Briefe an die Leser | Oktober 2018


Hans-Georg Maaßen, alter Verfassungsfreund!

Ganz besonders gut gefiel uns ja Ihre Erklärung dafür, warum Sie das Chemnitzer Tötungsdelikt im »Bild«-Interview als »Mord« bezeichnet haben, obwohl die Staatsanwaltschaft doch wegen Totschlags ermittelt. Vor dem Innenausschuss des Bundestags sollen Sie Ihre Wortwahl damit gerechtfertigt haben, dass in der Bevölkerung sonst schnell der Verdacht entstünde, Straftaten sollten heruntergespielt werden. Deswegen hätten Sie ganz bewusst von »Mord« gesprochen – auch wenn es halt gar keiner war.

Richtig so! Nicht immer alles verharmlosen! Dann ist es doch auch sicherlich ganz in Ihrem Sinne, wenn wir Sie fürderhin einen ungewaschenen Lügennazi nennen. Stimmt zwar auch nicht so ganz im Wortsinn, geht aber schon irgendwie in die richtige Richtung.

Auge um Auge: Titanic

Heyho, Politiker und Unternehmenssprecher,

die Ihr immer wieder krakeelt, es dürfe bei Thema xy »keine Denkverbote« geben: Habt Ihr Euch eigentlich mal gefragt, ob sich, sagen wir in den letzten 30 Jahren, in deutschen Medien schon jemals jemand ernsthaft für Denkverbote ausgesprochen hat? Nein?

Und habt Ihr je überlegt, wie die Einhaltung eines Denkverbots, sollte es tatsächlich mal eins geben, überhaupt durchgesetzt werden könnte? Soweit wir informiert sind, stecken sämtliche Methoden der Gedankenkontrolle noch in den Kinderschuhen. Dann sind die Gefahren durch Denkverbote vielleicht gar nicht so groß, wie Euer Geplapper suggeriert, kann das sein?

Da ruhig mal drüber nachdenken, empfiehlt Eure Sprach- und Gedankenmanufaktur Titanic

Seit Tagen, »Zeit online«,

hatten wir darauf gewartet, dass endlich irgendein Pressorgan die Beherrschung verliert und das Wortspiel, das in der Causa Maaßen halt allzu naheliegt, auch tatsächlich bringt! Besten Dank daher für Deine Schlagzeile vom 13.9.: »Horst Seehofers doppelter Maßstab«. Blöd nur, dass »doppelt« höchstens im Baumarkt Sinn ergibt.

Misst bisweilen auch mit zweierlei Maß und gönnt sich eine doppelte solche: Titanic

Schon klar, Ostdeutsche,

dass »bei einem großen Teil der Bevölkerung … die Angst davor, Opfer einer von Flüchtlingen verübten Gewalttat zu werden, viel größer als die Scheu [ist], sich mit Rechtsradikalen gemein zu machen«, wie es die »Mitteldeutsche Zeitung« nach der Gewalttat in Köthen notierte.

Und sie ist natürlich noch viel größer als die Angst, Opfer einer von Deutschen verübten Gewalttat zu werden, weil man auch bei Straftaten lieber unter sich bleiben möchte, wodurch sie gleich nur noch halb so schlimm sind. Im übrigen würde es sich in diesem Fall auch gar nicht lohnen, sich mit Rechtsradikalen gemein zu machen. Immerhin klingt in dieser Formulierung ein wenig an, dass Rechtsradikale gemein sein könnten.

Macht sich dennoch nicht mit Dir gemein: Titanic

Sachsenminister Michael Kretschmer!

Nachdem in Chemnitz Rechtsextreme auf einem »Trauermarsch« ungehindert Hitlergrüße gezeigt, Jagd auf Menschen mit ausländischen Wurzeln gemacht und der ganzen Welt ihre weißen, schwabbeligen Arschbacken präsentiert hatten, gaben Sie öffentlich bekannt, dass es »keinen Mob und keine Hetzjagd gegeben« habe. Die Beobachtungen der Medien seien falsch, weil diese »weit weg« gewesen seien.

Ja, Herr Kretschmer, als Journalist mitten in einem Nazipulk zu stehen, der einem die Kamera aus der Hand schlägt und Derbheiten ins Gesicht schreit: das ist wahrlich die Definition von »weit weg«. So eine Situation kann man im sicheren Landtagsgebäude, mit einer schönen Tasse Tee in der einen Hand, während man die eingesetzten Polizisten an der anderen Hand abzählt, natürlich viel besser beurteilen.

Aber wir wollen nicht zu hart mit Ihnen sein! Auch mal an die eigene Sicherheit zu denken ist ja völlig okay: In zwanzig Jahren können Sie dann sagen, Sie hätten von nichts gewusst.

Grüßt recht(s) herzlich: Titanic

Sir Paul McCartney!

Seit Sie dem Magazin GQ verrieten, dass Sie gemeinsam mit John Lennon masturbiert haben, während Sie einander die Namen damaliger prominenter Schönheiten zuriefen, erscheinen uns einige Beatles-Nummern noch strahlender, noch schöner. Zum Beispiel »Norwegian Wood« oder »Twist and Shout«. Und es bleibt zu hoffen, dass Sie sich vor »I want to hold your hand« wenigstens selbige gewaschen haben.

Happiness is a warm gun! Titanic

Originell, Dieter Janecek (Grüne),

war Ihre Anfrage an die Bundesregierung, wie diese auf einen Erstkontakt mit Außerirdischen vorbereitet sei, natürlich nicht. Wie jeder Mensch weiß, landen Aliens bevorzugt in den USA, weil sie dort fetziger in den Medien abgefeiert werden. Für Deutschland bleiben dann nur die Extraterrestrischen übrig, die problemlos eine Partei wie die Grünen bevölkern können.

Den Erstkontakt gab es also längst, und sich auf grüne Männchen wie Sie, Janecek, vorzubereiten, ist so öde, dass man es nicht mal der Bundesregierung wünscht. Titanic

Dass Ihr, werte »Sportsfreunde der Sperrtechnik«,

einmal im Monat ein »offenes Treffen« anbietet, ist doch eigentlich so logisch, dass Ihr Euch das »offen« auf Eurer Website auch hättet sparen können. Denn was sollte das Treffen eines Vereins, der sich ausschließlich mit dem Öffnen von Schlössern beschäftigt, sonst sein? Bei einer geschlossenen Gesellschaft würde es Euch doch sicher viel zu sehr in den Fingern jucken, oder?

Abschließend gute Grüße Titanic

Liebe Tijen Onaran!

Auf einem sog. Sharepic des »Handelsblatt« lassen Sie, Ihres Zeichens FDP-nahe »Unternehmerin und Beraterin«, sich mit den Worten zitieren: »Wenn alle bei der Work-Life-Balance tendenziell auf Life setzen, wer gestaltet dann in unseren Unternehmen die Zukunft?«

Ja, wer nur? Man male sich dieses Szenario nur mal aus: Alle Menschen würden nur noch auf ihr eigenes Lebensglück achten, die gewinnorientierten Unternehmen verkümmerten langsam aber sicher, der Kapitalismus bräche zusammen. Am Ende stünde womöglich eine Gemeinschaft hedonistischer Individuen, die nicht in Lohnknechtschaft als Konsumvieh gehalten würden!

Wobei, wo wir das jetzt so lesen, klingt es eigentlich gar nicht so schlecht.

Aber jetzt erst mal genug gearbeitet, Zeit für ein bisschen Entspannung mit Kaffee auf dem Balkon. Aber nicht für Sie! Titanic

Dietmar Woidke (SPD)!

Sie sind Ministerpräsident des vom Durchfahren nach Berlin bekannten Bundeslandes Brandenburg und sorgen sich um dessen Zukunft, für die Sie befürchten: »Ein schneller Kohleausstieg stärkt die AfD.« Und da können wir Ihnen nur zustimmen – in manchen Landstrichen hilft da echt nur noch Wegbaggern.

Glück auf: Titanic

Armin-Paul Hampel!

Als ehemaliger Auslandskorrespondent empfehlen Sie sich in Ihrer Partei (AfD) für außenpolitische Fragen und durften daher im Deutschlandfunk über Syrien sprechen. Und während Sie dort Verständnis für sämtliche beteiligten Diktatoren zeigten, waren Sie redlich um Tonfall und Ausdruck eines richtigen Politikers bemüht. Als Sie dann aber äußerten, in Ihren »Gesprächen« Bedingungen an Herrn Assad formuliert zu haben, da fragte die Gegenseite mehrmals nach, mit wem Sie denn da gesprochen hätten, bis Sie schließlich kleinlaut erklärten: »Diplomatie ist eine Sache, die man im Verborgenen und nicht in der Öffentlichkeit diskutieren sollte, denn sonst erreichen Sie nichts, wenn Sie ein solches Ziel anstreben.«

Und wir sehen es lebhaft vor uns: wie Sie konspirativ mit dem Taxifahrer auf dem Weg zum Flughafen die beste Syrienstrategie verhandelt haben, verborgen im Fond, das Ziel (Terminal 1) klar vor Augen.

Heute nicht diplomatisch: Titanic

TV-Koch und Foodwatcher Nelson Müller!

Beim Essen sind Sie achtsam, umsichtig und passen auf. In Essen hingegen nicht. Dort rammten Sie unlängst mit Ihrem Flitzer eine Verkehrsampel. Also, zukünftig bitte bloß noch in der Küche mit dem heißen Ofen heizen. Da richten Sie allenfalls Backblechschaden oder Pfannenkratzer an.

Ihre Smutjes von der Titanic

Hehe, »Focus online«!

»Gesund leben: Sport macht laut neuer Studie so glücklich wie Geld«.

Also gar nicht?

Trinkt lieber noch einen: Titanic

Smarte »Frankfurter Allgemeine«!

In Deiner Rubrik »Meine Finanzen« durften wir Deinen ganz eigenen Blick auf das Verteilungsproblem lesen: »Die Reichen vergrößern ihre Vermögen immer weiter, die Armen kommen nicht hinterher – so lautet das landläufige Klischee. Ob das auf Dauer stimmt, ist hoch umstritten. Sicher ist aber: Die Reichen legen ihr Geld zumindest geschickter an.«

Die vielen hirnlosen Habenichtse sind also einfach nur zu blöd dafür, das Geld, das sie nicht haben, richtig anzulegen. Doch Markt sei Dank ist das Armutsproblem, das für Dich ohnehin nur ein landläufiges Klischee ist, bald Geschichte: »Eine neue Studie zeigt, was (die Reichen) genau tun, wie das die Vermögen der Reichen vergrößert – und dass jeder diese Strategie nachmachen kann.«

Und wie funktioniert dieser mit einer derart ungelenken Formulierung angekündigte Finanzstein der Weisen? »Die Kleinsparer konzentrierten ihr Geld auf ein oder zwei Aktien … Die großen Depots verteilten das Vermögen dagegen auf durchschnittlich fast 29 unterschiedliche Aktien … Bei so einer großen Zahl von Aktien kann auch mal eine schlecht laufen, eine andere gleicht das dann aus.«

Heureka! Hier liegt also das wahre Verteilungsproblem: Die Armen streuen ihr Vermögen in zu wenige Wertpapiere! Mit Verlaub: Wie viele, sagen wir Dath-Artikel braucht es eigentlich, um solchen Textabfall »auszugleichen«?

Legt sich gern mit Dir an: Titanic

Behindert, Bestsellerautor Thilo Sarrazin,

der Sie sich als SPD-Mitglied seit Jahren an vorderster Front gegen »Kopftuchmädchen« und »Tugendterror« engagieren und damit weite Teile der Bevölkerung auf Ihre Seite gebracht haben – also noch mal, behindert der Islam denn wirklich den Fortschritt und bedroht die Gesellschaft, wie es der Untertitel Ihrer neuen Rassistenbibel »Feindliche Übernahme« behauptet? Bei der Vorstellung des Buches in Berlin sagten Sie jedenfalls dauernd bemerkenswerte Dinge, zum Beispiel, gestützt auf eine gewissenhafte Lektüre des Korans: »Natürlich kann man sagen, Bildungsmangel kommt aus der Rückständigkeit, aber letztlich – woher kommt die Rückständigkeit? Sie kommt aus dem Islam, und insofern kommt auch der Bildungsmangel aus dem Islam.«

Okay, Herr Sarrazin, wir haben den Koran natürlich nicht so umfänglich studiert wie Sie, aber woher kommen denn der Bildungsmangel und die Rückständigkeit, wenn sie zufällig nicht aus dem Islam kommen? Etwa schnurstracks aus – Ihren Büchern?

Dann fassen wir die lieber nicht an! Wollen ja nicht bei Pegida enden. Titanic

Wunderbar hingegen, Universität Innsbruck,

ist, dass an Deinem Institut für Systematische Theologie ein Professor Palaver lehrt.

Lol in Tirol: Titanic

Iggy Pop, zappelnde Dauerwurst!

Ist schon erstaunlich, zu welchen Hochleistungen Ihr mittlerweile 71jähriger Körper auf der Bühne immer noch fähig ist.

Fast noch erstaunlicher war es jedoch, als Sie uns neulich vom Titelbild von »DB mobil« anblickten. Wie der Geist des Rock’n’Roll deutlich sichtbar aus Ihren Augen wich – und das bei einem Print-erzeugnis! –, dieses Schauspiel bekommt man nicht alle Tage zu sehen.

Roll on! Titanic

Ihr Kampf, Michael Theurer (FDP),

gegen die Zeitumstellung ist ja nun gewonnen, EU-weit wird sie bald abgeschafft. Kurz vorher hatten Sie noch so argumentiert: »Aber entscheidend ist, dass etwa ein Viertel der Menschen – vor allen Dingen kleine Kinder – und auch Tiere Probleme mit der Zeitumstellung haben … Es ginge auch ohne die Zeitumstellung, und deshalb, warum sollen wir die Menschen mit etwas belasten, auf das man auch verzichten kann?«

Recht haben Sie. Vor allen Dingen kleine Mastschweine sind beim Verstellen ihrer Armbanduhren zweimal im Jahr auf fremde Hilfe angewiesen.

Aber warum wir die Menschen mit etwas belasten sollten, auf das man auch verzichten kann, wissen Sie selbst am besten. Denken Sie nur an Ihre Partei!

Erinnerung von Titanic

Alle Achtung, SZ!

Auf Deiner Medienseite lesen wir: »Popsänger Justin Timberlake hat die Idee zu einer Gameshow geliefert, die demnächst bei Fox ausgestrahlt wird … In ›Spin the Wheel‹ haben die Kandidaten die Chance, mehr als 20 Millionen Dollar pro Folge zu gewinnen. Durch das richtige Beantworten von Fragen können die Kandidaten ihre Chance auf einen hohen Geldbetrag steigern, falsche Antworten bergen das Risiko, leer auszugehen.«

Das ist ja ein phänomenaler Knüllervorschlag! Wir schlagen Dir vor, Mr. Timberlake gleich mal zu fragen, was er noch so in petto hat. Vielleicht eine TV-Sendung, bei der talentarme Jedermänner auftreten und am Ende dank ihrer nun ausgeweiteten Bekanntheit selbst Moderatoren bzw. später Sänger von Boybands werden? Oder noch besser: eine Sammlung von ironiefrei vermeldeten »Nachrichten«, die dann gedruckt und verkauft (!) werden. Ach so, das gibt es alles schon lange? Aber Du musst zugeben: Wir haben immerhin was gemerkt! Titanic

Eieiei, »Design for Wellbeing«!

Du bist ein »Förderprojekt CreateMedia.NRW« und veranstaltetest im September schon den dritten »Design for Wellbeing Summit«, um Deinen »Design- & Innovationsprozess« vorzustellen, »der die Frage ›Wie werden aus zufriedenen Kunden glückliche Kunden?‹ beantwortet und die unternehmerischen Potentiale der Wohlbefindenszentrierung hebt.«

Und nach drei Jahren »Entwicklung wohlbefindenssteigernder Innovationen« gibt es von Dir jetzt endlich auch ein erstes Produkt: den Pausenwürfel! Dieser dient dazu, sich mit anderen für eine Pause zu verabreden. Die Bedienung ist ganz einfach, wie ein Auszug aus der Beschreibung zeigt:

»Bei Pausenwunsch wird der Pausenwürfel zuerst um 180° in die eine und dann in die andere Richtung gedreht (›Aufziehen‹), so dass alle vier Flächen auf der Front des Würfels blau erleuchtet sind. Ein mehrmaliges Blinken zeigt das erfolgreiche Pausen-Initialisieren, danach sollte die obere Fläche grün und zwei andere Flächen blau bzw. rot leuchten ... Wenn jemand eine Pause angefordert hat, versuchen die anderen Pausenwürfel durch blaue Lichtsignale, die Aufmerksamkeit der jeweiligen Nutzer zu erregen, und bieten danach Antwortmöglichkeiten in Form von verschiedenen Farben an ...«

Da fragt man sich natürlich: Ist das noch Zufriedenheit oder schon Glück?

Hatte bereits bei »Wohlbefindenszentrierung« den ersten Pausenwunsch: Titanic

Enttäuscht, Linda Zervakis,

zeigten Sie sich vom 2018er Sommer, hat der doch die erhoffte Leistung nicht gebracht, sondern vielmehr dummer-, fauler-, auf alle Fälle aber schwer versagenderweise laut einer von Ihnen in der Tagesschau verlesenen »Nachricht« den freilich nur unter erheblichen Anstrengungen zu knackenden Wärme-, wenn nicht gar Hitze-»Allzeitrekord« »knapp verfehlt«. Das heißt: Er ist leider unter der »Bestmarke von 2003« geblieben.

Nun wüssten wir natürlich brennend gern, wie es derzeit um andere sportive »Bestmarken« steht. Ist z.B. die der venezolanischen Inflation gefallen? Gibt es neue Kriegstotenallzeitrekorde aus dem Jemen zu vermelden? Gelang es der Tagesschau, in neue Dumm-Dimensionen vorzustoßen, oder verharrt sie konstant auf dem vertrauten Allzeit-Verharmlosungslevel? Tragen Sie’s uns vor!

Simply the best: Titanic

Noch was, Kretschmer!

»Es ist widerlich, wie Rechtsextreme im Netz Stimmung machen und zur Gewalt aufrufen. Wir lassen nicht zu, dass das Bild unseres Landes durch Chaoten beschädigt wird«, twitterten Sie, nachdem der Nazimob durch Chemnitz gefegt war. Machen Sie sich da mal keine Sorgen: Das Bild, das wir von dem Land haben, für das Chaoten wie Sie verantwortlich zeichnen, kann gar nicht mehr beschädigt werden.

Ihre Sachsen-Basher von der Titanic

»Pur«-Frontmann Hartmut Engler!

Uns stößt wie unseren Leserinnen und Lesern natürlich seit Jahrzehnten immer wieder auf, was für ein nervtötender Rucksack Sie sind – aber jetzt haben Sie uns tatsächlich einmal wertvollen Input gegeben. Wie wir also erfuhren, finden Sie es »erfrischend«, buddhistische Lehren auf Ihr deutsches Alltagsleben anzuwenden: »Wenn man zum Beispiel im Stau steht und sich aufregt, geht das Ego in ein höheres Bewusstsein über. Man lacht dann über sich selbst, warum man sich über etwas aufregt, das man nicht ändern kann.« Wow!

Weshalb wir uns über Sie, Engler, fürderhin auch nicht mehr ärgern wollen. Ja, wir möchten tief in unserem Inneren Frieden damit machen, dass es auf dieser vermaledeiten Welt eben auch scheiß-erfolgreiche Esel wie Sie geben muss, die einen Arsch voll Kohle mit schwachsinniger Kirmesmusik machen. Na ja, klappt schon fast.

Ooommmmmmm: Titanic

Geschmackvoll, »Bild der Frau«,

was Du uns auf dem Titel einer Deiner letzten Ausgaben versprachst: »Abnehm-Wunder vom Mittelmeer. 3 super SOS-Suppen«. Wobei wir uns vorstellen könnten, dass der ein oder andere, äh, Mittelmeer-Reisende das von Dir versprochene Ziel »jeden Tag 1 Kilo weg« locker übererfüllt. Da geht also noch einiges.

Vermuten Deine Mayday-Gourmets von Titanic

Salām, CDU-Abgeordnete Veronika Bellmann!

Dem Hitlerjugendmitgliedsblatt »Junge Freiheit« steckten Sie, dass Muslime in der CDU nichts verloren hätten, selbst die nicht praktizierenden. »Heute geben sie sich säkular und morgen doch wieder streng gläubig«, glauben Sie.

Wir können Ihren Standpunkt verstehen, denn in der CDU muss es ja seit jeher genau andersrum laufen: Sie geben sich heute gläubig und morgen doch wieder streng unchristlich.

Bigott zum Gruße: Titanic

Ganz kurz, Schokoladenpapst Georg Bernardini!

Werden Sie wegen Ihres Titels eigentlich oft durch den Kakao gezogen?

Zartbitter: Titanic

Befürworter autonomer Waffensysteme,

Ihr führt als Argument unter anderem an, dass sie frei von Emotionen wie Rachsucht und Hass ihre Gegner eliminierten. Nun, dem Gegner kann es gleichgültig sein, ob ihm hasserfüllt, rachsüchtig oder bar jeden Gefühls der Kopf vom Rumpf geschossen wird. Und für Emotionen ist ja noch genug Raum bei den wehklagenden und trauernden Angehörigen, nicht wahr? Oder werden die emotionsarm gleich mitentsorgt?

Kühle Frage von Titanic

Krawallpopulist Söder!

Für Ihren Bierzeltvergleich »Bayern ist ein Sprungbrett und Schutzschild, Bundesländer wie Berlin sind dagegen die Resterampe der Republik« kassierten Sie milde mediale Dresche. Dabei ist das Bild des Sprungbretts in Ihrem Fall gar nicht so schlecht; geht es von so einem Sprungbrett doch nur anfangs aufwärts, und dann, Schwerkraft sei Dank, wieder nach unten.

Verortet Sie nach der Wahl in den Resterampen EU oder Hanns-Seidel-Stiftung: Titanic

Respekt, Julia Klöckner (CDU),

wie Ihnen der Job als Landwirtschaftsministerin bereits nach wenigen Monaten in Mark und Bein übergegangen ist! Ja, man kann sagen, Sie haben schon ordentlich Stallgeruch. Der »Stern« konfrontierte Sie mit der rustikal formulierten Frage, »was Sie fühlen, wenn Sie in einen Schweinestall kommen, in dem die Tiere auf 0,75 Quadratmeter stehen und in der eigenen Scheiße liegen«. Bauernschlau konterten Sie: »Es gibt sehr unterschiedliche Ställe. Ich betrachte die Landwirtschaft differenziert ... Groß ist nicht gleich böse. Es gibt ganz kleine Betriebe, die ihre Tiere nicht artgerecht halten. Oder große, die sehr viel fürs Tierwohl tun ... Dort laufen Kühe frei herum, gehen selbstständig zum Melkroboter, ihr Gesundheitszustand wird ständig durch digitale Halsbänder überwacht.«

Und ist das nicht das perfekte Sinnbild für den Zustand aller Regierungsparteien? Die großen sind nicht zwangsläufig böse, stinken kann es überall, ehemalige Volksparteien dümpeln im Kot, Wähler werden nicht artgerecht zur Schlachtbank geführt – ach, sagen Sie: Was vermeldet Annegret Kramp-Karrenbauers Digitalhalsband gerade? Und schafft es Jens Spahn schon ganz allein zur Melkmaschine?

Muh! Titanic

Isabel Vollmer (Schauspiel)!

Im neuen Til-Schweiger-Film »Klassentreffen 1.0« lutschen Sie drehbuchbedingt an des Meisters Fingern und berichteten hinterher über den Dreh: »Es war lustig, denn später steckte ich auch meinen Finger in Til Schweigers Mund. Er konnte seine Regieanweisungen dann nur nuschelnd geben.«

Ach, interessant, das erklärt einiges. Nur nicht: Steckt Ihr Finger wirklich erst seit diesem Dreh da drin? Und wann nehmen Sie ihn endlich mal heraus?

Würdeingserträglchrmachnfür: Titanic

Hey, Ernst!

Du denkst bitte daran, dass zwei Seiten in diesem Heft von Dir befüllt werden wollen? Und erholst Dich deshalb bitte recht bald, ja?

Das wünschen sich Kahl-Fans allerorten und ganz besonders Deine Freunde von der Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kennen, Hagen Hultzsch (FDP Thüringen),

muss Sie natürlich niemand, dennoch hat es uns beeindruckt, dass Sie auf einem Wahlplakat, über das wir im Weimarer Straßendreck gestolpert sind, gewissermaßen prophetisch gefordert haben, den Menschen mehr zuzutrauen. Völlig daneben lagen Sie allerdings mit Ihrem Gruß »Hallo übermorgen«. Das hätte doch wohl treffender heißen müssen: »Hallo vorgestern«!

Kann sich das auch gut als künftigen Gruß an Ihre Partei vorstellen: Titanic

 Huhu, »Süddeutsche«!

Unter der Überschrift »Lauter Millionäre« gabst Du Arbeitnehmern in Deutschland sieben Tipps, wie sie im Lauf ihres Berufslebens eher 2,8 Millionen als 900 000 Euro brutto verdienen könnten. Neben wertvollen Ratschlägen wie »Berufswahl stellt Weichen«, »Lücken im Lebenslauf kosten«, »Bildung zahlt sich aus«, »Gehalt wächst mit dem Alter« und »Auf die Region kommt es an« heißt es unter »Führungsposten lohnen sich«: »Reichwerden klappt am ehesten, wenn man einen Chefposten ergattert.«

Echt, SZ? Bisher waren wir immer davon ausgegangen, dass man reich wird, wenn man möglichst lange einen subalternen Posten innehat, an dem einem alle anderen sagen, was man zu tun hat: Titanic

 Hallo, Allos-Brotaufstriche!

»Leckere Linsen mit ausgewählten Gewürzen und Gemüse machen den Allos-Linsenaufstrich so besonders lecker« – ist das nicht ein bisschen halbherzig? Macht neben den leckeren Linsen nicht auch das leckere Gemüse Deinen leckeren Linsenaufstrich so besonders lecker? Ja? Nein?

Schluck’s runter.

Darum bittet Titanic

 Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Scusi, Kellerei Settevetro (Italien)!

Wegen eines technischen Fehlers ist Dein Lambrusco in die Wasserleitungen des Örtchens Castelvetro di Modena gelangt und sodann hellrot und schäumend in einigen Häusern aus den Wasserhähnen geperlt. Der Unfall sei aber »nicht mit hygienischen oder gesundheitlichen Risiken verbunden« gewesen, teiltest Du mit.

So begrüßenswert natürlich im allgemeinen eine Alkoholversorgung aus dem Wasserhahn sein mag, müssen wir doch fragen: Hast Du noch alle Spaghetti im Topf, Kellerei Settevetro? Lambrusco zu verabreichen ist nach Recherchen in unserer famiglia sogar der Mafia zu eklig!

Es grüßt mit einem kühlen Konterbier: Titanic

 Platsch, Bestsellerautor Frank Schätzing!

Wie hörten wir Sie jüngst aus dem Radio rausraunen? »Wenn Sie sich einmal in die Politik reinbegeben, verlieren Sie Ihre Freiheit – auch die Freiheit, Dinge auszusprechen. Die Parteistrukturen, in denen Politiker sich von der Pike auf hocharbeiten, sind wie Flüsse, und Sie sind der Kiesel. Sie werden rund geschliffen, ob Sie das wollen oder nicht. Andernfalls kommen Sie ja gar nicht oben an!«

Au weia. Was also, Frank Schätzing, tun? Flusskiesel künftig ungeschliffen lassen, damit sie besser oben ankommen und auf der Wasseroberfläche schwimmen? Strukturen entwässern, damit sie aufhören, wie Flüsse zu sein? Die Pike aus dieser feuchten Metapher nehmen, bevor sie rostet? Ja? Und wenn Politiker dann endlich die Freiheit haben, »Dinge auszusprechen« – was schätzen Sie: Wird das dann so eloquent und bildstark klingen, als hätte es ein gelernter Schriftsteller formuliert?

Übt noch die flüssige Aussprache: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Frage nach dem Sinn des Lebens

Ich bin mir ziemlich sicher, dass es eine Handvoll auserwählter Menschen gibt, denen eine höhere Macht den allgemeinen Sinn des Lebens bereits erläutert hat, aber leider sind das wahrscheinlich allesamt solche »Mich fragt ja niemand!«-Typen.

Cornelius W.M. Oettle

 Pragmatismus

Die Oma einer Freundin pflegte in der Nachkriegszeit, als es nichts zu essen gab, ihren hungrigen Kindern einen pfiffigen Ausweg aufzuzeigen, wie sich die Lust aufs Essen leicht vergessen lasse: »Jetz hauma uns halt as Maul am Tischeck an!« Und tatsächlich ist kaum etwas besser geeignet, den knurrenden Magen zu übertönen, als der Schmerzensschrei nach einer an der Tischkante blutig geschlagenen Lippe.

Tibor Rácskai

 Offener Widerstand

Ohne mein Wissen ist aus der Telefonzelle im Dorf ein beschissener offener Bücherschrank geworden. Aus Trotz gehe ich dort jetzt immer telefonieren.

Ronnie Zumbühl

 Wesentlich werden

Neulich im Café bildete ich mir ein, am Nebentisch die Schriftstellerin Karen Duve zu sehen, um dann auf den zweiten Blick zu bemerken, dass es sich in Wahrheit um die Schauspielerin Catherine Deneuve handelte. Meine Hoffnung, es könne sich bei mir in Wahrheit um den Maler Jasper Johns handeln, erfüllte sich allerdings nicht.

Jasper Nicolaisen

 Es gibt nur Innen

Großstädte haben keinen Stadtrand. Es kommt immer noch ein Imbiss, noch eine Baustelle, eine Industriehalle, ein Depot. Geografinnen, Immobilienmakler und Raumplaner starteten Expeditionen, um an den Rand einer Großstadt zu gelangen. Nie sind welche zurückgekommen.

Miriam Wurster

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
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Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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Das schreiben die anderen

  • 25.03.:

    "Der kleine Herr Tod" von Christian Y. Schmidt ist Buchtipp bei radioeins, die erste Lesung dazu gibt es im Livestream.

  • 13.03.:

    Stefan Gärtner in der "Jungen Welt" über Lutz Seiler.

     

  • 07.03.:

    Über den internationalen Frauentag schreibt Mark-Stefan Tietze in der Taz.

  • 06.03.:

    Der "Focus" berichtet darüber, wie TITANIC als "Tesla-Europabüro" die Bürger von Grünheide über die geplante Giga-Factory von Elon Musk aufklärte.

  • 29.02.:

    Noch ein Portrait: Bayern 2 über Max Goldt.