Briefe an die Leser | Oktober 2014


Und schließlich, FDP-Vize Wolfgang Kubicki,

verkündeten Sie in der Welt: »Leute, die kein Selbstbewußtsein haben, verdienen es auch nicht, unterstützt zu werden.« Das war zwar auf die eigene Partei gemünzt, aber wenn man in zwanzig Jahren jemandem erklären müßte, wofür der politische Liberalismus stand und für welche Ziele und Werte er einst kämpfte, hätte man damit eigentlich alles beisammen.

Unterwürfigsten Dank dafür! Titanic

Fa. Weihenstephan!

So sehr wir Deinen »frischen Fruchtquark« schätzen, am liebsten den mit den gelatinierten Pfirsich- und Maracuja-Stückchen in der verdauungsfordernden Pfund-Packung, so wenig erfreut uns Dein groß auf den Becher gedruckter Hinweis »Mit Joghurt veredelt«. Was soll das heißen, veredelt? Mit Joghurt? Bei einer Speise, die einen Eßlöffel stabilisieren kann? Und soll. Wie machst Du es denn bei Deinen anderen Produkten: Buttermilch, mit Margarine aufgepeppt; Sahne, mit Molke geadelt? Und was, wenn sich andere ein Vorbild daran nehmen: Whisky, mit Brandy verfeinert; Gold, mit Bronze veredelt; Beethoven-Symphonien von André Rieu vollendet?

Sieh ein, Weihenstephan, so geht es nicht; steh zu Deinem Quark, schäm Dich nicht für sein Fett!

Unveredelte Grüße: Titanic

Hey, Medien!

Wir wollen Euch nicht lange aufhalten bzw. uns mit Euch, daher nur eine kurze, aber eindringliche Bitte: Verzichtet doch künftig auf die Floskel »Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen«. Was sollte sie denn auch sonst tun?

Grüße aus Sankt Nimmerlein: Titanic

Trommelwirbel, Reinhold Beckmann!

Sie sind inzwischen unter die Musiker gegangen und veröffentlichten im Frühjahr ein Album. Bevor Ihre Sendung im Ersten ausläuft, Sie im Oktober mit Band auf Tour gehen und hernach ein neues Reportage-Format starten, gaben Sie nun der Rheinischen Post Auskunft über Ihr musikalisches Schaffen. Auf die Frage, was Sie beim Liederschreiben inspiriere, antworteten Sie, daß dies meist Alltagsgeschichten seien, am Wochenende seien Sie »mit der Band beispielsweise Bahn gefahren«. Nach der Durchsage des Schaffners, daß ein Wagen Ihres Zuges bei dieser Fahrt fehle, habe es »ein herrliches Chaos« gegeben: »Über 100 Fahrgäste suchten nach Sitzplätzen, die es gar nicht mehr gab.« Superherrlich, Beckmann! Und, na klar: »Darüber müßte man einen Song schreiben. Der Titel: ›Außerplanmäßig‹.«

Natürlich haben wir Ihr Album bisher nicht angehört, aber nach einem Blick auf die Titelliste – »Da sein«, »Plauderton«, »Weiter weiter unterwegs«, »Bremen«, »Dosenbier« – folgern wir: Sie scheinen ein fleißiger und aufmerksamer Bahnfahrer zu sein. Stets im intimen Sechserabteil fläzend, dem Gegenüber und Sitznachbarn millimeternah auf die Pelle gerückt, mit Ihren Händen auf seinen Knien ungezwungen ein Gespräch über Gott, die Welt und Bremer Dosenbier anleiernd.

Fährt in Zukunft lieber häufiger Auto: Titanic

»Attraktive charmante Lady (55) aus dem Kölner Raum«!

Laut Ihrer Kontaktanzeige in der Süddeutschen Zeitung möchten Sie »eine leidenschaftliche Beziehung mit großzügig. Herrn verbringen«. Haben Sie da in letzter Sekunde Angst vor der eigenen Courage bekommen und die »Nacht« durch die irgendwie positiver beleumundete »Beziehung« ersetzt? Oder war das die Anzeigenabteilung der SZ?

Fragt Sie beide: Titanic

Dein Image, Berliner Polizei,

ist bekanntlich nicht das beste, und so hast Du die Zivilbevölkerung eingeladen, sich bei Deinem Tag der offenen Tür ein eigenes Bild zu machen. In der Öffentlichkeitsarbeit für die Kleinsten sehen wir allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ein »Durchsuchungszelt für Kinder« in Sichtweite des Stands »Mann im Park. Unsere Spezialistinnen für Kinderschutzdelikte« aufzustellen, ist zwar schon mal ein Anfang, aber die Präsentation des »Miniwasserwerfers für die Kids« wäre durch den Zusatz einsatzüblicher Reizstoffe eindeutig realistischer geraten. Und die Köpfe und Herzen der Eltern eroberst Du ohnehin erst dann, wenn Du den Nachwuchs anschließend noch zum eintägigen Unterbindungsgewahrsam einlädst.

Nur so ein Rat Deiner Erziehungsexperten von Titanic

Und Ihr, Deutsche,

habt also laut einer Studie der R+V-Versicherung zu 43 Prozent Angst vor »Spannungen durch Ausländer«. In der Hose?

