Briefe an die Leser | Oktober 2014


Und schließlich, FDP-Vize Wolfgang Kubicki,

verkündeten Sie in der Welt: »Leute, die kein Selbstbewußtsein haben, verdienen es auch nicht, unterstützt zu werden.« Das war zwar auf die eigene Partei gemünzt, aber wenn man in zwanzig Jahren jemandem erklären müßte, wofür der politische Liberalismus stand und für welche Ziele und Werte er einst kämpfte, hätte man damit eigentlich alles beisammen.

Unterwürfigsten Dank dafür! Titanic

Fa. Weihenstephan!

So sehr wir Deinen »frischen Fruchtquark« schätzen, am liebsten den mit den gelatinierten Pfirsich- und Maracuja-Stückchen in der verdauungsfordernden Pfund-Packung, so wenig erfreut uns Dein groß auf den Becher gedruckter Hinweis »Mit Joghurt veredelt«. Was soll das heißen, veredelt? Mit Joghurt? Bei einer Speise, die einen Eßlöffel stabilisieren kann? Und soll. Wie machst Du es denn bei Deinen anderen Produkten: Buttermilch, mit Margarine aufgepeppt; Sahne, mit Molke geadelt? Und was, wenn sich andere ein Vorbild daran nehmen: Whisky, mit Brandy verfeinert; Gold, mit Bronze veredelt; Beethoven-Symphonien von André Rieu vollendet?

Sieh ein, Weihenstephan, so geht es nicht; steh zu Deinem Quark, schäm Dich nicht für sein Fett!

Unveredelte Grüße: Titanic

Hey, Medien!

Wir wollen Euch nicht lange aufhalten bzw. uns mit Euch, daher nur eine kurze, aber eindringliche Bitte: Verzichtet doch künftig auf die Floskel »Die Zahl der Toten ist weiter gestiegen«. Was sollte sie denn auch sonst tun?

Grüße aus Sankt Nimmerlein: Titanic

Trommelwirbel, Reinhold Beckmann!

Sie sind inzwischen unter die Musiker gegangen und veröffentlichten im Frühjahr ein Album. Bevor Ihre Sendung im Ersten ausläuft, Sie im Oktober mit Band auf Tour gehen und hernach ein neues Reportage-Format starten, gaben Sie nun der Rheinischen Post Auskunft über Ihr musikalisches Schaffen. Auf die Frage, was Sie beim Liederschreiben inspiriere, antworteten Sie, daß dies meist Alltagsgeschichten seien, am Wochenende seien Sie »mit der Band beispielsweise Bahn gefahren«. Nach der Durchsage des Schaffners, daß ein Wagen Ihres Zuges bei dieser Fahrt fehle, habe es »ein herrliches Chaos« gegeben: »Über 100 Fahrgäste suchten nach Sitzplätzen, die es gar nicht mehr gab.« Superherrlich, Beckmann! Und, na klar: »Darüber müßte man einen Song schreiben. Der Titel: ›Außerplanmäßig‹.«

Natürlich haben wir Ihr Album bisher nicht angehört, aber nach einem Blick auf die Titelliste – »Da sein«, »Plauderton«, »Weiter weiter unterwegs«, »Bremen«, »Dosenbier« – folgern wir: Sie scheinen ein fleißiger und aufmerksamer Bahnfahrer zu sein. Stets im intimen Sechserabteil fläzend, dem Gegenüber und Sitznachbarn millimeternah auf die Pelle gerückt, mit Ihren Händen auf seinen Knien ungezwungen ein Gespräch über Gott, die Welt und Bremer Dosenbier anleiernd.

Fährt in Zukunft lieber häufiger Auto: Titanic

»Attraktive charmante Lady (55) aus dem Kölner Raum«!

Laut Ihrer Kontaktanzeige in der Süddeutschen Zeitung möchten Sie »eine leidenschaftliche Beziehung mit großzügig. Herrn verbringen«. Haben Sie da in letzter Sekunde Angst vor der eigenen Courage bekommen und die »Nacht« durch die irgendwie positiver beleumundete »Beziehung« ersetzt? Oder war das die Anzeigenabteilung der SZ?

Fragt Sie beide: Titanic

Dein Image, Berliner Polizei,

ist bekanntlich nicht das beste, und so hast Du die Zivilbevölkerung eingeladen, sich bei Deinem Tag der offenen Tür ein eigenes Bild zu machen. In der Öffentlichkeitsarbeit für die Kleinsten sehen wir allerdings noch Verbesserungsmöglichkeiten. Ein »Durchsuchungszelt für Kinder« in Sichtweite des Stands »Mann im Park. Unsere Spezialistinnen für Kinderschutzdelikte« aufzustellen, ist zwar schon mal ein Anfang, aber die Präsentation des »Miniwasserwerfers für die Kids« wäre durch den Zusatz einsatzüblicher Reizstoffe eindeutig realistischer geraten. Und die Köpfe und Herzen der Eltern eroberst Du ohnehin erst dann, wenn Du den Nachwuchs anschließend noch zum eintägigen Unterbindungsgewahrsam einlädst.

Nur so ein Rat Deiner Erziehungsexperten von Titanic

Und Ihr, Deutsche,

habt also laut einer Studie der R+V-Versicherung zu 43 Prozent Angst vor »Spannungen durch Ausländer«. In der Hose?

»Gespannt« auf Eure Antwort: Titanic

Du, »Spiegel online«,

nun also auch! Bei Deinem Drang, alles – vom Überschriftenstil (»So reich ist Baby George«, »So schön ist Giglio«) bis zu den Bildergalerien (»Vorbereitung aufs Apple-Event«, »Tittenprinz und Busenmadämchen«) – von Bild.de zu kopieren, dürfen natürlich auch die Redakteursfotos auf der Seite nicht mehr fehlen.

Und wie bei Bild.de wird jetzt einiges klar bzw. dauernd schlecht

»Deiner« Titanic

Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Hermann Simon!

Als, laut Eigenwerbung, führender Preisexperte haben Sie unlängst ein Buch mit dem erfrischend blöden Titel »Preisheiten. Alles, was Sie über Preise wissen müssen« veröffentlicht. Wir haben es gelesen, fanden aber leider nur folgende Stellen richtig überzeugend: »800 D-Mark«, »10 Euro« und – sehr verwegen! – »16,50 Euro«.

Heute mal billig: Titanic

Johann Lafer, Sternekoch!

Gegen Sie wird in diesen Wochen wegen des Verdachts auf Steuerhinterziehung ermittelt. Wahrscheinlich aber zu Unrecht. Schaut man nämlich in Ihre unentwegt listig funkelnden Fernsehkochäuglein hinein, weiß man sofort: Sie können einfach kein Filou sein, es wäre ja viel zu offensichtlich, zu blöd. Schaut man andererseits in Ihre letzten Interviews, geben Sie dort Hinweise, die für jeden Fahnder ein gefundenes Fressen sein müßten. Der Seite Buchgourmet.com antworteten Sie z.B. auf die Frage, wie viele Kochbücher Sie mittlerweile verfaßt hätten: »Interessante Frage, weil ich darüber kein Buch führe, wahrscheinlich werden es alles in allem über 65 sein.«

Haha! Ist es denn möglich, Lafer, daß Sie auch über andere Dinge wie Einnahmen und Sozialabgaben kein Buch führen? Sich dort lieber mit ungefähren Angaben wie »wahrscheinlich«, »alles in allem« und »interessant« behelfen? Während Sie über Ihre Erfolgszahlen und -zusammenhänge ansonsten sehr genau Bescheid wissen: »Mein Klassiker ist ›Lafers große Kochschule‹. Davon wurden über 250 000 Exemplare verkauft. Auch ›Der große Lafer‹ kommt aktuell auf über 150 000, was bei einem Preis von ca. 40 Euro eine enorm hohe Auflage ist.«

Und für Sie sicher »alles in allem« einiges abwirft. Fast wie ein gerichtsverwertbares Geständnis klingt es dann, wenn die Seite Geschmacksverstärker.com Sie fragt »Gibt es etwas, was Sie schon immer essen wollten, aber nie probiert haben?«, und Sie augenzwinkernd antworten: »Ich habe in meinem Leben fast ›alles‹ probiert!«

Fast »alles«, Lafer? Halblegal, illegal, unter der Hand und auch durch die Nase, so wie der Kollege Witzigmann? Wenn das so ist: Probieren Sie’s zur Abwechslung mal mit Steuern zahlen!

Mahlzeit. Bzw.: Henkersmahlzeit! Ihre Titanic

Ganz schlimm, Umweltmagazin »Zeo2«,

ist zweifelsfrei auch der globale Textilienhandel, wie Du Deiner besserverdienenden Vollwert-Bionade-Klientel wieder einmal in Erinnerung rufst. Schlechte Arbeitsbedingungen in der Dritten Welt, Umweltbelastungen allerorten, und überhaupt, dieser ständige Drang zu mehr Konsum! Folgerichtig plädierst Du für ein neues Prêt-à-porter der Bescheidenheit: »In der perfekten Modeprotest-Minimalgarderobe finden sich Basics, Lieblingsstücke und Unterwäsche. Jahreszeiten sind bedacht, auch Übergangskleidung ist dabei. Der Trick, das zeigen alle bisherigen Erfahrungen, ist, die liebsten Klamotten neu und individueller zu kombinieren. Sie begegnen so dem Modediktat mit kreativer Selbstbestimmung.« Ein Wahnsinnstrick! Basics, Lieblingsstücke und Unterwäsche in kreativer, selbstbestimmter Kombination passend zu den Jahreszeiten – das ist Modeprotest ganz nach unserem Geschmack. Einzig: Der aufrüttelnde Text erscheint unter dem Titel »Das 50-Teile-Manifest« und versteht sich als »Plädoyer, mit 50 Kleidungsstücken auszukommen«. Gerne zögen wir mit, allein: Wo sollen wir so schnell all die Klamotten herbekommen?

Too sexy for our shirts: Titanic

Daß Du, »Pizzeria Vis-a-Vis« in Berne (Wesermarsch),

einerseits offensichtlich eine Pizzeria bist, andererseits aber so heißt, wie Du nun mal heißt, und drittens schwerpunktmäßig »Asiatische Spezialitäten« als Teil Deines weltoffen-bunten Berner Angebotsallerleidreiklangs bewirbst, finden wir durchaus gastrologisch. Worin aber konkret Deine eigenwillige Pizzaconnection besteht – Cozze Chop Suey au vin? – wollen letztlich gar nicht wissen

die Trennkostverächter von der Titanic

Du aber, Unbekannte,

erzähltest Deinen Mitspeisenden am Restaurantnebentisch von einer demnächst in Begleitung Deines Liebsten startenden Urlaubsreise nach Mallorca im allgemeinen sowie von Deiner Mallorca betreffenden Neugier im besonderen, handelte es sich doch um Deinen allerersten Aufenthalt daselbst. Auf die Frage, ob Du denn als Reisevorbereitung bereits einen Reiseführer erworben, wenn nicht gar studiert habest, gabst Du die richtungweisende Antwort: »So was brauchen wir nicht, das machen wir alles selber. Wir haben ein Navi.«

Gute »Reise« wünscht: Titanic

Taz.de!

Das Symbolfoto zu Deinen Stellenausschreibungen zeigt ein gutes Dutzend Streichhölzer mit blauen Zündköpfen und ein langes mit rotem Zündkopf, das dazwischen hervorragt. Was willst Du damit sagen? Daß Dein neuer »Chef vom Dienst« ein rotangelaufener Hitzkopf sein soll, der aus der Masse heraussticht? Oder reicht Dir ein gewöhnlicher entzündeter Holzkopf, solange er nur für Dich brennt?

Und wäre bei den Arbeitsbedingungen (»Taz-Haustarif«, »halbe Stelle«, »regelmäßige Sonntagsdienste obligatorisch«) ein kurzes Streichholz nicht passender gewesen?

Flammende Grüße: Titanic

Hallowed be thy name, Bruce Dickinson!

Sie, stimmgewaltiger Sänger der Altmetaller Iron Maiden, haben einen Appell zur Rettung des traditionellen Pubs in Großbritannien gestartet. Beim Britischen Bierfestival in London riefen Sie zur »Gegenwehr« auf und meldeten der Nachrichtenagentur AFP, aus den typischen Pubs dürften keine »Bars im amerikanischen Stil« mit »lauter ›Umpah-Umpah-Umpah-Musik‹ werden«.

Sondern, wie wir annehmen, doch wahrscheinlich besser mit ohrenbetäubender »Tschak-Piff-Tschaktschak-Piff-Tschak-Piff-Tschaktschak-Piff-, Schrebbel-Schrebbel-Schrebbel-Quiiiiiiieeeeeek- und Eeeeeeeaaaaaaooooouuuuwww-Musik«, right?

Darauf erst einmal ein Guinness mit Pommesgabel: Titanic

Junge Männer, Alter!

63 Prozent von Euch lebten 2008 noch im elterlichen Haushalt, sagt das Statistische Bundesamt. Da ging es Euch doch gut! Warum seid Ihr nicht dort geblieben? Warum mußtet Ihr in die Wohnungen unter, über und neben uns ziehen und uns mit Partys, Bumsmusik und Müll im Hausflur auf die Nerven gehen? Können Eure Mütter nicht kochen?

Antwort schriftlich (wg. Ohropax) an Titanic

Verehrter Dr. Josef Pilz!

Sie wirken als Dermatologe in München, was uns sowieso schon ausnehmend gut gefällt. Jüngst haben Sie aber auch noch dem juckreizerregenden Magazin Focus zu den Gefahren einer bestimmten Chemikalie in Henna-Tattoos erklärt: »PPD ist ein höchst allergener Stoff, der bei empfindlichen Menschen eine Allergie auslösen kann.« Und wissen Sie was, Herr Dr. Pilz? Von unserer Seite erneut kein Widerspruch! Allergene Stoffe können Allergien auslösen, das ist ja auch ihr Job.

Immunstark wie selten: Titanic

Wochenblatt »Zeit«, Du altes Ferkel!

»Außen Porno, innen prüde«, titeltest Du vor kurzem als Aufmacher, und das war ja wohl voll gelogen. Denn wir wissen doch beide: Du bist und bleibst von innen wie außen einfach nur total ungeil.

Sells Sex: Titanic

Yeah, Steve Ballmer!

Kaum sind Sie, ein Al Bundy auf Speed (»Developers! Developers! Developers!«), als letztes Urbetongestein von Microsoft mit 20 Milliarden Dollar auf dem Konto endlich abgetreten, da haben Sie sich bei der Basketballtruppe der L.A. Clippers eingekauft und standen wieder auf der großen Tanzbärenbühne: »Nichts stellt sich uns in den Weg! Boom! Wir werden Hardcore sein! Hardcore! Hardcore! Wir sind die Hardcore-Clippers!« schrien Sie wie immer im hemdsärmelig-achselfeuchten Gebrauchtwagendealer-Stil während Ihrer Antrittsbrüllerei.

Hoffentlich trifft Sie bald ein harter Ball: Titanic

Ha, Annette Dittert!

Als ARD-Korrespondentin berichteten Sie vom Nato-Gipfeltreffen in Newport, Wales, auf dem Obama, Cameron, Hollande und Merkel demonstrativ den ukrainischen Schokoladen-, Fernseh- und Rüstungsoligarchen Poroschenko in ihre Mitte nahmen und Putin einen ganz, ganz bösen Mann hießen. Wenn diese Schmierenkomödie in die Geschichte eingehen wird, dann nur wegen Ihres unsterblichen Schlußsatzes, Frau Dittert, in der Tagesschau: »Sicher aber ist bereits jetzt: Die in der Vergangenheit als verstaubt oder antiquiert geltende Nato ist hier zu neuem Leben erwacht.« Wir versuchen mal, diese genial tagesschaukompatible Formulierung in normales Deutsch zu übersetzen: Die Nato, die seit 25 Jahren mangels Feind klinisch tot ist, ist soeben aus dem Koma erwacht. Streng genommen müßte die Nato Putin zu ihrem Ehren-Generalsekretär ernennen. Ohne die Putinschen Reflexe auf die unablässigen Provokationen und nichtendenwollenden Nato-Osterweiterungen könnte die Nato nicht mal mehr ein Fitzelchen von einer Existenzberechtigung vorweisen und wäre mittlerweile in den Zustand der blaugrünschimmelnden Verwesung übergegangen.

Na, Frau Dittert, kommt’s hin? Titanic

Lob, Lady Bitch Ray,

spenden wir Menschen wie Ihnen eher selten. Sollte es in den nächsten zwölf Monaten freilich so angenehm ruhig um Sie bleiben, wie es in den letzten zwölf Monaten war, wären wir zu einer Ausnahme bereit.

Also lassen Sie nichts von sich hören! Titanic

O là là, Ex-Première Dame Valérie Trierweiler!

»Ein elektromagnetisches Feld« baute sich also auf, wenn Sie und François Hollande sich trafen, schreiben Sie in Ihrer Biographieschmonzette, und von Ihrem »amour fou« noch schmalziger als einem »überschäumendem Fluß, der alles mitgerissen« habe. Und als François trotzdem mit dem Motorroller fremdficken fährt, dann diese abgeschmackte Szene: »Ich stürze ins Badezimmer, hole den kleinen Plastikbeutel mit den Schlaftabletten, François ist mir gefolgt, versucht den Beutel zu greifen, ich renne ins Schlafzimmer, der Beutel zerreißt, die Pillen verstreuen sich auf dem Boden. Mir gelingt es, einige Tabletten zu schlucken, ich fürchte den Sturm, der über mich fegen wird, will die Stunden, die folgen, nicht erleben. Ich verliere das Bewußtsein…«

Excusez-nous, Madame, aber das ist ein gallischer Schmonzettenfilm von 1974! Wie hat selbst ein gelackter Franzosenstenz wie Hollande es bloß so lange mit einer antiken Dramaqueen wie Ihnen ausgehalten? Weil er selbst eine ist?

Vive les Froschfresser! Titanic

For Christ’s Sake, BBC-Journalisten!

Daß Ihr Euren eigenen Streikbeschluß als »Breaking News« annonciert, sei Euch unbenommen. Daß Ihr die entsprechende Kurzmeldung aber mit der Ankündigung »More to follow« ergänzt, finden dann doch etwas inkonsequent:

Eure Streikposten von Titanic

Geht’s Ihnen gut, Frau Lewitscharoff?

Vor ein paar Monaten fielen Sie schon mit dieser bedenklichen Gefühlsäußerung über durch künstliche Befruchtung gezeugte Kinder als »Halbwesen« auf. Nun erfahren wir, daß Sie bei der Kafka-Woche in Berlin erneut spirituell-religiös leicht irritiert behauptet haben, bei Franz Kafka sei für Sie unentwegt eine »metaphysische Hintergrundstrahlung« spürbar.

Sibylle, bevor Sie auch daran irre zu werden drohen und wir mit Ihnen: Diese metaphysische Hintergrundstrahlung nennt man Humor. Und den hat man entweder, oder man hat ihn nicht.

Finden Sie sich einfach mal ab, rät Titanic

Yo, Joseph »Joschka« Fischer!

»Man kann sich in der Geschichte das Timing in der Regel nicht aussuchen. Die entscheidende Frage ist daher die nach den Konsequenzen, die aus eingetretenen Ereignissen gezogen werden«, so Sie in einem abermaligen Gastbeitrag in der Süddeutschen Zeitung; es geht um, na klar, Putin und die Ukraine, um Ägypten, den Irak usw.

Aber wo Sie doch zu allem und jedem eine Meinung haben und diese gravitätisch und ganz Minister a.D. verkünden – warum äußern Sie sich eigentlich nicht zum Streit um den Personenbeförderungsdienst Uber, der kürzlich auch in Deutschland ins Geschäft eingetreten ist? Kein Wort der Solidarität mit Ihren alten Taxifahrerkollegen?

Aber das würde vermutlich nicht zum selbstausgesuchten Timing von »Fischer, dem Turnschuh-Fischer, dem blitzschnell zum Dreireiher- und Siegelring-Fischer mutierten Suppenkasper-Fischer«, wie Rainald Goetz das einmal nannte, passen.

Mit Verlaub: Titanic

Sie wiederum, Prof. Dr. Bernd Lucke,

flöteten während Ihres Wehrdienstes im Stabsmusikkorps der Bundeswehr in Siegburg quer. Vielleicht sehen Sie ja deswegen so aus, als ob Ihnen jemand die Luft aus der Rübe gelassen hat. Doch anschließend studierten Sie in Bonn neben Ihrer vermaledeiten Volkswirtschaftslehre auch Neuere Geschichte und Philosophie. Das sind beides Fächer, die Verstand und ein Mindestmaß an Reflexionsvermögen erfordern, die wir Ihnen so nicht zugetraut hätten. Beinahe hätten wir unsere Meinung über Sie schon revidiert und die Zielscheiben mit Ihrem Konterfei in den Redaktionsräumen abmontiert, doch dann posaunten Sie nach der Landtagswahl in Sachsen in die Mikrophone: »Wir wissen, daß es Bürger gibt, die sind schwach und die bedürfen der Hilfe durch den Sozialstaat, aber wir wollen auch wirklich nur den Schwachen helfen. Wir wollen nicht denjenigen helfen, die faul und träge geworden sind.« Da waren wir von Ihren helfenden Händen dann doch ein bißchen enttäuscht. Denn sind nicht gerade die Faul- und Träggewordenen die sozial Schwachen? Und lehren uns nicht just Neuere Geschichte und Philosophie, daß denen nicht zu helfen auch nichts hilft?

Also weggetreten, Sie AfD-Flöte, sonst wird Ihnen helfen: Titanic

Über Euch, Salafisten,

und Eure »Sharia-Police« wäre eigentlich schon alles mehr oder in den meisten Fällen eher weniger Nötige gesagt. Es bleibt nur eine Frage: Warum konzentriert Ihr Eure Bemühungen, Eure Glaubensbrüder von allerhand sündigen Verlockungen und Ausschweifungen abzuhalten, ausgerechnet auf – Wuppertal? Was weiß Euer Prophet, was wir nicht wissen?

Bittet um Erleuchtung: Titanic

Aber wo, Taylor Swift,

wir gerade dabei sind: Es spricht für Ihre Ernsthaftigkeit als Künstlerin, daß Sie, obwohl kommerziell zuletzt sehr erfolgreich, etwas Neues ausprobieren wollen. Diese Entscheidung ist angesichts des Genres, in dem Sie tätig sind, verständlich – der Country-Musik nämlich, die, obwohl sie alles andere als neu ist, immer noch darauf wartet, ihr Spektrum durch Spielarten wie Cool Country, Latin Country, Acid Country oder gar Free Country zu erweitern.

Wir bezweifeln aber, daß Ihr Popalbum der Schritt in die richtige Richtung ist. Denn mag die erste Single daraus, »Shake It Off«, sich auch »anhören wie nichts, das ich bisher gemacht habe« (so Sie zu USA Today) – die größte und treueste Gruppe unter Ihren Fans, die einsamen Sattel- und Asphaltcowboys, die macht und hört das nur allzuoft.

Schüttelt sich ein bißchen: Titanic

Lieber Volker Weidermann!

Gleich sechs Bücher deutschsprachiger Debütanten mußten Sie für Ihre Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung auf einen Happs lesen und auf einer halben Seite wegrezensieren. Und Rezensieren, das scheint für Sie vor allem eine Frage des Glaubens zu sein: »Aber die Panik und die Lebensangst von Ada werden durch diesen Spott nicht kleiner. Sie sind ja da und groß, und man glaubt Ada und dem Roman jede einzelne Furcht.« Und gleich noch mal: »Und dann macht es aber beim Lesen fast gar nichts, daß das alles so große Klischees sind, die er da erzählt. Weil man den Leuten, die er beschreibt, alles glaubt, überhaupt erst mal ihr Leben glaubt und ihre Lebendigkeit.« Daraus könnte man nun den Schluß ziehen, Sie, Weidermann, seien beim Lesen einfach besonders leichtgläubig. Das stimmt aber nicht, hinter Ihren Urteilen steht eine wohldurchdachte Poetik: »Hanns Zischler, der große Schauspieler, der Übersetzer und Regisseur und Weltgelehrte«, der schreibt nämlich »schön und leicht und weise«, und »das ist ja die große Kunst, und davon wissen Debütanten im Debütantenalter oft noch nichts: daß sie nicht alles mit Bedeutung aufplustern müssen und großen Wörtern.« Mit großen Wörtern wie, beispielsweise, »groß«? Das manche, die keineswegs mehr im Debütantenalter stecken, auf einer halben Seite ungefähr 74mal verwenden müssen?

Großgrüße von Titanic

Und, FDP-Spitzenkandidat Uwe Barth,

einen Unterschied haben Sie dann doch übersehen, als Sie vor der Landtagswahl in Thüringen plakatierten: »Wir sind dann mal weg – wie die Landärzte«.

Die Landärzte wird man nämlich vermissen.

Schätzen jedenfalls die Schadensgutachter auf der Titanic

Sie hingegen, Thomas de Maizière,

stellten Ihre Tauglichkeit als Bundesinnenminister gerade wieder einmal unter Beweis, als Sie sich gegen die Aufnahme einer großen Zahl von Flüchtlingen aus dem Irak aussprachen und dies recht fein begründeten: »Es wäre ein unerträglicher Triumph für die Terroristen. Den Satz, daß die Jesiden oder die Christen im Irak keine Zukunft haben, will ich nicht akzeptieren.«

Genau, de Maizière, man kennt das ja: Die Welt wurde nur deshalb vom Nationalsozialismus befreit, weil sich so viele Länder weigerten, verfolgte Juden aus Europa aufzunehmen. War es das, was Sie sagen wollten?

Dann dankt für die Aufklärung. Nicht: Titanic

Wow, »Hamburger Abendblatt«!

Deine Überschrift »Die Krankheit hinter den Ice Bucket Challenges« war ein richtig guter Teaser! Welches Leiden wohl Sigmar Gabriel, Johannes B. Kerner, Helene Fischer und all die anderen Eiskübelkipper verbinden könnte, rätselten wir und klickten uns ganz gegen jede Vernunft und Gewohnheit in den Artikel. »Irgendwann ist auch das Sprechen nicht mehr möglich« lasen wir da mit wachsender Begeisterung, sowie: »Eine Heilung gibt es nicht, nur Medikamente, die den Verlauf hinauszögern können.« Für eine Sekunde blickten wir voller Zuversicht in die Zukunft. Doch bei weiterer Lektüre kam dann das böse Erwachen wie eine Ladung Eiswasser ins Gesicht: Die Eiskübelkipper haben die Krankheit gar nicht selbst!

Mal ehrlich, Hamburger Abendblatt: Was sollte der Quatsch?

So aufgebracht wie nachtragend: Titanic

Das habt Ihr jetzt davon, Kühe!

Im April hat eine von Euch bei Braunau drei Rentner hinterrücks angegriffen, im Mai wurde ein Bauer im Burgenland verletzt, im Juli habt Ihr eine deutsche Wanderin und einen Landwirt totgetrampelt, ein paar Tage später einen Hundebesitzer brutal mißhandelt. Im August wurden zwei Bauern in Österreich und Bayern niedergemetzelt, und im September hat ein Rindvieh mitten in München eine Joggerin aufgespießt, bevor es von der Polizei gestellt werden konnte. Was soll das? Habt Ihr vergessen, daß Ihr Eure Existenz der Milchschnitte und dem Big Mac verdankt? Wollt Ihr Ärger? Den könnt Ihr haben. Aldi hat auf Eure Aggression reagiert und den Preis für ein halbes Pfund Butter von 0,99 Euro auf 0,85 Euro gesenkt! Ihr werdet im Winter Euren Mist fressen müssen, weil sich der Zukauf von teurem Futter für die Bauern nicht mehr lohnt. Na, wie schmeckt das? Hört auf, uns umzubringen, sonst werden wir noch Veganer!

Meint es ernst: Titanic

Grüß Dich, ISIS!

Du bist ein Unternehmen für Softwareentwicklung aus den USA und benanntest Dich kürzlich von »ISIS« in »Softcard« um, weil Du nach Angabe Deines Chefs Michael Abbott kein Interesse daran hast, mit den mordenden Terrorbuben von ISIS bzw. IS aus Syrien und Irak verwechselt zu werden. Leider hast Du, Softcard (ehem. ISIS), schon wieder nicht mitgedacht und mußt Dich sicher bald noch mal umbenennen. Denn was bleibt Dir bitte anderes übrig, wenn demnächst die »Soldiers Of Fundamentalist Terror Committing Abduction, Rape & Decapitation« (kurz: SOFTCARD) in Nahost alles verwüsten und in die Luft jagen?

Gewarnt hat Dich jedenfalls: Titanic

Na, Helene Fischer!

Nachdem wir gelesen haben, daß Sie einen Behinderten ausgelacht haben sollen, dieser Sie laut oe24.at »wegen Diskriminierung verklagt« habe und deswegen angeblich sogar Europol nach Ihnen gefahndet hat, nach dieser Nachricht also haben wir uns gefragt: Hätten Sie Ihren Streit mit Florian Silbereisen nicht auch privat klären können?

Spastische Grüße von Titanic

Präsident Putin!

Ein »neues Reich« möchten Sie, berichtet uns die Zeit und begrüßt, daß der Westen dagegen aufrüstet. Im Stern werden wir sogar darüber informiert, wie Sie »mit einem brutalen Feldzug ein neues Imperium schaffen« wollen. Aber, werter Super-Zar und Neo-Stalin, stimmt denn, was unsere linksliberalen Wochenblätter aus Hamburg da schreiben? Sind Sie, was Ihren Feldzug in der Ukraine angeht, wirklich brutal? Oder ist dieser Konflikt mit seinen ganzen Abstimmungen, verirrten Soldaten, versteckten Waffenlieferungen und Friedensangeboten gerade für eine Landnahme nicht eher zaghaft, wankelmütig, nachgerade effeminiert, man möchte fast sagen: tuntig? Aber hallo, Memme!

Doch jetzt, da Ihr Ruf bereits ruiniert ist, müssen Sie sich nicht mehr anstellen wie ein zartes Mägdelein, das vor dem Bad scheu einen Zeh ins Wasser steckt. Nehmen Sie die Ukraine gefälligst wie ein Mann!

Und sei es nur, damit unsere darbende Qualitätspresse wenigstens einmal wieder richtigliegt.

Spassiba: Titanic

Unerhört, Volker Kauder (CDU)!

Als über die Wuppertaler Scharia-Polizei berichtet wurde, forderten Sie laut Welt am Sonntag sogleich »ein Verbot der vermeintlichen islamischen Tugendwächter«. Aber wieso eigentlich, Kauder? Die wollen doch das gleiche wie Sie – u.a. keine Drogen, keine Prostitution, keine Pornographie.

Fordert deshalb auch Ihr Verbot: Titanic

Huhu, Ursula von der Leyen!

Eben noch forderten Sie als deutsche Kriegsministerin in der Zeit, bei Waffenlieferungen in Krisengebiete wie den Nordirak »Tabus beiseitezulegen«, und ließen sich in Heldenpose auf einem Luftwaffenstützpunkt fotografieren. Als jedoch Vizekanzler und Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel laut Süddeutscher Zeitung spottete, selbst im Kopierraum des Ministeriums würden Sie noch in die Ferne schauen und sich fotografieren lassen, sagten Sie im ZDF nur schmallippig: »Wenn er auf diese Ebene geht, dann wird das seinen Grund haben.« Kein Wort über einen Einmarsch bei Gabriel zu Hause, null Maschinengewehre für seine gequälten Untergebenen im Wirtschaftsministerium, nicht mal ein Schokoriegelembargo verhängten Sie über den Vizekanzler! Wenn das die neue deutsche Außen- und Sicherheitspolitik sein soll, ist doch sehr enttäuscht: Titanic

Arme Alice Schwarzer!

Bei Maischberger sagten Sie betreffs Ihrer Steuerhinterziehung zutiefst geknickt: »Ich bereue, ich bereue sehr.« Aber dann wollten Sie sich auch nur zu gerne »wieder relevanteren Themen zuwenden«. Nur, Frau Schwarzer, was sollte es für relevantere Themen geben?

Denn wer regiert die Welt, die Männer oder die Frauen?

Immer das Schwarzgeld, sagt Ihnen: Titanic

Huuuiiiii, Stefan Mross!

Vor knapp einem Jahr hast Du in Deiner ARD-Liveshow »Immer wieder sonntags« auf der Bühne die Fassung verloren, als für Dich in der letzten Sendung der Staffel ein meterlanges Transparent mit der Aufschrift »Lieber Stefan! Danke für den Sommer« entrollt wurde. »Da sind doch tatsächlich meine Gefühle mit mir Achterbahn gefahren«, gabst Du anschließend zu Protokoll, und fast hätten wir Dich danach für immer vergessen. Doch kürzlich mußtest Du in ebenjener Sendung nach dem Genuß von zu scharfer Chilisoße Deine Moderation abbrechen und bist hinter der Bühne zusammengeklappt. Nach kurzem Check im Krankenhaus konntest Du Entwarnung geben: »Mir geht es schon wieder besser! Mein Kreislauf fuhr Achterbahn.« Jetzt sind wir natürlich gespannt, was nach Gefühlen und Kreislauf als nächstes bei Dir Achterbahn fahren wird. Deine Rhetorik wird es wohl nicht sein – die überschlägt sich ja nun nicht gerade so, daß einem schwindelig wird.

Kurve kriegen, raten Dir deshalb Deine Coasterfriends von Titanic

Tja, Obama, was nun?

Wie stehen Sie nun da als halbwegs zivilisierter Mensch mit diesem verdammten islamistischen Islam an den Hacken? Und würden Sie eigentlich besser dastehen, wenn Sie bin Laden vor drei Jahren persönlich den Kopf abgeschnitten hätten vor laufenden Weltkameras mit einem winzig kleinen, extra stumpfen Kartoffelschälmesser?

Fragt nicht sich, aber Sie: Titanic

Werbeagenturbesitzer Holger Zastrow (FDP)!

Wenn, wie Sie am Abend Ihres Rauswurfs aus dem sächsischen Landtag treffend analysierten, die Marke FDP nunmehr »schwerbeschädigt« ist, können Sie ja immerhin auf kommodere Parkmöglichkeiten hoffen.

Freuen sich mit Ihnen die Inklusionsbeauftragten auf der Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Huhu, Frank Thelen!

Huhu, Frank Thelen!

Sie sind ein teiggesichtiger deutscher Unternehmer, Investor bei der strunzdummen Show »Höhle der Löwen« und außerdem noch Autor von Büchern, in denen ehrlich das Allerdämlichste steht, was man aus eh schon schwachsinnigen Wörtern wie »Mindset« im Jahr 2020 noch machen kann. Ihr neustes Schundwerk heißt »10xDNA«, und darin erklären Sie u.a., dass bald Flugtaxis durch unsere Städte sausen werden. Aber das wissen Sie ja alles selbst!

Warum wir Ihnen schreiben? Weil Sie der behämmerten Münchner »Abendzeitung« im Interview steckten, dass ein Start-up aus Ihrem »Portfolio« sich das »retronasale Riechen zunutze gemacht« habe und daher naturgemäß eine Flasche entwickeln musste, aus »der man pures Wasser trinkt und dennoch Geschmack über Geruch wahrnimmt«. Das habe es »bislang so noch nicht gegeben«.

Und hier möchten wir entschieden widersprechen! In unserer Gestaltungsabteilung sitzt nämlich ein Herr namens Thomas Hintner, und dieser hat das retronasale Riechen schon vor vielen Jahren so weit auf die Spitze getrieben, dass er herbes Pilsbier trinken kann – und dabei nichts als Wasser schmeckt. Dafür braucht er nicht mal Flaschen wie Sie! Und wenn Ihnen, Esel Thelen, dieser Brief zu frech ist, dann schickt Kollege Hintner Ihrem idiotischen Start-up eine Patentklage.

Gluck, gluck! Titanic

 Entlarvend, lieber Kapitalismus,

ist ausgerechnet die Arte-Doku »An den Ufern des Nil: Zwischen Assuan und Luxor«. Darin erklärt der Sprecher mit gewohnt sonorer Stimme: »Die losgesprengten Felsbrocken werden zum Nil geschleppt und auf Frachtkähne verladen. Eine Szene wie vor Jahrtausenden. Heute schultern keine Fronsklaven die zentnerschwere Last für die Tempel der Pharaonen. Die Männer arbeiten freiwillig und schuften für einen kargen Lohn.«

Einfach toll, was Du, Kapitalismus, in 4000 Jahren so geschafft hast. Nächste Revision dann in weiteren 4000 Jahren, vielleicht sogar zum Mindestlohn?

Glaubt aber eher nicht: Titanic

 »Spiegel«!

»Schwimmen im Freibad ist wie ein Besuch bei McDonald’s«, heißt es im Teaser einer Deiner Artikel. Weil man nie hundertprozentig weiß, ob nicht vielleicht irgendwo jemand reingespuckt hat, aber zumindest auf die Pommes immer Verlass ist?

Fragen Deine Freunde in Fett schwimmender Nahrungsmittel aus der Redaktion von Titanic

 Otto Schenk! Otto Schenk!

Als 91jähriges Urgestein der deutschsprachigen Theaterlandschaft plauderten Sie in der TV-Sendung »Willkommen Österreich« über Ihre Tierliebe im Allgemeinen und zu Papageien im Besonderen. Einem von Ihnen so genannten »Leihpapagei« wollen Sie den Satz »Heut red’ i nix« beigebracht haben. Und wie nebenbei konstatierten Sie: »Nicht sprechende Papageien sind für mich keine Papageien.«

Aber aber, Herr Schenk, gehen Sie doch nicht so hart ins Gericht mit unseren kunterbunt gefiederten Freunden. Selbst der beredteste aller Papageien ist von Zeit zu Zeit unpässlich oder schlecht aufgelegt oder womöglich im Alter taub geworden. Denken Sie bitte noch mal darüber nach!

Will ’nen Keks: Titanic

 Roland Tichy, alter Einblicker!

Auch in zweiter Instanz haben Sie Ihre Klage gegen Claudia Roth verloren, die Ihnen zugeschrieben hatte, dass Ihr »Geschäftsmodell«, das in der Herausgabe des rechten Blogs »Tichys Einblick« besteht, »auf Hetze und Falschbehauptungen beruht«, was Sie als falsche Tatsachenbehauptung gewertet und untersagt wissen wollten.

Und ob Sie es glauben oder nicht, Tichy: Wir können Ihren Ärger verstehen. Wozu macht man sich schließlich die ganze Mühe? Weshalb wir also gegen Roths dreiste Ehrabschneiderei ein für alle Mal klarstellen wollen: Selbstverständlich beruht Ihr Geschäftsmodell nicht nur auf Hetze und Falschbehauptungen, sondern mindestens ebenso sehr auf Dummheit, Infamie, bewussten Lügen, Perfidie, Täuschung und nicht zu vergessen einem ordentlichen Schuss Narzissmus.

Mit ganz tiefem Einblick: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Metaphysik

Wahre Physiker sterben nicht, es reorganisieren sich nur ihre Teilchen.

Jürgen Miedl

 Ohne Worte

Man kann das Wesen eines Menschen ja in vielem erkennen. Zum Beispiel darin, wie er über seine Badezimmertürschwelle stolpert. Oder darin, wie er ein Glas Wasser fallen lässt. Vielleicht auch darin, wie er auf sein Bett springt und wie er sich abrollt, wenn er hinunterfällt. Aber was für ein Wesen hat einer, frage ich mich, der, wie mein neuer Nachbar, all dies im selben Moment tut?

Teja Fischer

 Schlechter Werbeslogan

Mit Sagrotan läuft Sack rot an

Elias Hauck

 Revolte

Schon seit Jahrtausenden lassen sich die Bienen vom Menschen nach Strich und Faden ausbeuten und hinters Licht führen. Wilde Instinkte und Resistenz gegen Milben und Krankheiten wurden zugunsten von Zahmheit und ungesundem Fleiß weggezüchtet, hochwertiger Honig wurde immer wieder entwendet, im Tausch gegen billige Glukoselösung. Doch damit ist jetzt Schluss. Widerstand regt sich in den Bienenstöcken, zumindest bei meiner Nachbarin, deren Bienen dazu übergegangen sind, den Honig lieber gleich zu verputzen und die Waben mit dem lauen Zuckerwasser vollzupumpen.

Miriam Wurster

 Genusspunkte

Dass Umlautzeichen appetitanregend wirken können, wird einem so richtig bewusst, wenn man beim Lesen einer Speisekarte zum ersten Mal mit »Raucherlachs« konfrontiert wird.

Julia Mateus

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSerdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 07.07.:

    Hans Zippert schreibt in der FAZ über 80 Jahre Ringo Starr.

  • 03.07.:

    Das Online-Magazin Bookster unterhält sich mit Pit Knorr über sein Alter Ego "Opa Corona".

     

  • 23.06.:

    Stefan Gärtner schreibt in der "Jungen Welt" über den Film "Übers Reck", der Clemens Meyers Rede zu den ausgefallenen Ruhrfestspielen 2020 zeigt. 

  • 15.06.:

    Christian Y. Schmidt erinnert im "Neuen Deutschland" an den Verleger und Autor Jörg Schröder.

  • 02.06.:

    Culturmag.de bespricht Christian Y. Schmidts "Der kleine Herr Tod".

Titanic unterwegs
15.07.2020 Berlin, Literaturforum im Brecht-Haus Oliver Maria Schmitt, Michael Sowa u.a.
17.07.2020 Falkensee-Finkenkrug, Privatgarten Thomas Gsella, Gartenlesung
19.07.2020 Schwarzenbach a. d. Saale, Erika-Fuchs-Haus Museum für Comic und Sprachkunst Katharina Greve: »Die dicke Prinzessin Petronia«
27.07.2020 Leipzig, Werk 2 Martin Sonneborn