Briefe an die Leser | April 2013


Uuuh, Bunte.de!

Das war ja richtig unheimlich, was wir da an drei aufeinanderfolgenden Tagen auf Deiner Seite lesen durften. Zuerst berichtetest Du über Anne Will, die in einem Radiointerview über ein »düsteres Erlebnis« und »dunkles Kapitel aus ihrem Leben« Rechenschaft ablegte. Einen Tag später war es die Schauspielerin Janine Kunze, die in der BamS offenbar »ein dunkles Kapitel ihrer Kindheit« öffnete. Und anderntags hatte Sängerin Fernanda Brandao wohl beim »Perfekten Promi-Dinner« verraten, daß ihre Familiengeschichte »ein dunkles Kapitel birgt«. Wäre es angesichts dieser ganzen schauerlichen Enthüllungen nicht an der Zeit, über eine Namensänderung nachzudenken?

Fragen die Dunkelmänner von der Titanic

Da capo, Armin Rohde!

Über Ben Becker als aktuell ausgelosten Gewinner sagen Sie als Vorjahressieger des »Askania Awards« (irgendein Schauspielerpreis irgendeiner Berliner Uhrenmanufaktur) anläßlich der diesjährigen Preisverleihung: »Es gibt Schauspieler, die sind sehr, sehr gut… und es gibt Ben Becker.«

Dem möchten wir uns vollinhaltlich anschließen. Ja, wir möchten sogar behaupten: Es gibt Schauspieler. Und es gibt Ben Becker. Und dann natürlich auch noch Armin Rohde. Denn der hat immerhin schon mal den Räuber Hotzenplotz gespielt.

Hemmungslos begeistert: Titanic

Qualitätsmedium »Welt«!

Über das Schicksal eines Angestellten der Unterhaltungsbranche vermeldest Du: »Sich selbst aber demontiert er nicht plötzlich – mit einer großen Geste, einem letzten Knall –, er tut es schleichend. Keine Frage, Stefan Raab ist einer der ganz Großen, ein Dino des deutschen Fernsehens, aber Dinos haben ein Problem: Sie sterben aus. Nur drei Jahre, nachdem der Entertainer den Höhepunkt seiner Karriere erreicht hat, steht er vor dem Ende.«

Nun kann man eine seit 65 Millionen Jahren tote Metapher nicht noch töter reiten, also Schwamm drüber. Aber anmerken möchten wir doch, daß die Karriere der Dinosaurier ein wenig länger währte als die einer durchschnittlichen TV-Nervensäge. Und daß sie keinesfalls schleichend, sondern ziemlich jäh und gänzlich unverschuldet mit einem lauten letzten Knall endete.

Den sich oft auch in der Medienlandschaft herbeiwünschen:

Deine Kleinsäuger von Titanic

Es wird, Frank Schirrmacher,

das ca. drittbekannteste adornosche Diktum »Bei vielen Menschen ist es bereits eine Unverschämtheit, wenn sie Ich sagen« durchs häufige Zitieren nicht unwahrer; vor allem aber läßt es auch dadurch nicht sich umschiffen, daß man nicht spricht, sondern schreibt, und zudem noch, um aufs allerbilligste den Bildungsbürger hervorzukehren, auf lateinisch.

Nicht jeder Bestseller muß gelesen werden: Titanic

Ach, armer John Lennon!

Wie wir auf Bild.de erfahren, kriegst Du einfach keine Ruhe: »Ich spreche noch immer mit John«, bestätigt die hartnäckige Nervsocke Yoko Ono (80) und verrät auch gleich, was einen alten Beatles-Rebellen wie Dich über dreißig Jahre später immer noch umtreibt und dauerrotieren läßt: »Er ist stinksauer über den Zustand der Welt und sehr besorgt!«

Ach, John. Sauer sein. Besorgt sein. Wofür ist man dann eigentlich gestorben? Tot sein ist auch nicht mehr das, was es mal war, is it?

Give Peace a Chance! Titanic

Fingerfertiger Hilmar Klute!

»Das Alleinsein bekommt offenbar erst dann einen gewissen Sex, wenn es mit einem Event verbunden ist« – ach ja, Klute, wir machen es ja alle gern, aber nur weil Sie eine besonders dämliche Beschreibung dafür gefunden haben, müssen Sie die doch nicht gleich in die SZ-Wochenendbeilage wichsen.

Künftig Hände unter die Bettdecke und weg von der Tastatur! 

Duden, Du Möchtegernbesserwisser!

Mag ja sein, daß Deine Online-Version das Wort »Panopticon« nicht kennt, das z.B. Wikipedia anstelle des Dir geläufigen »Panoptikum« verwendet – aber daß Du uns deshalb neben dem Suchergebnis »Leider haben wir zu Ihrer Suche nach ›Panopticon‹ keine Treffer gefunden« und der hilflosen Frage »Oder meinten Sie: panoptiken?« gleich auf Deinen Duden-Band »Unnützes Sprachwissen« (»skurrile Sprachfakten, die Sie nie mehr vergessen werden«) verweist – geht das nicht ein bißchen weit? Bloß weil wir ein Wort kennen, das Du nicht kennst?

Nicht immer gleich eingeschnappt sein, wenn jemand anderes mal sprachgewandter ist als Du, rät: Titanic

Und wo, Heike Schmoll (»FAZ«),

der von Ihnen als bürgerliche Bildungs- und Leistungsnachweisbeauftragte mitinszenierte und anfangs eminent beklatschte Eliten- und Exzellenz- und Modulclusterquatschversuch namens »Bologna« ja nun weder recht zur Volksbildung noch überhaupt zur Exzellenz beiträgt, waren Sie beizeiten schon so klug, so zu tun, als hätten Sie das gleich gewußt (»eine hohle Inszenierung von Wissenschaft«). Deshalb dürfen Sie auch weiterhin unbequeme Erkenntnisse haben und diese im Hausblatt verbreiten: »Wer das Sitzenbleiben abschaffen will, müßte auch die Notengebung beseitigen und es unmöglich machen, durch Prüfungen zu fallen. Die Schule sollte aber gerade der Ort sein, an dem Kinder und Jugendliche lernen können, mit dem Erlebnis der eigenen Unfähigkeit konstruktiv umzugehen«, weil ja nicht jeder bei der FAZ landen kann, wo sich das Erlebnis der eigenen Unfähigkeit so konstruktiv ausblenden läßt, nicht wahr!

Kollegial grüßt bestens: Titanic

Hey, P.A.M. Branding GmbH!

Würde sich nach dem Genuß Deines Mate-Bier-Gebräus »Aufs Maul« (im Doppelpack als »Paar Aufs Maul« erhältlich) nicht der Heiltee-Rotwein-Mix »Schmerz laß nach« anbieten? Und wie lange willst Du Deine Zielgruppe noch auf die Kräutervariante »Radieschen von unten, du Opfer!« warten lassen?

Klatscht schon mal: Titanic

Schon klar, Sergej Brin,

daß Sie bei der Vorstellung der selbstredend die mobile Computerisierung der Menschheit revolutionierenden Brille namens Google Glass nicht ohne eine Spitze gegen Apple und deren als bisheriges Meisterstück in Sachen Bedienfreundlichkeit geltendes I-Phone auskommen konnten. Aber, Brin: Es gibt »nichts Entwürdigenderes, als auf die eigene Hand zu starren«? Mag ja sein, daß Sie an die Jahre Ihres Nerd-Daseins, in denen Sie wenig vor die Tür gekommen sind, nur bittere Erinnerungen haben. Deshalb setzen sich aber noch lange nicht irgend so einen albernen Klumpatsch auf den Kopf:

die Selbstversorger auf der Titanic

Sie, Jochen Behle,

sind ewig als Skilangläufer durch irgendwelche Loipen geirrt, waren nach Abschluß Ihrer aktiven Langlaufbahn zehn Jahre Bundestrainer der deutschen Skilangläufer und sind nun beim Bewegungskultursender Eurosport als sogenannter Experte aktiv – für Skilanglauf selbstredend. Und in eben dieser Eigenschaft als Fachmann für alberne Fortbewegungsarten meinten Sie nun anläßlich des Weltmeisterschaftsstarts eines Amateurs aus Togo den brunzoriginellen Satz loswerden zu müssen: »Jetzt kommt Farbe ins Spiel… er ist dunkelhäutig!« Was ein bleichgesichtiger Holzkopf wie Sie eben so schwadroniert, wenn die Bretter, die ihm die Welt bedeuten, nur zwei sehr dünne Latten sind.

Ski Heil und allzeit Hals- und Beinbruch wünscht: Titanic

Kazong, »Spiegel online«!

Wenn Du schlagzeilst: »Italiens Wahlsieger Grillo: Der gefährlichste Mann Europas« – dürfen wir uns dann bald auch auf Kracher wie »Wiedehopfe: Die größte Gefahr unseres Ökosystems« oder »Kaugummiautomaten: Wie sie unsere Finanzwirtschaft zerstören« freuen?

Bleibt die schlimmste Bedrohung für den Weltfrieden: Titanic

Uneinholbarer Sebastian Vettel!

Im Interview mit dem Spiegel geben Sie wertvolle Erfolgstips, u.a. für den Einkauf im Supermarkt. Wenn man nämlich dort an der Kasse ansteht und eine weitere aufgemacht wird, dann »muß man abschätzen, ob es an der neuen Kasse wirklich schneller vorangeht. Ist man zu zweit, kann man sagen: Stell du dich da an, ich bleibe hier. Dann hat man eine doppelte Gewinnchance. Außerdem kommt es darauf an, wie voll der Einkaufswagen ist. Ist er sehr voll, kommt man nicht so schnell vom Fleck und steht wieder hinten an« – herzlichen Dank dafür! Im Gegenzug einige weitere Strategien für den Sieg in Alltagssituationen: Die Oma mit dem vielen Kleingeld zieht man am besten schon vor dem Anstellen aus dem Verkehr, indem man sie mit dem Einkaufswagen in die Gemüseinsel abdrängt. In der Kneipe kann man an den Thekenplätzen vorm Zapfhahn am flottesten – und in unbeobachteten Momenten gratis – volltanken. Beim Geschlechtsverkehr hingegen erreicht am schnellsten das Ziel, wer im Zuge einer Warmup-Runde vor dem Akt bei Youporn bereits Material fürs Kopfkino gesammelt hat.

Wie, Vettel, das wußten Sie alles schon längst? Herrje, Sie sind und bleiben einfach in allen Lebenslagen die Nr. 1!

Respekt von der Titanic

Warum, werte »Zeit«,

versiehst Du den Artikel über das Austrocknen des Toten Meeres mit der lahmen Überschrift »Der durstige Salzsee«, wo doch die Formulierung »Das Tote Meer stirbt« so viel poetischer und dazu näherliegend wäre?

Enttäuscht: Titanic

Hahaha, ZDF!

Wir haben es gesehen! Es ist uns nicht entgangen! Wie nämlich ein Mainzelmännchen im Raumanzug aus einem Bankautomaten auf dem Mond Geld zieht und die Scheine aus dem Schlitz schießen und sich biegen! Als gäbe es einen Luftwiderstand, obwohl doch jedes Kind weiß, daß der Mond überhaupt keine Atmosphäre hat!

Das war ein Fake, nie hat einer Deiner kleinen Kicherer einen Fuß auf den Mond gesetzt. Mit diesem Täuschungsmanöver wolltest Du wohl die Welt vom skandalösen neuen Rundfunkbeitrag ablenken?

Aber nicht Titanic

Heda, Grüne!

Bild-Leber Franz Josef Wagner bedachte Euch mit den Worten: »Ihr Grünen habt die Ökologie in der deutschen Politik etabliert. Euer Verdienst ist, daß wir über die Luft nachdenken, die wir einatmen.« Wenn Ihr Grünen Euch auch sonst wenig auf die Fahne schreiben könnt: Den Erfolg, daß Franz Josef Wagner Euretwegen an Luft denkt, kann Euch keiner mehr nehmen!

Weiter so! Titanic

Och, Bundeswehr!

So sehr bemühst Du Dich um einen Ruf als weltoffene und tolerante Organisation von Friedenskorpsknaben, freundlichen Sandsackaufschichtern und Robinson-Club-Animateuren für Gegenden mit Demokratiedefizit –

– und dann kommen vier Deiner Marinesoldaten auf einem vor Beirut liegenden Schnellboot daher, binden ihren Vorgesetzten thailändischer Herkunft auf einen Tisch und schreiben ihm »Hier wohnen die Mongos« aufs Bein.

Und damit nicht genug! Böswillige Medien unterstellen Dir, Deine Bewertung des Vorfalls, Du habest keinerlei Hinweis auf einen fremdenfeindlichen Hintergrund finden können, sei ein Versuch der Vertuschung! Anstatt darin eine Anspielung auf ein sehr bekanntes Bild von Martin Kippenberger und damit einen weiteren Beweis Deiner Feingeistigkeit und Ironiefähigkeit zu erkennen.

Es ist schon ein Kreuz mit dem Hackenzusammenschlagen. Titanic

Jawohl, Florian Gathmann!

Sie schrieben auf »Spiegel online« über das zur Causa Stuttgart 21 tagende Bahngremium: »Trotz der Kostenexplosion wird das Gremium wohl seine Freigabe erteilen, doch ausgeschlossen ist auch eine Überraschung nicht.« Denn man kann wohl sagen: Das nicht Absehbare, nicht Auszuschließende, mithin das Überraschungsmoment ist der Überraschung im Kern wesenseigen. Kommt für Sie überraschend, was?

Immer wieder gerne: Titanic

Wenn die »Bild«-Zeitung, Günther Jauch,

über einen schreibt, man sei »in herrlich arroganter Hochstimmung«, dann heißt es langsam vorsichtig sein. Und wenn ein so komplett verbumfidelt aussehender Ex-Schwiegermutterschwarm wie Sie einer netten 22jährigen Auszubildenden, die ihn bei einer Frage hilfesuchend ansieht, prahlerisch zu erklären meinen muß: »Die Sendung heißt ›Wer wird Millionär?‹, und da soll ja der Millionär werden, der noch nicht Millionär ist, das heißt, Sie müssen die Frage beantworten…« – puh, Jauch!

Auch wenn alle Fernsehwelt Sie aus schierer Schimmerlosigkeit über Ihren wahrhaft arroganten Hochmut immer noch für einen supernetten Typen hält, Ihren scheinbar ebenso ewig sympathischen Starmoderatorenfreund Gottschalk hat es trotzdem geschrägt. Und Sie sind der Nächste.

Wetten, daß…? Titanic

EU-Kommissar Günther Oettinger (CDU)!

Im Zusammenhang mit den Verhandlungen über einen EU-Beitritt der Türkei äußerten Sie in Brüssel, in zehn Jahren würden deutsche und französische Politiker »auf Knien nach Ankara robben« und die Türkei um einen Beitritt bitten. Oettinger – auf Knien robben, wie soll das gehen? Der türkische EU-Minister Egemen Bagis korrigierte denn auch umgehend: Er wisse zwar nicht, ob die Europäer eines Tages »gekrochen kommen werden, oder ob sie auf die Knie sinken. Aber wenn es eine Sache gibt, die ich sicher weiß, ist es, daß sie ganz bestimmt nachgeben werden.«

Und sei es nur, um bei den Türken richtig sprechen zu lernen!

Freut sich jetzt schon: Titanic

Und apropos, »FAZ«!

Dein Mitarbeiterverzeichnis kennt fast nur solche Leute: Leander Steinkopf, Bertram Eisenhauer, Heike Göbel, Nadine Bös, Stephan Finsterbusch, Roland Zorn und Heike Schmoll. Schrecklich! Könntest Du denn zur Abwechslung mal jemanden einstellen, der auch nur ansatzweise nett klingt? Wie wäre es mit Sven Kuschel? Walter Fanta? Daniela Schick? Landolf Scherzer? Jens Wonneberger? Bartholomäus Grill? Oder gleich der leckeren Julia Dingwort-Nusseck?

Dann läse Dich auch mit weniger Unbehagen: Titanic

Alard von Kittlitz!

Neben anderen, ähnlich ulkig benamsten Schnöseln sind Sie zuständig für den politischen Teil der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung – wo man froh ist, in der dort seit Jahren gepflegten Monomanie von Stasi, Stasi, Stalin, Wagenknecht und noch mal Stasi nun mit dem Thema Homo-Ehe einen Farbtupfer zu setzen. Der sieht dann so aus, daß unter Bildern kostümierter Christopher-Street-Day-Clowns, wie sie sonst nicht mal mehr der Hinterdumpfinger Bote nutzt, Bildunterschriften sitzen wie: »Wenn erst mal jeder jeden heiraten kann, ist viel erreicht: daß nämlich jeder jeden heiraten kann«. So weit, so gestrig.

Doch in derselben Ausgabe, von Kittlitz, servieren Sie uns eine köstliche Glosse über zwei Besucher der Berliner Homodisko »Berghain«, »Linus« und »Minus« mit Namen, die natürlich an der superharten Clubtür nicht vorbeikommen. Und da fragten wir uns schon, ob erstens nicht gerade Sie, Alarm vom Kitzler, mit Namenswitzen sehr bedacht umgehen sollten; ob zweitens Konservatismus wirklich soweit gehen darf, das seit spätestens 2010 totgerittene Glossenthema »Berghain« aus der Asche zu heben; und ob Sie drittens, da Ihnen immerfort Homos, Homos, Homos, gleich ob in Ehen oder in Fickdiskos, durchs Hirn rauschen, nicht doch einem ganz speziellen Verdrängungsdruck ausgesetzt sind. Sie wissen schon! Wenn die Nächte einsam werden auf Schloß Kittlitz, wenn der Uhu schreit, die Bären durch den Wald cruisen – und Sie, statt mitzutun, einen Artikel nach dem anderen raussublimieren müssen.

Antwort bitte ins nächste Postfach/Gloryhole: Titanic

Großartiger Til Schweiger!

Wie wir der BamS entnahmen, sehnen auch Sie sich nach Anerkennung. Jedoch skizzierten Sie in Ihrer Beschwerde – »Um hierzulande Anerkennung zu finden, muß man sterben oder zurücktreten« – die Lösung Ihres Dilemmas sogleich selbst. Und, Schweiger, schon festgelegt? Vielleicht durch Münzwurf?

Ansonsten leistet gern Entscheidungshilfe: Titanic

Mexikanische Marihuana-Kanone!

Als neueste Wunderwaffe im Kampf gegen die steigenden Drogenpreise hast Du »bis zu dreizehn Kilo« (»Spon«) pro Druckluftschuß über die US-Grenzzäune geballert – wie schade, daß Du nun selber hochgenommen wurdest! Aber warum nicht den tückischen Ami mit seiner eigenen Technik schlagen?

Empfiehlt als nächstes Marihuana-Drohnen: Titanic

Innenminister Friedrich (CSU)!

Angesichts aktuell bei uns einwandernder Sinti und Roma haben Sie Bulgarien und Rumänien schärfstens angeraten: »Die Länder müssen dafür sorgen, daß ihre Menschen daheim ordentliche Verhältnisse haben, so daß sie keinen Grund haben, nach Deutschland zu kommen.« Aber um einiges lohnender, Friedrich, wäre es doch, im ehemals ordentlichen Deutschland endgültig für solche Verhältnisse zu sorgen, daß selbst Sinti und Roma lieber in ihrer verwanzten Heimat bleiben. Und dafür tun Sie und Ihresgleichen doch schon alles Menschenmögliche!

Mit einem Bein bereits in Bulmänien: Titanic

Huhu, Sonja Zietlow!

Jüngst durchsuchten dreißig Beamte der Staatsanwaltschaft Ihr Haus in München, weil in einem von Ihnen geleiteten Verein Sozialversicherungsbetrug begangen worden sein soll. Gegenüber der Bunten empörten Sie sich anschließend: »Verhältnismäßig war diese Durchsuchung auf keinen Fall.« Nun ja – vielleicht wollten die Beamten durch ihre einschüchternde Anzahl einfach nur sicherstellen, daß Sie nicht mit Ihrer mechanisch-mokanten Mimik und Ihren ewig spöttischen Sprüchen nerven. Viel interessanter fanden wir ohnehin, daß es sich bei Ihrem Verein um eine private Tierhilfe handelt, die »Spiegel online« zufolge u.a. »tiergestützte Therapien für behinderte und kranke Kinder« fördert. Mensch, Zietlow: Dann machen Sie in Ihrem Ehrenamt ja praktisch das gleiche wie beruflich in Ihrem Dschungelcamp! Dessen verhaltensauffällige Insassen versuchen Sie ja ebenfalls tiergestützt zu therapieren – indem Sie sie regelmäßig mit lebendem Gewürm und Tiergenitalien füttern, darunter Känguruh-Penis und Buschschwein-Vagina!

Und zu diesem erfrischenden Verständnis von Tierschutz und kreatürlicher Würde gratuliert doch recht herzlich: Titanic

Hallo, Josef Joffe!

Sie schrieben auf der Titelseite Ihrer Zeit in einem Meinungsbeitrag zugunsten überzogener Bankerboni: »Wie Wasser fließt Geld an Dämmen und Wehren vorbei, im Kapitalismus wie im Sozialismus.« Andererseits galoppieren aber auch Metaphernrösser wie Neurotransmitter über die Sinnschranken und Vergleichsbarrieren Ihres Hirnkästchens, im Sommer wie im Winter, Joffe. Wäre es da für Sie nicht von Zeit zu Zeit ratsam, sich des Unterschiedes von Ding und Bild zu vergewissern? Z.B. durch einen sanfteren oder auch festeren Schlag auf den Hinterkopf?

Steht dafür gern zur Verfügung: Titanic

Guten Abend, Tom Buhrow!

Einen Tagesthemen-Beitrag über die diesjährige Berlinale garnierten Sie mit dem Satz: »Maria Schrader sonnte sich im Blitzlichtgewitter der Fotografen.« Machen Sie, Buhrow, das etwa auch hin und wieder? Weil man davon so schön blaß wird?

Sucht lieber Zuflucht unter einer Buche: Titanic

He, »Bild«!

Unter der Überschrift »Wie besoffen ist RTL?« zeigtest Du Dich in Deiner Sonntagsausgabe empört: »Der Sender ließ einen Reporter vier Wochen lang beim Alkoholmißbrauch filmen und nennt das ›Experiment‹.«

Aber weshalb die Aufregung? Du läßt doch selbst seit Jahren einen Mitarbeiter die Folgen des Alkoholmißbrauchs vorführen und nennst das dann »Post von Wagner«.

Prost! Titanic

Sag mal, Weltgeist,

wenn Du den schwer familienkompatiblen Hollywood-Film »Die Bestimmer – Kinder haften für ihre Eltern« von einem Menschen namens Andy Fickman in Szene setzen läßt – ist das dann Schlamperei, subversiv oder denkst einfach auch Du immer nur an das eine?

Ahnungsvoll: Titanic

Kriegsminister de Maizière!

Da das Gegreine in der Truppe einfach kein Ende nehmen will, nutzten Sie ein Interview mit der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung, um Ihren Mannen mal ein bißchen die Eier zu schleifen. Sie könnten es nicht mehr hören, das ewige Klagelied vom ungeliebten Soldaten, wo doch allseits »freundliches Interesse an der Bundeswehr« festzustellen sei. »Der Offizier«, herrschten Sie Ihre 190 000 Memmen an, gehöre zu den »zehn beliebtesten Berufen. Was will man eigentlich mehr?« Als nun aber endlich Ruhe auf dem Kasernenhof einkehrte, bemerkten Sie bei einzelnen Offizieren versteckte Tränen, woraufhin Sie als erfahrener Oberbefehlshaber sofort die Tonlage wechselten und einlenkten: Sie sprächen ja nur von »etlichen Soldaten«, die glaubten, »daß sie viel weniger anerkannt werden, als es in Wirklichkeit der Fall ist. Sie haben den verständlichen, aber oft übertriebenen Wunsch nach Wertschätzung.« Dann wurden Sie doch wieder scharf: »Sie sind vielleicht geradezu süchtig danach.« Da nun ein Schluchzen durch die Reihen ging, ruderten Sie erneut zurück und flüchteten sich in Überlegungen, warum die Soldaten die Verehrung, die ihnen von der Gesellschaft entgegengebracht wird, nicht erkennen: »Vielleicht liegt es daran, daß sie auch unangenehme Dinge tun müssen, wie Menschen bedrohen, verletzen oder gar töten, und denken, daß sie deswegen nicht gemocht werden.« Und nach einer Kunstpause platzte es aus Ihnen heraus: »Dabei ist es doch gerade das, was wir an euch so lieben: daß ihr nach einem halben Jahrhundert Trockenschwimmkurs endlich wieder Leute totschießt!« – Wie? Den letzten Satz haben Sie gar nicht gesagt? Sie haben im Gegenteil abschließend davor gewarnt, nur ja »nicht in eine übertriebene Kriegssprache zu verfallen«?

Stimmt, wozu auch, wir haben Sie auch so verstanden! Titanic

Mario Köpers, Unternehmenssprecher der TUI!

Im Zeitungsinterview berichteten Sie über unterschiedliche Empfindlichkeiten der Nationen im Urlaub: »Deutsche Urlauber reagieren schneller als Menschen anderer Nationalitäten auf Berichte in den Medien, die suggerieren, daß es möglicherweise ungemütlich werden könnte. Da sind beispielsweise die Engländer deutlich unempfindlicher. Von den russischen Urlaubern mal ganz zu schweigen, die würden auch in wirklich schwierige Krisengebiete reisen.«

Aber, Köpers, die machen da keinen Urlaub, die marschieren da ein! Wenn sie nicht von vornherein in so was wohnen, sagt Ihnen Titanic

Und tschüß, Ratzinger!

Bei der letzten Generalaudienz vor Ihrem Rücktritt dankten Sie Gott aus ganzem Herzen und fügten laut »Spiegel online« hinzu: »Ihm vertraue ich die Kirche in aller Welt an.« Wenn Sie das aber erst mit Ihrem Abgang taten, was war dann vorher? Hat sie ihn womöglich einen Dreck interessiert? Haben Sie sie ihm vorenthalten? Soll er jetzt schauen, was noch mit ihr anzufangen ist, nachdem Sie sie so zugerichtet haben? Oder wollten Sie gar auf unverhofft schlichte Art dem gemeinen katholischen Jubelpöbel auf dem Petersplatz ein bißchen was von der guten, alten Theodizee erzählen? Vom Widerspruch also, daß Gott zwar allmächtig und gut sein soll, aber doch unendlich viel Elend zuläßt, wie am Beispiel der katholischen Kirche so vortrefflich zu sehen ist? Oder war es am Ende einfach nur ein letztes Zeugnis Ihrer Selbstherrlichkeit, die übersetzt schlicht heißt: Gott denkt, Ratzinger lenkt? Ja?

Dann wünschen aber ein ganz besonders interessantes Mitarbeitergespräch, wenn Sie Ihren obersten Dienstherrn demnächst treffen sollten: die Höllenhunde von der Titanic

Verehrter Lance Armstrong!

Bevor Sie wieder dahin verschwinden, wo Sie hingehören, möchten wir doch einmal Ihre wunderbaren Sätze wiederholen, die Sie nach einer Ihrer Tour de France-Betrügereien auf den Champs-Elysées in Paris nicht zuletzt in unsere Richtung gerufen haben: »An alle, die nicht an den Radsport glauben, an alle Zyniker und Skeptiker: Ihr tut mir leid! Mir tut leid, daß ihr nicht den großen Traum träumen könnt! Mir tut leid, daß ihr nicht an Wunder glaubt!«

Und jetzt, Armstrong? Wer tut Ihnen jetzt leid? Sie sich selbst? Na ja, irgendeiner muß ja auch diese Drecksarbeit erledigen.

Nur eben nicht die zynischen Skeptiker von der Titanic

Sprecher der regierenden Ennahda-Partei, Tunesien!

Im Fernsehinterview wiesen Sie jede Beteiligung an der Ermordung des Oppositionsführers Chokri Belaid von den Demokratischen Patrioten entrüstet zurück: »Warum sollten wir ein Mitglied einer so kleinen Partei umbringen, die noch dazu keinerlei Bedrohung für uns darstellt?« Klar. Aber wenn es sich um eine größere Partei handelte, die Ihrem Islamistenverein bei der nächsten Wahl ernsthafte Konkurrenz machen könnte, würden Sie selbstverständlich drüber nachdenken?

Inschallah! Titanic

Ach, Jutta Speidel!

Allüberall verfallen die Sitten, auch in den darstellenden Künsten, wie Sie beim »HR4-Treffpunkt« schilderten: »Man hatte mir beigebracht, große Schauspieler mit Respekt zu behandeln. Das ist heute nicht mehr so.«

Wirklich schlimm, Speidel! Aber sagen Sie: Woher wissen Sie das? Haben Sie Daniel Day-Lewis im Supermarkt getroffen, und er hat Ihnen sein Herz ausgeschüttet?

Bei allem Respekt: Titanic

Liebe Bildungspolitiker!

Ihr habt den Studenten durch Einführung von Bachelor und Master praktisch alle Freiheiten bei der Gestaltung der Studienzeit entzogen, und nun wollt Ihr auch noch den Schülern das allerletzte Element der Entschleunigung nehmen: das Wiederholen einer Schulklasse?

Ruft dagegen zu jahrelangem Sitzstreik auf: Titanic

Minister Niebel (FDP)!

Im Südkurier jammerten Sie im Nachgang zur Sexismusdebatte: »Ich war in meinem Leben ja nicht nur Politiker oder Minister, ich habe einige Male erlebt, daß sich vorgesetzte Frauen den Männern gegenüber mit Worten einige Übergriffe leisteten. Das kann es ja nicht sein.«

Nein, natürlich nicht – wer so zackige Militärmützen trägt wie Sie und sich so todesmutig mit seinem Parteivorsitzenden anlegt, der will auch mal hart angefaßt und richtig rangenommen werden!

Demnächst vielleicht wieder, wenn Sie nicht mehr Minister oder Politiker sind?

Freut sich für Sie: Titanic

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Liebe Alte,

»Drogenhandel und Abzocke von Senioren« titelte kürzlich die Braunschweiger Zeitung. Also, dass Ihr abgezockt werdet, finden wir natürlich echt doof, aber: Wie läuft es denn so mit der Rentenaufbesserung durch den Drogenhandel?

Fragt schon mal prophylaktisch: Titanic

 Was ist da los, deutsche Medien?

»Die radikalen Impfgegner vom Alpthal« besuchte der Spiegel und fragte dazu mit brennendem Reporterehrgeiz bereits im Teaser: »Nun verweigerte ein Dorf gar dem Impfbus die Einfahrt. Was ist da los?« Gute Frage. Der auch die Taz nachgeht: »Im Schwarzwaldkreis Rottweil sorgen Impfgegner für gereizte Stimmung. Was ist da los?« Womöglich Ähnliches wie im Nordosten. Die B.Z.: »Was ist da los? Corona-Lage in Brandenburg doppelt so schlimm wie in Berlin«. Aber nicht nur im Zuge der Pandemie verlangt überraschender Tumult nach unverzüglicher Aufklärung: »Was ist da los? Bei Bella Hadid fließen Tränen« (N-TV); »Was ist da los? Anouar wurde bei The Voice disqualifiziert« (Berliner Kurier); »Was ist da los? NFL-Superstar schon wieder verletzt«. Gut, dass Bild sich der Sache annimmt, denn die FAZ ist gerade mit Wichtigerem beschäftigt: »Die neue Apple Watch 7 ist angekündigt, aber Garmin hält sich bei seinem Top-Produkt zurück. Was ist da los?«

Der, die, das, / wer, wie, was / wieso, weshalb warum? / Wer nicht fragt, bleibt dumm – sicherlich. Wer allerdings immer dasselbe fragt, auch.

Überfragt: Titanic

 Wie viele Achtundsechziger, Udo Knapp,

bist auch Du, je älter Du wurdest, politisch immer weiter von links nach rechts marschiert: Du warst der letzte Vorsitzende des SDS, anschließend in einem Verein namens »Proletarische Linke«, um dann in den Achtzigern auf dem rechten Flügel der Grünen zu landen und schließlich bei der SPD, und zwar eigentlich nur, damit Du was in den Kolonien werden konntest, am Ende stellvertretender Landrat. Heute kritisierst Du die Gewerkschaften dafür, dass sie nur immer wieder Lohn fordern, wie man das als einer, der nichts gelernt hat bis aufs Lamentieren, halt so macht.

Dieser Weg verbindet Dich mit dem wohl dümmsten deutschen Sänger, Wolf Biermann, weshalb Du dem »alten weisen Mann« (Dein O-Ton) auch neulich so kenntnisfrei wie pathetisch zum Geburtstag gratuliertest: »Biermann hat den größten Teil seines Lebens in zwei furchtbaren deutschen Diktaturen verbracht. In beiden hat er gelitten, aber beide hat er mutig streitend und widerstehend überlebt.«

Wie man nun aber jeder Biermann-Bio entnehmen kann, hat der walrossbärtige Dödelbarde nur acht Jahre unter den Nazis und 23 Jahre in der DDR gelebt; die restlichen 53 jedoch im goldenen Westen (britische Besatzungszone, BRD und Gesamtdeutschland). Daher nun unsere Frage: Bist Du Dir, Udo Knapp, sicher, dass Du auf Deine alten Tage die Bundesrepublik Deutschland, in der Du so schöne Posten innehattest, wirklich als furchtbare Diktatur bezeichnen willst?

Wie meinen? Es stand doch bloß in der Taz, und in keiner richtigen Zeitung? Und rechnen konntest Du noch nie? Na dann, weitermachen, Udo, aber vielleicht demnächst doch ein bisschen, he, he, knapper.

Kurz angebunden: Titanic

 Sylt Marketing Gesellschaft!

Du machst auf dem Festland mit dem Slogan »Sylt macht sychtig« auf die umrissbekannte Nordseeinsel aufmerksam. Und ja, sie hat noch mehr negative Eigenschaften! Sylt ist syndhaft teuer, das Publikum dort verhält sich dynkelhaft. Ja, die ganze Ynsel ist bei genauerer Betrachtung das reinste Shythole, ein Besuch dort kompletter Unsynn!

Steht fürs nächste Brainstorming gerne bereit: Titanic

 Sänger Max Mutzke!

Sänger Max Mutzke!

Zum Thema Klimawandel und Verkehr klagten Sie im Interview: »Es gibt bei uns eine Verbindung, da fahr ich 10-12 Minuten mit dem Auto hin. Weil der Ort aber auf dem Berg liegt, fährt der Bus mehrere Stationen an und es dauert fast zwei Stunden. Aber da arbeiten Leute.«

Wir wissen nicht, wie der Berg, auf dem Sie wohnen, beschaffen ist und wer dort die Busrouten plant. Aber mal angenommen, Sie würden wegen der langen Busfahrt den einen oder anderen Auftritt verpassen, wäre das nicht ein weiterer Grund für die »Öffis«?

In diesem Sinne: Go green!

Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Notgedrungen einfallsreich

Mein Nachbar vergisst seit einigen Jahren regelmäßig seine Bank-Pin. Auf die Karte kann er die Pin natürlich nicht schreiben. Wie er mir vor Kurzem berichtete, hat er eine clevere Lösung für sein Problem gefunden: Um sich die Pin nicht mehr merken zu müssen, aber trotzdem nicht sein Geld zu riskieren, hat er seine Pin einfach auf den einzigen von ihm genutzten Bankautomaten geschrieben.

Karl Franz

 Fünfzehn Zeichen Ruhm

Es hat wohl niemand je den Wunsch, um jeden Preis berühmt zu werden, heftiger kritisiert als meine Urgroßmutter. Ich kann mich gut erinnern, dass mein Vater einmal beim Lesen der Zeitung aufschreckte und Uroma ihn fragte: »Was ist denn?« – »Der Franz ist gestorben. Ich habe gerade seine Todesanzeige gelesen.« Sie schüttelte bloß genervt den Kopf und sagte: »Die Leute machen heutzutage wirklich schon alles, um in die Zeitung zu kommen.«

Jürgen Miedl

 Trost vom Statistiker

Wenn du wieder einmal frustriert bist und denkst, du bist nur durchschnittlich begabt und mittelmäßig erfolgreich, dann wechsele doch einfach in eine andere Stichprobe!

Theobald Fuchs

 Alles richtich

Jüngst wurde ich darauf angesprochen, dass das Wort »richtig« aus logopädischer Sicht korrekterweise »richtich« ausgesprochen werden muss. Um mir meine Verwunderung darüber gar nicht erst anmerken zu lassen, entgegnete ich nur ein lässiges »selbstverständlig«.

Fabian Lichter

 Schicksalhafte Wendung

Brüche im Leben gibt es bei allen Menschen. Öfter ist es so, dass jemand nach überstandener schwerer Krankheit das bisherige Streben nach Geld und Ruhm infrage stellt und beschließt, den sinnentleerten Job im Reisebüro, in der PR-Agentur (sehr viel seltener vielleicht auch im Schlachthof) hinzuschmeißen, um nur noch zu malen, zu töpfern, zu fotografieren, einen Gemüsegarten anzulegen oder zu schreiben. Es erfolgt allerdings nicht zwangsläufig eine Neuausrichtung zum Kontemplativen, Musischen. In meiner Bekanntschaft gibt es einen Fall, in dem der genesene junge Künstler seine Erfüllung als skrupelloser Miethai fand.

Miriam Wurster

Vermischtes

Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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    In Göttingen eröffnete die große Eugen-Egner-Ausstellung im Alten Rathaus. Bilder vom Event zeigt das Göttinger Tageblatt und die Stadt Göttingen hat alles aufgezeichnet.

  • 20.01.:

    Mit Daumen und Rechenschieber erstellte Oliver Maria Schmitt in der FAZ das Horoskop fürs Reisejahr 2022, der Cartoon dazu stammt von Katharina Greve.

  • 02.11.:

    "Keinmal um die ganze Welt - Ein Pauschalreiseabend für Zurückgebliebene" - so heißt das WDR-5-Spezial mit Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Hans Zippert.

  • 29.10.:

    Das Bornheimer Wochenblatt berichtet vom TITANIC-Normalitätswettbewerb.

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

Titanic unterwegs
26.01.2022 Dresden, Staatsschauspiel Max Goldt
26.01.2022 Hamburg, Polittbüro Thomas Gsella
31.01.2022 Meiningen, Kunsthaus K. Greve, H&B und A. Plikat: »Corona revisited«
08.03.2022 München, Valentin-Karlstadt-Musäum »Herr Haas zeigt Hasen«