Vom Fachmann für Kenner | Oktober 2006


a, b, b, d, e, e, e, e, e, e, h, i, i, l, m, n, r, t, u, w, z

Man kann nicht nur Ordnung und Sauberkeit schaffen in verschmutzten Zimmern, Häusern und Büros sowie in Gemälden, wie das dieser Künstler da gemacht hat - man kann sogar komplette schwurbelige Buchtitel von deutschen Nobelpreisträgern sehr bequem aufräumen und so für die nötige Frische und Klarsicht sorgen.

Raumpflegerin Hilde für titanic-magazin.de

Nasenbären

haben sehr empfindliche Riechorgane. Kaum schwitzt man mal ein bißchen unter den Armen, gucken sie einen aus ihren Käfigen gleich wieder vorwurfsvoll an. Sobald einem ein leises Lüftchen entfährt, rümpfen sie ihre langen Nasen und fangen an zu scharren und zu trompeten. Und wenn man es morgens mal wieder nicht unter die Dusche geschafft hat, gehen sie unter Umständen sogar wütend auf einen los – jedenfalls wenn man vergessen hat, die Käfigtür zu schließen. Diese Gefahr wird in der allgemeinen Duft- und Riechbegeisterung rund um »Das Parfum« aber völlig totgeschwiegen.

Mark-Stefan Tietze

Flugsicherheit

Auf meinem Flug in den Urlaub wurden auf dem Monitor die aktuellen Flugdaten wie Höhe, Geschwindigkeit und auch der Flugzeugtyp angezeigt, eine Boeing 737-800. Als ich nach einem kurzen Nickerchen wieder aufwachte, hatten sich zwar Höhe und Geschwindigkeit geändert, der Flugzeugtyp aber war der gleiche. Das fand ich sehr beruhigend.

Uwe Geishendorf

Dauerbrenner Partnersuche

Wer davon erwacht, daß ihm die Freundin die Hand leckt, und auf die verblüffte Frage, was das nun wieder solle, zur Antwort bekommt: »Ich wollte mal sehen, ob du mir später erzählst, dir habe im Traum ein Hund die Hand geleckt«, weiß, daß er einen guten Fang gemacht hat.

Marcel Vega

Vorsicht bei der Schönheitspflege

Das Gesicht einer Bekannten fiel neulich in sich zusammen und bröckelte schließlich ganz weg, nachdem sie beim Zupfen ihrer Gesichtsbehaarung eine tragende Wimper erwischt hatte.

Björn Högsdal

Bestattungsunternehmen

Rolf ist Bestatter. Manchmal helfe ich ihm, trage Särge, fahre Kränze, besorge Blumen.

Er drückte mir einen Zettel in die Hand: »Das muß noch auf die Schleifen vom Lilienkranz gedruckt werden. Such ’ne schlichte Schrift aus und sieh zu, daß der Text gut rüberkommt.« Das sind so Anweisungen. »Wir sind einen langen Lebensweg gemeinsam gegangen, lieber Hans, er war leider viel zu kurz. In Liebe Deine Paulina!« – das alles auf zwei Stoffbahnen, wie soll man da den Text »gut rüberkommen« lassen? Alles wird irgendwie schnell erledigt, wir tragen den Sarg in die Kapelle und drapieren die Kränze links und rechts. Rolf pusselt noch alle Bänder zurecht, und als wir uns setzen, verstehe ich plötzlich, was er gemeint hat. Das linke Band ist von überhängenden Lilien fast verdeckt, nur das rechte prangt weithin lesbar auf dem Kapellenboden: »er war leider viel zu kurz. In Liebe Deine Paulina!«

Oliver Welschar

Auch nicht so toll

Sonntag mittag Spezi an der Tankstelle kaufen und vom Kassierer gefragt werden: »Soll ich einen Notarzt holen?«

Dirk Warnke

Blockadepolitik

Daß alte Leute mit dem Tempo der heutigen Zeit nicht zurechtkommen und sich über die mickrige Rente ärgern, ist schon in Ordnung. Aber warum nicht wie früher am Fenster hängen und die Jugend bestaunen? Oder verzweifeln und sterben? Hat doch immer gut funktioniert. Statt dessen versuchen sie neuerdings, das Land lahmzulegen. Wo man sie antrifft, blockieren sie uns. Zum Beispiel in der Fußgängerzone, wo sie uns durch eine zugegebenermaßen ausgefeilte Technik wie zufällig ausbremsen. Oder im Schwimmbad: Dicke Omas schließen sich vorm Beckenrand zu einer massiven Formation zusammen, und schon ist an ein Vorwärtskommen nicht mehr zu denken. Einzelfälle? Nein! Überall wird unser Fortschritt sabotiert: beim Treppensteigen, im Straßenverkehr, an Supermarktkassen, in der U-Bahn. Mir bleibt allerdings nur noch wenig Zeit, ihr Vorhaben aufzudecken. Da ich um ihren perfiden Plan weiß, wollen sie mich nun assimilieren. Ich spüre schon, wie ich älter werde.

