Vom Fachmann für Kenner | Oktober 2010


Besser als jeder Wunderbaum!

Einfach gekochten Blumenkohl zwei Tage offen in der Küche stehen lassen.

Tassilo Bachmann

You know my name

Nur wer schon einmal an der Supermarktkasse den Gruß einer verflossenen, sehr kurzen Liebschaft mit einer zärtlichen Umarmung und einem sinnlichen »Na? Alles klar?« beantwortet hat, weiß den Wert eines guten Personengedächtnisses zu schätzen. Mit einem solchen hätte er nämlich rechtzeitig erkannt, daß es doch nur die Nachbarin vom dritten Stock war.

Andreas Hesse

Geht auch ohne

Großes Erstaunen ernte ich regelmäßig, wenn ich auf die Frage, welches Sternzeichen ich habe, antworte, ich hätte gar keines, sondern sei schon vor Jahren auf die Gemeinde gegangen und dort gegen Gebühr ausgetreten. Auch wenn dann nicht selten an meinem Verstand gezweifelt wird – es ist mir egal, solange die Leute nur überhaupt an etwas zweifeln.

Tibor Rácskai

Verfahrensfrage

Darf ein Richter, wenn er nachts aufwacht und ein maskiertes Gegenüber sich mit den Worten »Einbruch, Euer Ehren!« vorstellt, im Interesse der Schlafverfolgung eine Vertagung anbieten?

Ralf Höller

Kurz berichtet

Seitdem ich Twitter nutze, kann ich nur noch in 140-Zeichen-Blöcken denken. Das strukturiert das Gehirn, doch versemmel ich oftmals die Poin

@tinamanske

Erstaufklärung

Als ich vier Jahre alt war, wurde ich von meiner etwas älteren Freundin Alexia in die Geheimnisse der Erwachsenenwelt eingeweiht. »Weißt du, was Sex ist?« fragte sie mich, während wir unsere Barbiepuppen an- und auszogen. Ich wußte es natürlich nicht. »Das ist, wenn eine Frau einem Mann Geld gibt«, flüsterte sie. Sie kam mir damals unglaublich reif und erfahren vor. Herauszufinden, daß etwas an ihrer Definition nicht stimmte, hat mich später den Großteil meines Taschengeldes gekostet.

Katharina Greve

Sebastian Frankenberger zugeeignet

Niemals würde ich mir im Hotel ein Raucherzimmer reservieren. Das stinkt widerlich und ist einem würdigen Aufenthalt abträglich. Der Nachteil besteht natürlich darin, daß es in Nichtraucherzimmern keine Aschenbecher gibt. Aber dafür stehen ja mindestens zwei Zahnputzbecher bereit.

Anna-Maria Hannoschöck-Merkle

Der Feierabend (I)

Sie haben lange keinen Urlaub gehabt? Reisen Sie in Ihrer Phantasie! Befüllen Sie Mittwoch morgen Ihre Waschmaschine mit farbigen Sommersachen. Nehmen Sie, sobald Sie aus dem Büro kommen, die fertige Wäsche aus der Maschine und bügeln Sie sie. Ja, ganz richtig: so naß wie sie ist, dann haben Sie nämlich viel länger was davon und können den ganzen Abend und die Hälfte der Nacht in Ihrer Gedankenwelt verbringen. Wohin fliegen Sie? Nach Patagonien? Stellen Sie sich vor, wie die Guanakos Ihre Tank-Tops bewundern! Am nächsten Morgen stopfen Sie die Weißwäsche in die Maschine und verfahren mit dieser am Abend genauso. Beginnen Sie Freitag abend mit dem Kofferpacken. Bedenken Sie, daß es eine Gepäckbeschränkung gibt (20 Kilogramm), und nehmen Sie ein sturmsicheres Feuerzeug mit. Gehen Sie früh zu Bett und stellen Sie den Wecker auf 4 Uhr 30. Verschlafen Sie!

