Vom Fachmann für Kenner | Mai 2007


Monitorgedanken

Legt man sich mittels eines Kumpelkumpels, der einigermaßen verstrickt ist in Halbwelt- und Junkieangelegenheiten, einen schicken PC-Flachbildschirm zu und freut sich ob des Schnäppchens kolossal, ist es angebracht, beim Besuch des Rathauses zwecks Verlängerung des Anwohnerparkausweises nicht in Fachsimpeleien à la »Sind Sie auch so zufrieden mit dem Monitor?« auszubrechen, sondern angesichts des identischen und übrigens seltenen Fabrikats in Demut zu schweigen und sich Gedanken über das soziale Umfeld der Rathausangestellten zu machen. Letzteres aber nur ganz kurz.

Veronika Bronski

Young Miss

ichts gegen stämmige Mittdreißiger, die sich als Transsexuelle aufbrezeln. Aber wenn sie anfangen, sich im Zugabteil mit Inbrunst der Lektüre von Petra und Young Miss zu widmen, tut es mir leid – Rübe ab.

Stephanie Rürup

Nach der Party

Als ich morgens in die Küche torkelte und sah, daß in der Flasche Ouzo noch ein kleines Schlückchen drin war, konnte ich mit dem Begriff Restalkohol endlich was anfangen.

Uwe Becker

Bastler gesucht

Nachts kann ich nicht einschlafen, weil mein Freund laut schnarchend neben mir liegt. Morgens wache ich nicht auf, da jedes Weckerklingeln von meinem Unterbewußtsein neutralisiert wird. Ich sehe nur einen Ausweg: Wer baut mir einen Wecker, der nicht klingelt, sondern schnarcht?

Katharina Greve

Elternliebe

Es ist kein geringer Schock, in mittlerem Alter von den Eltern via Anrufbeantworter offenbart zu bekommen, daß man als Säugling adoptiert wurde. Das Ende der Welt droht mit der Vorstellung, daß Mama und Papa nicht das sein sollen, was man all die vielen Jahre in ihnen sah. Noch größer ist jedoch der Schrecken über das Wesen seiner Alten, wenn man beim umgehenden Rückruf erfährt, man habe sich lediglich einen kleinen Scherz erlaubt, um beim wochenlang abgängigen Sohn verschüttete familiäre Gefühle zu wecken. Am Sonntag gibt’s Schweinebraten, sei pünktlich!

Volker Schwarz

Nach einer Dienstreise

Eine Woche lang vorzügliche Gespräche bei gutem Wein, ausgiebige Sektfrühstücke, die, allenfalls unterbrochen von Spaziergängen durch sonnenüberflutete Parkanlagen, wiederum in frohe Weinabende, Ausflüge zu brillanten Lesungen und spektakulären Konzerten mündeten, nicht zu sprechen von den Nächten; nach all diesem Trubel also wurde ich vom Intercity wieder in die Fußgängerzone jener Kleinstadt gespuckt, wo nur der einsame Punk in der Abenddämmerung stand, der mit seinem Kassettenrecorder bis in die umliegenden Seitenstraßen hinein alles beschallte. Eine dieser typischen rauhen Punkrockerstimmen grölte gerade die Worte »Freunde hab ich nie besessen« – treffender hätte mir die triste Realität nicht vor Augen geführt werden können, in der nun also auch ich wieder – vielleicht sollte ich ihn mal ansprechen.

Gregor Mothes

Schwere Entscheidung

Bei einer Demonstration besorgter Paderborner Bürger gegen eine in ihrem Einzugsgebiet geplante Müllverbrennungsanlage (MVA) lautete das schönste Plakat nicht etwas »MVA stinkt zu sehr« oder »Verbrennt das Zeug doch bei anderen«, sondern schlicht: »ICH WILL NICHT STERBEN!« Die Profiteure der Müllverbrennungsanlage stehen nun vor der fast unlösbaren Aufgabe zu entscheiden, ob eine Gegendemo besser unter dem Motto »Ich will auf jeden Fall sterben!« oder doch eher »Ich will aber, daß du stirbst!« stehen sollte.

Christoph Horst

Weitersagen

Wenn einen Mann und Kinder zum Geburtstag überraschen wollen, sollten sie ruhig laut rufen, man könne jetzt reinkommen, jedoch gegebenenfalls hinzufügen, daß das Geschenk in Reichweite der Tür stehe und leicht zerbrechlich sei.

Emily Wood

Clever

Eine ganz hervorragende Tarnung für eine VHS-Kassette mit einem Pornofilm darauf ist die Beschriftung »Phil Collins live«.

Ralph Tempel

Ein bißchen Freier

»Sex ohne Küssen! Das ist fast wie mit einer Prostituierten!« erzählte mir mein Freund Holgi begeistert. Seit Katrin Herpes habe, sei wieder richtig Pfiff in der Beziehung. Die letzten beiden Male habe er ihr danach sogar einen Fünfziger hingelegt.

Björn Högsdal

Wir haben die Ohren voll!

Auf der Straße spielen alle fünfzig Meter irgendwelche Straßenmusiker. Im Supermarkt läuft Supermarktmusik. Beim Friseur legt ein DJ auf. Den Zeitschriften liegen Gratis-CDs bei, und in Radio, Fernsehen und Internet werfen sie einem die Musik gleich megatonnenweise hinterher. Wenn ich die Musikindustrie wäre, ich kriegte auch die Krise.

Mark-Stefan Tietze

Linien

Ist nicht jede Linie, die nicht perfekt gerade ist, sondern mit leichtem Schwung sich krümmt, jede Kurve also ein Sinnbild für das Weiche und Geschmeidige, das wir in keiner anderen Erscheinungsform so sehr verehren und ersehnen wie im Körper der Geliebten, die wonnig auf zerknülltem Laken sich räkelt und ihre zarte nackte Haut den Kosungen des Sonnenlichts darbietet? So ist denn jede einzelne Biegung, jeder wogende Strich, jede Kontur nur ein Sinnbild für das Große und Wichtige, für Werden und Zeugen, für Gezeugtwerden und Empfangen! Jeder Wellenzug zeugt und empfängt die Schönheit, jeder Wolkensaum versinnbildlicht sublimste Ästhetik und Erotik! Nur die klassische Linie als solche: die Gerade – sie entbehrt jeden Zaubers, bei ihr passiert in gewisser Hinsicht überhaupt nichts, sie ist schlichtweg gerade und langweilig, geradezu abstoßend linear und ekelhaft ungekrümmt, eine bekackte scheißgerade Linie eben.

Theobald Fuchs

Studienfreuden

Wenn Sie nach der Lektüre von ungefähr 35 von hundertnochwas Kopien eines, sagen wir, Textes von Niklas Luhmann plötzlich ein seltsam blödsinniges, enthusiasmierendes Hochgefühl erleben, kann das natürlich auch an dem offenen Textmarker liegen, den Sie seit einer Dreiviertelstunde unter Ihrer Nase hin und her schwingen.

Tim Wolff

Das Prinzip Hoffnung

Erst an einem Vorfrühlingstag die ja nun wirklich sagenhaft volksverhetzende Bild-Schlagzeile lesen: »Um 1.50 Uhr schlich sie aus dem Gefängnis – SCHLIMMSTE TERRORISTIN FREI«; daran denken müssen, als ein paar Wochen später derselbe Diekmann (plus der wirklich unfaßbare Schmock Matussek) abendländisch aus einer katholisch-affirmativen ARD-Staatsfunkdoku zum Thema Ratzipapst herauslabert; sich, wo man schon mal beim Resignieren ist, an die jüngste öffentlich-rechtliche Spracherfindung erinnern: meines Wissens nach und, um das Maß für den Tag vollzumachen, aus dem mit Murks schon wieder längst vollgefüllten Koppe die letzthin geäußerte »Meinung« einer Bekannten einer Freundin eines Bekannten kramen, die die Wochenzeitung Freitag in die Hände gekriegt hatte und diese für, Zitat, »noch linker als die taz« hielt –

es mag an diesem einschlägigen Dauerfeuer liegen, daß mir um die von Greenpeace versprochene »apokalyptische Zukunft« nicht recht bange werden will.

Stefan Gärtner

Abgabeterminverlängerung

Wenn diese Babyklappen etwas größer wären, hätte man einfach mehr Zeit, sich zu entscheiden.

Sascha Dornhöfer

Versuch zum Dialog der Kulturen (1)

Der 17jährige Sohn eines Bekannten ist zu Besuch. Wir unterhalten uns. Das Telefon klingelt.

Er: Das Telefon klingelt.

Ich: Ja, stimmt.

Er: Willst du nicht rangehen?

Ich: Nein.

Er (entsetzt): Wie? Warum?

Ich: Weil ich gerade beschäftigt bin.

Er: Aber – wir reden doch nur.

Ich: Eben.

Er: Aber… (Panik steigt in seinen Augen auf) – das Telefon klingelt doch!

Ich (lauschend, kurze Pause): Jetzt nicht mehr.

Er starrt mich fassungslos an. Sein Blick irrt nervös umher. Vermutlich fürchtet er, daß ich ihn jetzt gleich in den Keller locken und dort aufessen werde. Die Stimmung entspannt sich auch im folgenden nicht mehr so recht. Dialog letztlich gescheitert.

Heiko Werning

Fürs Poesiealbum

Mach es wie die Politur

wisch die schmutz’gen Tische nur

Jörg Schedlinski

Der doppelt falsche Mann

Ein Kollege von mir durchstreift liebend gerne Antiquariate, besonders eins in Zürich, das sich nebenbei auch auf Büsten spezialisiert hat. Ein neu aufgetauchter auffälliger Kopf gleich bei der Eingangstür veranlaßte ihn, den ziemlich eigenbrötlerischen Inhaber darauf anzusprechen. Das sei ein Bildnis von Neville Chamberlain, beschied ihn dieser. Bei einem Streifzug einige Tage später stand zwar Chamberlain noch da, aber der Inhaber meinte zerknirscht, ein Fachmann habe die Büste überprüft. Es sei gar nicht Chamberlain. Der habe nämlich einen Schnauz gehabt. Noch schlimmer: Niemand wisse, wer das sein solle. Den Kopf könne er so kaum mehr verkaufen. Etwa einen Monat später kam besagter Kollege wieder in den Laden und fand eine ähnlich große, aber irgendwie anders aussehende Büste vor. Nach einigen spöttischen Bemerkungen des Mißtrauischen gab es der Inhaber kleinlaut zu: Er habe den falschen Chamberlain zu einem Bildhauer gebracht, der gipste einen Schnauz dran und meißelte »Thomas Mann« in den Sockel.

Ruedi Widmer

Beruhigend

Es heißt ja immer, Gott schließe keine Tür, ohne nicht auch ein Fenster zu öffnen. Gut für mich, denn nach meiner Exmatrikulation werde ich gewiß einige offene Fenster brauchen, um für meinen Lebensunterhalt sorgen zu können.

Christian Martin

Fuzzy-Logic

Als wir bei meiner Wohnung ankommen, fragt mich der Taxifahrer:

»Wär’s eigentlich über Dammtor schneller gewesen?«

»Keine Ahnung, ich glaube nicht.«

»Weil, ich fahre oft eine Dame von der City Süd in den Puff. Und die sagt immer, daß die Strecke über die Budapester Straße schneller sei.«

»Die muß es ja wissen!«

»Hahaha, ja, da haben Sie recht. Die muß es ja wissen!«

Marcel Vega

Bestseller?

Arbeitstitel für einen historischen Roman:

»Die ungleichen Brüder: Günther und Nebukad Netzer«.

Helge Möhn

Schwarzer Mann bitte melden!

Es hätte ein unbeschwerter Abendspaziergang werden können. Wäre ich nicht dem Schwarzen Mann begegnet. In einem dunklen Hauseingang hat er mir aufgelauert. Und mich mit einer Denksportaufgabe infiziert, an der ich heute noch laboriere.

Schwarzer Mann: »Haben Sie einen Euro?«

Ich: »Ich hab kein Geld!«

Schwarzer Mann: »Überhaupt keins?«

Ich: »Null!«

Schwarzer Mann: »Das nenn ich Pech! Mann ohne Geld bittet Mann ohne Geld um Geld. Aber wer weiß: Wenn wir uns das nächste Mal treffen, ist es vielleicht umgekehrt!«

Seitdem ertappe ich mich regelmäßig dabei, wie ich abends die dunklen Hauseingänge des Viertels inspiziere. Ich würde ihn gerne noch was fragen.

Hans Kantereit

Zwischenräumlichkeiten

Ich lasse mir seit mehr als einem Jahr die Haare wachsen. Nicht weil es so gut aussieht, sondern weil ich mir so die Zahnseide spare.

Thomas Heyen

In the Mix

Der von mir bei der Erstbenutzung als pfiffig und lustig empfundene Leucht- und Funkensprüheffekt meines neuen Mixers, des Moulinex Optiblend 2000, stellte sich leider nach ein paar Sekunden als Kurzschluß heraus.

Frank Scheller

Nicht persönlich

Meine Ex war immer sehr taktvoll, sogar noch am Schluß: »Das darfst du jetzt nicht persönlich nehmen, aber du bist in meinen Augen echt der allerletzte Mensch, versteh mich nicht falsch, aber du kotzt mich einfach nur an, ich mein, da soll jetzt kein falscher Zungenschlag reinkommen, doch so was Ekliges wie dich, das gibt’s – sei mir nicht böse – kein zweites Mal.«

Und klar, ich hab’s natürlich nicht persönlich genommen.

Christian Schroeder

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

Vermischtes

Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt