Letztens auf dem Dorffest

»Hi Lukas, sollen wir beide mal eben einen Jägermeister trinken gehen? Das würde doch passen.«

»Wieso würde das passen?«

»Weil, Jägermeister nennt man doch auch Hochsitzcola oder Hörne bzw. Hörnerwhisky.«

»Ja und, was hat das mit mir zu tun?«

»Ich meine nur, weil du ja der Gehörnte bist!«

»Wieso bin ich der Gehörnte?«

»Weil deine Freundin doch letztens mit Timo rumgemacht hat.«

»Was hat die?«

»Ich hol uns dann mal zwei Bier!«

Frank Scheller

Schutzhaftpflicht?

Auch im Intranet meines neuen Arbeitgebers gibt es Mitarbeiter-Seiten, auf denen man eine formalisierte Selbstdarstellung ablassen kann. Der oder die Macher der Webseite erachteten es dabei als angebracht, ein Feld mit der Bezeichnung »Auto-KZ« einzufügen. Ich stand ratlos davor – soll ich etwa mein Auto ins Konzentrationslager schicken? Vielleicht nach Treblinker, Mauthausen oder Warndrejek? Das steht aber nicht im Tarifvertrag!

Theobald Fuchs

Traumflatrate

Gestern träumte ich die ganze Nacht ausgiebig von der ersten Ansprache des neuen Telekom-Chefs Obermann an seine Untergebenen. In Erinnerung blieb mir aber nur der Schlußsatz seines Vortrags: »Wenn ich einen von euch während der Arbeitszeit beim Telefonieren erwische, ist der Teufel los…!«

Uwe Becker

Ist so

Seit ich einen künstlichen Darmausgang habe, geht mir die Verdauung quasi am Arsch vorbei.

Wolfgang Beck

Celebrity

Heutzutage muß man ja nichts mehr leisten, um Promi zu werden. Hier was Dummes gesagt, dort das Brüstchen hergezeigt: mehr ist nicht. Früher war das ganz anders, da stand hinter dem Status der Berühmtheit noch Großes. So erinnere ich mich genau an jenen Sonntag im November 1983, als uns in der Kinderkirche von Martin Luther erzählt wurde, aus Anlaß seines 500. Geburtstags. Und mir, damals fünf Jahre alt, war sofort klar, daß dieser Mann nicht grundlos berühmt, daß sein Name zu Recht überall bekannt ist: Schließlich gibt es nicht so viele Fünfhundertjährige auf der Welt.

Harald Mühlbeyer

Waschtag

Lustig ist auch, wenn man im Supermarkt einem Gruftipärchen begegnet, das gerade Waschmittel für Weißes und Buntes in den Einkaufswagen legt, und man sich denken kann: »Ha! Erwischt!«

Kathrin Müthing

Sonst aber sehr gut

Ich bringe mein Fahrrad zur Reparatur immer in eine gemeinnützige Einrichtung. Die Werkstatt ist sehr billig, und der kleine Haken ist eigentlich nur, daß es psychisch Kranke sind, die das Rad dort reparieren. Wenn die sehr depressiv sind und keinen Sinn darin sehen, dann machen die eben auch meine Bremsen nicht heil.

Mark-Stefan Tietze

Die Hochzeit meines besten Freundes

Was hat man über Hochzeiten nicht alles schon für Sachen gehört. Da erbricht sich der Bräutigam, noch meterbreit vom Vorabend, mitten in der Trauung vor des Pfarrers Füße, die sich plötzlich hintergangen fühlende Ex schreit den Standesbeamten zusammen, oder die Schwiegermutter schneewalzert ihre zwei Zentner volle Breitseite ins Büffet. Nicht so leider bei der Hochzeit meines besten Freundes. Brautpaar, Aufgebot und Gäste erschienen aufgeräumt und pünktlich in Standesamt und Kirche, niemand hatte versehentlich die Trauringe zu Hause liegenlassen, und die anschließende Feier im Gemeindehaus endete Schlag zwei mit Udo Jürgens’ »Ich war noch niemals in New York«.

Ich will es meinem Freund nicht so direkt sagen, aber meiner Meinung nach ist diese Ehe jetzt schon zum Scheitern verurteilt.

Daniel Sibbe

Irgendwie komisch

Ich finde meinen Nachbarn irgendwie komisch: Tagsüber ist er als Briefträger unterwegs und verteilt zu Fuß und mit seinem gelben Fahrrad Werbebriefe, Rechnungen und Mahnungen. Dann kommt er nach Hause, ruht ein wenig, tauscht die Post-Uniform gegen bunte Sportkleidung aus und bereitet sich auf den nächsten Marathon vor. Bei mir ist das ganz anders: Tagsüber sitze ich im Büro und schreibe Werbebriefe, Rechnungen und Mahnungen. Dann komme ich nach Hause, ruhe ein wenig, lege lockere Freizeitkleidung an und schreibe allerlei lustige Texte. Mein Nachbar findet das irgendwie komisch, glaube ich.

Torsten Jansen

Soziales Elend

Neulich: Konzert, Oasis gesehen, aber eigentlich fast gar nichts gesehen, weil ganz hinten gestanden. Wie dann alle irgendwann über ihren Köpfen im Takt klatschten und anschließend mit emporgereckten Händen die Texte skandierten, war die Bühne endlich zur Gänze verdeckt und mir vollkommen klar: Es gibt einfach zu viele Arme auf der Welt.

Philipp Schwenke

Ehrliche Werbung

Beim letzten Wochenend-Flanieren lachte mich aus einem hell erleuchteten Schaufenster eine große Werbetafel an: »Nie mehr zuviel bezahlen«. Daß dies kein leerer Werbespruch, sondern eine seriöse, hundertprozentig zutreffende Prognose war, wurde mir klar, als ich mir den Laden genauer ansah: Es war ein Bestattungsinstitut.

Katharina Greve

Plan B

In der Aral-Tankstelle am Sonntag. Ein Mann tritt in Begleitung eines etwa neunjährigen Kindes an die Kasse und fragt: »Habt ihr Bratensoße?«

Kassiererin: »Nein, haben wir nicht.«

Mann: »Aber ihr hattet doch mal welche.«

Kassiererin: »Äh, nicht daß ich wüßte. Das is ’ne Tankstelle.«

Der Mann blickt verwirrt das Kind an, das nur stumm die Schultern zuckt, und fischt aus den Zeitschriften ein Magazin: »Na dann eben ’ne Packung Marlboro und die Coupé.«

Philip Wolf

Wer…

… als junger Mensch die Schulbank drückt und sich unablässig die Telenovelas im Fernsehen reinzieht und dann denkt, während der Arbeitszeit werde ständig Privates bequatscht, Partnerwechsel betrieben, geliebt, gestritten und gekocht, pedikürt und gesoffen und würden Testamente geändert, Reisen gebucht und Pillen geschluckt, dem sei gesagt: Genau so ist es.

Wer später keine Arbeit bekommt, muß auf all das verzichten.

Thomas Tonn

Guter Grund

»Du wirkst so geknickt, was ist denn los?«

»Ach, ich hab wieder eine Freundin.«

Dirk Warnke

Worüber Sanitäter lachen

Bei der Rettung, so habe ich mir sagen lassen, gibt es eine Art Code, dessen sich die Sanis bedienen, wenn sie ihren Kollegen über Funk eine Neuigkeit mitteilen wollen. Es lassen sich angeblich sogar verschiedene Dialekte unterscheiden, je nachdem ob einer beim Roten Kreuz oder bei den Maltesern oder woanders fährt. So heiße es bei den Rotkreuzlern nicht Arzt, sondern »Druide«, bei den Johannitern aber »höheres Wesen«. Ein Herzinfarkt ist entweder ein »Tennisarm« oder ein »Herz-As«, während ein epileptischer Anfall wieder von allen übereinstimmend als »Dirty Dancing« bezeichnet wird.

Tibor Rácskai

Diskretion ist Ohrensache

Neulich im Taxi in Oberschwaben: Mein Handy klingelt. Kaum habe ich abgenommen und spreche mit meinem Boß in England, dreht die Taxifahrerin das Radio auf ohrenbetäubend laut. Ich bitte sie also, das Radio wieder leise zu stellen, damit ich mein Gespräch fortführen kann. Als ich mich kurze Zeit später nach dem Grund dieser unsinnigen Handlung erkundige, sagt sie: »Ha wisset Se, i wollt bloß net, daß Sie glaubet, i hör mit.« Später bietet sie mir dann noch ein Bonbon an.

Markus Hessenberger

Paßwörter

Weil es viele Computernutzer Spionen immer noch zu einfach machen, indem sie ihre Daten nur mit dem Vornamen von Familienangehörigen oder Städtenamen schützen, raten Experten zu komplizierten Paßwörtern, schrieb die Thüringer Allgemeine. Die Paßwörter sollten aus Groß- und Kleinbuchstaben, dazu aus Satzzeichen und Zahlen bestehen. »Qviyf2,9grmf« knackt so schnell keiner, wurde behauptet. Das würde ich bezweifeln. Immerhin stand es schon in der Zeitung.

Uwe Geishendorf

Befürchtung

Genervt vom grauen Regenwetter, wollte ich mir gerade einen karibischen Sandstrand mit mir darauf vorstellen. Hat aber nicht geklappt. Nun fürchte ich, daß ich auf meinem inneren Auge blind bin.

Tim Wolff

Stuttgart geht aus

An die Schwaben im allgemeinen und die Stuttgarter im besonderen kann man sich, zumindest wenn man so schmerzunempfindlich ist wie ich und wegen einer hervorragend bezahlten Arbeit im Grunde gar keine Wahl hat, durchaus gewöhnen. Als ich neulich zufällig auf eine Zeitschrift namens »Stuttgart geht aus« stieß – wohl eine Art Gastronomieführer –, war mein erster Gedanke allerdings dennoch: »Na endlich! Und hoffentlich wird es auch nie wieder angemacht.«

Thea Unangst

Nur so zur Info

Nur weil man mit dem Darsteller einer Schwulen-Sitcom von einer Preisverleihung nachts rotzbetrunken zum Hotel fährt, heißt das noch gar nichts, Herr Taxifahrer.

Murmel Clausen

Unmoralisches Angebot

Auf der Reeperbahn Nähe Davidswache: Ich stehe an einer Fußgängerampel in einem Menschenpulk und warte auf Grün, als mir jemand auf die Schulter tippt. Sie säuselt mir zu: »Weißt du was, du kriegst von mir so ’nen richtig schönen geilen Tittenfick, für 30 Euro, plus Kaltgetränk.«

»Für 30 Euro?« frage ich erstaunt, was nicht nur pikierte Blicke der Passanten zur Folge hat, sondern auch ihre Gegenfrage: »Ist dir das vielleicht zu viel?« Ich beeile mich, entschieden zu verneinen. Um mich herum meine ich schon die Leute sagen zu hören: »Schau dir diesen Widerling an. Jetzt bietet ihm die Kleine so günstig einen Tittenfick plus Kaltgetränk – und er will sie noch runterhandeln!«

In diesem Moment schaltet glücklicherweise die Fußgängerampel auf Grün, und ich entwische meiner Liebesdienerin. Aber noch den ganzen Tag beschäftigt mich die Frage: Was hätte wohl ein Tittenfick plus Kaltgetränk plus Vorspeisenteller gekostet?

Jörg Armbrüster

Einfach gut

Die Droge Cannabis finde ich vor allem deshalb so gelungen, weil man nur bekifft seine Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner umräumen und sich dabei fragen kann, warum die Sachen eigentlich noch nicht getrocknet sind.

Christian Martin

Ums Prinzip

Ein etwas rustikalerer Bekannter berichtet davon, daß er in einer Kneipe grundlos geschlagen wurde und sich mit einer Platzwunde am Kopf und ziemlich benommen in einer Ecke wiederfand. Er habe nicht weiter auf dieses Attentat reagiert, eigentlich sei es ihm egal gewesen. Doch zu denken habe es ihm schon gegeben, es gehe da eben »ums Prinzip«, auch wenn es nicht weiter weh getan hätte.

Florian Haymann

Voyeurismus

Ich gebe gerne zu, daß es mich ziemlich erregt, wenn ich der Fleischfachverkäuferin in den Aufschnitt schauen kann.

Christoph Virchow

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Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Serdar Somuncu: "H2 Universe: Die Machtergreifung", DVD
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Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katz & Goldt: "Lust auf etwas Perkussion, mein kleiner Wuschel?"
Stephan Katz und Max Goldt: Ihr monatlicher Comic ist der einzige  Bestandteil von TITANIC, an dem nie jemand etwas auszusetzen hat. In  diesem Prachtband findet sich also das Beste aus dem endgültigen  Satiremagazin und noch besseres, das bisher zurückgehalten wurde.  Gewicht: schwer. Anmutung: hochwertig. Preis: zu gering. Bewertung: alle  Sterne.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann       alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und       hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und       Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy       Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine       gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Thomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heiko Werning, Volker Surmann (Hrsg.): "Ist das jetzt Satire oder was? Beiträge zur humoristischen Lage der Nation"
Sie werden vom Papst verklagt, lassen sich von Islamisten erschießen oder müssen sogar bestbezahlt und hochgelobt für das ZDF arbeiten: Satiriker. Die besten Satireschaffenden der Republik bekennen in dieser uneigentlich-eindeutigen Mut-Anthologie, wie das für sie so ist, im "Bergwerk des Humors" (FAZ) zu "malochen" (Thomas Gsella). Für dieses schamlos vom Charlie-Hebdo-Attentat profitierende Taschenbuch schreiben und zeichnen u.a.: ganz viele Leute aus dem TITANIC-Umfeld, Silke Burmester, Ahne, Fritz Eckenga und Knut Tucholsky.Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Dorthe Landschulz: "Problemzonen"
Sie können nicht tanken, besitzen im Durchschnitt bis zu vier Paar Schuhe, gehen immer zu zweit aufs Klo in der Führungsetage - und jetzt zeichnen sie auch noch: Weiber! Eine von ihnen ist die phantastische Dorthe Landschulz. Mit der ihr eigenen (weiblichen!) Art nimmt die TITANIC-Cartoonistin und Wahlbretonin ihre Geschlechtsgenossinnen unter den (prämierten!) Stift und spart dabei auch nicht an der Erfüllung von überwunden geglaubten Gender-Klischees. Typisch! Die besten Witze werden sogar von Männern begriffen.Nicolas Mahler: "Der Urknall"
Nicolas Mahler, Meister des opulenten knappen Strichs, legt mit "Urknall" sein grundlegendstes, ursprünglichstes Werk vor. Von Kalauern wie "Sie sind mir aber eine Urknallcharge" bis "Wer hat an der Ur gedreht?" nimmt er zum Glück größtmöglichen Abstand und präsentiert statt dessen ein kleines, unglaublich dichtes Buch, in dem die ganze Welt des komischen Zeichnens angelegt ist, und das vor den Augen des Betrachters regelrecht explodiert. Ein Lichtblick im riesigen Dunkel des Buchmarkts!Oliver Maria Schmitt: "Ich bin dann mal Ertugrul – Traumreisen durch die Hölle und zurück"
TITANIC-Mitherausgeber und Gelegenheits-Bürgermeister Oliver Maria Schmitt ist über alle möglichen Kontinente gehüpft und hat Reisereportagen mitgebracht, die Ihnen den Spannungsschweiß auf Ihr Teiggesicht treiben werden! Er läßt sich in Simbabwe zum Survivalspezialisten ausbilden, verkostet in einer kasachischen Jurte Stutenmilch, wird beim Tangotanzen von finnischen (Meer-)Busen erdrückt und vermarktet sich auf der Frankfurter Buchmesse als Literaturtürke "Ertugrul Osmanoglu". Am Ende dieser Lektüre werden Sie sich vor allem eins fragen: "Was habe ich falsch gemacht, daß ich nicht so einen Job wie Oliver Maria Schmitt habe?"Stefan Gärtner: "Putins Weiber"
St. Gärtner ist der Schutzheilige der Alphabetisierten und Literaten. Gerühmt und bekannt als Parodist Daniel Kehlmanns, Ildikó von Kürthys, Arno Geigers und Thomas Gsellas, hat er nun seinen ersten Roman "vorgelegt" (Feuilletonphrase). "Putins Weiber" ist ein Pageturner (Klappentextphrase) des Gut-Schreibers (Idiotenphrase), voll mit Frauen, Alkohol, Psychotherapie, Aphorismen und Geschwätz, seltsamen Nachbarn, noch mehr Frauen, Männerfreundschaft und Autofahrten. So würde Nick Hornby schreiben, wenn ihm Eckhard Henscheid rechtzeitig Lawrence Sterne vorgestellt hätte!Hans Zippert: "Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?"
Würden Sie die Frage "Würden Sie gerne ein Buch mit dem Namen 'Würden Sie an einer Tortengrafik teilnehmen?' lesen?" mit "Ja" beantworten? Und würde der Fakt, daß dieses Buch von TITANIC-Alt-Urgestein Hans Zippert stammt und den Untertitel "199 Fragen und 197 Antworten zu den Allgemeinen Geschäftsbedingungen für das Leben in Deutschland" trägt, Ihre Leseentscheidung positiv oder negativ beeinflussen? Zu kompliziert für Sie? OK, dann also in Ausrufesätzen: Neues Buch! Von Zippert! Mit langem Titel! Lesi lesi machen! Damit Ihr träges Hirn mal was zu tun kriegt!!Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip"
Sie sind ein totaler Versager und können sich Bücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Buch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Anselm Neft: "Helden in Schnabelschuhen"
Anselm Neft ist Großinquisitor auf Lesebühnen und Mitherausgeber des EXOT-Magazins für komische Literatur. Sein zweiter Roman führt geradewegs hinein in die finstere, stinkende, voraufklärerische Welt der Mittelaltermärkte. Dorthin verschlägt es seine Helden Max und Katja, die nach ihrem Studienabschluß in Philosophie aus schierer Verzweiflung mit der Mittelalterband Kobold auf Tour gehen und sich dabei in höchst komplizierte Liebes- und Lebenshändel verstricken. Neft schreibt, wie ihm der Schnabel(schuh) gewachsen ist – genau das Richtige für mittelalte Komik-Connaisseure mit Hang zum Schalmeienklang!Leo Fischer + Leonard Riegel: "Fröhliche Hundegeschichten"
Ein Buch, bei dem Sie "Wau" sagen: Leo Fischer und Leo Riegel haben ihre Talente gebündelt und gemeinsam 1001 moderne Hundemärchen in Wort und Bild erschaffen. Zum Lesen, Lachen, Anknabbern! Und außerdem ein echter Lebensretter. Jedenfalls dann, wenn Sie Nacht für Nacht von einer dreiköpfigen Bulldogge heimgesucht werden, die Sie vor die knifflige Wahl stellt, ihr entweder eine "Fröhliche Hundegeschichte" vorzulesen oder den Arsch abgebissen zu kriegen. Ihre Entscheidung!Michael Ziegelwagner: "Der aufblasbare Kaiser"
Seit dem putzigen Präsidentschafts-Hahnenkampf zwischen Alexander Van der Bellen und Norbert Hofer interessiert sich plötzlich auch Resteuropa für das Land, um das es in diesem Buch geht: Österreich. Dabei ist der Donaustaat schon seit 2014 eine literarische Reise wert, jenem Jahr, als "Der aufblasbare Kaiser" für die Longlist des Deutschen Buchpreises nominiert wurde. Lassen Sie sich auf diese Reise mitnehmen: von Michael Ziegelwagner, dem liebenswertesten Randbalkanesen der TITANIC. Pflichtprämie für Kaisertreue!Markus Riexinger: "Kaktus der Verwesung"
Der "Gott des komischen Gemetzels" (L. Fischer) schlägt zurück: Markus Riexinger schlachtet sich einmal quer durch die deutsche Sprache, zerdrischt halbfertige Dramolette und prügelt poetische Versatzstücke in die Unkenntlichkeit. Frei nach Niels Bohr: Wer über die Miniaturen und Erzählanfälle des Berliner Jungautors nicht entsetzt ist, hat sie nicht verstanden.Wiglaf Droste: "Schalldämpfer"
Bei Wiglaf Droste, der "linken und rechten Hand des Fehlerteufels" (Bud Spencer), sitzt nicht nur der "Colt der Sprachkritik" (Terence W. Adorno) locker, er kann auch Fortsetzungsromankompilationen schreiben, die Herz und Hirn treffen. Z.B. diese, "Schalldämpfer", in der das "Kommando Leise Welt", eine Organisation zur Rettung des menschlichen Trommelfells, Lärmbolde und Schreihälse ganz leise wegknallt. Pflicht für alle, die den Schuß noch nicht gehört haben.Elias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Katharina Greve: "Eigentlich ist Wurst umgestülptes Tier: Cartoons & Comicstrips"
Katharina Greve ist nicht nur Architektin, Situationsdesignerin und stolze Besitzerin einer Vakuumiermaschine, sondern auch Prophetin: Via Kalenderblatt sagte sie im Jahr 2013 auf den Tag genau den Rücktritt von Papst Benedikt XVI. voraus. Wer wissen will, welche sonderbaren Ereignisse die Zukunft noch bereithält, braucht deshalb dieses Bilderbuch. Gegenstände mit Gefühl, Menschen ohne Gesicht, Tapetenmuster von göttlicher Anmut – all das findet sich in Greves fantastisch-wurstigem Cartoonband!Fischer/Wolff/Ziegelwagner (Hrsg.):  "Die TITANIC-Bibel: Segen, Sünden, Sauereien"Was sind schon Markus, Matthäus, Lukas, Johannes, Paulus, Gott gegen Knorr, Eilert, Bernstein, Pfarr, Schmitt, Zippert, Hurzlmeier, Raddatz usf.? Bestenfalls mittelmäßige Autoren und Zeichner. Deswegen greift der moderne Religionskenner zur TITANIC-Bibel. Das ideale Weihnachtsgeschenk für alle, die noch wissen, worum es bei Weihnachten wirklich geht (ideale Weihnachtsgeschenke).Zweijahres-Abo: 92,40 EUR (Ausland: 112,80 EUR)Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Volker Surmann: "Lieber Bauernsohn als Lehrerkind"
Lesebühnenautor, Gelegenheits-Slammer, TITANIC-Autor – und Provinz-Exilant: Volker Surmann stammt aus den Tiefen des Teutoburger Waldes, heute wohnt er im Trend-Städtchen Berlin. In seinem ironisch-autobiografischen Heimatroman beschreibt der „Alien vom Planeten Acker“ (Eigenwerbung) u.a. den grausamen Mord an seiner Lieblingskuh und sein Versagen beim Traktorfahren – Blut und Boden sind also garantiert! „Ist Volker bloß ein metrosexueller Großstädter, gefangen im Körper eines ostwestfälischen Bauernkinds?“ Finden Sie es heraus!Gerhard Henschel: "Beim Zwiebeln des Häuters – Glossen und Verrisse 1992-2012"Margot Käßmanns buntscheckige Gedankenwelt, Heinos faszinierende Schlichtheit, Slavoj Žižeks Parallaxengeschwurbel oder Günter Grassens Gedächtnislücken – TITANIC-Chefschimpfer Gerhard Henschel versucht Gestalten zu begreifen, von denen andere sich wünschen, sie nie kennengelernt zu haben. In diesem Sammelsurium herausragender Schleimfiguren finden Sie die schönsten Henschel-Polemiken aus zwanzig Jahren.Heiko Werning: "Schlimme Nächte: Von Abstürzen und bösen Überraschungen"Jeder von uns hat schon mal eine erlebt und würde sie am liebsten für immer aus dem Gedächtnis löschen: eine schlimme Nacht. Heiko Werning aber, Lesebühnengott und Reptilienforscher, hat sich an über 30 schlimme Nächte erinnert und sie tapfer aufgeschrieben. Kindlicher Kaninchenmord bei der Nachtwanderung, verpaßte Chancen im malaysischen Massagesalon, Prügeleien mit Fußballfans, psychopathische Spermien-Strickerinnen: diese Nachtmahre werden Sie nicht mehr schlafen lassen!Das Ingrid-Hirsch-Gedächtnisabo: 15 Postkarten und 1 FeuerzeugDieser Geniestreich modernen Verlagsmanagements bedient altmodische Printbriefschreiber und Pyromanen gleichermaßen! Sie wollten schon immer mal einen Kinderhort anzünden und die passende Bekenner-Postkarte an die Polizei verfassen, die Beamten aber zugleich subtil darauf hinweisen, daß Sie TITANIC-Fan sind? Sie wollten schon immer mal fünfzehn herrliche TITANIC-Motive in Flammen aufgehen sehen, ohne sich aber zu sehr vom Heft zu distanzieren? Sie wollten schon immer mal 15 alte Postkarten und 1 Feuerzeug zusammen mit einem Kamm, einem blutigen Messer und dem Büstenhalter Ihrer Mutter in ein Paket an die Kanzlerin schicken? Dieses verlagsintern "Irren-Abo" genannte Komplettpaket kann (Liquidität vorausgesetzt) noch heute Ihnen gehören!Heiko Werning/Volker Surmann (Hrsg.): "Fruchtfleisch ist auch keine Lösung"
Fernsehkocharenen und Jamie-Oliver-Apps auf der einen Seite – Ehec, Dioxin und Cranberrybier auf der anderen: Ernährung fasziniert und verängstigt heute gleichermaßen. Höchste Zeit für einen kritischen Sammelband, in dem 35 Hobby-Esser über Antivegetarismus und Provitamine, über Thymian, Safran und Foer debattieren. Zu den Textköchen zählen Sterne-Satiriker, die sich mit den Grenzen des guten Geschmacks nur allzu gut auskennen: Leo Fischer, Stefan Gärtner, Oliver Nagel, Katharina Greve, Wiglaf Droste, Mark-Stefan Tietze u.v.a.m.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?
Erweitern
Das schreiben die anderen
  • 25.03.:

    Leo Fischer besucht mit Martin Walser die Leipziger Buchmesse und berichtet in der Taz.

  • 24.03.:

    Über die beste Stadt von der ganzen Welt berichtet Oliver Maria Schmitt in der Sonntagszeitung der FAZ.

  • 24.03.:

    Das SWR-Hörspiel "Das Dienen geht weiter" mit Beiträgen von Hans Zippert, Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Thomas Hintner kann hier nachgehört werden.

Titanic unterwegs
27.03.2017 Frankfurt, Henscheid
  Moritz Hürtgen – Lyrik zum Verloben (Teil II)
29.03.2017 Frankfurt, Naxos Halle
  Tim Wolff, Hans Zippert, Michael Ringel u.a.
20.04.2017 Wuppertal, Café du Congo
  André Poloczek
14.05.2017 Fürstenfeldbruck, Kunsthaus
  Hans Traxler: »Cartoons«

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Briefe an die Leser

 Böse Überraschungen, »Focus online«,

lauern Dir zufolge derzeit im Gemüseregal: »Ob Zucchini oder Eisbergsalat, vieles ist gerade relativ teuer.« Schon, »Focus online«, aber: Sind Zucchini und Eisbergsalat an und für sich nicht schon böse Überraschungen? Und was ist mit Deiner Druckversion im Zeitschriftenregal? Da mal drüber nachgedacht?

Wenig überraschend böse: Titanic

 Sie, Christian Schmidt (CSU),

sind Bundeslandwirtschaftsminister und damit auch zuständig für Legehennen bzw. deren unerwünschten männlichen Nachwuchs. Für diesen verkündeten Sie nun die frohe Botschaft: »Küken müssen dank neuer Lasertechnik bald nicht mehr geschreddert werden.« Zukünftig werden die dann also … geschmort?

Grüße aus dem Wienerwald Titanic

 Echt jetzt, Kongregation für Selig- und Heiligsprechungsprozesse, c/o Vatikan!

Du würdest gern den 2006 verstorbenen fünfzehnjährigen Carlos Acutis heiligsprechen, der nicht nur sehr fromm war, täglich in die Kirche ging und sich aufopfernd für Arme und Schwache engagierte, sondern auch als Computergenie galt und daher glatt Dein Schutzpatron für das Internet werden könnte. Alles, was Dir jetzt noch fehlt, ist ein amtliches Wunder.

Wenn wir da mal kurz aushelfen dürften: Der Junge hat schon als Neunjähriger einen Windows-PC stabil zum Laufen gekriegt! Was willst Du denn noch? Da könnten ja selbst wir ganz gottesfürchtig werden! Titanic

 Heda, Kanzlerin!

Wir erinnerten uns gerade an Ihr letztes Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroschenko und Ihre wunderbar merkeligen Ausführungen zu abermaligen Gefechten und Toten an der russisch-ostukrainischen Grenze: »Deshalb muß ich sagen, daß die Sicherheitslage an der Kontaktlinie besorgniserregend ist.« Wir fragen uns ja immer, ab wie vielen Toten aus der schon öfter bemühten Kontaktlinie für Sie wohl eine Front wird. Vermutlich muß dafür bis zu einem todesähnlichen Zustand warten: Titanic

 Dürfen wir, Bento.de,

Artikelüberschriften wie »Wir haben Martin Schulz bei Anne Will geguckt, damit du es nicht mußt« oder »Wir haben Donald Trumps Pressekonferenz geschaut, damit du es nicht mußt« so verstehen, daß alles, worüber Bento berichtet, per se irrelevant und eine Begutachtung dessen folglich zu vermeiden ist? Oder ist das allen Ernstes Deine Vision von zur Mündigkeit des Lesers beitragendem Politikjournalismus: Deine Autorenimitate mit abgebrochenem Lehramtsstudium und Aufmerksamkeitsdefizit, die es nicht mal zum Quatsch- und Mutterblatt »Spiegel« geschafft haben und die ansonsten über »7 Dinge, die du noch nicht über den heißen Typen aus dem ›Salt Bae‹-Meme wußtest« berichten, schauen Fernsehen und notieren dazu Dinge wie: »Zu Beginn der Sendung erinnert Martin Schulz daran, daß Anne Will seine Kandidatur schon früh vorausgesagt habe. Einstudiert, klar. Aber trotzdem irgendwie putzig«? Dagegen ist LeFloid ja Roger Willemsen!

Liest Dir die Leviten, weil irgendwer es muß: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Warum kein Warnhinweis?

Selten bescheuert ist es freilich, die an Karstadts Süßwarenstand gekaufte Tafel »Feodora Edelbitter Sahne« zusammen mit dem an Karstadts Grilltheke gekauften halben Hähnchen im vollgepackten Rucksack zu verstauen, es sei denn, man hat nach der Heimkehr gleich Lust auf einen schönen Schluck heiße Schokolade.

Mark-Stefan Tietze

 Anthropologie

Der Mensch: ein Naturprodukt mit geplanter Kondoleszenz.

Theobald Fuchs

 Analoger Dialog

Anruf aus dem Callcenter von 1&1.

»Sie sind Firmenkunde bei 1&1. Wir können Ihnen helfen, Ihre Firma in den Ergebnissen von Suchmaschinen besser zu plazieren.«
»Geht auch schlechter, zur Vermeidung von Nerverei und für weniger Geld?«
»Das geht nicht.«
»Dann kommen wir leider nicht zusammen.«

Achim Greser

 Gesundheitsfrage

Wenn Frühstücken das neue Rauchen ist, wie britische Forscher behaupten, welche Rolle spielt dann, ernährungswissenschaftlich betrachtet, eigentlich das sogenannte Nuttenfrühstück (Kaffee und Zigarette)?

Julia Mateus

 Automatensegen

Social Bots könnten die Betreuung all der Soziopathen bei Facebook und Co. übernehmen, die man keinem Menschen zumuten will: Aufmerksamkeit bereitstellen, Monologe entgegennehmen, als Like-Maschinen gute Gefühle erzeugen und durch Flirten das Ego streicheln. Je besser dies funktioniert, um so mehr wird die Kundschaft aus dem Real Life ferngehalten. Ich persönlich nutze die technische Errungenschaft umgekehrt, indem ich meine Wutimpulse ungehemmt an den Bots auslasse. Erstaunlich finde ich dabei, daß diese heute schon die Überschreitung von Toleranzschwellen genausogut simulieren können wie echte Menschen.

Michael Höfler