»Gespannt« auf Eure Antwort: Titanic

Du, »Spiegel online«,

nun also auch! Bei Deinem Drang, alles – vom Überschriftenstil (»So reich ist Baby George«, »So schön ist Giglio«) bis zu den Bildergalerien (»Vorbereitung aufs Apple-Event«, »Tittenprinz und Busenmadämchen«) – von Bild.de zu kopieren, dürfen natürlich auch die Redakteursfotos auf der Seite nicht mehr fehlen.

Und wie bei Bild.de wird jetzt einiges klar bzw. dauernd schlecht

»Deiner« Titanic

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon!

Als, laut Eigenwerbung, führender Preisexperte haben Sie unlängst ein Buch mit dem erfrischend blöden Titel »Preisheiten. Alles, was Sie über Preise wissen müssen« veröffentlicht. Wir haben es gelesen, fanden aber leider nur folgende Stellen richtig überzeugend: »800 D-Mark«, »10 Euro« und – sehr verwegen! – »16,50 Euro«.

Heute mal billig: Titanic

Johann Lafer, Sternekoch!

Gegen Sie wird in diesen Wochen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Wahrscheinlich aber zu Unrecht. Schaut man nämlich in Ihre unentwegt listig funkelnden Fernsehkochäuglein hinein, weiß man sofort: Sie können einfach kein Filou sein, es wäre ja viel zu offensichtlich, zu blöd. Schaut man andererseits in Ihre letzten Interviews, geben Sie dort Hinweise, die für jeden Fahnder ein gefundenes Fressen sein müßten. Der Seite Buchgourmet.com antworteten Sie z.B. auf die Frage, wie viele Kochbücher Sie mittlerweile verfaßt hätten: »Interessante Frage, weil ich darüber kein Buch führe, wahrscheinlich werden es alles in allem über 65 sein.«

Haha! Ist es denn möglich, Lafer, daß Sie auch über andere Dinge wie Einnahmen und Sozialabgaben kein Buch führen? Sich dort lieber mit ungefähren Angaben wie »wahrscheinlich«, »alles in allem« und »interessant« behelfen? Während Sie über Ihre Erfolgszahlen und -zusammenhänge ansonsten sehr genau Bescheid wissen: »Mein Klassiker ist ›Lafers große Kochschule‹. Davon wurden über 250 000 Exemplare verkauft. Auch ›Der große Lafer‹ kommt aktuell auf über 150 000, was bei einem Preis von ca. 40 Euro eine enorm hohe Auflage ist.«

Und für Sie sicher »alles in allem« einiges abwirft. Fast wie ein gerichtsverwertbares Geständnis klingt es dann, wenn die Seite Geschmacksverstärker.com Sie fragt »Gibt es etwas, was Sie schon immer essen wollten, aber nie probiert haben?«, und Sie augenzwinkernd antworten: »Ich habe in meinem Leben fast ›alles‹ probiert!«

Fast »alles«, Lafer? Halblegal, illegal, unter der Hand und auch durch die Nase, so wie der Kollege Witzigmann? Wenn das so ist: Probieren Sie’s zur Abwechslung mal mit Steuern zahlen!

Mahlzeit. Bzw.: Henkersmahlzeit! Ihre Titanic

Ganz schlimm, Umweltmagazin »Zeo2«,

ist zweifelsfrei auch der globale Textilienhandel, wie Du Deiner besserverdienenden Vollwert-Bionade-Klientel wieder einmal in Erinnerung rufst. Schlechte Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt, Umweltbelastungen allerorten, und überhaupt, dieser ständige Drang zu mehr Konsum! Folgerichtig plädierst Du für ein neues Prêt-à-porter der Bescheidenheit: »In der perfekten Modeprotest-Minimalgarderobe finden sich Basics, Lieblingsstücke und Unterwäsche. Jahreszeiten sind bedacht, auch Übergangskleidung ist dabei. Der Trick, das zeigen alle bisherigen Erfahrungen, ist, die liebsten Klamotten neu und individueller zu kombinieren. Sie begegnen so dem Modediktat mit kreativer Selbstbestimmung.« Ein Wahnsinnstrick! Basics, Lieblingsstücke und Unterwäsche in kreativer, selbstbestimmter Kombination passend zu den Jahreszeiten – das ist Modeprotest ganz nach unserem Geschmack. Einzig: Der aufrüttelnde Text erscheint unter dem Titel »Das 50-Teile-Manifest« und versteht sich als »Plädoyer, mit 50 Kleidungsstücken auszukommen«. Gerne zögen wir mit, allein: Wo sollen wir so schnell all die Klamotten herbekommen?

Too sexy for our shirts: Titanic

Daß Du, »Pizzeria Vis-a-Vis« in Berne (Wesermarsch),

einerseits offensichtlich eine Pizzeria bist, andererseits aber so heißt, wie Du nun mal heißt, und drittens schwerpunktmäßig »Asiatische Spezialitäten« als Teil Deines weltoffen-bunten Berner Angebotsallerleidreiklangs bewirbst, finden wir durchaus gastrologisch. Worin aber konkret Deine eigenwillige Pizzaconnection besteht – Cozze Chop Suey au vin? – wollen letztlich gar nicht wissen

die Trennkostverächter von der Titanic

Du aber, Unbekannte,

erzähltest Deinen Mitspeisenden am Restaurantnebentisch von einer demnächst in Begleitung Deines Liebsten startenden Urlaubsreise nach Mallorca im allgemeinen sowie von Deiner Mallorca betreffenden Neugier im besonderen, handelte es sich doch um Deinen allerersten Aufenthalt daselbst. Auf die Frage, ob Du denn als Reisevorbereitung bereits einen Reiseführer erworben, wenn nicht gar studiert habest, gabst Du die richtungweisende Antwort: »So was brauchen wir nicht, das machen wir alles selber. Wir haben ein Navi.«

Gute »Reise« wünscht: Titanic

Taz.de!

Das Symbolfoto zu Deinen Stellenausschreibungen zeigt ein gutes Dutzend Streichhölzer mit blauen Zündköpfen und ein langes mit rotem Zündkopf, das dazwischen hervorragt. Was willst Du damit sagen? Daß Dein neuer »Chef vom Dienst« ein rotangelaufener Hitzkopf sein soll, der aus der Masse heraussticht? Oder reicht Dir ein gewöhnlicher entzündeter Holzkopf, solange er nur für Dich brennt?

Und wäre bei den Arbeitsbedingungen (»Taz-Haustarif«, »halbe Stelle«, »regelmäßige Sonntagsdienste obligatorisch«) ein kurzes Streichholz nicht passender gewesen?

Flammende Grüße: Titanic

Hallowed be thy name, Bruce Dickinson!

Sie, stimmgewaltiger Sänger der Altmetaller Iron Maiden, haben einen Appell zur Rettung des traditionellen Pubs in Großbritannien gestartet. Beim Britischen Bierfestival in London riefen Sie zur »Gegenwehr« auf und meldeten der Nachrichtenagentur AFP, aus den typischen Pubs dürften keine »Bars im amerikanischen Stil« mit »lauter ›Umpah-Umpah-Umpah-Musik‹ werden«.

Sondern, wie wir annehmen, doch wahrscheinlich besser mit ohrenbetäubender »Tschak-Piff-Tschaktschak-Piff-Tschak-Piff-Tschaktschak-Piff-, Schrebbel-Schrebbel-Schrebbel-Quiiiiiiieeeeeek- und Eeeeeeeaaaaaaooooouuuuwww-Musik«, right?

Darauf erst einmal ein Guinness mit Pommesgabel: Titanic

Junge Männer, Alter!

63 Prozent von Euch lebten 2008 noch im elterlichen Haushalt, sagt das Statistische Bundesamt. Da ging es Euch doch gut! Warum seid Ihr nicht dort geblieben? Warum mußtet Ihr in die Wohnungen unter, über und neben uns ziehen und uns mit Partys, Bumsmusik und Müll im Hausflur auf die Nerven gehen? Können Eure Mütter nicht kochen?

Antwort schriftlich (wg. Ohropax) an Titanic

Verehrter Dr. Josef Pilz!

Sie wirken als Dermatologe in München, was uns sowieso schon ausnehmend gut gefällt. Jüngst haben Sie aber auch noch dem juckreizerregenden Magazin Focus zu den Gefahren einer bestimmten Chemikalie in Henna-Tattoos erklärt: »PPD ist ein höchst allergener Stoff, der bei empfindlichen Menschen eine Allergie auslösen kann.« Und wissen Sie was, Herr Dr. Pilz? Von unserer Seite erneut kein Widerspruch! Allergene Stoffe können Allergien auslösen, das ist ja auch ihr Job.

Immunstark wie selten: Titanic

Wochenblatt »Zeit«, Du altes Ferkel!

»Außen Porno, innen prüde«, titeltest Du vor kurzem als Aufmacher, und das war ja wohl voll gelogen. Denn wir wissen doch beide: Du bist und bleibst von innen wie außen einfach nur total ungeil.

Sells Sex: Titanic

Yeah, Steve Ballmer!

Kaum sind Sie, ein Al Bundy auf Speed (»Developers! Developers! Developers!«), als letztes Urbetongestein von Microsoft mit 20 Milliarden Dollar auf dem Konto endlich abgetreten, da haben Sie sich bei der Basketballtruppe der L.A. Clippers eingekauft und standen wieder auf der großen Tanzbärenbühne: »Nichts stellt sich uns in den Weg! Boom! Wir werden Hardcore sein! Hardcore! Hardcore! Wir sind die Hardcore-Clippers!« schrien Sie wie immer im hemdsärmelig-achselfeuchten Gebrauchtwagendealer-Stil während Ihrer Antrittsbrüllerei.

Hoffentlich trifft Sie bald ein harter Ball: Titanic

Ha, Annette Dittert!

Als ARD-Korrespondentin berichteten Sie vom Nato-Gipfeltreffen in Newport, Wales, auf dem Obama, Cameron, Hollande und Merkel demonstrativ den ukrainischen Schokoladen-, Fernseh- und Rüstungsoligarchen Poroschenko in ihre Mitte nahmen und Putin einen ganz, ganz bösen Mann hießen. Wenn diese Schmierenkomödie in die Geschichte eingehen wird, dann nur wegen Ihres unsterblichen Schlußsatzes, Frau Dittert, in der Tagesschau: »Sicher aber ist bereits jetzt: Die in der Vergangenheit als verstaubt oder antiquiert geltende Nato ist hier zu neuem Leben erwacht.« Wir versuchen mal, diese genial tagesschaukompatible Formulierung in normales Deutsch zu übersetzen: Die Nato, die seit 25 Jahren mangels Feind klinisch tot ist, ist soeben aus dem Koma erwacht. Streng genommen müßte die Nato Putin zu ihrem Ehren-Generalsekretär ernennen. Ohne die Putinschen Reflexe auf die unablässigen Provokationen und nichtendenwollenden Nato-Osterweiterungen könnte die Nato nicht mal mehr ein Fitzelchen von einer Existenzberechtigung vorweisen und wäre mittlerweile in den Zustand der blaugrünschimmelnden Verwesung übergegangen.

Na, Frau Dittert, kommt’s hin? Titanic

Lob, Lady Bitch Ray,

spenden wir Menschen wie Ihnen eher selten. Sollte es in den nächsten zwölf Monaten freilich so angenehm ruhig um Sie bleiben, wie es in den letzten zwölf Monaten war, wären wir zu einer Ausnahme bereit.

Also lassen Sie nichts von sich hören! Titanic

O là là, Ex-Première Dame Valérie Trierweiler!

»Ein elektromagnetisches Feld« baute sich also auf, wenn Sie und François Hollande sich trafen, schreiben Sie in Ihrer Biographieschmonzette, und von Ihrem »amour fou« noch schmalziger als einem »überschäumendem Fluß, der alles mitgerissen« habe. Und als François trotzdem mit dem Motorroller fremdficken fährt, dann diese abgeschmackte Szene: »Ich stürze ins Badezimmer, hole den kleinen Plastikbeutel mit den Schlaftabletten, François ist mir gefolgt, versucht den Beutel zu greifen, ich renne ins Schlafzimmer, der Beutel zerreißt, die Pillen verstreuen sich auf dem Boden. Mir gelingt es, einige Tabletten zu schlucken, ich fürchte den Sturm, der über mich fegen wird, will die Stunden, die folgen, nicht erleben. Ich verliere das Bewußtsein…«

Excusez-nous, Madame, aber das ist ein gallischer Schmonzettenfilm von 1974! Wie hat selbst ein gelackter Franzosenstenz wie Hollande es bloß so lange mit einer antiken Dramaqueen wie Ihnen ausgehalten? Weil er selbst eine ist?

Vive les Froschfresser! Titanic

For Christ’s Sake, BBC-Journalisten!

Daß Ihr Euren eigenen Streikbeschluß als »Breaking News« annonciert, sei Euch unbenommen. Daß Ihr die entsprechende Kurzmeldung aber mit der Ankündigung »More to follow« ergänzt, finden dann doch etwas inkonsequent:

Eure Streikposten von Titanic

Geht’s Ihnen gut, Frau Lewitscharoff?

Vor ein paar Monaten fielen Sie schon mit dieser bedenklichen Gefühlsäußerung über durch künstliche Befruchtung gezeugte Kinder als »Halbwesen« auf. Nun erfahren wir, daß Sie bei der Kafka-Woche in Berlin erneut spirituell-religiös leicht irritiert behauptet haben, bei Franz Kafka sei für Sie unentwegt eine »metaphysische Hintergrundstrahlung« spürbar.

Sibylle, bevor Sie auch daran irre zu werden drohen und wir mit Ihnen: Diese metaphysische Hintergrundstrahlung nennt man Humor. Und den hat man entweder, oder man hat ihn nicht.

Finden Sie sich einfach mal ab, rät Titanic

Yo, Joseph »Joschka« Fischer!

»Man kann sich in der Geschichte das Timing in der Regel nicht aussuchen. Die entscheidende Frage ist daher die nach den Konsequenzen, die aus eingetretenen Ereignissen gezogen werden«, so Sie in einem abermaligen Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung; es geht um, na klar, Putin und die Ukraine, um Ägypten, den Irak usw.

Aber wo Sie doch zu allem und jedem eine Meinung haben und diese gravitätisch und ganz Minister a.D. verkünden – warum äußern Sie sich eigentlich nicht zum Streit um den Personenbeförderungsdienst Uber, der kürzlich auch in Deutschland ins Geschäft eingetreten ist? Kein Wort der Solidarität mit Ihren alten Taxifahrerkollegen?

Aber das würde vermutlich nicht zum selbstausgesuchten Timing von »Fischer, dem Turnschuh-Fischer, dem blitzschnell zum Dreireiher- und Siegelring-Fischer mutierten Suppenkasper-Fischer«, wie Rainald Goetz das einmal nannte, passen.

Mit Verlaub: Titanic

Sie wiederum, Prof. Dr. Bernd Lucke,

flöteten während Ihres Wehrdienstes im Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Siegburg quer. Vielleicht sehen Sie ja deswegen so aus, als ob Ihnen jemand die Luft aus der Rübe gelassen hat. Doch anschließend studierten Sie in Bonn neben Ihrer vermaledeiten Volkswirtschaftslehre auch Neuere Geschichte und Philosophie. Das sind beides Fächer, die Verstand und ein Mindestmaß an Reflexionsvermögen erfordern, die wir Ihnen so nicht zugetraut hätten. Beinahe hätten wir unsere Meinung über Sie schon revidiert und die Zielscheiben mit Ihrem Konterfei in den Redaktionsräumen abmontiert, doch dann posaunten Sie nach der Landtagswahl in Sachsen in die Mikrophone: »Wir wissen, daß es Bürger gibt, die sind schwach und die bedürfen der Hilfe durch den Sozialstaat, aber wir wollen auch wirklich nur den Schwachen helfen. Wir wollen nicht denjenigen helfen, die faul und träge geworden sind.« Da waren wir von Ihren helfenden Händen dann doch ein bißchen enttäuscht. Denn sind nicht gerade die Faul- und Träggewordenen die sozial Schwachen? Und lehren uns nicht just Neuere Geschichte und Philosophie, daß denen nicht zu helfen auch nichts hilft?

Also weggetreten, Sie AfD-Flöte, sonst wird Ihnen helfen: Titanic

Über Euch, Salafisten,

und Eure »Sharia-Police« wäre eigentlich schon alles mehr oder in den meisten Fällen eher weniger Nötige gesagt. Es bleibt nur eine Frage: Warum konzentriert Ihr Eure Bemühungen, Eure Glaubensbrüder von allerhand sündigen Verlockungen und Ausschweifungen abzuhalten, ausgerechnet auf – Wuppertal? Was weiß Euer Prophet, was wir nicht wissen?

Bittet um Erleuchtung: Titanic

Aber wo, Taylor Swift,

wir gerade dabei sind: Es spricht für Ihre Ernsthaftigkeit als Künstlerin, daß Sie, obwohl kommerziell zuletzt sehr erfolgreich, etwas Neues ausprobieren wollen. Diese Entscheidung ist angesichts des Genres, in dem Sie tätig sind, verständlich – der Country-Musik nämlich, die, obwohl sie alles andere als neu ist, immer noch darauf wartet, ihr Spektrum durch Spielarten wie Cool Country, Latin Country, Acid Country oder gar Free Country zu erweitern.

Wir bezweifeln aber, daß Ihr Popalbum der Schritt in die richtige Richtung ist. Denn mag die erste Single daraus, »Shake It Off«, sich auch »anhören wie nichts, das ich bisher gemacht habe« (so Sie zu USA Today) – die größte und treueste Gruppe unter Ihren Fans, die einsamen Sattel- und Asphaltcowboys, die macht und hört das nur allzuoft.

Schüttelt sich ein bißchen: Titanic

Lieber Volker Weidermann!

Gleich sechs Bücher deutschsprachiger Debütanten mußten Sie für Ihre Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung auf einen Happs lesen und auf einer halben Seite wegrezensieren. Und Rezensieren, das scheint für Sie vor allem eine Frage des Glaubens zu sein: »Aber die Panik und die Lebensangst von Ada werden durch diesen Spott nicht kleiner. Sie sind ja da und groß, und man glaubt Ada und dem Roman jede einzelne Furcht.« Und gleich noch mal: »Und dann macht es aber beim Lesen fast gar nichts, daß das alles so große Klischees sind, die er da erzählt. Weil man den Leuten, die er beschreibt, alles glaubt, überhaupt erst mal ihr Leben glaubt und ihre Lebendigkeit.« Daraus könnte man nun den Schluß ziehen, Sie, Weidermann, seien beim Lesen einfach besonders leichtgläubig. Das stimmt aber nicht, hinter Ihren Urteilen steht eine wohldurchdachte Poetik: »Hanns Zischler, der große Schauspieler, der Übersetzer und Regisseur und Weltgelehrte«, der schreibt nämlich »schön und leicht und weise«, und »das ist ja die große Kunst, und davon wissen Debütanten im Debütantenalter oft noch nichts: daß sie nicht alles mit Bedeutung aufplustern müssen und großen Wörtern.« Mit großen Wörtern wie, beispielsweise, »groß«? Das manche, die keineswegs mehr im Debütantenalter stecken, auf einer halben Seite ungefähr 74mal verwenden müssen?

Großgrüße von Titanic

Und, FDP-Spitzenkandidat Uwe Barth,

einen Unterschied haben Sie dann doch übersehen, als Sie vor der Landtagswahl in Thüringen plakatierten: »Wir sind dann mal weg – wie die Landärzte«.

Die Landärzte wird man nämlich vermissen.

Schätzen jedenfalls die Schadensgutachter auf der Titanic

Sie hingegen, Thomas de Maizière,

stellten Ihre Tauglichkeit als Bundesinnenminister gerade wieder einmal unter Beweis, als Sie sich gegen die Aufnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen aus dem Irak aussprachen und dies recht fein begründeten: »Es wäre ein unerträglicher Triumph für die Terroristen. Den Satz, daß die Jesiden oder die Christen im Irak keine Zukunft haben, will ich nicht akzeptieren.«

Genau, de Maizière, man kennt das ja: Die Welt wurde nur deshalb vom Nationalsozialismus befreit, weil sich so viele Länder weigerten, verfolgte Juden aus Europa aufzunehmen. War es das, was Sie sagen wollten?

Dann dankt für die Aufklärung. Nicht: Titanic

Wow, »Hamburger Abendblatt«!

Deine Überschrift »Die Krankheit hinter den Ice Bucket Challenges« war ein richtig guter Teaser! Welches Leiden wohl Sigmar Gabriel, Johannes B. Kerner, Helene Fischer und all die anderen Eiskübelkipper verbinden könnte, rätselten wir und klickten uns ganz gegen jede Vernunft und Gewohnheit in den Artikel. »Irgendwann ist auch das Sprechen nicht mehr möglich« lasen wir da mit wachsender Begeisterung, sowie: »Eine Heilung gibt es nicht, nur Medikamente, die den Verlauf hinauszögern können.« Für eine Sekunde blickten wir voller Zuversicht in die Zukunft. Doch bei weiterer Lektüre kam dann das böse Erwachen wie eine Ladung Eiswasser ins Gesicht: Die Eiskübelkipper haben die Krankheit gar nicht selbst!

Mal ehrlich, Hamburger Abendblatt: Was sollte der Quatsch?

So aufgebracht wie nachtragend: Titanic

Das habt Ihr jetzt davon, Kühe!

Im April hat eine von Euch bei Braunau drei Rentner hinterrücks angegriffen, im Mai wurde ein Bauer im Burgenland verletzt, im Juli habt Ihr eine deutsche Wanderin und einen Landwirt totgetrampelt, ein paar Tage später einen Hundebesitzer brutal mißhandelt. Im August wurden zwei Bauern in Österreich und Bayern niedergemetzelt, und im September hat ein Rindvieh mitten in München eine Joggerin aufgespießt, bevor es von der Polizei gestellt werden konnte. Was soll das? Habt Ihr vergessen, daß Ihr Eure Existenz der Milchschnitte und dem Big Mac verdankt? Wollt Ihr Ärger? Den könnt Ihr haben. Aldi hat auf Eure Aggression reagiert und den Preis für ein halbes Pfund Butter von 0,99 Euro auf 0,85 Euro gesenkt! Ihr werdet im Winter Euren Mist fressen müssen, weil sich der Zukauf von teurem Futter für die Bauern nicht mehr lohnt. Na, wie schmeckt das? Hört auf, uns umzubringen, sonst werden wir noch Veganer!

Meint es ernst: Titanic

Grüß Dich, ISIS!

Du bist ein Unternehmen für Softwareentwicklung aus den USA und benanntest Dich kürzlich von »ISIS« in »Softcard« um, weil Du nach Angabe Deines Chefs Michael Abbott kein Interesse daran hast, mit den mordenden Terrorbuben von ISIS bzw. IS aus Syrien und Irak verwechselt zu werden. Leider hast Du, Softcard (ehem. ISIS), schon wieder nicht mitgedacht und mußt Dich sicher bald noch mal umbenennen. Denn was bleibt Dir bitte anderes übrig, wenn demnächst die »Soldiers Of Fundamentalist Terror Committing Abduction, Rape & Decapitation« (kurz: SOFTCARD) in Nahost alles verwüsten und in die Luft jagen?

Gewarnt hat Dich jedenfalls: Titanic

Na, Helene Fischer!

Nachdem wir gelesen haben, daß Sie einen Behinderten ausgelacht haben sollen, dieser Sie laut oe24.at »wegen Diskriminierung verklagt« habe und deswegen angeblich sogar Europol nach Ihnen gefahndet hat, nach dieser Nachricht also haben wir uns gefragt: Hätten Sie Ihren Streit mit Florian Silbereisen nicht auch privat klären können?

Spastische Grüße von Titanic

Präsident Putin!

Ein »neues Reich« möchten Sie, berichtet uns die Zeit und begrüßt, daß der Westen dagegen aufrüstet. Im Stern werden wir sogar darüber informiert, wie Sie »mit einem brutalen Feldzug ein neues Imperium schaffen« wollen. Aber, werter Super-Zar und Neo-Stalin, stimmt denn, was unsere linksliberalen Wochenblätter aus Hamburg da schreiben? Sind Sie, was Ihren Feldzug in der Ukraine angeht, wirklich brutal? Oder ist dieser Konflikt mit seinen ganzen Abstimmungen, verirrten Soldaten, versteckten Waffenlieferungen und Friedensangeboten gerade für eine Landnahme nicht eher zaghaft, wankelmütig, nachgerade effeminiert, man möchte fast sagen: tuntig? Aber hallo, Memme!

Doch jetzt, da Ihr Ruf bereits ruiniert ist, müssen Sie sich nicht mehr anstellen wie ein zartes Mägdelein, das vor dem Bad scheu einen Zeh ins Wasser steckt. Nehmen Sie die Ukraine gefälligst wie ein Mann!

Und sei es nur, damit unsere darbende Qualitätspresse wenigstens einmal wieder richtigliegt.

Spassiba: Titanic

Unerhört, Volker Kauder (CDU)!

Als über die Wuppertaler Scharia-Polizei berichtet wurde, forderten Sie laut Welt am Sonntag sogleich »ein Verbot der vermeintlichen islamischen Tugendwächter«. Aber wieso eigentlich, Kauder? Die wollen doch das gleiche wie Sie – u.a. keine Drogen, keine Prostitution, keine Pornographie.

Fordert deshalb auch Ihr Verbot: Titanic

Huhu, Ursula von der Leyen!

Eben noch forderten Sie als deutsche Kriegsministerin in der Zeit, bei Waffenlieferungen in Krisengebiete wie den Nordirak »Tabus beiseitezulegen«, und ließen sich in Heldenpose auf einem Luftwaffenstützpunkt fotografieren. Als jedoch Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel laut Süddeutscher Zeitung spottete, selbst im Kopierraum des Ministeriums würden Sie noch in die Ferne schauen und sich fotografieren lassen, sagten Sie im ZDF nur schmallippig: »Wenn er auf diese Ebene geht, dann wird das seinen Grund haben.« Kein Wort über einen Einmarsch bei Gabriel zu Hause, null Maschinengewehre für seine gequälten Untergebenen im Wirtschaftsministerium, nicht mal ein Schokoriegelembargo verhängten Sie über den Vizekanzler! Wenn das die neue deutsche Außen- und Sicherheitspolitik sein soll, ist doch sehr enttäuscht: Titanic

Arme Alice Schwarzer!

Bei Maischberger sagten Sie betreffs Ihrer Steuerhinterziehung zutiefst geknickt: »Ich bereue, ich bereue sehr.« Aber dann wollten Sie sich auch nur zu gerne »wieder relevanteren Themen zuwenden«. Nur, Frau Schwarzer, was sollte es für relevantere Themen geben?

Denn wer regiert die Welt, die Männer oder die Frauen?

Immer das Schwarzgeld, sagt Ihnen: Titanic

Huuuiiiii, Stefan Mross!

Vor knapp einem Jahr hast Du in Deiner ARD-Liveshow »Immer wieder sonntags« auf der Bühne die Fassung verloren, als für Dich in der letzten Sendung der Staffel ein meterlanges Transparent mit der Aufschrift »Lieber Stefan! Danke für den Sommer« entrollt wurde. »Da sind doch tatsächlich meine Gefühle mit mir Achterbahn gefahren«, gabst Du anschließend zu Protokoll, und fast hätten wir Dich danach für immer vergessen. Doch kürzlich mußtest Du in ebenjener Sendung nach dem Genuß von zu scharfer Chilisoße Deine Moderation abbrechen und bist hinter der Bühne zusammengeklappt. Nach kurzem Check im Krankenhaus konntest Du Entwarnung geben: »Mir geht es schon wieder besser! Mein Kreislauf fuhr Achterbahn.« Jetzt sind wir natürlich gespannt, was nach Gefühlen und Kreislauf als nächstes bei Dir Achterbahn fahren wird. Deine Rhetorik wird es wohl nicht sein – die überschlägt sich ja nun nicht gerade so, daß einem schwindelig wird.

Kurve kriegen, raten Dir deshalb Deine Coasterfriends von Titanic

Tja, Obama, was nun?

Wie stehen Sie nun da als halbwegs zivilisierter Mensch mit diesem verdammten islamistischen Islam an den Hacken? Und würden Sie eigentlich besser dastehen, wenn Sie bin Laden vor drei Jahren persönlich den Kopf abgeschnitten hätten vor laufenden Weltkameras mit einem winzig kleinen, extra stumpfen Kartoffelschälmesser?

Fragt nicht sich, aber Sie: Titanic

Werbeagenturbesitzer Holger Zastrow (FDP)!

Wenn, wie Sie am Abend Ihres Rauswurfs aus dem sächsischen Landtag treffend analysierten, die Marke FDP nunmehr »schwerbeschädigt« ist, können Sie ja immerhin auf kommodere Parkmöglichkeiten hoffen.

Freuen sich mit Ihnen die Inklusionsbeauftragten auf der Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Was ist da los, deutsche Medien?

»Die radikalen Impfgegner vom Alpthal« besuchte der Spiegel und fragte dazu mit brennendem Reporterehrgeiz bereits im Teaser: »Nun verweigerte ein Dorf gar dem Impfbus die Einfahrt. Was ist da los?« Gute Frage. Der auch die Taz nachgeht: »Im Schwarzwaldkreis Rottweil sorgen Impfgegner für gereizte Stimmung. Was ist da los?« Womöglich Ähnliches wie im Nordosten. Die B.Z.: »Was ist da los? Corona-Lage in Brandenburg doppelt so schlimm wie in Berlin«. Aber nicht nur im Zuge der Pandemie verlangt überraschender Tumult nach unverzüglicher Aufklärung: »Was ist da los? Bei Bella Hadid fließen Tränen« (N-TV); »Was ist da los? Anouar wurde bei The Voice disqualifiziert« (Berliner Kurier); »Was ist da los? NFL-Superstar schon wieder verletzt«. Gut, dass Bild sich der Sache annimmt, denn die FAZ ist gerade mit Wichtigerem beschäftigt: »Die neue Apple Watch 7 ist angekündigt, aber Garmin hält sich bei seinem Top-Produkt zurück. Was ist da los?«

Der, die, das, / wer, wie, was / wieso, weshalb warum? / Wer nicht fragt, bleibt dumm – sicherlich. Wer allerdings immer dasselbe fragt, auch.

Überfragt: Titanic

 Wie viele Achtundsechziger, Udo Knapp,

bist auch Du, je älter Du wurdest, politisch immer weiter von links nach rechts marschiert: Du warst der letzte Vorsitzende des SDS, anschließend in einem Verein namens »Proletarische Linke«, um dann in den Achtzigern auf dem rechten Flügel der Grünen zu landen und schließlich bei der SPD, und zwar eigentlich nur, damit Du was in den Kolonien werden konntest, am Ende stellvertretender Landrat. Heute kritisierst Du die Gewerkschaften dafür, dass sie nur immer wieder Lohn fordern, wie man das als einer, der nichts gelernt hat bis aufs Lamentieren, halt so macht.

Dieser Weg verbindet Dich mit dem wohl dümmsten deutschen Sänger, Wolf Biermann, weshalb Du dem »alten weisen Mann« (Dein O-Ton) auch neulich so kenntnisfrei wie pathetisch zum Geburtstag gratuliertest: »Biermann hat den größten Teil seines Lebens in zwei furchtbaren deutschen Diktaturen verbracht. In beiden hat er gelitten, aber beide hat er mutig streitend und widerstehend überlebt.«

Wie man nun aber jeder Biermann-Bio entnehmen kann, hat der walrossbärtige Dödelbarde nur acht Jahre unter den Nazis und 23 Jahre in der DDR gelebt; die restlichen 53 jedoch im goldenen Westen (britische Besatzungszone, BRD und Gesamtdeutschland). Daher nun unsere Frage: Bist Du Dir, Udo Knapp, sicher, dass Du auf Deine alten Tage die Bundesrepublik Deutschland, in der Du so schöne Posten innehattest, wirklich als furchtbare Diktatur bezeichnen willst?

Wie meinen? Es stand doch bloß in der Taz, und in keiner richtigen Zeitung? Und rechnen konntest Du noch nie? Na dann, weitermachen, Udo, aber vielleicht demnächst doch ein bisschen, he, he, knapper.

Kurz angebunden: Titanic

 Sänger Max Mutzke!

Sänger Max Mutzke!

Zum Thema Klimawandel und Verkehr klagten Sie im Interview: »Es gibt bei uns eine Verbindung, da fahr ich 10-12 Minuten mit dem Auto hin. Weil der Ort aber auf dem Berg liegt, fährt der Bus mehrere Stationen an und es dauert fast zwei Stunden. Aber da arbeiten Leute.«

Wir wissen nicht, wie der Berg, auf dem Sie wohnen, beschaffen ist und wer dort die Busrouten plant. Aber mal angenommen, Sie würden wegen der langen Busfahrt den einen oder anderen Auftritt verpassen, wäre das nicht ein weiterer Grund für die »Öffis«?

In diesem Sinne: Go green!

Titanic

 Sylt Marketing Gesellschaft!

Du machst auf dem Festland mit dem Slogan »Sylt macht sychtig« auf die umrissbekannte Nordseeinsel aufmerksam. Und ja, sie hat noch mehr negative Eigenschaften! Sylt ist syndhaft teuer, das Publikum dort verhält sich dynkelhaft. Ja, die ganze Ynsel ist bei genauerer Betrachtung das reinste Shythole, ein Besuch dort kompletter Unsynn!

Steht fürs nächste Brainstorming gerne bereit: Titanic

 Liebe Alte,

»Drogenhandel und Abzocke von Senioren« titelte kürzlich die Braunschweiger Zeitung. Also, dass Ihr abgezockt werdet, finden wir natürlich echt doof, aber: Wie läuft es denn so mit der Rentenaufbesserung durch den Drogenhandel?

Fragt schon mal prophylaktisch: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Trost vom Statistiker

Wenn du wieder einmal frustriert bist und denkst, du bist nur durchschnittlich begabt und mittelmäßig erfolgreich, dann wechsele doch einfach in eine andere Stichprobe!

Theobald Fuchs

 Alles richtich

Jüngst wurde ich darauf angesprochen, dass das Wort »richtig« aus logopädischer Sicht korrekterweise »richtich« ausgesprochen werden muss. Um mir meine Verwunderung darüber gar nicht erst anmerken zu lassen, entgegnete ich nur ein lässiges »selbstverständlig«.

Fabian Lichter

 Fünfzehn Zeichen Ruhm

Es hat wohl niemand je den Wunsch, um jeden Preis berühmt zu werden, heftiger kritisiert als meine Urgroßmutter. Ich kann mich gut erinnern, dass mein Vater einmal beim Lesen der Zeitung aufschreckte und Uroma ihn fragte: »Was ist denn?« – »Der Franz ist gestorben. Ich habe gerade seine Todesanzeige gelesen.« Sie schüttelte bloß genervt den Kopf und sagte: »Die Leute machen heutzutage wirklich schon alles, um in die Zeitung zu kommen.«

Jürgen Miedl

 Notgedrungen einfallsreich

Mein Nachbar vergisst seit einigen Jahren regelmäßig seine Bank-Pin. Auf die Karte kann er die Pin natürlich nicht schreiben. Wie er mir vor Kurzem berichtete, hat er eine clevere Lösung für sein Problem gefunden: Um sich die Pin nicht mehr merken zu müssen, aber trotzdem nicht sein Geld zu riskieren, hat er seine Pin einfach auf den einzigen von ihm genutzten Bankautomaten geschrieben.

Karl Franz

 Schicksalhafte Wendung

Brüche im Leben gibt es bei allen Menschen. Öfter ist es so, dass jemand nach überstandener schwerer Krankheit das bisherige Streben nach Geld und Ruhm infrage stellt und beschließt, den sinnentleerten Job im Reisebüro, in der PR-Agentur (sehr viel seltener vielleicht auch im Schlachthof) hinzuschmeißen, um nur noch zu malen, zu töpfern, zu fotografieren, einen Gemüsegarten anzulegen oder zu schreiben. Es erfolgt allerdings nicht zwangsläufig eine Neuausrichtung zum Kontemplativen, Musischen. In meiner Bekanntschaft gibt es einen Fall, in dem der genesene junge Künstler seine Erfüllung als skrupelloser Miethai fand.

Miriam Wurster

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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Das schreiben die anderen

  • 02.11.:

    "Keinmal um die ganze Welt - Ein Pauschalreiseabend für Zurückgebliebene" - so heißt das WDR-5-Spezial mit Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert.

  • 29.10.:

    Das Bornheimer Wochenblatt berichtet vom TITANIC-Normalitätswettbewerb.

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

Titanic unterwegs
17.01.2022 Mannheim, Alte Feuerwache Max Goldt
21.01.2022 Braunschweig, Staatstheater Max Goldt
26.01.2022 Dresden, Staatsschauspiel Max Goldt
26.01.2022 Hamburg, Polittbüro Thomas Gsella