Vom Fachmann für Kenner | Januar 2010


Ist so!

Liebe geht durch den Penis.

Lukas Münich

Bohnen, sortiert

In den 1980er Jahren mußte man als DDR-Student vor jedem Semester an Ernteeinsätzen teilnehmen. Ich erntete Bohnen, fuhr den Erntetraktor, ein Studentenkumpel saß mit den Mädels am Sortierband. Was aber macht der Student, wenn sich besagte Mädels allesamt als jugendliche Schreckschrauben erweisen? Er geht in die Dorfkneipe und säuft sich die Schrauben schön. Am nächsten Tag gab es dann immer Beulen am Traktor, mein Freund an der Sortiermaschine kämpfte ebenfalls mit dem Kater. Einmal wurde es ihm zuviel, der Restalkohol und das mit gleichmäßiger Geschwindigkeit unter seinen Augen vorübergleitende Gemüse gerieten zur verhängnisvollen Mischung: Er kotzte seinen Magen leer, mitten auf die Bohnen. Reglos und ohne jeglichen Protest guckten wir alle zu, denn man würde diese Bohnen sowieso nie wieder sehen: Sie waren nämlich für den Export in die BRD bestimmt. »Dem Klassenfeind schaden, wo man nur kann«, war unsere Devise.

Thomas Behlert

Humorlos

Seitdem sich dort possierliche Nager an pfefferkornhaltigem Weihnachtsschmuck mästen und danach merkwürdige Verdaugeräusche absondern, gehe ich zum Lachen in den Keller.

Michael Höfler

Gute Frage

Etwas unheimlich mutet es an, wenn der McDonald’s-Bedienstete mit offenkundig südländischem Migrationshintergrund auf die Frage »Können Sie mir noch so’n Getränkedings fürs Auto geben?« antwortet: »Wie heißt das auf deutsch?«

Christian Martin

Gewusst wie!

Es gibt nichts Lohnenderes als eine Lebenspartnerin mit schlechtem Gewissen.

Alexander Waldhelm

Radiomomente

Im Radio fällt häufig der Ausdruck »Megahit«. Ich verstehe im ersten Moment immer »Negerhit«. Im zweiten Moment bin ich ob meines Verhörers natürlich empört über mich selbst, bevor ich im dritten Moment meistens rehabilitiert werde, wenn sich beim Weiterhören herausstellt, daß ich, die Musik betreffend, mal wieder voll ins buchstäblich Schwarze getroffen habe.

Thorsten Mausehund

Was man niemals hören will

All die ausschweifenden Interpretationen des Beuys’schen Œuvres kamen mir stets zweifelhaft vor – und zu Recht: Seit ich die Packungsbeilage meines Grippemedikaments gelesen habe, weiß ich nämlich, was die wahre Inspiration zum Fettstuhl gewesen sein muß. Seitdem fürchte ich mich heimlich davor, daß eines Tages entsprechende musikalische Ergüsse von Beuys entdeckt werden könnten.

Moritz Lenhardt

The Dark Side Of The Nose

Das Licht vor dem Badezimmerspiegel kommt so einseitig, daß ich die Pickel, die ich auf meiner linken Nasenseite ausquetschen möchte, nie vernünftig sehen kann. Da ich links meist mehr Pickel habe, stellt sich die Frage: gedeihen sie links (d.h. im Dunkeln) besser oder überleben sie dort nur leichter?

Rolf Karez

To do

Als mir aus der Friedhofskapelle mal wieder der Bestattungsevergreen »Tears in heaven« zu Ohren kam, wurde mir bewußt, daß kein Lebensentwurf davor sicher ist, mit einem unnötigen Claptonschen Gitarrensolo beendet zu werden. Deshalb: Rechtzeitig To-do-Liste für den Beerdigungs-Soundtrack erstellen!

Marcel Pfeiffer

Internet fressen Handy auf

Mit meinem lieben Freund Björn H. kommuniziere ich in jüngster Zeit vor allem über Facebook. Kürzlich lud ich ihn per SMS zum nachmittäglichen Bierkonsum ein. Prompt schrieb er zurück, und ich las auf meinem Handy-Display: »Björn H. gefällt das.«

Moses Wolff

Zu speziell?

