Briefe an die Leser | Februar 2020


Isabel Schnabel!

Sie sind jetzt Direktorin der Europäischen Zentralbank und haben Großes vor: »Wir Zentralbanker müssen hinaus zu den Bürgern« – nein, Schnabel, müssen Sie nicht. Bitte!

Bang: Ihre Bürgersleut’ auf der Titanic

Kurze Frage, »Bild«-Chef Julian Reichelt!

Sie haben die Tötung des iranischen Generals Kassem Soleimani durch die USA wie folgt kommentiert: »US-Präsident Donald Trump hat deutlich gemacht, dass die übelsten Gestalten der Welt, wie großmäulig und skrupellos sie auch sein mögen, sich nicht vor der Stärke Amerikas verstecken können.« Nun die Frage: Macht Ihnen das keine Angst?

Rät Trump, mal im Axel-Springer-Haus zu suchen: Titanic

Tom Buhrow, alte Umweltsau!

Als WDR-Intendant verteidigten Sie im »Spiegel« Ihre Entschuldigung für das »verunglückte Oma-Lied« und seine Entfernung aus der Mediathek. Selbstverständlich sei das kein Einknicken vor den Rechten gewesen, aber: »Wir können doch nicht einfach so tun, als ob es nicht zählt, wenn sich ein großer Teil unseres Publikums zu Unrecht angegriffen fühlt!«

Schön, mal von Ihnen ganz offiziell zu hören, wie sich ein großer Teil des ARD-Publikums zusammensetzt. Aber, Tom Buhrow: Müssten Sie dann in Ihrer Mediathek nicht auch alle Zweiter-Weltkrieg-Dokumentationen über das Kampfgeschehen auf deutschem Territorium löschen lassen?

Greift stets zu Recht an: Titanic

Hermann L. Gremliza!

Was machen wir denn jetzt eigentlich ohne Sie? Hm? Haben Sie da auch nur eine Sekunde lang drüber nachgedacht, wie das hier in Frankfurt weitergehen soll, wenn Sie sich einfach gemütlich an die ewige Martini-Theke drüben setzen? Über Jahrzehnte hieß es hier am Konferenztisch: Wenn man mal gar keine Meinung zu was hat, holt man sie sich eben bei Gremliza! Dutzende Praktis wurden zur »Konkret«-Lektüre abgestellt, Rezitationen aus dem Leitartikel gehörten quasi zum Aufnahmeritual in die Redaktion. In nur ein paar Wochen wird auffliegen, dass wir gar keine eigene Meinung haben! Wo sollen wir sie auch hernehmen? Jetzt, wo keiner mehr so spezifisch deutsche Scheußlichkeiten diagnostiziert wie Sie das legendäre »Ekel von Bellevue«, die neuen, besseren Deutschen oder das linke Begnügen mit dem kleineren Übel, das, wie Sie wussten, doch besser als »das zweitgrößte Übel« im Blick behalten werden sollte.

Und schlimmer noch: Was soll aus den anderen werden? Die jetzt keine Angst mehr davor haben müssen, von Ihnen auf S. 9 und im »Express« eine Watschen fürs Nichtdenken- und Nichtschreibenkönnen abzubekommen? Die jetzt wieder frech und sorglos werden? Jetzt müssen wir das noch mit übernehmen!

Na, schönen »Dank« auch!

Ihre ewigen Abonnenten auf der Titanic

Lieber Deutschlandfunk,

nicht, dass wir von einem öffentlich-rechtlichen Schwafelsender viel erwarten – aber dass Du jetzt ab dem 1. Februar keine Verkehrsmeldungen mehr senden wirst, ist nicht weniger als ein Skandal! Du drückst Dich um die Verkehrsverantwortung und nimmst in Kauf, dass deutsche Raser tot oder (schlimmer noch) langsamer ans Ziel kommen. Und wer springt selbstlos ein? Natürlich TITANIC. Ob das gutgehen kann? Am Steuer ein Magazin lesen?

Los geht’s bei: Titanic

Verkehrsmeldungen

A1 Bremen → Hamburg:
Arschloch behindert mit 150 km/h auf der linken Spur den Verkehr.


A7 zwischen Göttingen und Kassel:
In beiden Richtungen eingeschränkte Sicht durch geschredderte Akten im Mordfall Lübcke.


A4 Köln → Aachen:
Vollsperrung nach Unfall – ein Motorrad fuhr einem Karnevals-Festwagen mit einer Oma-Umweltsau-Figur auf.

Harry und Meghan!

So, so, Sie wollen also die Biege machen aus dem ganzen Monarchie-Quatsch: »Nach vielen Monaten des Nachdenkens und der Diskussionen haben wir uns entschieden, in dieser Institution eine neue fortschrittliche Rolle für uns zu finden.« Aber was gibt es denn da monatelang zu diskutieren? Die Frogs auf der anderen Seite des Kanals haben doch schon vor Ewigkeiten vorgemacht, wie man in dieser Institution eine fortschrittliche Rolle einnimmt. Also, ran an die Guillotine!

Liberté, égalité, fraternité: Titanic

Münchner Hofbräuhaus am Platzl!

Seit dem frühen Altpaläolithikum ergießen sich aus Dir tagtäglich 213 Hektoliter bayerischen Bieres, pro Stunde werden in Dir durchschnittlich 37 Busladungen voller Japaner mit selbigem abgefüllt, der Dienstmann Alois Hingerl hängt in Dir seit 1911 fest, ist mittlerweile bei der 481 827. Maßangelangt, und – nein, wir fragen Dich jetzt nicht: wozu das alles? Nur, Hofbräuhaus, dieser eine Abend da, Du weißt schon. Der 24. Februar 1920! Ja, genau, wo in Dir diese eine Partei gegründet worden ist, die mit den fünf Buchstaben!

Wie, erinnerst Di’ net? Komm, denk scharf nach! Der Gründungsvorsitzende hatte so eine schwarze Bürste unter der Nase, und die Punkte seines Grundsatzprogramms handelten ständig von »den Joden«! Ach, jetzt fällt’s Dir wieder ein? Wie, das war nur so ein unbedeutendes Hinterzimmer, wo sich das abspielte? In das 2000 Personen reinpassten?

Egal. Wir wollten Dich zum 100. Jubiläum dieser Parteigründung in Dir nur fragen, wie oft und in welchem Abstand die Münchner Gemütlichkeit zu solchen Ereignissen bei Dir führt: alle hundert Jahre? Oder dürfen wir vorher noch austrinken?

Oans, zwoa, gsuffa! Titanic

Genial, »Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag«!

»Batterien sollen Strom speichern« ist eine Deiner Überschriften auf der Themenseite »Innovation aus Schleswig-Holstein«. Diese Süddänen scheinen ein sehr plietsches Völkchen zu sein. Als Ergänzung hätten wir noch ein paar eigene Innovationen mit potentiell ähnlich durchschlagendem Charakter: Häuser sollen vor Regen schützen, Feuer soll Wärme spenden und Bier soll betrunken machen.

Deine Düsentriebs von Titanic

Bauern!

Nicht genug damit, dass Ihr mit Euren anachronistischen Höllenmaschinen die gesamte nichtbäuerliche Bevölkerung terrorisiert – ob Tag, ob Nacht, ob Wochenende, egal, alle sind Euch ausgeliefert, wenn Euch danach ist rumzulärmen, Eure dem Atem des Todes ebenbürtige Flüssigscheiße zu verspritzen oder den Acker mit einer Substanz Eurer Wahl zu vergiften. Nein, in unregelmäßigen Abständen müsst Ihr auch noch Straßen mit nebeneinander fahrenden Traktoren blockieren und mit Tempo 25 von z.B. Bayern nach Berlin schleichen, weil Ihr dem ignoranten Rest der Bevölkerung mitteilen müsst, wie schlecht es Euch geht. Wahrscheinlich, weil Ihr gar nicht mehr wisst, wen Ihr eigentlich in die riesigen Häuser einquartieren sollt, die Ihr ständig auf Euren noch viel riesigeren Grundstücken baut, die Euch in zwanzigster Generation gehören! Und aus lauter Ärger darüber bleibt Euch natürlich nichts anderes übrig, als Eure Tiere nach Kräften zu quälen und Euch bei »Bauer sucht Frau« anzumelden, damit nicht schon wieder die Tochter der Cousine dran glauben muss und der nächste Hoferbe keine drei Sätze mehr sprechen kann. Das ist abstoßend, Bauern! Und da Ihr bei der Gelegenheit auch gleich noch gedroht habt, dann eben beim nächsten Mal AfD zu wählen, importieren wir doch lieber jede einzelne Kartoffel. Aus China!

Grüße auf den Misthaufen der Geschichte Titanic

Aha, CSU,

Du forderst also die Aufhebung der generellen Strafunmündigkeit bei Kindern. Bist Du etwa wirklich böse auf den kleinen Scheuer-Andi? Der hat doch nur ein bissl Geld verbrannt! Komm, sei nicht so gemein!

Immer auf der Seite der Schwachen: Titanic

Iranischer Luftwaffenchef Amir Ali Hajizadeh!

Sie baten im Namen der Revolutionsgarden herzergreifend um Entschuldigung für den Abschuss eines ukrainischen Zivilflugzeuges über Teheran, in dem vermutlich nicht ausreichend Homosexuelle, untreue Ehefrauen und Juden saßen, um es nachträglich als gerechtfertigte Tat anzusehen. Und zwar mit diesen Worten: »Ich wünschte, ich könnte sterben und hätte nicht Zeuge eines solchen Unglücks sein müssen.«

Und das, Amir Ali Hajizadeh, ist dann doch eine bemerkenswerte und mutige Ansage für einen ranghohen iranischen Militär in Zeiten Trumps.

Winkt Ihrem Zaunpfahl zurück: Titanic

Kölner Kita »Knusperhäuschen«!

Einen ganz märchenhaften Namen hast Du. Aber sag mal: Werden bei Dir wirklich Kinder in Gefangenschaft für den Verzehr gemästet oder lediglich alte Frauen verbrannt? Um derartige Ambiguitäten zu vermeiden, ließe sich doch vielleicht über einen neuen, eindeutigeren Namen nachdenken. Wie wäre es mit »Großer böser Wolf«? Oder »Knüppel aus dem Sack«? Überleg’s Dir!

Hexhex: Titanic

»Spiegel«!

»Ich will meinen Mann nicht sehen. Ich weiß, wie er sich anfühlt«, betiteltest Du eine Geschichte über eine blinde Frau, die mit einem sehenden Mann liiert ist. Dabei gilt es zu bedenken: Das sagen viele sehende Frauen auch.

Zwinker-zwonker Titanic

Was, Einbrecher,

ist eigentlich derzeit los mit Euch? Aus dem Keller eines Wolfsburger Mehrfamilienhauses habt Ihr nichts außer zwei Tiefkühlpizzen mitgehen lassen. In Karlsruhe hat Euch die Überwachungskamera eines Supermarktes dabei gefilmt, wie Ihr Lebensmittel im Warenwert von mehreren hundert Euro eingesackt habt. Thüringer Rostbratwürste waren Euer Begehr bei einem Diebstahl aus einem Imbisswagen in Altenburg. Im nordrhein-westfälischen Borken habt Ihr 360 Eier von einem Kühlanhänger stibitzt. Und in Zwickau konntet Ihr in der Nacht zum 2. Weihnachtsfeiertag Eure Finger nicht von einem auf dem Balkon einer Erdgeschosswohnung abgestellten Festtagsbraten lassen.

Wenn Ihr demnächst durch kein aufgehebeltes Fenster mehr passt, brüstet Euch bloß nicht damit, bereits genügend fette Beute gemacht zu haben!

Nichts zu holen dagegen gibt es für Euch bei Küchenmeister Schmalhans im Hause Titanic

HEY, LAAAHAAARS!!!

In einem eher kurzen Interview mit der Tagesschau hast Du, Generalsekretär der SPD, Dich gleich dreimal desselben Stilmittels bedient. Du sagtest, dass »alle wollen, dass die Partei wieder lauter wird«, merktest, dass »es in der Partei ein großes Bedürfnis gibt, über Themen zu reden, die die Menschen interessieren. Und zwar laut über diese Themen zu reden«, und tatest kund, dass Dein Verein zwar in der Regierung bleibt, »aber auch, dass wir laut sagen, wofür die SPD steht«.

Und nun fragen wir uns, warum denn plötzlich alles so laut sein muss. Denkst Du, wer schreit, hat recht? Soll die Botschaft der SPD über die leeren Marktplätze in die Wohnungen der daheimgebliebenen Wählerschichten dringen? Oder ist die SPD, trotz Erneuerung an der Spitze, im Kern so alt, dass die Parteimitglieder selbst sozialdemokratische Kernanliegen nicht mehr registrieren, wenn man sie ihnen nicht ins Ohr schreit? Ach was, es sind ja doch alle drei.

Deine Leisetreter von Titanic

Herrje, Philipp Amthor (CDU)!

Mit 27 Jahren haben Sie sich kurz vor Weihnachten katholisch taufen lassen. »Der Glaube ist für mich vor allem eine sehr private Angelegenheit, und ich möchte nicht, dass er politisch instrumentalisiert wird«, schrieben Sie, nicht so ganz privat, in der »Bild am Sonntag«.

Das lässt uns ein wenig schaudern. Denn was wollen Sie demnächst noch, völlig privat, mitteilen: Dass Sie blonde Haare haben und eine Brille aus der Hölle? Sie sich gerne bei Erbschleicher-Stammtischen rumtreiben und am liebsten in der Geriatrie-Abteilung eines Krankenhauses wohnen würden? Dass Sie gar Mitglied einer christlichen Partei sind?

Wo ist bloß Ihr Gott, wenn einem mal richtig das Maul gestopft werden muss, fragt so öffentlich wie irgend möglich: Titanic

»General-Anzeiger« (Bonn)!

»Bonner Prinzenpaar feierte mit Beethoven und 2300 Gästen«, verkündetest Du auf Deiner Titelseite. Donnerwetter, das Komponieren scheint ja ein außerordentlich lebensverlängerndes Elixier zu sein! Wenn da nur als Schattenseite nicht diese nervige Publicity wäre, die der berühmte Sohn der Stadt mit dem jecken Fußvolk da über sich ergehen lassen muss! Aber zum Glück ist er ja schon lange genug taub, um wenigstens abgestandene Witze und lahme Büttenreden nicht mehr mitzubekommen!

(Tusch!) Titanic

Hey, Torsten Casimir,

das war ja kein so guter Jahresausklang für den Buchhandel. Weil aber die Hoffnung immer zuletzt stirbt, hast Du zum Jahresende noch mal so richtig einen rausgehauen: »Hinten kackt die Ente«, schriebst Du im Editorial des ansonsten recht seriösen »Börsenblatts für den Deutschen Buchhandel«. Holla die Waldfee! Der Teufel scheißt immer auf den größten Haufen, an der Eichel spielt der Knabe, und auf das magerste Pferd setzen sich die meisten Fliegen. Einerseits. Andererseits hat kein Schaf sieben Augen, und die Kuh ist auf einem Auge blind. Und, klar, der Fisch stinkt vom Kopfe.

Immerhin: Bienchen sticht von hinten, Grün scheißen die Gänse, und Kleinvieh macht auch Mist.

In diesem Sinne: Ein Null gibt immer Kontra, und Trumpf ist die Seele des Spiels.

Und, ganz wichtig: Die Hose hängt noch nicht am Bette!

Deine Skatbrüder von Titanic

Sie, Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki,

haben bei Ihrer letztjährigen Weihnachtspredigt vor überzogenen Erwartungen an digitale Alltagsassistenten gewarnt: »›Alexa‹, ›Siri‹ und andere Maschinen erzählen uns Witze, unterhalten sich mit uns und kaufen für uns ein.« Bzw.: »Humanoide Roboter können bereits streicheln, lachen und weinen, um uns menschliche Nähe zu suggerieren.« Letztlich sei dies aber alles nur eine Illusion.

Teufel noch eins, darauf erst einmal ein tröstendes Gebet, oder?

»Alexa, sprich mit Gott!« bittet Titanic

Unerhört, Kevin Kühnert,

was die Taz da über Sie beim letzten SPD-Parteitag berichtet: »Kevin Kühnert läuft kurz nach der Jubelszene über den Flur von der City-Cube-Halle … Er hat eine Brezel in der Hand, bricht sich ein paar Stückchen ab und schiebt sie sich beim Reden in den Mund.«

Na so was! Auf diese Art lassen sich klare Aussagen zu Inhalten natürlich geschickt vermeiden: »Absolute Priorität muss für die Partei nun die Einführung eines *schmatzmampf*-Gesetzes und einer verbindlichen Renten-*mampfschlurps* haben. Das sage ich hier mit aller Deutlich-*knurpsknurpsschluck*!«

Auf diese gewiefte Unverschämtheit ein Schälchen Kräuterbutter. Titanic

Alles gut, »Zeit«?

In der Vorschau zu Deinem Artikel »Was gibt Trost?« schreibst Du: »Menschen sind wie Geschwister.« Das stimmt natürlich. Menschen sind genauso sehr wie Geschwister, wie Hosen wie Jeans oder Bäume wie Eichen sind. Trotzdem fragen wir uns bei solchen Formulierungen nicht, was Trost gibt, sondern, ob Du noch ganz bei selbigem bist.

Grüße wie liebe Grüße Titanic

Unerhört, Wolfgang Amadeus Mozart,

was uns da zu Ohren kam: »Die Internationale Stiftung Mozarteum hat jetzt ein sechstes Haarbüschel Wolfgang Amadeus Mozarts … erworben«. Haar vom Star: ein klassischer Merchandise-Kauf fanatischer Fans. Doch der Erwerb Deiner Schmalzlocke war nicht annähernd so haarsträubend wie der zweite Ankauf des Mozarteums: »Das für die Forscher bedeutendste Stück ist ein Teil eines Briefes, den Wolfgang Amadeus gemeinsam mit seiner Mutter Anna Maria Mozart 1777 an Vater bzw. Ehemann Leopold schrieb. Darin sind die Wünsche des damals 21jährigen Komponisten zur Bemalung einer Jux-Schießscheibe enthalten: ›Ein kleiner Mensch mit lichten Haaren steht gebückt da, und zeigt den blosen Arsch her.‹ Eine zweite Figur von mittlerer Größe in rotem Gewand ›wird in der Positur vorgestellt wie er den andern just im Arsch leckt‹, schrieb Mozart.«

Na servus, Wolfgang Amadé! In Sachen Humor ging es bei Dir also weniger um Finesse und sanfte Zwischentöne, da hautest Du eher kräftig in die Tasten.

Vergreift sich garantiert nie im Ton: Titanic

Frau Dr. Franziska Giffey!

Das ist doch ungerecht, tun Sie etwas! Da wird Ihrem Mann Karsten laut »Business Insider« der Beamtenstatus aberkannt, weil er angeblich bei Arbeitszeiten und Dienstreisen »geschummelt« hat. Dabei wollte er bestimmt gar nicht betrügen, sondern hat sich einfach nur von Ihnen zeigen lassen, wie man effizient ein Buch schreibt, und sei es nur ein Fahrtenbuch, oder? Da müssten Sie zu seiner Entlastung doch jetzt bloß das Original vorlegen!

Gelernt ist gelernt: Titanic

Küss die Hand, Bad Ischl!

Du Tummelplatz der k.u.k. Schickeria im österreichischen Salzkammergut wirst nun unter dem Motto »Kultur ist unser neues Salz« eine der drei europäischen Kulturhauptstädte 2024. Herzlichen Glückwunsch! Da für uns Dein Land aber eh nur eine einzige große Fressmeile ist, fragen wir uns, welche kulinarischen Zutaten noch so ersetzt werden sollen. Ist die Wirtschaft das neue Rindfleisch? Die Wissenschaft die Zwiebel? Das Soziale der Pfeffer? Und Politik die Paprika edelsüß?

Zu diesem herzhaften Saftgulasch serviert gern den Witz als neuen Serviettenknödel: Titanic

Du, Partydroge Ketamin,

hast ja, wie wir dem obskuren Internetportal Rosenheim24.de entnehmen, schreckliche Nebenwirkungen! Eine Studie des »University College London« hat demnach herausgefunden, dass Deine Gabe »ein Ansatz sein könnte, um Alkoholsucht zu bekämpfen«. Perfiderweise wurden dabei normale und sehr vernünftige Probanden mit Dir »behandelt«: »Die Männer nahmen pro Woche mehr als zehn Liter alkoholische Getränke zu sich, vorzugsweise Bier, die Frauen mehr als siebeneinhalb Liter … Einem Teil von ihnen legten die Wissenschaftler Bilder von Bier vor, um die Lust auf das Getränk zu wecken.«

Deine, Ketamin, verheerende Wirkung: »Alle berichteten in den folgenden zehn Tagen, dass ihr Verlangen, Bier zu trinken, deutlich gesunken sei. Sie hatten weniger Lust darauf, tranken weniger und wenn, dann hatten sie weniger Genuss dabei, schreiben die britischen Forscher.«

Und das ist in einer an Infamie wahrlich nicht armen Welt das Hinterlistigste, was uns seit langem untergekommen ist.

Will nie, nie, nie wieder von Dir hören: Titanic

Ach nein, Christian Lindner,

Sie wollen laut FAZ »Arbeiter für die FDP gewinnen«. Was ist los? Hat die Putzfrau gekündigt?

Würde Sie jedenfalls gerne an die Arbeiter verlieren: Titanic

Dear Facebook,

netter Versuch, eine Verfügung des OLG Düsseldorf nicht anzuerkennen, weil sie auf Deutsch geschrieben und damit der Inhalt für Dich nicht verständlich sei. Wenn nervige Touristen uns nach dem Weg fragen, antworten wir auch immer: »Ich nix deutsch.« Im Gegensatz zum Gericht glauben wir Dir aber und freuen uns, dass Deine Angestellten nicht verstehen können, wenn wir ihnen mitteilen, dass sie alle saublöde Kackbratzen sind.

Best wishes Titanic

McFit Bonn!

Wochenlang versagte Deine elektronische Mitgliedskarte den Dienst, so dass die Fitnessgemeinde in abenteuerlichen Verrenkungen über die gesperrten Drehkreuze und Metallgitter klettern musste und mit ihren XXL-Sporttaschen das Studio vollstellte, weil sich auch die Spinde in den Umkleiden nicht mehr abschließen ließen.

Nun sag schon: Arbeitest Du insgeheim an einem ganz neuen Image, weg vom Billigsportheimer zum Premium-Fitness-Anbieter? Ist das Deine Strategie, um Dich der ganzen Karteileichen, unmotivierten, bewegungsfaulen Studenten, Unfallrentner und Moppelchen mit Bandscheibenvorfällen zu entledigen, damit am Ende nur noch die durchgestylten, entmenschten Kraftpakete, die als Studiomodels Deine Wände verunzieren, übrig bleiben? Schließlich dürften nur sie in der Lage sein, diese Eingangshürden halbwegs unfallfrei zu überwinden, ein »survival of the Mcfittest« sozusagen.

Hals- und Beinbruch: Titanic

Performativ-Philosoph Dr. Depner (Universität Rostock)!

Da Sie rund acht Jahre nach Ihrem debilen Bastelband »Kant für die Hand« auch noch das Quatschbuch »Wittgensteins Welt – selbst hergestellt« vorgelegt haben, sind wir nun äußerst gespannt auf Ihr nächstes Werk. Wird es der vielersehnte »Porno von Adorno«? Der innovative Weinführer »Dank Hegel zum Pegel«? Der kriminell gute Ratgeber »Stehlen mit Gehlen«? Das Geräuschgedicht »Krach um Ernst Mach«? Oder doch nur der Kalender »Termin bei Nida-Rümelin«?

Findet Sie schlecht wie den Precht: Titanic

Sie, Hamburgs Grünen-Chefin Katharina Fegebank,

haben in den vergangenen Monaten so viele »Brücken gebaut« und »Spirit« verbreitet, dass Sie gute Chancen haben, am 23. Februar Erste Bürgermeisterin der Hansestadt zu werden. Das wäre ja wirklich »spannend«, »saustark«, ja geradezu »der Knaller«! Eine »megagroße Aufgabe«, die Ihnen sicher noch mehr »super Laune« bereitet, denn #lachenistgesund, wie es fidel aus Ihnen heraustwittert. Als selbsternannte »unerschütterliche Optimistin« pusten Sie dann mal eben von ganz oben die »kollektive Bocklosigkeit« weg, lassen »die Begeisterung überschwappen« und erzeugen für alle »ein positives Grundrauschen« bis zum Tinnitus.

Dass Ihnen Ihre notorisch blendende Laune zwischen notorisch fehlendem Wohnraum und steigender sozialer Ungleichheit nicht so schnell vergeht, wünschen Ihnen von Herzen

Ihre Melancholiker von Titanic

Wie jetzt, Dieter Nuhr?

Da predigen Sie jahrein jahraus vor Ihrer Gemeinde: »Wenn man keine Ahnung hat, einfach mal die Fresse halten«, und das soll jetzt plötzlich nicht mehr gelten? Neuerdings fordern Sie nämlich »ein Menschenrecht auf unbedachte Äußerungen, auf freies Daherreden, auf einfach mal Dahinplappern«, ohne dass sich jeder berufen fühlt, »den Oberlehrer zu geben«.

Seien Sie ehrlich: Dieses Recht fordern Sie doch in erster Linie für sich selbst. Leere Töpfe klappern am lautesten, gell?

Ihre Oberleererinnen von Titanic

O je, Steinmeier!

Bei Ihrer Weihnachtsansprache schlenderten Sie über Parkett und Teppiche des Schlosses Bellevue, vorbei an Wandlüstern, einem Tannenbaum sowie Ihrer gewohnt schlaff im Raum rumhängenden Bundespräsidenten-Standarte. Und sprachen in die in hektischster VIVA-Manier wechselnden Kameras: »Sie alle haben ein Stück Deutschland in Ihrer Hand!«

Das mag so sein. Was wir uns indes fragten: Hatten Sie keinen Stuhl mehr in Ihrem Schloss zur Hand, um sich ein bisschen zur Ruhe zu setzen? Wo sind die alle hin? Besorgt grüßt von den Bürostühlen: Titanic

Brasiliens Präsident Jair Bolsonaro!

Auf einer Pressekonferenz haben Sie über einen Journalisten gesagt, er habe das Gesicht eines Homosexuellen. Das war eine interessante Beobachtung, auch wenn wir nicht beurteilen können, ob das stimmt. Aber womöglich können Sie uns bei einer weiteren Gesichtsanalyse helfen. Wir sind uns nämlich noch etwas unschlüssig darüber, ob Sie, Bolsonaro, eher das Gesicht eines Esels, einer Wurst oder doch das von Beatrix von Storch haben.

Ihre Gesichtsscanner von Titanic

Sascha Zoske!

Für einen »Blattmacher« bei Faz.net pflegen Sie einen, sagen wir mal, extravaganten Stil: »Wer mit sein Mountainbike auch unter erschwerten Bedingungen ausreizen will, muss auch reichlich Schmutz in Kauf nehmen«, leiteten Sie einen völlig sinnfreien Artikel ein, der das Für und Wider einer 17 000 Euro teuren Fahrradwaschanlage erwog. In einem tags zuvor (am 31.12.2019) erschienenen Beitrag aus dem Hochschulressort, für das Sie hauptamtlich tätig sind, hatten Sie sich noch über einen »Respekt vor der deutschen Sprache« gefreut und es begrüßt, dass Deutsch »als Primärsprache« an der Frankfurter Goethe-Universität erhalten bleibt.

Nun rätseln wir, was Sie in der Silvesternacht dazu bewogen hat, von einem normalschlechten Online-Journalisten-Deutsch in ein gar nicht mehr verständliches Krass-Sprech hinüberzugleiten. Ist etwa eine Feuerwerksrakete in Ihrem Sprachzentrum eingeschlagen? Oder haben Sie beim Bleigießen den Beschluss gefasst, sich als Bundeskanzler zu bewerben, wofür nach Ausweis der Fakten krudes Deutsch geradezu vorausgesetzt wird?

Bumm-zisch! Titanic

+++ Gefahrenmeldung +++

A9 Nürnberg → München:
Geisterfahrer! Der Geist des Führers sitzt im Beiwagen eines Motorradgespanns und grüßt freundlich das Volk und die ihn eskortierenden Polizeibeamten.

Hihi, Deutsche Presse-Agentur!

Wenn Deine Redakteure am Puls der Zeit schon vermelden, die nordrhein-westfälische Landesregierung wolle mit einem 90 Millionen Euro schweren Förderprogramm die Anwendung des ultraschnellen Mobilfunkstandards 5G in der Wirtschaft »ankurbeln«, wird es dann nicht höchste Eisenbahn, für die Übermittlung solcher Depeschen in Deinen Büros endlich mal von Zeigertelegraf auf Fernschreiber umzustellen?

Drehen auch 2020 wie gewohnt auf: die alten Witzemacher von Titanic

Ihr aber, Nina und Julia Meise,

habt einst die berüchtigten Ratiopharm-Zwillinge gespielt und müsst uns daher gleich zwei Fragen beantworten. Welche von Euch ist die größere? Und welche von Euch hat sie?

Gute Meise. Gute Besserung. Titanic

Oi, Australien!

Vor wenigen Wochen hattest Du mit durchschnittlich 40,9 Grad Celsius den heißesten Tag Deiner Geschichte. Unser Beileid, zumal: Wenn es jetzt schon so heiß ist, wie soll es dann erst im Sommer werden?!

Fragen sich auf jeden Fall die Wetterfrösche bei Titanic

Übersetzer Andreas Nohl!

Sie haben gemeinsam mit Liat Himmelheber »Gone With The Wind« im Kunstmann-Verlag neu übersetzt und dabei im Titel ein -e getilgt. Denn »Vom Wind verweht« sei weniger »poetisch«, mehr »prosaisch« und entspreche »dem journalistisch geprägten, unsentimentalen Zeitgeist«, in dem Margaret Mitchell in den 1920ern schrieb, meinen Sie in Ihrem Nachwort.

In diesem verteidigen Sie das angeblich verkannte Buch, das nicht unwesentlich der Sklavenhaltergesellschaft nachtrauert und in Segregationszeiten zum Bestseller wurde, gegen den »Vorwurf« des Rassismus, u.a. damit, dass bei Mitchell die »Rassenfrage« eher eine Klassenfrage gewesen sei und am untersten Ende arme Weiße stünden und dass die Hauptfigur Rhett Butler neben einem Schwarzen auch einen Weißen ermordet – eine regelrechte Forderung nach Gleichberechtigung, was?

Und dank der neuen Sachlichkeit konnten Sie sogar die »afroamerikanischen Sklaven mit einer ›normalen‹ kommunikativen Intelligenz ausstatten, wie sie der Wirklichkeit entsprach« – weil Mitchell, die nach Ihrer Aussage in einer »für sie naturgegebenen Welt der Rassentrennung« aufwuchs, diese kommunikative Intelligenz Jahrzehnte nach dem Ende der Sklaverei halt auch so richtig wirklich kannte.

Vielleicht, Andreas Nohl, versuchen Sie es besser noch mal. Und wenn Sie schon dabei sind, »prosaisch« das e verschwinden zu lassen wie sonst Kinder singend tanzende Wanzen, hätten wir einen neuen neuen Titelvorschlag für Sie: »Schau dir mal den Win an, wie der Win verweh kann«. Dann sind Sie bestimmt sogar noch näher an der Wirklichkeit sklavischer Sprache dran.

Prosaische Grüße Titanic

Wolke Hegenbarth (39), Schauspielerin!

Der »Gala« sagten Sie, dass Sie nach der Geburt Ihres ersten Kindes die Augen aufgemacht hätten: »Ich bin anschließend wochenlang durch die Straßen gegangen, habe die vielen Menschen gesehen und gedacht: Die sind alle geboren worden – das ist so abgefahren!«

Und, Frau Hegenbarth, was haben Sie vor Ihrer Niederkunft gedacht, wenn Sie die vielen Menschen gesehen haben? Dass die vom Himmel gefallen oder geschnitzt worden sind? Ein lauter Traum, ein kruder Witz? Wenn Sie Ihre Augen noch eine Weile offenhalten wollen: Auch die ganzen Schnitzel und Pandabären sind einmal geboren worden.

Abgefahren: Titanic

Österreichisches Bundesheer!

Der Schlachtruf, mit dem Du potentielles Kanonenfutter umwirbst, klingt zwar fast so beeindruckend wie eine Haubitze. Aber viel ehrlicher als »Ein Heer von Möglichkeiten« wären halt doch Slogans wie »Eine Armee von Problemen«, »ein Korps von Chaoten«, eine »Division von Dorftrotteln« und »Eine Brigade von Brennern«.

Deine Wehrkraftzersetzer zur See von Titanic

Kida Khodr Ramadan!

Auf die Frage, wie Sie sich auf die Rolle des Gangster-Bosses Toni Hamady in der Serie »4 Blocks« vorbereitet hätten, gaben Sie folgende Anekdote zum Besten: »Ich bin U-Bahn gefahren, um den Menschen mit meiner Mimik Angst zu machen … Einmal habe ich eine alte Frau ausgesucht. Ich gucke sie so an, aber die fährt bis zur Endstation Rathaus Spandau … Ich hab sie 30 Stationen lang angestarrt. Irgendwann ist sie aufgestanden, und vorm Rausgehen hat sie zu mir gesagt: Sie brauchen einen Arzt. Sie brauchen schnell einen Arzt.«

Die Fragwürdigkeit Ihrer Methoden mal außen vor: Ist das dann nicht ziemlich in die Hose gegangen, wenn die alte Frau nicht nur nicht vorzeitig aussteigt, sondern Ihnen obendrein noch steckt, dass Sie nicht alle Diamanten im Safe haben? Da scheinen Sie in Sachen Selbsttäuschung doch deutlich mehr draufzuhaben. Oder warum sollten Sie sich sonst im selben Interview als den weltbesten Schauspieler Deutschlands bezeichnen?

Mit furchtlos starrem Blick: Titanic

Linda Teuteberg, FDP-Generalsekretärin!

Ihre Partei wirbt jetzt um enttäuschte Mitglieder und Wähler der SPD: Man sehe hier »unbedingt ein großes Potential«, Ihre Partei wolle »noch deutlicher machen, dass leistungsbereite Arbeitnehmer bei der FDP ihre politische Heimat finden können«.

Aber, Teuteberg, was wird aus denen, die von der FDP enttäuscht sind? Die sich nicht optimistisch um Aufstieg bemühen, die lieber kapitulieren und sagen, wenn eh kein Aufstieg möglich ist, kann man umverteilen? Sollen die alle in der SPD ihre politische Heimat finden?

Fragen Ihre Parteienforscher auf der Titanic

Sieh an, Kai Pflaume,

die kasachische Version Ihrer Quizsendung »Wer weiß denn sowas?« finden Sie klasse. »Man versteht kein Wort. Es sieht aber sehr ähnlich aus«, sagten Sie dazu der DPA. Man versteht kein Wort? Liegt das womöglich daran, dass Kasachisch gesprochen wird und Sie Kasachisch nicht können? Ansonsten ist es ja dann genauso abgestanden wie das Original.

Weiß: Titanic

Und bei Euch, CDU,

ist auch was los: Erst wird einer der Euren erschossen, weil er sich einmal über Ausländer menschlich geäußert hatte, dann schoss einer von Euch auf Ausländer und plärrte dabei Unfreundliches. So weit, so normal für eine konservative Volkspartei, die das ganze Spektrum des Deutschtums abbilden möchte. Doch etwas Sorge haben wir schon: Wann, fragen wir uns, schießt der erste von Euch auf einen von Euch? Und werdet Ihr das dann Black-on-black-violence nennen?

Bald und nein? Okay.

Schüssi! Titanic

Sach mal, Heckler & Koch,

wie kann es sein, dass Du es nicht in die »Stern«-Liste »Deutschlands 500 beste Arbeitgeber« geschafft hast? Wie unzufrieden müssen Deine immerhin 691 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sein? Dabei verfügst Du doch über die nötigen Mittel, um sie mit etwas Nachdruck daran zu erinnern, wie toll es ist, bei Dir, H & K, zu arbeiten. Kann da nicht regelmäßig jemand durch die Flure streifen und flüstern: »Wäre doch zu schade, wenn es nächstes Jahr nicht mit einem Platz auf der Rangliste klappen würde …«?

Anregung von Titanic (Platz 501)

Albertina, Wien!

Gewiss, die westliche Welt war nach dem Ersten Weltkrieg eine andere als zuvor. Dass aber gleich, wie von Dir behauptet, eine »Umwertung aller Werte« stattgefunden habe, das lässt sich nicht zu Unrecht bezweifeln. Oder vielmehr: Während dieser brummdumm denkfaule, pubertär verkürzend wie übertreibend Nietzsche zitierende Gymnasiastenaufsatzquatsch von jeder vernünftigen Textredaktion gestrichen würde, lässt Du ihn Dir im Epocheneinführungstext zum Surrealismus an die Museumswand pinseln.

Findet, Du beschreibst unrealistisch: Titanic

Ach Gottchen, Jan Fedder!

Zu Ihrer Beerdigung fand sich ausweislich der Klatschpresse auch Ihr Freundeskreis ein, als da u.a. wären: Ben Becker, Michaela May, Judith Rakers, Jörg Pilawa, Sasha, Klaus Meine und HP Baxxter.

Und angesichts dieses Reigens mag man Ihnen ja fast gratulieren zu all der himmlischen Ruhe, die Sie fürderhin umgeben wird.

Schreibt Ihnen, versprochen, auch nicht mehr: Titanic

Und wiederum danke, »Zeit«,

für die neuerliche Email: »Wie steht’s um Ihren Schlaf?«

Gut, liebe »Zeit«, und jedenfalls nicht schlecht genug für’n Abo!

Gute Nacht: Titanic

+++ Entwarnung +++

A9 Nürnberg → München:
Der Führer hat seine Autobahn verlassen und isst am Rastplatz Holledau ein Stück Donauwelle.

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

Vermischtes

Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt