Briefe an die Leser | Juni 2022


Hallo, hallo, Robert Habeck!

Haben Sie, unvergleichlicher grüner Wirtschaftsminister, zuletzt mal ein Telefon zur Hand und vor allem ans Ohr genommen?

Warum wir das hier fragen? Nun, als Sie neulich aus Warschau zurückkamen, erklärten Sie in einem Twitter-Video aus dem Hof Ihres Ministeriums, wie es um die Unabhängigkeit Deutschlands von russischem Öl steht. Problem sei die Raffinerie im brandenburgischen Schwedt, die vom russischen Staatskonzern Rosneft betrieben wird und die russisches Öl verarbeitet. »Also, wenn ich da anrufe und sag: ›Hallo, was wollt ihr eigentlich tun, um unabhängig von russischem Öl zu werden?‹ Dann nehmen die den Hörer gar nicht ab und sagen: ›Hä, was willst du eigentlich von uns? Das ist genau unser Geschäftsmodell.‹«

Das ist fantastisch, Habeck, zu wissen, was andere wollen, ohne das die überhaupt in fernmündliche Kommunikation mit Ihnen treten müssen. Hoffentlich haben Sie diesen telepathischen Akt vollführt, ohne dass Sie doch Ihren Hörer zum Ohr geführt haben. Das hätte dann womöglich etwas blöd ausgesehen. Und falls Sie uns mal anmorsen wollen, oder wie immer Sie das nennen, nur zu. Aber kommen Sie uns nicht mit so öligen Themen, bittet Titanic

Und in Deiner, »Bild«,

groß auf Seite 1 angekündigten Reportage titels »So leben wir Rentner wirklich«: Ging’s da auch um den verwahrlosten Tattergreis, der Tag für Tag von einer schmierigen Redaktion mit Qualitätsfusel abgefüllt und gezwungen wird, seine erratischen Gedanken als krude offene Briefe zu, na ja, »formulieren«? Nein? Skandal!

Herzlichst Titanic

Schlager- und Perückenkönig Mickie Krause (51),

überraschend offen sprachen Sie in der Bunten über Ihre Krebserkrankung. »Ich stand total unter Schock«, kommentierten Sie die »Diagnose Blasenkrebs« und betonten die Unterstützung, die Sie von Ihrer Familie erhielten: »Mein Bruder hat an dem Tag, als ich operiert wurde, eine Kerze im Kloster Erkerode angezündet.« Offenbar mit Erfolg: Mittlerweile haben Sie die Krankheit weitgehend überstanden. Und so »trat Sänger Mickie Krause wieder im Megapark am Ballermann auf und wurde gefeiert«.

Bravo! Doch warum auf Malle, fragen wir uns? Sollten Sie nicht eher im Kloster Erkerode auftreten, diesem Megapark der Hoffnung? Ein Mickie-Krause-Spektakel mit Hits wie »Finger im Po – Mexiko«, »Reiß die Hütte ab« und »Geh doch zu Hause, du alte Scheiße« sollte zum Dank doch mindestens drin sein, meinen wir.

Rollt schon mal die Sangría-Fässer aus dem Kellergewölbe: Titanic

Sie, DB-Chef Lutz,

haben in Yad Vashem einen Kranz niedergelegt, was vor Ihnen noch nie ein Vorsitzender der Deutschen Bahn getan hat. Löblich – aber nicht auch ein wenig … spät? Sind Sie etwa mit dem ICE angereist?

Heute mal flach: Titanic

Donald Trump, alte Orange!

Sie hatten sich wegen der ruppigen Entfernung von Protestierenden bei einer Wahlkampfveranstaltung im Jahr 2015 zu rechtfertigen. Die Anweisung »If you see someone getting ready to throw a tomato, just knock the crap out of them« soll damals von Ihnen gekommen sein. Darauf angesprochen, verteidigten Sie sich mit Verweis auf die Tödlichkeit von Obst und Gemüse: »Das ist sehr gefährliches Zeug. Mit so was kann man umgebracht werden.« Wir wollten schon lachen, aber dann fiel uns ein, dass immerhin vier Ihrer Vorgänger sogar durch blaue Bohnen umgekommen sind.