Gerade zur Weihnachtszeit kann es dem Choristen passieren, daß er, unter der Qual, immer die gleichen Stücke darbieten zu müssen, den Wunsch nach Renitenz verspürt. Dabei geht Aufbegehren ganz leicht: Wer Praxis im Obertongesang hat, singt, wenn auf langen Akkord in Moll der Grundton kommen soll, einfach gleichzeitig die große Dezime mit.

Wolfgang Beck

Fehlinterpretation

Wenn sich der achtjährige Erstgeborene den Kopf im Treppengeländer einklemmt und man in einem Internetforum den Tip findet, das Kind mit Gleitcreme zu befreien – und wenn man dann den sechsjährigen Zweitgeborenen losschickt, in der Apotheke diese Gleitcreme zu besorgen und der dann mit Polizei und einem aufgebrachten Lynchmob wieder nach Hause kommt – dann gibt es erst mal eine Menge Aufklärungsbedarf.

Björn Högsdal

Sleepy Hollow

Das Leben wirkt wie ein Tim Burton-Film, wenn man es in seinen Uniseminaren fast ausschließlich mit Zwangsgestörten zu tun hat, beim Pausengang auf die Toilette zerzauste Obdachlose beim Morgensport auffindet und die gesamte Welt, durch noch schläfrige Augen betrachtet, wie mit somnambuler Weichzeichnung bedeckt zu sein scheint.

Gregor Baszak

Integration

Um Vorbehalte seitens der Eidgenossen abzubauen, empfehle ich den Schweizer Muslimen, sich fürderhin Müeslime zu nennen.

Matthias Gaebel

W-LAN

Mit angehaltenem Atem sah ich in der Kopenhagener Flughafenlounge von meinem Klapprechner auf. Doch das Bodenpersonal versah ungerührt weiter seinen Dienst, als wäre nichts gewesen. Auch auf dem Rollfeld schien noch immer alles reibungslos und störungsfrei zu verlaufen. Erleichtert atmete ich aus. An diese eine Schaltfläche in meinem Betriebssystem (OS X) werde ich mich nie gewöhnen: »Airport deaktivieren«.

Karlo Tobler

Zweier-WG

Die Punkte »Badezimmerputzen« und »Müllentsorgung«, die ich mit meinem neuen Mitbewohner (34 Jahre) verhandelte, blieben bis auf weiteres umstritten. Aber zumindest die Frage »Wer kocht?« ließ sich rasch beantworten, nachdem er, in den Topf mit den Pellkartoffeln blickend, gefragt hatte: »Ach, und wie groß werden die jetzt durch das heiße Wasser?«

Matthias Stangel

Die Oma aus Niederbayern

Nach einem Schlaganfall testete der Arzt das Gedächtnis meiner Großmutter mit Kärtchen, die mit Tiermotiven bedruckt waren. »Das ist ein Fuchs… Reh… Hase… Fasan« beantwortete meine Oma gelangweilt die Fragen, bis es ihr irgendwann entfuhr: »Was will der Depp eigentlich von mir? Ich hab’ die Jägerprüfung!«

Monika Stadler

Studientip

An der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel kann man Prüfungen auch mit der Benotung »Voll von Fehlern – übel!« bestehen.

Kaspar Schulte Ostermann

Im Supermarkt

Neulich im Supermarkt steht ein alter Mann etwas abseits der Schlange vor der Kasse, Einkäufe im Arm und offensichtlich nicht mehr auf der Suche nach weiteren Waren. Da ich mich nicht vordrängeln möchte, frage ich nach: »Entschuldigung, stehen Sie hier an?« »Nein«, entgegnet der alte Mann, »ich warte einfach, bis die Schlange weg ist.« Ich habe mich dann hinter ihn gestellt und mit ihm gewartet.

Jan-Niklas Jäger

Neues Denken!

Daß es nicht nur Schwarz und Weiß gibt, sondern unendlich viele Schattierungen dazwischen – könnte das mal jemand dem Toaster meiner Freundin sagen?

Mark-Stefan Tietze

Problemfamilie

Zack – mit der Faust voll aufs Ohr. Eine blitzschnelle Drehung, der Ellenbogen landet zielsicher auf dem Kehlkopf. Drohend erhebt sich im Dunkeln nun auch noch der Kopf – und stößt unbarmherzig in die Rippen. Wer seinen Familienurlaub mit einem unruhig schlafenden Zweijährigen ohne ein Extra-Kinderbettchen bucht, kann häusliche Gewalt einmal ganz anders erleben.

Wolf Kantelhardt

Stufen der Erkenntnis

Im Fahrstuhl vom Nachbarn ein wohlgemeintes Lichtlein aufgesteckt zu bekommen, kann nerven – zum Beispiel: Jede gelaufene Stufe verlängert das Leben um ganze fünf Sekunden! Kann ich nicht viel mit anfangen. Denn: Bei meinem Rauchverhalten bliebe die so gewonnene Zeit zur Gänze im Treppenhaus auf der Strecke.

Harald Wurst

Multiple Auslassung

Daß es am Pissoir etwas zu lesen gibt, ist nichts Neues, aber das Format multiple choice war bisher unbekannt: »Dieses Urinal funktioniert 1. ohne Chemie, 2. ohne Öl, 3. ohne Geruch, 4. ohne Wasser«. Die Aufgabe allerdings hat die Firma »Urimat« dem gezwungenermaßen Lernenden vergessen zu stellen. Müßte sie doch heißen: »Welche von diesen vier Behauptungen ist unwahr?«

Ulf Erdmann Ziegler

Kleine Muschelkunde

Muscheln sind die Leber der Meere. Man kann sie schön gebraten mit Zwiebeln essen, in einer Muschelknödelsuppe oder als Muschelwurst auf Brot mit Gürkchen. Guten Appetit!

Anna Leuschner

Heiteres Beruferaten

Von Menschen, die sich ohne ihr Wissen für längere Zeit im Umfeld eines besonders brutalen Gewaltverbrechers, z.B. eines Frauenserienmörders, aufgehalten haben, erfährt man im Fernsehen hinterher stets, daß dieser »eigentlich ganz harmlos gewirkt habe«, keinesfalls wie ein gemeingefährlicher Irrer. Frauenserienmörder sind meine neuen Nachbarn also schon mal nicht.

Andrea Maisy

Entwarnung

Bin neulich beim Surfen in meinem Intranet (Gehirn) auch auf pornographische Inhalte gestoßen. Gott sei Dank nichts mit Kindern dabei.

Uwe Geishendorf

Balance

Wenn man einen Abend am Tresen im Kreise von zugedröhnten Profimusikern verbringt und mitbekommt, auf welchem Niveau die Jungs Witze reißen (»unsere neue Saxophonistin bläst geil«), dann kann einem die Welt schon einmal leicht gekippt erscheinen. Wenn man dann aber das nächste Mal neben zwei Cognac nippenden Gerüstbauern sitzt, von denen der eine plötzlich leise eine Melodie pfeift und der zweite sagt: »Ah, Schönberg!«, worauf der erste langsam nickt und »Hmm« macht, bevor beide verhalten zu prusten beginnen, dann ist das Gleichgewicht wieder hergestellt.

Karsten Wollny

Zum anthropologischen Diskurs

Was für phantasievolle Assoziationen ein bißchen Xenophobie und Ignoranz zeitigen können, erwies sich an meiner britischen Großmutter. Meine Eltern luden die Dame in den Frankfurter Zoo ein, und nachdem man sich allerlei Getier angesehen hatte, hielt man vor dem Affenkäfig inne. Kurz observierte meine Grandma die Gorillas, um dann festzustellen: »You can really see the black people in their faces!«

Marc Mancey

Heiliger Stuhl

»Das Wasser aus der Marienquelle unterhalb der Vatikanischen Gärten gilt ob seines hohen Kupfergehaltes als Ursache für die blutigen Schlieren im Stuhlgang des Papstes. Die blutgetränkten Fäkalien (lat. sanctus faex) werden traditionell durch Gefriertrocknung haltbar gemacht und in Rom als Reliquien verkauft.« Daß diese Information bei Wikipedia keine zehn Minuten stand, ist ein klarer Fall von Zensur. Karlsruhe, übernehmen Sie!

Holger Christoph

Kategorischer Imperativ für Anfänger

Immer wenn ich vor einem moralischen Dilemma stehe, frage ich mich einfach: »Was würde Pete Doherty in dieser Situation tun?«

Christoph Virchow

Ganz der Papa

Als Fan von Borussia Mönchengladbach freue ich mich auch Tage später noch über meinen sechsjährigen Sohn, der auf einem vorbeifahrenden Auto einen Werder Bremen-Aufkleber sieht: »Guck mal Papa, das Gladbach-Zeichen – nur in schwul!«

Christian Rocker

Keine Lösung

Nach wiederholtem Zoff mit meiner Freundin mußte ich feststellen, daß der ewige Streit um die Fernbedienung sich durch die Anschaffung einer zweiten nicht beilegen läßt.

Erich Klepptenberger

Haltet den Dieb!

Seitdem ihm vor etwa zwei Jahren ein ebenso dreister wie sprintstarker Dieb das Handy gestohlen hat, welches direkt vor ihm auf dem Tisch lag, ist mein Mann leicht paranoid. Sobald er das Haus verlassen hat, läßt er sein Eigentum nicht einmal für eine Sekunde aus den Augen. Vor diesem Hintergrund betrachtet, kann ich sein Verhalten natürlich gut verstehen. Aber bei den Winterreifen finde ich es dann doch ein wenig übertrieben.

Tanja Hötzle

Erkenntnis

Mir ist gerade aufgefallen, daß mein Fahrrad ein Cabrio ist.

Christian Widder

Hauptsache gesund!

Als ich eines Nachts inmitten einer Blutlache mit einem furchtbaren Stechen in der Brust erwachte, fühlte ich mich unmittelbar mit den ersten Anzeichen des körperlichen Verfalls konfrontiert. Die Diagnose konnte ich noch stellen, bevor der eilig verständigte Notarzt eintraf: Rotweinflasche umgekippt, BH-Bügel durchgebrochen.

Julia Mateus

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Den Vorwurf, beste »FAZ«,

Deine Wissenschaftsseiten seien zu trocken, teilen wir nicht. Aber nachdem am 19. Mai d.J. in der Rubrik »Forschung und Lehre« sowohl ein Michael Knoche als auch ein Marcel Knöchelmann als Autoren auftraten, wollen wir Dir vorschlagen, die Seite doch besser in »Morsche Lehre« umzubenennen.

Deine Osteopathinnen von Titanic

 Da, Robert Habeck,

haben Sie in Ihrer eigenen Partei ja Irritationen ausgelöst, als Sie im Deutschlandfunk mit Ihrer bekannt schmeichelnd-weichen Stimme erklärten, Sie wären bereit, im Falle einer grünen Regierungsbeteiligung »mit einem nuklearen Erstschlag dem kleinen Putinfucker die Scheiße aus dem Leib zu bomben« – ̕Tschuldigung, das haben Sie so natürlich nicht gesagt, sondern sich lediglich für die Lieferung von deutschen Defensivwaffen an die Ukraine ausgesprochen. Und das ist natürlich etwas ganz anderes.

Mit deeskalierenden Grüßen Titanic

 Sie, Prinz Harry, Duke of Sussex,

Sie, Prinz Harry, Duke of Sussex,

pflegen in letzter Zeit einen offenen Umgang mit Ihrer royalen Vergangenheit. Und was Sie da berichten, stimmt traurig. Zu Beginn Ihrer Beziehung mit Meghan Markle versuchten Sie, die neue Liaison vor der Presse geheim zu halten. So gingen Sie zum Beispiel getrennt in den Supermarkt. »Wir haben uns dann Handynachrichten von einem Gang zum anderen geschrieben«, erklärten Sie. »Die Leute schauten mich komisch an, manche sagten: ›Hi!‹ Ich schrieb Meghan währenddessen: ›Ist das das richtige Backpapier?‹«

Das ist wirklich erschütternd! Sie wissen nicht, welches Backpapier Sie kaufen sollen?! Herrgott, Harry, Backpapier halt, was kann man da schon groß falsch machen!

Na ja, Sie hatten es ganz offensichtlich wirklich nicht leicht.

Vor dem Backen die Folie von der Tiefkühlpizza entfernen, rät: Titanic

 Glück gehabt, Ravensburger,

dass Du den Haare schneidenden Leseforceur Schrägstrich »Vorlesefriseur« Danny Beuerbach nur zum »Vorlese-Ambassador« befördert hast, denn »Bookreading-Botschafter« hätte am Ende ja niemand verstanden, schon gar nicht die Langhaar-Fraktion bei Titanic

 Frank Überall, Chef des Deutschen Journalisten-Verbandes!

Im Zeit-Streitgespräch mit Ria Schröder (FDP) verteidigen Sie die Rundfunkgebühren unter anderem mit dem kulturellen Auftrag der Öffentlich-Rechtlichen: »Ich jedenfalls würde mir nicht anmaßen, zu sagen, dass der Fernsehgarten oder die Helene Fischer Show keine Kultur vermitteln. Es gibt für Musikerinnen und Musiker immer weniger Möglichkeiten, live aufzutreten, und es gehört aus meiner Sicht auch zum kulturellen Auftrag der Sender, das zu ermöglichen.«

Das war uns, zugegeben, gar nicht klar, dass eine aufstrebende Künstlerin wie diese Helene Fischer ohne eigene Sendung im Hauptprogramm keine Auftrittsgelegenheiten hätte. Ein Glück, dass das ZDF ihr eine Bühne bietet! Da hätten wir übrigens einen Geheimtipp: Es gibt eine junge Rockband aus Irland, die heißt »U2«. Vielleicht können Sie die auch mal »live« auftreten lassen, auf einer Newcomer-Stage im Fernsehgarten?

Wäre begeistert: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Fatale Erkenntnis

Man sollte abchecken, ob wirklich alle fünf Teile von »In 5 Videos rauchfrei« bei Youtube verfügbar sind, bevor man nach dem ersten Teil, wo der moderierende Typ noch so übertrieben süffisant und vehement die Vorteile des Rauchen anpreist, mehr denn je Bock auf eine verdammte Kippe hat.

Paula Irmschler

 Sie werden so schnell erwachsen

Halb besorgt, halb melancholisch eröffnete mir ein Freund, dass seine Tochter langsam beginne, sich für Jungs zu interessieren. »Hier«, seufzte er und zog ein Freundschaftsbuch aus seiner Aktentasche, »das hat sie neulich einer Klassenkameradin anvertraut. ›Ich schwärme für: Ferdinand aus der Fünften‹. Sie ist doch erst zehn!«

»Zeig mal her«, sagte ich. »Aha! Du hast dich verlesen. Da steht ›Ferdinand aus der Fünten‹ – der SS-Hauptsturmführer, der wegen seiner Kriegsverbrechen in den Niederlanden zum Tode verurteilt wurde!« – »Was?! Das ist ja noch schlimmer …« – »Ach, das ist bestimmt nur eine Phase. Mädchen in dem Alter fühlen sich nun mal von Nazis, die in den besetzten Nachbarländern gewütet haben, angezogen.« Mein Freund kratzte sich bedächtig am Kopf. »Das erklärt auch, warum sie sich zum Geburtstag ›Barbie-Puppen‹ gewünscht hat.«

Torsten Gaitzsch

 Glaubensfrage

Nachdem ich zum wiederholten Male vor Gericht gescheitert bin, verliere ich so langsam den Glauben an den Rechtsstreit.

Uwe Geishendorf

 Das Einmaleins der Tierdoku-Filmuntermalung

Das Flusspferd ist ein dickes Tier. Dazu passt am besten Tuba mit behäbig hüpfender Dur-Melodie.

Miriam Wurster

 Welche ICD-Nr. ist das?

Mir ist aufgefallen, dass ich nicht nur Fahrzeuge verschiedenster Marken nicht voneinander unterscheiden kann, sondern auch die Autoanalogie, die viele für die Erklärung komplizierterer Sachverhalte nutzen, für mich meistens schwerer verständlich ist als der Sachverhalt selbst. Ich bezeichne mich deswegen als Auto-Autistin.

Tina Manske

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
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Das schreiben die anderen

  • 22.07.:

    In der Taz nimmt Stefan Gärtner Abschied von Mitte.

  • 16.07.:

    Moritz Hürtgen schreibt in der Taz über Entpolitisierung durch Hypnose.

  • 02.07.:

    Die Volksstimme fasst zusammen, was ein TITANIC-Titel in Michael Wendlers Kopf auslöste.

  • 30.06.:

    Im Spiegel-Interview (hinter der Bezahlschranke) lobt Otto Waalkes die TITANIC.

  • 29.06.:

    Zum 15. Todestag Robert Gernhardts widmet NDR Kultur dem TITANIC-Mitbegründer ein Audio-Feature.

Titanic unterwegs
30.07.2021 Potsdam, Freiland Thomas Gsella
31.07.2021 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella und Pit Knorr
01.08.2021 Frankfurt, Jahrhunderthalle Sommerwiese Das große TITANIC-Sommerfest
01.08.2021 Berlin, Museum für Kommunikation Katharina Greve: »Antisemitismus für Anfänger«