Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intimschatulle 40

»Schmackofant simple«

1.6. Heute 31 Grad, gestern waren es 33, vorgestern 32. Und so soll es weitergehen. Frage: Wer soll das aushalten? Ich habe auf meiner Dachterrasse (riesig, uneinsehbar, Luxus pur) einen Schlauch installiert, mit dem ich mich ungefähr alle Viertelstunde »abspritze« wie ein dämliches Kleinkind. Würdelos, auch peinlich. Den verfickten Radio-Schreimoderatoren, die unermüdlich das Kack-Dreckswetter anpreisen, gehörte das freche Maul gestopft, und zwar für immer.

2.6. Bringe schon wieder drei Briefe zum Kasten. 2017 waren es 513 Briefe, die ich jahrsüber zur Post gab. Habe mal mitgezählt, dachte sogar, es wären über 1000.

3.6. In der ARD Brisant-Homestory über den ESC-Vierten Michael Schulte. Geboren in Eckernförde, lebt Micha mittlerweile in Buxtehude. Der feuerrote Lockenkopf wohnt im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses, und wenn er nicht gerade in Sachen Karriere »on the road« ist, macht er sich’s gern zu Hause gemütlich. Er nimmt für seine Nachbarn Pakete und Einschreiben an, ist dabei immer freundlich. Wenn die Post nach ein paar Tagen nicht vom Adressaten abgeholt wird, bringt er sie auch vorbei.

4.6. Zwei gute Fragen: 1) Würden Sie sich für 650 000 Euro Ihr gesamtes Haupthaar auf den Rücken transplantieren lassen? 2) Würden Sie für 95 000 Euro der siebenjährigen Tochter des als äußerst brutal geltenden Oberhauptes der Rumänen-Mafia ein Bein stellen? Das Kind zieht sich dabei schmerzhafte Blessuren (u.a. Verlust des linken oberen Schneidezahns) zu. Der Rumänenpate, in Begleitung seiner Leibgarde, wird Zeuge der Attacke, man kann also davon ausgehen, dass die Strafe »auf dem Fuße« folgt.

5.6. Neues Buch des Schweizer »Benimm«-Autors Andreas Geiselnehmer: Vom Weggucker zum Hingucker – Mein Weg zu einem gepflegten Äußeren.

6.6. Anmerkung für Kenner: Der britische Sänger George Ezra ist die Fortschreibung von Right Said Fred. Check mal was.

7.6. Schon wieder bin ich mit etwa fünf Briefen im Rückstand. Ich leide unter meinen Briefschulden, die ich abzutragen versuche, um damit doch nicht fertig zu werden bis an mein Lebensende. Immer wieder gebe ich mir einen Ruck und erledige einen Stoß. Aber ehe ich mich umsehe, ist der Brieftischkasten wieder mit neuer Post gefüllt. Die Briefschreiber sind rücksichtslos.

8.6. Auch interessant: Vanille kostet mittlerweile 600 Euro das Kilo und ist somit teurer als Silber.

9.6. Nach dem Tod von Avicii werden seine Songs in Dauerschleife gespielt. Und tatsächlich, so wie ich es in Erinnerung hatte: Ein Track debiler als der nächste, knapp oberhalb von Pietro Lombardi oder der Kelly Family. Und so einer avanciert nun zur Ikone der Massen.

10.6. INTIMSCHATULLE WISSEN: Ein Schweißhund (früher: Bracke; auch Hannoverscher Schweißhund, Bayrischer Gebirgsschweißhund, Alpenländische Gebirgsbracke) zeichnet sich durch einen ungewöhnlich guten Geruchssinn, Ruhe, Wesensfestigkeit und Finderwillen bzw. Spurwillen aus. Ein ausgebildeter Schweißhund ist beispielsweise in der Lage, bei regnerischem Wetter das Wild in mehreren Kilometern Entfernung zu finden und zu stellen. Um auch Fährten mit wenig oder nicht vorliegendem Schweiß arbeiten zu können, muss ein Schweißhund nicht nur eine Kaltfährte arbeiten, sondern wird auch mit dem Fährtenschuh für schwere Aufgaben eingearbeitet. Siehe auch: Wolfgang Bruchmüller: Die Führung des Schweißhundes. Ausbildung und Einsatz des Jagdhundes auf der Wundfährte am Beispiel des Hannoverschen Schweißhundes.

11.6. Emotionale Headlines: 1) TOURISTEN IM FLIEGER VON BETTWANZEN ZERFRESSEN 2) JÄGERIN PEITSCHT TIERSCHÜTZER MIT 3 GERÄTEN AUS 3) AAL AUS BAUCH VON MANN ENTFERNT

12.6. Idee, noch unausgereift: »Verflixt, verschwitzt und durchgefroren – der wohltemperierte Mensch. Oder: Wieso es so schwer ist, den richtigen ›Grad‹ zu finden.«

13.6. Geiler Facebookname: SANI TÄTER. Stelle ich zur freien Verfügung.

14.6. Mein Leben wie eine Mühle, durch die ständig Briefe geleiert und mit Antworten versehen werden. Briefeschreiben ist wie Scheinarbeit, mit der Gefangene beschäftigt werden. Schrecklich: Es gibt einen großen Teil Briefeschreiber, die fast postwendend antworten. Nach einigen Tagen ist man schon wieder der Briefschuldner. Andere stellen Fragen, die einen nächsten Antwortbrief erheischen.

15.6. Slogan, den ich auch zur freien Verfügung stelle (bitte zugreifen), wenn man zufällig »Lurch« heißt und eine Fahrschule betreibt: »Fahrschule Lurch – so sicher zum Führerschein wie ein Lurch im Wasser«.

16.6. Guter Titel (Buch/Film/alles mögliche): DER BISS DES ZAHNLOSEN.

17.6. Nur äußerster Mangel an Phantasie und Vorstellungskraft rechtfertigt das Reisen.

18.6. Schnaps.

19.6. Die Erdbeerzeit erreicht ihren Höhepunkt. In diesem wie auch im vergangenen Jahr praktisch keine gegessen, insgesamt vielleicht eine halbe Schale (Schälchen). Mit Spargel, dem angeblich so »edlen« Feinschmeckergemüse, verhält es sich ebenso. Austern, Jakobsmuscheln, Langusten (Spiny lobster), Riesengarnelen, Trüffelbutter, Fenchelschinken, Mönchskopfkäse, Agavenbalsam: schon mal was von Reizüberflutung gehört? Ist eigentlich gerade Baby-Artischockenzeit? Hahaha, dreimal laut gelacht. Baby-Artischocken: teuer & faserig. Feinschmecker, dummes Wort: Feinheiten schmecken, langsam, nur immer langsam essen (mampfen, mümmeln, schmatzen), um die Geschmacksknospen mit jeder verdammten Nuance zu fluten. Im Nachgang feine Aromen von Spinnweben und Taubenscheiße. Alles Schwachsinn, brauche ich nicht, braucht kein Mensch. Mein Motto: »Die ganze Schnauze voll Wein.« Jetzt ist es raus: Ich bin GROBSCHMECKER. Anderes Wort (selbst ausgedacht): SCHMACKOFANT (Schmackofant simple). Frz.: mangeur primitif. Lat.: comedens rusticus. Es leben die Schmackofanten. Voll – schnell – geil: Schmackofant, Gourmet der Herzen.

Puppe mit sehr schlechter Haltung. Für Ladenhüter

20.6. Drecksschüsseln, die nie hätten gebaut werden dürfen: Ford Ka, Renault Milan, Mitsubishi Wichser.

21.6. Alltagsfrage: Warum gibt es eigentlich unterschiedliche Augenfarben?

22.6. Hemingway war gut beraten, wenn er vorgedruckte Karten versandte, die da »Habe keine Zeit Briefe zu beantworten« oder so ähnlich lauteten. BRIEFVERKEHR – Ekelhaftes Wort, anzüglich, schlüpfrig, primitiv. Möchte ich nichts (mehr) mit zu tun haben.

23.6. Neu auf RTL II (22.15 Uhr): DIE 50 GEILSTEN FAHNDUNGSPANNEN.

24.6. Karriereschatulle: 1) Wenn ein 20 m hoher Baum so denken würde wie du, wäre er nur 20 cm groß 2) Lebst du auch noch im Selbstvernichtungsmodus? 3) Der härteste Klebstoff der Welt sind deine Gewohnheiten.

25.6. Kauf von 50 mg »Original Turiner Gliedsteife«.

26.6. Frühmorgens um sechs. In Sichtweite der Autobahn A13 Berlin–Dresden, kurz vor der Ausfahrt Bronkow, steht eine einzelne 3-Megawatt-Onshore-Windkraftanlage, die weit in den Himmel ragt. An eines der drei kreisenden Rotorblätter ist ein Mann gebunden, was ein bisschen aussieht wie Jesus am Kreuz. Der Mann ist vollkommen durchnässt, die Kleidung hängt ihm in Fetzen herunter, die Knöchel sind blau, an einigen Stellen schwarz, wer weiß, wie lange der da schon hängt. Sein Gesicht, von der Kälte aufgedunsen, rot wie eine Rübe, sieht aus wie das einer staunenden Puppe. Tot, der muss doch tot sein, das hält doch keiner lange aus. Wahrscheinlich fällt man bereits nach wenigen Umdrehungen in Ohnmacht, aus der man nicht wieder erwacht. Doch der Mann ist nicht tot, immer wieder öffnet er kurz die Augen. Er kann nicht begreifen, was hier vor sich geht. Der Wind ist wie eine Mauer aus Eis. In der Nacht musste er sich immer wieder übergeben, bis nur noch eine schleimige, grünliche Flüssigkeit kam. Sein Kopf droht zu platzen, alles besteht aus flackernden Spiralen, grellen Lichtpunkten, wie Eisenspäne, die sich nach dem Magneten ausrichten. Stundenlang hat er geschrien, gehofft, dass ein Autofahrer, ein Landwirt, ein Spaziergänger ihn hört. Nun kann er nur noch krächzen, seine Stimme klingt wie ein zersprungenes Instrument, eine Stimme nach dem zweiten Stimmbruch, ein Wunder, dass da überhaupt noch was rauskommt. Erbarmungslos dreht sich das Rotorblatt mit fünfzehn Umdrehungen pro Minute. Wie haben die Täter (es müssen mehrere gewesen sein) ihn dort bloß hochgeschafft? Ob die sich irgendwo in der Nähe an dem schauerlichen Bild ergötzen? Oder sind sie längst über alle Berge? Wer macht so was? Drogenberauschte Jugendliche, Sadisten, Verrückte? Es muss etwas anderes sein. Die Täter haben das doch extra so in Szene gesetzt, dass es aussieht wie die Kreuzigung. Eine echte Hölle ist das, wahrlich eine Strafe biblischen Ausmaßes. Was hat der Arme nur verbrochen, dass er so büßen muss? Gegen 8.30 Uhr setzt dünner Schneefall ein, mit vereinzelten Flocken, die durch das Licht treiben und dann unsichtbar davonschweben. Seine Körpertemperatur beträgt nur mehr 28 Grad, das hält er nicht mehr lange durch. Noch einmal macht er die Augen auf, sein Blick wird weiß. »Dass ich auch immer in solch missliche Lagen geraten muss«, denkt er noch, und hat schon wieder vergessen, warum er hier hängt.

27.6. Kurztrip an die Ostsee, steige ab im »Ausschlafhotel« Genueser Schiff. (Nennt sich wirklich so.) Stelle fest, dass ich in meinem Leben noch nie wirklich ausgeschlafen habe, kein einziges Mal. Dabei wäre so schön: nur ein einziges Mal richtig ausschlafen.

28.6. In Diskussionen stets die VW-Regel beherzigen: Vorwürfe in Wünsche verwandeln.

29.6. Briefe schreiben sollte man nur noch, wenn man muss (Kondolenz, Rechnungen), ansonsten reine Zeitverschwendung. Was ich zu sagen habe, lasse ich künftig lieber in meine Bücher eingehen. Briefe schreiben ist eine unzeitgemäße, senile Beschäftigung gegen quälende Langeweile. Außerdem unsportlich, denn es gibt nicht wenige Briefeschreiber, die, wenn sie sich nur einmal im Leben zusammenreißen würden, ein Buch schreiben könnten, sie tun es aber brieflich, sie entledigen sich dessen in kleinen Fragmenten, statt alles in einem Band zu konzentrieren. Dumm, auch unökonomisch. Ich bin also mit dem Thema »Briefe« endgültig durch. Nur für die Einwohner der DDR gilt nach wie vor: »Drüben bleiben, Briefe schreiben«.

30.6. Wir kommen aus dem Nichts und verschwinden im Nichts, alles andere ist kindliche Phantasterei.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Winke winke, Prof. Herfried Münkler!

Winke winke, Prof. Herfried Münkler!

So was wie den »Asylstreit« (CDU/CSU) muss einer wie Sie natürlich analysieren, auch mal im »Stern«: »Dieses leichtfertige Spielen mit der politischen Stabilität ruft ungute Erinnerungen an Weimar hervor« – im Gegensatz zu den vielen guten, die man derzeit bekommt, wenn man »Weimar« hört –, aber: »Soweit wird es nicht kommen.« Sollten Sie den ersten Satz ernst meinen, ist der zweite leichtfertig. Meinen Sie den zweiten ernst, ist der erste Alarmismus, Phrase.

Ja, jetzt, wo wir es sagen: »So wie seinerzeit in der SPD lässt sich die Ursache des Streits auch in der Union nicht allein an persönlichen Feindschaften festmachen. Heute wie damals steht dahinter ein Konflikt um den politischen Kurs.« Ach! »Ich glaube, dass die politische Mitte weiter eine Rolle spielt.« Oha! »Früher sprach man von ›Italienisierung‹ der Politik, heute müsste man von der ›Niederlandisierung‹ sprechen.« Soso. »Der deutschen Europapolitik droht nun das, was ich das ›französische Syndrom‹ nennen würde.« Hm.

Dieses leichtfertige Spielen mit Sinn und Sprache ruft ungute Erinnerungen an andere Ihrer Veröffentlichungen hervor. Man müsste wohl von »Deutschlandisierung« des Denkens sprechen, es ist das, was wir »Politikwissenschaftssyndrom« nennen würden.

Soweit ist es schon gekommen, fürchtet: Titanic

 Großartige Idee, »tz«!

Ein Live-Ticker zum Helene-Fischer-Konzert im Olympiastadion: »Es folgt das Lied ›Lieb mich‹«; »Helene trägt jetzt einen roten Body, an dem eine Art Umhang aus ebenfalls roten Fäden herunterfällt.« Und so weiter. Was erwartet uns als nächstes? Eine Lesung von Juli Zeh im Snapchat-Format? Die Audiospur zur Schach-WM?

Gehörlos durch die Nacht: Titanic

 Hey, Sticks’n’Sushi Berlin!

Ihr sucht gerade Kellnerinnen und Kellner und habt dazu bei Facebook eine Stellenanzeige kursieren lassen, die Eure Anforderungen erfreulich deutlich macht: »Bei Sticks’n’Sushi stellen wir nur Mitarbeiter ein, die ein großes Lächeln und ein kleines Ego mitbringen. Wir stellen echte Persönlichkeiten ein. Menschen, die das Wir vor das Ich stellen.«

Ihr sucht also, mit anderen Worten, servile Duckmäuser, die sich klaglos ausbeuten, zusammenschreien und kündigen lassen, auf dass Ihr jederzeit in neuen Stellenanzeigen nach Ersatz für sie suchen könnt. Solche »echten Persönlichkeiten« zu finden, die auf ihre Persönlichkeit zugunsten der Volks- oder Betriebsgemeinschaft verzichten, sollte hierzulande wohl gelingen!

Aber unter uns: Die Chefs in Eurer Fischbude sind weiterhin die mit dem kleinen Lächeln und dem großen Ego, nicht wahr?

Von Persönlichkeit zu Persönlichkeit: Titanic

 Innenärgernis Horst Seehofer!

Neulich schalteten wir im ZDF »Aktenzeichen XY – ungelöst« ein – denn soweit sind wir mittlerweile, dass wir »Aktenzeichen XY« zur Ablenkung und Entspannung brauchen –, und da baute sich mittendrinne wer vor unseren Augen auf? Sie, Herr Minister!

Sie sind nämlich heuer Schirmherr des XY-Preises für Zivilcourage, welcher an Personen verliehen wird, die durch beherztes Eingreifen Straftaten verhindert haben. In einem Onlinevideo versichern Sie, damit andere Menschen motivieren zu wollen, »dass sie sich ein Beispiel nehmen, nicht für eine Kultur des Wegschauens, sondern des Helfens und des Zusammenhalts« einzustehen.

Wir müssen an dieser Stelle nachfragen. Wie weit darf Zivilcourage, darf Nothilfe gehen? Angenommen, wir werden Zeuge, wie jemand, sagen wir mittels Abschiebemaßnahmen und qua Verbannung von Rettungsbooten, das Absaufen und anderweitige Krepieren von Flüchtenden verursacht: Haben wir dann die Erlaubnis, wenn nicht die Pflicht, dem Täter gepflegt aufs Maul zu hauen? Reicht Pfefferspray? Die Hunde loslassen?

Rechtsberatungsgesuch von Titanic

 Kleiner Junge aus der Audi-Werbung!

»Mein Vater sagt: Das Gas, mit dem unser Auto fährt, kommt vom Wind.«

Es tut uns wirklich leid, Dir das sagen zu müssen, aber Dein Vater ist ein ausgemachter Trottel. Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Anatomie 4.0

So ein Körper ist doch eh nur ein unzulängliches Hilfsmittel, da kommt man ohne Improvisation eh nicht weit. Aber trotzdem weiß ich jetzt schon, dass ich ihn vermissen werde, den alten Racker, wenn ich demnächst digitalisiert werde.

Theobald Fuchs

 Polen

Ich war mit Antje in Polen. Wir haben viele Fotos gemacht. Zwischendurch haben wir die Fotos schon mal in einem Express-Laden entwickeln lassen. Wir haben gedacht, das wäre billig in Polen, war es aber gar nicht. Als wir die Fotos abholten, waren die Farben auf den Fotos alle zu farbig, knackebunt, wie ein Comic. Irgendwas ist beim Entwickeln schief gelaufen. »Scheiß Entwicklungsland«, sagte Antje.

Kirsten Fuchs

 Alptraum

Geträumt, dass Wolfgang Niedecken mit BAP noch mal durchstarten will und jetzt ein K-Pop-Album aufzeichnet – BIBIM BAP. Schweißgebadet aufgewacht.

Leo Fischer

 Sturmwarnung

Wer Wind sät, wird gar nichts ernten, ihr dummen Städter!

Dipl.agr.oec. Daniel Sibbe

 Dekoratives Literatur-Syndrom

Wie schlimm es um die Leselust in der Bevölkerung steht, sieht man am anschaulichsten in diversen Möbelhäusern, welche aufzusuchen mich meine renovierungswütige Gattin derzeit ständig nötigt: Da offenbar keine Diebstahlgefahr mehr besteht, wurden Buchattrappen erstmals durch echte Romane ersetzt.

Volker Schwarz

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 21.08.:

    "Spiegel online" über Heinz Strunks neuen Erzählband.

  • 20.08.:

    Oliver Maria Schmitt war für die Taz auf Hausbesuch bei Linken-Sammlerin Sahra Wagenknecht.

Titanic unterwegs
29.08.2018 Berlin, Pfefferberg Theater Max Goldt
02.09.2018 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Otto. Die Ausstellung«
02.09.2018 Erlangen, Galerie Black Cube Bernd Pfarr