Vom Fachmann für Kenner | September 2011


Autorkorrektur

»Die Gedanken sind frei«, möchte ich schreiben. Und was macht die Autokorrektur von Word 2010 daraus? »Die Gedanken sind Freitag«. Traurig – denn dann sind sie es ja offenbar nicht mehr. Aber bis letzten Donnerstag waren sie es, verdammt!

Dominik Mauer

Mietrecht für Arbeitnehmer

Nach reiflicher Überlegung habe ich mit meinem Arbeitgeber einen Mietvertrag über mein Gehirn abgeschlossen. Einen ganz normalen Mietvertrag; Leasing ist mir suspekt. Natürlich hat auch Vermieten seine Nachteile: Je länger das Mietverhältnis, desto länger die Kündigungsfrist, und es ist nicht absehbar, in welchem Zustand man sein Eigentum zurückbekommt. Der entscheidende Vorteil des Vermietens ist jedoch, daß ich jederzeit wegen Eigenbedarf kündigen kann – und man weiß ja nie, ob man’s nicht plötzlich braucht, das Hirn.

Theobald Fuchs

Nie gedruckte Sätze

»Inzwischen nahm der Dorsch das ewige Gebimmel der Türklingel gar nicht mehr wahr. Dennoch, sein Entschluß stand fest: Er mußte hier weg. Nie wieder würde er neben einen Schellfisch ziehen.«

Aleksandar Jožvaj

Wirksame Diät

Wurstwasser ist Fleischnahrung für Homöopathen.

Michael Höfler

Alles fließt

Wohnungsbesichtigung. Die kritische Interessentin im Badezimmer: »Ganz okay – aber das Shui fließt hier nicht so richtig.« Der Makler betätigt die Klospülung: »Na bitte, fließt doch!«

Erich Klepptenberger

Schweigen ist Gold

Nicht gerade beliebt macht man sich, wenn man an einem stürmischen Tag den tropfnassen DHL-Boten fragt: »Sie Armer, müssen Sie bei dem Wetter arbeiten?« Bzw. damit noch nicht, sondern dann, wenn man auf seine Antwort »Tja, hätt’ ich halt was Anständiges gelernt« wiederum entgegnet: »Ach, ich kann ja auch nix.«

Christian Martin

Figurprobleme

Problem: Kinn und Hals sind eins. Haben Sie es schon mal mit einem schicken Rollkragenkleid probiert, das unter der Unterlippe mit einem Klettstreifen festgehalten wird? Alkohol hilft auch. Trinken Sie morgens zum Frühstück zwei Gläschen Rotwein – und der Kinnhals ist Ihnen egal. (Nicht vergessen, in der Mittagspause nachzugießen.) Ein anderer Trick stammt noch von meiner Urgroßmutter: Verrühren Sie eine Tasse Weißmehl mit einer Tasse Blütenhonig und tragen Sie das ganze auf Stirn und Wangen auf. (So was nennt man Ablenkungsmanöver.) Nur wenn wirklich nichts mehr zu machen ist, bleiben Sie Ihr Leben lang zu Hause.

Vera Henkel

Zeitreise in die Pubertät

Frauen, die sich ein jugendlicheres Aussehen wünschen, sei »Acne tarda« empfohlen, die Spätakne zwischen 25 und 40. Die Jugend sprießt ihren Trägerinnen geradezu aus dem Gesicht, und man wird beim nächtlichen Zigarettenkauf endlich wieder nach dem Ausweis gefragt.

Julia Mateus

Expertengespräch

Ich bin es gewohnt, daß mich an Bushaltestellen Menschen auf meinen Kontrabaß ansprechen (»Drei Chinesen…«, »Hab’n Tip: Spiel Geige!«, »Ein Cello?«). Der folgende Dialog überraschte mich trotzdem:
»Spielst du Saxophon?«
»Nein.«
»Was is’n das?«
»Ein Kontrabaß.«
»Och, Mist. Dann hast du nichts zu rauchen.«

Ferdinand Ihringer

Krisenfest

Angesichts bevorstehender Staatsbankrotte und der erwartbaren Verteuerung von Rohstoffen und landwirtschaftlichen Produkten habe ich beschlossen, auf eine sichere Investition zu setzen und mein Geld in körpereigenem Fett anzulegen. Das nehm’ ich dann auch mit ins Grab.

Sara Hakemi

Kindersicherung

Kinder werden immer früher selbständig. Viele Spielzeughersteller tragen dem Rechnung – so auch die Firma smARToys. Sie hat das »Beschütze-mich-Engelchen« (22cm groß, batteriebetrieben, 24,99 Euro) konzipiert, das die ursprüngliche Funktion der Eltern übernehmen soll. In der Beschreibung heißt es: »Falte einfach die magischen Hände des freundlichen Beschütze-mich-Engelchens, dann spricht es mit süßer Kinderstimme abwechselnd ein Morgen- und ein Abend-Gebet. Zusätzlich kannst du deine ganz persönlichen Wünsche aufnehmen.« Sollte der Wunsch, vor etwaigen Kindesentführern, dem Pfarrer oder dem übergriffigen Babysitter beschützt zu werden, wider Erwarten doch nicht in Erfüllung gehen, hat der Hersteller eine Alternative parat: Unter der Rubrik »Das könnte Sie auch interessieren« bietet smARToys ein Messer mit Lederscheide an (420er Edelstahl-Klinge, 8 cm lang, mit gestreiftem Holzgriff, 9,99 Euro). Sicher ist sicher!

Saskia Wagner

Filmtip

Vom Klassiker wie »Denn sie wissen nicht, was sie tun« über Kinskische Kost wie »Aguirre, der Zorn Gottes«, tränendrüsige Ernststreifen wie »Das Leben ist schön« oder Animationsfilme à la »Findet Nemo« und »Das große Krabbeln«: Jeder Filmtitel läßt sich verbessern, wenn man hinten anfügt »…in meiner Unterhose«. Einfach mal ausprobieren!

Laura Eißenberger

Gesetzlich Versicherte hergehört!

Eine Zahnkrone kostet mitunter viel Geld. Vollkeramik? Backenzahn? 600 Euro können das schon werden. Gegenvorschlag: einfach eine Metallkrone nehmen, die kostet nichts! Und Ihre Krankenkasse erstattet Ihnen dazu einmalig ein komplettes Gangsta-Outfit. Die Aktion läuft 2012 an. Motto: Wir passen nicht Ihre Krone an Sie an, sondern Sie an die Krone!

Anna Leuschner

Beruhigend

Am Rande einer Gewerkschaftsdemo mit Trillerpfeifen und lauten Rufen fürchtet sich ein kleines Mädchen vor dem Lärm und weint. Seine Mutter, die nicht zu den Demonstranten gehört, tröstet es: »Du mußt keine Angst haben, das ist nur die Gewerkschaft, die tut nichts.« Gut beobachtet, finde ich.

Uwe Geishendorf

Wie bitte?

Eine Kundin um die achtzig: »Ich hätte gern etwas von diesem Käse da. Den ißt sogar mein Kater.« Ich frage: »Waaas, Sie haben noch einen Vater?!« und denke: Das hast du sie jetzt nicht wirklich gefragt. Sie: »Mein KATER! Was sind denn das da für Tomaten?« Ich: »Das sind getrocknete Tomaten mit Kapern.« Sie: »Mit Hafer?!« Eine Woche später erzählt sie mir dann, daß der Kater siebzehn Jahre alt sei und ihm schon der Anus hinten raushänge. Hoffentlich liegt’s nicht am Käse.

Jörg Zimmermann

Selbstdiagnose

Als ich die schmerzhafte Stelle auf dem Nasenrücken bemerkte, mußte ich sofort an den ehemaligen US-Präsidenten Ronald Reagan denken – waren doch seinerzeit die Zeitungen voll mit Berichten über seinen Hautkrebs an ebendieser Stelle. Man kann sich vorstellen, wie erleichtert ich war, als ich am selben Abend auf dem Balkon ein Bier aus meinem Lieblingsglas trank und feststellte, daß es sich bei der schmerzhaften Stelle wohl nur um einen Bluterguß handelte. Seither trinke ich weniger hastig.

Markus Großkopf

Ghana doch für mich machen

Die Sprache, die man an deutschen Universitäten pflegt, gilt vielen als abgehoben, elitär und weltfremd. Das Gegenteil beweist mein Professor, der seinen dunkelhäutigen Mitarbeiter kürzlich mit diesen Worten zu sich rief: »So, und die Tafel wischt jetzt mein Neger für mich.«

Lukas Münich

Nichts gelernt

Immer, wenn unsere Familie zusammenkam, um zu beraten, wem als nächstes ein brennendes Kreuz vor die Hütte gestellt werden sollte, wurden wir Kinder in der Küche geparkt und mit Großmutters gekochten Fleischwurstbatzen und heißem Hagebuttentee versorgt. Und wenn ich schreibe: heiß, dann meine ich: heiß. Bei jedem ersten Schluck zwischen Einschulung und Erstkommunion, das schwöre ich bei Gott, habe ich mir dermaßen die Zunge verbrannt, daß ich erst Jahre später überhaupt erfahren habe, wie Hagebuttentee schmeckt. Hagebuttentee schmeckt scheiße.

Peter Neuhaus

Naturwissenschaftliche Frage

Wenn die Gravitation wirklich bewirkt, daß alles immer nach unten fällt, und zwar schon seit mehr als 13 Milliarden Jahren, nämlich seit dem Urknall – müßte dann nicht eigentlich unten bald mal voll sein?

Georg Weyers-Rojas

Survival-Deutsch

Wer dem Backgroundgröler einer amerikanischen Rockband nach dem Konzert die beiden gewünschten deutschen Sätze beibringt, erlebt mit etwas Glück, wie der junge Herr alle etwa hundert Konzertbesucher persönlich verabschiedet: »Danke fürs Kommen. Hast du Gras?«

Nicolai Hagedorn

Fröhliche Hundegeschichten (III)

Es ist wahr! Hungrig, schrecklich hungrig war Samby, der kleine Spitz, aber doch wohlerzogen und herzensrein, und überdies von außerordentlicher Sinnesschärfe. Vor allem der Geruchssinn seiner feuchten, vorwitzigen Nase war besonders empfindlich, und so roch er alles, was im Himmel und auf Erden vor sich ging, und auch vieles, was in der Hölle geschah. Der grundgute Wuschel hatte sein altes Herrchen lieb! Niemals hatte dieser seinem winselnden kleinen Kumpanen etwas Böses getan. Nur – seine Wurst! Die Knackwurst, welche der Alte auf seinen Nachttisch zu legen pflegte, für einen allfälligen Mitternachtssnack, die reizte Samby gar sehr. Und so entschloß er sich eines Nachts, dem alten Mann das Leben zu nehmen, um die Wurst zu besitzen. Schwuppdiwupp war dem Alten die jammernde Kehle zerrissen, war der Knacker erloschen und die Knackwurst errungen, und Samby vergrub sie flink im Garten, um sie von den Flammen der Hölle anbrutzeln zu lassen. Als die Polizei kam, konnte Samby seine Furcht zunächst gekonnt verbergen, und fröhlich wedelnd hopste er den Wachleuten entgegen. Aber je mehr ihre Suche voranschritt, um so mehr war es ihm, als zöge ein Geruch wie von Bratwurst durch die Luft. Stärker, immer stärker wurde er, bis es roch wie in einer Reihenhaussiedlung im Hochsommer. Doch die Beamten plauderten vergnügt und lächelten dazu. War es möglich, daß sie die Wurst nicht rochen? Nein! Nein! Sie rochen sie, sie schöpften schon Verdacht, sie trieben nur Spott mit seinem Entsetzen! Samby fühlte, daß er schreien müßte – oder sterben! Sie sollten ihr Spiel beenden, in den Garten gehen und die verräterische Wurst exhumieren! Und so schrie er sein Geständnis heraus: »Wau! Wauwau, wau!«

Leo Fischer

Übrigens!

Karl May ist völlig überschätzt. Zum Beispiel hat er sich in Stuttgart ständig verlaufen, und schon als junger Mann konnte er keine zehn Meter geradeaus gehen. Günter Grass dagegen kann auf einem Finger pfeifen und weiß genau den Unterschied zwischen Geld und Hosenknopf.

Tibor Rácskai

Studienwahl

Nach langen, intensiven, die Wahl meines Studienganges betreffenden Überlegungen habe ich mich jetzt endlich entschieden: Ich studiere Chemie auf Kläramt.

Nikos Saul

Asche zu Asche

Wenn eines fernen Tages in einer sogenannten Traueranzeige zu lesen sein wird: »Wir beweinen den Verblichenen nicht gerade, denn er war ein blödes, geiziges, penibles, spießiges Arschloch. Zeit seines erbärmlichen Lebens hat dieser Gernegroß die Familie mit seinen cholerischen Anfällen drangsaliert, den Kindern war er ein miserabler Vater, seiner Frau ein untreuer Gatte und schlechter Liebhaber. Stets mußte ihm jeder ein offenes Ohr für sein fortwährendes Gejaule leihen, ihm mit Rat und Tat zur Seite stehen. Seine lange Krankheit hatte er sich redlich verdient. Den Kampf – ha!, was man so Kampf nennt! – hat er nun verloren. Gott sei Dank!« – dann, ja dann wird es sich bei dem Erblaßten, jedenfalls nach Stand heute morgen, um meinen Ehemann gehandelt haben.

Anna-Maria Hannoschöck-Merkle

Guud gegebbe

»Einen Apfelwein bitte.«
»Gespritzt?«
»Nein, ich nehm’ ihn oral ein.«

Torsten Gaitzsch

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

     

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

Titanic unterwegs
15.06.2020 Frankfurt, Jahrhunderthalle Autokino TITANIC-BoyGroup (Sonneborn/Gsella/Schmitt)
16.06.2020 Wilhelmshaven, Stadtbücherei Gerhard Henschel
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.08.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst F. W. Bernstein