Briefe an die Leser | Februar 2021


Beinahe, »Süddeutsche Zeitung«,

hätten wir sie vergessen, aber jetzt erinnern wir uns doch noch an die Schlagzeile, mit der Du auf dem Titel Deines Magazins das Jahr 2020 bilanziert hast: »Ein Jahr, das wir niemals vergessen werden.«

Und da müssen wir Dir, Süddeutsche, ausnahmsweise vollumfänglich recht geben: Auch wir schätzen nämlich das Jahr 2020 mit all seinen einmaligen Vorkommnissen als eines ein, das wir nicht vergessen werden, niemals! Im Gegensatz zu den meisten anderen Jahren, die uns im Laufe der Zeit so untergekommen sind. Wie hieß zum Beispiel noch mal das Jahr, das vor 2020 war? 20.., 20..? Siehst Du: wir kommen nicht drauf. Einfach vergessen! Liegt das am Ende an uns?

Schließlich findet ja auch Dich oft zum Vergessen: Titanic

Markus Lanz (ZDF)!

Am Tag des US-Kapitol-Sturms lief doch schon genug Verstörendes im Fernsehen. Mussten Sie in Ihrer Sendung dann wirklich auch noch Karl-Josef Laumann mehrmals in Großaufnahme zeigen?

Bekommen die schrecklichen Bilder nie wieder aus dem Kopf:

Ihre TV-Junkies von Titanic

Und Sie, Margie Kinsky,

waren jüngst bei »Hart aber fair« zu Gast und sagten zum Thema Corona: »Wir müssen jetzt gucken, dass wir uns am besten so benehmen, als ob wir es alle hätten!«

Also auf engstem Raum Partys feiern, mit ganz vielen Leuten knutschen und aus derselben Flasche trinken, weil dann ja auch schon wieder alles egal wäre und man sowieso keinen mehr anstecken könnte?

Fragt ganz undistanziert:

Ihre Titanic

Endlich, »Wirtschaftswoche«!

Wer kennt das nicht? Da wirft man sich morgens ordentlich in Schale, um sich nicht durch schlampiges Styling später zum Gespött beim Business-Lunch zu machen, und dann das: Wieder mal passt der Sportwagen farblich nicht richtig zum Privatjet! Ärgerlich! Aber damit ist jetzt Schluss. »Endlich passt der Porsche auch zum Business-Jet«, jubelst Du, denn: »Sportwagenhersteller Porsche und der Flugzeugbauer Embraer haben sich zusammengetan, um ein ungewöhnliches Doppelpack aufzulegen: Wer umgerechnet rund 9,2 Millionen Euro investiert, bekommt ein aus dem Sechs-Personen-Jet Phenom 300E und dem 911 Turbo S bestehendes Exklusiv-Paket, das in mehreren Details aufeinander abgestimmt wurde.«

Das wurde ja auch Zeit! Und sogleich verrätst Du, was diesem »Bundle« seinen »besonders exklusiven Touch« verleiht: Nicht nur, dass beide dieselbe Farbe haben, nein – es wurde sogar »ein gemeinsames Logo entworfen, das Jetflügel sowie den ausfahrbaren Heckflügel des Turbo stilisiert. Dieses Logo findet sich bei 300E und dem 911 außen wie innen«.

Außerdem zeigt sich die »Jet-Registrierungsnummer auf der Heckflügelunterseite, wenn der Spoiler ausfährt«. Schick, schick! Aber, Wirtschaftswoche, das Beste hast Du ganz vergessen zu erwähnen: Nach der Revolution brennen beide genau gleich gut!

Hat auch ihr Bundle zu tragen: Titanic

Schon wieder, spanische Corona-»Rebellen«,

müsst Ihr den Wahnsinn der unseren übertreffen! Nicht nur, dass einige von Euch glauben, dass das Trinken von gechlortem Wasser gegen das Virus helfe (vergleiche Briefe an die Leser, TITANIC 10/2020). Jetzt musstet Ihr auch noch unseren schönen »Protest«-Rave auf dem Landwehrkanal mit einem Lagerhallen-Rave bei Barcelona überbieten, der ganze 36 Stunden dauerte, bis er von der Polizei aufgelöst wurde.

Aber wartet nur ab: Unsere Querdenker werden das gewiss nicht auf sich sitzen lassen und schon bald mit neuen Spinnereien doppelt und dreifach zurückschlagen!

Nos vemos! Titanic

Schon schön, Schauspieler Mark Ruffalo,

dass Sie sich für den Green New Deal und gegen Fracking einsetzen, aber wir sehen doch eine gewisse Doppelmoral darin, dass gerade Sie, der Sie den Hulk verkörperten, den Ausstoß von »unprecendented amounts of radioactive material« kritisieren. Auf der anderen Seite: Mit Umweltzerstörung kennen Sie sich immerhin aus.

Jetzt bitte nicht wütend werden, fleht Titanic

Glück auf, FC Schalke 04!

Auch wenn es schwerfällt: Es ist Zeit, sich externe Hilfe von echten Fachleuten zu holen. Schick doch mal eine E-Mail nach Hamburg. Durch die Unterstützung eines sympathischen Milliardärs, eine kompetente sportliche Führung und geschicktes Marketing hat sich der HSV als »FC Bayern der Zweiten Bundesliga« etablieren können. Also, Kopf hoch, Knappen-Klub! Ähnliche Voraussetzungen sind auch bei Dir gegeben. Mit den richtigen Tipps von der Elbe und etwas Glück könntest Du Dich dann nächste Saison zur »Borussia Dortmund der Zweiten Bundesliga« mausern.

Setz uns gern ins CC! Titanic

Wolfgang Schüssel (75, ÖVP),

in der Süddeutschen Zeitung schrieben Sie, ehemaliger österreichischer Bundeskanzler, unter dem Titel »Eine Frage der Verhältnismäßigkeit«: »In der Corona-Krise muss sorgfältig abgewogen werden, welche Auswirkungen geplante Maßnahmen mit sich bringen.«

Echt? Wir haben bisher immer gedacht, dass Maßnahmen in der Coronakrise willkürlich, unverhältnismäßig und ohne Rücksicht auf ihre Auswirkungen ins Werk gesetzt werden sollten.

Nur mäßig beunruhigt: Titanic

Momentchen, Dario Schramm,

Du bist erst 20 und bereits Mitglied der SPD und seit Oktober 2020 Generalsekretär der Bundesschülerkonferenz. Respekt, da sind die Eltern bestimmt stolz, hähä! Jedenfalls erzähltest Du dem Spiegel neulich, wie frustrierend es für Schüler sei, wegen Corona nicht in die Schule zu dürfen …

Lass uns Dir mal was husten, Knabe. Als wir Altredakteure noch in die Penne mussten, wären wir froh gewesen um jeden Tag, den wir die Pauker nicht sehen müssen … Aber ob die Streberjugend von heute das versteht, Dario? Wir bezweifeln es!

Grüße aus dem Rauchereck: Titanic

Euer (Ultraschall-)Ruf, Fledermäuse,

ist seit der Covid-19-Pandemie und der vermuteten Rolle, die Ihr darin spieltet, ja etwas angekratzt. Doch nun berichtete orf.at von Beobachtungen eines Forscherteams der Universidad de Costa Rica: »Männchen einer Fledermausart namens Greisengesicht lassen für das Liebesspiel ihre ›Maske‹ fallen. Das konnten Forscher nun beobachten. Während der Balz singen und tanzen die Tiere mit einer Hautfalte vorm Gesicht für ein Weibchen, bei Erfolg lassen sie diese Maske dann während der Paarung unters Kinn rutschen.«

Respekt, liebe Greisengesichter! Die Maske ausschließlich beim Liebesakt abzunehmen ist absolut vorbildlich. Da können sich einige Menschen, denen schon beim Einkaufen oder Busfahren der MNS unters Kinn rutscht, eine Scheibe abschneiden!

Wird fortan dafür eintreten, dass Euch Dr. Drosten doch nicht den Kopf abbeißt: Titanic

Hartmut Dorgerloh!

Bei der Eröffnung des von Ihnen geleiteten Humboldt-Forums zeigten Sie sich hinsichtlich der Debatte um die dort ausgestellte Raubkunst zuversichtlich: »Ich denke, die Menschen werden uns hier die Bude einrennen, wie man in Berlin sagt.« Wie bitte? Die Bude einrennen? Nie gehört! Haha, diese Berliner!

Schön, dass Sie so optimistisch sind! Nur sollten Sie während des besagten Bude-Einrennens besser auf Gegenstände wie Äxte, Metallsägen und Vorschlaghämmer achten. Nicht, dass Ihr schönes Forum so kurz nach der Eröffnung in der Spree landet!

Bleibt gern fern: Titanic

Wir sorgen uns, steuerflüchtiger Ex-König Juan Carlos,

denn nach unmenschlich langen Exil-Monaten im Ultra-Luxushotel in Abu Dhabi häufen sich für Dich die Zumutungen. Dir sei langweilig, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Jeder Tag verlaufe gleich: »Zeitungslektüre, Physiotherapie, lange Telefongespräche.«

Solche Zustände, grundgütiger Juan, kennen sie nicht einmal in Moria. Und noch schlimmer: Deine Familie hält zu Dir Distanz. Darunter Tochter und Schwiegersohn, die schon selber vor Gericht standen, weil sie mit einer vermeintlich gemeinnützigen Stiftung Kongresse zu völlig überhöhten Preisen veranstaltet und dem Staat fiktive Dienstleistungen in Rechnung gestellt haben. Nun ließe sich fragen, ob Fantasiepreise und erfundene Dienstleistungen nicht exakt zum Wesen jeder Monarchie gehören, aber so viel Spitzfindigkeit wird Dich wahrscheinlich wieder nur langweilen.

Und bevor das für Dich noch tödlich endet, verabschieden sich lieber mit einem hochherrschaftlichen Bückling: Deine Hofschranzen von der Titanic

Und aber, Kieser-Training!

»Starke Menschen bleiben jung« – heißt das im Umkehrschluss, dass schwache Menschen alt aussehen, nicht alt werden und selbst dran schuld sind, weil sie kein Geld für Dich übrig haben? Und falls ja: Wäre »Kieser-Training: Freude durch Kraft« nicht auch ein schöner Slogan? Wenn auch kein ernstlich junger?

Fragen die ollen Schwächlinge im Rückgratstudio Titanic

Scharf, Hemdenschneider van Laack,

fanden wir es, dass Deine coronabedingt und extra für Kliniken genähten Kittel schnell reißen und deshalb von den Krankenhäusern erst mal nicht genutzt werden. Zwar mutete es nicht sofort sexy an, wie der CDU-NRW-Ministerpräsident (»Armin«) und sein Sohn (»Joe«), der Deine Hemden auch gegen Geld (»Influencer«) anpreist, diesen Millionen-Deal eingefädelt hatten. Aber dann die Assoziation: reißender Stoff, Karibik, Schweiß, Körper, die sich, störender Wäsche entledigt, aneinander reiben, bevor sie in die Fluten stürzen usw.? Geil.

Nun jedoch teiltest Du, van Laack, mit, Deine Lieferungen würden ausschließlich den Anforderungen und Kriterien der Bestellungen entsprechen. Was uns dann leider wieder auf den sandigen Boden der Tatsachen zurückholte, der nichts mit verlockend-reißendem Stoff zu tun hat. Sondern damit, dass man in van-Laack-Hemden doch eher wie ein Mitglied der Jungen Union aussieht, das eine zu große Aktentasche in der Hand hält. Und vorbei ist wieder mal eine große Chance. Titanic

Wir wunderten uns, »Spiegel«,

am 28.12.2020 über das Foto mit dem Heizkörperventil auf Stufe 3 im Artikel über hohe Gaspreise. (Das wäre selbst für unsere mollig geheizten Redaktionsräume zu warm.) Einen Tag später brachtest Du dann einen Artikel über Heizungsumrüstung mit einem Foto eines Heizkörperventils auf Stufe 4.

Jetzt warten wir auf den Artikel mit dem Foto des Ventils auf Stufe 5 – und die nachfolgende Artikelserie über die unerklärliche Häufung von Hitzetoten mitten im Winter!

Warme Grüße Titanic

Telegram!

Schon seit einiger Zeit bietest Du, neben zahlreichen anderen Verschlüsselungstechniken für die sorgenfreie Massenkommunikation zwischen Kriminellen, Nazis und Verschwörungstheoretikern, die Funktion des »sich selbstzerstörenden Bildes«, welche Täter vor Strafverfolgung schützt, wenn sie Penisbilder per Handyfotografie verschicken: Jene Bilder können von der Empfängerin weder heruntergeladen noch weitergeleitet werden, auch ein für die Beweissicherung notwendiger Screenshot kann nicht erstellt werden, zudem ist das belastende Foto nach wenigen Sekunden für immer von der Bildfläche verschwunden. Passenderweise heißt es hierzu auf Deiner offiziellen Website: »Telegram ist für jeden, der schnelles, zuverlässiges und vor allem sicheres Messaging … nutzen möchte.«

Sicheres Messaging nennst Du das also, so so. Und was genau tust Du, Telegram, für die Sicherheit derjenigen, die durch die Bereitstellung Deiner Dienste Opfer von sexueller Belästigung oder anderen Schweinereien werden, für die Du den optimalen Täterschutz bietest?

Wir hätten da einen konstruktiven Vorschlag: Warum nimmst Du Dir nicht ein Beispiel an der von Dir angebotenen Technologie und zerstörst Dich innerhalb von maximal 60 Sekunden einfach selbst?

Will sich bestimmt nicht an Dich erinnern: Titanic

Dr. Janine Felden!

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung wollte von Ihnen wissen: »Was fasziniert Sie an der Bioinformatik?« Sie u.a. dazu: »Mit nur einer einzigen Probe aus dem Meer können wir viele Fragen auf einmal beantworten, z.B. Wer ist da? Was machen die?«

Vielleicht können wir Ihnen behilflich sein. »Wer ist da?« – »Ich bin der Nemo. Ich suche meinen Vater.« – »Ich bin Janine Felden und nehme dich mit in mein Labor und zerquetsche dich.«

So oder ähnlich läuft᾿s doch ab, ist sich sicher: Titanic

He, Mark Adams, Chefdesigner Opel!

Wir würden sagen: Das sieht man.

Ihre Abt. Kundenwunsch auf der Titanic

Na gut, Jonas Jonasson,

unsere Vorhersage aus dem Jahr 2013, dass Sie die Bücher »Der Polizist, der einen Sack Kartoffeln einkaufte« und »Die Herzkranke, die nach Schweden reiste und Köttbullar aß« veröffentlichen werden, ist bislang nicht eingetroffen. Aber der Titel Ihres aktuellen Bestsellers »Der Massai, der in Schweden noch eine Rechnung offen hatte« ist ja auch schön blöd.

Gruß von dem Magazin, das auf Ihre Masche noch nie hereinfiel, aka Titanic

Ski Heil, N-tv!

Ein Interview mit dem Fotografen Lois Hechenblaikner über dessen Fotobuch, in dem er die »promillisierte Verwilderung« im Tiroler El Arenal Ischgl über Jahre dokumentiert hat, ordnetest Du Deiner Rubrik »Leben« zu. Wäre aber insbesondere angesichts der Rolle, die der Ort und seine »Sportler« im frühen Pandemiegeschehen spielten, nicht eher die Rubrik »Sterben« passender gewesen? Was, die gibt es bei Dir gar nicht? Und worüber berichtest Du dann den ganzen Tag?

Nur rhetorisch gefragt: Titanic

Etwas mickrig, Bauunternehmer Christoph Gröner,

war ja wohl Ihre Spende von 500 000 Euro an die Berliner CDU. Selbst wenn man die 300 000 Euro dazurechnet, die Sie schon ein paar Monate davor der Hauptstadt-CDU auf den Tisch legten, wissen Sie selbst, dass das auf dem Berliner Immobilienmarkt eine lächerliche Summe ist. Man stelle sich einmal vor, wie beengt allein die acht Leute aus dem Berliner CDU-Parteivorstand in einer Wohnung zu diesem Preis hausen müssten, die ganzen Beisitzerinnen und Beisitzer sowie den ollen Ehrenvorsitzenden Diepgen noch gar nicht mitgerechnet.

Wenn das mal nicht gar sozialistische Zustände wären! Aber keine Sorge, Gröner, es verpetzt Sie ganz bestimmt nicht: Titanic

Dr. Thorsten Gehrke!

Die Mopo hat sich mit Ihnen über Knie unterhalten: »Muskelaufbautraining im Fitnessstudio ist also zu empfehlen?« Ihre Sichtweise: »Die Muskeln müssen nicht nur gut trainiert werden, sondern sie müssen auch gut zusammenarbeiten. Also nicht nur eine Muskelgruppe am Knie trainieren, sondern alle.«

Ergo: im Fitnessstudio nicht nur Geräte wie Kniepresse, Kniezug, Kniebank, Knie-Stepper usw. nutzen, sondern auch immer schön ein paar Sätze Kniekehlen-Curls, Meniskusstütze, Kniestoßen und Kniestrecken ins Full-Knee-Workout einbauen, ja?

Empfiehlt dazu auch S. 53 in diesem Heft: Titanic

Spooooky, »Welt«!

Zur nach wie vor anhaltenden Pandemie schreibst Du: »Wie der Vampir braucht das Virus einen Wirt, um zu überleben«.

Mal abgesehen davon, dass Vampire nach unserem Wissen im biologischen Sinne keine Wirte benötigen, sondern halt Nahrung wie andere Wesen auch: Was bedeutet das für die Bekämpfung des Virus? Müssen wir mehr Knoblauch essen, um uns zu schützen? Nachts zu Hause bleiben? Oder uns gar kleine Pflöcke in die Haut rammen? Das klingt immerhin interessanter als regelmäßige Desinfektion und 1,5 Meter Abstand halten!

Aufgeregte Grüße von Deiner Titanic

Killekille, Soziologe Heinz Bude!

Für den politischen Fragebogen der Zeit sollten Sie »den besten politischen Witz« wiedergeben, und dieser fiel Ihnen ein: »Was unterscheidet einen Häftling aus Guantánamo von einem Iguana? Das Reptil darf nicht gequält werden. Es steht unter Artenschutz.«

Hä? Zunächst einmal: Welchen Iguana meinen Sie denn? Den Grünen Inselleguan Iguana delicatissima? Den quält man ja schon deswegen nicht, weil die dabei freigesetzten Stresshormone sein Fleisch weniger köstlich machen. Zwotens: Glauben Sie, man dürfe Reptilien quälen, die nicht unter Artenschutz stehen? Nach unseren Recherchen (Wikipedia) gibt es weltweit nur zwölf Länder, in denen Tierquälerei nicht in irgendeiner Form unter Strafe steht, und die USA, welche die Guantanamo Bay Naval Base unterhalten, zählen nicht dazu. Glauben Sie, drittens, man würde Leguane mit Samthandschuhen anfassen, wenn einzelne Exemplare in antiamerikanische Terroranschläge verwickelt wären? Zu guter Letzt: landen jene Tiere freilich in Iguantánamo. Haha.

Was lehrt uns dieser schmerzhafte Fall von Moralsatire wieder mal? Moral überlasse man den Moralisten und Satire weiterhin Titanic

Wirklich bemitleidet, Julian Reichelt,

haben wir Sie wegen Ihrer Sätze über den SPD-Politiker Karl Lauterbach: »Das ist ein Mensch ohne jegliche Relevanz. Außer dass er eine Fliege hat und aussieht wie ein Mediziner – und auch Medizin studiert hat.«

Das ist aber wirklich gemein! Da sieht der aus wie ein Mediziner und hat das dann auch noch studiert? Wer soll da noch durchblicken? Sie bestimmt nicht! Aber entspannen Sie sich, das erwartet auch niemand, am wenigsten Titanic

Zu Kreuze krochen Sie, Hannah Suppa,

Chefredakteurin der Leipziger Volkszeitung, auf Twitter. Anlass war die Beschwerde eines Lesers, der Ihre Zeitung dafür kritisiert hatte, anstelle des ortstypischen »zu Weihnachten« das in West- und Süddeutschland verbreitete »an Weihnachten« verwendet zu haben. Der Beschwerdeführer fühlte sich nach eigener Aussage dadurch diskriminiert und unterstrich die vermeintliche Wichtigkeit seines Anliegens mit einem spöttischen Verweis auf gendergerechte Sprache. Statt diesen ausgemachten Whataboutism-Mumpitz zu ignorieren, werteten Sie die Nicht-Debatte wie folgt auf: »Der Leser hat ja recht. Da ist uns irgendwo im Blatt ein ›an‹ durchgerutscht. Wir bessern uns! #Leserliebe«.

Und wenn Sie, Frau Suppa, wirklich auch solche Leser lieben, dann sind Sie bei der LVZ wohl ganz richtig.

Wäre »an« Ihrer Stelle dennoch nicht »zu« nett: Titanic

Untröstlich, Firma Fertiggaragen Sehn,

waren wir angesichts der verpassten Gelegenheit, mit dem Slogan »Fertiggaragen Sehn … und sterben!« zu werben. Der tatsächliche Wahlspruch (»Betonideen mit System«) ist allerdings auch nicht von schlechten Eltern.

Sehnsüchtige Grüße: Deine Betonköpfe von der Titanic

Geiger David Garrett!

In einer Anzeige von »Children for a better World e.V.« sagen Sie in einer Sprechblase: »Ich geb ab.« Und: »Jetzt erst recht!« Darunter liest man: »Die Krise trifft die Ärmsten am stärksten. Deshalb spendet David Garrett seinen Geigenkasten für Kinder in Armut.«

Im Ernst, Garrett, Ihren Geigenkasten? Als Sarg etwa? Etwas geschmacklos, aber der Wille zählt.

Findet: Titanic

Du, McKinsey & Company,

bist eine milliardenschwere Unternehmens- und Strategieberatung und veranstaltest im Februar ein »virtuelles Event für Studierende und Promovierende aller Fachrichtungen«, bei dem »die Teilnehmer zusammen mit erfahrenen McKinsey-Berater(inne)n alle Phasen eines typischen Beratungsprojekts – von der Problemstrukturierung bis hin zur Abschlusspräsentation« durchlaufen. Dabei bekommen die angehenden Strategen dann vermutlich einen Einblick in ein typisches Projekt wie Entlassungen, Verkaufsförderung von harten Drogen wie Oxycontin oder Unterstützung Saudi-Arabiens bei der Identifikation und Verfolgung von Oppositionellen. Die Abschlusspräsentationen im Job-Center, auf der Bahnhofstoilette und unter dem Galgen dürften interessant werden.

Immerhin bist Du so ehrlich und nennst Dein Event »Spuren hinterlassen«. Nachwuchsprobleme wirst Du wohl keine haben, fürchtet: Titanic

Wir, Rewe,

können über lebensmittelmäßige Scherzchen wie »Pilzt du mit mir gehen?«, »Sushi & Strolch«, »Waff bin ich?«, »Buttersozialprodukt« oder »Bohnie & Clyde« ja durchaus lachsen und freuen uns vielleicht sogar heimlich darüber, dass es auf Deinem Instagram-Account noch viel »Möhr davon!« gibt. Aber eins nuss Dir schon klar sein: Am Tag des Jüngsten Fertiggerichts ist auch Dein Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten. Und wenn die Lebenden und die Torten gerichtet sind nach ihren Tarten, wirst Du für immer in der Wortspielhölle schmoren! Mit Zwiebeln, Sahne sowie, natürlich, Titanic

Sie, Franziska Giffey (SPD),

haben Ihre Wahl zur Spitzenkandidatin für die Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus als »echten Rückenwind« bezeichnet »für alles, was kommt«. Was aber – nur mal angenommen –, wenn für Sie und Ihre Partei ein Abgrund käme? Dann wäre wohl Rückenwind nicht so hilfreich, jedenfalls nicht für Sie, oder?

Überlässt die Antwort gern dem Wind: Titanic

Und noch etwas, Frau Giffey!

Da äußern Sie sich zum Beschluss der Bundesregierung zur Frauenquote in Vorständen großer Unternehmen und behaupten, wenn man in dieser Angelegenheit auf Freiwilligkeit setze, gehe alles nur im Schneckentempo voran. Aber wäre das denn nicht genau die passende Geschwindigkeit?

Fragen die humornostalgischen Onkels von Titanic

David Hacke c/o »Spiegel«!

»Du bist, was Mama isst« lautet die Überschrift einer Deiner Artikel. Sag mal, gilt das auch für Getränke?

Hicks: Titanic

Philosophin Gudrun von Düffel und Universitätsdozent, Gymnasiallehrer und Übersetzer Peter von Düffel!

Menschenskinder, jetzt wissen wir, warum uns der Name Eures Sohnes, John von Düffel, seines Zeichens Dramaturg und Schriftsteller, so befremdet, ja kitzelt, ach was: infuriert. Es ist nicht so sehr bloß Euer wie ein schlecht ausgedachter Fantasiename klingender Nachname, der Euren John von Düffel wie einen angelsächsischen Metaller mit Röck Döts wirken lässt, sondern es ist dessen Klang im Verein mit dem Binnenreim »John von«. Gudrun und Peter, sagt bitte, dass Euer »John« deutsch ausgesprochen wird, d.h. wie »Million« am Ende. Dann ging’s!

Wird ebenfalls deutsch ausgesprochen: Titanic

Huhu, Mediziner mehrerer Universitätskliniken!

Finden wir prima, dass Ihr ein Projekt startet, welches Kinderärzten helfen soll, weniger überflüssige Antibiotika zu verschreiben, einschließlich einer App und fernmündlicher Beratung. Und ja, »Telemedizinisches Kompetenznetzwerk Antibiotic Stewardship in Pediatrics« ist etwas sperrig. Aber seid Ihr sicher, dass Ihr mit der Abkürzung »Tele-Kasper« von der Kollegenschaft ernstgenommen werdet? Wäre »Telemedizinische Sprechstunde: Experten pädiatrischer Pharmakologie empfehlen Lösungen« (Tele-Seppel) nicht besser? Oder gleich umsatteln auf »Telemedizinische Hilfe (online oder telefonisch) zum Erfinden von Namen mit planbarer Oeffentlichkeitswirkung trotz Zungenbrechern« (Tele-Hotzenplotz)?

Überlässt den Dimpfelmoser aus Zeitgründen wieder Euch: Titanic

Sie, Arnold Hohmann,

haben für die Funke-Mediengruppe eigentlich wohlwollend und angemessen den Fernsehfilm »Ein Dorf wehrt sich« rezensiert, in dem sich Menschen während der letzten Tage des 2. Weltkrieges unter Lebensgefahr endlich zum lokalen Widerstand entschieden.

So weit, so gut, wenn, ja wenn »da nicht die Nazis wären«, die »grobschlächtig« behandelt worden seien. Der »schwitzende Gauleiter« würde »nur als brünstige, schreiende Hitler-Charge samt Bärtchen« gegeben. »Fiese Ortsgruppenleiter« versprächen »aufmüpfigen Bürgern, sie demnächst persönlich aufzuhängen«. Das seien »Geschütze, die (der Film) so nicht gebraucht hätte«.

Da, Herr Hohmann, waren wir nun doch verwirrt. Müssen wir etwa unser Bild von den allgegenwärtigen Nazi-Schergen, die bis zum letzten Moment Menschen in den Tod getrieben haben, korrigieren? Müssen wir nicht? Weil Sie einfach kurz vor mit kurz nach Kriegsende verwechselt haben, als natürlich die einst schwitzenden, brünstigen, schreienden Gauleiter keine Hitlerbärtchen mehr trugen und still und leise an ihren Legenden von aufmüpfigen Bürgern werkelten? Als die fiesen Ortsgruppenleiter, die gerade noch rechtzeitig mit dem Aufhängen Unschuldiger fertig geworden waren, in kollektive Amnesie verfielen und plötzlich nicht mehr wussten, was sie im 3. Reich Unschönes angestellt hatten? Haben Sie einfach verwechselt? Na, kann ja mal passieren!

Nachsichtig: Titanic

Lieber Christian Lindner,

Sie sagten neulich, Sie führten Ihre Partei mit dem Ziel »mitzuregieren«, und fügten, weil Sie schon ahnten, dass das für Lacher sorgen könnte, hinzu, Sie meinten das »ernst«.

Das erinnerte uns vage daran, dass Sie schon mal die Gelegenheit hatten »mitzuregieren«, dann aber aus irgendwelchen Gesprächen ausgestiegen sind mit der Begründung, Sie und die FDP fühlten sich »erniedrigt«. Bis heute ist uns unklar, worin genau diese »Erniedrigung« bestand. Jetzt mal »ernst«: Hat Ihnen Seehofer von hinten den Diercke-Weltatlas über den Schädel gezogen? Hat Özdemir mit U-Hakerl auf Sie geschossen? Haben sich Angela Merkel und Claudia Roth auf Sie draufgesetzt?

Möcht᾽s endlich wissen: Titanic

Klare Worte, Ulf Poschardt,

fanden Sie im Gespräch mit der Aktivistin Franziska Heinisch in der Zeit. Heinisch warfen Sie vor: »Sie wollen Leute mitnehmen und Spaltung verhindern. Wenn man anderen Krankheit, Tod oder Enteignung wünscht, wird das schwierig.« Für Sie steht Enteignung also auf einer Stufe mit Krankheit und Tod, Poschardt? Sie müssen Ihren Porsche schon sehr lieben.

Gerührte Grüße von Titanic

Bei Dir, Thalia,

wollen wir uns bedanken, denn zuerst konnten wir folgende drei Nachrichten nicht in einen Zusammenhang bringen: »Buchhändler Thalia steigt aus Tarifbindung aus« (Handelsblatt, 8.1.21); »Thalias Bitte um unbezahlte Mehrarbeit« (Buchreport, 17.9.20) und »Deutschlands größte Buchhandelskette Thalia wächst trotz Corona« (Handelsblatt, 13.10.20). Wie kann es also sein, dass Deine Geschäftsführung unbezahlte Überstunden fordert, zukünftig ohne Tarifbindung schlechtere Löhne zahlt und gleichzeitig im letzten Jahr einen Umsatzzuwachs von sechs Prozent auf über eine Milliarde Euro verzeichnen kann?

Schlussendlich konnten wir die Lösung in einem kleinen Buch namens »Das Kapital« von einem gewissen Karl Marx finden, das es in Deinem Shop für gerade mal 19,90 Euro gibt.

Klar – die hat Dein Vorstand auch noch übrig. Titanic

Maye Musk!

Sie sind die Mutter von Elon Musk, junge 72 Jahre alt, und haben noch viele Zukunftspläne: »Ich will um die Welt fliegen und Vorträge über Gesundheit, Unternehmertum, Altern, Selbstvertrauen und weibliche Gleichberechtigung halten. Ich liebe es, intelligente und interessante Menschen zu treffen.«

Gute Idee, Mrs. Musk, die eigene CO2-Bilanz im hohen Alter noch mal so richtig schön nach oben zu pushen und den Alterungsprozess der Erde zu beschleunigen, um ihre ohnehin schon bedrohten Bewohner mit Gesundheitstipps (etwa im Umgang mit Monster-Hitzewellen, oder UV-Bestrahlung) fit zu machen und Mann und Frau dabei zu unterstützen, Hand in Hand die Wälder wieder aufzuforsten. Glauben Sie nicht, dass wirklich »interessante und intelligente Menschen« längst erkannt haben, dass man solche Vorträge genauso gut und umweltfreundlicher per Videoschalte halten kann?

Würde Sie lieber mit einer Space-X-Rakete auf den Mond schießen: Titanic

Vom »Spiegel« wurden Sie, Volker Wissing,

FDP-Generalsekretär, gefragt, wie Sie mit dem Spagat zwischen Ablehnung der Shutdown-Beschlüsse als FDP-Fritze und andererseits Zustimmung als stellvertretender Ministerpräsident in Rheinland-Pfalz umgehen. Ihre Antwort: »Ich habe in Rheinland-Pfalz die Aufgabe, konstruktiv ein Land zu regieren, gleichzeitig habe ich eine klare kritische Haltung zu den Beschlüssen der Ministerpräsidentenkonferenz.«

Wenn aber die Zustimmung zu den Shutdown-Beschlüssen »konstruktiv« war, Ihre Privat- und Parteimeinung jedoch davon abweicht, heißt das nicht, dass diese gerade nicht konstruktiv sein kann? Sondern, wie so ziemlich jeder FDP-Einwurf zur Coronakrise, schädlich und dumm?

Meinen staatstragend konstruktiv: Ihre Denkfüchse bei Titanic

Lothar Matthäus!

»Oft ist der Ball der größte Feind eines Fußballspielers«, haben Sie jetzt in einem Interview enthüllt. Das leuchtet uns ein, und wer sollte so etwas beurteilen können, wenn nicht Sie?

Aber sind Sie schon mal auf die Idee gekommen, dass sich die Sache aus Sicht des Balles vielleicht ganz anders, gar andersrum darstellt, indem nämlich für einen Ball der Fußballspieler der größte Feind ist? Ständig getreten werden, angeschnitten, vom Torwart abgestoßen – glauben Sie nicht auch, dass all das ziemlich verletzend ist? Und dazu die Gemeinheiten der Medien: »Aus dem Mittelfeld kamen nur schlechte Bälle.« Sind solche Reportersprüche nicht zutiefst diffamierend? Vielleicht sollten Sie sich in Zukunft etwas differenzierter äußern!

Macht aber kein Ballyhoo aus dem Vorgang: Titanic

Krähen!

Laut einer Studie der Universität Tübingen, von der wir in der FAZ lasen, verfügt Ihr über »eine Art von Bewusstsein«. Da Ihr ebenso wie Elstern ganz gerne glänzende Dinge klaut, hoffen wir, es ist Klassenbewusstsein.

Sozialistische Grüße Titanic

Van Morrison!

Dass Sie seit einiger Zeit versuchen, sich an die Spitze der coronaleugnenden Altrocker zu trällern, haben wir schon mitbekommen. Nachdem uns der Algorithmus eines Ihrer neuen Lieder in die Playlist spülte und dieses vor allem aus der Zeile »No more Lockdown« bestand, welche Sie über einen jegliche Abwechslung vermeidenden, fünfminütigen Standardblues nölen, möchten wir Sie trotzdem fragen: Geht das nicht wenigstens ein bisschen origineller?

Rock on … NOT!!! Titanic

Neosmart Consulting AG, Luzern!

Unter dem Titel »Neun Gründe, warum Spaziergänge so gesund sind« führst Du wie versprochen »neun Vorteile täglicher Spaziergänge« auf. Dabei verstehst Du unter regelmäßigem Spazierengehen »fünfmal pro Woche 30 Minuten«. Und machst unumwunden hierauf aufmerksam: »Doch berücksichtigen Sie, dass es Ihnen keinen gesundheitlichen Nutzen verschaffen wird, wenn Sie zehn Schritte gehen und den Rest der halben Stunde gemütlich auf einer Parkbank oder im Café beim Plausch mit Bekannten verbringen.«

Echt, Du selbsternanntes »Zentrum der Gesundheit«? Dafür verschafft gemütliches Rumsitzen und Plaudern aber jede Menge gesellschaftlichen Nutzen!

Nützliches Wissen von Titanic

Fliegende Autos!

In den Achtzigerjahren wurdet Ihr in Science-Fiction-Filmen spätestens für etwa jetzt angekündigt, und tatsächlich: Offenbar gibt es Euch inzwischen, jedenfalls meldet etwa Yahoo News zufrieden aus Georgia: »Abgehoben: Auto fliegt an Bahnübergang in die Luft«. Auch bild.de vermeldet Erfolge: »Auto fliegt durch die Luft und landet auf Transporter«, während welt.de von einem nur teilweise gelungenen Versuch in Velbert berichtet: »Auto fliegt mehrere Meter durch die Luft und landet in Lkw-Führerhaus«.

Schon nicht schlecht, aber ehrlich gesagt, fliegende Autos, klingt das eher nach dem einen Film, wo die Hühner versuchen, über den Gehegezaun zu flattern!

Fliegt stattdessen jede Nacht mit dem Fahrrad am Mond vorbei: Titanic

Alzheimer-Forscherin Cécilia Samieri!

Sie haben in einer Studie untersucht, ob Fischkonsum die geistige Fitness erhält. Wie der österreichische Standard berichtet, hatten Sie dabei einen dicken Ergebnis-Fisch an der Auswertungs-Angel: »Wenn Menschen, die mehr als viermal pro Woche Fisch aßen, mit solchen verglichen wurden, die seltener als einmal Fisch auf dem Teller hatten, war der Gedächtnisvorteil der Fischliebhaber so groß, dass er einem Altersunterschied von vier Jahren entsprach.«

Klingt erst mal gut, aber richtig angebissen haben wir trotzdem nicht. Denn sollten fortan tatsächlich alle, wie es die Artikelschlagzeile nahelegt, »Gegen Alzheimer: Viermal pro Woche Fisch essen«, schützt das vielleicht vor Gedächtnisverlust, aber eines können wir dann sicher bald vergessen: den Fischbestand.

Denkt geistig frisch die Dinge weiter: Titanic

Treppen, Berliner Polizei,

scheinen es Dir irgendwie angetan zu haben. Bei einer Demonstration gegen die Corona-Politik im vergangenen Jahr standen drei einsame Polizisten auf der Reichstagstreppe, um einen Sturm des Hauses zu vermeiden. Und jetzt ist in Lichtenberg ein Berliner Polizist mit seinem Streifenwagen fünf Stufen einer Verbindungstreppe zwischen zwei Straßen hinuntergefahren und danach getürmt.

Im allgemeinen Ansehen, werte Beamtinnen und Beamten, erklimmt man so aber keine höhere Stufe, und für die Karriereleiter ist es auch nicht so doll.

Vermutet die Abteilung Treppenwitz @ Titanic

Hey, RTL!

Vorbildlich, dass Du Michael Wendler verpixelt und aus Deinem Programm geschnitten hast. Nur: Wann folgt der Rest? Oliver Pocher, Dieter Bohlen, Mario Barth, Chris Tall, Peter Kloeppel und nicht zu vergessen: alle Kellys?

Cut! Titanic

Lieber Patric,

geschätzter Geschäftsführer der Herzen! Hast Du nun auch mit dem vermaledeiten Finanz- und Organisationskram hier offiziell nichts mehr zu tun, so wird doch Dein Geist noch viele Jahrzehnte im TITANIC-Verlag weiter schalten und walten. Denn der Feestsche Spirit hat den Laden doch letztlich erst groß gemacht, und das von Dir geprägte »titanische Prinzip« ist nach wie vor heilig.

Wenn wir in den fünfstündigen Telefonaten mit Dir (die nach zwei Stunden automatisch unterbrochen wurden) eines gelernt haben, dann dies: Äh … das haben wir ehrlich gesagt nicht so richtig verstanden. Aber zum Glück hast Du uns ja gelegentlich Feest-to-face in Deine Pläne zum Aushöhlen des Schweinesystems eingeweiht. Vor der gigantischen Espresso-Maschine im Backstagebereich unseres Buchmessenstandes zum Beispiel, oder auf Weihnachtsfeiern, auf denen Du im schwarzen Ledermantel zu vorgerückter Stunde als hünenhafter Anti-Weihnachtsmann vorbeigeschneit kamst. Legendär!

Legenden sterben nie, lieber Patric. Denk stets daran – wie auch an Deine Redaktion Titanic

Kann schon sein, »Luzifer-Amor«,

dass Luzifer-Amor ein besserer Name für die einzige deutschsprachige Spezialzeitschrift für Geschichte der Psychoanalyse ist als beispielsweise »Satan-Eros«, »Beelzebub-Cupido« oder »Ficken4000«. Aber mit »Die diabolische Vulva« kann er ja wohl kaum mithalten.

Penis! Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

Vermischtes

Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
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Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
27.11.2022 Zürich, Kaufleuten Max Goldt
29.11.2022 Stuttgart, Theaterhaus Max Goldt
29.11.2022 Bochum, Kunstmuseum Kortumstraße Martin Sonneborn
29.11.2022 Oldenburg, Kulturzentrum PFL Bernd Eilert