Briefe an die Leser | Januar 2023


Wir fühlen mit Ihnen, Heinrich Prinz Reuß!

Seit einem Jahr maulen die Medien, dass Deutschland von einem Zögerer und Zauderer regiert werde, und niemand unternimmt was! Da wollten Sie gleich Nägel mit Köpfen machen, und dann ist es auch nicht recht! Allein, dass Ihre Familie Sie als »verwirrten, alten Mann« bezeichnet, zeigt doch Ihre Prädestination für den deutschen Thron!

Nur ein Detail Ihres Umsturzplans leuchtet uns nicht ganz ein: Warum wollten Sie eine »neue deutsche Armee« aufbauen? Wie man an der tatkräftigen Unterstützung Ihres liebevoll geplanten Putsches durch das Kommando Spezialkräfte sieht, wartet die Bundeswehr doch nur darauf, endlich wieder von einem Mann der Tat geführt zu werden!

Tja, hat nicht sollen sein! Und jetzt verweigert man Ihnen womöglich auch noch die standesgemäße Hinrichtung! Bei der Sie so kamerawirksam hätten rufen können: »Es lebe das heilige Deutschland!« Ach, nicht mal der Staatsstreich ist mehr das, was er mal war!

Senkt betrübt das Haupt: Titanic

Softwareunternehmen monday.com!

Natürlich darfst Du auf Youtube Werbung schalten, wie Du willst. Aber hältst Du es wirklich für klug, uns Deine Clips direkt vor dem Boomtown-Rats-Klassiker »I don’t like Mondays« zu zeigen?

Wants to shoot the whole day down: Titanic

Untertänigsten Dank, Angela Merkel!

Im Interview mit dem Spiegel erklärten Sie: »Wir haben nach der Krimannexion alles versucht, um weitere Überfälle Russlands auf die Ukraine zu verhindern.« Lässt sich also sagen, dass Putin ohne Ihren Einsatz seinen Krieg höchstwahrscheinlich viel früher begonnen hätte?

Wenn dem so ist, haben Sie die momentane Wirtschaftskrise, in der die BRD steckt, um Jahre verzögert und für Staat und Bürger/innen Millionen gerettet! Wer will da noch meckern, weil die Ausstattung Ihres Büros etwas üppiger ausgefallen ist? Das haben Sie uns ja wohl doppelt und dreifach wieder reingeholt.

Werden Ihnen das nie vergessen: Ihre Wirtschaftsweisen auf der Titanic

Muss das sein, Kebabhäuser?

»Preis-Explosion beim Döner« (Tagesspiegel) – als würde man sich nicht schon genug einsauen beim Dönerverzehr!

Besucht Euch natürlich trotzdem: Titanic

Vielen Dank, Forscher/innen der University of Montana!

Ihr habt laut mdr.de mit Eurer Studie etwas bestätigt, das wir lange schon im Urin hatten, so wie auch die von Euch untersuchten Wölfe Parasiten in ihren Blutproben: »Mit Parasiten infizierte Wölfe werden eher Anführer des Rudels. Dies könnte daran liegen, dass der Erreger der Infektionskrankheit Toxoplasmose ihr Verhalten ändert.« Was für ein schöner Befund, denn wir haben von jeher geahnt, dass das Streben nach Macht und Führertum eine Krankheit ist.

Es grüßen die kerngesunden Anarchist/innen auf der Titanic

Bitte bedenke, »Tagesspiegel«,

dass nicht jeder, der Dich am Morgen liest, seine Auffassungsgabe schon mit Hilfe von Kaffee stimuliert hat. Und dann sind Überschriften wie diese einfach zu hoch: »Nicht einmal jeder Zwanzigste nutzt kein Internet.«

Nach dem ersten Kaffee und der Lektüre des Artikels wussten wir aber, was Du zu sagen versuchtest: 3,6 Prozent der Menschen in Deutschland verzichten aufs Internet. Deine Überschrift war also gleichermaßen verquer wie unpräzise, denn genau genommen heißt das ja: Noch nicht einmal jeder Fünfundzwanzigste nutzt kein Internet. Aber egal, denn den Text haben ja nicht allzu viele Menschen gelesen. Oder wie Du eine Auflage von knapp 100 000 in Worte fassen würdest: Nicht ganz jeder Deutsche nutzt keinen Tagesspiegel.

Gelegentlich schwer von Kapee: Deine Titanic

Sie, Claudia Cornelsen,

arbeiten als Kommunikationsberaterin und Ghostwriterin und haben im Deutschlandfunk Kultur behauptet: »Altgriechisch macht glücklich. Mega glücklich.« Sie hätten »in keinem Schulfach mehr übers Leben gelernt«. »Von Sokrates habe ich fragen gelernt, von Homer, dass Sprache Musik ist, und von Platon, dass Streitgespräche ein Fest sein können.« Aber mal unter uns morbiden Ghostwritern: Sind Sie sicher, dass es nicht bloß Selbstgespräche waren? Schließlich sind diese Leute doch alle längst tot!

Streitet sich auch am liebsten mit Verstorbenen: Titanic

Hut ab, Deutsche Bahn,

wie fürsorglich Du Dich um Fahrradfahrer/innen in Deinen Fernverkehrszügen kümmerst. Deine aufgemotzte Flotte des alten ICE 3 namens »neo« hat da wirklich einiges zu bieten. Seit Anfang Dezember cruist sie zwischen Frankfurt am Main und Köln, und wir staunen über die »zahlreichen Neuerungen für einen verbesserten Komfort«. Da ist die Rede von sagenhaften acht Fahrradstellplätzen für 439 Mitreisende (wenn man nur die Sitzplätze zählt), stolze 1,8 Prozent könnten also ihr Gefährt mitnehmen.

Endlich sind die elenden Zeiten vorbei, in denen wir uns um die wenigen Fahrradplätze kloppten, bei Reservierungen kryptische Fehlermeldungen erhielten und unser Rad schließlich klandestin auf der Bordtoilette durchs Land schmuggeln mussten!

Grüße von den wie immer pünktlich am Zielbahnhof eingetroffenen Radler/innen von Titanic

Könnte es, Fußballer Cristiano Ronaldo,

sein, dass Sie Ihre Selbstwahrnehmung noch ein bisschen trainieren müssen? In einem Fernsehinterview, das wohl endgültig zum Ende Ihres Herumlaufens für Manchester United führte, sagten Sie: »Ich bin eine Frucht, in die Leute beißen wollen.« Ganz sicher waren Sie sich erst nicht, welche Frucht Sie sein könnten, und wählten dann die Erdbeere.

Allerdings verrät schon der flüchtige Blick auf Sie, Ronaldo, dass Sie eindeutig ein Wesen aus Fleisch und Blut sind. Ihre jahrelange sportliche Ertüchtigung hat Sie dabei entschieden vom Erscheinungsbild der Erdbeere entfernt. Wenn Leute also tatsächlich in Sie beißen sollten, dürfte das ein faseriges bis sehniges Erlebnis werden. Die Sie Verzehrenden müssten so lange nagen, bis sie ganz erdbeerrot wären.

Es zückt also die blutrote Karte wegen eines voll versemmelten Serviervorschlags

Ihre Lebensmittelaufsicht von Titanic

Na so was, nicht näher bekannte 21jährige …

Sie bemerkten Ihre Schwangerschaft laut Bild »erst bei der Geburt«, und wir dachten uns: Na, immerhin nicht erst danach.

Glückliche Mutterschaft wünscht so oder so Titanic

Warum, Heroin Chic?

Du hättest Dir einen schönen Lebensabend machen können, aber nein, Du wolltest es anders! Und so sehen wir nun im Jahre 2022 das Comeback extrem ausgemergelter Körper, sich abzeichnender Knochen, blasser Haut und dunkler Augenringe. In den Neunzigern hast Du als Modetrend Erfolge gefeiert, hingst mit Kate Moss ab, danach gingst Du in Rente.

Doch auch bei Dir scheint der monatliche staatliche Rentenobulus nicht allzu hoch zu sein. Warum sonst bist Du jetzt wieder zurück? Aus Spaß an der Freude kann’s wohl nicht sein. Sonst würde irgendeines Deiner Models ja mal lachen. Oder hast Du die Millionen verprasst? Dich mit Telekom-Aktien verzockt? Dir eine Luxuszucht Zwergspitze zugelegt, die jetzt nicht mehr zu vermitteln ist? Heroin Chic, mach nicht denselben Fehler wie Thomas Gottschalk! Deine Zeit ist vorbei. Der kalorienfreie Drops gelutscht. Entspann Dich.

Empfehlen Dir Deine Hot-Stone-Masseur/innen von Titanic

Sind Sie sicher, Ulrike Malmendier?

Sie sind Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley, und die Neue unter den »Wirtschaftsweisen«. Auf die Interviewfrage »Wie pessimistisch sind Sie aktuell für die deutsche Wirtschaft?« sagten Sie: »Wir schlittern in eine Wirtschaftskrise, ja. Aber: Das muss keine tiefe Wirtschaftskrise werden. In der Hinsicht bin ich vielleicht optimistischer als andere. Was die Inflation betrifft, bin ich allerdings pessimistisch. Denn es gab schon vor dem Ukrainekrieg einen Inflationstrend nach oben.« Oha, Malmendier, einen Inflationstrend nach oben? Gibt’s den neuerdings auch nach unten?

Fragen sich

Ihre Sachverständigen von Titanic

Amen, Michael Schweiger!

Sie sind katholischer Pfarrer in Freiburg und informieren Ihre Herde in Ihrem Pfarrbrief so: »Wir haben dann folgendes entschieden: Die Kirchen werden im Winter auf die vom Erzbischöflichen Ordinariat empfohlene Temperatur von 10 Grad beheizt und an den Tagen, an denen kein Gottesdienst stattfindet, wird die Heizung heruntergefahren.« Wenn Sie auf die herbstliche Schur verzichten, mag’s hingehen. Sonst wird der eine oder die andere vermutlich Ihren Gottesdiensten fernbleiben. Prophezeit Ihnen: Titanic

Neue Leidenschaft, werte »Zeit«,

wolle Giorgia Meloni Italiens Politik einflößen, teaserst Du. Was genau sie damit aber meine, bemerkst Du augenfällig leidenschaftslos, werde nur »langsam klar«. Nun finden wir es immer gut, wenn im Journalismus Korrektheit und Vollständigkeit der Schnelligkeit vorgezogen werden.

Doch greift bei uns langsam eine gewisse Neugierde um sich. Was ist sie denn nun, die Leidenschaft der Giorgia Meloni, die sie verordnen will? Briefmarken sammeln? Donnerstags nach der Arbeit noch schnell, scusi, gemächlich mit dem Gatten in den Swingerclub? Tiefkühlpizza von Ristorante, aber als Slow-Cooking-Rezept im Thermomix? »Gib mir noch Zeit« von Blümchen? Slow Travelling nach Äthiopien?

Lass Dir mit der Antwort aber gerne Zeit,

meint Deine Titanic

Hey, Firma Bürger!

Du stellst Lebensmittel her, laut Deiner Homepage hauptsächlich schwäbische Maultaschen, und von denen rund 2,5 Millionen am Tag. In unserer Nachbarschaft hast Du jetzt Plakatwände mit Werbung für die veganen Versionen Deiner gefüllten Nudeln beklebt. Auf ihnen stand in Riesenschrift »VEGAN«, es waren zwei Packungen des Produkts abgebildet, und neben einem kleinen Smiley, vermutlich als Humor- oder Ironiesignal, stand in Großbuchstaben der Slogan »FÜR EINGEFLEISCHTE FANS«.

Aber bist Du Dir, Firma Bürger, tatsächlich sicher, dass dieses Wortspiel die Zielgruppe der Veganer/innen so ganz passgenau anspricht? Wir wären da skeptisch und rieten eher zu ein paar Halt’s-Maultaschen.

Natürlich augenzwinkernd.

Von Adel zu Bürger: Titanic

Genau, Fußballexperte Bastian Schweinsteiger,

wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer gegen Japan das 2:0 gemacht hätte, wäre das Spiel anders ausgegangen. Allerdings nicht nur vielleicht, wie Sie meinten, sondern ganz sicher.

Sind überzeugt:

Ihre Fußballkenner/innen von der Titanic

Frage, UN-Generalsekretär Antonio Guterres:

Wenn wir uns, wie Sie sagten, auf der »Autobahn in die Klimahölle« befinden: würden wir mit einem Tempolimit nicht wenigstens etwas später dort ankommen?

Ihre Sonntagsfahrer von Titanic

Igittigitt, »Kölner Stadt-Anzeiger«!

»Unbekannte sprengen Dixi-Klo in Pulheim«, titeltest Du und berichtetest weiter: »Die Polizei hat noch keine heiße Spur«. Wir vermuten ja, dass sich die unmittelbar betroffenen Anwohner/innen als mögliche Tatzeug/innen nicht taub gestellt haben, sondern nach diesem explosiven Ereignis tatsächlich Bohnen in den Ohren hatten.

Macht jetzt aber erst einmal Mittag (Mexikanischer Feuertopf): Titanic

Hallo, Andreas Scheuer!

Wir hatten schon beinahe vergessen, dass es Sie gibt – so eine Ampelkoalition hat halt auch ihre Vorteile –, da wurde uns dieser Aufschrei aus Ihrem Schnabel in die Twitter-Timeline gespült: »Hallo Justizminister! Hallo Innenministerin! Sperrt diese Klima-Kriminellen einfach weg! Die Täter müssen Konsequenzen spüren.« Und das ist ja selbst für einen Gurkenhals Ihrer Kragenweite ein starkes Stück: Die Innenministerin und den Justizminister über ein soziales Medium dazu auffordern, Aktivist/innen, die sich ein Flughafenrollfeld als Ort des Protests ausgesucht haben, ohne gerichtliches Verfahren »einfach« wegzusperren.

Das wäre ja, als würde man Ihrem Nachfolger im Bundesministerium für Digitales und Verkehr drunterkommentieren: »Hallo @wissing, kleb diesen Maut-Verbrecher und Möchtegern-Doktor endlich mit Epoxidharz auf die A9!« Wobei FDP-Wissing in punkto Klimaprotest mit Ihnen freilich auf einer Wellenlänge ist; insofern: schlechtes Beispiel.

Und was soll eigentlich dieses flapsige »Hallo«? Wie wenig staatsmännisch kann man sein, Scheuer-Andi? Sie hätten wohl auch die Formulierung »Hallo, Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!« für angemessen gehalten, was? Oder: »Hello Mr. Gorbachev, tear down this wall!« Wie klingt »Hallo, wollt Ihr den totalen Krieg?« für Sie?

Hätte von einer Figur wie Ihnen eher »Tri-Tra-Trullala« erwartet: Titanic

Achtung, Influencerin Tina Ruthe!

In einer Deiner vielen Insta-Storys fragtest Du, ob jemand akut ein Au-pair gebrauchen könne, da Du »DRINGEND« eines vermitteln wolltest. Es sei, so flötetest Du uns entgegen, »bereits in Deutschland« und habe »alle Impfungen«. Zunächst dachten wir, wir hätten uns verhört und es handele sich um einen Straßenhund aus Teneriffa. Im Laufe des Videos wurde uns jedoch klar, dass Du tatsächlich neben Beautyprodukten und Kinderbüchern auch Menschen verscherbelst.

Das solltest Du unserer Auffassung nach noch mal überdenken. Soweit wir wissen, ist Menschenhandel in Deutschland nämlich gar nicht legal, und dies kann auch nicht durch eine Werbekennzeichnung auf Instagram umgangen werden. Wir wünschen Dir aber trotzdem nur das Beste für die »Vermittlung« des Au-Pairs und hoffen, dass es in liebevolle Hände abgegeben wurde.

Deine Rechtsabteilung von Titanic

Tolle Idee, Henning Höne!

Sie sind Vorsitzender der FDP in NRW und fordern, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verkleinern. Unter anderem schwebt Ihnen vor, das ZDF zu privatisieren, regionale Programme in größere Sender einzugliedern und Radiowellen mit ähnlichem Musikprogramm zu fusionieren, um »unnötige Parallelangebote« zu vermeiden.

Einverstanden, Höne. Der Fairness halber würden wir allerdings vorschlagen, dass auch Parteien (FDP, Werteunion, AfD), die unnötige Parallelangebote wie dieses machen, fusioniert und gesundgeschrumpft werden.

Ihre Marktradikalen von Titanic

Du, Nachrichtenterrorist n-tv.de,

wundertest Dich in einer Meldung über einen versuchten Anschlag auf verschiedene ausländische Botschaften in Madrid: »Briefbomben in Spanien offenbar selbstgebastelt«.

Kaum zu glauben, diese spanischen Amateurterrorist/innen basteln ihre Briefbomben doch einfach eigenhändig zusammen! Aber verrat uns doch bitte: Wo bestellst Du die denn so, wenn Du mal welche brauchst?

Antwort gern, aber bitte nicht postalisch an Titanic

Mmmmh, Katrin Göring-Eckardt …

Bei Anne Will wiesen Sie in Sachen Klimawandel darauf hin, dass in einigen Jahrzehnten womöglich kein Kaffee mehr auf der Erde wachsen könnte. Und wer weiß: Vielleicht führt es ja endlich zu einem allgemeinen Umdenken, wenn man den Leuten droht, ihnen ihre alltägliche Kult-Bohnenbrühe wegzunehmen, ohne die sie nicht einen halben Tag überstünden und die sie so sehr lieben, dass sie ihre Wohnzimmer mit »Cappuccino«- und »Café au lait«-Wandtattoos zukleistern.

Make coffee, not war! Titanic

Na, na, na, kinderloser Stargeiger David Garrett!

»Babys zu machen ist einfach, aber die Schwierigkeiten beginnen dann«, steckten Sie jetzt der Bunten. Aber fangen in Ihrem Fall die Probleme nicht schon mit der Produktion an, weil Sie doch dabei, was ja so gar nicht Ihr Metier ist, erst einmal, hihi, orgeln müssten?

Zeugt auch mit über 40 noch ein Bumswitzchen nach dem nächsten: Titanic

Hä, wikipedia.org und statista.com?

Bei der Suche nach Frankreichs Millionenstädten helft Ihr unter »Ähnliche Fragen« mit »Welche Stadt hat am meisten Millionenstädte?« weiter. Und antwortet: »Tokyo, Delhi, Shanghai, São Paulo« und so weiter. Ähm, steckt Ihr eventuell mit der Suchmaschine musicroom.com unter einer Decke, die auf die Frage nach dem Song »Der Lack ist ab« zurückfragt: »Meintest du: Der Christbaum ist der schönste Baum?«?

Bittet um Antwort von Algorithmus zu Algorithmus: Titanic

Ähm, »RBB«,

aus Groß Köris in Brandenburg wusstest Du zu berichten, dass ein Geldautomat in einer Bankfiliale gesprengt worden sei. »Nach ersten Erkenntnissen haben die bisher unbekannten Täter dabei auch Geld erbeutet, teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes mit«, hieß es in Deinen Nachrichten. Und nun fragen wir Dich (und die Sprecherin des Landeskriminalamtes): Was sonst noch? Teile eines zerstörten Geldautomaten?

Rätselt: Titanic

Wenig schmeichelhaft, Rapper Casper,

findest Du die Zuschreibung, »Stimme einer Generation« zu sein. Das teiltest Du im »Ringbahnpodcast« vom Tagesspiegel mit. Da können wir Dir nur zustimmen. Es ist wirklich kein Kompliment, und zwar für keine Seite. Wir jedenfalls möchten nicht von einem 40jährigen Rapper in Teenagerklamotten repräsentiert werden, dessen lyrische Ausdünstungen nicht über »Der Sinn des Lebens ist Leben« oder »Ich tätowier’ mir deinen Namen übers Herz, damit jeder weiß, wo meins hingehört« hinausgehen.

Bleibt dann lieber beim Battlerap: Titanic

Sie, Markus Ferber (CSU),

sind Mitglied des Europäischen Parlaments und schreiben zum Wechsel der Blackrock-Managerin Elga Bartsch ins deutsche Wirtschaftsministerium: »Die Grünen sind sonst immer die ersten, die Interessenkonflikte kritisieren – hier werden beide Augen zugedrückt und dem Großkapital der rote Teppich ausgerollt.«

Das verdammte Großkapital hat in der Politik nichts zu suchen, da haben Sie völlig recht! Aber wie würden Sie als Unionsmitglied wohl erst reagieren, wenn die Grünen, sagen wir mal, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Blackrock zum Parteichef gemacht hätten?

Fragen sich die Merzianer von Titanic

Guten Appetit, Nachhaltigkeitswebsite »Utopia«!

Du schreibst, Haselnüsse seien gesund und schmeckten gut, hätten aber auch eine »dunkle Seite«. Da wollten wir mal nachfragen: Was werden denn bei Dir so für Haselnüsse gegessen? Denn bei uns sind die meistens von allen Seiten dunkel!

Kann diese harte Nuss nicht knacken:

Deine Titanic

Anstoß, »Deutschlandfunk Kultur«!

Ganz begeistert war Deine Kommentatorin, dass bei der Fußball-WM der Männer in Katar eine Frau ein Spiel pfeifen durfte. Stéphanie Frappart heiße »die kleine drahtige Frau mit den streng zurückgebundenen Haaren«, und wer weiß, vielleicht vergehen ja nur noch 50 Jahre, bis es dann auch Dir mal egal ist, welche Figur und Frisur so eine Schiedsrichterin hat.

Der war jedenfalls im Aus, urteilt streng: Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Moin, Hamburger Craft-Brauerei ÜberQuell!

Dein Firmenname zeugt ja bereits von überschäumender Wortspiellust, aber so richtig freidrehend auf die Kacke haust Du erst bei den Bezeichnungen Deiner einzelnen Biersorten: Die heißen nämlich zum Beispiel »Supadupa IPA«, »Palim Palim Pale Ale«, »Pille Palle Alkoholfreies Ale« oder sogar »Franzbrewtchen Imperial Pastry Brown Ale«. Auweia!

Gerade bei Letzterem, das außerhalb Hamburgs von vielen gar nicht zu entschlüsseln sein dürfte, mussten wir, obschon viel gewohnt, dann doch schlucken, weil uns allein der Name innerhalb von Sekunden pappsatt und sturzbetrunken machte. Er erschien uns einfach zu brewtal, fast schon brauenhaft! Auf Dein Bier haben wir dann lieber verzichtet.

Aus der Ausnüchterungszelle grüßt trotzdem: Titanic

 Bonjour, Marine Le Pen!

Bonjour, Marine Le Pen!

Das Potsdamer Treffen der AfD mit anderen extremen Rechten war selbst Ihnen zu heftig: Sie seien nie für eine »Remigration« in dem Sinne gewesen, dass Französinnen und Franzosen ihre Nationalität entzogen würde, selbst wenn die Einbürgerung unter fragwürdigen Bedingungen geschehen sei, meinten Sie und fügten hinzu: »Ich denke also, dass wir, wenn es denn so ist, eine krasse Meinungsverschiedenheit mit der AfD haben.«

Keine Ahnung, Le Pen, ob Sie mit dieser Haltung eine Chance aufs französische Präsidentenamt haben. Ministerpräsidentin von Thüringen würden Sie mit diesem Weichei-Schlingerkurs aber ganz sicher nicht!

Schon ein bisschen enttäuscht: Titanic

 Einfach mal kreativ sein, Rishi Sunak!

Der BBC sagten Sie: »Ich bin nicht sicher, ob sich die Leute so sehr für meine Ernährung interessieren, aber ich versuche, zu Beginn jeder Woche etwas zu fasten.« Wir glauben, dass Ihre Unsicherheit berechtigt ist: An Ihren Beliebtheitswerten kann man ablesen, dass sich das Interesse an Ihren Gewohnheiten in Grenzen hält.

Das ließe sich aber leicht ändern: Bei den ganzen verschiedenen Varianten wie TV-, Auto- und Plastikfasten gäbe es bestimmt auch für Sie etwas, durch das Sie die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit »eight days a week« auf sich zögen. Wie wäre es z. B. mit Abschiebungsfasten, Verbrennerverbotverzögerungsfasten oder Zweiteamtszeitfasten?

Nur dass Sie gerade beim Thema »Neuwahlen« dem Verzicht huldigen, sollten Sie nach Ansicht der Mehrheit Ihrer Landsleute schleunigst ändern. Zwischendurch kann man sich doch auch ruhig mal was gönnen, oder?

Mampft Ihre Scones mit Clotted Cream und reichlich Marmelade gleich mit: Titanic

 Dir, Tod,

gefiel es im Jahr 2010, im Abstand von einem Tag Bärbel Bohley (11. September) und Claude Chabrol (12. September) abzuberufen, worauf wir damals in unserer Online-Rubrik »Fakt vs. Frage« scharfsinnig spekulierten, als Nächstes treffe es nun wohl Dieter Dehm, Erhard Eppler und Frank Farian. Knapp daneben! Denn Frank Farian holtest Du erst dieses Jahr, am 23. Januar – nicht ohne vorher noch die Büchnerpreisträgerin Elke Erb (22. Januar) abzuräumen.

Und langsam durchschauen wir Dich, Gevatter: A darf leben, B und C müssen sterben; D darf leben, E und F müssen sterben …

Um es kurz zu machen: Gundula Gause ist, trotz ihres boulevardmedial großflächig breitgetretenen Schwächeanfalls vom Dezember (Bild: »total unnötig«, »hätte mich krankmelden sollen«), fürs Erste fein raus, während Heimatsänger Hansi Hinterseer und Malertochter Ida Immendorff sich lieber schon mal das letzte Hemd anziehen sollten. Stimmt’s?

Gruselt sich vor der Antwort: Titanic

 Na, na, na, welt.de!

»Warum ›Barbie‹ klüger ist als alle anderen nominierten Filme zusammen«, titeltest Du in Deinem Feuilleton bezüglich der diesjährigen Oscar-Kandidaten. Allein: Wir haben noch mal den Taschenrechner gezückt, und wenn man auch die Dokumentar-, Kurz- und Dokumentarkurzfilme berücksichtigt, sind alle anderen nominierten Filme zusammen exakt 1,76 Klugheitspunkte klüger als »Barbie«.

Welches Medium dümmer ist als alle anderen Medien zusammen, braucht hingegen nicht nachzurechnen: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Pandemisches Passionsspiel

Die Erfahrungen aus der Coronazeit wirken teils immer noch nach. So fragt man sich heute bei der Ostergeschichte: Hat Pontius Pilatus, als er seine Hände in Unschuld wusch, dabei zweimal »Happy Birthday« gesungen?

Jürgen Miedl

 Lauf, Junge!

Die Ordner bei einem Fußballspiel würden sich wesentlich mehr Mühe geben, wenn sie bei der Jagd nach dem Flitzer auch nackt sein müssten.

Rick Nikolaizig

 Authentisch

Jedes Mal, wenn mir ein bekennender Feinschmecker erklären will, wie aufwendig ein echt italienisches Risotto zubereitet gehört, habe ich das Gefühl, es würde stundenlang um den heißen Brei herumgeredet!

Mark-Stefan Tietze

 Und das Brot erst!

Einen Krankenwagen rufen, ohne sich in Schulden zu stürzen, mehr Urlaubs- als Arbeitstage, Bier zum Frühstück: Deutschland ist toll. Mit solchen Takes können US-amerikanische Influencerinnen hierzulande natürlich punkten. Aber betreiben sie damit nicht einfach nur billiges Kraut-Pleasing?

Alexander Grupe

 Nach Explosion in der Molkerei

Alles in Butter.

Loreen Bauer

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
05.03.2024 Frankfurt am Main, Club Voltaire »TITANIC-Peak-Preview«
06.03.2024 Nürnberg, Bernsteinzimmer Thomas Gsella
06.03.2024 Köln, Volksbühne Martin Sonneborn
07.03.2024 Stuttgart, Merlin Cornelius W. M. Oettle