Briefe an die Leser | September 2021


Armin »Rocky« Laschet!

Sie haben eine stärkere Beschäftigung mit Inhalten angemahnt: »Wir müssen endlich zu einem politischen Wahlkampf kommen.« Ausgesprochen wurden diese Ihre Worte, während Sie mit übergestülpten Boxhandschuhen in einem Frankfurter Jugendcamp standen und gegen einen Boxtrainer austeilten, um besonders kämpferisch wirkende Fotos zu bekommen. Wir hauen Ihnen die Pointe jetzt aber nicht um die Ohren, Sie knocken sich ja früher oder später ohnehin selbst aus.

Wirft für Sie das Handtuch: Titanic

Psst, liebe Olympiagewinnerinnen und -gewinner 2021 …

Wie wir hörten, bestanden Eure Medaillen bei diesen Olympischen Spielen aus Elektroschrott. Deswegen unser Tipp: Jetzt, wo Ihr wieder zu Hause seid und nichts zu tun habt, vielleicht mal damit an den Küchentisch setzen und versuchen, noch etwas Coltan daraus zu gewinnen. Dann hat sich die Fahrt gleich doppelt gelohnt! Aber denkt vorher daran, die Bissspuren zu beseitigen.

Life-Hack-Grüße von Titanic

Sie, Karl Heinz Bohrer,

Wie wir hörten, bestanden Eure Medaillen bei diesen Olympischen Spielen aus Elektroschrott. Deswegen unser Tipp: Jetzt, wo Ihr wieder zu Hause seid und nichts zu tun habt, vielleicht mal damit an den Küchentisch setzen und versuchen, noch etwas Coltan daraus zu gewinnen. Dann hat sich die Fahrt gleich doppelt gelohnt! Aber denkt vorher daran, die Bissspuren zu beseitigen.

Life-Hack-Grüße von Titanic

Herrje, Christina Horsten!

Wenn Sie als ausgewiesene New-York-Korrespondentin der Deutschen Presse-Agentur schon über Gouverneur Andrew Cuomo berichten, der wegen der mutmaßlichen sexuellen Belästigung ehemaliger Mitarbeiterinnen mittlerweile von seinem Amt zurückgetreten ist, hätten Sie dann nicht wenigstens – wie nachzulesen u.a. in den Ruhr Nachrichten vom 5. August – auf die Erwähnung der Emmy-Auszeichnung, die der Politiker für seine ungeschönten Corona-Briefings erhielt und die sein Selbstbewusstsein »ins Unermessliche anschwellen« ließen, oder die Einschätzung enger Vertrauter, »Andrew Cuomo sei schon immer für sein Stehvermögen bekannt gewesen«, verzichten sollen?

Fragt angesichts solch journalistischer Belästigungen stets mental erschlafft: Titanic

Försterfürst Peter Wohlleben!

Irre, was Sie im Spiegel-Interview so vom Stapel lassen. Vor allem hacken Sie auf die Methoden der Forstwirtschaft ein: »Viele Förster reagieren auf meine Argumente und Ideen wie Terrier, die an die Wand gedrängt werden.« Landwirtschaftsministerin Klöckner wolle nicht in Talkshows mit Ihnen sitzen, Bäume aus Baumschulen bezeichnen Sie als »Weicheier, gedopt mit Dünger«. Und: »Die klassische Forstwirtschaft geht oft superbrutal vor, mit Riesenkahlschlägen. Als ob die Förster irgendwelche Substanzen geschluckt hätten.«

Und das lassen wir an der Stelle einfach mal stehen wie einen schönen, heimischen Feldahorn, den Sie gegenüber den Baumschul-Weicheiern klar bevorzugen.

Gut Holz, alte Weichbirne: Titanic

Dir, Amazon,

wurde jetzt vom Universum, bzw. von kurz darunter eine schlecht gealterte glatzköpfige Actionfigur wegen Nichtgefallens zurückgesendet. Nun stehst Du sicher auch bei dieser unnötigen Retoure vor der quälenden Frage: Einlagern, schreddern oder gleich verbrennen?

Alles Gute von oben! Titanic

»Bon«jour, französische Impfgegner!

Um einen Genesenen- statt eines Impfnachweises zu erhalten, wollt Ihr Euch absichtlich mit Corona infizieren und habt deshalb angekündigt, keine Maske zu tragen und Euch nicht mehr die Hände zu waschen. Seid Ihr dann bitte wenigstens so konsequent, komplett aufs Waschen zu verzichten, damit Unbeteiligte automatisch Abstand halten? Merci im Voraus!

Zieht schon mal einen sehr breiten cordon sanitaire: Titanic

Allergieinfodienst!

Du schreibst auf Twitter: »Allergiker sollten sich bei essbaren Insekten informieren«, ob Kreuzreaktionen mit anderen Nahrungsmittelallergien möglich seien. Aber wenn die Insekten auch nur ein bisschen Hirnschmalz haben, was werden die wohl antworten? Vermutlich so etwas wie »Esst keine Insekten! Hochallergisch!«, um die eigene Haut respektive den Chitinpanzer zu retten.

Informieren sich doch lieber bei echten Fachleuten:

Deine Spaßvögel bei Titanic

Halleluja, Erzbischof Koch!

Als oberster Hirte in der katholischen Diaspora Berlin versuchen Sie offenbar immer desparater, die altersschwache Herde ein wenig aufzufrischen, und haben sich zu diesem Zweck nun mit einer Eisdiele des Namens »Süße Sünde« zusammengetan, um gemeinsam eine der großen eschatologischen Fragen zu klären. Nämlich: »Wenn unser Glaube eine Eissorte wäre – wie würde er schmecken?«

Und was sollen wir sagen, Eure Exzellenz? Angesichts der hinlänglich bekannten Vorlieben Ihres Personals dürfte die Antwort doch ziemlich klar sein: nach »Flutschfinger«!

Geschmackssicher: Titanic

So so, »Badische Zeitung«,

Du veröffentlichst also einen Bericht über die Wut der badischen Sparer wegen möglicher Negativzinsen, in dem auch ein Hans G. zu Wort kommt, und teilst mit, dass dessen Name zu seinem Schutz geändert wurde. Verständlich, denn hättest Du seinen richtigen Namen, der vielleicht Fritz F., Hinz K. oder Kunz H. lautet, genannt, wäre der Ärmste (!) sicherlich bei seinem nächsten Besuch in der Bank Spießruten gelaufen.

Danke für Deine Vorsorge. T.

Schriftsteller Daniel Kehlmann!

Sie haben das Drehbuch für das Regiedebüt des Schauspielers Daniel Brühl geschrieben, mit dem Sie eine Freundschaft verbindet. Vom Spiegel gefragt, wieso beide Hauptrollen in besagtem Film männlich besetzt wurden, begründeten Sie dies wie folgt: »Wir haben uns das Ganze nun mal als unschöne Männerkonfrontation vorgestellt.«

Und genau so stellt sich die Freundschaft zwischen Ihnen und Brühl vor: Titanic

Heißes Eisen, n-tv.de!

»Hat überlebt, aber mit Folgen – Todt spricht bewegend über Schumacher«, lasen wir in Deiner Nachrichten-App und hielten das auch für eine schöne Überschrift. Nur ein d ist zu viel, und statt »bewegend« hätten wir uns so etwas wie »anerkennend« oder, je nachdem, »spöttisch« gewünscht.

Überlebdt seit Jahren ohne Folgen: Titanic

Echt abenteuerlich, Reza Baluchi!

Sie sind laut Spiegel ein »Abenteurer« und wollten für Ihre letzte Aventüren-Aktion in einer »›Bubble‹ – einem mit Muskelkraft in einem Laufrad angetriebenen Floß« – von Florida nach New York wandern. »Mehr als 1600 Kilometer hätte er dafür in seinem runden Käfig strampeln und die mit Schaufeln und Schwimmkörpern bepackten Räder bewegen müssen.« Leider wurden Sie und Ihr Gefährt schon nach 60 Kilometern manövrierunfähig an Land gespült. Und selbst diese 60 Kilometer hatten Sie Richtung Süden zurückgelegt, wo Sie doch eigentlich nach Norden reisen wollten. Gerettet hat Sie letztendlich die Küstenwache.

Da fragen wir uns natürlich: Was wollten Sie mit der ganzen Sache bezwecken? Wie Jesus übers Wasser gehen? War es eine Kunstperformance, die den sich abstrampelnden, im Hamsterrad gefangenen Menschen symbolisierte? In einer »Bubble« orientierungslos umhertreiben – das könnte man auch als Twitter-Kritik deuten. Ach so, Sie wollten Spenden sammeln, unter anderem für die Küstenwache! Damit die es sich leisten kann, Sie auch bei Ihrer nächsten Abenteuer-Idiotie wieder zu retten, stimmt’s? Dachten wir uns schon! Titanic

Schade, umherwandernde Elefanten in China!

Viele Monate seid Ihr durchs Land gezogen und habt Medienberichten zufolge alles zertrampelt, was Euch im Weg stand. Aber warum habt Ihr denn nicht auch in Deutschland vorbeigeschaut – zum Beispiel in der FDP-Zentrale, auf dem ZDF-Fernsehgartengelände oder in der Focus-Redaktion?

Hofft jetzt auf Eure nächste Tour: die Elefantenrunde von Titanic

»Jungle World«!

Einen Artikel darüber, dass die Taliban ihre Kämpfe in Afghanistan verstärkt haben, obwohl sie nach einem Abkommen mit den USA eigentlich mitregieren sollten, kündigtest Du schnittig mit »Barbarei statt Barbier« an. Und was meinst Du, mit welchen Schlagworten ließe sich das Taliban-Treiben noch beschreiben? Vielleicht mit »Killer statt Kindergärten«; »Terror statt Teehaus«; »Koranschule statt Chor«, »Misogynie statt Mister Minit« oder doch eher mit »Ehre statt Elterncafé«?

Fragt Deine Trockenschnitttruppe von Titanic

Gehen Ihnen, Markus Lanz,

und Ihrer Redaktion eigentlich noch mehr als sowieso schon die Ideen aus, dass Sie sich kürzlich gezwungen sahen, das neue Kubicki-Buch des Titels »Alles Mist« (o.s.ä.) zu bewerben? Da mussten in gewohnter Manier ein Journalist und eine Virologin zum millionsten Mal erklären, dass ein Virus und all seine Mutanten sich leider nicht juristisch verhindern lassen. Überraschenderweise ließ Kubicki sich partout nicht von solchen und ähnlichen Argumenten überzeugen, weil er eben Kubicki ist. Wer konnte das nur ahnen?

Überrascht und überrumpelt: Titanic

Hilfe, Joachim Herrmann (CSU)!

Nach der Sondersitzung des Innenausschusses zum Hochwasser fassten Sie, Bayerns Innenminister, noch einmal zusammen, worauf es ankommt: »Dann kommt es darauf an, richtig zu reagieren … Wir müssen natürlich immer sehen: Wir werden Katastrophen auch in Zukunft nicht, vor allen Dingen Naturkatastrophen, nicht von vornherein verhindern können.« Katastrophen von vornherein verhindern geht also immer noch nicht, Herr Minister? Aber im Nachhinein, ja? Bitte bitte!

Möchte nur vor Ihnen geschützt sein: Titanic

Lieber Mastodonsaurus,

dessen Unterkiefer in einem Steinbruch in Unterfranken gefunden wurde: Liegen wir sehr falsch, wenn wir annehmen, dass wir für die Suche nach dem Oberkiefer Richtung Oberfranken fahren sollten?

Immer gut für urzeitalte Witze: Titanic

Sie, Petra Grimm-Benne (SPD),

äußerten sich in Ihrer Funktion als Ministerin für Arbeit, Soziales und Integration des nachgerade aufgeweckten Bundeslandes Sachsen-Anhalt beim MDR wie folgt: »Wir haben Impfangebote konzipiert, damit wir gegen die Impfmüdigkeit animpfen und in der Zeit der Sommerferien den Impfturbo anschmeißen können.«

Gerade in Sachsen-Anhalt grassiert also die Impfmüdigkeit? Wie kann das sein? Und wie wollen Sie, Grimm-Benne, gewährleisten, dass sich das ausgerechnet in den Sommerferien, welche Ihnen doch seit Jahren die Frühaufsteh-Statistiken versauen, ändert?

Allein durch den Gedanken an eine solche Aufgabe ganz schläfrig: Titanic

Und, Dr. Scharlach,

einen infektiöseren Namen hätten selbst wir uns für einen Sprecher des Niedersächsischen Landesgesundheitsamtes nicht ausdenken können.

Beeindruckt: Titanic

Du, Dich wirklich so nennender Bruder Paulus Terwitte,

bist irgendetwas Wichtiges im Kapuzinerkloster Liebfrauen in der Frankfurter City und leistest Dir seit längerem einen Kleinkrieg mit »Eisenbahn-Reiner«, einem Obdachlosen, der vor Deiner Klostertür Spielzeug ausstellt. In der FAZ erklärtest Du nun, Du fändest es ungerecht gegenüber anderen Obdachlosen, Anwohnern und Geschäftsleuten, dass Eisenbahn-Reiner eine »Sonderbehandlung« durch die Stadt erhalte usw. usf. Er solle in den »Abend- und Nachtstunden« seinen Platz komplett räumen müssen.

Okay, verstanden, aber, »Bruder« Terwitte, weißt Du auch, was wir ungerecht finden? Dass ein Verein wie Deiner, der mit ausgedachten Schauergeschichten seit zweitausend Jahren nur Unheil anrichtet und jetzt auch noch Obdachlose verjagen will, sich ohne jeden erkennbaren Nutzen für die Allgemeinheit bis heute von dieser zwangsweise seinen Aberglaubenquatsch finanzieren lässt. Und um Gerechtigkeit walten zu lassen, schlagen wir hiermit vor, Dein Kloster zugunsten von Wohnraum für Obdachlose komplett und unwiederbringlich zu räumen und Dich, Terwitte, gleich mit abzuschaffen, und zwar nicht nur abends mal, ähem, sondern für die ganze komplette Ewigkeit.

Amen. Titanic

Birne Merz!

Stimmt das, was wir da lasen? Dass der geplante Ausbau des Flugplatzes Arnsberg-Menden, an dem Sie als Anwohner und »passionierter Pilot« (Spiegel) großes Interesse haben, in Gefahr ist? Grund dafür ist neben den 4500 Quadratkilometern Wald, die gerodet werden müssten, die wenige Millimeter große Quellschnecke, deren Lebensraum ebenfalls geopfert würde. Es soll deshalb nun Klage eingereicht werden.

Und da stehen wir selbstverständlich felsenfest hinter Ihnen, Merz. Denn die Vorstellung, dass Sie nach den Niederlagen gegen Kramp-Karrenbauer und Arminion Laschet nun auch noch gegen ein winziges Weichtier den Kürzeren ziehen, können wir schlicht nicht ertragen.

Lass Dich nicht zermürben, Fritz! Titanic

Ganz naiv, »Spiegel«,

schreibst Du in Deinem Teaser: »Der Soziologe Wolfgang Streeck versteht sich als Linker, hat aber Verständnis für Viktor Orbán, lobt den Brexit und wünscht sich eine Renaissance des Nationalstaats« und fragst weiter: »Wie passt das zusammen?«

Ohne den Artikel überhaupt gelesen zu haben: Wir möchten lösen! Er ist gar kein wirklicher Linker.

Satz und Sieg: Deine Großdenker bei Titanic

ELRO Europe!

Der Slogan auf Deinen Produktverpackungen lautet: »Home is not a place, it’s a feeling«. Hierzu eine kurze Nachfrage: Sollen wir Deine Rauchmelder jetzt überall mit hinnehmen, um uns heimisch zu fühlen?

Mit Feuer und Flamme wider den Hohlsprech: Titanic

Warum Sie, Daniel Föst,

in München für die FDP kandidieren, interessiert uns nicht, aber warum Sie sich auf einem Plakat, die Ärmel hochkrempelnd, so elliptisch wie unterkomplex als »Vater. Münchner. Macher.« vorstellen, das dürfen Sie uns gern erklären. Dass Sie sich erfolgreich fortpflanzen konnten, freut uns für Sie, allerdings ist das keine Qualifikation für den Bundestag, denn dort geht es bekanntlich wenig erotisch zu. Dass Sie Münchner sind, liegt in der Natur der Sache, das ist also eine überflüssige Information. Bleibt noch zu klären, was Sie da so machen, das Sie zu einem Macher macht. Viele Worte sind es offenbar nicht, das ist ja durchaus sympathisch.

Da Sie nun schon die Ärmel oben haben: Wollen Sie sich nicht nützlich machen und uns beim Abwasch zur Hand gehen? Macht derweil ein Bierchen leer: Titanic

Samba, Beatrix von Storch!

Mit Ihrem Gatten Sven von Storch sind Sie vor ein paar Wochen über den Atlantik geflattert, um Satan persönlich zu treffen: Zuckerhut-Hitler Jair Bolsonaro! Und während sich in Deutschland kaum jemand für Ihren Trip interessierte, schlug er in Brasilien mächtig Wellen: Sich »mit einer nationalsozialistischen deutschen Parlamentarierin« zu treffen, sei »erbärmlich«, schrieb die Vorsitzende der linken Arbeiterpartei PT, auch das »Museu do Holocausto« in Curitiba verurteilte den Präsidenten für das Treffen mit einer Politikerin, die für »rassistische, sexistische, islamophobe, antisemitische und fremdenfeindliche Tendenzen« stehe.

O je, Frau von Storch, das muss schmerzen … In Brasilien denken die Leute ja fast schlechter über Sie als wir! Aber halt auch nur fast. Scheren Sie sich für immer zum Teufel! Titanic

Olaf Scholz!

In der NOZ wussten Sie Impfskeptiker zu beruhigen, denn nach Millionen von Impfungen steht Ihnen zufolge fest: »Niemand ist ein Alien geworden.«

Genau das aber würde ein Alien sagen! Wobei wir uns relativ sicher sind, dass weder Laschet noch Baerbock oder Sie außerirdisch sind. Dafür präsentieren Sie sich im Wahlkampf allesamt einfach zu unterirdisch. Titanic

Wählergemeinschaft »Die Hannoveraner«!

Anlässlich der Kommunalwahl in Hannover buhlt Ihr unter anderem mit diesem Slogan um Stimmen: »Keine Schikanen! Hannover muss für Autofahrer attraktiv bleiben!«

Vom attraktiven Autofahren scheint Ihr allerdings nicht viel zu verstehen, denn: Würden die Straßen Hannovers nicht gerade mit Schikanen noch attraktiver werden?

Fährt nicht auf Euch ab: Titanic

Exquisit, Rowohlt Verlag,

ist abermals das Herbstprogramm Deines – wie man so sagt – Labels »Kyss«, mit welchem Du deutschsprachige Heranwachsende zu kompetenter Leserschaft fortbilden möchtest.

Die bewährte Anya Omah (»eine im Selfpublishing bereits erfolgreiche Autorin mit großer Fanbase«) verheißt eine erbauliche »New-Adult-Trilogie mit deutschen Settings«, bestehend aus dem Roman »Regenglanz« (»so schmerzlich schön wie ein Tattoo«), sodann »Nebelschimmer« (»Eine Own Voices Romance. Divers, positiv und selbstverständlich«) und schließlich »Gewitterleuchten« (»Forbidden Love, Second Chance, Enemies to Lovers«), während Kira Mohn in ihrem Werk »The Sky in Your Eyes« die Problemfelder »Body Positivity und Naturschutz« thematisiert, wohingegen Jen deLuca »Fake Relationship« angeht, »eines der beliebtesten Romance-Motive, kombiniert mit dem absolut einzigartigen Setting Mittelalterfestival«, und zwar in ihrem Roman »A History of Us – Nur drei kleine Worte« (aber sind das nicht genau genommen vier kleine Worte? Nun, eine Petitesse).

Urdeutsche Settings à la Naturschutz plus Mittelalter, kombiniert mit Body Positivity und Fake Relationship: da kommen die New Adults unseres Vaterlands garantiert ins gepflegte Schmökern.

Geben Dir dennoch keine Second Chance: die Erwachsenen von Titanic

Und sag einmal, lieber Ecki,

was wirst an Deinem, unglaublich!, Achtzigsten denn so machen? Hm? Krenz? Erfrischungseck? Funicolare-Bar? Paradies? Oder lieber ins italienische Eiscafé, Teenager beobachten?

Wo immer Du bist, beim Hubmeier, der Wacker-Mathild oder im Aschenbrenner: Wir sind dabei. Und trinken auf den großen Eckhard Henscheid sieben, acht schöne frische Weizen, gar nicht der Rede, gar nicht der Erwähnung wert. Und wenn nötig, auch Sechsämter!

Du zahlst? Verstehst Du uns, bitte!

Mit den ergebensten Grüßen und Glückwünschen nach Seelburg

sowieso immer Deine Titanic

Noch einmal, Johanna Adorján!

Keine zweieinhalb Jahre ist es her, dass wir dem SZ-Magazin anboten, zum halben Preis Ihre sicher fein dotierte Lebensberatungskolumne zu übernehmen, deren stupender Kniff es ist, sich aus der Gewissensentscheidung, um die es geht, herauszuhalten.

München hat sich nie gemeldet – und nachdem wir in eine jüngere Ausgabe hineingesehen haben, wissen wir auch, warum: »Die Beantwortung dieser Frage kann Ihnen leider niemand abnehmen … Aber Sie haben das alles doch so überzeugend in Ihrer Frage dargelegt, ich bin mir sicher, dass Sie das Gewissen argumentativ zu besänftigen wissen.« Also neuerdings nicht mehr nur »Das müssen Sie selbst wissen«, sondern auch »Die Frage ist die Antwort« – und lautet der klassische Therapeutinnen-Dreh schließlich nicht von alters her: »Was glauben Sie?«

Letztendlich überzeugt: Titanic

Du, EU-Drogenbeobachtungsstelle,

hast festgestellt, dass der Drogenkonsum während der Pandemie gestiegen ist. Außerdem hätten die Drogenverkäufe übers Internet zugenommen. Aber darüber willst Du Dich doch nicht wirklich beschweren, oder? Immerhin ist das Onlinedealen kontaktarm. Und das macht den Drogenhandel im Internet doch geradezu vorbildlich coronakonform!

Online-Grüße von Titanic

Sie, Gabor Steingart,

erschrecken uns in Ihrem sog. Morning-Briefing schon zu früher Stunde mit dem Satz: »Die Schriftstellerin Juli Zeh ist eine Wanderin zwischen den Welten.« Wenn Sie das sagen, wird’s wohl stimmen. Aber zwischen welchen? Halb- und Unterwelt? Scheiben- oder Hohl-? Rewe Feine Welt? Welt der Bäder? World of Warcraft (= Brandenburg; voll mit ganz okayen Nazis)? Verraten Sie’s uns? Oder bleibt’s ein Welträtsel?

Ihre Weltenbummler von der Titanic

Eine Frage, 30966 Hemmingen (bei Hannover):

Warum heißt Deine Hauptstraße »Hauptstraße« – und nicht »Hemmingenway«?

Hofft auf schnellen Wind of Change von Deiner Seite: Titanic

Von Ihnen, Nina Hagen,

ist schon länger nichts mehr zu hören gewesen, was am Einfluss von diskret arbeitenden Außerirdischen in Ihrem Oberstübchen, Ihrem persönlichen Jesus oder schlicht dem Eintritt ins Rentenalter liegen mag. Aber falls Sie sich ein spätes Comeback im öffentlichen Bewusstsein der Republik vorstellen könnten, hätten wir da einen Karrieretipp: Nach den Katastrophenerfahrungen dieses Sommers wollen viele Bundesländer bald wieder flächendeckend Sirenen einführen. Wäre das nichts für Sie? Als aufgedrehtes Kind des Kalten Krieges haben Sie Ihren permanenten inneren Alarmzustand ja ganz gut über die Zeit retten können. Da müssen Sie vermutlich nur einmal die Woche kurz zu Testzwecken den Mund aufmachen, und schon fühlen sich nicht nur Millionen Menschen erst gewarnt und dann so gut wie gerettet, sondern auch Ihre Titanic

Weil Du, CDU,

die CCC-Aktivistin Lilith Wittmann, nachdem diese Dich auf übliche Weise (»Responsible Disclosure«) auf eine Sicherheitslücke Deiner Wahlkampf-App »CDU Connect« aufmerksam gemacht hatte, verklagt hast, gab der Chaos Computer Club bekannt: »Um künftig rechtliche Auseinandersetzungen zu vermeiden, sehen wir uns leider gezwungen, bei Schwachstellen auf Systemen der CDU zukünftig auf Meldung zu verzichten.«

Wie gut für Dich, CDU, dass wenigstens wir weiterhin connected bleiben und Dir stets in monatlicher Folge Deine Schwachstellen melden. August: Armin Laschet.

Mut zur Sicherheitslücke: Titanic

So ganz, »RTL«,

verstehen wir noch nicht, warum Du Deine Reporterin und Moderatorin Susanna Ohlen beurlaubt hast, nachdem sie sich für einen Bericht aus dem Hochwassergebiet in Nordrhein-Westfalen extra mit Matsch eingerieben hatte. Sie habe sich vor den anderen Hilfskräften geschämt, »in sauberem Oberteil vor der Kamera zu stehen. Daraufhin habe ich mir, ohne zu überlegen, Schlamm auf meine Kleidung geschmiert«, schrieb Ohlen später dazu auf Instagram. »Das Vorgehen unserer Reporterin widerspricht eindeutig journalistischen Grundsätzen und unseren eigenen Standards«, hast Du, RTL, hingegen eine Sprecherin mitteilen lassen.

Aber wenn wir es richtig vor Augen haben, ziehen sich Deine Nachrichten-Vorleser/innen doch auch extra daxkonzernkonform Anzug, Krawatte oder Kostüm über, wenn sie über die herrschenden Verhältnisse in Sport, Politik und Promikreisen berichten. Ist das der richtige Standard, müsste hier nicht der Blaumann ran?

Fragt, hübsch gestriegelt und mit unüberlegten sozialkritischen Grüßen, für die sich kein bisschen schämt:

Deine White-Collar-Fraktion von der Titanic

Gratulation, Xander Schauffele,

zum Sieg im olympischen Golfturnier in Tokio! Über »eine halbe Goldmedaille für Deutschland« freute sich Bild, weil Sie zwar für Ihr Geburtsland, die USA, angetreten sind, Ihr Vater jedoch als Spross einer alteingesessenen Stuttgarter Familie aufwuchs und erst als 20jähriger in die Staaten auswanderte. Der Spiegel indes hielt den patriotischen Jubel des Boulevards für »leicht übertrieben«: »Zwar besitzt Schauffele tatsächlich noch einen deutschen Reisepass, und er ist seit 2017 pro forma auch in der deutschen Rangliste PGA gemeldet, aber er selbst spricht kaum Deutsch.« Für uns jedoch ist gerade das der Beweis, Mister Schauffele: Sie sind ein waschechter Schwabe!

Adele! Titanic

Ihr Süßen,

namentlich Marlies Hornbostel-Emerald, Tirza Schlim Stefanie, Jennifer Leiber, Corina Schmeichel, Naydine Spiegeleyre (zum Frühstück gerne), Karla Brecher Oesau, Sandra Austerlitz Nothnagel (wenn’s sein muss), Emmeline Schlechter Weitz (ist das nur ein schlechter Waitz?), Marlis Feyerabend Kittel (das schönste Synonym für »nackt«), Patricia Fiedler Goethe, Mechthild Ribbeck Goethe, Irene Einstein Handmann, Karolin Lorber Vanille, Anneli Palme MathesiusWendy (mit Binnenmajuskel, wow!), Gnflx Andik (wie bitte?), Luzie Knacke, Käte Kirchwey, und natürlich Willette Kienitz Brock-broido Lemieux:

Wir wissen ja, dass Ihr nicht echt seid. Und das werfen wir Euch auch gar nicht vor. Bevor wir aber all Eure Social-Media-Freundschaftsanfragen beantworten, wollen wir nur zwei Dinge wissen.

Erstens: Womit wird eine künstliche Intelligenz gefüttert, die solche Namen erzeugt? Und zweitens: War Käte Kirchwey nicht eines der Happy Hippos? Fragen sich und Euch die Sammler/innen von Titanic

Recht medizinisch, Digitalisierungs-Staatsministerin Dorothee Bär,

gingen Sie im Tagesspiegel die Steuersenkungspläne für den so genannten Mittelstand Ihrer CSU und der CDU an: »Viele Unternehmen haben während Corona stark geblutet, ihnen müssen wir jetzt den Rücken stärken.«

Hm, das könnte vielleicht die falsche Therapie zur Diagnose sein. Und abgesehen davon, dass Sie damit womöglich noch mehr Geld in Umlauf bringen, an dem Blut klebt, können so ein paar labbrige Scheinchen einen Rücken überhaupt richtig stärken? Oder denken Sie etwa nur an einen Stapel stabiler Münzen? Auch wackelig; und das lassen Sie mal besser nicht Ihre Wählerinnen und Wähler hören, rät Ihnen Dr. Google von der Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Apropos: ¡Hola bzw. holla, spanischer Priester!

Du hast Dir die Worte aus dem Matthäusevangelium »Der Geist ist willig, aber das Fleisch ist schwach« zu sehr zu Herzen genommen und in Deiner Gemeinde in der Kleinstadt Don Benito einen regen Handel mit Potenzmitteln betrieben. Für diesen nach weltlichem Ermessen offensichtlichen Sündenfall musst Du Dich nun vor einem irdischen Gericht verantworten.

Uns ist zwar nicht bekannt, ob Du Dich gegenüber Polizei und Justiz bereits bußfertig gegeben hast oder weiterhin auf das Beichtgeheimnis berufst. Angesichts der laut Zeugenaussagen freudigen Erregung Deiner überalterten Gemeindemitglieder beim Geläut der Glocken sowie ihres Durchhaltevermögens bei den nicht enden wollenden Eucharistiefeiern inklusive Rumgeorgel, Stoßgebeten und orgiastischer Gottesanrufungen sprechen alle Indizien aber ohnehin gegen Dich!

Bleibt auch ganz ohne künstliche Stimulanzien weiter standfest im Nichtglauben: Titanic

 Mmmmh, Thomas de Maizière,

Mmmmh, Thomas de Maizière,

über den Beschluss der CDU vom Dezember 2018, nicht mit der Linkspartei oder der AfD zusammenzuarbeiten, an dem Sie selbst mitgewirkt hatten, sagten Sie bei Caren Miosga: »Mit einem Abgrenzungsbeschluss gegen zwei Parteien ist keine Gleichsetzung verbunden! Wenn ich Eisbein nicht mag und Kohlroulade nicht mag, dann sind doch nicht Eisbein und Kohlroulade dasselbe!«

Danke für diese Veranschaulichung, de Maizière, ohne die wir die vorausgegangene Aussage sicher nicht verstanden hätten! Aber wenn Sie schon Parteien mit Essen vergleichen, welches der beiden deutschen Traditionsgerichte ist dann die AfD und welches die Linke? Sollte Letztere nicht eher – zumindest in den urbanen Zentren – ein Sellerieschnitzel oder eine »Beyond Kohlroulade«-Kohlroulade sein? Und wenn das die Alternative zu einem deftigen Eisbein ist – was speist man bei Ihnen in der vermeintlichen Mitte dann wohl lieber?

Guten Appo!

Wünscht Titanic

 Lustiger Zufall, »Tagesspiegel«!

»Bett, Bücher, Bargeld – wie es in der Kreuzberger Wohnung von Ex-RAF-Terroristin Daniela Klette aussah«. Mit dieser Schlagzeile überschreibst Du Deine Homestory aus Berlin. Ha, exakt so sieht es in unseren Wohnungen auch aus! Komm doch gern mal vorbei und schreib drüber. Aber bitte nicht vorher die Polizei vorbeischicken!

Dankend: Titanic

 Hallo, faz.net!

»Seit dem Rückzug von Manfred Lamy«, behauptest Du, »zeigt der Trend bei dem Unternehmen aus Heidelberg nach unten. Jetzt verkaufen seine Kinder die Traditionsmarke für Füller und andere Schreibutensilien.« Aber, faz.net: Haben die Lamy-Kinder nicht gerade davon schon mehr als genug?

Schreibt dazu lieber nichts mehr: Titanic

 Ziemlich beunruhigt, Benjamin Jendro,

lässt uns Ihr vielzitiertes Statement zur Verhaftung des ehemaligen RAF-Mitglieds Daniela Klette zurück. Zu dem beeindruckenden Ermittlungserfolg erklärten Sie als Sprecher der Gewerkschaft der Polizei: »Dass sich die Gesuchte in Kreuzberg aufhielt, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Berlin nach wie vor eine Hochburg für eine gut vernetzte, bundesweit und global agierende linksextreme Szene ist.«

Auch wir, Jendro, erkennen die Zeichen der Zeit. Spätestens seit die linken Schreihälse zu Hunderttausenden auf die Straße gehen, ist klar: Die bolschewistische Weltrevolution steht im Grunde kurz bevor. Umso wichtiger also, dass Ihre Kolleg/innen dagegenhalten und sich ihrerseits fleißig in Chatgruppen mit Gleichgesinnten vernetzen.

Bei diesem Gedanken schon zuversichtlicher: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Kehrwoche kompakt

Beim Frühjahrsputz verfahre ich gemäß dem Motto »quick and dirty«.

Michael Höfler

 Tiefenpsychologischer Trick

Wenn man bei einem psychologischen Test ein Bild voller Tintenkleckse gezeigt bekommt, und dann die Frage »Was sehen Sie hier?« gestellt wird und man antwortet »einen Rorschachtest«, dann, und nur dann darf man Psychoanalytiker werden.

Jürgen Miedl

 Kapitaler Kalauer

Da man mit billigen Wortspielen ja nicht geizen soll, möchte ich hier an ein großes deutsches Geldinstitut erinnern, das exakt von 1830 bis 1848 existierte: die Vormärzbank.

Andreas Maier

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Einmal und nie wieder

Kugelfisch wurde falsch zubereitet. Das war definitiv meine letzte Bestellung.

Fabian Lichter

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
13.04.2024 Frankfurt, Volkstheater im Großen Hirschgraben Max Goldt
18.04.2024 Berlin, Heimathafen Neukölln Max Goldt
18.04.2024 Hamburg, Centralkomitee Ella Carina Werner
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer