Briefe an die Leser | Januar 2023


Wir fühlen mit Ihnen, Heinrich Prinz Reuß!

Seit einem Jahr maulen die Medien, dass Deutschland von einem Zögerer und Zauderer regiert werde, und niemand unternimmt was! Da wollten Sie gleich Nägel mit Köpfen machen, und dann ist es auch nicht recht! Allein, dass Ihre Familie Sie als »verwirrten, alten Mann« bezeichnet, zeigt doch Ihre Prädestination für den deutschen Thron!

Nur ein Detail Ihres Umsturzplans leuchtet uns nicht ganz ein: Warum wollten Sie eine »neue deutsche Armee« aufbauen? Wie man an der tatkräftigen Unterstützung Ihres liebevoll geplanten Putsches durch das Kommando Spezialkräfte sieht, wartet die Bundeswehr doch nur darauf, endlich wieder von einem Mann der Tat geführt zu werden!

Tja, hat nicht sollen sein! Und jetzt verweigert man Ihnen womöglich auch noch die standesgemäße Hinrichtung! Bei der Sie so kamerawirksam hätten rufen können: »Es lebe das heilige Deutschland!« Ach, nicht mal der Staatsstreich ist mehr das, was er mal war!

Senkt betrübt das Haupt: Titanic

Softwareunternehmen monday.com!

Natürlich darfst Du auf Youtube Werbung schalten, wie Du willst. Aber hältst Du es wirklich für klug, uns Deine Clips direkt vor dem Boomtown-Rats-Klassiker »I don’t like Mondays« zu zeigen?

Wants to shoot the whole day down: Titanic

Untertänigsten Dank, Angela Merkel!

Im Interview mit dem Spiegel erklärten Sie: »Wir haben nach der Krimannexion alles versucht, um weitere Überfälle Russlands auf die Ukraine zu verhindern.« Lässt sich also sagen, dass Putin ohne Ihren Einsatz seinen Krieg höchstwahrscheinlich viel früher begonnen hätte?

Wenn dem so ist, haben Sie die momentane Wirtschaftskrise, in der die BRD steckt, um Jahre verzögert und für Staat und Bürger/innen Millionen gerettet! Wer will da noch meckern, weil die Ausstattung Ihres Büros etwas üppiger ausgefallen ist? Das haben Sie uns ja wohl doppelt und dreifach wieder reingeholt.

Werden Ihnen das nie vergessen: Ihre Wirtschaftsweisen auf der Titanic

Muss das sein, Kebabhäuser?

»Preis-Explosion beim Döner« (Tagesspiegel) – als würde man sich nicht schon genug einsauen beim Dönerverzehr!

Besucht Euch natürlich trotzdem: Titanic

Vielen Dank, Forscher/innen der University of Montana!

Ihr habt laut mdr.de mit Eurer Studie etwas bestätigt, das wir lange schon im Urin hatten, so wie auch die von Euch untersuchten Wölfe Parasiten in ihren Blutproben: »Mit Parasiten infizierte Wölfe werden eher Anführer des Rudels. Dies könnte daran liegen, dass der Erreger der Infektionskrankheit Toxoplasmose ihr Verhalten ändert.« Was für ein schöner Befund, denn wir haben von jeher geahnt, dass das Streben nach Macht und Führertum eine Krankheit ist.

Es grüßen die kerngesunden Anarchist/innen auf der Titanic

Bitte bedenke, »Tagesspiegel«,

dass nicht jeder, der Dich am Morgen liest, seine Auffassungsgabe schon mit Hilfe von Kaffee stimuliert hat. Und dann sind Überschriften wie diese einfach zu hoch: »Nicht einmal jeder Zwanzigste nutzt kein Internet.«

Nach dem ersten Kaffee und der Lektüre des Artikels wussten wir aber, was Du zu sagen versuchtest: 3,6 Prozent der Menschen in Deutschland verzichten aufs Internet. Deine Überschrift war also gleichermaßen verquer wie unpräzise, denn genau genommen heißt das ja: Noch nicht einmal jeder Fünfundzwanzigste nutzt kein Internet. Aber egal, denn den Text haben ja nicht allzu viele Menschen gelesen. Oder wie Du eine Auflage von knapp 100 000 in Worte fassen würdest: Nicht ganz jeder Deutsche nutzt keinen Tagesspiegel.

