Briefe an die Leser | Juli 2020


Hihi, Karikaturisten!

Wir haben da eine Superidee. Und zwar könntet Ihr, um den Rassismus in den USA zu geißeln und gleichzeitig an die große Verheißung dieses stolzen Einwandererstaates zu gemahnen, Präsident Donald Trump zeichnen, wie er auf dem Hals der Freiheitsstatue kniet, um sie zu ersticken, und vielleicht, falls dies noch zu kompliziert zu entziffern wäre, einfach eine Sprechblase mit der Zeile »I can’t breathe« hinzufügen!

Wie? Was?

Das haben Tausende von Euch bereits getan?

Uups. Dann nichts für ungut: Titanic

Prinz Georg Friedrich von Preußen!

Wo gerade die Geschichte ein wenig entrümpelt und an den Statuen ehemaliger Kolonialverbrecher gesägt wird, siehe Leopold II. in Antwerpen und Edward Colston in Bristol, wäre das nicht ein, na ja, interessanter Zeitpunkt, um Ihre Forderung nach Rückgabe sämtlicher Schlösser und Kunstwerke in den Privatbesitz der Hohenzollern zu erneuern? Legen Sie am besten noch ein paar Überseegebiete oben drauf!

Sägensreiche Grüße Titanic

Pfoten weg, Seehofer-Horst!

Mit Verweis auf die Affäre um Christian Lindners Abschiedsumarmung im Berliner Promi-Schuppen »Borchardt« wurden Sie gefragt, wen Sie denn zuletzt umarmt hätten. »Außerhalb meiner Familie? Da muss ich nachdenken. Im Bewusstsein ist mir eine ganz spontane Umarmung der Bundeskanzlerin im Jahr 2013. Wir hatten beide ein phänomenales Wahlergebnis. Ich stehe in der Fraktion, sie kommt auf mich zu – und zack.«

Und zack? Das ist aber kein typisches Umarmungsgeräusch! Sicher, dass das eine Umarmung war und kein liebevoll-spontaner Fausthieb gegen Ihren bayerischen Dickschädel?

Würde Sie auch gern mal feste »umarmen«: Titanic

»Spiegel«!

»Schwimmen im Freibad ist wie ein Besuch bei McDonald’s«, heißt es im Teaser einer Deiner Artikel. Weil man nie hundertprozentig weiß, ob nicht vielleicht irgendwo jemand reingespuckt hat, aber zumindest auf die Pommes immer Verlass ist?

Fragen Deine Freunde in Fett schwimmender Nahrungsmittel aus der Redaktion von Titanic

Kaplan Peter Stier, St. Michael, Straubing!

Aus dem »Straubinger Tagblatt« heraus blickten Sie uns auf einem überirdisch anmutenden Porträtfoto an, Ihr zwischen Stehkragen und Seitenscheitel selig schwebendes Mona-Lisa-Lächeln und Ihr unerbittlich katholischer Blick trafen uns mitten ins Herz. Und Ihre »Gedanken zum Dreifaltigkeitssonntag« erst: »Gott ist Gemeinschaft und sucht Gemeinschaft mit den Menschen. Er kennt kein Abstandsgebot zu uns Menschen …«

Welch tröstende Worte! Free hugs von ganz oben! Und man muss dazu nur tapfer in die Kirche gehen: »Bei diesem Kontakt besteht nicht die Gefahr, mit einem hochansteckenden Virus infiziert zu werden …« – Ah ja? Aber standen nicht in Ihrem »Straubinger Tagblatt« auch diese Meldungen: Nach einem Gottesdienst in Frankfurt haben sich 200 Personen infiziert, bei einer Messe in Bremerhaven über 100? Alles satanische Fake news? Nein? Aber das in Frankfurt war eine Baptisten- und das in Bremerhaven eine freikirchliche Pfingstgemeinde? Mit anderen Worten, unter uns: Ketzer und Häretiker, die Gott der HErr in Seinem heiligen Zorn nur ein wenig dezimieren wollte?

Alles klar, keine weiteren Fragen: Titanic

Echt dufte, Markus Blume (CSU)!

Als Generalsekretär durften Sie in der »Zeit« über den neuen Kuschelkurs Ihrer Partei reden. Unter Ihr Konkurrenzverhalten zu der AfD zogen Sie mit einem blumigen Satz einen Strich: »Du kannst ein Stinktier nicht überstinken.« Wobei Sie ja nach eigener Aussage zumindest »alles versucht« haben: »Ignorieren funktionierte nicht … Übertönen war unmöglich … Erfolgreich war erst der harte Abgrenzungskurs …«

Ach ja, was ist nur aus dem alten Strauß-Credo geworden, demzufolge es »rechts der CSU nichts Übelriechenderes geben« darf? Wollen Sie mit Ihren Insektenrettungs-, Eurobonds-, Frauenquoten- und Verkehrswende-Bemühungen am Ende noch die Linkspartei »überlinken«? Wer soll denn künftig die krachlederne Rüpelschwester der CDU spielen, vor der sich der nicht-blauweiße Rest des Landes jahrzehntelang zu Recht gefürchtet hat? Die Freien Wähler etwa? Zefix! Nicht, dass Sie uns irgendwann noch sympathisch werden. Titanic

Vade retro, Julian Reichelt!

Kurz vor Ihrem peinlichen Rufmordversuch an Professor Christian Drosten gab Ihnen die Werbefachzeitschrift »Horizont« die Gelegenheit, sich gemeinsam mit Ihrem Stellvertreter Paul Ronzheimer in einem zweiseitigen Interview als allerbeste Buddies zu inszenieren und nebenbei ein bisschen Selbstkritik zu üben.

»Meine Strategie ist, so viele Argumente wie möglich unterzubringen, bevor der andere was sagt. Das ist die Disziplin, in der ich am ehrgeizigsten bin – selbst dann noch, wenn ich merke, dass ich falsch liege«, sagten Sie zum Beispiel zu Ihrem furchtbaren Gesprächsverhalten. »Das ist eine Schwäche, ein Fehler, denn mir ist bewusst, dass ich mit dieser Intensität andere verschrecke und Widerspruch verhindere.«

Und wissen Sie was? Genau dasselbe haben Attila der Hunnenkönig und Dschingis Khan auch immer gesagt, nachdem sie von ihren PR-Beratern ausreichend gebrieft worden waren. Aber, Reichelt – deren Ruf ist trotzdem noch auf lange Zeit ruiniert.

Nur mal zum Nachdenken: Titanic

FDP.de!

Jetzt mal ehrlich: »Digitalisierung« sind, Dir zufolge, »sich selbst steuernde Fabriken oder Ärzte, die über Tausende Kilometer hinweg Operationen durchführen«? Das Bild von sich selbst steuernden, operierenden Fabriken wirft schon genug Fragen auf, aber wie genau hat man sich voll digitale, sich selbst steuernde, operierende Ärzte vorzustellen? Oder wie eine digitale Generalsekretärin oder einen digitalen Parteivorsitzenden?

Als Eins? Oder doch eher als Null? Titanic

Wer ist eigentlich, Borussia Dortmund,

dieser ominöse »Torgala«, von dem in einigen Newstickern die Rede war? Nach der 0:1-Pleite gegen Bayern München wurde der 6:1-Sieg gegen den Abstiegskandidaten SC Paderborn mit den Worten gefeiert: »BVB kehrt mit Torgala zurück«.

Nun konnten wir aber weder im Angriff noch in der Abwehr einen Spieler gleichen Namens entdecken. Kein Tor und keine Assists können ihm zugeschrieben werden. Handelt es sich eventuell um eine Art Kurzform wie »Pelé«, »Jesus« oder »Matthäus«? Ist es ein Geisterspieler? Oder sollte Lucien Favre noch gar nicht aufgefallen sein, dass er heimlich von einem nordeuropäischen Trainer namens Tórgala ersetzt wurde?

Um Aufklärung wird gebeten. Titanic

Ambulanter Pflegedienst Lazarus (München)!

Muss man Dich eigentlich erst von den Toten auferstehen lassen, wenn man Dich braucht, oder willst Du andeuten, man brauche sich gar nicht die Mühe zu machen, Dich zu rufen, wenn man nicht mindestens tot ist?

Would prefer not to: Titanic

Mimimi, Hannah Lühmann,

hat Dich der »kindlich-narzisstische« Schlumpf-Assi aus der Youtube-Siedlung wieder gehänselt, weil Du aus der Springerfamilie kommst? Nur weil Rezos radebrechender Jugendslang die Kids aufrührt, brauchst Du Dir wirklich keine Sorgen um Deinen guten Ruf zu machen – Rezo gibt’s ja nicht mal als Print. Führe Dir einfach immer wieder vor Augen, weswegen das Wutgeheul des Pöbels Dir nichts anhaben kann: Als Weltjournalistin wurdest Du mit einem »traditionellen Journalismusverständnis sozialisiert« und arbeitest für ein »seriöses Medienhaus«.

Hilft am besten als Mantra, dreimal täglich. Titanic

Verrückt, »Ludwigsburger Kreiszeitung«,

was da in den USA wieder los ist! Selbst in der »US-Partnerstadt Ludwigsburgs, Saint Charles, Missouri« gab es kürzlich eine Demonstration: »Hunderte Protestanten blockierten auf ihrem Zug ins Stadtzentrum eine der Haupteinfallstraßen der Stadt.« In St. Louis, wusstest Du weiter zu berichten, wurden bei Ausschreitungen sogar »Protestanten und Polizisten verletzt«.

Damit hast Du, »Ludwigsburger Kreiszeitung«, einen ganz neuen Aspekt angeschnitten, denn sind die Evangelikalen nicht tatsächlich oft Teil des Problems?

Danke für das food for thought von Titanic

Warum denn nicht, Bernd Riexinger?

Ihr Vorschlag lautete: »Eine sinnvolle Verkehrspolitik aus einem Guss wird möglich, wenn Bahn – die bereits zu 100 Prozent in Staatsbesitz ist – und Lufthansa zusammengelegt werden.« Das Streckennetz sollte auch ausgebaut werden. Künftig heißt es dann immer öfter: »Wegen Bauarbeiten besteht zwischen den Flughäfen Frankfurt – Buenos Aires Ersatzverkehr mit Intercity.«

Freut sich drauf: Titanic

Roland Tichy, alter Einblicker!

Auch in zweiter Instanz haben Sie Ihre Klage gegen Claudia Roth verloren, die Ihnen zugeschrieben hatte, dass Ihr »Geschäftsmodell«, das in der Herausgabe des rechten Blogs »Tichys Einblick« besteht, »auf Hetze und Falschbehauptungen beruht«, was Sie als falsche Tatsachenbehauptung gewertet und untersagt wissen wollten.

Und ob Sie es glauben oder nicht, Tichy: Wir können Ihren Ärger verstehen. Wozu macht man sich schließlich die ganze Mühe? Weshalb wir also gegen Roths dreiste Ehrabschneiderei ein für alle Mal klarstellen wollen: Selbstverständlich beruht Ihr Geschäftsmodell nicht nur auf Hetze und Falschbehauptungen, sondern mindestens ebenso sehr auf Dummheit, Infamie, bewussten Lügen, Perfidie, Täuschung und nicht zu vergessen einem ordentlichen Schuss Narzissmus.

Mit ganz tiefem Einblick: Titanic

Zwosch, Altmaier!

Aus dem von Ihrem Kollegen Scholz mit »Wumms!« lautgemalten Konjunkturpaket, warnten Sie, dürfe kein »Bumms!« werden. Sicher, Digger. Aber ein »Rumms!«, wäre das noch im Rahmen? Wo es doch schon in den Köpfen des Kabinetts ordentlich poltert und scheppert … Titanic

Na, langweilig, Kristina Schröder?

Können wir ja verstehen. Da waren Sie 15 Jahre lang Bundestagsabgeordnete und vier Jahre Bundesministerin, und nun leiten Sie statt der Geschicke des Landes nur noch die Ihrer drei Kinder und kolumnieren zwischendurch ein bisschen bei der »Welt« herum. Zum Beispiel so: »Jetzt sollten wir uns wieder besinnen. Darauf, dass wir in unserem täglichen Leben permanent kleine Risiken eingehen und uns davon dennoch nicht vom Leben abhalten lassen. Wir sind in der glücklichen Situation, dass wir Sars-2 derzeit und vielleicht auch dauerhaft dazuzählen dürfen.«

Es macht Sie glücklich, dass wir vielleicht dauerhaft ein tödliches Virus als kleines Risiko zu unserem Leben dazuzählen dürfen? Tät’s denn da nicht auch eine Runde Bungee-Jumping täglich?

No risk, no fun: Titanic

Schöneberger, Barbara!

»Alles in Ordnung?« fragt uns die 46. Ausgabe Ihres fabelhaften »Barbara«-Magazins. »Wenn das Leben uns ein großes Durcheinander serviert, machen wir uns doch gleich mal ans Aufräumen: in Kellern, Kammern und dem eigenen Oberstübchen.«

Keller und Kammern, okay, aber was die Räumaktion in Ihrem Oberstübchen angeht: Können Sie denn so einen Bagger überhaupt bedienen?

Ihre ordentlichen Kellergeister von Titanic

Hallihallo, Netflix!

Dass Du Deine Miniserie »Freud« mit dem Attribut »anschwellende Spannung« beschreibst, ist ja schon sehr entzückend. Noch schöner wäre es allerdings, wenn Du sie auch noch mit »viel Mutterwitz« bewerben würdest oder als »die Serie, auf die alle Couchpotatoes gewartet haben«.

Analysiert: Titanic

Und apropos, Sky!

Dass Du mit Deiner Eigenproduktion »Das Boot« einen Klassiker aus den Tiefen der deutschen Filmgeschichte wieder an die Serienoberfläche holst, sorgt bei uns natürlich für Bugwellen der Begeisterung, aber wäre »Der Bot« denn nicht vielleicht doch etwas zeitgemäßer?

Blubb, blubb, bleep: Titanic

Sie, Roger Stöcker,

Ihres Zeichens Anwärter auf den Posten als SPD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, gaben der »Volksstimme« im Interview zu verstehen, Sie wollten das Thema Gesundheit wieder oben auf die Tagesordnung setzen. Denn, »ob Adipositas, Diabetes oder Herzinfarkte: Sachsen-Anhalt zählt hier zu den deutschlandweiten Spitzenreitern.«

Ja aber, Herr Stöcker: Spitzenreiter! Das ist doch toll! Was beschweren Sie sich denn? In diesem aus überzähligen Teilen Sachsens, Thüringens und Niedersachsens geborenen Bastard eines Bundeslandes ohne eigene Geschichte und Kultur, ehemals mit dem Slogan »Land der Frühaufsteher« versehen, weil die Sachsen-Anhaltiner zu unchristlicher Zeit aus den Federn mussten, um im reicheren Niedersachsen zu schuften, mit traditionellen Gerichten namens »Klump« und »Brocke«, sollten Sie froh sein, wenn Sie überhaupt irgendwo Spitzenreiter sind! Und wenn es nur bei Zivilisationskrankheiten ist.

Und eines beweisen diese Rekorde noch zusätzlich: dass es in Ihrem Heimatland überhaupt so etwas wie eine Zivilisation geben muss. Also hören Sie auf, sich ständig zu beschweren. Fressen Sie lieber eine »Köthener Schusterpfanne« oder ordentlich »Bötel mit Lehm und Stroh« und tun Sie was dafür, dass Ihr Land die Rekorde auch behält!

Empfiehlt dringend: die Regionalmarketingabteilung von Titanic

Entlarvend, lieber Kapitalismus,

ist ausgerechnet die Arte-Doku »An den Ufern des Nil: Zwischen Assuan und Luxor«. Darin erklärt der Sprecher mit gewohnt sonorer Stimme: »Die losgesprengten Felsbrocken werden zum Nil geschleppt und auf Frachtkähne verladen. Eine Szene wie vor Jahrtausenden. Heute schultern keine Fronsklaven die zentnerschwere Last für die Tempel der Pharaonen. Die Männer arbeiten freiwillig und schuften für einen kargen Lohn.«

Einfach toll, was Du, Kapitalismus, in 4000 Jahren so geschafft hast. Nächste Revision dann in weiteren 4000 Jahren, vielleicht sogar zum Mindestlohn?

Glaubt aber eher nicht: Titanic

Hust, Michael Müller (SPD)!

Sie sind Regierender Bürgermeister von Berlin. Zumindest behaupten Sie das kühn von sich. Andere sehen in Ihnen eher ein zum Verwaltungsangestellten gewordenes Knäckebrot. Bei den Schutzmaßnahmen zur Corona-Pandemie zeigten Sie allerdings plötzlich ungewohnte Eigenschaften: Empfindungen und Extramut.

»Ich selbst bin aus einem Restaurant rausgegangen, weil ich das Gefühl hatte, dass Abstände nicht eingehalten werden«, sagten Sie dem »Tagesspiegel«. Eine Großtat. Von einem Einschreiten oder davon, Ihre eigenen Behörden zu informieren, berichteten Sie hingegen nichts. Andererseits war Ihr Abgang immer noch besser, als die anderen Restaurantbesucher mit Ihrem langweiligen Gequatsche in den Tod zu faseln. Insofern:

Auf das Leben! Titanic

Xing!

Als führende nationale Business-Plattform hast Du nun all Deinen Mitgliedern das Du angeboten bzw. aufgedrängt. Als zeitgemäß rechtfertigt Sabrina von Deiner Geschäftsführung diesen Schritt in einer Meldung auf der Plattform. Das Du schaffe Nähe und emotionale Verbundenheit, freut sie sich und kündigt an: »Mit dem Du kommt man schneller zum Wir«.

Interessante Vorstellung, dass alle 18 Millionen Xing-Nutzer – darunter Anwälte und ihre Mandanten, Unternehmer und ihre Konkurrenten – auf Xing ab sofort gruppendynamisieren wie in einem nerdigen Start-up. Heißt das dann auch, dass wir ab sofort zwangsverschwistert sind mit Leuten wie dem Risikokapitalisten Frank Thelen (s. S. 10f.)?!

Wenn das so ist, liebes Xing, möchten wir schleunigst wieder zurück dahin, wo Distanz und emotionale Sicherheit walten. Deshalb bieten wir Ihnen mit sofortiger Wirkung das Sie an.

Ablehnen gilt nicht, wir sind die Älteren. Titanic

»His Airness« Michael Jordan!

Nostalgisch-vergnügt haben wir uns in die Doku-Reihe »The Last Dance« gestürzt, die Ihrem beispiellosen Wirken auf den Basketballfeldern der Neunzigerjahre huldigt. Dass »Eure Luftigkeit« in Sachen Siegeswillen, mit Verlaub, nicht alle Bälle im Korb hatte, war uns schon vorher bekannt.

Mit welcher Unbarmherzigkeit Sie bisweilen Ihre Mitspieler knechteten, ließ bei uns aber die Frage aufkommen, wohin man so eine manische Gewinnsucht nach dem Karriereende eigentlich kanalisiert, wenn mit gerade einmal 41 Jahren alles vorbei ist. Die Antwort entdeckten wir dann neben Ihnen auf dem Tisch: in Form eines je nach Szene mal mehr, mal weniger stark befüllten Glases mit Tequila Ihrer eigenen Marke.

Cheers und Prost! Titanic

Unbekannter Inder (27)!

Die Ehefrau gleich zweimal umbringen wollen – gar nicht schön. Es beide Male mit einer Giftschlange versuchen, erst mit einer Viper, dann, erfolgreich, mit einer Kobra – wie klischeehaft! Aber dass, Inder, Dein Tatmotiv laut Stern.de ausgerechnet »die Mitgift« war: das ist doch einfach nur albern! Schämst Du Dich denn gar nicht?

Würde für kein Wortspiel töten: Titanic

ARD-Programmdirektor Volker Herres!

Sie haben im Interview mit der »Bild am Sonntag« gesagt, Ihnen falle kein weibliches Pendant zu Kai Pflaume ein, »der die große Samstagabend-Show moderiert und mit seiner Empathie und Zugewandtheit so große Mehrheiten für sich begeistert.«

Für diese Aussage mussten Sie viel Kritik einstecken, doch wir finden: Das ist eine gute Nachricht! Denn wer will schon so sein wie Kai Pflaume?

Fragen empathisch und zugewandt: die Programmdirektorinnen von Titanic

Lecko schmatzo, »Politico«,

was Du uns da Feines kredenzt: »French farmers sound alarm in cheese market meltdown«. Mmmhh, ein schöner cheese market meltdown, da schießen uns Bilder von Fondue und Raclette, von Lasagne und Käsesauce auf die Geschmacksnerven. Und dann? Totale Enttäuschung. Es ging gar nicht um das olfaktorisch sicher einmalige Abbrennen eines Käsemarktes, sondern nur um einen Einbruch bei den Verkaufszahlen.

Sagen also leider nicht »Cheeeeese«: Deine Käseklamauken von Titanic

Prost, Mainzer Polizei!

Du hast bei einer von Dir organisierten Abendveranstaltung so ziemlich gegen jede Corona-Regel verstoßen: Kein Abstand, keine Begrenzung der Teilnehmerzahl, und die inkriminierte Gaststätte hatte bis nach 22 Uhr geöffnet. Anlass des Umtrunks war die Beerdigung eines unerwartet gestorbenen Kollegen, an der Polizistinnen und Polizisten aufgrund der Pandemie-Auflagen nicht hatten teilnehmen können – weswegen sie es für klug hielten, die Auflagen einfach woanders zu missachten, oder wie?

Aber immerhin: Wenn Du so weitermachst, kannst Du bald bei der nächsten Beerdigung zeigen, dass Du es jetzt gelernt hast!

Dein Freund und Bestattungshelfer: Titanic

Hör mal, »Hörzu Wissen«!

Dein Titelthema »Die geheimsten Orte der Welt« macht natürlich neugierigst. Aber wer hat das denn alles recherchiert, etwa Deine überragendsten Redakteure? Und entstand da tatsächlich die objektivste Auswahl? In jedem Fall gelang es Dir ja, direkt über der Schlagzeile, also an prominentester Stelle, ein Bild des größten Feldherrn aller Zeiten zu platzieren – und darum ging es doch am zentralsten, oder?

Entschiedenst angewidert: Titanic

Und aber, Eltern!

Wo’s doch nun echt schwierig gewesen ist mit Schulausfall, Homeschooling und allem – immerhin könnt Ihr sagen: »Mein Kind hat ’ne Klasse übersprungen!«

Gratistipp von Titanic

DFB-Direktor Oliver Bierhoff!

Gegenüber T-Online.de haben Sie verraten, dass Sie sich eine Gehaltsobergrenze im Fußball vorstellen können. Das Problem ist aus Ihrer Sicht aber nicht der Topverdiener, sondern »die Masse an Mittelmaß, die in diesem Sog mitschwimmt und in Anführungszeichen ›überbezahlt‹ ist«.

Eine Gehaltsobergrenze – eine schöne Idee, Bierhoff! Aber dabei bleibt es hoffentlich nicht. Es bräuchte – Stichwort: Masse an Mittelmaß – noch weitere Obergrenzen, zum Beispiel für Fußball-Sendezeit im Fernsehen, für Sportwetten-Werbespots und selbstverständlich für Interviews von DFB-Direktoren.

Es grüßen in Anführungszeichen: Ihre Topverdiener von »Titanic«

Huhu, Frank Thelen!

Sie sind ein teiggesichtiger deutscher Unternehmer, Investor bei der strunzdummen Show »Höhle der Löwen« und außerdem noch Autor von Büchern, in denen ehrlich das Allerdämlichste steht, was man aus eh schon schwachsinnigen Wörtern wie »Mindset« im Jahr 2020 noch machen kann. Ihr neustes Schundwerk heißt »10xDNA«, und darin erklären Sie u.a., dass bald Flugtaxis durch unsere Städte sausen werden. Aber das wissen Sie ja alles selbst!

Warum wir Ihnen schreiben? Weil Sie der behämmerten Münchner »Abendzeitung« im Interview steckten, dass ein Start-up aus Ihrem »Portfolio« sich das »retronasale Riechen zunutze gemacht« habe und daher naturgemäß eine Flasche entwickeln musste, aus »der man pures Wasser trinkt und dennoch Geschmack über Geruch wahrnimmt«. Das habe es »bislang so noch nicht gegeben«.

Und hier möchten wir entschieden widersprechen! In unserer Gestaltungsabteilung sitzt nämlich ein Herr namens Thomas Hintner, und dieser hat das retronasale Riechen schon vor vielen Jahren so weit auf die Spitze getrieben, dass er herbes Pilsbier trinken kann – und dabei nichts als Wasser schmeckt. Dafür braucht er nicht mal Flaschen wie Sie! Und wenn Ihnen, Esel Thelen, dieser Brief zu frech ist, dann schickt Kollege Hintner Ihrem idiotischen Start-up eine Patentklage.

Gluck, gluck! Titanic

Maxim Biller!

Ganz richtig im Kopf waren Sie ja noch nie, aber so wie es da neuerdings herausschäumt, kann man sich schon Sorgen machen. Noch dazu, wenn man Ihr »eiskaltes Aufklärungsmanifest« in der »Zeit« liest. Darin wetterten Sie u.a. gegen Kritikerinnen des Rammstein-Lyrikers Till Lindemann, der sein lyrisches Ich von einer Vergewaltigung fabulieren ließ. Diese »plötzlich so zahlreichen und fünfzigerjahrehaft prüden Lyrikkenner«, die »gleich ganze Artikel zu dem Thema« schrieben (was sonst?), würden »ihre Lindemann-Vernichtungsfantasien … desto radikaler« formulieren, »je öder und schulbuchhafter ihre eigenen Bücher und Gedanken normalerweise sind«.

Weshalb Sie Ihre eigene, leider seitenlange Vernichtungsfantasie über die »Identitätspolitik« mit »ihren spießigen Schreib- und Denkverboten« heruntertippten, bei welcher es stets um die gehe, »die sich als Mitglieder ein und desselben Leidens-, Opfer- und Phäno-Kollektivs sehen und zu Recht oder zu Unrecht von all den anderen, andersartigen, klügeren, besser gestellten, weißeren, heterosexuelleren, männlicheren, reicheren, stärkeren Menschen zurückgesetzt und erniedrigt fühlen.« Wer da nicht »automatisch an die Ur-Identitären, Hitler, Goebbels, Rosenberg« denke, dem sei nicht zu helfen, wobei Sie sich fragten: »Wer war nicht alles in den letzten Monaten und Jahren beleidigt?«, und darauf die Rowohlt-Autoren und Christoph Hein anführten, nur nicht sich selbst, obwohl Sie recht gern den Beleidigten spielen, vor allem, wenn begriffsstutzige Kritiker Ihre Werke nicht verstehen.

Doch zurück zur Hochlyrik, die unter die Räder von klagenden Weibern gerät: Kennen Sie eigentlich das Donaulied? Das wartet sicher nur darauf, von Ihnen beschützt zu werden.

Eiskalt: Titanic

Carsten Spohr, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa AG!

Bezüglich Lufthansa-Flügen in den diesjährigen Sommerurlaub stellten Sie in Aussicht, Gäste, die »wegen erhöhter Temperatur am Zielort nicht einreisen dürfen«, zurück nach Deutschland zu bringen: »Wer zurück will nach Deutschland, den bringen wir zurück.«

Okay, Spohr, in Antalya und Dubai kann’s im Sommer durchaus mal über 40 Grad heiß sein, aber das war bisher ja kein Hindernis, oder? Und Ihre Kunden wollen am Ende genau dies: erhöhte Temperatur!

Versichern Ihnen die Wetterfrösche auf der Titanic

Hellsichtig, Deutschlandfunk,

hast Du vor zwei Monaten auf Twitter berichtet: »Vor sozialen Unruhen in Großstädten, warnte das Rote Kreuz, sollten Arme und Randgruppen wegen der Pandemie ihre Lebensgrundlage verlieren.«

Und das hat ja zumindest in den USA ganz super geklappt.

Kommasetzung matters, findet: Titanic

Comando Vermelho (Rio de Janeiro)!

Weil Präsident Jair Bolsonaro sich bei der Bewältigung der Coronakrise als ungeeignet erweist (»Wir werden dem Virus wie Männer gegenübertreten. Wir alle müssen irgendwann sterben«), teilst Du per Whatsapp mit: »Wir wollen das Beste für die Bevölkerung. Wenn die Regierung es nicht auf die Reihe bekommt, dann nimmt das organisierte Verbrechen die Sache in die Hand.« Also lässt Du Deine Banden mit Lautsprecherwagen durch die Favelas fahren und verfügst eine Ausgangssperre ab 20 Uhr. Und: Wer nachts erwischt werde, an dem werde man ein Exempel statuieren.

Bom. Zunächst mal lustig, dass sich das organisierte Verbrechen selbst als organisiertes Verbrechen bezeichnet. Und dass Du das Beste für die Bevölkerung willst, ist auch neu. Bedenke aber in Deinem organisierten Eifer, dass das Exempel mit dem Weiterleben der Betroffenen vereinbar sein sollte. Sonst zieht die Bevölkerung nämlich eine Infektion vor!

Warnung von Titanic

Du, CDU Berlin,

erregtest jüngst beinahe so etwas wie ein öffentliches Ärgernis, als Du Dich auf Twitter erstmals mit einem Logo präsentiertest, dessen orange-schwarze Farbgebung frappierende Ähnlichkeit mit dem des Schmuddelportals Pornhub aufwies. Dabei ist diese neue, mit Deiner Stocksteifheit gepaarte Fuck-the-System-Mentalität doch ausdrücklich zu begrüßen!

Schnelle Pointe rausgewichst von Titanic

Gerhard Ludwig Kardinal Müller!

Zusammen mit anderen konservativen Geistlichen und Intellektuellen haben Sie einen »Aufruf für die Kirche und für die Welt an Katholiken und alle Menschen guten Willens« unterschrieben – von dem sich inzwischen sogar die Bischofskonferenz distanziert hat. »Unter dem Vorwand der Covid-19-Epidemie« würden Freiheits- und Bürgerrechte außer Kraft gesetzt, heißt es darin; dubiose »Kräfte« wollten in der Bevölkerung Panik erzeugen, um »dauerhaft Formen inakzeptabler Freiheitsbegrenzung und der damit verbundenen Kontrolle über Personen und der Verfolgung all ihrer Bewegungen« durchzusetzen, ein »beunruhigender Auftakt zur Schaffung einer Weltregierung, die sich jeder Kontrolle entzieht«. Weiterhin warnt der Appell davor, sich »mit Impfstoffen behandeln zu lassen, zu deren Herstellung Material von abgetriebenen Föten verwendet wird«.

Puh, Müller, da sind Sie ja echt in üble Gesellschaft geraten, also: noch üblere Gesellschaft als eh schon. Und das alles, weil Papst Franziskus 2017 Ihre Amtszeit als Präfekt der Glaubenskongregation nicht verlängern mochte? Nun wollen wir Sie aber auch auf der nächsten »Hygienedemo« sehen – ohne Kutte, Mundschutz und Abstand!

Würde Sie gerne untersuchen lassen: Titanic

Von Dir distanzieren, Olaf Scholz,

kann man sich aus vielen guten Gründen. Einen weiteren lieferte uns jetzt folgende »Tagesspiegel«-Schlagzeile: »Neue Allianzen in der Coronakrise: Wie eng der Austausch zwischen Ökonomen und Olaf Scholz ist«.

Mein Gott, Scholz, da hast Du wieder einmal überhaupt nichts verstanden: Enger (also ohne Mindestabstand) Austausch (vielleicht auch noch von Aerosolen aus Körperflüssigkeiten) ist doch genau das Falsche gegen die Coronakrise!

»Warum in die Nähe schweifen? Sieh, das Gute liegt so fern!« schreibt Dir darum ins Stammbuch: Titanic

Liebe Haribo-Werbetexter,

Eure innovative Fruchtgummi-Stadionwurst (»inklusive Senf und Ketchup«) in der schlandfarbenen bzw. kackbraunen Verpackung sollte sicher anlässlich der Europameisterschaft den deutschen Naschmarkt aufmischen. Das Turnier fällt bekanntlich vorerst ins Wasser, die PR-Maschinerie für Eure neue Leckerei läuft dennoch auf Hochtouren. Bemerkenswert ehrlich ist dabei der Claim: »Die erste Stadionwurst, die kein Stadion braucht«. Man könnte nun sogar noch weiter gehen und sagen: Diesen Fraß braucht kein Mensch.

Geben immer ihren Senf dazu: Eure Hanswürste auf der Titanic

Grüezi, Schweiz!

Voller Tatendrang im Kampf gegen die Kriminalität war Deine Polizei, als sie einen Achtjährigen und seine Familie stundenlang befragte. Der Junge hatte in einem Dorfladen nachgefragt, ob er mit Spielgeld bezahlen könne, das er zuvor bei einem Karnevalsumzug aufgehoben hatte. Die Kassiererin tat das einzig Richtige und rief die Polizei, die ihm auch umgehend seinen verdienten Vermerk in den Akten spendierte, der dort bis 2032 zu finden sein wird.

Auch wenn wir uns freuen, in diesem Kontext wiederholt das sehr humoristisch anmutende Wort »Nötli« zu lesen, müssen wir Dich eindringlich warnen: In den Händen von Kindern kann selbst ein einfacher und harmlos scheinender Besen schnell zur Stangenwaffe werden. Da wir uns gar nicht vorstellen wollen, welch destruktive Kraft davon ausgehen kann, halten wir eine Kriegserklärung Deinerseits an besagte Kinder für die beste Lösung. Nur so kann Schlimmeres verhindert werden.

Angsterfüllt: Titanic

Noch einmal Sie, Peter Altmaier!

»Altmaier will Lobbyarbeit von Amthor prüfen lassen«, lesen wir auf »Spiegel online« und meinen: Jepp, das ist der richtige Mann dafür!

Klüngelüngelüng Titanic

Otto Schenk! Otto Schenk!

Als 91jähriges Urgestein der deutschsprachigen Theaterlandschaft plauderten Sie in der TV-Sendung »Willkommen Österreich« über Ihre Tierliebe im Allgemeinen und zu Papageien im Besonderen. Einem von Ihnen so genannten »Leihpapagei« wollen Sie den Satz »Heut red’ i nix« beigebracht haben. Und wie nebenbei konstatierten Sie: »Nicht sprechende Papageien sind für mich keine Papageien.«

Aber aber, Herr Schenk, gehen Sie doch nicht so hart ins Gericht mit unseren kunterbunt gefiederten Freunden. Selbst der beredteste aller Papageien ist von Zeit zu Zeit unpässlich oder schlecht aufgelegt oder womöglich im Alter taub geworden. Denken Sie bitte noch mal darüber nach!

Will ’nen Keks: Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

Vermischtes

Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUROliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt