Briefe an die Leser | Januar 2017


Liebe Angela Merkel!

Angesichts von Konkurrenz wie Schulz, Gabriel, Kretschmann und Wagenknecht möchten wir schon einmal ankündigen, daß wir für Scherze auf Ihre Kosten 2017 leider keine Zeit mehr haben.

Beschäftigt: Titanic

Marco Huck (Boxsport)!

Unmittelbar nach der Verteidigung Deines Titels sprachst Du in eine Fernsehkamera: »Im Kampf, da muß man kämpfen.« Und doof bleibt doof, da helfen keine Pillen.

Philosophiert Titanic

TV-Geiger David Garrett!

Sie beantworteten auf RP online die Frage »Was möchten Sie sein?« mit »So wie ich bin, ist es in Ordnung. Sonst wäre ich ja jemand anderes.«

So ist es, David Garrett! Wenn Sie nämlich jemand anderes wären, dann würde diese Person möglicherweise jemand anders sein wollen. Vielleicht sogar David Garrett! Aber der wären ja schon Sie! Und indem es Ihnen permanent gelingt, sich nicht zu verändern, erbringen Sie den Nachweis, daß Ihr »Hauptcharakterzug« der »Ergebnisorientiertheit« tatsächlich seine Aufgabe erfüllt!

Jetzt fehlt nur noch Stillstand bei Ihrer Geigerei, aber kompletter! Titanic

Grüß Gott, Pep Guardiola!

Im Gespräch mit der SZ salbaderten Sie in schwerverdaulicher Art und Weise über Uli Hoeneß, beklagten, daß er während Ihrer Zeit als Bayern-Coach haftbedingt leider nicht zugegen war, begrüßten aber seine Entscheidung für ein Comeback beim FC Bayern: »Es macht mich sehr glücklich zu sehen, daß Uli zurückkehrt, allein schon, weil ich weiß, daß er zu Hause bloß die Möbel auffressen würde.« Vermutlich ist diese Angst um den Erhalt der häuslichen Einrichtungsgegenstände auch der wahre Grund dafür, daß es, wie Sie weiter ausführten, »sicher auch Ulis Frau guttun wird, daß er wieder an die Spitze des FC Bayern zurückkehrt«. Die treue Gattin will sich ja sicher auch mal im Sessel zurücklehnen, wenn der eigene Mann beruflich bedingt außer Haus ist. Trotzdem hielt Hoeneß Wort und besuchte Sie während Ihres – leider viel zu kurzen – Sabbaticals im Big Apple: »Als ich damals eine Auszeit genommen hatte und in New York lebte, kam er ja zu uns, und Cristina, meine Frau, kochte für uns.« Na, hoffentlich was Feines, z.B. Semmelmöbel, äh: -knödel. Und weiter: »Er ist einfach ein authentischer, ein aufrichtiger, ein herzlicher und professioneller Typ, der geliebt wird und beliebt ist.«

Puh! Also zumindest bei den Punkten 2 und 3 wären doch ein paar dicke (!) Fragezeichen angebracht, gell? Aufrichtig, professionell? Ja, warum saß er dann überhaupt im Knast, was Sie so sehr bedauerten? Wenn er das Ganze nur etwas professioneller aufgezogen hätte, dann hätten Sie sicher auch öfter Gelegenheit dazu gehabt, ihn am Tegernsee zu besuchen, denn das tragen Sie Ihm ja, wenn auch laut SZ nur »im Scherz«, nach: »daß ich nie wieder seine Würstchen probieren konnte, die so gut sind wie er selbst«, wobei wir das schon ernsthaft in Frage stellen, wo er doch zu Hause eher Bock auf Preßspan als auf Preßwurst hat: daß die Dinger wirklich so gut munden wie ein selbstmitleidiges Würstchen, wie er es nun einmal ist.

Also, genießen Sie die englische Küche, sie soll sehr gut sein!

Empfiehlt Titanic

Immer und immer wieder, Wolf Biermann,

fragen beziehungsweise sprechsingen oder schreiben Sie (80): »Das kann doch nicht alles gewesen sein?« Und wir antworten: »Doch. Kann es.«

Uns reicht’s in Ihrem Fall schon seit 1976. Titanic

Grünen-Politikerin Brigitte Lösch!

Dich doch.

