Vom Fachmann für Kenner | Januar 2007


Letztens auf dem Dorffest

»Hi Lukas, sollen wir beide mal eben einen Jägermeister trinken gehen? Das würde doch passen.«

»Wieso würde das passen?«

»Weil, Jägermeister nennt man doch auch Hochsitzcola oder Hörne bzw. Hörnerwhisky.«

»Ja und, was hat das mit mir zu tun?«

»Ich meine nur, weil du ja der Gehörnte bist!«

»Wieso bin ich der Gehörnte?«

»Weil deine Freundin doch letztens mit Timo rumgemacht hat.«

»Was hat die?«

»Ich hol uns dann mal zwei Bier!«

Frank Scheller

Schutzhaftpflicht?

Auch im Intranet meines neuen Arbeitgebers gibt es Mitarbeiter-Seiten, auf denen man eine formalisierte Selbstdarstellung ablassen kann. Der oder die Macher der Webseite erachteten es dabei als angebracht, ein Feld mit der Bezeichnung »Auto-KZ« einzufügen. Ich stand ratlos davor – soll ich etwa mein Auto ins Konzentrationslager schicken? Vielleicht nach Treblinker, Mauthausen oder Warndrejek? Das steht aber nicht im Tarifvertrag!

Theobald Fuchs

Traumflatrate

Gestern träumte ich die ganze Nacht ausgiebig von der ersten Ansprache des neuen Telekom-Chefs Obermann an seine Untergebenen. In Erinnerung blieb mir aber nur der Schlußsatz seines Vortrags: »Wenn ich einen von euch während der Arbeitszeit beim Telefonieren erwische, ist der Teufel los…!«

Uwe Becker

Ist so

Seit ich einen künstlichen Darmausgang habe, geht mir die Verdauung quasi am Arsch vorbei.

Wolfgang Beck

Celebrity

Heutzutage muß man ja nichts mehr leisten, um Promi zu werden. Hier was Dummes gesagt, dort das Brüstchen hergezeigt: mehr ist nicht. Früher war das ganz anders, da stand hinter dem Status der Berühmtheit noch Großes. So erinnere ich mich genau an jenen Sonntag im November 1983, als uns in der Kinderkirche von Martin Luther erzählt wurde, aus Anlaß seines 500. Geburtstags. Und mir, damals fünf Jahre alt, war sofort klar, daß dieser Mann nicht grundlos berühmt, daß sein Name zu Recht überall bekannt ist: Schließlich gibt es nicht so viele Fünfhundertjährige auf der Welt.

Harald Mühlbeyer

Waschtag

Lustig ist auch, wenn man im Supermarkt einem Gruftipärchen begegnet, das gerade Waschmittel für Weißes und Buntes in den Einkaufswagen legt, und man sich denken kann: »Ha! Erwischt!«

Kathrin Müthing

Sonst aber sehr gut

Ich bringe mein Fahrrad zur Reparatur immer in eine gemeinnützige Einrichtung. Die Werkstatt ist sehr billig, und der kleine Haken ist eigentlich nur, daß es psychisch Kranke sind, die das Rad dort reparieren. Wenn die sehr depressiv sind und keinen Sinn darin sehen, dann machen die eben auch meine Bremsen nicht heil.

Mark-Stefan Tietze

Die Hochzeit meines besten Freundes

Was hat man über Hochzeiten nicht alles schon für Sachen gehört. Da erbricht sich der Bräutigam, noch meterbreit vom Vorabend, mitten in der Trauung vor des Pfarrers Füße, die sich plötzlich hintergangen fühlende Ex schreit den Standesbeamten zusammen, oder die Schwiegermutter schneewalzert ihre zwei Zentner volle Breitseite ins Büffet. Nicht so leider bei der Hochzeit meines besten Freundes. Brautpaar, Aufgebot und Gäste erschienen aufgeräumt und pünktlich in Standesamt und Kirche, niemand hatte versehentlich die Trauringe zu Hause liegenlassen, und die anschließende Feier im Gemeindehaus endete Schlag zwei mit Udo Jürgens’ »Ich war noch niemals in New York«.

Ich will es meinem Freund nicht so direkt sagen, aber meiner Meinung nach ist diese Ehe jetzt schon zum Scheitern verurteilt.

