Briefe an die Leser | Januar 2021


Sehr geehrter Gevatter Tod!

Todestag Karl Dall: 23. November 2020. Todestag Roald Dahl: 23. November 1990. Todestag Paul Dahlke: 23. November 1984 … Fällt Dir was auf? Uns nämlich schon. Weshalb wir uns fragen: An welchem 23. November planst Du alter Schlingel denn, den Dalai Lama zu holen, die Dallas Cowboys und die Dahlien auf unserem Redaktionsbalkon?

Antwort bitte dalli dalli an Titanic

Servus, Markus Söder!

Bei der Suche nach einem Unions-Kanzlerkandidaten haben Sie davor gewarnt, sich zu früh festzulegen: »Wir dürfen keinen falschen Frühstart machen«, erklärten Sie beim digitalen Deutschlandtag der Jungen Union.

Okay, Söder, aber was empfehlen Sie dann? Einen richtigen Frühstart? Einen falschen Fehlstart? Oder einen richtigen Fehlstart?

Fragen die Frühstarter von Titanic

Alles richtig gemacht, Stadt Wuppertal,

als Du das Engels-Jahr 2020 unter das Motto »Friedrich Engels – Denker, Macher, Wuppertaler« gestellt und dabei das schlimme K-Wort vermieden hast! Und jetzt lass Dir Ausstellung und andere Feierlichkeiten zum 200. Geburtstag Deines Sohnes bloß nicht durch ein paar linke Spinner versauen, die dagegen protestieren und Engels als Sozialrevolutionär und Mitverfasser des Kommunistischen Manifests einfach dreist für sich reklamieren wollen!

Kann die 24 Jahre bis zu den anlässlich seines 100. Todestags stattfindenden Festivitäten »Joseph Goebbels – Rhetor, Filmfreund, Wahlwuppertaler« kaum abwarten: Titanic

Armer Biden, poor Joe!

Sie sind noch nicht mal vereidigter Präsident der USA, schon schlägt Ihnen das geballte Misstrauen von Zeit (»Joe Biden: Das reicht nicht«) bis Bild (»Warum ich Joe Biden nicht traue«) entgegen. Zeit-Autorin Johanna Roth empfindet Ihren ersten Auftritt nach der Wahl als kraftlos, vermisst echte »leadership« und resümiert, dass nicht etwa Trump, sondern Sie die wahre »lahme Ente« sein könnten. Und Bild-Adelsexperte A. v. Schönburg glaubt Ihnen »das Gerede von Eintracht« gleich überhaupt nicht, insinuiert ein Klima von Denunziation und Verfolgung des politischen Gegners seitens der Demokraten und prophezeit Säuberungsaktionen einer »Gedankenpolizei«, angeführt von der Abgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez.

Sie sehen, Mr. President-elect, nicht die Jahre des Lügens, Betrügens, Hetzens und Verletzens unter Ihrem Vorgänger in spe sind Ihr derzeit größtes Problem, sondern die deutschen Medien.

Bitte ziehen Sie niemals Ihre Truppen von hier ab! Titanic

Nur interessehalber, Hochschule Bochum:

Die von Dir auf interamt.de, dem Stellenportal des öffentlichen Dienstes ausgeschriebene Stelle eines wissenschaftlichen Mitarbeiters für das Projekt »Möbilität für Subsahara-Afrika« – ist die am IKEA-Lehrstuhl von Prof. Kvistbro angelagert? Titanic

Feuer frei, Lorenz Caffier!

Sie sind als Innenminister von Mecklenburg-Vorpommern abgetreten, weil Sie eine Waffe bei einem Nazi gekauft haben, von dem Sie aber nicht wussten, dass er einer ist – oder so ähnlich. Ungerecht behandelt fühlten Sie sich laut Ihrer Presseaussendung freilich trotzdem: »Feuer (!) und Flamme für mein Ministerium« seien Sie all die Jahre gewesen, das Ganze eine Hetzjagd der Medien, und Ihr Rücktritt erfolge vor allem, »um meine Familie, mein Umfeld und meine Mitarbeiter zu schützen« – aber Caffier! Zum Schutz Ihrer Familie? Dafür hätten Sie doch nicht zurücktreten müssen. Für so was hat man Waffen, Mann!

Knallt auch ganz gut: Titanic

Wie jetzt, Felix Stephan (»SZ«)?

Zum Rauswurf von Monika Maron bei S. Fischer schrieben Sie: »Die Frage, die Maron stellt, lautet implizit: Zieht die öffentliche Debatte heute engere Grenzen als das Strafrecht, das erst bei Volksverhetzung aktiv wird? Und sollte es nicht andersrum sein?«

Sollte das Strafrecht etwa engere Grenzen ziehen als die Debatte, also nicht erst bei Volksverhetzung aktiv werden? Oder soll die Debatte weitere Grenzen ziehen als das Strafrecht und ruhig mal über die Volksverhetzung hinausgehen, also etwas dürfen, was eigentlich strafbar ist? Und sollte es nicht eigentlich heißen: Die Frage, die Maron implizit stellt, lautet »explizit« …? Wie sieht das eigentlich mit den Grenzen bei Leuten wie Ihnen aus? Die werden offenbar weder vom Strafrecht noch von der Debatte gezogen, sondern vom Intellekt.

Vermutet ganz explizit: Titanic

Reiner Haseloff!

In den Tagesthemen fanden Sie zur Diskussion um ein Böllerverbot: »Dass es ein Verbot von Böllern und Silvesterraketen gibt, das ist nicht vorstellbar, weil auch nicht durchsetzbar. Ich denke mal, an der Stelle sollten wir auf die Vernunft der Menschen setzen.«

Klar, Haseloff, bei welchem Thema erscheint es erfolgversprechender, an die Vernunft der Bürger zu appellieren als zur Feier des Jahreswechsels, zu dem die Besoffenenarmeen des Landes mit Kanonenschlägen, XXL-Chinaböllern, Kettenknallern und immer gigantischer ausfallenden Raketenwerfern einen Zweiten Weltkrieg en miniature inszenieren, sich feuchtfröhlich wahlweise das Explosivmaterial oder, aus Versehen, das Feuerzeug zuwerfen?

Wenigstens Ihr Knall hat Bestand, auch über Silvester hinaus. Titanic

EA Sports!

Jedes Jahr aufs Neue veröffentlicht Ihr eine kaum überarbeitete Auflage Eures Fußballsimulationsspiels »Fifa«. Was uns dieses Jahr besonders fuchst: Warum kann man sich in Eurem beliebtesten Modus »Ultimate Team« nicht die AfD zusammenstellen? Das wären dann zum einen die Bronze-Karten, die keiner will, weil ihre Werte in allen Bereichen zu niedrig sind, zum anderen läge die Team-Chemie bei 0, weil kein Akteur zum andern passt.

Meta-Spieler der Satire seit 1979: Titanic

Sie, »Star Wars«-Schauspieler David Prowse (†),

haben unter der Maske des Filmbösewichts Darth Vader Kinogeschichte geschrieben.

Bzw. Darth Vader mit Ihnen in der Maske des Filmbösewichtes hat Kinogeschichte geschrieben. Denn außer Ihrer imposanten Statur ist es Ihnen nicht vergönnt gewesen, viel von sich selbst in die Rolle einzubringen. Weil Ihnen als rund zwei Meter großer Bodybuilder-Hüne das Talent zur grazilen Führung des Lichtschwertes fehlte, wurden Sie in den Kampfszenen vom Fecht-Olympioniken Bob Anderson gedoubelt. Zudem musste aufgrund Ihres Bristoler Akzentes Ihre Stimme für den US-amerikanischen Markt von James Earl Jones nachsynchronisiert werden. Und als Ihre Filmfigur in »Die Rückkehr der Jedi-Ritter« endlich die Maske lüpfen und sein menschliches Antlitz zeigen durfte, war es nach dem Willen von Regisseur Richard Marquand nicht Ihr Gesicht, sondern das des britischen Bühnen- und Charakterdarstellers Sebastian Shaw, welches das Millionenpublikum auf der Leinwand zu sehen bekam.

Nun sind Sie im Alter von 85 Jahren gestorben, und zumindest eine weitere Schmach dürfte Ihnen posthum erspart geblieben sein. Dass nämlich eines Ihrer drei Kinder sich bei Ihrer Aufbahrung von der dunklen Seite der Macht beseelt zu dem Ausruf hat hinreißen lassen: »Du bist nicht mein Vater!«

Mögen Sie inmitten all der Death Stars und Todessternchen in Frieden ruhen: Titanic

»SZ«, schon wieder!

»In der fiktiven Netflix-Serie ›The Crown‹ geht es um den Auf- und Abstieg von Margaret Thatcher«, verrät Dein »Aktuelles Lexikon« unterm Stichwort »Fiktion«, weil der britische Kultusminister gefordert hatte, die realitätsnahe, aber eben erfundene Serie mit einem einschlägigen Warnhinweis zu versehen. Nun wäre eine fiktive Serie aber eine, die in Wirklichkeit gar nicht existiert; was Du meinst, ist eine fiktionale, deren Geschehnisse teils fiktiv sind.

Wenn schon Lexikon, dann doch richtig, nein? Nicht dass sich Deine Selbsteinschätzung als Qualitätsblatt als Fiktion entpuppt! Titanic

Truth, Mathias Bröckers!

Als unerbittlicher Enthüller der ganz großen Verschwörungen haben Sie sich nun nach 9/11, der Medienmanipulation und dem »Deep State« endlich eines neuen heißen Eisens angenommen: »Klimalügner. Vom Ende des Kaputtalismus und der Zuvielisation« heißt Ihr frisch erschienenes Buch.

Sehr gut! Und wie wir Ihren zahlreichen Internetaktivitäten entnehmen, sind Sie längst schon am nächsten großen Ding dran. Wir warten also gespannt auf »Coronales Hirnversagen. Vom Triumvirusrat und dem Infucktionsschutz«. Oder doch besser: »Coronarsch auf – zwischen Pestzidenz und Knockdown«? Oder ... nein, stopp, halt, Schluss, wir halten es nicht mehr aus!

Zuvielisiert: Titanic

Estrich, geschätztes Baugeschäft Kotan aus Hannover,

scheint ja Deine Spezialität zu sein. Was aber ist mit Bindestrich? Ist manchmal auch wichtig. Zum Beispiel bei der Beschriftung der firmeneigenen Transporter. Die derzeitige Aufschrift »Kotanbau« jedenfalls könnte durch den Einsatz eines Bindestrichs durchaus verbessert werden.

Aber eigentlich ist es ja auch ziemlich wurst. Titanic

Gut gemacht, unbekannter Rottweiler!

Nachdem Dich ein Mann in Bremen für 50 Euro unter »dubiosen Umständen«, wie die Polizei es nannte, am Hauptbahnhof gekauft hatte, hast Du den mit Dir überforderten Typen gebissen. Er band Dich sodann an einem Pfeiler am Bahnsteig 2 an und rief die Polizei. Die hatte einige Mühe mit Dir und sperrte drei Gleise, bevor sie Dir Futter mit Beruhigungsmitteln gab und Dich ins Tierheim verfrachtete.

Falls Du, Rottweiler, zufällig Gefallen an gesperrten Gleisen oder anderen Orten gefunden haben solltest, komm doch mal vorbei. Kann Dir immer ein paar Ecken nennen, die besser geschlossen bleiben sollten: Titanic

Von Ihnen, Jessica Rosenthal,

wollte die Tagesschau wissen: »Wo fängt Reichtum an? Können Sie eine konkrete Zahl nennen, ab wann Sie umverteilen würden?« Darauf Sie: »Wir wollen sicher nicht das geerbte Haus der Oma einziehen. Wir wollen aber gerade da ansetzen, wo Vermögen nicht selbst erarbeitet wurde.«

Sicher, dass Sie neue Juso-Chefin werden wollen und nicht Komikerin? Denn die einzige Möglichkeit, sich das Haus der Oma selbst zu erarbeiten, wäre, es ihr per Enkeltrick oder Erbschleicherei abzuluchsen! Titanic

Allerliebste englische Königin,

auf der Seite adelswelt.de mussten wir über Sie lesen: »Queen Elizabeth – Neuer Sex-Skandal erschüttert den Palast«. Und bei aller Liebe, wann gedenken Sie denn, in dieser Sache einmal etwas halblang zu machen? Macht denn das Herz noch mit?

Jedenfalls beeindruckt: Titanic

Danke, GMX!

Jetzt bietest Du uns den lang ersehnten Service der »Briefankündigung per E-Mail«. Da jeder Brief beim Sortierprozess im Briefzentrum ohnehin fotografiert wird, erhält man mit diesem Service ein Foto des Briefes per E-Mail, kurz bevor er ausgeliefert wird. Das ist interessant für Leute, deren Spampostfach sich einsam fühlt oder auch, laut Deiner Webseite: »Unterwegs. Manchmal ist man neugierig und möchte wissen, was zu Hause wartet. Dank der Vorab-Info per E-Mail weiß man, wann sich ein Blick in den Briefkasten lohnt.«

Wobei: Wenn man den quälenden Prozess des Briefkastenöffnens dann hinter sich gebracht hat, weiß man ja noch immer nicht, was drinsteht. Was, wenn man sich dann die ganze Mühe macht, auch noch den Umschlag zu öffnen, und am Ende ist es doch nur wieder eine Rechnung? Ganz durchdacht scheint uns das noch nicht. Aber immerhin: Da laut Verband für Post und Telekommunikation täglich bis zu 70 000 Briefe verloren gehen, hat man so wenigstens die Chance, das Ding noch mal von außen anzuschauen.

Wohinein sich hingegen immer ein Blick lohnt: Titanic

»Heute«- Nachrichten (ZDF)!

In Kenia, wusstest Du, sei es zu einem »schweren Massaker« gekommen, und unsere Verstörung kannst Du uns glauben: Ein leichtes Massaker wäre ja schon schlimm genug gewesen.

Schwer Deine Titanic

Respekt, Edgar »Edi« Endres!

Sie kommentierten für den BR-Hörfunk das Bundesligaspiel zwischen München und Bremen – und schafften es tatsächlich, den Bremer Spieler Ömer Toprak gleich dreimal als Glatzkopf zu bezeichnen. In der markantesten Erwähnung exakt so: »Toprak spielt den Ball raus, der Glatzkopf, der Türke.« Andere Spielerfrisuren erwähnten Sie nicht. Daher unsere Frage: Ist da was zwischen Ihnen beiden? Hat Herr Toprak Ihnen mal die Freundin ausgespannt? Oder den Wagen geschrammt? Aber wenn schon, dann hätten Sie doch mit journalistischer Feinsinnigkeit und eleganten Synonymen »arbeiten« können. Kahlschädel, Turbo-Tonsur, Penisbirne, polierte Kuppel. Ach, Sie sind gar kein Journalist, sondern Fußball-Reporter?

Das vergaß: Titanic

Liebe Martina!

Beim Schmökern Ihrer Website (»Gluten- und weizenfreie, vegane Bio-Backmanufaktur Martinas Brotgefühle«) bekamen wir zunächst einen richtiggehenden Stullen-Jieper: »Gerne bezeichne ich meine Brote als lebendiges Brot – ursprünglich und natürlich. Jedes meiner Produkte ist ein Unikat. Das Aussehen und die Krume meiner Brote können daher durchaus unterschiedlich ausfallen. Das ist das Qualitätsversprechen unserer Natur.«

Damit hatten Sie uns fast schon! Doch dann lasen wir tropfenden Zahnes weiter: »#BROTGEFÜHL® ist für jeden da. MARTINAS BROTGEFÜHLE® hat daher eine unkomplizierte Fertigbackmischung entwickelt.« Kommt das nur uns widersprüchlich vor? Das, Martina, fragt Sie, ganz ursprünglich und natürlich, die gluten- und weizenfreie, vegane Bio-Satiremanufaktur Titanic

Edeka Schneider in Duisburg!

An Deiner Filiale hast Du als Reaktion auf einen Zwischenfall ein Schild aufgehängt: »Normale Straßenkleidung. Personen mit Morgenmantel oder Schlafanzug!!! haben keinen Zutritt zu Unserem Laden!!! Die Geschäftsleitung«.

Was ist mit Kimonos und Karateanzügen? Oder wenn man beides trägt? Und gehen Ponchos sowie Kaftane klar?

Fragt für einen Freund: Titanic

Ach, IG Metall,

da habt Ihr mit Opel einen tollen »Zukunftstarifvertrag« und seid trotzdem nicht zufrieden? Jedenfalls habt Ihr, Corona-konform, per Autokorso in Rüsselsheim und anderen Standorten protestiert. Opel droht nämlich mit Kündigungen, und das, obwohl im »Zukunftstarifvertrag« betriebsbedingte Kündigungen ausgeschlossen werden – sofern, bitte festhalten, genug Mitarbeiter (2100 Stück) freiwillig gehen! Es waren bis jetzt aber nur 500, weshalb Opel verständlicherweise die Geduld verliert.

Jetzt wüssten wir gerne, was noch in Eurem Tarifvertrag steht. Von angeordneten Überstunden wird abgesehen, sofern genug Leute freiwillig länger bleiben? Urlaub wird großzügig gewährt, solange ihn niemand beantragt? Keine Gehaltskürzung, unter der Bedingung, dass das Personal einen Teil des Geldes freiwillig zurücküberweist?

Komm schon, IG Metall, noch 1600 Freiwillige! Das schafft Ihr! Macht notfalls den nächsten Autokorso vor den Häusern der Widerspenstigen, die einfach nicht gehen wollen, empfiehlt Titanic

Tut-tut, Sibylle Krause-Burger (85)!

Als alteingesessene Kolumnistin der Stuttgarter Zeitung schwärmten Sie vom Automobil, wie es selbst der bestbezahlte Daimlerlobbyist nicht trefflicher zustande gebracht hätte. Unter anderem lobten Sie, dass so ein Karren es »ermöglicht, Kinder sicherer zu transportieren als in diesen völlig ungeschützten und den Abgasen ausgesetzten Fahrrad-Anhängern«.

Dass Sie einem grundsoliden Wort wie »Fahrradanhänger« ohne Not einen Bindestrich verpasst haben, wollen wir Ihnen noch mal ohne Strafzettel durchgehen lassen, Krauseburger. Aber ist Ihnen denn beim Schreiben echt nicht aufgegangen, wovor ebenjene Fahrradanhänger ungeschützt sind? Und woher die Abgase kommen? Nein? Dann sollten Sie den Führerschein so langsam vielleicht besser abgeben, raten die Fahrradanhänger von Titanic

Guten Abend, Eva Menasse!

In Ihrem Text »Solange wir leben« schrieben Sie in der Süddeutschen Zeitung: »Ja, es kommen dunkle Wochen. Aber es könnten Wochen für das Detail sein, für die Überraschung. Und für die Dankbarkeit … dafür, dass man kein Paketbote ist, dass man nicht zehn Stunden lang Intensivpatienten umdrehen muss«.

Klasse, Menasse! Das macht Mut. Nun gut, für Paketboten und Intensivpflegekräfte taugen solche plumpen Abwärtsvergleiche herzlich wenig – andererseits können auch die dankbar sein: dafür, dass sie nicht Eva Menasse sind!

Unvergleichlich: Titanic

Berlinerinnen!

Und Berliner! Lasst es Euch hinter die durchlöcherten Ohren schreiben: Die schönen Ecken Eurer Stadt sind längst nicht so interessant, wie Ihr vielleicht denkt. Ergo möchten wir denjenigen unter Euch, die in den sozialen Netzwerken Bilder des hässlichen Berlins sammeln, ans Herz legen: Lasst es bleiben! Großstadttristesse-Fotoblogs sind over. Es geht uns gehörig auf die Nerven! Wenn Ihr Sperrmüll fotografiert, eine graue Hausfassade oder ein Fahrrad, dem die Reifen fehlen, seid Ihr nicht mal halb so originell wie einer, der sein beklopptes Mittagessen auf Facebook postet. Denkt lieber mal gründlich darüber nach, warum diese Stadt so furchtbare Menschen aus Euch macht!

Ehrlich wütend: Titanic

Hallöchen, »Tagesspiegel«!

Du erfreust Deine Kundschaft neuerdings mit Berichten über den Aufenthaltsort von Erdbewohnern. Zum Beispiel so: »Musk ist wieder in Berlin, er war am Montag am BER gelandet.« Und weiter: »Der Privatjet von Musk, in Austin (Texas) gestartet, war am Montag um 9:42 Uhr am BER gelandet.« Tolle Nachricht. Falls das bei Dir, Tagesspiegel, zum neuen Standard werden sollte, folgende Info, sogar honorarfrei für Dich:

Es ist und bleibt in Frankfurt Deine Titanic

Sie, Ute Biernat,

gelten als »mächtigste Frau im deutschen TV« (Bild) und sind verantwortlich für »Quotengaranten« wie »DSDS« oder »Das Supertalent«. Dennoch – oder gerade deshalb – möchten wir eine Aussage korrigieren, die Sie neulich machten: »Markus Lanz stand ganz lange am Beckenrand, vor allem nach ›Wetten, dass …?‹«.

Präzise sollte es eigentlich heißen, Herr Lanz stand am Beckenrand und kickte Wetten, dass…? hinein ins Wasser, und zwar mit Schmackes. Das nennt man »Schiffe versenken«. Warum er heute bejubelt wird, können Sie selbst beantworten: In Pandemie-Zeiten haben »die Menschen eine Sehnsucht nach Unterhaltung. Vor allem, wenn man sonst nichts anderes machen kann.«

Und das ist doch nur noch traurig. Titanic

Was für ein Timing, Bill Barr!

Nicht nur, dass Ihre Zeit als Justizminister unter Trump eine »der tödlichsten Perioden in der Geschichte der Todesstrafe auf Bundesebene seit mindestens 1927« war: Der Süddeutschen entnahmen wir außerdem Ihr letztes Vorhaben, das Sie kurz vor Ende Ihrer unseligen Amtszeit noch zügig exekutierten: »Trump-Regierung erlaubt zusätzliche Hinrichtungsmethoden … Nach Bundesrecht zum Tode Verurteilte sollen auch erschossen oder auf dem elektrischen Stuhl hingerichtet werden können. Der Einsatz von Gas ist ebenfalls möglich.«

Und welches Datum wählten Sie für das Inkrafttreten der viel kritisierten Regelung? Den 24. Dezember. Tja, wenn jemanden Hinrichtungsüberraschungen unterm Galgenbaum samt einer Strophe »Totenstille Nacht« nicht in Festtagsstimmung bringen, dann heißt man wahrscheinlich nicht »Kill« Bill Barr.

Ob Ihres Abgangs ganz merry & jolly: Titanic

Moderatorin und Sängerin Ina Müller!

Home-Office stellt Beziehungen oft auf eine harte Belastungsprobe, steckten Sie dem Rundfunksender Hit Radio FFH. Permanent zusammen zu sein, sei »keine sexy Situation«.

Da liegen Sie vollkommen richtig, Müller! Es gibt nur eines, das eine noch härtere Belastungsprobe für Beziehungen ist: Gemeinsam »Inas Nacht« zu schauen.

Sexy Grüße Titanic

Zu Ihrer Verteidigung, Keanu Reeves,

der Sie trotz Pandemie auf einer Party in Potsdam waren, erklärte der Chef des »Studio Babelsberg«, es habe sich bei dieser ausgelassenen Feier samt DJ und Alkohol lediglich um eine Filmszene des neuen Matrix-Streifens gehandelt. Und in der Matrix gibt es ja, so spinnen wir diese Argumentation mal fort, kein Coronavirus.

Unserer Ansicht nach brauchen Sie sich aber so oder so keinen Kopf zu machen: Laut der Verordnung Brandenburgs sind derartige Veranstaltungen mit Anmeldung, Hygienekonzept und bis zu 50 Personen erlaubt, sofern sie keinen »Unterhaltungscharakter« besitzen. Und den haben Filme mit Ihnen ja nun wirklich nicht!

Diese Wahrheitspille wurde verabreicht von: Titanic

Uunona Adolf Hitler,

Sie wurden in Namibia zum Landrat gewählt. Mit 84,88 Prozent! Weil dazu von den Einschlägigen bereits alle Witze gemacht wurden, von uns nur ein kleines Dankeschön dafür, dass Sie zumindest dafür sorgten, dass am 3.12.2020 Google nach Eingabe des Namens »Adolf Hitler« groß Ihr Konterfei präsentierte und nur ganz klein am Rand das des anderen.

Freut sich schon über kleine Dinge: Titanic

Karin Frye!

Sie sind Inhaberin des Bestattungsunternehmens Frye in Frankfurt. Gegenüber der FAZ beklagten Sie, dass seit Beginn der Corona-Pandemie viel weniger Menschen als sonst sterben: »So schön das ist, für uns bedeutet es schlimme Einbußen.« Normalerweise kümmern Sie sich um 15 Beerdigungen im Monat, seit Beginn der Pandemie sind es nur noch fünf: »Zwei Drittel weniger Einnahmen, und die Kosten bleiben dieselben, wir sind böse am Knabbern.« Den Rückgang erklären Sie sich so: »In den Krankenhäusern wird weniger operiert als sonst. Die meisten Eingriffe gehen gut, aber einige alte oder schwache Patienten überstehen die Operationen nicht oder infizieren sich mit tödlichen Keimen. Weil die Krankenhausaufenthalte in der Corona-Zeit zurückgehen, gibt es … solche Todesfälle seltener als früher.«

Es müssen also, Frau Frye, mehr alte und schwache Menschen operiert werden und an Komplikationen sterben, damit Sie Ihren Laden kostendeckend betreiben können? Da hilft nur eins: ein dringender Appell an alle Krankenhäuser, Operationen an Hochbetagten nicht länger hinauszuschieben und das »Soll« der letzten Monate zügig aufzuholen!

Tipp von Titanic

Herbert Grönemeyer!

Im Kampf für die Corona-gebeutelte Kulturbranche zeigen Sie vollen Einsatz. »Wir halten die Menschen von unten, wir stützen sie ab. Wir geben ihnen geistige Lebensenergie, was zum Kauen für den Kopf«, fassen Sie die Leistungen Ihrer Zunft unmissverständlich zusammen und klären ganz beiläufig einen alten Kulturbegriff: »Wenn man über Kulturpolitik in Deutschland spricht, geht es schon los mit der Nichtgleichstellung von E- und U-Musik. Wir im Eventbereich, in der Pop- und Klubkultur, machen große Umsätze, gleichzeitig fließt viel Geld als Subvention in die Theater und Opern.«

Endlich erklärt uns mal jemand, wofür »E- und U-Kultur« steht, nämlich für Event- und Umsatzkultur! Und dass dank dieser Einteilung im Kulturbetrieb kein Platz ist für Künstler, die weder Menschen- noch Geldmassen anziehen. Wäre ja auch noch schöner!

Danke für die Aufklärung! Ihre Megaseller von: Titanic

Aber heda, ZDF/SWR!

»Wissen aktuell: Der Kopf isst mit!« heißt die Sendung; »Ess Dich gesund!« steht auf der Tafel, die auf dem fürs TV-Programm bereitgestellten Foto im Wochenmarktgemüse steckt.

Bleibt also bei Pommes: Titanic

József Szájer!

Sie haben »maßgeblich dazu beigetragen, dass der ungarische bürgerliche Konservatismus und die Christdemokratie ihren rechtmäßigen Platz in der europäischen politischen Szene einnehmen konnten«, bescheinigt Ihnen die Fidesz-Partei Ihres Führers Viktor Orbán. Ihren rechtmäßigen Platz als Abgeordneter des Europäischen Parlaments suchten Sie indes unlängst an einer Dachrinne, nachdem Sie zusammen mit zwei Dutzend anderen männlichen Personen in einer Brüsseler Wohnung von der Polizei erwischt worden waren. Wobei das Problem nicht darin bestand, dass sowohl Sie als auch die meisten anderen Anwesenden nur spärlich oder gar nicht bekleidet waren – es waren für die Pandemiemaßnahmen knapp zwanzig Personen zu viel im Raum.

Kann es sein, dass Sie sich einfach ein bisschen zuviel vorgenommen haben? Sie brüsten sich damit, die neue ungarische Verfassung von 2012 auf Ihrem Tablet im Flieger zwischen Budapest und Brüssel ausgeheckt zu haben, die auf Gott schwört und der rechtlichen Gleichstellung von Homosexuellen einen Riegel vorschiebt. Es zeugt schon von geradezu heroischer Tugendhaftigkeit, gleich eine ganze Verfassung gegen sich selbst in Stellung zu bringen – wie? So war das nicht gemeint? Sie dachten eher daran, wenigstens der Rest von Ungarn sollte sich gehörig am Riemen reißen, wenn Sie es schon so diabolisch-dekadent krachen ließen?

Ah ja, deshalb auch die geharnischten Drogengesetze Ihrer Partei, schließlich fand die Polizei in Ihrem Rucksack auch noch Ecstasy.

Alles klar: Titanic

Etwas merkwürdig, Apotheken-Qualitätsmarke Rubbax,

und auch uneindeutig bewirbst Du ein Cannabis-Öl, das »aus den Samen einer speziellen Cannabispflanze« gewonnen werde. Cannabis, »umgangssprachlich auch Hanf«, gelte »als eine der ältesten, traditionellen Pflanzen« (sic!), deren Blüten »schon seit Tausenden von Jahren vielfältig genützt würden«, so dass »auch in Deutschland die Nachfrage nach Cannabis-Produkten rasant« ansteige und Dein frei verkäufliches Cannabis-Öl daher Deutschland erobere.

Vollkommen verschroben aber ist dann die Aussage, das Geniale an Deinem Produkt sei, dass es keine berauschende Wirkung habe. Und da fragen wir: Wer will denn so was? Und wie würde sich das »speziell für den täglichen Verzehr … nach strengsten deutschen Qualitätsstandards« hergestellte Produkt wohl erst verkaufen, wenn es die bekannten bzw. erhofften Neben- oder Wechselwirkungen hätte?

Bleibt nach wie vor lieber beim Original: Titanic

Sie, Laura Karasek,

»leben gern exzessiv – ohne Handbremse!« Sie seien rastlos und leidenschaftlich, teilten Sie Bild in einem Interview mit, um dann Erstaunliches zu offenbaren: »Ich schreibe manchmal bis fünf Uhr, gehe selten früh ins Bett, mache Sport, lese viele Bücher.«

Und wir fragen uns nun: Ist das, Frau Karasek, schon die Postcorona-Definition von exzessivem Leben? Müssen wir zukünftig mit Statements rechnen wie: »Wollust? Super, ich stricke total gerne …« oder: »Komasaufen? Find ich mega, aber bitte ohne Alkohol«?

Ist noch nicht ganz in der neuen Zeit angekommen: Titanic

Ungern, bester Philipp Tingler,

üben wir Kritik, denn wir schätzen Sie und besonders Ihren letzten, bei Kein & Aber erschienenen Roman »Rate, wer zum Essen bleibt«: ein Werk auf der Höhe der Zeit und, wie unser Hans Mentz in der Januarnummer 2020 herausgefunden hat, die ideale Vorlage für eine Filmkomödie im Billy-Wilder-Stil. Sie allerdings würden »im Billy-Wilder-Stile« schreiben, denn so modern Ihr Roman, so altmodisch ihr Hang zum Dativ-e: »Franziska spürte, dass sie im Begriffe war, etwas Unpassendes zu sagen«, ihr Mann aber »legte mit sorglichem Blicke seine Hand auf Franziskas Handrücken«. Auch betritt ein »überaus rundlicher, quellender Mann mit hängenden Schultern, geblähtem Halse« den Schauplatz, seine »Nase war groß, der Raum zwischen ihr und dem schmalen, gräulich wirkenden Munde sehr unbedeutend«; und es erscheint »ein langer, dünner Mensch, an dessen hager dem krawattenlosen Anzughemd entwachsenden Halse der Adamsapfel stark hervortrat«.

Und weil wir schon dabei sind, müssen wir auf weitere kleine Unglücke hinweisen, von »obschon man sich das Gegenteil versichert hat« bis »Der Präsident servierte dieses Bonmot, was im Übrigen nicht von ihm stammte, wie einen ganz besonderen Leckerbissen«. Sie haben ja recht, wenn Sie schreiben: »Vielleicht muss man nicht immer alles aufarbeiten. Das ist nur so ein Dogma, was die Gesellschaft an uns heranträgt« – aber ein Dogma, das wir trotzdem an Sie herantragen müssen, lautet: Bitte richtiges Deutsch!

Schließen mit diesem »allzu verständlichen Wunsche«: Ihre Beckmesser von der Titanic

Hey da, Paula Schwarz!

Als Millionenerbin und junge Unternehmerin, »die mit der Welt hadert«, wurden Sie von der Zeit in einem Artikel mit der reichlich dämlichen »Ausgangsfrage: Macht Reichtum unglücklich?« gefühlvoll porträtiert. Der an Dummheit nicht arme Text berichtet von allerlei Schicksalsschlägen, u.a. von Ihrer Jugend »hinter einer Mauer aus Geld«, in der Sie nicht studieren durften, was Sie am liebsten machen, »Singen nämlich.« Manche Leute halten Sie sogar heute noch für ein »rich kid« und wollen Sie ausnehmen!

Aber trotz aller Widrigkeiten lassen Sie sich nicht unterkriegen und krähen: »Ich will was Geiles machen für die Menschheit« oder auch: »Ich will die Revolution.« Dass sich dieses Gerede in noch mehr heiße Luft um Start-ups mit ethischem Anstrich erschöpft, hat uns dann nicht mehr überrascht.

Dies jedoch im Vertrauen: Wenn die Revolution wirklich kommt, wird auf der Guillotine neben den einfühlsamen Reportern der Bourgeoisie noch Platz sein. Also entledigen Sie sich schnell der ach so schweren Schuld des Geldes. Investieren Sie in was Geiles, am besten in Titanic

Oooch, Wissenschaft!

Im südostasiatischen Myanmar hast Du jetzt die Popa-Languren entdeckt, lustig unfrisierte, langschwänzige Baumäffchen. Und noch während wir uns den neuen Namen merken und Bildchen der süßen Kletterer googeln wollten, liefertest Du diesen Downer: Die Affenart sei »akut vom Aussterben bedroht«.

Was, Wissenschaft, sind denn das für miese Tricks? Uns was Wuscheliges vor die Nase halten und gleich wieder aussterben lassen? Wenn Du das nächste Mal in irgendeinem Urwald ein niedliches Vieh aufstöberst, das grad am Draufgehen ist, dann verschweigst Du uns das gefälligst, verstanden? Und gibst ihm nicht noch einen Namen!

Hält sich Augen, Mund und Ohren zu: Titanic

»Augsburger Allgemeine«!

Anlässlich des Grünen-Parteitags berichtetest Du, der alte Konflikt zwischen gemäßigten Realos und radikalen Fundis sei immer noch nicht überwunden. Deshalb müsse die Partei signalisieren, was sie wolle: »die Eier der kompromisslosen Radikalität oder den Pfannkuchen der Verantwortung«. Aber gibt es in der Politik wirklich nur diese beiden Wahlmöglichkeiten? Was ist mit dem Grießbrei des Kompromisses? Oder mit der warmen Honigmilch des Einknickens?

Und hast Du Dich eigentlich schon mal gefragt, ob Du nicht vielleicht den Kaiserschmarrn der unpassenden Bildsprache zugunsten des Mehls des sachlich-neutralen Berichterstattungsstils ein bisschen vernachlässigen willst?

Rührende Grüße Titanic

Apple!

Der Satz »Dieser Schritt ist ein Sprung« dient nicht nur als Motto für Dein brandneues I-Phone 12 Pro, sondern wirft auch einige Fragen auf. Die wichtigste davon ist sicherlich die, wie gewaltig eigentlich der Schritt ist, den Du in der Schüssel hast.

Hält mit Deinem Humbug Sprung: Titanic

Wolfgang Van Halen (29)!

Vor einigen Wochen erlangten Sie durch den Tod Ihres Vaters, des Quietschgitarrengottes Eddie Van Halen, erstmals unsere Aufmerksamkeit. Anscheinend sind Sie selbst erfolgreicher Musiker und seit einigen Jahren Bass spielendes Mitglied in Vatis Familienfirma »Van Halen«. Alles schön und gut, doch können wir die ganze Zeit nur über eins nachdenken: Ist Wolfgang Van Halen auf eine schräge Art der vielleicht geilste Name aller Zeiten?

Wir meinen: ja!

So long, Wolfgang Van Halen! Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURMax Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt