Vom Fachmann für Kenner | Januar 2009


Immerhin

Eine von mir durchgeführte Umfrage hat ergeben, daß die Frauen in meinem Bekanntenkreis im Schritt 0,9 Höschen tragen.

Stefan Sichermann

Lob der Heizung

Was man in diesen Tagen vielleicht einfach mal sagen muß: Heizungen werden im allgemeinen zu wenig gewürdigt. Sie sorgen immerhin für Wärme, verschaffen Behaglichkeit, schützen vor den grimmigen Eiseshäuchen, die uns sonst unweigerlich schockfrosten würden. Es wäre also gar nicht so unangemessen, Hymnen auf die Heizung zu singen und »Ich heize gern«-T-Shirts zu tragen, Gedichte über das beruhigende nächtliche Pochen der Heizungsrohre zu verfassen und das glückselige Gluckern der Heizkörper als Klingelton anzubieten. Statt dessen aber hört man immer nur: Heizkosten, Umweltbilanz, Ökokatastrophe. Ich meine: Solange wir Menschen nicht unser Verhältnis zur Heizung geklärt haben, wird das mit der Rettung der Welt nichts!

Mark-Stefan Tietze

Weiter!

Ermutigende Einsicht am Fuße der vierten Flasche Merlot: Ich kann ja auch nicht die ganze Zeit Wein predigen und Wasser saufen!

Daniel Nierwetberg

Werbung und Wirklichkeit

Das Ramschkaufhaus in meiner Nachbarschaft bietet in seinem neuesten Werbeprospekt »heiße Damen-Slips« mit »frechem Schriftzug« an. Daß dabei aber auch der Aufdruck »Knackarsch« in allen Größen bis einschließlich XL erhältlich ist, erscheint mir unpassend, ja beinahe verlogen.

Alex Speh

Bussi

Neulich wieder, das heißt zum zweiten Mal – ZUM ZWEITEN MAL! –, lächelt der Busfahrer der Linie 25 mich gutmütig an und fragt, ob Kinderkarte. Kinderkarte! Das soll wohl ein Witz sein, guter Mann! Als Kind fährt in Hamburg alles unter 14. Wenn, dann wäre ich zwei Kinder. Jetzt aber mal im Ernst: Wie abgehalftert, wie verbraucht, wie fertig und mutlos, entnervt und eiiiiinfach nur müde sah ich denn aus?

Heike Schwarze

Welttoilettentag

Am 19. November war »World Toilet Day«. Dem Aufruf »Donate now«, wie er auf verschiedenen Internetseiten zu finden war, habe ich dann auch pflichtgemäß mehrfach entsprochen.

Norbert Voßiek

Haut wohl hin

Geld gilt als »geronnenes Vertrauen«. Aha. Ist dann Schorf »geronnenes Verhauen«?

Harald Wurst

Entscheidender Hinweis

Was heute »Depressionen« heiße, ärgert sich die Großmutter, habe man früher viel passender »gemütskrank« genannt. Die Frau ohne Lächeln, deren Namen sie nie habe in Erfahrung bringen können, sei eben gemütskrank gewesen. Das habe auch ganz klar mit dem Tod ihres Sohnes zusammengehangen. Das Baby sei nur deshalb gestorben, weil es von seiner Mutter nie angelächelt worden sei. Offiziell habe es geheißen, daß ein verrutschtes Kissen dem Kind nicht genügend Luft gelassen habe. Gemütskrank sei diese Frau aber schon vorher gewesen. Das habe sie, die Großmutter, der Polizei ganz klar bestätigen können. Die Polizei habe die Frau ohne Lächeln dann auch sofort mitgenommen, und danach habe man sie nicht mehr gesehen.

Ludger Fischer

Danke, Frankfurt!

Mein Freund Tomasch, in den Neunzigern für einige Jahre Wahlberliner, wurde damals nicht müde, bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu verkünden, daß die Berlinerinnen hielten, was die Rheinländerinnen versprächen. Nun wohnt er schon bald ein Jahrzehnt in Frankfurt, und ich warte seither auf ein neues Diktum – aber nichts, rein gar nichts. Scheint, als hätten ihm die Hessinnen das Maul gestopft.

Marcel Vega

Wirtschaftsdialog

Ich: »Dann nehmen wir noch einen halben Liter von dem Rosé.«

Kellnerin: »Gerne. Rot oder weiß?«

Tina Manske

Für Sie frisch verlesen

Mein Verleser des Monats: »Zauber der Wehrmacht« statt »Zauber der Weihnacht«. Darf ich auf mein kritisches, den Christmas-Faschismus entlarvendes Unterbewußtsein stolz sein?

Michael Ziegelwagner

Jeder ist sich selbst der nächste

In »Brisant« läuft mal wieder so ein Bericht über den Fund einer grausam zugerichteten Mädchenleiche. Daraufhin meine Schwester (55): »Weißt du, was das Gute an Kindermördern ist? Daß sie nur Kinder umbringen.«

Roman Moosbauer

Das spart!

Keine Ahnung, ob meine gelegentliche Schusseligkeit darauf hindeutet, daß ich die Alzheimersche Krankheit kriege. Falls ja, dann freue ich mich schon auf eins: Ich kann den gleichen Einkaufszettel mehrfach benutzen.

Hans Kantereit

Hunde, wollt ihr ewig leben?

Dialog am Hamburger Elbufer, nachdem ein großer Hund einen überdurchschnittlich großen Scheißehaufen hinterlassen hat.

Ich: Hier hängen ja überall so Tüten.

Hundehalterin: Was meinen Sie?

Ich: Hier gibt es so Tüten, in die man die Hundescheiße reintun kann, damit auch noch andere Leute den Strand benutzen können.

Hundehalterin: Nö, das mache ich jetzt einfach mal nicht. (Pause) Sie sind Kommunistin, oder?

Ich: Und Sie? Faschistin?

Hundehalterin: Sie kommen aus der DDR, oder? Ihre Mutter hat wahrscheinlich als Sachbearbeiterin im Parteibüro dafür gesorgt, daß Abweichler im Gefängnis landen, oder? Wahrscheinlich arbeitet Ihre Mutter da immer noch und füllt den ganzen Tag Formulare aus. Nee – aber wissen Sie: Hier haben wir Denunzianten nicht so gerne.

Ich: Ich habe Sie nicht denunziert, sondern gebeten, Ihre Hundescheiße wegzumachen.

Hundehalterin: Kommen Sie ruhig her! Dann haue ich Ihnen gleich was auf die Fresse!

Katja Strube

Erklärung

Das kennen Sie bestimmt auch: Situationen kommen einem merkwürdig bekannt vor. Ihr Hirn denkt bei vergleichbaren Anlässen oder sogar unaufgefordert immer wieder Vergleichbares. Kurz gesagt: Zeugs ähnelt anderem Zeugs. Ich habe die langgesuchte Erklärung für diesen Sachverhalt: Die Kongruenz schläft nicht!

Helge Möhn

Zähltip

Mach es wie die Eieruhr – zähl’ die heißen Zeiten nur.

Uwe Geishendorf

Hochzeitsgeschenkidee

Wer ein wirklich originelles und äußerst preiswertes Hochzeitsgeschenk sucht, kann sich einen Service zunutze machen, den bislang kaum jemand kennt. Man tummele sich ein oder zwei Stunden im Internet, suche ein paar Adressen zusammen, schreibe einige Mails – und schon erhält das Brautpaar gratis und datumsgenau individuell ausformulierte, per Hand unterschriebene Gratulationspost illustrer Persönlichkeiten. Ohne zuviel verraten zu wollen: Das Dienstwappen des Bundespräsidenten oder Heiratszitate von Philosophen, die zu kennen man den betreffenden CSU-Politikern gar nicht zugetraut hätte, machen am Festtag schon ganz schön was her. Besonders bunt beglückwünschen übrigens die Stars der volkstümlichen Musik. Unschön dagegen, daß eine populäre bayerische Schauspielerin, die einst Ärger wegen einer von ihr vertriebenen Schönheitscreme hatte, nicht gratulieren mag, weil sie zunächst auf umständlichem Vorab-Porto besteht. Und das selbst dann, wenn man im Kontaktformular ausdrücklich die segensreiche Wirkung der Creme auf das Aussehen der Braut erwähnt!

Michael Höfler

Wasserwerk Verena

Kürzlich fragte mich meine fünfjährige Tochter: »Papa, wie macht man eigentlich Wasser?« Ich hatte natürlich mal wieder keine Ahnung. Außerdem müßte sie es selbst viel besser wissen, die alte Heulsuse.

Wolf Kantelhardt

Gender Studies

Daß ich in einem Studiengang mit einer Frauenquote von über achtzig Prozent sitze, merke ich unter anderem daran, daß die Professorin nach den ersten sechzig Minuten der zweistündigen Vorlesung nicht etwa fragt, ob das allgemeine Bedürfnis nach einer Pause bestehe, sondern wer denn jetzt schon alles zur Toilette müsse.

Moritz Veltmann

China vs. China

In einer schmalen Gasse, durch die die Studenten auf dem nachmittäglichen Gang zur Uni getrieben werden, hat nun genau gegenüber vom »China-Express« der »Hong Kong-Express« eröffnet. Beide werben auf Tafeln, die den schmalen Gehsteig fast ganz blockieren, mit dem identischen Lockangebot: »Gebratene Nudeln 1,50«. Bisher dachte ich ja, diese Chinesen würden immer nur deutsche Erfolgsmodelle plagiieren. Wieder ein Vorurteil weniger.

Christian Ritter

Perverse Radler

Ich war nicht allzu enttäuscht, daß Straßenbaumaschinen die Konversation vor und nach der Offenbarung übertönten, die ein Radfahrer einem anderen beim Erklimmen des Berliner Weinbergswegs zukeuchte: »Also bei mir ist das so, ich bin irgendwie Aussehensfetischist.«

Alex Dzierzon

Aua…

Ein moderner Dia-Abend: Fünf vom Alter her erwachsene Menschen sind eingeladen, um sich Bilder des vergangenen Kalifornien-Urlaubs auf dem DVD-Player anzuschauen, dazu werden alkoholische Getränke und Einzelportionen vom Bringdienst gereicht. Als die barfüßige Gastgeberin sich von der Couch erhebt, um aus der Küche flüssigen Nachschub zu besorgen, hören wir wenig später einen markerschütternden Schrei, gefolgt von wüsten Flüchen: »Aua! Autsch! Wer war das? Welcher Pisser lässt denn so was auf dem Boden liegen?!« Ein Gast kann zwar nicht den Übeltäter, aber unbesehen und zweifelsfrei die Angriffswaffe identifizieren: »Kronkorken – der Legostein der Kinderlosen.«

Katinka Buddenkotte

Kennzeichen des Alterns III

Manchmal beschleicht mich in den letzten Jahren das Gefühl, daß mein eigener Körper immer mehr wie ein modernes Wirtschaftsunternehmen arbeitet. Zum Beispiel versucht er, sämtliches Körperfett outzusourcen und in eine eigene Untereinheit auszugliedern, die allerdings niemand übernehmen will.

Volker Surmann

Friedhof 2.0

LeichenVZ – liegt da für die sozialen Netzwerke nicht noch ein Riesenmarkt begraben?

Johannes Kreidler

La dolce vita

Seit wir nach Venedig umgezogen sind, möchte meine Frau unbedingt mit dem Oberschichts-Lifestyle der Lagunenstadt mithalten. Um keine kostspielige Scheidung zu riskieren, werde ich wohl nicht darum herumkommen, zur Dogenberatung zu gehen.

Markus Großkopf

Gestern beim Bäcker

»Guten Morgen. Ich hätte gern ein Baguette mit Bulette.«

»Bei die Bulette Senf mit bei?«

»Ja.«

»Einpacken oder zum hier?«

»Einpacken, bitte.«

»Ham wa zwee zwanzig.«

»Bitte sehr.« »Ene, zwehe, zehne und zwee ma fünfe – stimmt jenau! Na denn, nischt für unjut, wa?«

»Ja, da haben Sie recht. Auf Wiedersehen.«

Matthias König

Das muß die Partei aushalten

Als Sozialdemokrat ohne Parteibuch möchte auch ich mich weiterhin an den Diskussionen in der SPD beteiligen. Mein aktueller Vorschlag lautet: Schmeißt endlich den Müntefering raus.

Ralf Höller

Taktik

Drei Tage vor Weihnachten hatte ein Zug nach Zürich kurz vor Basel zwanzig Minuten Verspätung. Der Zugbegleiter verabschiedete sich darob von den Aussteigenden mit den Worten: »Wir entschuldigen uns für die Verspätung und wünschen Ihnen trotzdem noch schöne Weihnachtstage.« Trotzdem? Verhagelte Weihnachten wegen einer zwanzigminütigen Zugverspätung drei Tage vorher? Ich habe einen Verdacht: Mit solch maßloser Unterwürfigkeit wollen die Brüder uns für die mehrstündigen Verspätungen drei Tage später milde stimmen. Wetten?

Christof Goddemeier

Literarisches Duo

»Das Buch, das ich gerade lese, ist echt der Hammer und sauspannend geschrieben!«

»Wie weit bist du denn? Hat sich der Wolf schon als Großmutter verkleidet und ins Bett gelegt?«

Frank Scheller

Restetrinken

Das Restetrinken am Neujahrstag hat bei uns eine lange Tradition. Ebenso wie der Umstand, daß wir vorher immer erst zur Tankstelle müssen, um Reste zu kaufen.

Thorsten Mausehund

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Teure Bahn!

Du erhöhst mal wieder die Fahrpreise. Rund zwei Prozent mehr zahlt man ab Dezember für den Fernverkehr. Wir haben dafür Verständnis: Die Druckkosten für die ganzen Fahrgastrechteformulare müssen ja auch wieder enorm gestiegen sein!

Mit 120 Minuten Verspätung grüßt Titanic

 Sie, Heiko Müller, stellvertretender NRW-Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei,

baten für Ihre Kollegen um Nachsicht, nachdem Rechtsextreme bei einem Aufmarsch in Dortmund ungehindert Parolen wie »Wer Deutschland liebt, ist Antisemit!« hatten skandieren dürfen. »Die Polizei hat nur wenig Handhabe, um einzugreifen«, reagierten Sie auf die Kritik an der Zurückhaltung der Einsatzkräfte. »Die Rechten gehen regelmäßig an die Schmerzgrenze und kaum darüber hinaus. Das ist für Polizisten oft schwer zu ertragen, aber wir leben in einem Staat, in dem die Meinungsäußerung einen hohen Stellenwert hat.«

Mensch, Müller, kein Ding! Dass es für Polizisten oft leichter zu ertragen ist, wenn die Rechten bei ihrer Meinungsäußerung über die Schmerzgrenze hinaus gehen wie in Chemnitz (»Wir sind die Fans – Adolf Hitler Hooligans!«), steht ja ohnehin außer Frage. Bei über 20 Kilo Ausrüstung plus Eigengewicht wird zudem jeder Verständnis dafür aufbringen, dass so eine Hundertschaft während der stundenlangen Latscherei in voller Montur statt der schweren Quarzsand- mal die bequemen Samthandschuhe überstreifen darf. Schließlich handelt es sich bei den Krakeelern nicht um Kapitalverbrecher wie dunkelhäutige Fahrraddiebe oder blassgesichtige Antifa-Sympathis… – aah! Aua, aua! Hilfe, Polizei! Titanic

 Liebe Tschechen!

Da wir gehört haben, dass einer der fünf reichsten von Euch der Milliardär Kretinsky ist, würden wir gern wissen, um wen es sich bei den vier anderen Superreichen aus Böhmen und (Geldver-)Mähren handelt. Wir tippen auf Trotteloda, Idiotcera, die Depperova sowie, natürlich, den fiesen Geldsak Blödiany.

Eure Scherzkecs auf der Titanić

 Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU)!

Als die Diskussion aufkam, ob Ihre Partei mit der AfD koalieren sollte, sagten Sie: »Ich schließe das natürlich auch kategorisch aus.« Das bedeutet also aus dem Merkel-Deutschen übersetzt: Es ist alles möglich?

Dachten sich schon: die Politexperten auf der Titanic

 Krimi-Autorin Rita Falk!

Krimi-Autorin Rita Falk!

Wie Sie der »Passauer Neuen Presse« steckten, spinnen Sie sich Ihre Fälle bei der Gartenarbeit zusammen: »Es ist schon so, dass ich beim Garteln sehr viel nachdenken kann und sehr viele Ideen für meine Krimis sammle.«

Obwohl wir zugegebenermaßen noch keins Ihrer Bücher gelesen haben, dürfte es angesichts Ihrer Inspirationsquelle aber auch nicht schwer zu erraten sein, wer in Ihren Kriminalromanen stets der Mörder ist.

Ziehen Ihnen daher in Sachen Krimis noch immer Ihren Namensvetter Peter Falk vor: die Trenchcoat-Träger von der Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Neues Sprichwort

Die größten Spießer tragen die buntesten Socken.

Fabio Kühnemuth

 Placebo-Effekt

Wem auf dem Weg in den Urlaub siedend heiß einfällt, dass er das »Mensch ärgere Dich nicht« auf dem Küchentisch vergessen hat, und trotzdem nicht auf den Spielgenuss verzichten möchte, kann die Familie am Zielort im Gepäck danach suchen lassen.

Lukas Jacobs

 Sympathisanten

In den Siebzigern war das Rote-Armee-Fraktion-Zeichen mit der Kalaschnikow allgegenwärtig, ob an Wände gesprüht oder auf Bekennerschreiben, die in den Nachrichten gezeigt wurden. Ich war noch Kind und verband mit diesem Logo ausgemergelte, langhaarige, rauchende Leute, die eine andere Gesellschaft wollten und Waffengewalt für die Durchsetzung geeignet hielten. Mich wunderte nur irgendwie, dass die Maschinenpistole dieses Zeichens auf den Autohecks von ganz bürgerlichen Leuten auftauchte. Auf polierten, dicken Mercedessen oder vollbeladenen Familienkutschen prangte ein Gewehr. Es war zwar um 90 Grad gekippt, hatte den Lauf nach unten gerichtet, aber es strahlte genau diese bedrohliche Gewaltbereitschaft aus. Erst viel später erfuhr ich, dass es sich bei diesem Symbol um die Umrisse von Sylt handelte.

Miriam Wurster

 Kleine ganz groß

Welch bedeutungsverändernde Wirkung die Groß- und Kleinschreibung haben kann, merkte ich, als ich den ausgestellten Rechnungsbeleg mit »Betrag dankend in Bar erhalten« sah.

Jürgen Miedl

 Gegen den Jugendwahn

Wie alt muss ich eigentlich werden, damit mich das Quengelregal an der Supermarktkasse endlich kaltlässt?

Katharina Greve

Vermischtes

Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
Er ist der selbsternannte Hassias – viel wichtiger aber noch: der designierte Kanzlerkandidat für Die PARTEI. Holen Sie sich jetzt die neue DVD von Merkel-Nachfolger Serdar Somuncu als Gratisprämie und stehen Sie damit schon vor der Machtergreifung auf der richtigen Seite. Ihre Kinder werden es Ihnen danken!
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde. Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle Sterne.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 98,60 EURHans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 98,60 EURKatharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 98,60 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 13.11.:

    Die "Süddeutsche Zeitung" lässt die Sondermann-Gala 2018 Revue passieren.

  • 12.11.:

    Deutscher Karikaturenpreis an TITANIC-Künstler verliehen: der Geflügelte Bleistift in Gold an Greser & Lenz, der Sonderpreis der Jury an Hauck & Bauer.

  • 11.11.:

    Die "Neue Westfälische" hat Thomas Gsella interviewt.

  • 11.11.:

    Für die Taz hat Ella Carina Werner die Hyggeligkeit der Dänen einem Härtetest unterzogen.

  • 11.11.:

    Der RBB rezensierte Christian Y. Schmidts Roman "Der letzte Huelsenbeck".

Titanic unterwegs
14.11.2018 Potsdam, Freiland Wiglaf Droste und Gerhard Henschel
14.11.2018 Ludwigshafen, Das Haus Max Goldt
14.11.2018 Rheda-Wiedenbrück, Buchhandlung Lesart Thomas Gsella
15.11.2018 Stuttgart, Altes Feuerwehrhaus Max Goldt