Gelegentlich schwer von Kapee: Deine Titanic

Sie, Claudia Cornelsen,

arbeiten als Kommunikationsberaterin und Ghostwriterin und haben im Deutschlandfunk Kultur behauptet: »Altgriechisch macht glücklich. Mega glücklich.« Sie hätten »in keinem Schulfach mehr übers Leben gelernt«. »Von Sokrates habe ich fragen gelernt, von Homer, dass Sprache Musik ist, und von Platon, dass Streitgespräche ein Fest sein können.« Aber mal unter uns morbiden Ghostwritern: Sind Sie sicher, dass es nicht bloß Selbstgespräche waren? Schließlich sind diese Leute doch alle längst tot!

Streitet sich auch am liebsten mit Verstorbenen: Titanic

Hut ab, Deutsche Bahn,

wie fürsorglich Du Dich um Fahrradfahrer/innen in Deinen Fernverkehrszügen kümmerst. Deine aufgemotzte Flotte des alten ICE 3 namens »neo« hat da wirklich einiges zu bieten. Seit Anfang Dezember cruist sie zwischen Frankfurt am Main und Köln, und wir staunen über die »zahlreichen Neuerungen für einen verbesserten Komfort«. Da ist die Rede von sagenhaften acht Fahrradstellplätzen für 439 Mitreisende (wenn man nur die Sitzplätze zählt), stolze 1,8 Prozent könnten also ihr Gefährt mitnehmen.

Endlich sind die elenden Zeiten vorbei, in denen wir uns um die wenigen Fahrradplätze kloppten, bei Reservierungen kryptische Fehlermeldungen erhielten und unser Rad schließlich klandestin auf der Bordtoilette durchs Land schmuggeln mussten!

Grüße von den wie immer pünktlich am Zielbahnhof eingetroffenen Radler/innen von Titanic

Könnte es, Fußballer Cristiano Ronaldo,

sein, dass Sie Ihre Selbstwahrnehmung noch ein bisschen trainieren müssen? In einem Fernsehinterview, das wohl endgültig zum Ende Ihres Herumlaufens für Manchester United führte, sagten Sie: »Ich bin eine Frucht, in die Leute beißen wollen.« Ganz sicher waren Sie sich erst nicht, welche Frucht Sie sein könnten, und wählten dann die Erdbeere.

Allerdings verrät schon der flüchtige Blick auf Sie, Ronaldo, dass Sie eindeutig ein Wesen aus Fleisch und Blut sind. Ihre jahrelange sportliche Ertüchtigung hat Sie dabei entschieden vom Erscheinungsbild der Erdbeere entfernt. Wenn Leute also tatsächlich in Sie beißen sollten, dürfte das ein faseriges bis sehniges Erlebnis werden. Die Sie Verzehrenden müssten so lange nagen, bis sie ganz erdbeerrot wären.

Es zückt also die blutrote Karte wegen eines voll versemmelten Serviervorschlags

Ihre Lebensmittelaufsicht von Titanic

Na so was, nicht näher bekannte 21jährige …

Sie bemerkten Ihre Schwangerschaft laut Bild »erst bei der Geburt«, und wir dachten uns: Na, immerhin nicht erst danach.

Glückliche Mutterschaft wünscht so oder so Titanic

Warum, Heroin Chic?

Du hättest Dir einen schönen Lebensabend machen können, aber nein, Du wolltest es anders! Und so sehen wir nun im Jahre 2022 das Comeback extrem ausgemergelter Körper, sich abzeichnender Knochen, blasser Haut und dunkler Augenringe. In den Neunzigern hast Du als Modetrend Erfolge gefeiert, hingst mit Kate Moss ab, danach gingst Du in Rente.

Doch auch bei Dir scheint der monatliche staatliche Rentenobulus nicht allzu hoch zu sein. Warum sonst bist Du jetzt wieder zurück? Aus Spaß an der Freude kann’s wohl nicht sein. Sonst würde irgendeines Deiner Models ja mal lachen. Oder hast Du die Millionen verprasst? Dich mit Telekom-Aktien verzockt? Dir eine Luxuszucht Zwergspitze zugelegt, die jetzt nicht mehr zu vermitteln ist? Heroin Chic, mach nicht denselben Fehler wie Thomas Gottschalk! Deine Zeit ist vorbei. Der kalorienfreie Drops gelutscht. Entspann Dich.

Empfehlen Dir Deine Hot-Stone-Masseur/innen von Titanic

Sind Sie sicher, Ulrike Malmendier?

Sie sind Professorin für Wirtschaftswissenschaften an der University of California, Berkeley, und die Neue unter den »Wirtschaftsweisen«. Auf die Interviewfrage »Wie pessimistisch sind Sie aktuell für die deutsche Wirtschaft?« sagten Sie: »Wir schlittern in eine Wirtschaftskrise, ja. Aber: Das muss keine tiefe Wirtschaftskrise werden. In der Hinsicht bin ich vielleicht optimistischer als andere. Was die Inflation betrifft, bin ich allerdings pessimistisch. Denn es gab schon vor dem Ukrainekrieg einen Inflationstrend nach oben.« Oha, Malmendier, einen Inflationstrend nach oben? Gibt’s den neuerdings auch nach unten?

Fragen sich

Ihre Sachverständigen von Titanic

Amen, Michael Schweiger!

Sie sind katholischer Pfarrer in Freiburg und informieren Ihre Herde in Ihrem Pfarrbrief so: »Wir haben dann folgendes entschieden: Die Kirchen werden im Winter auf die vom Erzbischöflichen Ordinariat empfohlene Temperatur von 10 Grad beheizt und an den Tagen, an denen kein Gottesdienst stattfindet, wird die Heizung heruntergefahren.« Wenn Sie auf die herbstliche Schur verzichten, mag’s hingehen. Sonst wird der eine oder die andere vermutlich Ihren Gottesdiensten fernbleiben. Prophezeit Ihnen: Titanic

Neue Leidenschaft, werte »Zeit«,

wolle Giorgia Meloni Italiens Politik einflößen, teaserst Du. Was genau sie damit aber meine, bemerkst Du augenfällig leidenschaftslos, werde nur »langsam klar«. Nun finden wir es immer gut, wenn im Journalismus Korrektheit und Vollständigkeit der Schnelligkeit vorgezogen werden.

Doch greift bei uns langsam eine gewisse Neugierde um sich. Was ist sie denn nun, die Leidenschaft der Giorgia Meloni, die sie verordnen will? Briefmarken sammeln? Donnerstags nach der Arbeit noch schnell, scusi, gemächlich mit dem Gatten in den Swingerclub? Tiefkühlpizza von Ristorante, aber als Slow-Cooking-Rezept im Thermomix? »Gib mir noch Zeit« von Blümchen? Slow Travelling nach Äthiopien?

Lass Dir mit der Antwort aber gerne Zeit,

meint Deine Titanic

Hey, Firma Bürger!

Du stellst Lebensmittel her, laut Deiner Homepage hauptsächlich schwäbische Maultaschen, und von denen rund 2,5 Millionen am Tag. In unserer Nachbarschaft hast Du jetzt Plakatwände mit Werbung für die veganen Versionen Deiner gefüllten Nudeln beklebt. Auf ihnen stand in Riesenschrift »VEGAN«, es waren zwei Packungen des Produkts abgebildet, und neben einem kleinen Smiley, vermutlich als Humor- oder Ironiesignal, stand in Großbuchstaben der Slogan »FÜR EINGEFLEISCHTE FANS«.

Aber bist Du Dir, Firma Bürger, tatsächlich sicher, dass dieses Wortspiel die Zielgruppe der Veganer/innen so ganz passgenau anspricht? Wir wären da skeptisch und rieten eher zu ein paar Halt’s-Maultaschen.

Natürlich augenzwinkernd.

Von Adel zu Bürger: Titanic

Genau, Fußballexperte Bastian Schweinsteiger,

wenn die deutsche Fußballnationalmannschaft der Männer gegen Japan das 2:0 gemacht hätte, wäre das Spiel anders ausgegangen. Allerdings nicht nur vielleicht, wie Sie meinten, sondern ganz sicher.

Sind überzeugt:

Ihre Fußballkenner/innen von der Titanic

Frage, UN-Generalsekretär Antonio Guterres:

Wenn wir uns, wie Sie sagten, auf der »Autobahn in die Klimahölle« befinden: würden wir mit einem Tempolimit nicht wenigstens etwas später dort ankommen?

Ihre Sonntagsfahrer von Titanic

Igittigitt, »Kölner Stadt-Anzeiger«!

»Unbekannte sprengen Dixi-Klo in Pulheim«, titeltest Du und berichtetest weiter: »Die Polizei hat noch keine heiße Spur«. Wir vermuten ja, dass sich die unmittelbar betroffenen Anwohner/innen als mögliche Tatzeug/innen nicht taub gestellt haben, sondern nach diesem explosiven Ereignis tatsächlich Bohnen in den Ohren hatten.

Macht jetzt aber erst einmal Mittag (Mexikanischer Feuertopf): Titanic

Hallo, Andreas Scheuer!

Wir hatten schon beinahe vergessen, dass es Sie gibt – so eine Ampelkoalition hat halt auch ihre Vorteile –, da wurde uns dieser Aufschrei aus Ihrem Schnabel in die Twitter-Timeline gespült: »Hallo Justizminister! Hallo Innenministerin! Sperrt diese Klima-Kriminellen einfach weg! Die Täter müssen Konsequenzen spüren.« Und das ist ja selbst für einen Gurkenhals Ihrer Kragenweite ein starkes Stück: Die Innenministerin und den Justizminister über ein soziales Medium dazu auffordern, Aktivist/innen, die sich ein Flughafenrollfeld als Ort des Protests ausgesucht haben, ohne gerichtliches Verfahren »einfach« wegzusperren.

Das wäre ja, als würde man Ihrem Nachfolger im Bundesministerium für Digitales und Verkehr drunterkommentieren: »Hallo @wissing, kleb diesen Maut-Verbrecher und Möchtegern-Doktor endlich mit Epoxidharz auf die A9!« Wobei FDP-Wissing in punkto Klimaprotest mit Ihnen freilich auf einer Wellenlänge ist; insofern: schlechtes Beispiel.

Und was soll eigentlich dieses flapsige »Hallo«? Wie wenig staatsmännisch kann man sein, Scheuer-Andi? Sie hätten wohl auch die Formulierung »Hallo, Völker der Welt, schaut auf diese Stadt!« für angemessen gehalten, was? Oder: »Hello Mr. Gorbachev, tear down this wall!« Wie klingt »Hallo, wollt Ihr den totalen Krieg?« für Sie?

Hätte von einer Figur wie Ihnen eher »Tri-Tra-Trullala« erwartet: Titanic

Achtung, Influencerin Tina Ruthe!

In einer Deiner vielen Insta-Storys fragtest Du, ob jemand akut ein Au-pair gebrauchen könne, da Du »DRINGEND« eines vermitteln wolltest. Es sei, so flötetest Du uns entgegen, »bereits in Deutschland« und habe »alle Impfungen«. Zunächst dachten wir, wir hätten uns verhört und es handele sich um einen Straßenhund aus Teneriffa. Im Laufe des Videos wurde uns jedoch klar, dass Du tatsächlich neben Beautyprodukten und Kinderbüchern auch Menschen verscherbelst.

Das solltest Du unserer Auffassung nach noch mal überdenken. Soweit wir wissen, ist Menschenhandel in Deutschland nämlich gar nicht legal, und dies kann auch nicht durch eine Werbekennzeichnung auf Instagram umgangen werden. Wir wünschen Dir aber trotzdem nur das Beste für die »Vermittlung« des Au-Pairs und hoffen, dass es in liebevolle Hände abgegeben wurde.

Deine Rechtsabteilung von Titanic

Tolle Idee, Henning Höne!

Sie sind Vorsitzender der FDP in NRW und fordern, den öffentlich-rechtlichen Rundfunk zu verkleinern. Unter anderem schwebt Ihnen vor, das ZDF zu privatisieren, regionale Programme in größere Sender einzugliedern und Radiowellen mit ähnlichem Musikprogramm zu fusionieren, um »unnötige Parallelangebote« zu vermeiden.

Einverstanden, Höne. Der Fairness halber würden wir allerdings vorschlagen, dass auch Parteien (FDP, Werteunion, AfD), die unnötige Parallelangebote wie dieses machen, fusioniert und gesundgeschrumpft werden.

Ihre Marktradikalen von Titanic

Du, Nachrichtenterrorist n-tv.de,

wundertest Dich in einer Meldung über einen versuchten Anschlag auf verschiedene ausländische Botschaften in Madrid: »Briefbomben in Spanien offenbar selbstgebastelt«.

Kaum zu glauben, diese spanischen Amateurterrorist/innen basteln ihre Briefbomben doch einfach eigenhändig zusammen! Aber verrat uns doch bitte: Wo bestellst Du die denn so, wenn Du mal welche brauchst?

Antwort gern, aber bitte nicht postalisch an Titanic

Mmmmh, Katrin Göring-Eckardt …

Bei Anne Will wiesen Sie in Sachen Klimawandel darauf hin, dass in einigen Jahrzehnten womöglich kein Kaffee mehr auf der Erde wachsen könnte. Und wer weiß: Vielleicht führt es ja endlich zu einem allgemeinen Umdenken, wenn man den Leuten droht, ihnen ihre alltägliche Kult-Bohnenbrühe wegzunehmen, ohne die sie nicht einen halben Tag überstünden und die sie so sehr lieben, dass sie ihre Wohnzimmer mit »Cappuccino«- und »Café au lait«-Wandtattoos zukleistern.

Make coffee, not war! Titanic

Na, na, na, kinderloser Stargeiger David Garrett!

»Babys zu machen ist einfach, aber die Schwierigkeiten beginnen dann«, steckten Sie jetzt der Bunten. Aber fangen in Ihrem Fall die Probleme nicht schon mit der Produktion an, weil Sie doch dabei, was ja so gar nicht Ihr Metier ist, erst einmal, hihi, orgeln müssten?

Zeugt auch mit über 40 noch ein Bumswitzchen nach dem nächsten: Titanic

Hä, wikipedia.org und statista.com?

Bei der Suche nach Frankreichs Millionenstädten helft Ihr unter »Ähnliche Fragen« mit »Welche Stadt hat am meisten Millionenstädte?« weiter. Und antwortet: »Tokyo, Delhi, Shanghai, São Paulo« und so weiter. Ähm, steckt Ihr eventuell mit der Suchmaschine musicroom.com unter einer Decke, die auf die Frage nach dem Song »Der Lack ist ab« zurückfragt: »Meintest du: Der Christbaum ist der schönste Baum?«?

Bittet um Antwort von Algorithmus zu Algorithmus: Titanic

Ähm, »RBB«,

aus Groß Köris in Brandenburg wusstest Du zu berichten, dass ein Geldautomat in einer Bankfiliale gesprengt worden sei. »Nach ersten Erkenntnissen haben die bisher unbekannten Täter dabei auch Geld erbeutet, teilte eine Sprecherin des Landeskriminalamtes mit«, hieß es in Deinen Nachrichten. Und nun fragen wir Dich (und die Sprecherin des Landeskriminalamtes): Was sonst noch? Teile eines zerstörten Geldautomaten?

Rätselt: Titanic

Wenig schmeichelhaft, Rapper Casper,

findest Du die Zuschreibung, »Stimme einer Generation« zu sein. Das teiltest Du im »Ringbahnpodcast« vom Tagesspiegel mit. Da können wir Dir nur zustimmen. Es ist wirklich kein Kompliment, und zwar für keine Seite. Wir jedenfalls möchten nicht von einem 40jährigen Rapper in Teenagerklamotten repräsentiert werden, dessen lyrische Ausdünstungen nicht über »Der Sinn des Lebens ist Leben« oder »Ich tätowier’ mir deinen Namen übers Herz, damit jeder weiß, wo meins hingehört« hinausgehen.

Bleibt dann lieber beim Battlerap: Titanic

Sie, Markus Ferber (CSU),

sind Mitglied des Europäischen Parlaments und schreiben zum Wechsel der Blackrock-Managerin Elga Bartsch ins deutsche Wirtschaftsministerium: »Die Grünen sind sonst immer die ersten, die Interessenkonflikte kritisieren – hier werden beide Augen zugedrückt und dem Großkapital der rote Teppich ausgerollt.«

Das verdammte Großkapital hat in der Politik nichts zu suchen, da haben Sie völlig recht! Aber wie würden Sie als Unionsmitglied wohl erst reagieren, wenn die Grünen, sagen wir mal, den Aufsichtsratsvorsitzenden von Blackrock zum Parteichef gemacht hätten?

Fragen sich die Merzianer von Titanic

Guten Appetit, Nachhaltigkeitswebsite »Utopia«!

Du schreibst, Haselnüsse seien gesund und schmeckten gut, hätten aber auch eine »dunkle Seite«. Da wollten wir mal nachfragen: Was werden denn bei Dir so für Haselnüsse gegessen? Denn bei uns sind die meistens von allen Seiten dunkel!

Kann diese harte Nuss nicht knacken:

Deine Titanic

Anstoß, »Deutschlandfunk Kultur«!

Ganz begeistert war Deine Kommentatorin, dass bei der Fußball-WM der Männer in Katar eine Frau ein Spiel pfeifen durfte. Stéphanie Frappart heiße »die kleine drahtige Frau mit den streng zurückgebundenen Haaren«, und wer weiß, vielleicht vergehen ja nur noch 50 Jahre, bis es dann auch Dir mal egal ist, welche Figur und Frisur so eine Schiedsrichterin hat.

Der war jedenfalls im Aus, urteilt streng: Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Vorbildlich, Landwirtschaftsminister Cem Özdemir,

finden wir ja Ihren Vorstoß, Containern zu legalisieren. Wir hoffen allerdings doch sehr, dass dies nicht schon die von Ihnen als »Deutschlanddiät« angekündigte Kampagne für bezahlbares Essen ist?

Muss auch so genug Müll schlucken: Titanic

 Wie wenig, »Spiegel«,

muss man eigentlich tun, um von Dir als nicht rechts entlastet zu werden? Liest man Deine Reportage über die SPD-Bundestagsabgeordnete Isabel Cademartori, wohl sehr wenig. Denn dort schreibst Du, Cademartori sei »keine Rechte. Sie steht für eine diverse Gesellschaft, wenn bei Veranstaltungen Altherrenwitze gerissen werden, rollt sie mit den Augen.« Oha, mit den Augen rollt sie, na dann. Lass uns raten: Wer Zunge schnalzend an einem brennenden Flüchtlingsheim vorbeiläuft, ist kein Nazi, und wer »pfft« macht während einer AfD-Kundgebung, kein Faschist?

Presst entschieden die Lippen aufeinander: Titanic

 Eine Frage, Dating-App Bumble …

Welchen Sinn hat es, dass Du in einer Werbung eine Nutzerin Deines Dienstes wahnsinnig davon beeindruckt zeigst, dass ein Lukas laut eigenen Angaben »Abenteuer und Kaffee« liebt? Was möchtest Du uns damit vermitteln, dass sie ihn sofort anschreibt und ein Treffen vorschlägt? Willst Du uns unbedingt den langweiligsten Typen andrehen, den es auf Deiner Plattform gibt? Oder ist das – bedenkt man die begeisterte Reaktion der Frau – etwa noch der interessanteste, den du zu bieten hast?

Sind vor der Antwort trotz Kaffee eingeschlafen:

Deine anspruchsvollen Großstadtsingles von der Titanic

 Ihnen, Steve Jobs,

Ihnen, Steve Jobs,

wird es wahrscheinlich egal sein, aber wir wollten Sie dennoch informieren, dass Ihr Vermächtnis auf Erden recht vielgestaltig ausgefallen ist. So lasen wir bei stern.de: »Alte Schlappen für über 20 000 US-Dollar: Birkenstock-Sandalen von Steve Jobs stehen zum Verkauf.«

Dieser Reliquienhandel ist übrigens ein wahres Geschäftsmodell geworden: »Die Schuhe sind nur ein kleiner Teil von Jobs’ mehr oder weniger freiwilligem Nachlass. Seine Angestellten leerten die Mülltonnen offenbar mehrfach gründlich. Die Beute habe man mit den Gärtnern, Freunden oder Second-Hand-Geschäften geteilt.« Sollte es nun bald an Ihren Sargdeckel klopfen, Jobs, dann wissen Sie: Da braucht wer Nachschub. Aber als Ex-CEO kennen Sie sich ja aus mit der dubiosen Beschaffung von Ressourcen!

Grüße ins ewige Business von Titanic

 Hmmm, Ex-FIFA-Boss Sepp Blatter,

zu Ihrer Rolle bei der Vergabe der Männerfußball-WM an Katar sagen Sie heute: »Die Leute stellen sich Einflussnahme immer wie in Gangsterfilmen vor – mit Koffern voller Geld, die an einem geheimen Ort übergeben werden. So war das aber nicht.« Ach: So war das nicht – na dann! Eine Frage, Blatter: Wie sehr mussten Sie sich konzentrieren, um nicht versehentlich die Beschaffenheit der besagten Geldkoffer und den Übergabeort zu beschreiben?

Fragen sich

Ihre Detektiv/innen von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Lasst mich in Ruhe!

Sollten jemals Zeitreisen möglich sein, müsste man fast Mitleid mit dem jungen Hitler haben. Ohne etwas getan zu haben, würde er in ständiger Angst leben, weil andauernd Fremde versuchten, ihn umzubringen.

Karl Franz

 Waldbaderegel Nr. 1

Nicht vom Waldrand springen!

Tom Breitenfeldt

 Täter-Opfer-Umkehr

Nächte im Krankenhaus sind nie besonders schön. Diesmal aber war es der reine Horror. Mein hochmodernes Bett ließ sich nicht um einen Millimeter verstellen, egal, wie oft und wie verzweifelt ich immer wieder auf die Tasten der Fernbedienung drückte. Und die Tatsache, dass alle paar Minuten eine arme Seele im Nebenzimmer vor Schmerzen laut schrie und jammerte, machte die Situation nicht besser. Am nächsten Morgen klärte mich das Pflegepersonal darüber auf, dass ich nicht zu dumm zum Drücken einer Taste sei, sondern dass es sich einfach um die falsche Fernbedienung gehandelt habe, nämlich um die eines anderen Bettes! Jetzt finde ich: Auch wenn man frisch operiert die ganze Nacht komplett ferngesteuert in seinem Bett hin- und her- und hoch- und runtergefahren wird, ist das noch lange kein Grund, so zu schreien, dass die anderen Patienten nicht schlafen können.

Martina Werner

 Taktik für 8

Besuch bei Tante und Onkel, beide sehr betagt. Beim Scrabblespiel liegen sie zu Beginn etwas zurück, es fallen ihnen nur kurze Worte wie »EIN« ein. Nach dem abgeschmetterten Versuch, den schon daliegenden Artikel »DER« in das zusammenhängende Wort »DERRABE« zu verwandeln, bekommt das Spiel eine Wendung: Die Senioren entdecken den S-Buchstaben und den Genitiv für sich und heimsen viele Punkte ein mit »MOPSES«, »STRUMPFLOCHS«, »RATTENZAHNS«, alles ist wieder offen …

Miriam Wurster

 Konsequent

Wer Ananas sagt, muss auch Abnabnabs sagen!

Daniel Sibbe

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 10.01.: "Der Teufel vom Dachboden" – Eine persönliche Pardon-Geschichte in der Jungen Welt von Christian Y. Schmidt.
  • 13.12.:

    Anlässlich des 85. Geburtstages Robert Gernhardts erinnert Christian Y. Schmidt in der Jungen Welt an den Satiriker und Vermieter.

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

Titanic unterwegs
29.01.2023 Hagen im Bremischen, Burg zu Hagen Miriam Wurster: »Gute Manieren«
01.02.2023 Berlin, Pfefferberg Theater Hauck & Bauer, Schilling & Blum und Hannes Richert
02.02.2023 Halle, Objekt 5 Max Goldt
02.02.2023 Nürnberg, Z-Bau Moritz Hürtgen