Daniel Sibbe

Irgendwie komisch

Ich finde meinen Nachbarn irgendwie komisch: Tagsüber ist er als Briefträger unterwegs und verteilt zu Fuß und mit seinem gelben Fahrrad Werbebriefe, Rechnungen und Mahnungen. Dann kommt er nach Hause, ruht ein wenig, tauscht die Post-Uniform gegen bunte Sportkleidung aus und bereitet sich auf den nächsten Marathon vor. Bei mir ist das ganz anders: Tagsüber sitze ich im Büro und schreibe Werbebriefe, Rechnungen und Mahnungen. Dann komme ich nach Hause, ruhe ein wenig, lege lockere Freizeitkleidung an und schreibe allerlei lustige Texte. Mein Nachbar findet das irgendwie komisch, glaube ich.

Torsten Jansen

Soziales Elend

Neulich: Konzert, Oasis gesehen, aber eigentlich fast gar nichts gesehen, weil ganz hinten gestanden. Wie dann alle irgendwann über ihren Köpfen im Takt klatschten und anschließend mit emporgereckten Händen die Texte skandierten, war die Bühne endlich zur Gänze verdeckt und mir vollkommen klar: Es gibt einfach zu viele Arme auf der Welt.

Philipp Schwenke

Ehrliche Werbung

Beim letzten Wochenend-Flanieren lachte mich aus einem hell erleuchteten Schaufenster eine große Werbetafel an: »Nie mehr zuviel bezahlen«. Daß dies kein leerer Werbespruch, sondern eine seriöse, hundertprozentig zutreffende Prognose war, wurde mir klar, als ich mir den Laden genauer ansah: Es war ein Bestattungsinstitut.

Katharina Greve

Plan B

In der Aral-Tankstelle am Sonntag. Ein Mann tritt in Begleitung eines etwa neunjährigen Kindes an die Kasse und fragt: »Habt ihr Bratensoße?«

Kassiererin: »Nein, haben wir nicht.«

Mann: »Aber ihr hattet doch mal welche.«

Kassiererin: »Äh, nicht daß ich wüßte. Das is ’ne Tankstelle.«

Der Mann blickt verwirrt das Kind an, das nur stumm die Schultern zuckt, und fischt aus den Zeitschriften ein Magazin: »Na dann eben ’ne Packung Marlboro und die Coupé.«

Philip Wolf

Wer…

… als junger Mensch die Schulbank drückt und sich unablässig die Telenovelas im Fernsehen reinzieht und dann denkt, während der Arbeitszeit werde ständig Privates bequatscht, Partnerwechsel betrieben, geliebt, gestritten und gekocht, pedikürt und gesoffen und würden Testamente geändert, Reisen gebucht und Pillen geschluckt, dem sei gesagt: Genau so ist es.

Wer später keine Arbeit bekommt, muß auf all das verzichten.

Thomas Tonn

Guter Grund

»Du wirkst so geknickt, was ist denn los?«

»Ach, ich hab wieder eine Freundin.«

Dirk Warnke

Worüber Sanitäter lachen

Bei der Rettung, so habe ich mir sagen lassen, gibt es eine Art Code, dessen sich die Sanis bedienen, wenn sie ihren Kollegen über Funk eine Neuigkeit mitteilen wollen. Es lassen sich angeblich sogar verschiedene Dialekte unterscheiden, je nachdem ob einer beim Roten Kreuz oder bei den Maltesern oder woanders fährt. So heiße es bei den Rotkreuzlern nicht Arzt, sondern »Druide«, bei den Johannitern aber »höheres Wesen«. Ein Herzinfarkt ist entweder ein »Tennisarm« oder ein »Herz-As«, während ein epileptischer Anfall wieder von allen übereinstimmend als »Dirty Dancing« bezeichnet wird.

Tibor Rácskai

Diskretion ist Ohrensache

Neulich im Taxi in Oberschwaben: Mein Handy klingelt. Kaum habe ich abgenommen und spreche mit meinem Boß in England, dreht die Taxifahrerin das Radio auf ohrenbetäubend laut. Ich bitte sie also, das Radio wieder leise zu stellen, damit ich mein Gespräch fortführen kann. Als ich mich kurze Zeit später nach dem Grund dieser unsinnigen Handlung erkundige, sagt sie: »Ha wisset Se, i wollt bloß net, daß Sie glaubet, i hör mit.« Später bietet sie mir dann noch ein Bonbon an.

Markus Hessenberger

Paßwörter

Weil es viele Computernutzer Spionen immer noch zu einfach machen, indem sie ihre Daten nur mit dem Vornamen von Familienangehörigen oder Städtenamen schützen, raten Experten zu komplizierten Paßwörtern, schrieb die Thüringer Allgemeine. Die Paßwörter sollten aus Groß- und Kleinbuchstaben, dazu aus Satzzeichen und Zahlen bestehen. »Qviyf2,9grmf« knackt so schnell keiner, wurde behauptet. Das würde ich bezweifeln. Immerhin stand es schon in der Zeitung.

Uwe Geishendorf

Befürchtung

Genervt vom grauen Regenwetter, wollte ich mir gerade einen karibischen Sandstrand mit mir darauf vorstellen. Hat aber nicht geklappt. Nun fürchte ich, daß ich auf meinem inneren Auge blind bin.

Tim Wolff

Stuttgart geht aus

An die Schwaben im allgemeinen und die Stuttgarter im besonderen kann man sich, zumindest wenn man so schmerzunempfindlich ist wie ich und wegen einer hervorragend bezahlten Arbeit im Grunde gar keine Wahl hat, durchaus gewöhnen. Als ich neulich zufällig auf eine Zeitschrift namens »Stuttgart geht aus« stieß – wohl eine Art Gastronomieführer –, war mein erster Gedanke allerdings dennoch: »Na endlich! Und hoffentlich wird es auch nie wieder angemacht.«

Thea Unangst

Nur so zur Info

Nur weil man mit dem Darsteller einer Schwulen-Sitcom von einer Preisverleihung nachts rotzbetrunken zum Hotel fährt, heißt das noch gar nichts, Herr Taxifahrer.

Murmel Clausen

Unmoralisches Angebot

Auf der Reeperbahn Nähe Davidswache: Ich stehe an einer Fußgängerampel in einem Menschenpulk und warte auf Grün, als mir jemand auf die Schulter tippt. Sie säuselt mir zu: »Weißt du was, du kriegst von mir so ’nen richtig schönen geilen Tittenfick, für 30 Euro, plus Kaltgetränk.«

»Für 30 Euro?« frage ich erstaunt, was nicht nur pikierte Blicke der Passanten zur Folge hat, sondern auch ihre Gegenfrage: »Ist dir das vielleicht zu viel?« Ich beeile mich, entschieden zu verneinen. Um mich herum meine ich schon die Leute sagen zu hören: »Schau dir diesen Widerling an. Jetzt bietet ihm die Kleine so günstig einen Tittenfick plus Kaltgetränk – und er will sie noch runterhandeln!«

In diesem Moment schaltet glücklicherweise die Fußgängerampel auf Grün, und ich entwische meiner Liebesdienerin. Aber noch den ganzen Tag beschäftigt mich die Frage: Was hätte wohl ein Tittenfick plus Kaltgetränk plus Vorspeisenteller gekostet?

Jörg Armbrüster

Einfach gut

Die Droge Cannabis finde ich vor allem deshalb so gelungen, weil man nur bekifft seine Wäsche von der Waschmaschine in den Trockner umräumen und sich dabei fragen kann, warum die Sachen eigentlich noch nicht getrocknet sind.

Christian Martin

Ums Prinzip

Ein etwas rustikalerer Bekannter berichtet davon, daß er in einer Kneipe grundlos geschlagen wurde und sich mit einer Platzwunde am Kopf und ziemlich benommen in einer Ecke wiederfand. Er habe nicht weiter auf dieses Attentat reagiert, eigentlich sei es ihm egal gewesen. Doch zu denken habe es ihm schon gegeben, es gehe da eben »ums Prinzip«, auch wenn es nicht weiter weh getan hätte.

Florian Haymann

Voyeurismus

Ich gebe gerne zu, daß es mich ziemlich erregt, wenn ich der Fleischfachverkäuferin in den Aufschnitt schauen kann.

Christoph Virchow

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Weißt Du, Zahnarztpraxis Enciso,

was wir gerufen haben, als wir eine Werbepostkarte von Dir mit dem Aufdruck »So muss Zahnarzt« aus dem Briefkasten holten? Genau: »Das kann Papierkorb.«

Maul! Titanic

 Markus Lanz!

Sie sind im April von Ihrem Moderatorenkollegen Micky Beisenherz in einem Gastbeitrag für die Süddeutsche Zeitung aufgrund Ihrer wie auch immer gearteten Interviewtechnik als »Deutschlands schönste Grillzange« bezeichnet worden. Auf die Frage, ob das nicht Sexismus in die andere Richtung sei, antworteten Sie beim Jahrestreffen des Bundesverband Digitalpublisher und Zeitungsverleger in Berlin: »Absolut.« Sie hätten sich zwar darüber gefreut, aber gleichzeitig gedacht: »Schreib’ das mal 2021 über eine Frau. Dann gibt es aber richtig ein paar hinter die Ohren und auch zu Recht.«

Da stimmen wir Ihnen ausnahmsweise ausnahmslos zu, ziehen dem kleinen Würstchen Beisenherz einfach mal präventiv die Löffel lang und verleihen Ihnen stattdessen ganz unzweideutig den zu Ihrem Moderations- und Interviewstil ohnehin viel besser passenden Titel »Deutschlands eitelste Flachzange«.