Vera Henkel

Modern Times

Wie man sich aufregen kann! Mein Gott, ich hab zwei, drei Sätze in dem Artikel mit einem Edding unterstrichen, da echauffiert er sich, ob ich denn total bescheuert sei, und daß ich so mit meinen eigenen Sachen umgehen könne, nicht aber mit seinen. Ich hab ihm dann das I-Pad wiedergegeben und nie wieder mit ihm geredet.

Björn Högsdal

Multimorbidität light

Im Pflegeheim, in dem der Vater meiner Freundin untergebracht ist, grassierte jüngst das berüchtigte Norovirus. Es verursacht Brechdurchfall von ein- bis zweitägiger Dauer. Wie uns erzählt wurde, hatte es eine der Krankenpflegerinnen besonders schlimm erwischt: Sie wurde neben dem Virus auch noch von einem schlimmen Hexenschuß geplagt, so daß sie nach eigener Aussage »nicht mal richtig kotzen« konnte.

Frank Zupke

Keine Entspannung

Blöd ist, wenn mitten in einer autoerotischen Handlung das Kopfkino von »Emmanuelle« auf »Like Ice in the Sunshine« umschaltet. (Wer sich noch erinnert: Langnese-Werbung, achtziger Jahre.)

Ulf Wentzien

Resolut

Daß man als Lehrer schlagfertig sein muß, will man es mit frechen Schülern aufnehmen, ist bekannt. Mitunter wird der Diskurs bis auf die Schultoilette getragen. So war an unserer Schule, in wackeliger Schrift, über den Pissoirs auf Augenhöhe die etwas einfallslose Beleidigung an die Wand gekritzelt:
»Scheiß Müller!«
Dicht darunter hatte die pikierte Lehrkraft geschrieben:
»Scheiß Schüler!«

Lukas Münich

Hauptsache gesund…

Ausklingendes Kundengespräch am Metzgerwagen eines Berliner Wochenmarktes.
Verkäuferin: »Also dann tschüß, Herr Doktor, bleim se jesund.«
Der Angesprochene, ein älterer Herr, im Brustton der Berufserfahrung: »Ah, ditt schafft uff Dauer keena!«
Er muß wohl Doktor der Medizin gewesen sein.

Sebastian Zidek

Zum Lesen bitte Arme heben!

Zusammen mit einer Freundin wollte ich eine Maschine ausprobieren, die Bilder auf Textilien bügelt. Als Testobjekte brachte sie diverse Motive mit, darunter einen Schriftzug mit dem aktuellen Motto des Kasseler Staatstheaters: »MACHT/RAUSCH«. Ich fand das passend und bügelte es in Brusthöhe auf ein T-Shirt. Allerdings war der Schriftzug dann etwas zu breit und lediglich »ACHT/RAUS« zu lesen – der Rest verschwand unter meinen Achseln. Naja, immerhin zum Billardspielen kann ich es tragen.

Saskia Wagner

Verständigungsschwierigkeiten

Völkerverständigung, meint die Großmutter, sei heutzutage vielleicht ein beliebtes Thema, sie aber gebe zu bedenken, was kurz nach dem Krieg mit Josef, dem jüngsten Sohn ihrer Großtante Mariechen passiert sei. Den nämlich, erzählt sie, hätten die Polen erschlagen, einfach so. Der Josef sei zwar ein Krüppel gewesen und deshalb nicht zur Wehrmacht eingezogen worden, aber deshalb hätte man ihn nicht gleich totschlagen müssen. Vielleicht, überlegt sie, hätten diese Polen sich daran erinnert, wie der Josef mit ihnen umgesprungen sei, als sie auf dem Hof von Tante Mariechen zur Arbeit herangezogen worden waren. Der Josef habe diese Leute natürlich hart rannehmen müssen, damit sie überhaupt arbeiteten, und im Krieg seien ja sowieso viele tot geblieben. Diese Polen aber, meint die Großmutter, hätten einfach nicht vergessen und verzeihen können. Von Völkerverständigung hätten die jedenfalls nichts verstanden.

Ludger Fischer

Taxonomie der geistigen Zerrüttung

Ist es nun ein Zeichen zwanghafter Pedanterie oder fortgeschrittener Verwahrlosung, wenn ich aus den Staubflusen unter meinem Bett sorgfältig Haare weiblichen Ursprungs heraussuche und nach Farbe und Länge sortiere? Das Resultat wird in einem Oktavheft verzeichnet, dann immerhin werfe ich die Fundstücke aus dem Fenster. Denn: Ein krankhafter Sammler bin ich nun wirklich nicht.

Theobald Fuchs

Ist geritzt!

Seit meine Nachbarn wissen, daß ich das Borderline-Syndrom habe, werde ich von ihnen geschnitten.

Laura Eißenberger

Yin + Yang = Selbstbetrug

Daß ich mich in letzter Zeit einem bedenklich zenbuddhistischen Geisteszustand nähere, merkte ich gestern, als ich ein hastig zubereitetes Nachtmahl zur Hälfte komplett ungewürzt, zur anderen Hälfte völlig versalzen in mich hineinschlang und mir hinterher einzureden versuchte, es sei dann ja insgesamt okay gewesen.

Mark-Stefan Tietze

Schwangerschaftsgedanken

Wir haben keine Kinder und erwarten auch keine. Doch weiß ich von den Schwangerschaften in meinem Bekanntenkreis, daß bereits bei der ersten sichtbaren Bauchwölbung unweigerlich folgende Worte erklingen, selbst aus wildfremden Mündern: »Ihr werdet es zwar nicht verraten, aber: Habt ihr schon einen Namen?« Dafür habe ich eine Antwort parat, die zwar nicht geschrieen, aber doch deutlich über Zimmerlautstärke vorgetragen werden sollte: »Hitlerstalinpolpot. Und wenn’s ein Junge wird: Erika.« Solche Gedanken sind es übrigens, die mich vermuten lassen, daß die ersten Wortes meines Kindes – sollte ich doch mal eines in die Welt setzen – »och Papa…« lauten werden.

Tim Wolff

Go with the flow

Hinlänglich bekannt ist, daß die Menstruationszyklen einander nahestehender Frauen zur Synchronisation neigen. Durch optimal terminierten Wechsel der Sexualpartnerinnen gelingt es mir seit nunmehr drei Monaten, lästige Blutungen komplett zu vermeiden. Praktisch ist: Dank meiner andauernden Stimmungsschwankungen fällt es keiner Frau schwer, mich gehen zu lassen. Wenn nur diese elende Gewichtszunahme nicht wäre!

Olivia Ehlers

Mitleid

Nachdem wir die offenbar flugunfähige Biene von meiner Terrasse gerettet und trotz Zuckerwasser, Wärmezufuhr und gutem Zureden keine Besserung ihres Gesundheitszustandes erreichen konnten, erlag sie auf meiner Fensterbank nur wenig später ihrem Leiden. Darauf meine Freundin, mit herzzerreißender Miene: »Die armen Bienen. Erst werden sie immer von Wespen angegriffen, dann haben sie diese Infektionskrankheiten, und dann wird ihnen noch ständig der Honig weggenommen.«

Christian Martin

Nicht nur Liebe kann weh tun

Relativ schmerzhaft ist es auch, nachts hackestramm nach Hause zu kommen und den Augen-Make-Up- mit dem Nagellackentferner zu verwechseln.

Anna-Christin Kramer

Umweltbewusst

Nach einer Statistik im Uni-Magazin stößt ein Porsche Cayenne alle 4,2 Kilometer ein Kilogramm CO2 aus. Ebenso erzeugt eine Katze alle vier Stunden ein Kilogramm CO2. Um möglichst klimafreundlich von Freiburg nach Berlin zu fahren, werde ich künftig jedes Mal versuchen, unterwegs ein paar Katzen zu erwischen.

Philipp Balcke

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

als Sie bei einem Wahlkampfauftritt auf Rügen versprachen, nach Ihrer Kanzlerinnenschaft in Berlin und in der Uckermark wohnen zu bleiben. »Von dort ist es durch die schöne A20 nicht mehr weit in meinen ehemaligen Wahlkreis.«

Klar, irgendwas mit Autobahnen hören die Deutschen ja gern, um Ihren Vorgänger mit dem Schnauzbärtchen nicht ganz vergessen zu müssen. Allerdings haben wir nicht vergessen, dass auf einem Teilstück ebenjener Autobahn 20, kurz nachdem es 2005 durch Sie als frisch gewählte Bundeskanzlerin freigegeben worden war, die Fahrbahn einbrach und ein Loch hinterließ, das nicht nur symbolisch tief und breit klaffte. »Eine fürchterliche Schmach« nannten Sie das damals. Pff! Eine schändliche Niederlage auf hierzulande heiligem Schlachtfeld!

Aber vermutlich setzen Sie bei den Autobahn-Deutschen einfach auf das große Vergessen. Hat beim Führer schließlich auch geklappt. Und gewählt werden müssen Sie ja auch nicht mehr.

Sagt zum Abschied leise »Umleitung«: Titanic

 Weißt Du, Zahnarztpraxis Enciso,

was wir gerufen haben, als wir eine Werbepostkarte von Dir mit dem Aufdruck »So muss Zahnarzt« aus dem Briefkasten holten? Genau: »Das kann Papierkorb.«

Maul! Titanic

 Überrascht, Katja Kipping (Die Linke),

nahmen wir Ihren Tweet nach der Wahlschlappe zur Kenntnis: »In der Mittagspause gönne ich mir heute eine starke Dosis vom Känguru-Humor. Tut an Tagen wie diesen besonders gut«, versehen mit einem Bild von zwei Marc-Uwe-Kling-Hörbüchern. So viel Masochismus hätten wir Ihnen gar nicht zugetraut. Andererseits ergibt dann auch die Mitgliedschaft in einer Partei mit Sahra Wagenknecht Sinn.

Oder ist etwa alles nur ein geschickter Versuch, den Grünen & Co. die Stammwählerschaft mithilfe von deren Stammhumor abzugraben? In diesem Falle: Clever! Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl.

Extra starke Erkenntnisse von Titanic

 Markus Lanz!

Sie sind im April von Ihrem Moderatorenkollegen Micky Beisenherz in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung aufgrund Ihrer wie auch immer gearteten Interviewtechnik als »Deutschlands schönste Grillzange« bezeichnet worden. Auf die Frage, ob das nicht Sexismus in die andere Richtung sei, antworteten Sie beim Jahrestreffen des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger in Berlin: »Absolut.« Sie hätten sich zwar darüber gefreut, aber gleichzeitig gedacht: »Schreib’ das mal 2021 über eine Frau. Dann gibt es aber richtig ein paar hinter die Ohren und auch zu Recht.«

Da stimmen wir Ihnen ausnahmsweise ausnahmslos zu, ziehen dem kleinen Würstchen Beisenherz einfach mal präventiv die Löffel lang und verleihen Ihnen stattdessen ganz unzweideutig den zu Ihrem Moderations- und Interviewstil ohnehin viel besser passenden Titel »Deutschlands eitelste Flachzange«.

Grillt alles und jeden und auch zu Recht: Titanic

 Michael Haberland, Organisator des Münchener Oktoberfests,

im Spiegel beschrieben Sie, wie man sich die digital stattfindende Wiesn vorzustellen hatte: »Alle Teilnehmer bekommen eine Wiesn-Box und einen Zoom-Link. Dann geht’s los. A Guadn!« Und weiter? »Sie klicken auf den Link zur verabredeten Uhrzeit, und dann stoßen wir gemeinsam an. O’zapft is’!«

Mal ehrlich, Haberland: Glauben Sie wirklich, dass Ihre ins Interview gejohlten Animationsrufe darüber hinwegtäuschen können, dass das alles ziemlich traurig klingt? Unser Tipp: Bei der nächsten Pandemie das Fest ganz absagen und einmal kräftig »Schaun’ mer mal!« brüllen.

A Guadn! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Emotionskontrolle

Schon ewig her, da fiel mir in einem Plattenladen in Sevilla auf, dass die Regalfächer A–K und M–Z relativ spärlich bestückt waren. Die Fächer L hingegen barsten fast schon vor Fülle. Eine nähere Überprüfung der L-Fächer brachte Klarheit: Los The Beatles, Los The Clash, Los The Doors, Los The Eagles, Los The Rolling Stones, um nur einige Beispiele zu nennen. Ich habe trotz rudimentär vorhandener Spanischkenntnisse davon abgesehen, das Personal darauf anzusprechen, denn diese mehr als amüsante Sortierung machte mir schlagartig klar, dass ich durchaus ein Typ bin, der etwas kann, was viele erst mühselig lernen müssen: loslassen.

Tom Breitenfeldt

 Bittgesuch

Ich liebe Online-Petitionen, ich unterzeichne jede. Hätte es sie früher gegeben, viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben. »Stopp Römer nach Germanien!« 200 000 Unterzeichner, und die alten Germanendörfer am Rhein stünden noch heute Stein auf Stein. »Für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, für Brot für alle, für das Volk als Souverän und noch ein paar andere Sachen. Sind Sie dabei? Hier können Sie unterschreiben!« 5 Millionen ratifizierende Franzosen, darunter der französische König, und der blutige Sturm auf die Bastille wäre nie geschehen. Dasselbe gilt für »Europa raus aus Afrika« oder »Herr Bismarck, erlauben Sie das Wahlrecht für alle!« Auch die Sponti-Bewegung hätte mit ihren Zielvorstellungen auf diesem Weg mehr Erfolg gehabt, von »Macht aus dem Staat – Gurkensalat!« bis »Miethaie zu Fischstäbchen!« Keine Ahnung, ob die rot-gelbe Staatsgewalt alle Anliegen wirklich erhört hätte, aber man hätte es versuchen können.

Ella Carina Werner

 Gesundheitsfrage

Gibt es so was wie Fremdhypochondrie, also dass man immer Angst hat, andere Leute hätten irgendwas oder ihnen würde etwas zustoßen? Ich frage für eine Freundin, bei der ich befürchte, dass sie das hat.

Paula Irmschler

 Next-Level-Kosmopolit

Ständig trifft man jemanden und sowieso kennt man fast alle über zwei Ecken: Ja, China ist für mich so ein richtiges Milliardendorf!

Leo Riegel

 Letztes Aufbäumen

Dass ein Smartphone beim Hochfahren mal – Gott zum Gruße! – vibriert, geschenkt. Die Geräte eines gewissen südkoreanischen Herstellers allerdings erbeben auch während des Herunterfahrens bei schon ausgeschaltetem Bildschirm noch mal kurz. Ganz so, als klopfte ein doch noch nicht Verstorbener von innen an den Sargdeckel.

Andreas Lugauer

Vermischtes

Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

  • 14.09.:

    NDR Zeitzeichen zum 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
27.10.2021 Braunschweig, Kult Thomas Gsella
28.10.2021 Hannover, Pavillon Thomas Gsella und Ella C. Werner mit M. Knepper
28.10.2021 Hamburg, Literaturhaus Gerhard Henschel
30.10.2021 Zürich, Friedhof Forum Thomas Gsella