Vom Fachmann für Kenner | Dezember 2007


So fühlt sich das also an

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Domina. Und es wird auch das letzte Mal gewesen sein, denn selbst die »sanfte Anfängererziehung« war für mich schon viel zu hart. Ein Gutes hatte der Besuch aber doch: Ich kann jetzt endlich fundiert widersprechen, wenn meine Freunde wieder mal davon schwärmen, wie toll Analverkehr mit Frauen ist.

Fritz »Schwanzmädchen« Fischer

Autocholeriker

Ich bin Autocholeriker, was nicht bedeutet, daß ich fahre wie Martin Semmelrogge, sondern daß ich mich über niemanden mehr aufregen kann als über mich selbst. Neulich hab ich aus Versehen einen Blumentopf umgeschmissen. Sofort stieg in mir eine rasende Wut auf, ich hab den Blumentopf wieder hochgenommen, mit voller Wucht auf den Fußboden geschmissen und bin dann ein paar Minuten lang darauf herumgetrampelt, bis mein Zorn verraucht und die bemitleidenswerte Topfpflanze in einen Ficussalat mit Croutons aus Terracotta verwandelt war. Mein Therapeut sagt, es sei gut, seine Wut herauszulassen. Die Leute in der Sparkasse guckten trotzdem sehr seltsam.

Volker Surmann

Unverhofft

Heute morgen um 8 Uhr zeigte mir nach Stunden intensiven Alkoholgenusses mein Handy mit Kalenderfunktion den Eintrag 11:30 – 12:30 URLAUB.

Ich habe nicht schlecht gestaunt.

Harald Krischner

Ein spannendes Fußballspiel

Wir kamen, als der Torwart gerade seine Eröffnungsrede beendet hatte und der linke Verteidiger zu singen begann. Der rechte Verteidiger las Zeitung. In der Südkurve saßen wir inmitten einer Bande von Hooligans. Der Torwart der gegnerischen Mannschaft verkaufte schnell Würstchen und Hot Dogs. Ich nahm ein Würstchen und bestellte eine Cola, die aber erst noch eingeflogen werden mußte. Da begann der Anpfiff. »Foul!« schrie es plötzlich durchs ganze Stadion. Und tatsächlich: Der Schiri hatte dem Rechtsaußen ein Bein gestellt. Die Sanitäter holten ihn ab und stellten einen der ihren aufs Spielfeld. Es versprach ein spannendes Spiel zu werden. Eine Flugzeugflotte verfinsterte den Himmel. »Die bringen meine Cola!« dachte ich, und es stimmte. Das Spiel war jetzt in vollem Gange. Der Ball flog mal hierhin, mal dorthin, und es war eine regelrechte Freude, so etwas mit anzusehen. Der Kommentator, der zugleich der Stürmer war, wurde über Lautsprecher übertragen: »Ich gebe ab zu Ginger, Ginger schießt – Fehlschlag! Doppelte Kadrosse von Rüdiger! Heinzkurt, nimm an, verdammt! Und da das Abseits!« Das Abseits wurde von jungen Schauspielschülern gespenstisch dargestellt: rote Augen, funkelnd wie Fleischfliegen in der Sommerhitze. Ich sog an meiner Cola und wandte mich an meine Begleiterin: »Sylvia, was sagst du zu diesem hervorragenden Spiele? Nützt es dir?« Sie schmunzelte und biß in mein Würstchen. Mittagspause! Die Spieler verließen das Feld. Der Sanitäter hatte sich übrigens sehr wacker geschlagen. Er ging zum Trainer, der mit dem Publikum lachte, und sie tauschten Autogramme. Ende der Mittagspause! Grummelnd nahmen die Spieler ihre Plätze wieder ein, und das Spiel begann von vorne. Jeder Schuß, jede noch so kleine Bewegung wollte exakt noch einmal wiederholt werden. Die zweite Halbzeit stellt wohl die größten Anforderungen an den modernen Fußballspieler. Und höchste Konzentration ist auch vom Schiri verlangt. Die kleinste Abweichung wird mit der roten Karte bedacht. Ich rempelte Sylvia an: »Sylvia sag, ist das heute denn nicht ein herrlicher Tag? Das Werk ist vollbracht, man kann hier so herrlich entspannen! Das müssen wir öfter machen! Nicht stets nur Sex!« Sylvia schmunzelte nickend. Die Hooligans um uns herum nervten mit intellektuellem Gequatsche. Abstoß! Das Spiel war aus. Der Rechtsaußen hatte gewonnen. Gemeinsam mit Sylvia machte ich noch einen Spaziergang auf dem Feld, auf dem die Spieler sich schon zur Nachtruhe gebettet hatten. Der Mond funkelte wie tausend Sterne am Himmel, und wir küßten uns lange.

Markus Riexinger

Zur Metakritik der Kritischen Theorie

Adornos schwächstes und konformistischstes Werk – in dem er bis zu einer Anbiederung an eine ehemals große Supermarktkette sich herabläßt! – sind sicherlich die sogenannten Minimal Moralia.

Thea Unangst

Respekt

Da ich inmitten eines sogenannten High-Tech-Centers arbeite, wurde ich in der Kantine neulich Zeuge eines Gesprächs zweier Nanotechnologen.

Nanotechnologe 1: »Ich komme seit Wochen keinen Millimeter voran.«

Nanotechnologe 2: »Respekt!«

Theobald Fuchs

Projekte

Vor kurzem hörte ich einen jungen Mann aus der Werbebranche, der aber augenscheinlich nicht schwanger war, sagen: »Dieses Projekt, das ich gerade im Bauch habe, das braucht noch ein bißchen«, wobei er sich einen weiteren Bissen von seinem Riesenschnitzel absäbelte und in den Mund schob. Durchaus möglich, daß die Werber sogar ihre Verdauung als kreativen Prozeß begreifen, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, wie sich das mit dem Dogma der Teamarbeit vereinbaren läßt.

Tibor Rácskai

Kulturschock

Als mein Freund Matt aus Kanada das erste Mal in einer hiesigen Sauna war, staunte er zunächst nicht schlecht, daß man hier textilfrei schwitzt. Beim Betreten einer Saunakabine kurz nach dem Aufguß bemerkte er entsetzt, daß nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen Besucher sämtlich im Intimbereich rasiert waren – nur er nicht. Er konnte kein Deutsch, stand perplex da und hatte den Eindruck, daß die Leute ihm zuriefen: »Ungepflegter Kerl! Rasier dich gefälligst! Eine Unverschämtheit ist das! Noch nie was von Hygiene gehört, wie?« In Wirklichkeit riefen sie allerdings: »Es wird kalt! Die Tür! Mach die Tür zu!«

Moses Wolff

Zwei Fliegen, eine Klappe

Bedenkt man, welche Unsummen man heutzutage für einen schlichten Sarg aus Vollholz hinblättern muß, dann ist der von Manufactum zum Preis von knapp tausend Euro angebotene Besenschrank aus massiver Buche auch für später eine durchaus lohnende Anschaffung.

Marcel Vega

Wußten Sie eigentlich…

…daß freie Mitarbeiter von Lokalzeitungen arbeitsvertraglich verpflichtet sind, pro Satz mindestens einen Grammatik- oder Rechtschreibfehler zu machen und Namen grundsätzlich falsch zu schreiben?

…daß kritische, sorgfältig recherchierte und glänzend geschriebene Artikel oft nur auf Druck von Anzeigenkunden ins Blatt rutschen?

…daß große Schriftsteller meist nur verhinderte Zeitschriftenredakteure sind?

Ich schon. Publizistik-Studium!

Mark-Stefan Tietze

Auf Kolumbus’ Spuren

Eigentlich wollten wir ja zum Inder, sind aber dann doch in der Mexican Bar gelandet.

Charly Geisler

Winterzeit

Am 28.10. schlenderte ich morgens um drei Uhr durch mäßig erleuchtete, dunstige Großstadtstraßen nach Hause. Aus dem nebligen Dunkel schoß plötzlich über das Kopfsteinpflaster ein Radfahrer an mir vorbei. Er sah aus wie ein Kutscher aus einem Roman von Edgar Allen Poe: Zu einer dunkelgrauen, flatternden Pelerine trug er einen glänzenden Zylinder. Der gute Mann hatte anscheinend diese Zeitzurückstell-Nummer etwas übertrieben.

Katharina Greve

Top-Erkenntnis

Mit dem Rauchen aufzuhören ist wirklich leichter gesagt als Gitane.

Jan Schneider

Prosaisch

Die Tochter eines Bekannten hatte sich einen Freund erwählt, der den vielversprechenden Namen Roman trug. Ihre Beziehung wurde dann aber doch nur eine Kurzgeschichte.

Uwe Geishendorf

Jederzeit!

»Ich kann die Gestapo jedermann aufs beste empfehlen« – bekanntlich setzte Sigmund Freud diesen Satz 1938 auf ein Dokument, auf welchem er bei seiner Ausreise eben der Gestapo bestätigen mußte, von ihr nicht mißhandelt worden zu sein. Ist in diesem Sinne das »Klasse Ebayer, jederzeit wieder!« in unseren Auktionsprofilen nicht die gleichsam ins Überzeitliche gehobene permanente Emigration, in welche uns der postmoderne Kapitalismus unentwegt zwingt? Ja? Na dann: Alles super gelaufen, prima Epochenstruktur!

Leo Fischer

Wie wahr

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, daß »Schäuble« ein Anagramm von »Belausche« ist?

Thorsten Delbrouck

Ganz schlechte Karten

Immer wieder wird in Berichten betont, auf welch brutale Weise in Gefängnissen das Recht des Stärkeren herrscht, während ein spezieller Ehrenkodex noch einmal dafür Sorge trägt, beispielsweise Sexualstraftätern oder Schwarzfahrern ihre Zeit hinter Gittern so unerträglich wie möglich zu gestalten. Möchte man da die beiden amerikanischen Geschäftsleute beneiden, die kürzlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden und den schweren Jungs auf die unvermeidliche Frage nach dem Grund ihrer Anwesenheit nun nichts anderes mitteilen können als: »Wir sind Pornospammer«?

Gregor Mothes

In Sachen Promis

Lassen Sie sich nicht verunsichern: Es spricht für die eigene Fernsehkompetenz, wenn man beim »Perfekten Promi Dinner« nichts als die Zutaten kennt.

Thorsten Mausehund

Im Bikepark

Ein Freund, der sich den 40 nähert, begab sich jüngst in einen »Bikepark«, einen Hort des Fun- bzw. Extremsports, in dem Angstfreie bis Wahnsinnige, die eine ganz eigene Sprache sprechen, mit Fahrrädern durch die Luft segeln, mal Hände (»Suicide«), mal Füße (»No-footer«) vom Sportgerät nehmen oder auch im Rückwärtssalto (»Backflip«) über Schanzen (»Kicker«) fliegen, wahlweise mit der Hand Gegenstände touchieren (»Hand-plant«) oder mit dem Gesicht in der Erde landen (»Face-plant«).

Er nun, auch nicht gerade ängstlich, doch der Jugend motorisch unterlegen, rollt über ein Hindernis, was ihn bereits alle verfügbare Überwindung kostet, während ein Fünfzehnjähriger, hoch über ihm schwebend und dabei den Kopf nach ihm wendend (»Look-back«) ruft: »Da springt man, du Pimmel!« Wenigstens das klang dann wieder bekannt.

Florian Haymann

Weltspartag

In der U-Bahn nach St. Pauli. Zwei Damen, artgerecht gekleidet – kurzer Rock, Makeup und Wasser in den Beinen – besprechen, daß sie mal wieder zum »Genickologen« müssen.

Sagt die eine, daß Eddie oder Freddie jetzt immer mit dem Fahrrad zum Abkassieren fahre. Die andere: »Wieso? Is was mit seim Ferrari?« Die erste: »Nee, aber er hatte immer soviel Knöllchen, weil es keine Parkplätze gibt.« Nach kurzem Nachdenken fügt sie hinzu: »Ende Oktober ist ja auch wieder Weltspartag.«

Genau. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.

Fanny Müller

Diagnose

Ich bin nicht homophob, ich habe nur eine Lackhoseintoleranz.

Dragan Milakovic

Selbstkasteiung

Kürzlich hat es mich für ein paar Tage ins Kloster verschlagen. Beim morgendlichen Stundengebet in der Klosterkirche bin ich mit großer Neugier in mich gegangen, und siehe da, ich konnte eine völlig neue Seite an mir entdecken. All die Jahre zuvor hatte ich dieses Problem regelrecht verschlafen, nun aber spürte ich es ganz deutlich: Heißhunger zwischen fünf und sechs Uhr morgens.

Andreas Volz

Augen auf beim Wodka-Kauf

Ausdrücklich warnen möchte ich vor dem Kauf von Wodka der Marke »Potemkin«. Die Flaschen sehen zwar toll aus, sind aber leer.

Dirk Warnke

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Wirtschaftsjournalist Philipp Krohn!

Es sei, dozieren Sie in einem FAZ-Kommentar, »von Vorteil, wenn der Wähler in einer Wahl ein breites Angebot hat. Stehen alle Parteien für dieselben Ideen, fehlt der Wettbewerb, sie zu schärfen.«

Das ist hübsch neoliberal überlegt. Allerdings trifft genau das Gegenteil zu: Erst wenn alle Parteien für dasselbe wären, müssten sie ihre Ideen »schärfen«, um sich voneinander abzuheben. So reicht ein Blick aufs nächstbeste Plakat, um sie alle für unwählbar zu halten.

Eh konkurrenzlos: Titanic

 Universitätsstadt Göttingen,

Universitätsstadt Göttingen,

natürlich: Deine wissenschaftlichen Errungenschaften sind unbestritten, die Liste Deiner Nobelpreisträger ist lang. Planck und Gauß liegen auf Deinen Friedhöfen. Wir kennen die Geschichten. Aber mal ehrlich: So viel Aufmerksamkeit wie letztens, als der an einer Riesenschildkröte erstickte Wels im Kiessee entdeckt wurde, hast Du seit einer halben Ewigkeit nicht bekommen. Deshalb solltest Du die Umbenennung in »Welsstadt Göttingen« zumindest in Erwägung ziehen. Alles andere wäre doch ziemlich undankbar.

Meinen die Welsbürger von Titanic

 Scheidender Innenminister Seehofer!

Angesichts der trotz Pandemie gut besuchten Stadien während der Fußball-EM haben Sie die Uefa kritisiert und schlussfolgerten: »Ich habe da ein bisschen den Verdacht, dass es um Kommerz geht.« Am selben Tag lasen wir in einem Tweet Ihres Innenministeriums: »BM Seehofer hat vereinsrechtliche Ermittlungsmaßnahmen gegen die Rockergruppierung ›Bandidos MC Federation West Central‹ angeordnet. Es besteht der dringende Verdacht, dass Zweck und Tätigkeit des Vereins den Strafgesetzen zuwiderlaufen.«

Sind Sie angesichts dieser mutigen Verdächtigungen sicher, dass ein Mann mit Ihrem Scharfsinn sich aus der Politik zurückziehen sollte, Sherlock Horst?

Fragen die Verdachtsfälle von Titanic

 Ganz ruhig, Heckler & Koch,

denn unser erster Gedanke, als wir im Redaktionsnetzwerk Deutschland die Schlagzeile »Patentstreit um neues Sturmgewehr: Heckler & Koch zieht vor Gericht« lasen, war: Hoffentlich nicht besagtes Sturmgewehr! Vor allem, weil es im Text weiter hieß: »Die US-Firma Magpul und Heckler & Koch treffen sich … im Düsseldorfer Landgericht.«

Findet so was zum Schießen: das mit krachenden Pointen geladene Magazin Titanic

 Und dass Sie, Ernst Paul Dörfler,

meinen, ein Buch auf den Markt bringen zu müssen, das da betitelt ist »Aufs Land«, finden Sie das nicht, unter uns gesagt, ein wenig: platt?

Fragen die Städter von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Wir Kinder vom Bahnhof ZOB

Im Rahmen der Bundesinitiative für gleichwertige Lebensverhältnisse soll auch in Filmförderung in strukturschwachen Regionen investiert werden. Erstes Projekt: ein weiteres Remake des Klassikers »Wir Kinder vom Bahnhof Zoo«, das diesmal jedoch die Jugend-Drogenszene in ländlichen Gebieten thematisieren soll. Titel siehe oben.

Julia Mateus

 Logisch

Wie nennt man es, wenn die am häufigsten gestellten Fragen zu einem Sachverhalt an zentraler Stelle beantwortet sind? – Das Themengebiet wurde weitgehend FAQiert.

Tina Manske

 Hat der

eigene Zynismus schon eine pathologische Stufe erreicht, wenn man im Tagesschau-Corona-Liveblog erst die Meldung liest: »UN: Zahl der Hungernden ist in der Pandemie gestiegen«, dann direkt darunter: »Gastgewerbe leidet nach Lockdown unter Personalmangel« und als Reaktion auf beides denkt: »Kein Wunder«?

Andreas Braune

 G’schichtsstund’n

Ja mei, hört’s halt zu, ihr Hundskrüppel! D’ Junge Union wurd’ bereits 1947 gegründet, auch hier bei uns in Bayern. Die Sach’n ist aber die – des wissen heutzutag’ nur die wenigsten! –, dass die »JU« im Freistaat zwischenzeitlich einmal anders hieß, und zwar von Anfang der 60er bis in die frühen 70er Jahre. Als Franz Josef Strauß selig nämlich 1961 endlich zum Vorsitzenden der Christsozialen g’wählt war, nannten sich die jungen CSUler fortan nur noch »Franz Josef Boys«. Erst ein Jahrzehnt später wurde diese Umbenennung wieder z’rückg’nommen, nämlich aus diesen beiden Gründen: Erstens wollt’ man nicht in Verbindung g’setzt werden mit dem damals aufstrebenden Düsseldorfer Kunstverbrecher Joseph Beuys. Und zwoatens sahen sich d’ »Franz Josef Boys« durch die umstrittene Einführung des bayerischen Frauenwahlrechts im Jahr 1968 gezwungen, auch Weiber, also quasi »Girls« mitmachen zu lassen. So endete auch dieses rühmliche Kapitel bayerischer Geschichte, gell?

Moritz Hürtgen

 Geladen

Während eines nächtlichen Sommergewitters gerieten meine Freundin und ich unlängst in der Fensterfrage aneinander. Sie habe Angst vor Kugelblitzen, sagte sie, hätte es daher gerne geschlossen, ich hingegen, entgegnete ich, hätte zwar generell Verständnis für irrationale Ängste, aber doch nicht bei Treibhaustemperaturen im Zimmer. Nach einigem Hin und Her war sie dann schließlich doch von der Unsinnigkeit ihrer Angst überzeugt. Bei all der negativen Energie, die ich ausstrahlte, sagte sie, sei es schon sehr unwahrscheinlich, dass sich ein Blitz ausgerechnet in meiner Nähe entladen würde. Geht doch.

Fabian Lichter

Vermischtes

Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 22.07.:

    In der Taz nimmt Stefan Gärtner Abschied von Mitte.

  • 16.07.:

    Moritz Hürtgen schreibt in der Taz über Entpolitisierung durch Hypnose.

  • 02.07.:

    Die Volksstimme fasst zusammen, was ein TITANIC-Titel in Michael Wendlers Kopf auslöste.

  • 30.06.:

    Im Spiegel-Interview (hinter der Bezahlschranke) lobt Otto Waalkes die TITANIC.

  • 29.06.:

    Zum 15. Todestag Robert Gernhardts widmet NDR Kultur dem TITANIC-Mitbegründer ein Audio-Feature.

Titanic unterwegs
30.07.2021 Potsdam, Freiland Thomas Gsella
30.07.2021 Heilbronn, Literaturhaus Oliver Maria Schmitt
31.07.2021 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella und Pit Knorr
01.08.2021 Frankfurt, Jahrhunderthalle Sommerwiese Das große TITANIC-Sommerfest