Briefe an die Leser | März 2015


Übrigens, »Charlie Hebdo«!

Wie neulich an dieser Stelle zu lesen war, hast Du Bild-Schleimi Kai Diekmann zufolge den »höchsten Preis« für die Freiheit der Presse bezahlt. Deswegen ist es gewiß im Sinne des Boulevardheinis, wenn wir Dir raten: Schau doch das nächste Mal erst auf preisvergleich.de nach.

Mit einer Träne im Knopfloch: Titanic

BER, Bahn, Post, Siemens, Deutsche Bank et al.!

Anstatt jedes Jahr einen anderen Versager mit Millionenabfindung nach Hause zu schicken, schlagen wir vor, Ihr gebt die Chefposten einfach alle uns. Für, sagen wir mal, zehn Mille im Monat netto würden wir den Job machen, nach Feierabend natürlich, das Heft muß ja trotzdem voll werden. Aber dumm daherreden, »Kaufen Sie!« in Telefone brüllen, Millionen in den Sand setzen und mit einem Federstreich 1000 Proleten entlassen, das können wir auch. Und zwar viel preiswerter als die Mehdorns, Kaesers und Ackermänner!

Denkt mal drüber nach. Titanic

Katharina Seiser, Kulinarik-Journalistin!

In Ihrem Text über das Seehotel Traunsee jubelten Sie für die Süddeutsche: »Eine hervorragend erklärte und leichtfüßig internationale Weinbegleitung (45 Euro für sechs Gänge) wird mit derselben Leidenschaft serviert wie die ambitionierte Saftbegleitung (25 Euro).« Ambitionierte Saftbegleitung, was? Und, Frau Seiser, ist die denn ebenfalls leichtfüßig international unterwegs?

Das hätte noch gern gewußt: Titanic

Lautsprecher Detlev »D!« Soost!

Sie blökten Bunte.de den Grund für Ihre Eheschließung ins Notizbuch, indem Sie Ihre Gattin zitierten. Diese habe Sie einst aufgeklärt: »Du mußt dir mal zuhören, was für Scheiße du redest.« Das habe Sie mehr als beeindruckt: »In dieser ersten Streitsituation wußte ich, die ist es.« Nun fehlte Ihnen, Soost, wohl nur noch ein Medienpartner, der Ihnen öffentlich dasselbe bescheinigt. Das übernehmen wir gerne, stehen für weitere partnerschaftliche Intimitäten aber auf keinen Fall zur Verfügung. Titanic

Freiburger »Stadt Kurier«!

Über den grausigen Fund eines Mannes im sogenannten Mooswald schreibst Du unter der Schlagzeile »Grausiger Fund«: »Er fand schließlich ein menschliches Skelett … Aufgrund der vollständigen Skelettierung geht die Kriminalpolizei von einer längeren Liegezeit aus.« Sauber recherchiert, Stadt Kurier! Der Laie hätte sich hier heillos in die Vorstellung verrannt, das Skelett habe sich nur mal kurz ausgeruht. Was für ein Glück, daß es die Kriminalpolizei gibt, findet Titanic

Franziskus, Papst!

Bei Ihrer Reise auf die Philippinen behandelten Sie das Thema Sex und Verhütung so: »Manche Menschen glauben – entschuldigen Sie den Ausdruck – gute Katholiken müßten wie Karnickel sein. Das ist nicht der Fall. Vielmehr gilt das Prinzip der ›verantwortlichen Elternschaft‹. Eltern können die Zahl ihrer Kinder durchaus planen, dafür gibt es viele von der Kirche erlaubte Methoden.« Hä, Herr Papst, wie meinen? Viele von der Kirche erlaubte Methoden? Abzählreim nach Knaus-Ogino, Abstinenz, Knaus-Ogino, Abstinenz, Knaus-Ogino?

Wenden Sie persönlich noch andere an? Dann lassen Sie es wissen: Titanic

Huhu, Naturschutzbund (Nabu)!

Alljährlich verleihst Du den »Dinosaurier des Jahres« an die Dreckschleuder, die sich »in Sachen Umweltschutz als besonders antiquiert erwiesen hat«. Nun waren aber die Dinosaurier in Sachen Umweltschutz weder antiquiert noch rückständig, sondern sind vielmehr selbst Opfer einer Umweltkatastrophe geworden. Deshalb erscheint es uns fast ein bißchen sauropodenverachtend, wenn Du jetzt den Konzern Exxon-Mobil auszeichnest wegen seines umfassenden Frackings, mit dem er veritable Umweltkatastrophen womöglich überhaupt erst auslösen wird. Und der die Saurier-Auszeichnung dankend entgegennahm, das Urviech zum Maskottchen ernannte und prompt via Internet über einen putzigen Namen dafür abstimmen ließ. Das empört Dich: »Die Kampagne von Exxon zeigt ganz klar, daß der Dino beim richtigen Empfänger gelandet ist.« Weil der ihn jetzt so schön für seine Werbezwecke einsetzen kann? Ach je! Gegen die Marketingprofis des Großkapitals siehst Du, Nabu, halt leider doch sauriermäßig alt aus.

Auf der Höhe der Zeit: Titanic

Au weia, Laura Tonke!

Im Tagesspiegel erzählten Sie von einem »Berlinale-Erlebnis, das ich lieber vergessen würde: Die Mandelentzündung, die mich so stark erwischte, daß mir die Mandeln rausgenommen werden mußten – während der Berlinale!« Kreisch! Gut, daß die Kameras damals grade auf andere Belanglosigkeiten gerichtet waren. So blieb uns diese blutige Szene auf dem roten Teppich erspart.

Dankt vielmals: Titanic

Lothar Müller c/o »Süddeutsche«!

Oliver Maria Schmitt, ehemaliger Chefredakteur der TITANIC, hatte im Interview mit der Berliner Zeitung gesagt: »Gegen Islamophobie habe ich persönlich nichts – man sollte aber jeden Glauben verachten.« Mit Bezug darauf beendeten Sie Ihre längere Einlassung zur Frage, was der Slogan »Je suis Charlie« wohl bedeute, so: »Man tut dieser Position nicht unrecht, wenn man sie als aggressiven Laizismus bezeichnet. Sie ist unter dem Slogan ›Je suis Charlie‹ zwanglos möglich. Aber gnade uns Gott, wenn die Verteidigung der Pressefreiheit als Feldzug gegen jegliche Religiosität geführt wird.« Müller, man tut Ihrer Position nicht unrecht, wenn man sie als unterbelichteten Quark bezeichnet. Mit dem letzten Satz schlagen Sie sich aber auf die Seite jener Humorfreien, die die Verteidigung der Religiosität als Feldzug gegen jegliche Pressefreiheit führen.

Gnade Ihnen Gott: Titanic

Du dagegen, »Spiegel online«,

berichtest über einen »amerikanischen Top-Manager«, den Internetbetrüger mit falschen E-Mails dazu gebracht haben sollen, rund 15 Millionen Euro auf ein Konto in China zu überweisen. Das »Opfer« habe geglaubt, die Anweisung dazu sei von seinem Chef gekommen. Was wir noch nicht so genau verstanden haben: Was ist eigentlich die Geschichte daran, »Spiegel online«? Sogenannte Top-Manager jedweder Provenienz haben doch in den vergangenen Jahren immer wieder eindrucksvoll bewiesen, daß bewußtloses Geldraushauen ihre eigentliche Beschäftigung ist. Und nur weil’s dieses Mal bei Chinesen gelandet ist und nicht in einer guten amerikanischen Tasche, ist der Mann gleich ein Opfer?

Kommt mit dem Kopfschütteln gar nicht hinterher: Titanic

Weltmeistertrainer Jogi Löw!

Als Sie mit dem »Deutschen Medienpreis« geehrt wurden, hielten Sie eine vielbejubelte Dankesrede. So seien Sie mit Ihrem Team nicht nur deswegen Weltmeister geworden, weil Sie zusammen »eine sehr gute Turnierleistung abgerufen« hätten, »sondern auch, weil die Basis und das System hinter der Nationalmannschaft in den letzten Jahren enorm optimiert worden« sei. Mahnend fügten Sie hinzu, bei all der Freude über den Pokal dürfe man die Krisen dieser Welt nicht vergessen: die Konflikte im Nahen Osten und in der Ukraine, Ebola und auch den Terror. Darum sei es wichtig, daß Ihre Schützlinge, die »fußballspielenden Außenminister«, nicht nur sportlich begeisterten, sondern auch mit aller Überzeugung dafür einträten, »andere Werte und Ziele zu verfolgen. Wie Integration. Eintreten gegen Rassismus oder Antisemitismus. Gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.« Und so schwärmten Sie abschließend: »Wie schön wäre es, wenn Deutschland irgendwann Weltmeister des friedlichen und freundlichen Zusammenlebens unterschiedlicher Kulturen und unterschiedlicher Religionen wäre.« Das wäre gewiß sehr schön, Löw, doch dafür sollten wir zunächst die Basis und das System optimieren: Erst mal brav qualifizieren und in der Gruppenphase möglichst auf Stolpertruppen mit Schwächen im Dialogaufbau wie Syrien oder die USA treffen. Wenn dann in der Endrunde erste Angstgegner vom Harmoniekaliber etwa der Japaner aus dem Wettbewerb toleriert wären, müßte im Finale nur noch irgendein Supersoftieland wie Schweden Volkes Freundlichkeit zu spüren kriegen, und Zusammenlebeweltmeister wäre Eintracht Deutschland.

Und das Allerbeste daran: Bis zur Verteidigung dieses Titels vier Jahre später könnte man sich wieder als die weltbekannt totale Arschlochnation aufführen – der vielgerühmten deutschen Turnierleistung sei Dank!

Sportlich machen Sie das mit Ihrer Pleiteserie doch gerade schon ganz gut vor, findet Titanic

Jürgen Michael Schick, Immobilienmakler!

Ab diesem Jahr regelt ein Gesetz, daß derjenige Ihre Dienste bezahlt, der sie bestellt, also in aller Regel der Vermieter. Dazu äußerten Sie: »Selbst wenn einige Vermieter wegen der Kosten zunächst auf einen Makler verzichten wollten, würden sie sicher schnell erkennen, daß ein seriöser Makler sein Geld wert ist. Schließlich umfaßt die Dienstleistung mehr, als nur den Interessenten die Tür aufzuschließen.« Logisch, Schick, nämlich das zügige Erstellen einer Rechnung über 2,38 Kaltmieten inkl. Mwst.!

Kostenpflichtige Erinnerung von Titanic

So unermüdlich, Bill Gates,

wie Sie Spenden für Ihre Stiftung sammeln und zu diesem Zweck Interviews geben, so unermüdlich lesen wir die weg, wie z.B. das neulich in der Süddeutschen Zeitung:

»Wenn ich auf eine Konferenz gehe und für (die Impfallianz) Gavi werbe, sage ich: Wir haben sechs Millionen Leben gerettet. Das ist unfaßbar! Was aber Menschen wirklich berührt, ist der Einzelfall. Was also wäre, wenn ich nicht von den sechs Millionen sprechen würde, sondern sechs Bilder mitbrächte? Von Jane, Joe, Sally, Jim.«

Wahrhaftig berührend, Gates, ist für uns der unfaßbare Einzelfall des Mannes, der sich vom millionenfachen Fehlermeldungsverkäufer zum millionenfachen Lebensretter wandelte, obwohl die digitale Welt der Computer, in der nicht weiter als bis 1 gezählt wird, doch offensichtlich die ist, in die er gehört.

Facepalm: Titanic

Weibliche Mitglieder der Familie Houston und Brown!

Könntet Ihr vielleicht künftig grundsätzlich auf Wannenbäder verzichten und statt dessen nur noch duschen? Das ist nicht nur besser für die Umwelt und die Haut, es erhöht auch Eure Chancen auf ein längeres Leben.

Empfehlung der Bodyguards von der Titanic

Deutsche Mädel! Deutsche Frauen!

Über hundert von Euch sind bereits in den Nahen Osten gegangen, um dort tagsüber herumzulaufen wie eine schwarze Litfaßsäule mit Sehschlitz, in der Sittenpolizei der Khansa’a-Brigaden denunzierend tätig zu werden, sich nachts von diesen blöden Ziegenbärten kitzeln zu lassen und am nächsten Morgen den Sprengstoffgürtel umgebunden zu kriegen. Das ist natürlich verlockend.

Aaaaber: Beim IS müßt Ihr auch Euer Handy abgeben. Versteht Ihr? Euer Handy! Scheiß auf den Paß und die abgeschnittenen Köpfe – aber Euer Handy …!

Am Apparat: Titanic

Innenminister Thomas de Maizière (CDU)!

Nach dem Anschlag auf die Redaktion von Charlie Hebdo forderten Sie die Bürger auf, ihre Mitmenschen auf Veränderungen zu beobachten. »Aber dabei soll auf keinen Fall ein Klima des Mißtrauens entstehen«, fügten Sie flink hinzu. Klar, de Maizière, wer seine Mitmenschen z.B. von Berufs wegen auf Veränderungen durch lebensbedrohliche Krankheiten checkt, ist üblicherweise nicht mißtrauisch. Daß einem sorgfältigen Beobachter bei dieser Gelegenheit auch Sprengstoffgürtel, Kalaschnikow und Insulinspritze auffallen – famos! Zudem entsteht so ein Klima allgemeiner Fürsorglichkeit, in dem das Menschliche gedeiht.

Hat Sie soweit richtig verstanden: Titanic

Claudius Seidl, alter Geisterseher!

In einem gewohnt süffig geschriebenen FAS-Kommentar über die, Obacht, in Niedrigzinszeiten schwindende Macht des Geldes (muß man auch erst mal draufkommen) wähnten Sie bei Pegida vor allem kulturkritische Motive: »Kann es eigentlich sein, daß im Protest der Leute in Dresden oder Leipzig auch der Verdruß darüber mitschwingt, daß im kalten Medium Geld solche Dinge wie Tradition, Herkunft, landsmannschaftliche Verbundenheit nicht ausgedrückt werden?« Und da wir uns vor kurzem in Dresden umgesehen haben, sind wir froh, Ihren Verdacht bestätigen zu können: In landsmannschaftlichem Liedgut wie »Wir bauen eine U-Bahn nach Auschwitz« kommt lediglich die Angst vor einer Entwertung des öffentlichen Nahverkehrs als gemeinschaftlicher Erlebnisraum zum Ausdruck, in den Hakenkreuzen an Asylantenheimen äußert sich lediglich der Unmut über eine unzureichende historische Aufbereitung der »Kriegsschuldfrage« (Pegida-Programm). Und wenn der Mob Ihnen als Vertreter der »Lügenpresse« demnächst die Feder aus der Hand schlägt, ist das nichts als der tatgewordene ennui vor dem kalten, kalten Medium Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung.

Wärmstens grüßt: Titanic

Und Du, Bayerischer Rundfunk,

schaffst es, trotz permanenter Routineinspektionen seitens Söder, Seehofer und Co., immer noch von allen der Wahrheit am nächsten zu kommen: »Trotz aller internationalen Krisen sind die deutschen Exportumsätze auf ein Rekordhoch geschnellt.« Und wie immer steckt auch hier die Wahrheit im Detail: Es müßte statt »trotz« halt einfach »dank« heißen, gell?

Auf weitere gute Zusammenarbeit! Titanic

Pssst, Heiko Maas (Justizminister, SPD)!

Ihr neues Tiptop-Gesetzespaket zur Dschihad-Eindämmung sieht unter anderem vor, die (versuchte) Einreise in einen Staat, in dem es terroristische Ausbildungscamps gibt, unter Strafe zu stellen. Gut so! Für Ihre Behörden hier schon einmal die Namen höchst verdächtiger Personen, die uns in der Vergangenheit immer wieder mit eindeutig politisch motivierten Reisen in »solche Länder« aufgefallen sind: Ursula von der Leyen, Joachim Gauck, Gerd Müller, Angela Merkel, Frank-Walter Steinmeier. Und ein gewisser Heiko Maas soll vor kurzem sogar mal eine Moschee besucht haben. Sofort festnehmen, die Bande!

Raten Ihre Denunzianten von Titanic

Und wie schön, Michael Ebert und Sven Michaelsen,

Ihnen im SZ-Magazin das Geburtstagsinterview mit Dr. Hubert Burda (75), einem der »schillerndsten Verleger des Landes«, geraten ist, und wie gut wir über Dr. Hubert Burda nun Bescheid wissen! Wie gebildet er ist (»Mit 15 schrieben Sie über Picasso«), welch intellektuelle Freunde und Interessen er hat (»Der Spagat zwischen Handke und Heino ist eins Ihrer Lebensthemen«), wie oft er, der Verlegersohn, hat leiden müssen (»Als das Männermagazin M nach nur zwölf Ausgaben beerdigt wurde, hatten Sie zwölf Millionen Mark in den Sand gesetzt«). Und daß ihn »erst die Begegnung mit Andy Warhol« von dem »Komplex« befreit habe, »bloß der Verleger von Lowbrow-Heften zu sein«, der, wenn wir das gratulationshalber ergänzen dürfen, sein schillerndes Highbrow-Leben als Maler, Feingeist und Freund der Poesie dem Geld verdankt, daß er mit der bewußtseinsindustriellen Massenverdummung durch Bunte, Focus, Freizeit Revue und 300 andere Schundblätter verdient.

Für den Spagat zwischen Schleim und Scheiße: Titanic

Bester Neil Young!

Sie sind der Altmeister des klagenden Leiergesangs, ein Viertel- oder auch schon mal Halbtönchen ist Ihnen allzeit danebengegangen, und alle halbunmusikalischen Hippies, die auch nur ähnlich eierig intonieren und mitsingen konnten, liebten Sie dafür. Doch ist es dann klug, ein Digitalformat namens Pono mit mehr Bit und kHz und eigenem Abspielgerät zu promoten, auf dem Musik viel, viel, viel besser klingen soll als auf unseren normalen MP3s, wenn kein neutraler Testhörer einen Unterschied hört? Und selbst wenn Ihr Schreckensgesang dank Pono wirklich wie live in unseren Ohren erklänge – um so schlimmer, Neil!

Hört Sie nur auf Schellackplatte durchs Trichtergrammophon: Titanic

Sie, investigativer Jürgen Todenhöfer,

berichten im RTL-Interview, im IS gebe es »hochintellektuelle Leute«; sie für dumm zu halten, »wäre so ähnlich, wie wenn Sie sagen würden, Lenin sei ein dummer Mensch gewesen. Es war ein gefährlicher Mann. Weil die Ideen so gefährlich und so einfach und so brutal waren. Und so brutal, gefährlich und einfach sind die Ideen von IS.« Da haben Sie, Todenhöfer, natürlich recht: Lenin war ein barbarischer Menschenschinder, Vergewaltiger und Sklavenhalter, fast so skrupellos und mindestens so einfach gestrickt wie Karl Marx. Aber er hatte im Vergleich mit seinen islamistischen Glaubensbrüdern im Geiste halt einfach und ohne jeden Zweifel den besseren Bart!

Brutal ehrlich: Titanic

Na na, Tote Hosen!

Da ist Euer Manager Jochen Hülder »nach längerer schwerer Krankheit« gestorben, wie Ihr auf Eurer Homepage mitteilt, und fix erklärt Ihr dortselbst: »Ohne ihn wären Die Toten Hosen niemals geworden, was sie heute sind.« Aber hört mal, Campino, Kuddel, Breiti, Andi und Vom Ritchie: Wie unfair ist das denn, alles dem toten Freund in die Hosen, Quatsch, die Schuhe zu schieben!

Schämt sich für Euch: Titanic

Du, Kopenhagener Berufungsgericht,

hast der Schauspielerin Penélope Cruz eine Schadensersatzzahlung für ein Paparazzofoto im Klatschblatt Ekstra Bladet verwehrt, das sie am Strand ohne Bikini-Oberteil zeigt. Und zwar mit der Begründung, die Kränkung sei »nicht so groß«, daß sie eine Entschädigung rechtfertigen würde. Und das ist ja die noch viel schlimmere Kränkung! Wäre also Salma Hayek statt Penélope Cruz abfotografiert worden, hättest Du das Schmierbladet zu einer üppigen Summe verdonnert, richtig?

Schäm Dich! Titanic

Ach, Sat.1!

Vom Anbeginn des Privatfernsehelends warst Du immer das RTL für nochmals geistig Ärmere, bist es bis heute geblieben und kündigst nun an, einen Uli-Hoeneß-Film zu produzieren, eine »Satire« mit dem Titel »Udo Honig – kein schlechter Mensch«. So weit, so schlecht geklaut. Aber auch, wenn der wahre Uli mit dem Honig im Kopf vielleicht ein Gierhals und Gernegroß gewesen ist, ist er doch kein so schlechter Mensch, daß man ihn zur zusätzlichen Strafe auch noch von Uwe Ochsenknecht verkörpern lassen muß.

Hat Dich zum Glück gar nicht erst auf der Fernbedienung: Titanic

Erdinger Kriminalpolizei!

Was ist eigentlich aus Deinen Ermittlungen von vor drei Jahren geworden? Damals hatten Unbekannte eine Handvoll Kopien des Titanic-Titels 12/2011 in Taufkirchen aufgehängt. Darauf war das Konterfei Adolf Hitlers zu sehen, dazu der Text: »Der Verfassungsschutz bittet um Mithilfe: Wer kennt diesen Mann?« Während der Rest der Republik in dem Titel einen Scherz sah, fandest Du die Sache »überhaupt nicht spaßig«. Deine Ermittlungen gingen wie üblich in alle Richtungen und sind unseres Wissens noch nicht abgeschlossen.

Denn schließlich mußtest Du diesen vertrackten Fall zurückstellen, weil Du seit über einem Jahr mit einem ungeklärten Todesfall beschäftigt warst, der nun vor dem Landshuter Landgericht sein vorläufiges Ende fand. Da wurden Deine Beamten am 4. Dezember 2013 zu einer im Badezimmer eines Reihenhauses gefundenen weiblichen Leiche gerufen. Erkannten mit sicherem Blick auf einen unglücklichen Sturz. Und erlaubten dem Ehemann, nach dem Abtransport seiner toten Frau das Bad zu putzen. Was sich der nicht zweimal sagen ließ. Bei der Obduktion der Leiche stellte sich dann leider heraus, daß die Frau eindeutig erstickt und erwürgt wurde und ihr zuvor noch über hundert Hämatome zugefügt worden waren. So daß die Richterin in dem anschließenden Mordprozeß den Ehemann nur freisprechen konnte und statt dessen mit den Kriminalbeamten ins Gericht ging: Deren »polizeiliche Leichenschau« sei eine »polizeiliche Spurenvernichtung« gewesen.

Erdinger Kriminalpolizei, mal unter uns: Einer weiblichen Leiche, die mit über hundert Hämatomen übersät ist, eine natürliche Todesart zu attestieren – schön und gut, und auch was die Blutspritzer im Bad angeht: Schwamm drüber! Daß eine Ehefrau den einen oder anderen blauen Fleck hat, das ist doch voll normal und noch kein Grund zur Beunruhigung, auch wenn die Richterzicke das anders sieht. Aber daß Du den Führer nach über drei Jahren immer noch nicht dingfest gemacht und fest verschnürt im Bundesamt für Verfassungsschutz abgeliefert hast, das wird jetzt irgendwann peinlich!

Ranhalten! Wir drücken Dir die Daumen. Titanic

Hey, Deutsche Ringer!

Als harmoniebedürftiges und Gewaltfreiheit immer wieder laut einforderndes Medium freuen wir uns natürlich über die DPA-Meldung »Ringer legen Streit bei«. Bloß: Was macht Ihr denn nun den lieben langen Tag? Händchenhalten? Und müßt Ihr Euch dann nicht umbenennen?

Fragt sich und Euch besorgt: Titanic

Islamische Republik Iran!

Nach dem Attentat von Paris und der neuerlichen Prominenz von Mohammedkarikaturen hast Du mal wieder zu einem Wettbewerb um die beste Holocaustkarikatur aufgerufen. Und das Ergebnis ist bestimmt abermals sehr lustig geworden. Was wir Gottlosen uns indes fragen: Ist dieser erneute schnelle Schluß von Mohammed auf die Schoah nicht arg kritisch gegenüber dem Propheten, diese Gleichsetzung nicht geradezu – islamophob?

Gut, Mohammed war kein Hippie-Heiliger wie Jesus oder Buddha, war zeit seines Lebens auch ein Krieger. Aber ihn gleich mit millionenfachem industriellen Massenmord zu assoziieren? Das geht zu weit!

Meinen Deine Islamfreunde von der Titanic

Moderator Frank Plasberg!

Im »Fotoalbum« der Süddeutschen Zeitung zeigen Sie ein altes Foto von sich, auf dem Sie mit blondem Schnäuzer richtig übel aussehen. Ihr Kommentar: »Damals war ich mir noch nicht sicher, ob ich Fußballtrainer, Pornostar oder doch Journalist werde.« Plasberg, Schnäuzer hin oder her – zum Pornostar hat’s immerhin gereicht!

Hart, aber fair gratuliert: Titanic

Berliner Kulturstaatssekretär Tim Renner!

In einem Interview mit der Welt, das uns erst jetzt in die Hände fiel, berichten Sie über Ihr Abendprogramm: »Ich kann meine Frau leider nur selten mitnehmen, weil auch sie viele Abendtermine hat, dazu haben wir Kinder. Daher habe ich eine Liste von Walkerinnen. Es gibt immer eine Mail mit den Kulturterminen, die ich an bis zu zehn Walkerinnen schicke, und die opten sich rein.« Ihren Harem in allen Ehren, Renner, aber: Geht da nicht noch mehr? Für einen Kultursultan mit Popvergangenheit gehören sich doch mindestens hundert!

Optet stets für Polygamie wie noch nie: Titanic

Nicht bloß Gutes, Franziska Augstein,

sondern ausschließlich das Allerbeste wußten Sie in der Süddeutschen über Richard von Weizsäcker zu sagen: »Von einem angepaßten Wehrmachtssoldaten hatte er sich zu einem liberalen Demokraten gebildet, dessen schlohweißes Haar von Weisheit und Souveränität zeugte. Die Tugenden, die er verkörperte, schienen auf die ganze deutsche Geschichte zurückzustrahlen. In seiner Person spiegelte es sich: das musische, nachdenkliche und tolerante, das bessere Deutschland.«

Zusammengefaßt also: Weizsäcker war ein Zerrspiegel?

Dachte sich schon: Titanic

Puh, IS!

Deine zuletzt praktizierten Menschenverbrennungen sollen nicht hundertprozentig mit islamischen Hinrichterichtlinien vereinbar sein, so daß »Spiegel online« titelte: »Verbrennung des jordanischen Piloten: Der IS in Erklärungsnot«. Wir hoffen nur, daß die Verantwortlichen für diesen Frevel nun die Konsequenzen ziehen und zurücktreten – schließlich steht der Ruf als gewissenhafte Terrorbande auf dem Spiel! Also bei Dir, IS, nicht bei »Spon«. Denn daß deren Schreckensruf auf Jahre hinaus gesichert ist, hat ja oben schon zeigen können: Titanic

Gott zum Gruße, Katholiken!

Offiziell waren Bordelle in Italien bisher verboten. Nun soll es in der Hauptstadt Rom das erste Rotlichtviertel geben, wie neulich auf »Spiegel online« nachzulesen war. Doch: »Vor allem katholische Organisationen protestierten gegen das Rotlichtviertel«, wie es in dem Bericht heißt. Aber, hey, Katholiken? Wieso seid Ihr dagegen? Fürchtet sich der Vatikan etwa vor der Konkurrenz?

Grüße von den Puffmüttern auf der Titanic

Ade, Weizsäcker a.D.!

Über die Toten soll man ja nichts Schlechtes sagen, und tatsächlich fiele uns nichts Schlechtes ein, was wir über die Vietnamesen sagen könnten, die während Ihrer Amtszeit als Präsident des Deutschen Evangelischen Kirchentags durch den Einsatz des dioxinhaltigen Entlaubungsmittels Agent Orange zu Tode gebracht wurden. Als geschäftsführender Gesellschafter des Chemie- und Pharmaunternehmens Boehringer in Ingelheim am Rhein sorgten Sie dafür, daß den Amerikanern die Rohstoffe für diese Waffe nicht ausgingen. Boehringer ließ damals mitteilen: »Solange der Vietnam-Krieg andauert, sind keine Absatzschwierigkeiten zu erwarten.« Später jedoch erinnerten Sie sich, von all dem nichts gewußt haben. Und tatsächlich, seit Ihrer Beförderung vom Christen- zum Bundespräsidenten und moralischen Schwergewichtsredner schien das alles auch so weit weg zu sein, so gar nicht mehr wahr und irgendwie auch scheißegal. Gut, daß Ihr damaliger Pressesprecher Friedbert Pflüger Ihnen ausgeredet hat, am 8. Mai 1985 im Bundestag die Begnadigung von Rudolf Heß zu fordern. Sonst würde man Sie heute nur als Vorgänger von Roman Herzog kennen.

Schaut der Wahrheit stets ins dank Entlaubung unbeschattete Auge: Titanic

Mario Basler, alter Haudegen!

Seit Ihrer Zeit als Fußballprofi tingeln Sie von Trainerjob zu Trainerjob, kürzlich unterschrieben Sie beim Oberligisten Lokomotive Leipzig einen neuen Vertrag. Auf die Frage von »Bild.de«, weshalb es bei Ihnen bisher mit einem Engagement als Coach in der Bundesliga nicht geklappt habe, entgegneten Sie: »Man sieht ja schon, ob das meine Person ist, oder die von Stefan Effenberg oder Lothar Matthäus – einem der größten Fußballer, die wir jemals hatten: Wir bekommen in Deutschland einfach keine Chance. Die Vereine haben Angst vor großen Namen.« Eine interessante Theorie, Basler, doch angesichts von großnamigen Trainern in der Ligageschichte wie Klinsmann, Sammer oder Heynckes sind wir sicher, daß es etwas anderes sein muß, was Effenberg, Matthäus und Sie, Basler, verbindet. Kleiner Tip: Es ist rund und hohl, aber kein Fußball.

Na, kommen Sie drauf?

Kopfnuß von Titanic

Huhu, Leipziger Nazis!

Sagt mal, was ist denn bei Euch los? Da seid Ihr doch immer so nett mitgelaufen bei Euren Volksgenossen von der Legida, und dann das: Die Polizei hat Euren »Spaziergang« am zweiten Sonntag des Februars einfach verboten. Weil sie – und jetzt aufgemerkt! – einen Personalnotstand zu beklagen hatte. Mit anderen Worten: Die hatten nicht genug Bullen, um auf Euch aufzupassen! Versteht Ihr? Keine Polizei! Nüscht. Alle weg, erschöpft, müde, Überstunden abbummeln, in Gesprächstherapie, was auch immer. Ihr hättet also vollkommen freie Bahn gehabt! Und das auch noch mit freundlicher Ansage! Und was macht Ihr, Leipziger Nazis? Genau: Ihr seid schön brav zu Hause geblieben. War ja schließlich verboten. Wenn das der Führer wüßte! So wird das jedenfalls nichts mit Eurem »Deutschland erwache«.

Gute Nacht, am besten für immer: Titanic

Gute, liebe »FAZ«!

Es ist ja nie so ganz einfach, den passenden Einstieg in einen Text zu finden. Aber die Frage »War es Selbstüberschätzung oder einfach Größenwahn?«, mit der Du einen Deiner Artikel über irgend etwas einleitetest, stößt die Tür auf zu einem Raum neuer Möglichkeiten! Wir feilen schon an der Fortführung: War es Unfähigkeit oder einfach Unvermögen? War es Dummheit oder nur Blödheit? War es der unfähige Praktikant oder schlicht ein FAZ-Redakteur?

Alternativlos: Titanic

Götz Alsmann (57), Musiker / Moderator!

Nach Ihrer Ankündigung, die WDR-Sendung »Zimmer frei« nach dem Ausscheiden von Christine Westermann 2016 nicht fortzusetzen, sagten Sie im Zeitungsinterview auf die Frage »Haben Sie eine Vision für den Ruhestand?«: »Ja, aber die kann ich nicht in der Öffentlichkeit sagen. Es hat sehr, sehr viel mit langbeinigen Frauen und abartigen Gelüsten zu tun.« Hui, Alsmann, in 20 Jahren »Zimmer frei« mit Frau Westermann durfte vieles Ungezogene nicht so raus, stimmt’s? Aber nun mal Butter bei die Fische: Wollen Sie die Damen vierteilen? Die langen Beine mit Pomade einreiben? Oder ihnen Ihre Schlager vorklimpern?

Nur mäßig neugierig: Titanic

Berliner Senatssprecher Bernhard Schodrowski!

Ihr Arbeitgeber ließ das Blog »Metronaut« abmahnen, weil es seine idiotische Kampagne »Wir wollen Olympia«, mit deren Hilfe er »die Spiele« 2024 nach Berlin holen will, satirisch mit Nazi-Bildmotiven des Vorgänger-Events von 1936 unterlegt hat. Sie rechtfertigten nun das juristische Vorgehen der Stadtregierung gegen die Berliner Metronauten dergestalt, daß es zwar »momentan in aller Munde« sei, daß »Satire alles darf«, aber dann müsse so ein Satirebeitrag eben auch »so überzeichnet sein, daß er klar als Satire erkennbar ist«. Was natürlich bei einer Bebilderung mit einem von Hakenkreuzfahnen geschmückten Olympiastadion und jubelnden Hitlerjungen eindeutig nicht der Fall ist – wer soll denn da bitte den Unterschied zu den Plänen für 2024 erkennen?

Grüße in den Führerbunker: Titanic

Heda, Sigmar Gabriel (SPD)!

Im Gespräch mit dem Stern über die zerfallende Pegida-Bewegung, der Sie kurz zuvor noch einen Überraschungsbesuch abgestattet hatten, bekannten Sie: »Es gibt ein demokratisches Recht darauf, rechts zu sein oder deutschnational.« Richtig, Gabriel! Und daß ganz besonders Sie sich dieses unveräußerliche Menschenrecht, für das Ihre Partei seit mehr als 150 Jahren kämpft, nicht nehmen lassen wollen, ist verständlich – was bliebe denn sonst von den fünf Jahren Ihrer Amtszeit als Führer der deutschen Sozialdemokraten? Doch nur die ewige 25-Prozent-Hürde, die zu knacken Ihnen einfach nicht gelingt!

Von Ihrem Besuch nahmen Sie hingegen folgende Erkenntnis mit: »Da waren ganz normale Dresdner mit ihren Alltagssorgen. Sollen wir die den rechtsradikalen und rechtspopulistischen Hintermännern von Pegida überlassen?« Natürlich nicht, Gabriel! Die »ganz normalen Dresdner«, die sich von früh bis spät um überfremdete Moscheen und islamisierte Asylbewerberheime sorgen, sind in Ihren Händen und in denen Ihrer Partei doch bestens aufgehoben. Vielleicht klappt’s dann demnächst sogar mal mit dem 26. oder 27. Prozent?

Hofft mit Ihnen und natürlich deutschnationalem Gruß: Titanic

Wow, Apple-Chef Tim Cook!

Das ist kein übliches Werbegeseiere, Sie meinen das ernst, was Sie über die neue Apple-Watch sagen, nicht wahr? – »Ich nutze sie jeden Tag, ich liebe sie und kann mir kein Leben ohne sie mehr vorstellen.«

Was für ein Leben. Wir hatten gehofft, Sie hätten für sowas vielleicht einen Partner, Herr Cook. Oder wenigstens einen kleinen Hund. Und schicken Sie sich dann selbst Ihren eigenen Pulsschlag und dazu ein Herzchen?

Tickt manchmal auch nicht ganz richtig: Titanic

Emirat Katar!

Nachdem Du für die Handball-Weltmeisterschaft im eigenen Land Anfang des Jahres fast eine komplette Mannschaft gekauft und eingebürgert hast, fragen wir uns, in welchen Sport Du als nächstes investieren willst: Frauenfußball? Eishockey? Eierlauf? Oder willst Du Dich künftig nicht nur auf den Sport beschränken, sondern auch Schauspieler und Schlagersängerinnen kaufen und einbürgern? Wie wäre es am Anfang mit Til Schweiger und Helene Fischer? Und bestimmt hast Du auch noch das nötige Kleingeld, Dir eine neue Menschheit zu kaufen, die sich über Deine gekauften Erfolge freut.

Mit sportlichen Grüßen: Titanic

Augstein, Jakob!

Mit Bezug auf die Verbrennung des jordanischen Piloten durch den IS schreiben Sie: »Der Schrecken ist eine Waffe. Seit jeher. Die Mörder vom ›Islamischen Staat‹ wissen, wie man sie einsetzt. Wir auch.« Endlich geben Sie’s mal zu! Denn wenn man Ihre Kolumnen und die Ihrer »Spon«-Kollegen so liest, merkt man, daß da echte Meister des Schreckens am Werk sein müssen: wie dort regelrecht in die Tastatur gehackt wird, wie die Analysen gewetzt, die Meinungen verschossen, die metaphorischen Holzhämmer ausgepackt, die Silben getrennt werden und sich einmal quer durchs Fremdmörderbuch gebrannt bzw. gesäbelt wird – Kopf und Hut ab!

Stets Feuer und Flamme: Titanic

BVB-Gesicht Jürgen Klopp!

Vor dem Start der Bundesliga-Rückrunde bellten Sie gewohnt selbstsicher ins Pressemikro: »Wir sind wieder in der Lage, unangenehm zu sein.« Aber was heißt in Ihrem Fall denn »wieder«? Anders kennen wir Sie doch gar nicht!

Angenehm: Titanic

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Guten Appetit, TV-Koch Alfons Schuhbeck!

Nichts läge uns ferner, als über Ihren Steuerhinterziehungsprozess zu scherzen, der für Sie mit drei Jahren und zwei Monaten Freiheitsstrafe geendet hat. Etwas ganz anderes möchten wir ansprechen, nämlich Ihre Einlassung am zweiten von insgesamt vier Verhandlungstagen, während der Sie laut Handelsblatt »lang und breit über die Vorzüge« von Ingwer palaverten, »aber auch über Knoblauch, Kardamom oder Rosmarin«, bis Sie schließlich einsahen: »Ich könnte stundenlang über Gewürze reden, aber das ist wohl der falsche Zeitpunkt.«

Und ob das der falsche Zeitpunkt war! Mensch, Schuhbeck, die gute alte Gewürz-Verteidigung, die hebt man sich doch für ganz zum Schluss auf, die pfeffert man dem Gericht (!) nach den Kreuzkümmelverhören prisenweise entgegen. Wozu zahlen Sie denn gleich zwei Anwälten gesalzene Stundensätze? Bleibt zu hoffen, dass Sie bei der Revision die Safranfäden in der Hand behalten!

Die Gewürzmühlen der Justiz mahlen langsam, weiß Titanic

 Stillgestanden, »Spiegel«!

»Macht sich in den USA Kriegsmüdigkeit breit?« fragst Du in einer Artikelüberschrift. Ja, wo kämen wir hin, wenn die USA die Ukraine nur nüchtern-rational, aus Verantwortungsbewusstsein oder gar zögerlich mit Kriegsgerät unterstützten und nicht euphorisch und mit Schaum vor dem Mund, wie es sich für eine anständige Kriegspartei gehört?

Spiegel-müde grüßt Titanic

 Sicher, Matthew Healy,

dass Sie, Sänger der britischen Band The 1975, die Dinge einigermaßen korrekt zusammenkriegen? Der Süddeutschen Zeitung sagten Sie einerseits: »Ich habe ›Krieg und Frieden‹ gelesen, weil ich die Person sein wollte, die ›Krieg und Frieden‹ gelesen hat.« Und andererseits: »Wir sind vielleicht die journalistischste Band da draußen.« Kein Journalist und keine Journalistin da draußen hat »Krieg und Frieden« gelesen, wollten mal gesagt haben:

Ihre Bücherwürmer von der Titanic

 Helfen Sie uns weiter, Innenministerin Nancy Faeser!

Auf Ihrem Twitter-Kanal haben Sie angemerkt, wir seien alle gemeinsam in der Verantwortung, »illegale Einreisen zu stoppen, damit wir weiter den Menschen helfen können, die dringend unsere Unterstützung brauchen«. Das wirft bei uns einige Fragen auf: Zunächst ist uns unklar, wie genau Sie sich vorstellen, dass Bürgerinnen und Bürger illegale Einreisen stoppen. Etwa mit der Flinte, wie es einst Ihre Bundestagskollegin von Storch forderte? Das können Sie als selbsternannte Antifaschistin ja sicher nicht gemeint haben, oder? Außerdem ist uns der Zusammenhang zwischen dem Stoppen illegaler Einreisen und der Hilfe für notleidende Menschen schleierhaft.

Außer natürlich Sie meinen damit, dass die von Ihrem Amtsvorgänger und der EU vorangetriebene Kriminalisierung von Flucht gestoppt werden müsse, damit Menschen, die dringend unsere Unterstützung brauchen, geholfen wird.

Kann sich Ihre Aussage nicht anders erklären: Titanic

 Nichts für ungut, Tasmanischer Tiger!

Nachdem wir Menschen Dich vor circa 100 Jahren absichtlich ein bisschen ausgerottet haben, um unsere Schafe zu schützen, machen wir den Fehltritt jetzt sofort wieder gut, versprochen! Du hast uns glücklicherweise etwas in Alkohol eingelegtes Erbgut zurückgelassen, und das dröseln wir nun auf, lassen Dich dann von einer Dickschwänzigen Schmalfußbeutelmaus in Melbourne austragen, wildern Dich in Australien aus und fangen dann ziemlich sicher an, Dich wieder abzuknallen, wie wir es mit den mühsam wiederangesiedelten Wölfen ja auch machen. Irgendjemand muss ja auch an die Schafe denken.

Aber trotzdem alles wieder vergeben und vergessen, gell?

Finden zumindest Deine dünnschwänzigen Breitfußjournalist/innen von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Schwimmbäder

Eine chlorreiche Erfindung.

Alice Brücher-Herpel

 Sprichwörter im Zoonosen-Zeitalter

Wer nichts wird, wird Fehlwirt.

Julia Mateus

 Vom Kunstfreund

Erst neulich war es, als ich, anlässlich des Besuchs einer Vernissage zeitgenössischer Kunst, während der Eröffnungsrede den Sinn des alten Sprichworts erfasste: Ein paar tausend Worte sagen eben doch mehr als nur ein Bild.

Theobald Fuchs

 Heimatgrüße

Neulich hatte ich einen Flyer im Briefkasten: »Neu: Dezember Special! Alle Champions-League-Spiele auf 15 Flatscreens!!!« Traurig, zu welchen Methoden Mutter greift, damit ich öfter zu Besuch komme.

Leo Riegel

 Auf dem Markt

– Oh, Ihr Doldenblütler verkauft sich aber gut!
– Ja, das ist unser Bestsellerie!

Cornelius W.M. Oettle

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 26.10.:

    Chefredakteurin Julia Mateus spricht über ihren neuen Posten im Deutschlandfunk, definiert für die Berliner-Zeitung ein letztes Mal den Satirebegriff und gibt Auskunft über ihre Ziele bei WDR5 (Audio). 

  • 26.10.:

    Julia Mateus erklärt dem Tagesspiegel, was Satire darf, schildert bei kress.de ihre Arbeitsweise als Chefredakteurin und berichtet der jungen Welt ein allerletztes Mal, was Satire darf. 

  • 26.10.:

    Ex-Chef-Schinder Moritz Hürtgen wird von Knut Cordsen für die Hessenschau über seinen neuen Roman "Der Boulevard des Schreckens" interviewt (Video) und liest auf der TAZ-Bühne der Buchmesse Frankfurt aus seiner viel gelobten Schauergeschichte vor (Video). 

  • 19.10.:

    Stefan Gärtner bespricht in der Buchmessenbeilage der Jungen Welt Moritz Hürtgens Roman "Der Boulevard des Schreckens".

  • 12.10.: Der Tagesspiegel informiert über den anstehenden Chefredaktionswechsel bei TITANIC.
Titanic unterwegs
26.11.2022 Konstanz, Theater Max Goldt
26.11.2022 Burbach, Heimhof Theater Thomas Gsella
26.11.2022 Dortmund, Fritz Henßler Haus Ella Carina Werner mit Hannes Richert
27.11.2022 Zürich, Kaufleuten Max Goldt