Andreas Schriewer

IKEA

An der Kasse gab es Schirme mit IKEA-Werbung für 9 Euro, die bei Regen nur die Hälfte kosten sollten. Da aber draußen die Sonne schien, fragte ich die Kassiererin, ob ich das Kissen »GOSA KRAMA«, das ich gerade aufs Band legte, nicht billiger bekommen könnte, weil ich so müde sei. Ergebnis: Kissen nicht billiger bekommen, aber tosender Applaus bis hoch ins Restaurant.

Uwe Becker

Proleten

Laut Marx haben die Proleten in einer kommunistischen Revolution nichts zu verlieren als ihre Ketten. Meint er damit diese vergoldeten Halsketten, die die immer tragen? Wenn dem so ist, würde ich allein aus ästhetischen Gründen mal sagen: Auf, auf zum Kampf!

David Sowka

Krawallenburg

Als ich jüngst in Stockholm weilte, ließ ich es mir freilich nicht nehmen, das »Stadthuset« zu besichtigen, in welchem das Stadtparlament tagt und jährlich die Nobelpreisverleihungen stattfinden. Zu den geführten Besichtigungen sammelten sich die Besucher je nach Sprache in verschiedenen Gruppen, und bei der deutschen Fremdenführerin fand sich außer mir nur noch ein Ehepaar  ein. Beim Durchschreiten der Räumlichkeiten kristallisierte sich das Paar immer mehr als Stimmungsmacher heraus, und es unterbrach den von mir als sehr interessant eingeschätzten Redefluß der Fremdenführerin ständig durch immer neue Albernheiten. Als wir nach einiger Zeit an der Büste eines Mäzens mit dem schönen Namen Krawallenburg vorbeikamen, regte sich in den grauen Zellen der Ehefrau der lange vernachlässigte Kulturteil, und sie jauchzte: »Krawallenburg?! Das ist doch von Schiller! Warum haben sie dem denn hier ein Denkmal gesetzt?«

Joachim Becker

Was es alles gibt

Neben mir im Bus sitzt ein Mädchen, vermutlich Erstkläßlerin. Ihr gegenüber nimmt eine ältere Dame Platz, die das Mädchen begrüßt: »Hallo Nadja! Na, wie war’s in der Schule?« – »Hm.« – »Wie geht’s der Mama? Ist sie immer noch im Krankenhaus?« – »Ja, die hat doch eine Gewehrmutter!« Die Frau senkt die Stimme: »Du meinst: ›eine Gebärmutter‹.« – Das Mädchen wird lauter: »Nein, nein, eine Gewehrmutter! Eine Gewehrmutter!« Das Wort bleibt mir den ganzen Tag im Kopf hängen. Wie so eine Gewehrmutter wohl aussieht?

Jochen Gerken

Verdacht

Auf der Autobahn nach Hannover überholte ich unlängst einen LKW der Firma »Seatrade«, dessen Heckklappe den Slogan »Täglich neue Bundesländer« trug. Mein Beifahrer murmelte, daß die, die wir 1990 bekommen haben, doch wohl reichten. Er meinte dies ironisch. Ich für meinen Teil aber werde hinsichtlich der zunehmenden Auslandseinsätze der Bundeswehr die Firma »Seatrade« im Auge behalten.

Markus Großkopf

Vorbildlich

Kölner Arcaden, mir läuft ein kleines Migrantenkind vor die Füße. Darauf die Mutter: »Bülent, laß die Deutschen in Ruhe!«

Na. Geht doch.

Christian Martin

Kollision

Was macht man, wenn man als vermutlich Psychologe ein Auto besitzt, auf dem aus Werbegründen auf der Wagenseite groß »www.konfliktmanagement.ch« geschrieben steht, man mit einem Motorradfahrer kollidiert und sich einer Diskussion stellen muß? Muß man da sachlich bleiben und Emotionen unterdrücken? Oder muß man sie, im Gegenteil, zulassen? Hemmt andererseits die Aufschrift auf dem Auto eventuell den Motorradfahrer? Fühlt er sich womöglich psychiatrisiert, wenn er sich ereifert? Jedenfalls wüßte ich gern, wie jene Diskussion ausging, an der ich kürzlich vorbeifuhr.

Ruedi Widmer

Heimwerkertip Nr. 132

(mit verstauchtem Arm geschrieben)
Wer beim Streichen des Schlafzimmers Zeit sparen will, kann, anstatt in den Keller zu rennen und die Leiter zu holen, auch einfach den Lattenrost verwenden. Danach nur noch die drei Liter verschütteter Farbe aus dem Teppichboden entfernen, zum Arzt fahren, die Hand röntgen lassen, neuen Lattenrost kaufen und sich herzhaft mit der Freundin streiten, fertig!

Thomas Winkler

Gewissensfrage

Was tun, wenn man nach durchzechter Nacht morgens im Badezimmer steht und nur Aronal und Elmex zur Auswahl hat – vielleicht mixen?

Andreas Behrends

Sicherer Nebenverdienst!

Sie sind mobil, flexibel und teamfreudig? Dann ist meine SERIÖSE GESCHÄFTSIDEE eher nichts für Sie. Allen jedoch, die es vorziehen, ihre Kohle zu Hause zu verdienen, ohne sich dabei ein Bein auszureißen, rate ich: Bringen Sie etwas Wasser zum Sieden und schütten Sie es sich über die Hände, bis die Haut Blasen wirft, fügen Sie sich an den Handflächen tiefe Schnittwunden zu, fordern Sie den Weltmeister im Fingerhakeln heraus oder wählen Sie eine andere Ihnen angenehme Art der Verstümmelung. Entscheidend ist, daß der Genesungsprozeß möglichst lange dauert, denn nur so können Sie über einen großen Zeitraum hinweg KLINISCH NACHWEISBAR aus Ihren HEILENDEN HÄNDEN Kapital schlagen, bis die Funken fliegen!

Tibor Rácskai

Wie schrecklich!

Nur mal angenommen, Robinson Crusoe hätte auf der Insel nicht nur einen Diener gefunden, sondern sukzessive immer mehr, die er wegen Faulheit dann einfach durchnumeriert hätte; und gleichfalls nur mal angenommen, die so Benannten seien aus Versehen doch allesamt Kannibalen gewesen: ob dann der unglückliche »Freitag, der dreizehnte« sich wg. Unglücksprophylaxe letzten Endes selber – aufgegessen hätte? Abergläubisch, wie er war?

Oder wenigstens gewesen wäre?

Thomas Gsella

Feierabend

Ich weiß nicht, wie es Ihnen ginge, aber nach zwölf Tagen Schicht im Altenpflegeheim treffen Werbespots für Telefonkontakte à la »eine Oma zum Liebhaben« nicht mehr so recht meinen Geschmack.

Gregor Mothes

Handwerkergespräch

(belauscht)
»Hm, was machsten da?«
»Na ja, ick weeß ooch nich jenau, wie det jeht! Du?«
»Nö!«
»Dann mach ick ma weiter.«
»Na, dann mach ma weiter!«

Frank Sorge

Wichtiger Unterschied

In Werbeagenturen geht es meistens so zu wie damals in der Schule: Man plappert zuviel, ist ständig unkonzentriert und schaut zur Ablenkung auch ganz gern mal irgendwelchen attraktiven Jungs auf den Hintern. Ein wichtiger Unterschied besteht natürlich darin, daß man in der Werbung für saudumme Sprüche weder Strafarbeit noch Eintrag bekommt. Sondern 4000 Euro brutto und einen Kreativpreis.

Thea Unangst

Problem

In meiner kleinen Speisekammer riecht es zunehmend muffig, regelrecht faulig. Zwar bin ich der Ursache noch nicht vollends auf den Grund gegangen, aber es scheint vor allem dann der Fall zu sein, wenn ich mich in der Kammer befinde.

Sascha Dornhöfer

Gesprächskultur

Je mehr Leute sich in meiner Gesellschaft befinden, desto schweigsamer werde ich. Sitzen fünf Personen am Tisch, spreche ich kein Wort. Bei vieren gebe ich im Notfall kurze Antworten, und bei dreien stelle ich sogar schon mal Fragen. Im Zweiergespräch suche ich durchaus auch Diskussionen und eigene Positionen, aber so richtig heftige Wortgefechte und Streitereien gibt es bei mir nur, wenn ich vollkommen alleine bin. Da müßtet ihr mal dabeisein!

Jürgen Marschal

Was wir brauchen

Meine Nachbarin, eine durchaus bodenständige Frau, verrichtet ihre Transporte mit dem Auto eines deutschen Herstellers, einem weißen Kombi, der nur von einigen schlanken Wellenlinien in Pastelltönen und einem – zugegeben – ziemlich rustikalen Anti-McDonald’s-Aufkleber geziert wird. Daß es sich bei den zart geschwungenen Linien um den Ausweis eines Sondermodells handelt, stellte ich fest, als ich die zusätzliche (ebenfalls zurückhaltend-verschämte) Beschriftung entdeckte. Beide Fahrzeugflanken verkünden in sanft-farbigen Buchstaben: »Ocean and air – we need the difference«. Auch die Nachbarin war von der Botschaft überrascht, gar zu unauffällig ist die Mahnung gehalten. Aber Einigkeit: Wo se recht ham, hamse recht.

Martin Quetsche

Klares Feindbild

Bionade mag ich eigentlich ganz gern. Aber Leute, die Bionade trinken, mag ich überhaupt nicht.

Nils Heinrich

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Roland Tichy, alter Einblicker!

Auch in zweiter Instanz haben Sie Ihre Klage gegen Claudia Roth verloren, die Ihnen zugeschrieben hatte, dass Ihr »Geschäftsmodell«, das in der Herausgabe des rechten Blogs »Tichys Einblick« besteht, »auf Hetze und Falschbehauptungen beruht«, was Sie als falsche Tatsachenbehauptung gewertet und untersagt wissen wollten.

Und ob Sie es glauben oder nicht, Tichy: Wir können Ihren Ärger verstehen. Wozu macht man sich schließlich die ganze Mühe? Weshalb wir also gegen Roths dreiste Ehrabschneiderei ein für alle Mal klarstellen wollen: Selbstverständlich beruht Ihr Geschäftsmodell nicht nur auf Hetze und Falschbehauptungen, sondern mindestens ebenso sehr auf Dummheit, Infamie, bewussten Lügen, Perfidie, Täuschung und nicht zu vergessen einem ordentlichen Schuss Narzissmus.

Mit ganz tiefem Einblick: Titanic

 Huhu, Frank Thelen!

Huhu, Frank Thelen!

Sie sind ein teiggesichtiger deutscher Unternehmer, Investor bei der strunzdummen Show »Höhle der Löwen« und außerdem noch Autor von Büchern, in denen ehrlich das Allerdämlichste steht, was man aus eh schon schwachsinnigen Wörtern wie »Mindset« im Jahr 2020 noch machen kann. Ihr neustes Schundwerk heißt »10xDNA«, und darin erklären Sie u.a., dass bald Flugtaxis durch unsere Städte sausen werden. Aber das wissen Sie ja alles selbst!

Warum wir Ihnen schreiben? Weil Sie der behämmerten Münchner »Abendzeitung« im Interview steckten, dass ein Start-up aus Ihrem »Portfolio« sich das »retronasale Riechen zunutze gemacht« habe und daher naturgemäß eine Flasche entwickeln musste, aus »der man pures Wasser trinkt und dennoch Geschmack über Geruch wahrnimmt«. Das habe es »bislang so noch nicht gegeben«.

Und hier möchten wir entschieden widersprechen! In unserer Gestaltungsabteilung sitzt nämlich ein Herr namens Thomas Hintner, und dieser hat das retronasale Riechen schon vor vielen Jahren so weit auf die Spitze getrieben, dass er herbes Pilsbier trinken kann – und dabei nichts als Wasser schmeckt. Dafür braucht er nicht mal Flaschen wie Sie! Und wenn Ihnen, Esel Thelen, dieser Brief zu frech ist, dann schickt Kollege Hintner Ihrem idiotischen Start-up eine Patentklage.

Gluck, gluck! Titanic

 »Spiegel«!

»Schwimmen im Freibad ist wie ein Besuch bei McDonald’s«, heißt es im Teaser einer Deiner Artikel. Weil man nie hundertprozentig weiß, ob nicht vielleicht irgendwo jemand reingespuckt hat, aber zumindest auf die Pommes immer Verlass ist?

Fragen Deine Freunde in Fett schwimmender Nahrungsmittel aus der Redaktion von Titanic

 Entlarvend, lieber Kapitalismus,

ist ausgerechnet die Arte-Doku »An den Ufern des Nil: Zwischen Assuan und Luxor«. Darin erklärt der Sprecher mit gewohnt sonorer Stimme: »Die losgesprengten Felsbrocken werden zum Nil geschleppt und auf Frachtkähne verladen. Eine Szene wie vor Jahrtausenden. Heute schultern keine Fronsklaven die zentnerschwere Last für die Tempel der Pharaonen. Die Männer arbeiten freiwillig und schuften für einen kargen Lohn.«

Einfach toll, was Du, Kapitalismus, in 4000 Jahren so geschafft hast. Nächste Revision dann in weiteren 4000 Jahren, vielleicht sogar zum Mindestlohn?

Glaubt aber eher nicht: Titanic

 Otto Schenk! Otto Schenk!

Als 91jähriges Urgestein der deutschsprachigen Theaterlandschaft plauderten Sie in der TV-Sendung »Willkommen Österreich« über Ihre Tierliebe im Allgemeinen und zu Papageien im Besonderen. Einem von Ihnen so genannten »Leihpapagei« wollen Sie den Satz »Heut red’ i nix« beigebracht haben. Und wie nebenbei konstatierten Sie: »Nicht sprechende Papageien sind für mich keine Papageien.«

Aber aber, Herr Schenk, gehen Sie doch nicht so hart ins Gericht mit unseren kunterbunt gefiederten Freunden. Selbst der beredteste aller Papageien ist von Zeit zu Zeit unpässlich oder schlecht aufgelegt oder womöglich im Alter taub geworden. Denken Sie bitte noch mal darüber nach!

Will ’nen Keks: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Genusspunkte

Dass Umlautzeichen appetitanregend wirken können, wird einem so richtig bewusst, wenn man beim Lesen einer Speisekarte zum ersten Mal mit »Raucherlachs« konfrontiert wird.

Julia Mateus

 Metaphysik

Wahre Physiker sterben nicht, es reorganisieren sich nur ihre Teilchen.

Jürgen Miedl

 Schlechter Werbeslogan

Mit Sagrotan läuft Sack rot an

Elias Hauck

 Ohne Worte

Man kann das Wesen eines Menschen ja in vielem erkennen. Zum Beispiel darin, wie er über seine Badezimmertürschwelle stolpert. Oder darin, wie er ein Glas Wasser fallen lässt. Vielleicht auch darin, wie er auf sein Bett springt und wie er sich abrollt, wenn er hinunterfällt. Aber was für ein Wesen hat einer, frage ich mich, der, wie mein neuer Nachbar, all dies im selben Moment tut?

Teja Fischer

 Revolte

Schon seit Jahrtausenden lassen sich die Bienen vom Menschen nach Strich und Faden ausbeuten und hinters Licht führen. Wilde Instinkte und Resistenz gegen Milben und Krankheiten wurden zugunsten von Zahmheit und ungesundem Fleiß weggezüchtet, hochwertiger Honig wurde immer wieder entwendet, im Tausch gegen billige Glukoselösung. Doch damit ist jetzt Schluss. Widerstand regt sich in den Bienenstöcken, zumindest bei meiner Nachbarin, deren Bienen dazu übergegangen sind, den Honig lieber gleich zu verputzen und die Waben mit dem lauen Zuckerwasser vollzupumpen.

Miriam Wurster

Vermischtes

Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EUR
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 07.07.:

    Hans Zippert schreibt in der FAZ über 80 Jahre Ringo Starr.

  • 03.07.:

    Das Online-Magazin Bookster unterhält sich mit Pit Knorr über sein Alter Ego "Opa Corona".

     

  • 23.06.:

    Stefan Gärtner schreibt in der "Jungen Welt" über den Film "Übers Reck", der Clemens Meyers Rede zu den ausgefallenen Ruhrfestspielen 2020 zeigt. 

  • 15.06.:

    Christian Y. Schmidt erinnert im "Neuen Deutschland" an den Verleger und Autor Jörg Schröder.

  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

Titanic unterwegs
15.07.2020 Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus Oliver Maria Schmitt, Michael Sowa u.a.
17.07.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella, Gartenlesung
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.07.2020 Leipzig, Werk 2 Martin Sonneborn