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Nur für Gäste #26

Titanic Magazin

Ich möchte und muss an dieser Stelle wohl einiges klarstellen: Selbstverständlich habe ich nichts gegen Studenten; wogegen ich aber sehr wohl etwas habe, ist Ungerechtigkeit.

Und wenn wir nun einmal gemeinsam beschließen, im Sinne des Fortschritts allen etwas wegzunehmen, ja, dann müssen wir notgedrungen auch unseren lieben »Studis« einmal – bildlich gesprochen – in die klebrig-muffige Laptoptasche greifen. Alles andere wäre, wenn ich mich recht erinnere, Sozialismus.

Wir müssen lernen, Schulden als Chance zu begreifen. Das ist immer auch eine Frage der Perspektive: Die roten Zahlen, die drohende Privatinsolvenz – sind all das wirklich Hindernisse oder nicht vielmehr wertvolle Vorteile in Sachen Lebens- und Berufserfahrung, gerade für Studenten in entsprechenden Fächern? Fördern sie nicht ökonomische Kompetenzen, die die Betroffenen jenen Kommilitonen voraus haben, die Geldprobleme nur aus der grauen Theorie kennen? Wer ist hier am Ende wirklich benachteiligt?

Beim Jobben lernt man, mit Menschen und Geld umzugehen, und Geisteswissenschaftler können erste Kenntnisse im fachgerechten Reinigen einer Windschutzscheibe sammeln. Beispiel: Meine derzeitige studentische Aushilfskraft lernt hier bei mir nicht nur Wertvolles über Politik und Ablage, sondern auch so einiges über die Raumfahrt und die Serie »Battlestar Galactica«. Gemeinsam blicken wir jeden Abend durch mein Teleskop in die Sterne. Soll heißen: Ich sehe in die Sterne, sie sieht mir dabei zu. Was hätte ich damals nicht allein dafür gegeben. Und Apropos: Starbucks sucht immer wieder emsige Aushilfskräfte.

Aim for the stars

Eure Dorothee Bär


»Nur für Gäste« – die Kolumne von Ghostwriter Fabian Lichter.

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