Also duck and cover, empfehlen die Vitaminschleudern von Titanic

Uns läuft, Firma Kuchenmeister,

schon jetzt das Wasser im Munde zusammen! Dein »Frühlingsstollen«, den wir jetzt erstmals angepriesen sahen, scheint uns nämlich kulinarisch eine wirkliche Revolution zu sein. Auf Deiner Homepage bewirbst Du ihn mit den Worten: »Der Stollen ist nicht nur ein klassisches Gebäck für die Winterzeit. Der Frühlingsstollen von Kuchenmeister ist auch in der warmen Jahreszeit ein wahrer Genuss.«

Da hast Du bestimmt recht, Firma Kuchenmeister! Wenn die Abende draußen lang und länger werden, freuen sich Jung und Alt auf eine herrliche Erfrischung: Deinen »Frühlingsstollen«! Wir selber würden ihn uns ja serviert auf zerstoßenen Eiswürfeln wünschen, garniert mit Kokosraspeln und kandierter Ananas sowie genügend begleitenden Cocktails, um das Gerücht vergessen zu machen, es handele sich bei »Frühlingsstollen« lediglich um umetikettierte Rest-Christstollen vom vergangenen Jahr.

Aber Hauptsache, Du vergisst die bunten Schirmchen nicht!

Rät beglückt: Titanic

Ahoi, »Berliner Zeitung«!

In einem Artikel über die am häufigsten vergebenen Baby-Vornamen in Berlin hast Du, um uns Lesern das Problem zu veranschaulichen, über eine Namenssuche per Twitter geschrieben: »Erst in der vergangenen Woche suchte ein Nutzer nach Inspiration für ›gute Vornamen für Babys‹, in den Antworten türmten sich neben Quatschvorschlägen wie Jürgen, Bernd und Aubergine Marinade auch zahlreiche ernst gemeinte Namenstipps. Für Jungen wurden Elias, Noah oder Luis besonders häufig genannt, für Mädchen Sofia, Mia oder Emily.«

Zwar interessant – aber, verdammt, Berliner Zeitung, warum um alles in der Welt, soll Aubergine Marinade denn ein Quatschname sein?

Fragen empört

die Aubergine Marinades von Titanic

Aber sag, »Süddeutsche«!

Robert Habeck »ist unter den amtierenden Ministern vermutlich der am meisten sprachgewandte« (11. Mai, S. 4)? Und die Männer zweier englischer Fußballspielerfrauen »schweigen wohlweißlich zur Sache« (S. 8)? Und dass wir dazu nicht wohlweislich schweigen, überrascht Dich das?

Deine am meisten lustige Titanic

Was war da denn los, Mark Forster?

In einem erbosten Bericht des Westfalen-Blatts mussten wir lesen, dass Dein Management Fotos von Deinem Konzert in Bielefeld nur »zensiert« freigeben wollte: Die Zeitung druckte aus Protest ein schwarzes Quadrat ab. Erstmals ist dadurch nun unser Interesse für Deine Kunst geweckt worden. Wir fragen uns: Ist Dein von und für Algorithmen komponiertes Heile-Welt-Gedudel am Ende etwa nur eine Falle? Werden hier nichts Böses ahnende Deutschpopfans in schwarze Messen gelockt? Wir dachten ja bisher, Deine Konzerte seien die gewöhnlichen, strunzbiederen Feiern des musikalischen Stumpfsinns, die das Genre so hergibt. Aber vielleicht haben wir uns getäuscht, und in Wahrheit sind es fantastische Exzesse! Was wollte Dein Management verschleiern? Entblößung auf der Bühne? Öffentlicher Crackkonsum? Oder gab es doch eine Windböe in Richtung Deiner vertraglich festgelegten Kopfbedeckung?

Die Antwort weiß ganz allein Titanic

Mal zu Dir, Sandro Wagner!

Du sorgtest während Deines Wirkens als mittelprächtiger Fußballer ja schon für manchen Schmunzler, etwa als Du die gute Meinung vertratst, Fußballprofis würden zu wenig verdienen, oder als Du aus der Nationalmannschaft zurücktratst, nachdem Du ohnehin nicht mehr nominiert worden warst. Jetzt, im Zuge Deiner neuen Aufgabe als enervierender Kommentator bei »Dazn« hast Du dem Bayern-Spieler Nianzou anlässlich eines Fehlers im Spiel eine »absolute Amateur-Aktion« attestiert. Und damit, Wagner, kennst Du Dich als Trainer des Fünften der Regionalliga Bayern zumindest wirklich mal aus, gell?

Teilt lieber aus, als zurückzutreten: Titanic

Pogo in der Schwangerschaft, Joice M. Figueiró,

war bisher eher ein randständiges Thema, genau genommen gar keins. Nun aber gebarst Du bei einem Metallica-Konzert in Brasilien »drei Songs vor dem Ende der Show« und »in der tobenden Menge« einen Sohn, wie wir promiflash.de entnehmen, und da wollen wir mal hoffen, dass das kein Trend wird. Denn bei aller Kinderliebe: Auf geplatzte Fruchtblasen beim Crowdsurfing, herumwirbelnde Neugeborene im Moshpit und zurückgelassene Plazentas auf dem Dancefloor kann sehr gut verzichten: Titanic

Sie, TV-Höhlen-Löwe Frank Thelen,

sind ohnehin kein Musterbeispiel für Menschlichkeit. Aber dass Sie derart offensichtlich den Roboter rauslassen wie im Stern TV Spezial zum Thema »Wie arbeitet Deutschland?« hätten wir Ihnen (bzw. Ihrer Programmierung) auch wieder nicht zugetraut. So ratterte es bezüglich Digitalisierung und künstliche Intelligenz folgendermaßen aus Ihrem smarten Mund-Lautsprecher: »Wer das nicht nutzt, der wird sterben.« Ganz ehrlich, Thelenator: Wie soll man das anders verstehen, als dass Sie – via Privatjet-Zeitreise aus der Zukunft angedüst – die Versklavung der Menschheit durch die Maschinen ankündigen und uns vor die Wahl stellen: Gefolgschaft oder Tod?

Verabschiedet sich da lieber mit einem »Hasta la hoffentlich nie mehr vista«: Titanic

Hör mal, Kultursender »SWR2«,

wenn Du fragst: »Prophet der Achtsamkeit – wer war Meister Eckhart?«, könnte es dann vielleicht darauf hinauslaufen, dass er ein, na ja, Prophet der Achtsamkeit war?

Sieht es kommen: Titanic

Schämt Euch, Gehirne!

»Furcht vor Russland: Unser Gehirn spielt Putin in die Hände«, titelt t-online.de. Für uns Grund genug, nicht eine Zeile weiterzulesen. Stattdessen besaufen wir uns, schnüffeln Klebstoff, verlieben uns, lesen Ralph-Ruthe-Comics und Hape Kerkelings Katzenbuch, nur um Euch zu schaden. Denn Putins Helfer sind unsere Feinde!

Die Denkmorchel-Meuchler von Titanic

Gute Güte, Google!

Als Komik-Produzierende lasen wir mit großem Interesse im Spiegel von Deinem neuesten Wurf: »Google-Software erklärt Witze … Pathways Language Model, kurz PaLM, nennt Google eine bemerkenswerte neue künstliche Intelligenz (KI), die in der vergangenen Woche vorgestellt wurde. Ihre Besonderheit: Dem Unternehmen zufolge kann sie logische Zusammenhänge erkennen … Auch Witze kann die neue KI demnach erklären.« Toll! Denn was gibt es Lustigeres als erklärte Witze? Und das führt uns gleich zu folgender Frage: Kann Deine KI uns dann vielleicht erklären, warum man einen aufgedunsenen, übermächtigen Monopolisten wie Dich, Google, immer noch nicht zerschlagen hat?

Das hält nämlich für einen einzigen großen Witz: die Komische Intelligenz Titanic

Söder, Söder!

Nein, wir wollen hier nicht miteinstimmen in den Chor der Schadenfreudigen anlässlich des Rücktritts Ihres Generalsekretärs. Im Gegenteil, wir finden eigentlich, dass Stephan Mayer in vielerlei Hinsicht prädestiniert war für das Amt des CSU-Generalsekretärs. Etwa 2018: Mayer ist in Anwesenheitslisten des Bundestags eingetragen (wg. Sitzungsgeld) und nimmt gleichzeitig an Terminen in seinem Wahlkreis Altötting teil – eine klare Referenz für höhere CSU-Weihen! Und nun der von Mayer verleugnete achtjährige uneheliche Sohn – wahrlich ein authentisches Bekenntnis zur katholischen Tradition!

Dito die anschließende Bedrohung des Bunte-Reporters, der das Geheimnis gelüftet hatte, mit den Worten: »Ich werde Sie vernichten! Ich werde Sie ausfindig machen, ich verfolge Sie bis ans Ende Ihres Lebens!« Wer so mit der leidigen Presse spricht, ist wie geschaffen für das Amt des CSU-Generalsekretärs!

Und nicht zuletzt der von Mayer 2013 verursachte schwere Auffahrunfall auf der heimischen A94, wo er mit 170 km/h statt der erlaubten 80 km/h ein hinderliches Auto wegräumte (8000 Euro Geldstrafe, zwei Monate Führerscheinentzug). Liest sich alles wie ein glänzendes Empfehlungsschreiben für das Amt des CSU-Generalsekretärs, keine Frage! Wir erinnern nur an CSU-Generalsekretär Otto Wiesheu, der 1983 mit 1,99 Promille einen Verkehrsunfall mit einem Toten und einem Schwerverletzten verursachte. Tradition verpflichtet!

Tja, aber eben. Bei dem einen Detail, Söder, hätten Sie stutzig werden müssen: Bei dem Auffahrunfall 2013 kam Mayer zwar vom CSU-Starkbierfest in Ratzingers Geburtsort Marktl am Inn. Doch er hatte dort laut Zeugenaussagen »tapfer Johannisbeerschorle getrunken« und war demzufolge erwiesenermaßen stocknüchtern. Da hätten doch bei Ihnen sämtliche Alarmglocken läuten müssen!

Nächstes Mal vorher uns fragen!

Die CSU-Promille-Experten auf der Titanic

Du weißt aber schon, »Redaktionsnetzwerk Deutschland«,

dass Delfine, obzwar recht intelligent, Deinen Artikel mit dem appellierenden Titel »Flipper im Krieg für Putin? Warum Delfine der russischen Armee helfen könnten – es aber nicht tun sollten« nicht lesen können, oder?

Hat deshalb auch nicht weitergelesen: Titanic

Liebe unbekannte irische Person!

Es hat uns tief beeindruckt, was wir da im Spiegel von Deinem, tja, nennen wir es »ehrenamtlichen Engagement« erfuhren: »Der Flughafen in der irischen Hauptstadt Dublin hat im vergangenen Jahr 13 569 Beschwerden wegen Lärmbelästigung erhalten – etwa 90 Prozent davon sollen auf eine einzige Person zurückzuführen sein. Die bislang unbekannte Person habe 2021 insgesamt 12 272 Beschwerden wegen Lärmbelästigung eingereicht.« Das allein halten wir schon für überaus komisch. Aber irgendwie stellen wir uns auch noch vor, dass Du für jeden einzelnen Deiner durchschnittlich 34 Reklamationsanrufe pro Tag in eine neue Persona geschlüpft bist: immer mit anderer Stimme, anderen Gründen für die Beanstandungen und vielleicht sogar anderem Kostüm?

Lachen bei der Vorstellung lauter als eine startende Passagiermaschine

Deine lärmenden Höhenflieger auf der Titanic

Meditationsapp-CEO Russell Glass!

Sie ließen sich mit dem Satz »Mentale Gesundheit muss wie Zähneputzen werden« zitieren. Was heißt das denn konkret? Dass man sich seltener und kürzer drum kümmert, als man sollte? Dass man es gerne mal vergisst und es aus Mangel an Bock am liebsten gleich ganz sein ließe? Soll es demnach also beim Status quo bleiben?

Fragt mit nicht nur Haaren auf den Zähnen Ihre Titanic

Königin Letizia von Spanien,

eine angebliche Waffenlieferung in die Ukraine sorgte für Heiterkeit in der spanischen Öffentlichkeit. Und zwar soll die Sendung nicht nur allerlei Kriegsgerät samt Grußkarte von Eurer Majestät enthalten haben, sondern überdies einige Chorizo-Würste.

Wir finden das in keiner Weise zum Lachen, wissen wir doch, dass eine grobe und gut ausgehärtete Chorizo im Nahkampf eine absolut tödliche Schlagwaffe darstellt. Auch gerne im Doppelpack als Chako!

Dankt Eurer Hoheit für den köstlichen Beitrag: Titanic

Erziehung, Schauspielerin Andrea Sawatzki,

lassen Sie offenbar auch Ihren erwachsenen Söhnen noch angedeihen. Obwohl beide in London studierten, kämen sie oft nach Hause, sagten Sie dem Hit Radio FFH: »Ein Trick ist, so zu tun, als vermisse man sie gar nicht. Dann kommen die ganz schnell.« Glückwunsch, die paradoxe Intervention haben Sie also ganz gut verstanden. Und in Zukunft wollen Sie uns doch bestimmt alles, wirklich alles über Ihren Kaffee am Morgen, Ihre Strümpfe, Ihr Glück im Supermarkt usw. erzählen, stimmt’s? Es bitten jedenfalls ganz doll darum

Ihre Erziehungsberechtigten von der Titanic

Immer schön lächeln, Bushido,

denn Sie machen ja jetzt auf Instagram Werbung für das Zahnaufhellungszeug von »Smile Secret«. Lassen Sie uns raten: Die zugehörige Zahnpasta gibt’s in den Geschmacksrichtungen Minze, Zimt und Sonnenbank Flavour? Doch genug des Spotts! Manche mögen Ihren Werdegang vom Gangsta-Rapper zum Insta-Nepper als peinlich empfinden, wir hingegen haben Verständnis für den Deal: So können Sie Ihre Beißerchen gratis aufhübschen, erhalten dafür bestimmt auch noch ein nettes Sümmchen und dürfen am Ende also von sich sagen: »Ich hab Smile und das Geld.«

Poliert Ihnen dafür nicht die Fresse: Titanic

Innenministerin Nancy Faeser!

Sie rieten im Interview mit dem Handelsblatt, sich einen Lebensmittelvorrat für mögliche Katastrophenfälle anzulegen. Ein guter Plan! Mit jeder unbedachten Äußerung aus der Politik wächst ja auch das Risiko von auf Wochen leergekauften Supermarktregalen immens.

Haben deshalb seit März 2020 vorgesorgt

Ihre Hamster von Titanic

Gratulation, glücksspielendes Paar aus England!

Wie die BBC berichtet, habt Ihr einen Lotteriepreis im Wert von 10 000 Pfund im Monat für die nächsten 30 Jahre gewonnen. Und was Ihr mit dem vielen Geld vorhabt? Ihr möchtet Geister jagen und paranormale Aktivitäten aufspüren. So weit, so plausibel.

Aber mal im Ernst: Ihr glaubt da an etwas, was absolut unwahrscheinlich ist, und investiert sowohl Zeit als auch Geld in die Sache, obwohl die Erfolgschancen, wissenschaftlich belegt, gering sind. Und dann gewinnt Ihr dabei doch, und den Erlös daraus steckt Ihr nun in etwas so Schwachsinniges wie Geisterjagd?

Who you gonna call? Bitte nicht: Titanic

Krass, liebe Münchner!

Ihr wollt dieses Jahr also das Oktoberfest in alter Manier, sprich: bar jeglicher Corona-Maßnahmen begehen. Wir freuen uns: Dann feiern wir im Herbst gleich zwei Comebacks, das der Wiesn und das der Pandemie!

Maßvoll durchseucht: Titanic

Positiv bleiben, Juliane Marie Schreiber!

Sie haben jüngst das Buch »Ich möchte lieber nicht – Eine Rebellion gegen den Terror des Positiven« veröffentlicht und dazu noch einen Online-Artikel im Magazin der Süddeutschen mit dem Titel »Lasst mich in Ruhe mit eurem ganzen Glück!«, in welchem Sie einleitend feststellen: »Wohin man schaut: Überall begegnet einem die Ideologie des Positiven. Dabei können Wut und wilde Flüche auch sehr heilsam sein und die Gesellschaft und Politik voranbringen.« Meinen Sie? Dann stecken Sie sich Ihre dummen Scheißtexte doch in den Arsch, dieser abgefuckte Totalmüll aus Ihrem restlos verblödeten Schrumpfgehirn interessiert doch keine gottverdammte Wichssau, verfickte Drecksscheiße noch mal!

Bringt Gesellschaft und Politik voran: Titanic

Grund zum Anstoßen, Getränke Hoffmann,

mag für Dich die Entwicklung Deines Claims gewesen sein, den wir dieser Tage auf Lkw und Websites lesen: »Getränke Hoffmann – Getränke muss man können.«

Wir gratulieren natürlich recht herzlich zu dem ausgefallenen Einfall. Aber sei gewarnt, Getränke Hoffmann! Wenn man nämlich irgendwann zu viele Getränke »gekonnt« hat, dann kann man leider irgendwann Sprache nicht mehr so gut (beherrschen).

Könnte jetzt auf ein Bier: Titanic

Whaaaat, chip.de?

Über die Rechtslage von Cannabiskonsum in der Schweiz wusstest Du: »Legal ist Kiffen in der Schweiz nicht. Allerdings gilt es als Ordnungswidrigkeit, wenn Sie weniger als zehn Gramm Marihuana besitzen.« Moment! Der THC-Konsum ist untersagt, wer aber nicht mindestens zehn Gramm Gras vorweisen kann, muss Strafe zahlen? Danach womöglich noch auf der Polizeidienststelle das Pott-Pöttli mit Marihuänli vom alten Senn Similla nach Rechtsvorschrift auffüllen? Wohl kaum!

Dann, chip.de, hättest Du nämlich gar keinen Quark formuliert. Und da, jede Wette, wird eher in Bayern ein Mindestzentner Heroin pro Kopf verordnet, als dass Dir je ein gerader Satz gelänge, der dann ausnahmsweise noch nicht mal gelogen ist. Kennt sich aus mit Löten und Quarzen: Titanic

Huber, Martin!

Noch keine 48 Stunden waren Sie als neuer CSU-Generalsekretär im Amt, da »glänzten« Sie bereits mit Ihrer Doktorarbeit, bei der sich »allein auf den ersten 26 von 252 Seiten insgesamt 25 Zitate ohne oder mit falscher Quellenangabe« finden, wie der BR unter Berufung auf den Plagiatsjäger Jochen Zenthöfer berichtet. Sauber, Huber! Auf die CSU ist halt Verlass!

Auch Ihre eilfertige Versicherung, Ihre Diss »nach bestem Wissen und Gewissen erstellt« zu haben – sehr gut, Huber! Vor allem Ihren Verweis auf die »mehr als 20 Seiten Literaturverzeichnis und mehr als 600 Fußnoten« als Beleg für Ihre einwandfreie »Quellenarbeit« finden wir sehr überzeugend, denn beim Literaturverzeichnis und bei den Fußnoten kann man ja nie nicht schummeln, gell? Aber am schönsten ist doch der Titel Ihrer Arbeit: »Der Einfluss der CSU auf den Plagiatspegel der Dissertationen von 1970 bis zur Gegenwart« – einfach spitze!

Haltaus, wir sehen gerade, wir haben den Titel nicht ganz, hihi, korrekt zitiert. Sie »schrieben« leider nur über das Thema: »Der Einfluss der CSU auf die Westpolitik der Bundesrepublik Deutschland«, blabla, rhabarberrhabarber. Den Einfluss Ihrer einzigartigen Wertepartei auf den Plagiatspegel der deutschen Dissertationen zu erforschen bleibt jedenfalls ein Desiderat der Wissenschaft!

Dennoch erlauben wir uns schon mal eine völlig unwissenschaftliche Prognose: signifikant! Ihre Spindoctoren auf der Titanic

Grüß Gott, Pietät Reukauf, Bestattungsinstitut in Frankfurt am Main,

sag mal, haben sich schon unzufriedene Kund/innen bei Dir gemeldet, Verarbeitung, Liegequalität oder Raumluft bemängelt und Umtausch gefordert? Oder gibt es die Totenbetten aus Deinem Sortiment im Sargoutlet Zweibrücken einfach für die Hälfte des von Dir veranschlagten Preises?

Kleiner Hinweis für mehr Umsatz: Dein Name, Pietät Reukauf, lädt nicht gerade zum Sterben ein. Und den Deckel immer gründlich zunageln, sonst retournieren die Toten!

Reue in Frieden: Titanic

Bremen!

Ohren zu und durch hieß es, als Du Dich von Mitte April bis Anfang Mai mit dem »jazzhead!«-Festival und der dazugehörigen Messe wieder als »Welthauptstadt des Jazz« (Stadtmagazin Bremen) inszenieren wolltest.

Obwohl wir diesbezüglich konsequent weggehört haben, sind wir überzeugt, dass Dir das mit dem bewährten Klangkonglomerat aus dröhnendem Eselsgeschrei, unrhythmischem Hundegebell, atonalem Katzenjammer und krachblechernem Hahnengekrähe auch mühelos gelungen ist.

Harmonische Grüße aus der Welthauptstadt der Satire! Titanic

Clever, Margot Robbie c/o Hollywood!

Mit kaum 30 haben Sie sich als Charakterdarstellerin in Filmen wie »Bombshell«, »I, Tonya« und »The Wolf of Wall Street« mehr als einmal für Golden Globe und Oscar empfohlen, haben sich nebenbei als Harley Quinn in die Herzen der Superhelden-Fans gespielt und mit »Promising Young Woman« einen preisgekrönten Arthouse-Schocker co-produziert – um jetzt in welche Rolle zu schlüpfen? In die von Barbie! Genau, der Barbie-Puppe »Barbie« im kommenden »Barbie«-Film. Das heißt: Egal wie steif, ausdruckslos, oberflächlich und plastikhaft Sie darin auch agieren, Sie werden den Nagel auf den Kopf treffen und maximales Lob für minimale Leistung einheimsen.

Zu diesem Vertrag gratuliert Ihnen voller Neid: die Jury der Academy Titanic

Richtig so, Bundesregierung!

Das abendliche Klatschen für die Pflege – statt Verbesserungen der Arbeitsbedingungen – ist ja schon zum regelrechten Running Gag geworden. Da wurde es Zeit für ernsthafte, aufrichtige und tatkräftige Maßnahmen. Wer in Tag- und Nachtschichten, für wenig Lohn und oft alleine auf einer Station die Schwächsten und Hilfsbedürftigsten unter uns versorgt, wer Windeln wechselt, Wunden pflegt, Körper hebt, Einsame tröstet, verdient einfach mehr. Und so hast Du Dich zu einem Schritt entschieden, der die Herzen rühren muss: Die Bundesregierung gibt eine Zehn-Euro- Sammlermünze »Pflege« heraus.

Sagt einfach mal danke: Titanic

Liebe Syltzilianer,

oder wie man euch Etepetete-Fatzkes da oben auf der Nordfrieseninsel nennt! »Sylt in Angst vor den 9-Euro-Urlaubern« schrieb die Bild über Eure Sorge, im Sommer wegen der 9-Euro-Tickets von Geringverdienerhorden heimgesucht zu werden.

Aber seht’s doch mal als Chance, es könnten doch beide Seiten voneinander lernen: Ihr erkennt vielleicht, dass wir Normalos gar nicht so schrill und unmanierlich sind, und wir stellen unsererseits womöglich fest, dass Ihr noch viel größere Arschgeigen seid, als wir uns jemals ausgemalt hatten! Und selbst wenn nicht, wird’s doch trotzdem ein unvergesslicher Sommer, wenn wir Eure und unsere Urlaubsaktivitäten fusionieren: Flunky-Ball mit XXL-Champagner-Flaschen! Dosenravioli aus der Edelporzellanschüssel! Und natürlich: Bierpong mit Fabergé-Eiern! Also wir freuen uns drauf!

Will »zurück« nach Westerland: Titanic

Bitte recht freundlich, Volker Wissing (FDP)!

Als Verkehrs- und Digitalminister der Ampel-Regierung stehen Sie einem Schlüsselressort vor, um den Energieverbrauch einzudämmen, was für Sie als Liberaler bekanntermaßen ein Herzensanliegen ist. Weshalb Sie in der Vergangenheit schon einschlägig aktiv wurden, nicht nur mit der vehementen Abwehr eines Tempolimits auf Autobahnen, sondern auch mit deutlichem Widerspruch zur Verteuerung des Individualverkehrs (»Mit Verzicht kommen wir im Klimaschutz nicht weiter«) oder zur Einführung eines Veggie-Days (»Die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger hört bei den Grünen beim Essen auf«).

Aber jetzt gehen Sie dem Übel endgültig an die Wurzel: »Bestimmte Dinge, die gemacht werden, werden getan, ohne zu bedenken, welche Folgen sie für die Umwelt haben. Beispielsweise neigen wir dazu, dass wir unser Essen fotografieren, und wenn man sich die Zahlen von Fotos von Essen anschaut weltweit, dann kommt man auf einen enormen Energieverbrauch. Man muss sich die Frage stellen: Ist das wirklich notwendig?«

Nein! Ist es nicht! Wenn Freiheit bedeutet, Steaks zu essen, dann muss man diese der Umwelt zuliebe nicht auch noch fotografieren. Aber jetzt dran bleiben, Wissing! Wir warten auf Ihren autobahnbrechenden Vorschlag, endlich auch die Blitzer auf Straßen mit Geschwindigkeitsbegrenzung abzuschalten. Was da alles an Fotos gemacht wird, noch dazu oft sogar von Liberalen!

Bedenkt stets alle Folgen: Titanic

Sergei Wiktorowitsch Lawrow!

Auf die Frage, ob’s denn nicht ein wenig merkwürdig sei, ein Land mit jüdischstämmigem Präsidenten »entnazifizieren« zu wollen, antworteten Sie mit der so haltlosen wie durchgeknallten Behauptung, dass ja auch Hitler jüdisches Blut gehabt hätte. Wir wissen nicht, welchen Glaubens Ihr Blut ist, Lawrow, aber offensichtlich haben Sie zu wenig davon, vor allem im Gehirn.

Ihre hämischen Hämatologen: Titanic

Yo, Fynn Kliemann!

Wir hielten Sie ja immer für einen hippen Fairtrade-Weltverbesserungssozialromantiker, aber nach den Enthüllungen Ihrer kalten Unternehmerpersönlichkeit im ZDF Magazin Royale finden wir Sie jetzt doch nicht so furchtbar!

Ihre (wahrscheinlich letzten) Freunde von: Titanic

Schonungslos, Bettina Aust,

sprechen Sie im FAS-Interview mit Benedict Cumberbatch die Härten des Schauspielerlebens an: »Ihre Vorbereitung auf Rollen gilt als sehr intensiv. Zum Beispiel haben Sie bei den Dreharbeiten zum Western-Drama ›The Power of the Dog‹ wie Ihre Figur Phil Burbank tagelang nicht geduscht. Zudem haben Sie sich am Filmset mit ›Phil‹ anreden lassen.«

Wow, krass, Aust! Da wagen wir uns kaum noch die Schrecken Ihres Weltstar-Interviewerinnen-Alltags vorzustellen: Täglich mehrmals duschen und trotzdem Schleimerin genannt werden?

Mitleidlos: Titanic

Martin Walser (95), Schriftsteller,

zu Ihrem halbrunden Geburtstag veröffentlichten Sie gemeinsam mit Cornelia Schleime »Das Traumbuch. Postkarten aus dem Schlaf«. Bekannte Gesichter tauchen in Ihren Träumen auf – von Thomas Mann über Jürgen Habermas und Adolf Hitler bis Marcel Reich-Ranicki, selbst Traumdeuter Sigmund Freud fehlt nicht. Auch Geschlechtliches hat seinen Platz: »Das Geschlechtsteil zur Hälfte weg. Ich muss es in einer Schachtel verbergen. Schaue an mir nach. Zum Glück ist es nachgewachsen!«

Von psychoanalytischer Traumdeutung halten Sie jedoch nichts: »Es gibt kein Unterbewusstsein. Meine Träume müssen nicht gedeutet oder gar nach den billigsten Schlüsseln übersetzt werden. Sie sind mir deutlich genug.« Mag sein, Walser, seine Träume deutet man ja am allerbesten selbst. Aber es gibt kein Unterbewusstsein? Sind Sie sicher? Gibt’s auch keinen Käse? Und was halten Sie von dem: »Das Hirnteil zur Hälfte weg. Ich muss es unterwegs verloren haben. Schaue im Oberstübchen nach. Was für ein Pech: Die andere Hälfte ist auch verschwunden.«

Für Sie – deutlich genug? – geträumt von Titanic

Teehersteller Teekanne!

Allein beim Lesen des Produktnamens Deiner Teekreation »Namastee« haben wir uns schon fast an Deiner heißen Brühe verschluckt. Als wir dann aber noch den Sinnspruch auf dem Teebeutel »Achtsamkeit heißt, Wissen an andere weiterzugeben« sahen, waren wir vollends ratlos. Ist das nicht eigentlich die Definition von Bildung? Ist es im Zweifelsfall nicht auch achtsam, Wissen für sich zu behalten? Und was hat das alles mit Deiner überteuerten Kurkumaplörre zu tun?

Brüht sich jetzt den Filterkaffee von gestern noch mal auf Titanic

Man darf gratulieren, Boris Johnson!

Laut Guardian sind Sie der erste Premierminister jemals, der in England Gesetze gebrochen hat. Im Rahmen Ihrer Siegesrede, bzw. Entschuldigung vor dem britischen Parlament erklärten Sie, dass es Ihnen nicht bewusst gewesen sei, dass Sie mit Ihren Partys während des Lockdowns Gesetze überschritten hätten.

Das ist natürlich verständlich. Denn woher hätten Sie auch wissen sollen, dass es solche Gesetze gibt? Etwa von dem unseriösen Kasper mit den wuscheligen, strohigen Haaren und dem hochnäsigen Akzent, der sich während der Lockdowns jeden Abend in Pressekonferenzen vor die Kameras gestellt hat, die aktuelle Gesetzeslage zur Coronaeindämmung erklärt hat und der die Bevölkerung darauf eingeschworen hat, dass es sich bei der Einhaltung um Leben und Tod handelte?

Nein, von dem Clown darf man sich doch nichts sagen lassen?

Sieht das ganz ähnlich: Titanic

CDU Berlin!

Du forderst den sofortigen Weiterbau der umstrittenen Stadtautobahn A100 im Osten der Stadt zu einer »Klimaautobahn«, wie Dein Landeschef Kai Wegner mitteilte: »Statt wie die Grünen bei Infrastrukturprojekten immer nur auf der Bremse zu stehen, muss jetzt die Chance genutzt werden, die A100 zu einer echten Klimaautobahn zu entwickeln.« Allerdings! Und dann gleich weitermachen und die Chance nutzen, den BER größer zu machen, um ihn so zu einem echten Klimaflughafen zu entwickeln. Nicht länger auf der Bremse stehen und das sinnlos brachliegende Tempelhofer Feld mit einer wahren Klimabebauung bestücken. Und das wichtigste Infrastrukturprojekt nicht vergessen: Die Berliner CDU zu einer echten Klimapartei umzumodeln. Ach, gar nicht nötig? Ist sie schon längst?

Dachte sich schon: Titanic

Nicht schlecht,

Bäcker Göing aus Hannover, ist der Spruch auf dem Plakat, mit dem Du neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter suchst: »Lass uns gemeinsam Roggen.« Besser kann man’s eigentlich nicht sagen. Sätze wie »Würde dich diese Stelle Weizen?«, »Wir Hafer da was für dich«, »Mach dein Dinkel« oder gar »Comemohn!« würden wohl nur halb so viele Bewerberinnen und Bewerber anlocken.

Ob die angehenden Teigkneterinnen und Sahneschläger aber auch dranbleiben, nachdem die erste Brezel gezwirbelt wurde?

Mehl sehen. Titanic

Und dann, Alice Schwarzer,

fanden Sie es gegenüber der Deutschen Presse-Agentur auch noch beklagenswert, dass der ukrainische Präsident Bundeskanzler Scholz für den symbolträchtigen 9. Mai nach Kiew eingeladen hatte: »Ich bedauere, dass Selenskyj nicht aufhört zu provozieren.« Worüber wir wiederum untröstlich sind und bedauern, dass Sie nicht aufhören zu publizieren.

Offenes Briefgeheimnis von Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
27.11.2022 Zürich, Kaufleuten Max Goldt
29.11.2022 Stuttgart, Theaterhaus Max Goldt
29.11.2022 Bochum, Kunstmuseum Kortumstraße Martin Sonneborn
29.11.2022 Oldenburg, Kulturzentrum PFL Bernd Eilert