Briefe an die Leser | April 2021


Guten Tag, Friedrich Merz!

Wie wir gelesen haben, wollen Sie wieder in den Bundestag. Und? Haben Sie sich schon entschieden, ob als Abgeordneter oder als Lobbyist?

Fragen die Bundestagspräsidenten von Titanic

Servus, Markus Söder!

Vor einem der zahlreichen Bund-Länder-Treffen zum Thema Corona sagten Sie: »Wir dürfen nicht in einer Art Öffnungsrausch in die dritte Welle mit einer Art Blindflug hineinkommen.« Wir verstehen zwar nicht ganz, was Sie meinen, aber wir glauben, dass Sie recht haben: Berauscht ein Flugzeug zu fliegen, ist nie eine gute Idee!

Nüchterne Grüße von Titanic

Als wir, Julian Reichelt,

am Tag nach Bekanntwerden der Nötigungs- und Mobbing-Vorwürfe gegen Sie Ihren Nachnamen googelten, fanden wir an prominenter Stelle die Headline »Pechvogel Reichelt: Jetzt hasse ich den Skisport wieder«. Und als wir schon zu hoffen gewagt hatten, die wenig überraschenden Enthüllungen über Sie könnten einen aufregenden Dreh bekommen – wer weiß, vielleicht hinsichtlich heimlicher Redaktionsgelage auf der Skihütte samt Abdrängen von Mitarbeiterinnen auf der Piste, »zufälligen« Handberührens auf dem Skilift oder feschen Angetanzes beim Après-Ski –, folgte flugs die Ernüchterung. Es handelte sich bloß um Ihren Namensvetter Hannes, der wegen der Spätfolgen eines Kreuzbandrisses seine Skirennsaison vorzeitig beenden muss.

Solche Sorgen hätten Sie vermutlich gerade auch gern, oder?

Wünscht eine rasche Talfahrt: Titanic

Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

Tut uns leid, CSU …

Da wird Dir immer wieder vorgeworfen, Du würdest Dich zu wenig um Frauen bemühen und hättest nicht genug weibliche Führungskräfte, und dann sind in den Maskenskandal rund um Georg Nüßlein mit Andrea Tandler und Monika Hohlmeier gleich zwei Frauen verwickelt, die beide in der CSU sind oder gute Kontakte zu Dir haben. Und das ist auch wieder nicht recht!

Mitfühlende Grüße von Deiner Titanic

Liebe 50jährige Maus!

Dass Eckart von Hirschhausen die Samstagabendshow anlässlich des Jubiläums Deiner »Sendung mit der Maus« moderiert hat, ist wahrscheinlich das Schlimmste, was ein Doktor einer Maus außerhalb eines Versuchslabors je angetan hat. Und auch wenn wir nach der Ausstrahlung dieser Wahnsinnsveranstaltung glauben, dass sich die allererste und bislang noch unerforschte Covid-19-Zoonose wahrscheinlich zwischen Dir und Armin Maiwald zugetragen hat und wir daher allen Grund hätten, Dich zu ächten, so wollen wir Dich doch warnen: Beim letzten Mal, als in Deutschland ein Tier dermaßen abgefeiert wurde, wurde Hund Chico kurz darauf eingeschläfert!

Klingt komisch, ist aber so! Titanic

Krimi-Autorin Ingrid Noll!

Im Interview mit der Rhein-Neckar-Zeitung räumten Sie ein, mit Buchgeschenken bei Ihren lesefaulen Enkeln wenig Erfolg gehabt zu haben: »Ich war unbarmherzig genug, ihnen zu Weihnachten und Geburtstagen immer Bücher zu schenken, aber es hat nicht viel gebracht.«

Na ja, meinen Sie denn nicht auch, dass es auf Kinder etwas befremdlich wirken könnte, wenn die eigene Oma dafür bekannt ist, andauernd Geschichten zu ersinnen, in deren Mittelpunkt sich die Mama oft auf unkonventionelle Weise des Papas entledigt?

Sind dagegen in halbwegs intakten Familien sozialisiert worden: die Scheidungskinder von Titanic

Maria Höfl-Riesch!

Die AZ fragte Sie: »Spielt der Kopf im Slalom die größte Rolle?« Ihre Sichtweise lautete: »Ja, weil es wirklich Millimeterarbeit ist. Da gibt es keinen großen Spielraum, was die Linie betrifft, wie etwa bei der Abfahrt. Man muss halt wirklich den schnellsten Weg fahren.«

Und das macht man wie? Indem man Slalom fährt? Wahrscheinlich.

Geradeheraus: Titanic

Sehr geehrte Frau Dr. Merkel,

im letzten Jahr Ihrer sitzfleischsatten Herrschaft arbeiten Sie an Ihrem eigenen Mythos und geizen nicht mit Aphorismen. So ließen Sie auf der Münchner Sicherheitskonferenz en passant den Satz fallen: »Wir müssen auch da handeln, wo man sich anstrengen muss.«

Echt jetzt? So richtig aus eigenem Antrieb heraus was tun, statt nur aufzupassen, nichts Falsches bzw. gegen die Interessen von VW & Co. Gerichtetes zu machen? So auf den allerletzten Drücker?

Kann von übertriebenem Eifer nur abraten: Titanic

Baden-Württemberg!

So stolz Du darauf hinweist, dass es in keinem anderen Bundesland derart viele Professuren für Künstliche Intelligenz und Robotik gibt wie in Deinen Grenzen, so wenig kannst Du uns mit dieser Nachricht überraschen. Denn zum einen bist Du nun mal das Ländle der Gscheitle, dessen Käpsele schon immer irgendwelche Maschinle gebaut haben. Und zum anderen gewann bei der Landtagswahl am 14. März ja erneut die Partei der Automätle und Cyborgs.

Gruß an Kretsch-9000: Titanic

Habeck, Robert!

Nach dem Corona-Gipfel von Bund und Ländern kommentierten Sie letzthin sichtlich empört in die Welt-Kamera, die Bundesregierung gehe in der Corona-Politik den zweiten Schritt vor dem ersten, und das hinterlasse bei Ihnen »ein mulmiges Gefühl«.

Mal beiseite, dass nicht erst seit Konfuzius der weiteste Weg immer mit einem ersten Schritt beginnt: Müsste man, um im Bild zu bleiben, nicht recht eigentlich sagen, dass die Regierung im Corona-Marathon den 478. vor dem 392. Schritt geht oder gar den 1023. vor dem 910., und Sie auf dem mäßig langen Marsch zum Kanzler den 32. vor dem angenommen sechsten Schritt gehen? Vielleicht deshalb das mulmige Gefühl … Denken Sie eventuell auch hier noch mal drüber nach.

Empfiehlt: Titanic

Dieter Nuhr!

Sie wurden neulich im Radio mit den Worten »Die grüne Lederjacke, die du immer im Fernsehen trägst, ist sehr schön« anmoderiert. Und das wurde auch höchste Zeit, dass endlich einmal jemand Ihre größte Leistung anerkennt.

Findet Titanic

Na, Münchner »tz«!

Als wir Deine Schlagzeile »Bayern-Ultras mit harscher Botschaft an Rummenigge« lasen, machten wir uns auf eine deftige verbale Brotzeit gefasst. Fanatische Fußballfans sind ja nicht gerade für ihre Zimperlichkeit bekannt. Dann zitiertest Du gänzlich unzensiert aus der Stellungnahme der »Red Fanatic München« mit dem Vermerk, es handle sich um eine »drastische Wortwahl«.

Und dann ging es so richtig los: »Für Kritik und Werturteile gegenüber Personen und Gruppen aus dem Vereinsumfeld und darüber hinaus ist der Noch-Vorstandsvorsitzende der FC Bayern München AG seit Längerem bekannt … Selbstreflexion, Realitätssinn und eine angemessene Sensibilität der eigenen Aussagen wären von Zeit zu Zeit sicherlich angebrachter als der egozentrische Blick auf andere Beteiligte.«

Mein lieber Herr Schlachtgesangsverein, da zieht es einem ja vor Brutalität die Lederhosen aus! Wer hätte von Fußball-Ultras eine derart drastische Wortwahl erwartet?

Allerdings haben nun auch wir eine harsche Botschaft an Dich, tz: Ein klein wenig mehr selbstreflexiver Realitätssinn könnte Dir zukünftig vielleicht helfen, Begriffe wie »harsch«, »drastisch« und »Ultras« mit angemessenerer Sensibilität in Verbindung zu bringen.

Darum bitten höflich: die Satire-Fanatics auf der Titanic

Kai Diekmann, »Bild«-Chef a.D.!

Sie sind heute Lobbyist und Gründer der Mediaagentur Storymachine. Die bezahlt neben anderen zehn Datenanalysten, »die möglichst früh erkennen sollen, wann Kunden über die sozialen Medien ein Shitstorm droht«. Als der Finanzdienstleister Wirecard 2020 bereits in den letzten Zügen lag, sangen Sie Argloser unermüdlich das Lied des aufstrebenden deutschen Tech-Unternehmens, das angeblich immer wieder Opfer von Börsenmanipulationen werde. Wie jetzt bekannt wurde, schrieben Sie Vorstandschef Markus Braun noch im Mai diese Durchhalte-Mail: »Lieber Herr Dr. Braun, es macht fassungslos, wie Fakten und Darstellung von Fakten auseinanderfallen können. Bleiben Sie stark!«

Empathisch, aber glatt gelogen, gell, Diekmann? Denn dass es Sie fassungslos macht, wenn Fakten und ihre Darstellung voneinander abweichen, glaubt ja keine Nanosekunde: Titanic

Ex-Nationalspieler Philipp Lahm!

Die Solidaritätskampagne von 800 Fußballer/innen gegen Homophobie im Fußball kommentierten Sie mit dem erneuten Ratschlag, sich als aktiver Profifußballer besser nicht zu outen. Dies begründeten Sie unter anderem damit, dass so ein Outing schließlich »eine persönliche, eine private Entscheidung« sei.

Stimmt! Dürfen wir also ergänzen: »… in die kein ausrangierter Ex-Kicker von der Seitenlinie aus ungefragt reinzuquatschen hat«, ja? In Ihrem Privatkopf scheinen Sie den Widerspruch in Ihrer Äußerung ja nicht zu bemerken.

Grätscht gern hinein: Titanic

Glückwunsch auch noch, Frankfurter CDU,

zu Deinem Plakat für die hessischen Kommunalwahlen! Darauf war ein diesig-grauer Wanderweg aus der Perspektive des Wanderers zu sehen. Ein Wegweiser markiert den Scheidepunkt des sich aufspaltenden Weges – sowohl nach links als auch nach rechts deutet ein grauer Pfeil ohne jegliche Aufschrift. Dahinter verblasst die Szene im Nebel.

Wir meinen: Ein absolutes Meisterwerk der Wahlplakatkunst! So gut wurde das Lebensgefühl in einem seit Ewigkeiten christdemokratisch regierten Land noch nie beschrieben. Diese Ödnis, die Trost- und Perspektivlosigkeit – wir fühlen uns wahrhaft verstanden!

Nur den überflüssigen Quatsch-Slogan »Schwierige Zeiten. Richtige Antworten. CDU«, den hätte es nicht gebraucht.

Gräulich-gerührt grüßt Titanic

Hallo, E.S.L. Sprachreisen!

Im November 2010 haben wir Dich schon einmal gefragt, wer denn eigentlich bei Dir bucht.

Du hast uns leider nie geantwortet. Aber dank Deiner aktuellen Anzeige wissen wir es nun endlich: Alle, die während der Pandemie »nach USA« reisen wollen.

Sprachlos: Titanic

Lieber Weltgeist,

der Archäologe, der das Grab des Hunnenkönigs Attila in einem ungarischen Fluss sucht, heißt Attila Toth. Muss das sein?

Fragt Titanic

Seufz, Freiburger »Stadtkurier«!

Beim Thema »Der perfekte Heiratsantrag« gibt es Dir zufolge »kein richtig oder falsch, weil sich für diesen Moment nicht jeder das gleiche wünscht«. Tatsächlich? Laut Umfrage sind »nur 19 % noch traditionell verwurzelt und wünschen sich, dass der Vater der Braut vor einem Antrag um Erlaubnis gebeten wird …«

»Nur« 19 Prozent. Das ist nahezu jede fünfte Braut! Und 35,4 Prozent der Befragten »sehen die Initiative bei der Frau. Als Fazit … kann also festgehalten werden, dass Frauen gern gefragt werden und nur selten selbst die Initiative übernehmen wollen …« Mehr als jede dritte Frau ist für Dich selten? Mit Zahlen hast Du’s nicht so, was? Weiter: »Rat und Tat« für die richtige Formulierung eines Liebesbriefs »gibt es in vielen Büchern, die allerdings nur als Anregung verstanden werden sollten, denn Gefühle kann man am treffendsten mit den eigenen Worten ausdrücken«.

Stadtkurier, Deine Zeilen belegen es eindrucksvoll: Mit den eigenen Worten kann man auch trefflich danebenliegen! Rat und Tat für die richtige Formulierung spendiert beim nächsten Mal gern: Titanic

Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

Allerliebste Deutsche Bahn!

Du vertreibst seit einer Weile eigenen Honig, den Du »Gleisgold« genannt hast: »Unser Honig kommt von stillgelegten Bahnstrecken, auf denen wir über 50 Millionen Bienen ein neues Zuhause gegeben haben.«

Die Älteren von uns erinnern sich jedoch schaudernd an die Zeiten, als das Gleisbett der Bahn vor allem den festen und flüssigen Hinterlassenschaften der Passagiere ein neues Zuhause gegeben hat, und fragen sich deshalb nur eins: Möchtest Du den Honig nicht schleunigst vom Markt nehmen oder wenigstens wieder umbenennen?

Meint’s nur gut mit den Bienen: Titanic

Liebe 7-Tage-Inzidenz,

wie geht es Dir damit, dass Dich kaum ein Mensch richtig aussprechen kann? Dass da immer ein -s- mehr als nötig mitgesprochen wird, von Nachrichtensprechern, Virologinnen, Politikern? Planst Du etwa, nur deshalb nicht zu sinken, damit die Leute weiterhin üben können?

Sei doch ein wenig nachsichtig, bittet insztändigst Titanic

Mon Dieu, Nicolas Sarkozy!

Wir kennen Sie als hormonell überdrehten kleinen Springinsfeld und wundern uns deshalb nicht, wie empört Sie sich darüber geben, dass Sie zu einer Haftstrafe von drei Jahren verurteilt wurden, wegen Bestechung eines Richters und unerlaubter Einflussnahme.

Zwar wurden davon zwei Jahre zur Bewährung ausgesetzt, und auch ins Gefängnis müssen Sie nicht, denn Sie können die Strafe zu Hause unter elektronischer Überwachung verbüßen.

Aber als präpotentes halbes Hähnchen erwägen Sie nun eine Klage vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte. Und machtbewusst wie einst sinnieren Sie öffentlich: »Es wäre schmerzhaft für mich, mein eigenes Land verurteilen lassen zu müssen.« Sie könnten nicht akzeptieren, für etwas verurteilt zu werden, das Sie nicht getan hätten.

Das verstehen wir sogar. Zumal Sie wissen und wir mit der ganzen großen Nation ahnen, dass Sie in Ihrem politischen Leben sicher genug anderes getan haben, das eine Verurteilung rechtfertigen würde, nicht wahr, Monsieur Sarko?

Aber wir wollen hier nicht vorschnell urteilen. Schon gar nicht als Ihre ziemlich besten Freunde von der Titanic

Alex Rühle (»SZ«)!

»Versäume deine Jugend« lautete die Überschrift über einem gar nicht schlechten Feuilleton, dem die von Corona stillgestellte Pubertät leidtat und das die Jugend dafür lobte, trotz allem bei der Stange zu bleiben: »Die meisten fragen sich freundlicherweise immer noch täglich, ob sie vielleicht die Großeltern oder Eltern anstecken, die beiden Generationen, die ihnen durch ihren Lebensstil seit Jahrzehnten wissentlich die Zukunft klauen. Die Milliardenschulden, die gerade auflaufen, werden die heutigen Kinder und Jugendlichen auch noch abzahlen müssen, wenn wir alle uns längst vom Lebensacker gemacht haben.«

Ihre melancholische Selbstanklage, Kollege Rühle, in allen Ehren, aber der Lebensstil, der Ihren Kindern die Zukunft klaut, ist im wesentlichen der, mit dem Ihre Kinder sie wiederum ihren Enkeln klauen, spätestens dann, wenn die Kinder erwachsen sind: Sonst wären Sie ja heute nicht der, der klaut, obwohl er doch mal der gewesen sein will, der beklaut wurde! Und ob die paar Milliarden Corona-Schulden den Billionen-Bock aus vergesellschafteten Verlusten, auf dem wir alle sitzen, wirklich fetter machen?

Fragt freundlicherweise Titanic

Und apropos, »DTV«!

»Alex Rühle ist Journalist bei der Süddeutschen Zeitung und seit seinem Debüt ›Zippel, das wirklich wahre Schlossgespenst‹ ein erfolgreicher Bestsellerautor« – aber sag: Die erfolglosen Bestsellerautoren, nähmst Du die auch? Wenn sie immerhin besser schrieben als wie, hm, Du?

Anruf genügt! Titanic

Du, Ernst August Prinz von Hannover,

hast uns schon immer auf das Trefflichste unterhalten, ob als »Pinkelprinz« oder als »Prügelaugust«. Nun aber sind wir irritiert: Eben, mussten wir der Braunschweiger Zeitung entnehmen, hast Du Deinen Sohn Ernst August Erbprinz von Hannover verklagt. Er habe Dich, Ernst August sen., »hintergangen und vernachlässigt«. Und wegen »groben Undanks« soll er nun ganz viele »Geschenke« wieder zurückgeben. Er, Ernst August jr., habe die »Bitten seines Vaters um Unterstützung abgelehnt«, obwohl Du »schwerkrank und abgeschieden in einem Forsthaus in Österreich« leben müsstest.

Was für ein Gejammer! Wo bleibt da der blaublütige Kämpfer? fragten wir uns. Doch dann »sei es dort zu Auseinandersetzungen des Klägers mit der Polizei gekommen«. Laut NDR soll im Juli 2020 »Ernst August senior in seinem Jagdhaus bei Gmunden zwei Polizisten attackiert haben«.

Na, somit ist ja alles wieder gut! Adel verpflichtet, findet Titanic

Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

Wenn, Sebastian Fiedler,

am Hamburger Hafen mit über 16 Tonnen die bislang größte in Europa entdeckte Menge an Kokain beschlagnahmt wurde, dann weist das laut Ihnen, dem Bundesvorsitzenden des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, nicht nur auf ein »gigantisches Sicherheitsproblem« hin, sondern es müsse auch ein »großer Weckruf« erfolgen.

Das, Fiedler, sollte bei >16 Tonnen Koks doch wirklich kein Problem sein.

Drückt erst einmal die Snooze-Taste: Titanic

Bei Aufbackbrötchen, »Stiftung Warentest«,

ist es also so: »Mehr als die Hälfte sind gut«. Und die anderen? Können die noch ein bisschen?

Kicher! Titanic

Werte sächsische Staatsregierung,

auf Deinem Informationsportal zum Coronavirus fanden wir aufschlussreiche »Häufig gestellte Fragen« zur Impfung. So wird unter anderem die brennendste, »Stimmt es, dass da Mikrochips drin sind?«, beantwortet: »Solche Annahmen sind Verschwörungsmythen, keine Tatsachen. Diese Behauptung ist nicht wahr. Wir dürfen nicht vergessen: Die Forschung am Covid-19-Impfstoff wird von WissenschaftlerInnen durchgeführt.«

Wir sekundieren gern, um das Vertrauen der sächsischen Bevölkerung noch weiter zu steigern: Die Forschung wird ja nicht von Bill Gates, dem Remmo-Clan oder Echsenmenschen durchgeführt. Dann könnten da durchaus Mikrochips drin sein. Aber so: keine Sorge!

Versetzt auch gern Nadelstiche: Titanic

Noch-Ministerpräsident Armin Laschet!

An Ihren ehemaligen Unionskollegen Löbel und Nüßlein haben Sie folgende Kritik geübt: Die Politik müsse die Menschen schützen, doch »wer dann Geschäfte macht mit diesem Schutz, wer sich daran persönlich bereichert – der ist kein Volksvertreter. Und der muss das Parlament auch schleunigst verlassen.«

Sie wissen aber noch, dass Sie ebenfalls Geschäfte mit diesem Schutz gemacht haben? Dass das von Ihnen regierte Nordrhein-Westfalen rechtswidrig und ohne reguläres Ausschreibungsverfahren Schutzmasken und Schutzkittel beim Unternehmen Van Laack bestellt hat, für das Ihr Sohn als Werbegag arbeitet und den Kontakt herstellte? Und wenn Sie das noch wissen, werden Sie das nordrhein-westfälische Parlament dann also verlassen? Wie bitte? Das machen Sie echt? Wow, das kommt unerwartet! Respekt! Wie, was? Kanzleramt? Ach so.

Sucht Schutz vor Beschützern wie Ihnen: Titanic

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

Carmen Goglin!

Sie sind Lachyoga-Trainerin und stellten in Bild vier Lachübungen vor: das Gorilla-Lachen, das Ins-Fäustchen-Lachen, die Lachkurbel und zu guter Letzt das Fensterputzen-Lachen.

Eine Variante, die nicht mehr trainiert werden müsste, weil sie von Anfang an auf Topniveau wäre, wenn wir Ihnen gegenübersäßen: das Auslachen.

Lach, lach, lach: Titanic

Huhu, Real (Supermarkt)!

Was hältst Du eigentlich von »hochpräzisen« Sturzkampfbombern, die im Zeichen des Hakenkreuzes »mit tödlicher Präzision« unschuldige Menschen totbombten und so den »Gegner demoralisieren« sollten? Oder von »Panzergenerälen«, die im Zuge eines Vernichtungskrieges Massaker und Kriegsverbrechen befehligten? Findest Du dufte? Genau das Richtige für den Geschichtsunterricht im Homeschooling? Dann ist ja alles gut. Als wir die entsprechenden DVDs »Stukas. Die Luftwaffe im Dritten Reich« und »Panzergeneral Rommel. Der Wüstenfuchs« in Deinem Sortiment entdeckten, dachten wir schon, Dir sei da ein peinlicher Bestellfehler unterlaufen.

Dabei hätten wir unsere Fehleinschätzung eigentlich schon an der Reaktion Deines Mitarbeiters bemerken können: »Na und? Im Fernsehen kannste ja ooch Nazifilme kieken, wo is dit Problem?« Und angesichts romantischen Frontkinos und tapferer Durchhaltefilmchen wie »Unsere Mütter, unsere Väter« oder »Dresden – das Inferno« müssen wir sagen: Wo er recht hat, hat er recht! Titanic

So, Fabers –

wir dürfen doch »Fabers« sagen, lieber Fabian? –, jetzt mal Hand aufs Kämpferherz: Was hast Du wirklich geplant für Deine Zeit nach TITANIC? Was hast Du vor, nachdem Du zum letzten Mal Deinen beschwerlichen Heimweg von der Frankfurter Redaktion zu Deinem Offenbacher Refugium am Main bewältigt haben wirst? Wir haben da so einen Verdacht: Du wirst endlich die Revolution ausrufen und von einer schwimmenden Schlauchboot-Kommune aus das Schweinesystem besiegen! Das ist schließlich nur die logische Fortsetzung, wo nicht Kulmination Deiner Genese vom badischen Punk übern gelehrigen Adornoschüler zum unersetzlichen Satire-Faktotum. Daran hast Du vermutlich bereits die letzten vier Jahre gearbeitet; und wenn Du verschlafen und verspätet ins Büro getrottet kamst und mit Deinem einnehmenden Trademark-Lächeln erklärtest, mal wieder die ganze Nacht den vorletzten Knausgård oder einen kompletten Jahrgang des Gegenstandpunkt gelesen zu haben, waren das bloß Ausreden, um Deine Umsturzpläne zu verschleiern.

Wir stehen Dir gerne zur Seite, bester Fabian, denn auch Du hast uns zur Genüge geholfen: als »korrekt«-Erfinder, Online-Leitwolf, Frauke-Petry-Double, Jugendbeobachter, RAF-Historiker und Schöpfer unzähliger Promi-Interviews. Nur eine Bitte haben wir noch: Räum doch irgendwann in absehbarer Zeit dieses mysteriöse, sperrige Paket weg, das seit einem geschlagenen Vierteljahr an Deinem Schreibtisch lehnt.

Hasta la victoria siempre: Deine Genossinnen und Genossen von Titanic

Und wie, Professor Kreis (Charité),

nennt man eigentlich die Gruppe von Ärztinnen und Ärzten, die Sie in Berlin um sich geschart haben? Clique, Bande, Herde, Team, Rotte, Ensemble, Geschwader, Brigade, Combo, Kolloquium, Runde, Zirkel oder Ring?

Fragt für die Neue Frankfurter Liga: Titanic

Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

Thüringer Ministerium für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft!

Etwas erstaunt waren wir schon darüber, dass Dein Fortbildungskurs »Changemanagement – Erfolgreicher Umgang mit Veränderungsprozessen« im März ’21 ausfallen musste. Sind Dir da irgendwelche Veränderungen dazwischengekommen, mit denen Du, nun ja, nicht so erfolgreich umgehen konntest? Titanic

Ahoi, Jasmine Harrison!

Sie sind Britin und mit 21 Jahren die jüngste Frau, die allein rudernd den Atlantik überquert hat. Glückwunsch soweit. Aber waren Ihre Vorfahren von der Insel nicht mal ganz gute Segler und Dampfschiffer? Ist Ihre Ein-Frau-Schaluppe da nicht ein ganz schöner Rückschritt? Egal.

Wie wir jedenfalls den Fotos Ihrer Ankunft auf der Karibikinsel Antigua entnehmen konnten, ließen Sie sich bei der Paddelei auch von einer schottischen Whisky-Brennerei unterstützen, deren Name an Ihrem Kahn klebte. Mal so von Reling zu Bordkante gefragt: Schwankt es in einem Ruderboot auf dem Atlantik nicht von ganz allein genug?

Es grüßen jedenfalls, mit einem Kaltgetränk in der Hand: die Maschinist*innen von der Titanic

Und wenn, deutsche Streitkräfte,

der Spiegel am 27.2. titelt: »Bundeswehr nimmt rechtsextreme Soldaten schärfer ins Visier«, ist das dann nicht friendly fire?

Blattschuss von Titanic

Prof. Schönecker!

Seit einigen Jahren tun Sie sich als Platzhirsch am Philosophischen Seminar der Universität Siegen hervor. Zunächst hatten Sie Ihre Uni durch lautes Röhren auf allen öffentlichen Kanälen (von FAZ über DLF bis Zeit) genötigt, Ihnen zu gestatten, Sarrazin und den AfD-Chefspinner Jongen einzuladen – als Beispiel für praktiziertes Recht auf Meinungsfreiheit. Und nun haben Sie ein »Netzwerk für Wissenschaftsfreiheit« mitgegründet, mit dem Sie die Wissenschaft gegen den linken Tugendterror verteidigen wollen: Es »wird der Versuch unternommen, Forschung und Lehre weltanschaulich zu normieren und politisch zu instrumentalisieren. Wer nicht mitspielt, muss damit rechnen, diskreditiert zu werden. Die Etikettierung als ›umstritten‹ stellt den ersten Schritt der Ausgrenzung dar.« Da haben Sie natürlich recht: »Umstritten«, das darf man wirklich nicht sagen. So ein schlimmes, böses, unwissenschaftliches Wort. Was Sarrazin und Jongen schreiben, finden vielleicht manche, na, nicht so gut, aber ist es deshalb etwa »umstritten«? Soll man wen deshalb vielleicht irgendwie ausgrenzen? Nein, das geht nun wirklich nicht!

Schauen Sie, Prof. Schönecker, Sie haben ja angeblich die liberalen Klassiker Mill und Popper gelesen; aber wer die Feinde der offenen Gesellschaft wirklich sind, das scheint Ihnen nicht klar geworden zu sein. Vielleicht nehmen Sie sich mal ein schönes Freisemester (oder vielleicht sogar besser zwei) und lesen diese Autoren noch mal gründlich. So ganz in Ruhe und unaufgeregt. Ohne Presse dabei. Mit einer schönen Tasse Tee. Dann geht vielleicht auch einem alten Hirschen noch mal ein Lichtlein auf. Und wir haben etwas Ruhe vom Geröhre. Gute Idee? Nein?

Doch.

Der Wissenschaftsfreiheit gern behilflich: Titanic

Knips, Reinhold Würth!

Sie halten sich selbst für sparsam, haben Sie der Wirtschaftswoche erzählt: »Mich ärgert heute noch, wenn irgendwo Licht brennt, das nicht brennen muss. Es ist gar nicht so einfach, der Enkel- und Urenkel-Generation verständlich zu machen, was es heißt, zehn Euro zu haben.«

Wenn Sie dann Ihr Schloss verlassen, Ihre Yacht betreten und in der Ferne ein Zimmer erblicken, in dem die Sparlampe brennt, obwohl gerade niemand drin ist, was tun Sie? Ihre Doppelmoral hochschrauben?

Denkt höchstens, Sie haben eine Schraube locker: Titanic

Nichts für ungut, Berliner Restaurant »Tegernseer Tönnchen«,

aber das wahre Tegernseer Tönnchen ist immer noch unser alter Sports»freund« Rainer Meyer alias Don Alphonso.

Schnauf, schnauf, schnauf und dicke Grüße Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

Vermischtes

Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURThomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt