Vom Fachmann für Kenner | Dezember 2007


So fühlt sich das also an

Vor ein paar Tagen war ich zum ersten Mal in meinem Leben bei einer Domina. Und es wird auch das letzte Mal gewesen sein, denn selbst die »sanfte Anfängererziehung« war für mich schon viel zu hart. Ein Gutes hatte der Besuch aber doch: Ich kann jetzt endlich fundiert widersprechen, wenn meine Freunde wieder mal davon schwärmen, wie toll Analverkehr mit Frauen ist.

Fritz »Schwanzmädchen« Fischer

Autocholeriker

Ich bin Autocholeriker, was nicht bedeutet, daß ich fahre wie Martin Semmelrogge, sondern daß ich mich über niemanden mehr aufregen kann als über mich selbst. Neulich hab ich aus Versehen einen Blumentopf umgeschmissen. Sofort stieg in mir eine rasende Wut auf, ich hab den Blumentopf wieder hochgenommen, mit voller Wucht auf den Fußboden geschmissen und bin dann ein paar Minuten lang darauf herumgetrampelt, bis mein Zorn verraucht und die bemitleidenswerte Topfpflanze in einen Ficussalat mit Croutons aus Terracotta verwandelt war. Mein Therapeut sagt, es sei gut, seine Wut herauszulassen. Die Leute in der Sparkasse guckten trotzdem sehr seltsam.

Volker Surmann

Unverhofft

Heute morgen um 8 Uhr zeigte mir nach Stunden intensiven Alkoholgenusses mein Handy mit Kalenderfunktion den Eintrag 11:30 – 12:30 URLAUB.

Ich habe nicht schlecht gestaunt.

Harald Krischner

Ein spannendes Fußballspiel

Wir kamen, als der Torwart gerade seine Eröffnungsrede beendet hatte und der linke Verteidiger zu singen begann. Der rechte Verteidiger las Zeitung. In der Südkurve saßen wir inmitten einer Bande von Hooligans. Der Torwart der gegnerischen Mannschaft verkaufte schnell Würstchen und Hot Dogs. Ich nahm ein Würstchen und bestellte eine Cola, die aber erst noch eingeflogen werden mußte. Da begann der Anpfiff. »Foul!« schrie es plötzlich durchs ganze Stadion. Und tatsächlich: Der Schiri hatte dem Rechtsaußen ein Bein gestellt. Die Sanitäter holten ihn ab und stellten einen der ihren aufs Spielfeld. Es versprach ein spannendes Spiel zu werden. Eine Flugzeugflotte verfinsterte den Himmel. »Die bringen meine Cola!« dachte ich, und es stimmte. Das Spiel war jetzt in vollem Gange. Der Ball flog mal hierhin, mal dorthin, und es war eine regelrechte Freude, so etwas mit anzusehen. Der Kommentator, der zugleich der Stürmer war, wurde über Lautsprecher übertragen: »Ich gebe ab zu Ginger, Ginger schießt – Fehlschlag! Doppelte Kadrosse von Rüdiger! Heinzkurt, nimm an, verdammt! Und da das Abseits!« Das Abseits wurde von jungen Schauspielschülern gespenstisch dargestellt: rote Augen, funkelnd wie Fleischfliegen in der Sommerhitze. Ich sog an meiner Cola und wandte mich an meine Begleiterin: »Sylvia, was sagst du zu diesem hervorragenden Spiele? Nützt es dir?« Sie schmunzelte und biß in mein Würstchen. Mittagspause! Die Spieler verließen das Feld. Der Sanitäter hatte sich übrigens sehr wacker geschlagen. Er ging zum Trainer, der mit dem Publikum lachte, und sie tauschten Autogramme. Ende der Mittagspause! Grummelnd nahmen die Spieler ihre Plätze wieder ein, und das Spiel begann von vorne. Jeder Schuß, jede noch so kleine Bewegung wollte exakt noch einmal wiederholt werden. Die zweite Halbzeit stellt wohl die größten Anforderungen an den modernen Fußballspieler. Und höchste Konzentration ist auch vom Schiri verlangt. Die kleinste Abweichung wird mit der roten Karte bedacht. Ich rempelte Sylvia an: »Sylvia sag, ist das heute denn nicht ein herrlicher Tag? Das Werk ist vollbracht, man kann hier so herrlich entspannen! Das müssen wir öfter machen! Nicht stets nur Sex!« Sylvia schmunzelte nickend. Die Hooligans um uns herum nervten mit intellektuellem Gequatsche. Abstoß! Das Spiel war aus. Der Rechtsaußen hatte gewonnen. Gemeinsam mit Sylvia machte ich noch einen Spaziergang auf dem Feld, auf dem die Spieler sich schon zur Nachtruhe gebettet hatten. Der Mond funkelte wie tausend Sterne am Himmel, und wir küßten uns lange.

Markus Riexinger

Zur Metakritik der Kritischen Theorie

Adornos schwächstes und konformistischstes Werk – in dem er bis zu einer Anbiederung an eine ehemals große Supermarktkette sich herabläßt! – sind sicherlich die sogenannten Minimal Moralia.

Thea Unangst

Respekt

Da ich inmitten eines sogenannten High-Tech-Centers arbeite, wurde ich in der Kantine neulich Zeuge eines Gesprächs zweier Nanotechnologen.

Nanotechnologe 1: »Ich komme seit Wochen keinen Millimeter voran.«

Nanotechnologe 2: »Respekt!«

Theobald Fuchs

Projekte

Vor kurzem hörte ich einen jungen Mann aus der Werbebranche, der aber augenscheinlich nicht schwanger war, sagen: »Dieses Projekt, das ich gerade im Bauch habe, das braucht noch ein bißchen«, wobei er sich einen weiteren Bissen von seinem Riesenschnitzel absäbelte und in den Mund schob. Durchaus möglich, daß die Werber sogar ihre Verdauung als kreativen Prozeß begreifen, obwohl ich mir nicht vorstellen kann, wie sich das mit dem Dogma der Teamarbeit vereinbaren läßt.

Tibor Rácskai

Kulturschock

Als mein Freund Matt aus Kanada das erste Mal in einer hiesigen Sauna war, staunte er zunächst nicht schlecht, daß man hier textilfrei schwitzt. Beim Betreten einer Saunakabine kurz nach dem Aufguß bemerkte er entsetzt, daß nicht nur die weiblichen, sondern auch die männlichen Besucher sämtlich im Intimbereich rasiert waren – nur er nicht. Er konnte kein Deutsch, stand perplex da und hatte den Eindruck, daß die Leute ihm zuriefen: »Ungepflegter Kerl! Rasier dich gefälligst! Eine Unverschämtheit ist das! Noch nie was von Hygiene gehört, wie?« In Wirklichkeit riefen sie allerdings: »Es wird kalt! Die Tür! Mach die Tür zu!«

Moses Wolff

Zwei Fliegen, eine Klappe

Bedenkt man, welche Unsummen man heutzutage für einen schlichten Sarg aus Vollholz hinblättern muß, dann ist der von Manufactum zum Preis von knapp tausend Euro angebotene Besenschrank aus massiver Buche auch für später eine durchaus lohnende Anschaffung.

Marcel Vega

Wußten Sie eigentlich…

…daß freie Mitarbeiter von Lokalzeitungen arbeitsvertraglich verpflichtet sind, pro Satz mindestens einen Grammatik- oder Rechtschreibfehler zu machen und Namen grundsätzlich falsch zu schreiben?

…daß kritische, sorgfältig recherchierte und glänzend geschriebene Artikel oft nur auf Druck von Anzeigenkunden ins Blatt rutschen?

…daß große Schriftsteller meist nur verhinderte Zeitschriftenredakteure sind?

Ich schon. Publizistik-Studium!

Mark-Stefan Tietze

Auf Kolumbus’ Spuren

Eigentlich wollten wir ja zum Inder, sind aber dann doch in der Mexican Bar gelandet.

Charly Geisler

Winterzeit

Am 28.10. schlenderte ich morgens um drei Uhr durch mäßig erleuchtete, dunstige Großstadtstraßen nach Hause. Aus dem nebligen Dunkel schoß plötzlich über das Kopfsteinpflaster ein Radfahrer an mir vorbei. Er sah aus wie ein Kutscher aus einem Roman von Edgar Allen Poe: Zu einer dunkelgrauen, flatternden Pelerine trug er einen glänzenden Zylinder. Der gute Mann hatte anscheinend diese Zeitzurückstell-Nummer etwas übertrieben.

Katharina Greve

Top-Erkenntnis

Mit dem Rauchen aufzuhören ist wirklich leichter gesagt als Gitane.

Jan Schneider

Prosaisch

Die Tochter eines Bekannten hatte sich einen Freund erwählt, der den vielversprechenden Namen Roman trug. Ihre Beziehung wurde dann aber doch nur eine Kurzgeschichte.

Uwe Geishendorf

Jederzeit!

»Ich kann die Gestapo jedermann aufs beste empfehlen« – bekanntlich setzte Sigmund Freud diesen Satz 1938 auf ein Dokument, auf welchem er bei seiner Ausreise eben der Gestapo bestätigen mußte, von ihr nicht mißhandelt worden zu sein. Ist in diesem Sinne das »Klasse Ebayer, jederzeit wieder!« in unseren Auktionsprofilen nicht die gleichsam ins Überzeitliche gehobene permanente Emigration, in welche uns der postmoderne Kapitalismus unentwegt zwingt? Ja? Na dann: Alles super gelaufen, prima Epochenstruktur!

Leo Fischer

Wie wahr

Ist eigentlich schon mal jemandem aufgefallen, daß »Schäuble« ein Anagramm von »Belausche« ist?

Thorsten Delbrouck

Ganz schlechte Karten

Immer wieder wird in Berichten betont, auf welch brutale Weise in Gefängnissen das Recht des Stärkeren herrscht, während ein spezieller Ehrenkodex noch einmal dafür Sorge trägt, beispielsweise Sexualstraftätern oder Schwarzfahrern ihre Zeit hinter Gittern so unerträglich wie möglich zu gestalten. Möchte man da die beiden amerikanischen Geschäftsleute beneiden, die kürzlich zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt wurden und den schweren Jungs auf die unvermeidliche Frage nach dem Grund ihrer Anwesenheit nun nichts anderes mitteilen können als: »Wir sind Pornospammer«?

Gregor Mothes

In Sachen Promis

Lassen Sie sich nicht verunsichern: Es spricht für die eigene Fernsehkompetenz, wenn man beim »Perfekten Promi Dinner« nichts als die Zutaten kennt.

Thorsten Mausehund

Im Bikepark

Ein Freund, der sich den 40 nähert, begab sich jüngst in einen »Bikepark«, einen Hort des Fun- bzw. Extremsports, in dem Angstfreie bis Wahnsinnige, die eine ganz eigene Sprache sprechen, mit Fahrrädern durch die Luft segeln, mal Hände (»Suicide«), mal Füße (»No-footer«) vom Sportgerät nehmen oder auch im Rückwärtssalto (»Backflip«) über Schanzen (»Kicker«) fliegen, wahlweise mit der Hand Gegenstände touchieren (»Hand-plant«) oder mit dem Gesicht in der Erde landen (»Face-plant«).

Er nun, auch nicht gerade ängstlich, doch der Jugend motorisch unterlegen, rollt über ein Hindernis, was ihn bereits alle verfügbare Überwindung kostet, während ein Fünfzehnjähriger, hoch über ihm schwebend und dabei den Kopf nach ihm wendend (»Look-back«) ruft: »Da springt man, du Pimmel!« Wenigstens das klang dann wieder bekannt.

Florian Haymann

Weltspartag

In der U-Bahn nach St. Pauli. Zwei Damen, artgerecht gekleidet – kurzer Rock, Makeup und Wasser in den Beinen – besprechen, daß sie mal wieder zum »Genickologen« müssen.

Sagt die eine, daß Eddie oder Freddie jetzt immer mit dem Fahrrad zum Abkassieren fahre. Die andere: »Wieso? Is was mit seim Ferrari?« Die erste: »Nee, aber er hatte immer soviel Knöllchen, weil es keine Parkplätze gibt.« Nach kurzem Nachdenken fügt sie hinzu: »Ende Oktober ist ja auch wieder Weltspartag.«

Genau. Spare in der Zeit, so hast du in der Not.

Fanny Müller

Diagnose

Ich bin nicht homophob, ich habe nur eine Lackhoseintoleranz.

Dragan Milakovic

Selbstkasteiung

Kürzlich hat es mich für ein paar Tage ins Kloster verschlagen. Beim morgendlichen Stundengebet in der Klosterkirche bin ich mit großer Neugier in mich gegangen, und siehe da, ich konnte eine völlig neue Seite an mir entdecken. All die Jahre zuvor hatte ich dieses Problem regelrecht verschlafen, nun aber spürte ich es ganz deutlich: Heißhunger zwischen fünf und sechs Uhr morgens.

Andreas Volz

Augen auf beim Wodka-Kauf

Ausdrücklich warnen möchte ich vor dem Kauf von Wodka der Marke »Potemkin«. Die Flaschen sehen zwar toll aus, sind aber leer.

Dirk Warnke

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

Huhu, Wolfgang Kubicki, Bundestagsvizepräsident (FDP)!

In Ihrem Kampf gegen Kontaktverbote und für das Menschenrecht auf Infektion tönten Sie in der »Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung«: »Mittlerweile habe ich das Gefühl, einige Ministerpräsidenten gefallen sich in der Rolle, dass sie auftreten können wie Sonnenkönige, und den Eindruck vermitteln, die Gewährung von Freiheiten sei Gnadensache.«

Und das, Kubicki, sagten Sie gewiss auf die selbstherrlichste, herablassendste Art, die man sich nur denken kann, fuhren mit Ihren Fingern lächelnd durch die gepuderte Allongeperücke und ließen sich von Ihrer Mätresse ein paar Weintrauben in den Mund schieben – einfach weil Sie keine anderen Sonnenkönige neben sich dulden, nicht wahr?

Winkt zur Warnung mit der Guillotine: Titanic

 Scorpions-Fossil Klaus Meine!

Ihre Powerballade »Wind of Change« soll von der CIA geschrieben worden sein. Das behauptet zumindest der amerikanische Journalist Patrick Radden Keefe, der daraus gleich eine ganze achtteilige Podcast-Serie bastelte, in der Sie, Meine, in der letzten Folge selbst auftreten und alle Behauptungen verneinen.

Was für eine Zeitverschwendung, ist doch schon vorher klar gewesen: So manche schmutzige Geschichte hat die CIA sicherlich am Hals, aber für ein Verbrechen wie »Wind of Change« sind selbst die nicht skrupellos genug.

Pfeift auf Sie: Titanic

 Monika Maron!

Das war natürlich eine Menschenrechtsverletzung erster Güte, dass Sie im Zuge der Corona-Bekämpfungsverordnungen nicht mehr in Ihrem Landhaus im tiefsten Mecklenburg-Vorpommern bleiben durften. Klar, dass Sie das nicht einfach hinnehmen konnten und sich durch die Ausreiseverfügung »an die DDR erinnert« fühlten. Und wo Sie schon mal an die erinnert wurden, ist Ihnen als Tochter des ehemaligen DDR-Innenministers Karl Maron auch gleich noch eingefallen, wie man sich als Bonze dort eine Vorzugsbehandlung sichert: sich nämlich via Parteizeitung (»Bild«) direkt beim Innenminister (Caffier) beklagen, der diesem unhaltbaren Zustand dann trotz anderslautender Verordnung gleich Einhalt gebot.

So weit, so zwingend. Stutzig macht uns lediglich, warum Sie eigentlich so unbedingt in Ihrem Zonenhäuschen zu bleiben trachten, schrieben Sie doch im »Spiegel« einst: »Der Osten verursacht mir Ekel. Ich halte es für eine Krankheit und weiß nicht, wie man sie heilt. Die Krankheit nenne ich Zonophobie.« Ein Glück, scheint zwischenzeitlich ja erfolgreich therapiert.

Ihre Pillen hätte auch gern: Titanic

 Pflegeroboter!

Was müssen wir da im »Handelsblatt« lesen? »Corona könnte Tür für Roboter öffnen«. Aber ist nicht gerade der Punkt, dass Ihr angeblich so nützlichen Pflegeroboter Euch selbst die Tür zu Corona bzw. Corona-Patienten öffnen können solltet? Solange ein kleines Virus schweren Maschinen wie Euch noch den Weg frei machen muss, ist Eure Zeit wohl doch noch nicht gekommen!

Meinen mitleidlos wie Ihr: die Witzmaschinen von Titanic

 Kneipp GmbH!

»Der einfachste Weg zum Glück ist«, sofern wir Deiner Werbung glauben dürfen, »das Leben mit einem Augenzwinkern zu sehen« und also Aroma-Pflegeduschen namens »Sei frech, wild und wunderbar!« bzw. sogar »Sei frech, verrückt und glücklich!« zu kaufen.

Wunderbar glücklich wären wir aber erst beim Erwerb eines Pflegeprodukts mit der frech-wilden Bezeichnung »Sei nicht traurig, dass der Name dieser Aroma-Dusche so lang ist, dass wir ihn gar nicht vollständig auf die Aroma-Pflegeduschen-Verpackung dru«.

Zwinker, zwinker: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Deutsch, wie es singt und kracht

Wer Deutsch als Fremdsprache lernt, wird zunächst naiv annehmen, dass sich hinter einem Wort wie »Scheiblettenkäse« etwas unsagbar Absurdes, in der Muttersprache nur unter Zuhilfenahme sperrigster Umschreibungen Wiederzugebendes verbirgt, ähnlich gewissen japanischen oder isländischen Vokabeln, die zum Beispiel die mundwässernde Wirkung eines seit sechs Monaten im eigenen Sperma marinierten Walhodens bezeichnen. Um dann, mit wachsendem Sprachverständnis, zu begreifen, dass diese Ahnung nicht getrogen hat.

Jasper Nicolaisen

 Filmkunde

In Zeiten von Zoom-Konferenzen kann es nicht schaden, der Leserschaft ein wenig Nachhilfe in filmischen Fachtermini zu geben. Eine sogenannte Text-Bild-Schere zum Beispiel kann für einen visuellen Bruch und Komik sorgen. Während der Video-Sprechstunde mit meiner Internistin erzählte ich ihr zum Beispiel, dass ich seit vier Monaten nichts trinke, während sie auf eine Galerie leerer Weinflaschen hinter mir starrte. Wichtig ist auch, dass man sich bereits vor jeder Zoom-Konferenz im Klaren ist, auf welches Genre man hinaus will, sich dabei aber genug Raum offenlässt für spontane Änderungen. Meine Video-Sprechstunde hatte ich zum Beispiel eher als »Komödie« gepitcht (aktuelle Blutwerte), am Ende wurde dann aber ein ziemlich bombastischer High-Budget-Horrorstreifen daraus (Privatbehandlung).

Jürgen Marschal

 Zieleinlauf eines Dialogs

Kundin (alte Dame): »Das ist dann schon sehr anstrengend.«
Kassiererin (ältere Dame): »Nein, ich könnte das nicht!«
Kundin: »Aber es macht auch Spaß.«
Kassiererin: »Das ist die Hauptsache.«
»Ja.«
»Ja. 14,60 bitte.«

Worum auch immer es sich dreht, das Gespräch ergibt Sinn.

Theobald Fuchs

 Verwöhnt

Meinen Lebensstil muss man sich erst mal leisten können. Ich zum Beispiel konnte es noch nie.

Tanja Schmid

 Idee für 2021: Spargelernte per Silvesterrakete

Die jungen Feuerwerkskörper werden im April ins Spargelbeet gesät, wachsen dort bis zur erntereifen Rakete. Am 5. Mai heißt es dann: DER SPARGEL SCHIESST, und zwar uns unter großem Hallo und Funkenregen direkt in die Münder. Tradition (Spargel) trifft auf Tradition (Feuerwerk), bzw. »Volksspeisung mal anders«. Noch eine kleine Gegendemo (Querfront) dazu, einem Kind fliegt ein Spargel direkt ins Auge, im Folgejahr wird es Einschränkungen geben müssen, fertig ist DAS DEUTSCHE NEUJAHR.

Elias Hauck

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

     

  • 20.05.:

    Mark-Stefan Tietze schreibt in der Taz über die vielen Deutschen, die vor der Merkel-Diktatur ins Weltall fliehen.

     

  • 18.05.:

    Das Neue Deutschland rezensiert Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod", ein Interview dazu gibt es auf Deutschlandfunk Kultur.

     

  • 14.05.:

    Marlen Hobrack bespricht im "Freitag" Christian Y. Schmidts "Der Kleine Herr Tod".

  • 13.05.:

    RTL, die »Hessenschau« und die SZ berichten über die Aktion "Torona: TITANIC hilft der DFL".

Titanic unterwegs
15.06.2020 Frankfurt, Jahrhunderthalle Autokino TITANIC-BoyGroup (Sonneborn/Gsella/Schmitt)
16.06.2020 Wilhelmshaven, Stadtbücherei Gerhard Henschel
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.08.2020 Frankfurt/M., Museum für Komische Kunst F. W. Bernstein