Lolz: Titanic

Du, Firma Dayclox,

bietest eine kleine Digitaluhr zum Aufstellen an: Auf dem Display werden Datum, Wochentag und Uhrzeit angezeigt. Sonst nichts. So weit, so handelsüblich. Wäre da nicht die Produktbezeichnung. Denn demnach handelt es sich keineswegs um eine Allerweltsuhr, sondern um eine »Alzheimeruhr« für ältere Menschen. Was wiederum den stolzen Preis von 65 Euro erklärt. Und uns jedoch mit der Frage zurückläßt, ob diese Verkaufsstrategie nicht irgendwie für jede Uhr und jeden Kalender gerechtfertigt wäre.

Will wissen, wann dem Kapitalismus die Stunde schlägt: Titanic

Schauspieler Michael Fassbender!

Der Hochglanzillustrierten GQ verrieten Sie, daß sich jeder Mensch auf die beiden Typen »Macher« oder »Schwätzer« reduzieren läßt, wobei Sie sich mitunter zu letzteren zählen: »Ich erwische mich manchmal dabei, daß ich viel rede und wenig mache, und ich mag mich dann nicht besonders.« Den Grund, der Menschen in ihrem Handeln bremst, sehen Sie in der »Angst, sich hinzustellen und sich zum Affen zu machen«.

Da müssen wir Ihnen widersprechen. Wie Ihr GQ-Interview expressis verbis zeigt, kann man sich auch als nicht besonders gemochter Schwätzer ungebremst lächerlich machen.

Erwischt von Titanic

SAP-Gründer Hasso Plattner!

Seit Sie in Ihrer Software-Klitsche nur noch im Aufsichtsrat sitzen, widmen Sie sich mit um so größerer Hingabe dem Mäzenatentum. Ihr neuestes Geschenk an die Stadt Potsdam ist das Museum Barberini, Nachbau des im 2. Weltkrieg zerstörten Palastes Barberini, ursprünglich Ende des 18. Jahrhunderts errichtet. Daß Sie eine Schwäche für solche Bauten haben, zeigte ja bereits Ihre mehrstellige Millionenspende für den Wiederaufbau des Potsdamer Stadtschlosses, heute Sitz des Landtages. Mit Ihrer – steuerlich sicher recht vorteilhaften – Stiftung haben Sie also maßgeblich dazu beigetragen, die Potsdamer Innenstadt von diesem schrecklichen Kriegsmakel zu befreien und im Sinne der guten alten Geschichtsklitterung in die gute alte Zeit zurückzuversetzen. Glückwunsch! Aber was ist ein Museum ohne Inhalt? Auch der findet sich in den Taschen Ihrer Spendierhose: Über die Jahre haben sich im Hause Plattner der ein oder andere Monet, Renoir, Richter und Kippenberger angesammelt, die nun mal endlich professionell abgestaubt und ausgestellt werden sollen. Und was ist Ihnen dabei besonders wichtig? Laut der Homepage des Museums: »Das Original erleben, die Begeisterung teilen.«

Darauf, Plattner, muß man erst mal kommen! Originale erleben – in einer monströsen Architekturfälschung!

Sorgt sich um Ihre Aura in Zeiten ihrer digitalen Reproduzierbarkeit: Titanic

Du hattest, Tageszeitung Welt,

neulich eine kleine Denksportaufgabe für Deine Twitter-Follower: »Was Donald Trump mit Kim Kardashians Po gemeinsam hat.«

Halt, nichts verraten, wir kriegen’s selber raus: Beides sind Ärsche, die Dir zur Auflagensteigerung gerade recht kommen, stimmt’s?

Vermuten die Ratefüchse von Titanic

Grüß Gott von uns, Papst Franziskus!

Sie beteten neulich folgende Zeilen herunter: »Desinformation ist wahrscheinlich der größte Schaden, den die Medien anrichten können, da die Meinung in eine Richtung gelenkt wird und der andere Teil der Wahrheit vernachlässigt wird.« Hm, joa, für das Oberhaupt der katholischen Kirche sind das schon starke Worte, von wegen im Glasmobil sitzen und Steine schmeißen und so. Andererseits war die Kirche immer schon groß darin, glaubwürdig in ihrer Unglaubwürdigkeit zu sein.

Gesegnet sei Titanic

Noch mal davongekommen, Florian Schroeder,

sind Sie im Urheberrechtsstreit mit unseren Zeichnern Hauck & Bauer. Denn deren bekanntesten Cartoon (»Nun, Ihr Kind ist nicht hochbegabt. Sie sind nur beide sehr, sehr dumm«) aus dem Jahr 2014 erzählen Sie nicht nur 1:1 im TV und auf der Bühne, Sie haben ihn auch, wie Sie vor Gericht eidesstattlich versicherten, schon im Jahr 2011 als erster aufgeführt. Beweise haben Sie dafür leider keine. Denn, so versichern Sie, den Witz haben Sie nur in zehn Vorpremieren Ihres damaligen Bühnenprogramms aufgeführt, ihn aber wegen mäßiger Reaktionen danach wieder weggelassen. Logisch, daß man einen solchen Witz dann vier Jahre später erneut ins Programm nimmt und dafür regelmäßig einen der größten Lacher des Abends kassiert. Das Gericht glaubte Ihnen trotzdem, trotz Aussagen mehrerer Journalisten, die bei den Vorpremieren 2011 anwesend waren und sich allesamt nicht an den Witz erinnern konnten.

Ach Schroeder, Sie alter hochbegabter Versicherer. Was schwören Sie uns denn als nächstes? Daß Sie den Nachnamen von Atze Schröder erfunden haben? Daß Sie den Titel Ihres aktuellen Buchs »Hätte, hätte, Fahrradkette« als erster mit eigenen Ohren gehört haben? Daß Sie lustig sind?

Palim-palim! Titanic

Ex-Boxweltmeisterin Regina Halmich!

Nachdem Sie in Ihrer langjährigen Beziehung vor ein paar Monaten einen Cut gemacht haben, finden Sie einfach keinen neuen Partner. »Die meisten Männer haben unheimlich Respekt vor mir – die schauen alle, aber keiner traut sich, mich anzusprechen«, beklagten Sie sich in der Bunten. Dabei sind Sie nach eigenen Worten doch das, was sich ein Mann nur wünschen kann, nämlich »eine sehr weibliche, sinnliche Frau«. Die zudem noch schlagfertig ist, nicht so schnell in den Seilen hängt und gerne auch mal hemmungslos unter die Gürtellinie geht. Könnte Ihr Problem sein, daß Sie zu sehr klammern?

Geht so oder so volle Deckung auf Distanz: Titanic

Jugendliche!

Einer Studie der Universität Stanford zufolge können 80 Prozent von Euch Werbung und Nachrichten nicht auseinanderhalten. Aber verzweifelt bitte nicht über die katastrophale Medienkompetenz, die Euch jetzt allenthalben vorgeworfen wird, sondern seid getröstet – bei den Journalisten sind es mindestens 90 Prozent!

Dieser Beitrag wird Euch präsentiert von Almighurt und Titanic

Julian Reichelt, c/o Bild.de!

»O doch, es gibt gute und böse Bomben!« betitelten Sie ein Propagandastück, das selbst einem Dick Cheney ein respektvolles Schnalzen entlockt hätte und in dem Sie erläuterten, daß die Kinder, die in Syrien durch russische Bomben sterben, eben einem bösen Finsterling zum Opfer fallen, während die Kinder, die durch Bomben der amerikanischen Verbündeten sterben, sich im Grunde glücklich schätzen können, für die gute Sache zerfetzt worden zu sein. Aber trotz Ihrer brillanten Ausführungen sind wir doch noch etwas im Zweifel, ob man in diesem Zusammenhang wirklich davon sprechen kann, daß es »gute Bomben« gibt. Vielleicht denken wir aber noch mal drüber nach, wenn eine davon zur Abwechslung mal Sie erwischt.

Jenseits von Gut und Böse: Titanic

Aufgemerkt, Ihr lieben Feld-, Wald- und Wiesentierchen!

Bitte, bitte schlaft nicht immer so dicht an unseren Autobahnen und Landstraßen, wo wir Euch häufig am Fahrbahnrand selig schlummern und die müden Beinchen in die Luft strecken sehen. Sonst werdet Ihr eines schlimmen Tages noch überfahren!

In Sorge um Euer Wohlergehen warnen die rehäugigen Mümmelmänner der Titanic

Julia Klöckner (CDU)!

Was antwortet eine wie Sie, wenn die BZ die Forderungen eines Parteikollegen eingeschätzt wissen will: »Strobl will in bestimmten Fällen sogar kranke Illegale zurückschicken«? Dieses: »Das muß man sich genau anschauen. Dasselbe gilt für den bisherigen Grundsatz, Schwangere nicht zurückzuführen. Es ist ein Unterschied, ob jemand im zweiten Monat oder hochschwanger ist.« Sehr gut, Klöckner! Aber Kranke und mäßig Schwangere können nur der Anfang sein, oder? Wann fordern Sie auch die Abschiebung von Säuglingen und Behinderten? Und wo wir schon dabei sind: Warum nicht auch Schwule, Kiffer, Linke?

Schon ganz gespannt auf Ihre nächsten Ideen: Titanic

Applaus, Applaus, Marcus Jung!

Im Unternehmensteil der FAZ lasen wir folgende Zeilen von Ihnen: »Für die Telekom-Aktionäre ist es nicht wie im Theaterstück ›Warten auf Godot‹. Nicht die Ankunft einer Person, sondern ein Prozeßende sehnen die 17 000 Kleinanleger herbei.«

Tatsächlich! Überhaupt nicht wie bei Beckett, da drängt sich ein solcher Vergleich bzw. Nichtvergleich natürlich schon auf. Zumal ein wenig Bildungshuberei die sonst so trockenen Seiten des Ressorts immerhin ein wenig auflockert. Wir hätten deshalb auch noch ein paar Vorschläge: »Mit Apple ist es nicht wie bei Wagners Lohengrin. Steve Jobs steigt trotz wachsender Konkurrenz auf dem Smartphonemarkt nicht vom Himmel herab.« Oder aber: »Bei VW ist es nicht wie bei Iphigenie. Der Vorstand soll auch in naher Zukunft nicht geopfert werden.« Ja, die ganze Welt ist eine Bühne.

Gemeinsam ab: Titanic

Prima Idee, Caritas,

Deine Anti-Suizid-Kampagne, die über die U-Bahn-Monitore der Republik flimmert und allen selbstmordgefährdeten Jugendlichen ans Herz legt: »Laß dich von Gleichaltrigen anonym online beraten!«

Diese Art von Online-Beratung können wir uns gut vorstellen: »Lol?! Omfg arsch offen ffs ??!!1«, »Deine Mudda is schuld«, »Geh mal chillen!« oder einfach »Yalla! ;D«

Spitzensache! Und spart kräftig Mitarbeitergehälter. ;-)

Deine Peerberater von Titanic

Ach Mensch, Herbert Grönemeyer!

Eine 23 CDs starke Retrospektive namens »Alles« haben Sie gerade auf den Mark gewuchtet und deshalb mit dem Spiegel über Ihre Karriere, über Gesellschaft und Politik gequasselt. Und wie wir da so drüber einschliefen, wurden wir bei Ihrer Beschwerde, daß »sich auch keiner traut, Dinge zu ändern, egal wo«, plötzlich wieder munter. Denn da müssen wir Ihnen, Grönemeyer, wirklich einmal beipflichten. Gerade beim Radio bräuchte es mal frische, mutige Köpfe, die alte Würste wie Sie nach Jahrzehnten endlich gnadenlos aus dem Programm werfen.

Guten Flug: Titanic

An dieser Stelle, ZDF-Heute-Journal,

muß Deine beispiellos nüchterne und unparteiische Berichterstattung einfach mal gelobt werden. In der Sendung vom 30. November hast Du über das Verhalten der Unterstützer der österreichischen Präsidentschaftskandidaten Hofer und van der Bellen in den sozialen Medien berichtet: »Beide Seiten stellen gerne Hitlervergleiche an.« Einerseits verständlich, schließlich handelt es sich bei beiden Gruppen um Österreicher. Meinst Du andererseits nicht, daß Hitlervergleiche bei einer der Seiten etwas gerechtfertigter wären?

Fragt ganz nüchtern und unparteiisch Titanic

Tatter-Opa Trittin!

Sie durften Ihre Weis- und Greisheiten in einem Taz-Gastbeitrag verbreiten: »Wir wollten es nicht wahrhaben … Denn wir haben etwas unterschätzt: das Ausmaß der Wut und der Verbitterung in unseren Gesellschaften.« Geht es Ihnen denn echt so schlimm? Offenbar schon: »Das gemeinsame, demokratische Europa ist heute«, also exakt am Tag des Erscheinens Ihres Textes, »in seiner Existenz herausgefordert.« Fast hätten wir Sie gefragt, wen Sie denn nun vor lauter Wut und Verbitterung zuerst umbringen wollen, ob Sie vor lauter Verzweiflung denn gar keinen anderen Ausweg sehen und nicht zuletzt, ob Sie denn mit Ihrer knarrenden Kermitstimme dafür überhaupt genug Autorität besitzen; aber auch wir müssen uns ja, schreiben Sie außerdem, »vor Überheblichkeit hüten«.

Also gut: Nehmen wir die Sorgen und Nöte eines einfachen kleinen gealterten Grünen-Politikers von der Straße einmal ernst, auch wenn Sie Ihre finanziellen Verhältnisse wohl etwas kleinrechnen: »Denn wie verarbeiten gerade ältere weiße Menschen der Mittelschicht den Schock? Sie träumen sich zurück in die vermeintlich heile Welt der 50er Jahre. Der Mann arbeitet, die Mutter steht am Herd.« Aber was nur, wenn Ihre Mutter nicht mehr am Herd stehen kann oder will? »Dann werden Feindbilder erzeugt und bekämpft – im Inneren wie im Äußeren. Das ist das Risiko.« Oho, jetzt haben wir aber noch mehr Angst. Was können wir nur tun, um uns vor Ihnen zu schützen? »Um dieser Unberechenbarkeit begegnen zu können, brauchen wir ein starkes Europa.«

Ist das, Trittin, bei aller Liebe nicht ein bißchen hoch gegriffen? Mit einem neuen I-Pad oder unbedeutenden Parteiposten in Europa oder Emden wären Sie doch sicher genauso zuverlässig für die nächsten Jahre ruhiggestellt. Oder zieht es Sie vielleicht doch in die private Wirtschaft?

Für den Fall hat leider keine Traineeprogrammplätze mehr frei: Titanic

Heribert Prantl (Süddeutsche)!

Sie wissen über den offensichtlich leicht verwirrten Pornodarsteller in den Reihen des Verfassungsschutzes folgendes: »Als ›Maulwurf‹ ist der Islamist im Verfassungsschutz bezeichnet worden. Das ist eigentlich falsch. Maulwürfe sind nämlich nützliche Tiere; sie lockern das Erdreich und durchmischen die Böden.« Auch wenn Ihnen mancher Gartenbesitzer über die Nützlichkeit des Maulwurfs etwas anderes erzählen wird, was ist denn mit all den anderen Tieren, über die man oft nur Schlechtes hört und liest? Der Esel zum Beispiel. So blöd, wie man gemeinhin denkt, ist der nämlich gar nicht; er kann sogar Leitartikel für die Süddeutsche Zeitung verfassen.

Wissen Ihre Zoologenkollegen von der Titanic

Lieber Gorilla,

der Du uns seit Wochen mit gelben Augen von den World-Wildlife-Fonds-Plakaten anstarrst: Du seist, so lesen wir, »als Anführer geboren, nicht als Delikatesse«. Nun ja, tut uns leid, aber wenn wir bedenken, wie man unsere eigenen kontaminierten Kadaver dereinst angewidert verscharren wird, weil nichts als ungenießbarer, ja giftiger Sondermüll übrigbleibt, dann sind wir ehrlich gesagt sogar neidisch auf Dich. Versuch es doch einfach mal mit unseren Augen zu sehen!

Deine Gourmetkomiker auf der Titanic

Du aber, Brigitte Mom,

bist nach eigenem Bekunden »das Magazin mit starken Nerven« und beweist diese unter anderem dadurch, daß Du Deinen Leserinnen empfiehlst, ihre weiblichen Kinder doch mal Bertine, Lenita, Inese, Hanngrit oder auch Syltje zu nennen.

Syltje, Brigitte Mom? Ist Dir denn nichts zu Usedom?

Fragen Arwon, Birger, Erkki, Peyrik und Weiko auf der Titanic

Nele Neuhaus, Krimiautorin!

Im sog. Hit Radio FFH trällerten Sie: »Ich bin ein sehr gläubiger Mensch und kommuniziere mit Gott nicht nur, wenn es mir schlecht geht. Ich sage jeden Abend danke. Beim Schreiben habe ich oft das Gefühl, du bist so ein bißchen der liebe Gott. Du kannst dir Menschen ausdenken, du kannst sie leiden und lieben lassen, auch sterben.«

Au weia, Neuhaus, das darf Ihr lieber Gott aber nicht erfahren! Denn der duldet niemanden neben sich, nicht mal Titanic

Na, Johannes B. Kerner,

lange nicht mehr geplaudert! Schön, daß wir Sie in der Gala treffen. Wir haben gehört, Sie arbeiten an einer Quizshow als Jahresrückblick? Aha aha, ja ja. Und sonst so? – »Neulich hatte ich noch ein paar Vollkornnudeln übrig, da fiel mir ein, ich habe noch Scampi im Eisfach. Dazu gab es dann ein wenig Gemüse, Crème fraîche – lecker.« – Ja, das schmeckt wohl, können wir uns gut vorstellen. Und sonst, aufregende Projekte am Start? – »Ich spiele gerne Gesellschaftsspiele.« – Ähhhh… – »Wenn die Kinder mich bei ›Mensch, ärgere dich nicht‹ rausschmeißen – herrlich!« – Ja, haha, das ist immer… – »Neulich habe ich nach 20 Jahren mal wieder Skat mit meinen Kumpels gespielt. Eine ganze Nacht lang.« – Tschüs, wir haben noch einen Termin und müssen dann auch wirklich weiter! Titanic

Ciao, Wirtschaftsexperten!

Italiens rechtssozialdemokratischer Premier Renzi verliert die Volksabstimmung über seine zentralistische Verfassungsreform und tritt zurück – jetzt hätte Euren düsteren Warnungen zufolge doch sofort der Euro zusammenkrachen und die Weltwirtschaft implodieren müssen! Taten sie aber nicht. War das also, wie bei Euren apokalyptischen Szenarien zum Brexit, einfach nur so ahnungslos dahergeplappert? Stimmungsmache wie damals bei der Einführung des Mindestlohns? Oder schlicht die dauerhafte Lehre, die Ihr aus Eurem Nichtvorhersehen der großen Finanzkrise 2007ff. gezogen habt? Nach der Devise: Lieber zwanzigmal zu oft den Teufel an die Wand gemalt als einmal zu wenig?

Ihr wißt aber schon noch, was Inflation bedeutet, Wirtschaftsexperten? Nehmt also mal ein bißchen Rücksicht auf unser Nervenkostüm, sonst prophezeit Eurer Zunft für 2017 einen schauerlichen Untergang: Titanic

An Scheinheiligkeit, Henryk »Medizinalrat« Broder,

macht Ihnen nun wirklich keiner was vor. »Gibt es möglicherweise«, fragten Sie ganz harmlos in den öffentlichen Raum hinein, »einen Zusammenhang zwischen dem Anstieg von Krätzefällen und der Flüchtlingswelle im vergangenen Jahr?« Um diese Frage umgehend selbst zu beantworten: »Wir bekommen die Krätze geschenkt«, und zwar von – wem denn sonst? – den Flüchtlingen.

Wir schenken Ihnen jetzt auch was, Broder, und zwar ebenfalls eine Ferndiagnose: Es soll sehr, sehr arme Leute geben, die haben Broder. Schlimme Sache, das. Das Gehirn leidet schwer darunter, bis zur Paralyse, und man wird es praktisch nicht wieder los.

Dagegen hilft eigentlich nur Titanic

Erzbischof Rainer Maria Woelki!

Zu den großen theologischen Herausforderungen unserer Zeit gehört, als vorläufig letzte Fassung des Theodizee-Problems, die Frage, wie Gott einen solch kardinalen Saftsack wie Erzbischof Rainer Maria Woelki hat zulassen können. Unsere Antwort: Die Witze des Herrn sind unergründlich.

Kann daher leider nicht mitlachen: Titanic

Moin, moin, DHL!

Was mußten wir sehen? Eine Deiner u-förmigen, gelben Paketstellen, die Du in die Gegend gebaut hast und an denen man sein Päckchen selbst aufgeben oder abholen kann, wurde doch tatsächlich von einer Gruppe Rowdys zweckentfremdet, die dort kifften, soffen, sogar an die Wände urinierten und sie damit noch eine Spur gelber färbten.

Obwohl, zweckentfremdet? Eigentlich nicht. Denn als »Packstation« bietest Du solcherlei Klientel diesen Treffpunkt ja ausdrücklich an!

Liefert stets pünktlich und zuverlässig: Titanic

Dear Mr. President-elect!

Bereits 2002 hat ein chinesischer Entrepreneur seine Hightech-Toilette »Trump« genannt. Die Toilette ist warm und spült dem Benutzer den Hintern ab. Da eine solche Initiative des Mittelstands nur begrüßt werden kann, werden Sie dieses Mal wohl nicht den Rechtsweg beschreiten, wie Sie es bei der chinesischen Baufirma im letzten Jahr getan haben. Schließlich könnte es nützlich sein, den Wahlspruch »Make toilets great again« schon mal in petto zu haben, wenn es mit dem »Make America great again« nicht so klappen sollte wie geplant.

Immer dafür, Dinge auszusitzen: Titanic

Nico Rosberg!

Was ist die Formel 1? »Es ist teilweise eine bekloppte Welt. Es treffen viele Egos aufeinander. Jeder denkt an sich selbst und versucht, sich einen Vorteil gegenüber anderen zu verschaffen. So wie in jedem Business. Aber die Formel 1 ist ein Extremfall, weil sie eine kleine Welt ist, in der viel Geld steckt.« Sie aber wußten sich zu behaupten. Vom Spiegel gefragt, wie Sie damit umgingen, im Schatten von Michael Schumacher zu stehen, antworteten Sie: »Ich mußte mir erst Respekt verschaffen. Ich habe die Leute direkt angesprochen: ›Bitte beachtet uns beide, schenkt mir genauso viel Aufmerksamkeit. Das habe ich verdient‹.«

Chapeau, Rosberg! Wenn man ignoriert wird, einfach lieb um Aufmerksamkeit bitten und dezent darauf hinweisen, daß man es doch auch verdient habe. Da ist es kein Wunder, daß sich einer wie Sie im knallharten Formel-1-Geschäft dadurch Respekt verschafft, daß er zurücktritt!

Respektvolle Grüße Titanic

Ach, Google News,

Deine vorweihnachtliche Schlagzeilenübersicht war mal wieder etwas fürs Herz: »FC Bayern München, Borussia Mönchengladbach, Borussia Dortmund, TSV 1860 München, Sarah Lombardi, Boris Becker, Aleppo, Donald Trump, Nato, Cristiano Ronaldo« – Aleppo wird wohl absteigen, wie? Oder retten die sich noch in die Relegation gegen die Nato? Und wann wird Trump gefeuert?

Interessiert sich eigentlich mehr für die Lombardis: Titanic

Gut gebrüllt, Leopold Aschenbrenner!

Auf dem Parteitag der satten, saturierten Grünen in Münster unter dem Hoffnungsmotto »Wir bleiben unbequem« haben Sie als echt unbequemer, weil noch komplett unbekannter Jungspund von der Grünen Jugend den bequem verbeamteten Saal mit folgendem niedlichen Pubertätssatz zum juvenilen Jubeln gebracht: »Wir brauchen Visionen, darauf bestehe ich!«

Jawoll, Aschenbrenner! Visionen! Eisenhart darauf bestehen! Bis irgendwann eventuell irgendwas vielleicht ein Stück weit irgendwie wirklich passiert!

Und wenn, dann rufen Sie bitte nicht an bei Titanic

Heda, Dieter Nuhr!

Sie freuten sich jetzt darüber, mal den eigenen »Kulturraum« verlassen zu haben, und nervten uns mit dieser schrulligen Anekdote: »Ich war in Jaipur in Indien und bin von einer Inderin auf der Straße angesprochen worden: ›Sie sind doch Dieter Nuhr!‹, und ich dachte, jetzt laust mich aber wirklich der Affe, wie ist das möglich? Dann erklärte sie mir halb in sehr gebrochenem Deutsch, halb in Englisch, daß sie einen deutschen Mann geheiratet habe, in Jaipur lebe und versuche, Deutsch zu lernen – mit deutschen Comedians.«

Danke dafür, Nuhr, das faßt das Elend dieser Welt ja mal ganz gut zusammen. Selbstverständlich plapperten Sie noch weiter: »Das ist natürlich ein witziges Erlebnis, das zeigt, daß wir alle in einer Welt leben. Im Moment ist es vielleicht noch eine Inderin, aber womöglich sind es dann nächstes Jahr 30 Amerikaner.« Mag schon sein, aber Sie wissen auch, daß die meisten von denen schwer bewaffnet sind? Und soweit wir das einschätzen können, sind die deutlich treffsicherer als Sie mit Ihren Witzchen. Vielleicht suchen Sie wirklich schon mal einen neuen Job für Ihren Affen, raten Ihnen die Lausebengel von der Titanic

Sehr artig, Ursula von der Leyen,

wie Du im Samstagsblättchen Spiegel auf Umfragen reagiert hast, in denen nur jeder zweite angab, daß er seine Meinung noch frei äußern könne: »Ja, die Political Correctness ist überzogen worden.«

Das, von der Leyen, ist doch mal eine Antwort! Da können wir nur klatschen. Nämlich Dir auf den Hintern, hähä! Aber sag mal, Schätzchen, wer hat Dir eigentlich erlaubt, ein Ministerium zu führen, noch dazu das sogenannte Verteidigungsministerium? Wurde im, höhö, Küchenkabinett keine Kraft zum Spülen und Kaffeekochen gebraucht? Haste überhaupt gedient? Tja, wir auch nicht. Weswegen unser Versuch, Political Incorrectness zu imitieren, auch so schlecht ausfällt. Sorry dafür.

Überzogen: Titanic

Gesegnete Mahlzeit, Josef Ackermann!

Die Deutsche Bank ist in letzter Zeit ja wegen der starken Kriminalität, die sie sich geleistet hat, etwas ins Schleudern geraten. Und ein nicht kleiner Teil dieser illegalen Geschäfte fällt eben in die Zeit, in der Sie die Bank auf so unnachahmliche Weise Richtung Krise geführt haben. Nun, da die Deutsche Bank in den USA wohl demnächst ein paar Milliarden Dollar Strafe zahlen muß, möchte sie ggf. Boni an Sie und Ihre Kollegen nicht weiter auszahlen. Obschon Sie grundsätzlich bereit seien, auf das Geld zu verzichten, wiesen Sie dieses Ansinnen jedoch mit der Begründung zurück, Sie könnten dies aus Rücksicht auf andere frühere Manager nicht tun.

Nun finden wir Ihren sozialen Einwand ja durchaus ehrenwert, Herr Ackermann, aus Ihrer Zeit als Manager haben wir Sie noch in ganz anderer Erinnerung. Aber gäbe es nicht eine Lösung, die Ihren Kollegen das Geld sichert und Ihnen zugleich ermöglicht, Demut zu zeigen? Spenden Sie die Millionen doch einfach einem wohltätigen Zweck! Und um klarzumachen, daß Sie auch ganz bestimmt nicht aus Eigennutz handeln, empfehlen wir Ihnen als Begünstigten die Rote Hilfe.

In memoriam Alfred Herrhausen: Titanic

Hoppla, Göttinger Tageblatt!

Obwohl sie immens Aufmerksamkeit heischend angelegt war, hätten wir beinahe Deine Schlagzeile »77jähriger übersieht Mercedes« übersehen. Deshalb geloben wir, Dich ab sofort konzentrierter durchzublättern. Sonst übersehen wir am Ende ähnlich spektakuläre Headlines, wie sie Dir vielleicht zukünftig einfallen werden: »Physiklehrer übersieht Wortmeldung«, »Schiedsrichter übersieht Abseitsstellung«, »Zeitungskäufer übersieht Göttinger Tageblatt«. Usw.

Gruß nach Überseh Titanic

He, Deutschland!

Laut einem Artikel in der DB Mobil wirst Du als Urlaubsziel immer beliebter. Auch viele Einheimischen blieben »daheim aus Überzeugung«, freut sich der Autor. »Deutschland ist Kultur- und Naturnation«, proklamiert er abschließend. Allein der folgende Infokasten scheint diesem Titel zu widersprechen. Darin sind die Lieblingsorte ausländischer Deutschlandtouristen gelistet: Platz 1: Miniatur-Wunderland Hamburg, Platz 2: Altstadt und Schloß Heidelberg, Platz 3: Europa-Park Rust. Allesamt also mehr oder weniger erfundene, kitschige Phantasieorte.

Was schließen wir daraus? Wenn die Leute Dich und uns noch mehr lieben sollen, müssen wir nur unsere Städte abreißen, unsere Wälder abholzen und mit irgendwelchem beliebigen Tinnef zupflastern. Krempel statt Krefeld sozusagen. Da machen wir gerne mit und freuen uns auf die deutsche Klim- und Bimnation!

Deine Abrißbirnen von Titanic

Locker, Yoga-Magazin Yoga aktuell,

können wir, obwohl wir keine Ahnung von Anahata und Asana haben, noch gar über die von Dir angeteaserte »Weisheit des Yogananda« verfügen, die für einen »spirituellen Lifestyle« offenbar unverzichtbare Titelfrage Deiner Ausgabe 101 »Bin ich unsterblich?« beantworten: Nein. Titanic

Rüb, Matthias (FAZ)!

Fidel Castro war noch nicht kalt, da hatten Sie sich vor Glück schon in die Hose gemacht: »Die Völker und Nationen Lateinamerikas wollen sich die hart erkämpfte Demokratie nicht mehr nehmen lassen, sie haben genug von Machtanmaßung und Korruption.« Die in Lateinamerika bekanntlich glücklich überwunden sind; wenn auch nur in Ihrer, Rüb, reaktionären Wahnwelt.

Schauen Sie doch mal wieder in die Zeitung; muß ja nicht die eigene sein. Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

Vermischtes

Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.
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Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
21.04.2021 Köln, Gloria Theater Max Goldt
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt