Inhalt der Printausgabe

TITANIC-Aktionsherbst

»Schade um die schöne Stadt!«

 

Wie die SPD-Vorsitzende Ypsilanti einmal einen Staudamm quer durch Hessen bauen wollte und dabei auf erstaunlich wenig Widerstand stieß

 

Mittwoch, 10. September, 14.30 Uhr, Frankfurt-Bockenheim. Wie die Ölgötzen sitzen die TITANIC-Ur­gesteine Gärtner und Nagel in ihrem Büro und können so viel Politikverdrossenheit nicht fassen. In einer mit historischem Aufwand betriebenen Polit­aktion haben sie und ihre sympathischen Kollegen gestern versucht, als Abordnung der Jungen Union die Bürgerinnen und Bürger im hessischen Weilburg an der Lahn zu warnen; zu warnen vor dem wahrhaft pharaonischen Staudammprojekt »Lahntal­sperre«, das die SPD-Vorsitzende Andrea Ypsilanti, sobald sie ihren Pakt mit dem Bolschewismus besiegelt haben wird, mit chinesischer Rücksichtslosigkeit in die Tat umzusetzen gedenkt.

Unsere von Hochleistungsdruckern ausgeworfenen Plakate hatten die entsetzlichen Folgen für Mensch, Tier und Umwelt in einprägsame Formulierungen gepackt. Computerexperte Alexander Golz (Maos Computer Club) ­hatte in mehrwöchiger Tag- und Nacht­arbeit die Folgen des nach chinesischem Vorbild geplanten Staudamms computeranimiert, und sogar der legen­däre, unverwüstliche TITANIC-Aktions-Tapetentisch war noch einmal aus dem Ruhestand geholt ­worden, dem praktisch nagelneuen Redaktions-­Laptop Platz zum ­Simulieren zu geben. Mit insgesamt zwei (!) Kraftfahrzeugen waren wir in die hessische Provinz ­gefahren, mit Höchst­ge­schwin­dig­keit über die malerische B456, mitten­mang nach Weilburg hinein, ins Herz der ­barocken Residenzstadt, die, wenn es nach Andrea Ypsilanti geht – und das wird es bald –, zwecks Ökostromgewinnung im quadratkilometer­großen Lahntal-Stausee untergehen wird.

Wie weit würden Sie sich für den Staudamm umsiedeln lassen?
    O Limburg
    O Hamburg
    O Ostzone

Dem Weilburger allerdings ist das scheißegal: »Davon hab ich noch nie etwas gehört«, gibt sich ein Glatzkopf ahnungslos – dabei stand es doch, wie wir einwandfrei belegen können, in der FAZ ! »Davon habe ich schon was gelesen«, kann eine Endvierzigerin, die mit ihrem Mann Alfred durch das beschauliche Stadtzentrum flaniert, deshalb auch mit Fug und Recht behaupten. »Da war vor einiger Zeit was in der Zeitung!« Gut, daß das ­rüstige Busen­wunder Abonnentin der Er­fun­de­nen Quatsch­nachrichten ist und beim ­Abgang verspricht, Andrea Ypsilanti alsbald telefonisch Bescheid zu stoßen; deren Tele­fonnummer steht nämlich auf unserem Flugblatt. Und sollte die vielbeschäftigte Parteivorsitzende mal nicht da sein, lädt ein von Redaktionsassistentin Staniewski in charmantem Hessisch besprochener Anrufbeantworter zur Protestablage ein.

Glauben Sie, daß Frauen keine Politik können?
O ja
O nein

Fotostrecke

 

 

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»Die sind doch bekloppt«, äußert sich eine Greisin erfreulich einschlägig, nachdem der Kollege ­Nagel ungefähr fünf Minuten auf sie eingeteufelt hat. Zum Glück wartet die alte Dame, gehbehindert wie sie ist, an der Halte­­stelle auf den Bus und kann nicht fliehen. »Die wisse doch gar net mehr, wofür sie das Geld ausgebe solle. Statt daß sie es mal den geringere Leud ­gebe! Die könne ja sehe, wo se bleibe mit ­ihre Rente!« Dieser Philippika hat ein psychisch nicht gering herausgeforderter Frührentner interessiert zugehört und schiebt sein Trekkingrad nun hinter ­Nagel her zum Aktionstisch, an dem er so lange direkt neben dem attraktiven Jungunionisten stehenbleibt, bis der ihn nicht mehr ignorieren kann.
»Wissense, der Jochen Lengemann, der hat’s damals auch überspannt.«
»Wer?« fragt Nagel dummerweise nach und lädt so nicht nur zu einem längeren Gespräch über den hessischen Landtagspräsidenten von 1982/83 sowie 1987/88 ein, sondern offenbart auch noch, daß er von hessischen Lokal­politikergrößen nicht die leiseste Ahnung hat.
»Lengemann, kenne Se den net? Ich bin ja aus Kassel. Aber Politik interessiert mich jetzt net mehr so, ich ­schreibe jetzt Märchen.«
»Aha«, macht Nagel und denkt ein bißchen über Selbstmord nach.
»Ja. Es war einmal, so fangen ja Märchen immer an.«
»Stimmt.«
»Es war einmal ein Vater, der hatte einen Sohn, der immerzu beschäftigt werden wollte.«
»Oje.«
»Ja. Der konnte sich keine zwei ­Minuten allein beschäftigen. Das ging so lange, bis der Vater eine Weltkarte genommen und daraus ein Puzzle gemacht hat, damit der Sohn mal ein bißchen länger zu tun hatte.«
»Soso.«
»Ja. Aber der Sohn war wieder nach zwei Minuten fertig. Wie hast du das denn gemacht? fragt der Vater, und der Sohn sagt: Auf der Rückseite der ­Weltkarte war ein Kopf, den habe ich einfach zusammengesetzt. – Ja, es kommt alles aus dem Kopf!«
»Den Eindruck habe ich auch…«

 

Ein Ehepaar in hinreißend zeit­genössischer Freizeitkluft und mit sichtbar hohem BMI zieht ein paar ­treffende Gegenargumente aus dem ­Köcher: »Des is utopisch, des liegt doch viel zu hoch!« beginnt der Gatte, den ein leicht Marlon-Brando-haftes Air umweht.
»Ja, das Schloß schaut dann raus!« sekundiert die elfenhafte Ureinwohnerin und guckt, als ließe sie jetzt gerne einen ­fahren. »Wer isn des eischentlisch?« erheischt die Wutz detaillierte Informationen über ihre Landesmutter in spe. »Is das die aus der Zeidung? Die is ja schrecklisch, furschtbar!«

Muß man sich für Ökostrom alles gefallen lassen?
O ja
O nein

Am östlichen Ausgang des Marktplatzes kann sich ein bereits nach ­Moder riechender, mit diversen seltenen Hautkrankheiten geschlagener ­Senior nicht von Redaktionsbeau ­Fischer losreißen. Sein rechtes Auge ist entweder entzündet oder zugewachsen, jedenfalls kriegt er es nicht mehr auf; dafür ist sein Sprachzentrum ganztägig geöffnet:
»Ich bin ja eigentlich auch eher von Ihrer Partei, nicht. Ich habe Sie alle gesehen, alle gewählt. Den Adenauer, den Erhardt, den Kiesinger, den, den, na, mit R heißt er, helfen Sie mir.«
»Rau.«
»Roman Herzog, genau, den Kohl. Aber wissen Sie, Herr Fischer, ich würde mir wünschen, daß da wieder Feuer reinkommt, die CDU ist heute doch völlig überaltert. Und hier in Weilburg, da rührt sich überhaupt nichts. Da ­müßte wieder Pfeffer rein!« Eben das versuchen wir ja seit geschlagenen zwanzig Minuten! Aber der Marktplatz von Weilburg ist derart ausgestorben, daß Magdeburg dagegen wie eine quirlige Metropole wirkt.
»Man darf keinen Krieg anfangen, den man nicht gewinnen kann«, grinst der Jenseitige abschließend, »wenn Sie wissen, was ich meine.« – »Ich weiß genau, wen Sie meinen.«

Würden Sie sich von einer Ausländerin regieren lassen?
O ja
O nein

Überhaupt wird in Weilburg viel gestorben. Jede zweite Reaktion auf ­Ypsilantis Einschluchtenstaudamm lautet sinngemäß: »Bis der kommt, sind wir längst unter der Erde!« Andere kämpfen noch gegen das nahe Ende: »Guten Tag, haben Sie schon von der Lahntalsperre gehört?« – »Ja, so eine Schweinerei. Ich muß jetzt aber zum Arzt!«
Zum Arzt sollte auch der Sozial­demokrat in den besten Jahren mal, der den blutjungen Praktikanten ­Hürtgen mit Leidenschaft anfaßt und die Politik der unbeliebten Volkspartei entschlossen in Schutz nimmt: »Lieber Moritz Hürtgen, dich werde ich lang in Erinnerung behalten. Aber ich wette mit dir um einen Dauerlutscher, daß das nie umgesetzt wird!«
So unbesorgt der sozialdemokratische Dauerlutscher wie überhaupt die süßgestimmten Einheimischen der Vernichtung ihrer angestammten Heimat entgegensehen, so unruhig reagieren naturgemäß die Touristen, die um ihr beliebtes Seniorenreiseziel fürchten: »Wir sind hier dreimal im Jahr!« – »Schade um die schöne Stadt.« – »Wird das Schloß noch zu besichtigen sein?« Es wird; allerdings sollte man ein Boot dabeihaben.
Während eine Abordnung der ­Bockenheimer Jung-Union in den dörf­lichen Stadtteil Kirschhofen verschwindet, um dort die Briefkästen mit Anti-Ypsilanti-Material zu füllen, wird es an unserem Stand international, als sich eine amerikanische Touristin von uns weltläufig die Situation erklären läßt: »It’s a kind of a wall which will, äh… it’s like the Hoover Dam!« – und wissen möchte, ob wir dafür oder dagegen sind. »We are against it, of course!« – »Ok! Where can I sign?« Nirgends! Denn ihr Lebens­­abschnittsbegleiter verbietet ihr die politische Demonstration, indem er über den Platz krakeelt: »Don’t talk to them! They are political!
These people are against everything! ›Build it anywhere, but not in my backyard‹!«

Finden Sie 50 Euro Entschädigung ausreichend?
O ja
O nein, ich will…

Ein Hinterhofstaudamm – mit solchen Kleckerprojekten kann man ­Hessens neuer Gewaltherrscherin ­natürlich nicht kommen. Und muß man auch nicht; denn selbst gegen stein­gewordenen Größenwahn haben zumindest die Weilburger so gut wie gar nichts: Sie sind weder political , noch sind sie against everything. Auf unserem Protestanrufbeantworter verliert sich ein einziger Demonstrant, vor ­dessen geschliffenem in tyrannos die erzsympathische Kommunisten­freundin Ypsilanti aber gewiß keine Angst zu haben braucht.

 

Kaum sind die Kommunisten also an der Macht, können sie mangels Bürgerprotest machen, was sie wollen. Egal ob ein überteuerter Jahrhundertstaudamm oder eine achtspurige Auto­bahn von Ypsilantis Wohnhaus zu ­ihrem Berliner Lieblingsitaliener – dem Volke ist’s wurscht, da kann die Junge Union soviel reden, wie sie will.
Also kann man sie ja eigentlich auch verbieten.

Volkes Stimme auf »Ypsilantis« Anrufbeantworter: Herr Sch*** ist dagegen

»Ja, hier ist Sch***, einen wunderschönen guten Tag. Telefon ... äh ... 06*** 952 – 17, äh, 923, 7, äh, 28. Ich hab so viele Telefonummern… Äh, ich habe heute etwas gesehen äh zur äh Lahn – – talsperre. Ich find – – oder Lahntalflutung – – wenn das, was mir zu Ohren gekommen ist, richtig sein sollte, daß das geplant ist, dann, äh, bitte ich Sie doch Abstand zu nehmen, weil das für mich eines der größten Schwachpunkte und schwach, äh, großer Schwachsinn hier in den letzten Jahren in der Bundesrepublik ist. Das wird Ihnen, muß ich sagen, doch, äh, nehm ich an, sehr sehr viele Stimmen kosten, und es lohnt sich nicht deswegen mit der Linken, wenn diese das zur Voraussetzung machen, äh, hier das einzugehen. Ich bin also strikt dagegen und, äh, wenn man bedenkt, äh, einmal die Kosten steht in keinem Verhältnis, dann was umgesiedelt werden muß, was an Natur ver... äh, hier kaputtgeht und das doch wo man, äh, für Öko, für die Natur ist, ich glaube, das sollte man überdenken. – – Danke, tschüß.«

 

Teure Computersimulation: So geht Weilburg unter (Abb. ähnlich)

 

 

Stefan Gärtner / Oliver Nagel

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Moinmoin, Nandus!

Moinmoin, Nandus!

Vor 18 Jahren seid Ihr aus einer Lübecker Straußenfarm ausgebüchst und habt Euch seither munter in Nordwestmecklenburg angesiedelt. Anfangs nur ein gutes Dutzend, ist Eure Population auf mittlerweile über 500 Laufvögel angewachsen. Wenn das so weitergeht, stellt Ihr demnächst in Eurem Landkreis die Bevölkerungsmehrheit.

Doch aufgepasst: Ihr habt zwar keine natürlichen Feinde, seit kurzem jedoch die Alphatierchen und Aasgeier von der FDP im Nacken, die Euch ins deutsche Jagdrecht aufnehmen wollen und als »große Gefahr« geißeln. Kleine Bitte: Könntet Ihr, statt konzeptlos alle Felder leerzufuttern, nicht zur Abwechslung mal was Sinnvolles tun, z.B. den Lebensraum des Nazidorfs Jamel verwüsten oder wenigstens das Kreisbüro der örtlichen FDP (Dorfstraße 27, 19417 Jesendorf)? Auf, auf!

Eure Fressfreunde von Titanic

 Glückwunsch, Simon Rolfes!

Sie sind Sportdirektor des Fußballvereins Bayer Leverkusen und äußerten jüngst den Satz: »Wir kommen vom Ansatz, mit dem Ball spielen zu wollen.«

Und wir kommen vom Ansatz, Ihnen zu gratulieren, dass das der genau richtige Ansatz ist, denn Fußball ist ja schließlich eine Ballsportart. Hätten Sie etwa behauptet, Sie kämen vom Ansatz, mit dem Puck spielen zu wollen, oder mit Doppelkopfkarten, oder gar mit dem Gedanken, künftig Eigenblutdoping zu betreiben, wären das total falsche Ansätze gewesen. So aber haben Sie eindrucksvoll bewiesen, dass Sie vom Ansatz her der absolut richtige Mann am richtigen Ort sind und nicht etwa ballaballa.

Verwandelt diesmal ansatzlos: Titanic

 Gloria von Thurn und Taxis,

neulich fanden wieder mal die Festspiele im Innenhof Ihres Regensburger Schlosses statt. Da jubeln immer alle und freuen sich, und die geladenen Künstler, beispielsweise Elton John und Sting und Tom Jones, bedanken sich artig für die Einladung.

Und jetzt das! Bevor die Band Revolverheld zur Zugabe ansetzte, sagte Sänger Johannes Strate: »Wir spielen hier auf dem Grund einer Frau, mit deren Werten wir überhaupt nicht übereinstimmen. Man darf Missbrauch in der katholischen Kirche nicht bagatellisieren und Flüchtlinge nicht elendig im Mittelmeer verrecken lassen.« Und alle klatschten und jubelten. Und Sie? Sie sagten: »Gott sei Dank darf man heute noch seine Meinung sagen.«

Das stimmt, Prinzessin, Sie tun das ja unentwegt, haben Abtreibung als »Massenmord«, Beten als Heilmittel gegen Homosexualität und Migration als »eine Art Krieg« bezeichnet. Über jahrzehntelange Misshandlungen bei den Regensburger Domspatzen vermeldeten Sie: »In meiner Jugend waren Schläge ein ganz normales pädagogisches Mittel, um mit frechen Kindern, wie ich eines war, fertig zu werden.« Vor einem halben Jahr klang Ihre Meinung zur Meinungsfreiheit übrigens noch so: »Natürlich gibt es die Meinungsfreiheit. Aber wir dürfen nicht sagen, was wir denken.«

Mit Blick auf das, was Sie ohne Beteiligung Ihrer grauen Zellen von sich stemmen, möchte tatsächlich keinesfalls auch noch wissen, was Sie denken: Titanic

 Privet, »Zeit Campus«!

In Deinem aktuellen Heft findet sich eine Reportage über Punkrockbands in Russland und darin wiederum der Satz: »Pornofilmy«, eine der Bands, »bezeichnet sich selbst als regierungskritisch. Ihre Lieder heißen Armes Land oder Traut der Regierung nicht

Wir halten journalistische Skepsis ja wirklich in allen Ehren, aber in manchen Situationen und bei gewissen Indizien darf man seinen Interviewpartnern auch einfach mal glauben.

Finden zumindest Deine Naivchen von der Titanic

 Ralph C. Freund!

Da massakriert ein weißer Nationalist in der texanischen Grenzstadt El Paso unter anderem sieben Mexikaner, woraufhin der US-Präsident seine gewohnte ausländerfeindliche Hetze betreibt. Und Sie, Chef der sog. »Republicans Overseas«, dürfen bei WDR 5 den in die Kritik Geratenen in fließendem Deutsch verteidigen: »Trump ist nun alles, aber kein Rassist.«

Na, klar Robert »C.« Freund, und das »C«, welches der damalige Immobilienspekulant und Vermieter Trump schon Anfang der Siebziger Jahre in die Bewerbungsunterlagen farbiger Wohnungsinteressenten stempeln ließ – ein Vorgehen, für das er schon damals von den US-Behörden verklagt worden ist –, stand auch nicht für »colored«, sondern für das auf die Weltläufigkeit seines Initiators verweisende Wort »Cosmopolitan«, nicht wahr?

Keine Grüße: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Unpolitische Tiere: der Adler

Adler, Adler schweb empor
Du hast heute Großes vor
Flieg hinauf auf deinen Schwingen
Schwebe über allen Dingen
Segle, kreise, räsoniere
Sinne nach und meditiere
Über diese Frage nur:
War heute nicht die Müllabfuhr?

Gunnar Homann

 Fast schon Werbung

Beim Einkauf von Grillklimbim stieß mir Kohle mit Öko-Siegel ins Auge, die damit warb, dass sie »erstaunlich gut« brennbar sei. Ja, wagen denn nicht einmal Reklamefritzen in Zeiten der durch Streamingwerbung seelisch verhornten Kundschaft noch das ganz grelle Ranwanzen? Was kommt als nächstes? »Schokoriegel – schmeckt scheiße wäre leicht übertrieben«? »Mehl – dare to call it unschwarz«? »Dildo – nicht schlecht für einen Schwanz«?

Jasper Nicolaisen

 Habenwollen

Wenn ich Erich Fromms Buch »Haben oder Sein« verliehen habe, darf ich dann nach einiger Zeit sagen, dass ich es gerne zurückhaben würde, oder habe ich dann mal wieder gar nichts verstanden?

Ludger Fischer

 Zu ihrem Uniabschluss

wollte sich meine Freundin ein Cutting, ein Narbentattoo, zulegen. Ihr Freund hegte allerdings ästhetische Bedenken, sodass sie ihr Vorhaben verschob. Seit einiger Zeit sind die beiden allerdings getrennt, und die Sache ist damit geritzt.

Laura Brinkmann

 Add Blue

Die Zeit, in der mit Ersatzflüssigkeit Bindenwerbung gemacht wurde, wird auch als die Blaue Periode der Werbeindustrie bezeichnet.

Tobias Speckin

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURSonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURLeo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
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22.09.2019 Frankfurt, Museum für Komische Kunst »Hans Traxler. Zum Neunzigsten«
22.09.2019 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus »Karikaturen der Neuen Frankfurter Schule«
23.09.2019 Lyon, Goethe-Institut Katharina Greve: »Das Hochhaus«
24.09.2019 Hannover, Feinkost Lampe Katharina Greve