachwuchs zu projizieren, diese Möglichkeit hat man als kinderloser Mensch leider nicht. Anderseits: Ein Kind, das zu jeder einzelnen Sportunterrichtsstunde eine schriftliche Entschuldigung mitbringt, hätte womöglich ernsthafte Schwierigkeiten, was die Bewältigung der schulischen Laufbahn betrifft.

Julia Mateus

 Kunst meets Frankfurt

»Einmal die Krüppel.«
»Wie bitte?«
»Na, die Krüppel-Sammlung da.«
»Mein Herr, Sie meinen unsere Ausstellung ›En passant‹? Sie möchten ein Ticket?«
»Ja, genau.«

Man fremdelte anfangs ein wenig mit den impressionistischen Skulpturen im Städel-Museum in Frankfurt.

Nicolai Hagedorn

 Prädikatenlogik im Urlaub

Dass die supergescheiten Griechen als Begründer der Logik uns weniger beschlagenen Völkern gripsmäßig stets einen Schritt voraus sind, wurde mir abermals verdeutlicht, als mir auf Kreta ein Einheimischer auf die Frage, ob das von mir anvisierte Reiseziel ein gutes sei, antwortete: »Oh yeah, it's a nice place! Everybody goes there. I have never been there.«

Cornelius W.M. Oettle

 Obenrum öd

Die ICE-Trasse Kassel-Würzburg liegt fast komplett unter der Erde. Das ist durchaus eine gute Idee, denn die Gegend ist so trostlos wie das Liebesleben eines Bahn-Vorstands. Für einen Zwischenhalt erbricht sich der Zug in Fulda kurz an die Oberfläche, und man erkennt auf den ersten Blick die Brillanz der Nato-Strategie aus den Achtzigerjahren: Hier also wäre der Russe damals durchs berühmte »Fulda Gap« in den Westen einmarschiert und mit seiner enormen Panzerflotte vor lauter Langeweile direkt verödet.

Peter P. Neuhaus

 Herbstschmerz

Ein stark übergewichtiger Mann wirbelt mittels eines höllisch laut dröhnenden Laubbläsers nasses Laub von einer Seite des Radwegs auf die andere. Er trägt rote Ohrenschützer, raucht eine krumme Zigarette und hat den Mund-Nasen-Schutz am Kinn kleben. Auf der Jeans-Kutte, die er über seiner orangefarbenen Warnweste trägt, steht »FCK WNTR«. Ich weiß, dass mir dieses Bild irgendetwas über den Zustand der Menschheit sagen will, doch ich schaffe es einfach nicht, die Botschaft zu enträtseln. Ich bin auf einmal nur noch sehr, sehr müde.

Theobald Fuchs

Vermischtes

Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EUR
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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
28.10.2020 Osnabrück, Lagerhalle Max Goldt
29.10.2020 Gütersloh, Die Weberei Max Goldt
29.10.2020 Schweinfurt, Bayernkolleg Gerhard Henschel
29.10.2020 Bad Oeynhausen, Begegnungszentrum Druckerei Ella Carina Werner