Grillt alles und jeden und auch zu Recht: Titanic

 Überrascht, Katja Kipping (Die Linke),

nahmen wir Ihren Tweet nach der Wahlschlappe zur Kenntnis: »In der Mittagspause gönne ich mir heute eine starke Dosis vom Känguru-Humor. Tut an Tagen wie diesen besonders gut«, versehen mit einem Bild von zwei Marc-Uwe-Kling-Hörbüchern. So viel Masochismus hätten wir Ihnen gar nicht zugetraut. Andererseits ergibt dann auch die Mitgliedschaft in einer Partei mit Sahra Wagenknecht Sinn.

Oder ist etwa alles nur ein geschickter Versuch, den Grünen & Co. die Stammwählerschaft mithilfe von deren Stammhumor abzugraben? In diesem Falle: Clever! Nach der Wahl ist bekanntlich vor der Wahl.

Extra starke Erkenntnisse von Titanic

 Michael Haberland, Organisator des Münchener Oktoberfests,

im Spiegel beschrieben Sie, wie man sich die digital stattfindende Wiesn vorzustellen hatte: »Alle Teilnehmer bekommen eine Wiesn-Box und einen Zoom-Link. Dann geht’s los. A Guadn!« Und weiter? »Sie klicken auf den Link zur verabredeten Uhrzeit, und dann stoßen wir gemeinsam an. O’zapft is’!«

Mal ehrlich, Haberland: Glauben Sie wirklich, dass Ihre ins Interview gejohlten Animationsrufe darüber hinwegtäuschen können, dass das alles ziemlich traurig klingt? Unser Tipp: Bei der nächsten Pandemie das Fest ganz absagen und einmal kräftig »Schaun’ mer mal!« brüllen.

A Guadn! Titanic

 So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

So schloss sich der Kreis, Angela Merkel,

als Sie bei einem Wahlkampfauftritt auf Rügen versprachen, nach Ihrer Kanzlerinnenschaft in Berlin und in der Uckermark wohnen zu bleiben. »Von dort ist es durch die schöne A20 nicht mehr weit in meinen ehemaligen Wahlkreis.«

Klar, irgendwas mit Autobahnen hören die Deutschen ja gern, um Ihren Vorgänger mit dem Schnauzbärtchen nicht ganz vergessen zu müssen. Allerdings haben wir nicht vergessen, dass auf einem Teilstück ebenjener Autobahn 20, kurz nachdem es 2005 durch Sie als frisch gewählte Bundeskanzlerin freigegeben worden war, die Fahrbahn einbrach und ein Loch hinterließ, das nicht nur symbolisch tief und breit klaffte. »Eine fürchterliche Schmach« nannten Sie das damals. Pff! Eine schändliche Niederlage auf hierzulande heiligem Schlachtfeld!

Aber vermutlich setzen Sie bei den Autobahn-Deutschen einfach auf das große Vergessen. Hat beim Führer schließlich auch geklappt. Und gewählt werden müssen Sie ja auch nicht mehr.

Sagt zum Abschied leise »Umleitung«: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Gesundheitsfrage

Gibt es so was wie Fremdhypochondrie, also dass man immer Angst hat, andere Leute hätten irgendwas oder ihnen würde etwas zustoßen? Ich frage für eine Freundin, bei der ich befürchte, dass sie das hat.

Paula Irmschler

 Next-Level-Kosmopolit

Ständig trifft man jemanden und sowieso kennt man fast alle über zwei Ecken: Ja, China ist für mich so ein richtiges Milliardendorf!

Leo Riegel

 Letztes Aufbäumen

Dass ein Smartphone beim Hochfahren mal – Gott zum Gruße! – vibriert, geschenkt. Die Geräte eines gewissen südkoreanischen Herstellers allerdings erbeben auch während des Herunterfahrens bei schon ausgeschaltetem Bildschirm noch mal kurz. Ganz so, als klopfte ein doch noch nicht Verstorbener von innen an den Sargdeckel.

Andreas Lugauer

 Bittgesuch

Ich liebe Online-Petitionen, ich unterzeichne jede. Hätte es sie früher gegeben, viel Leid wäre der Menschheit erspart geblieben. »Stopp Römer nach Germanien!« 200 000 Unterzeichner, und die alten Germanendörfer am Rhein stünden noch heute Stein auf Stein. »Für Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, für Brot für alle, für das Volk als Souverän und noch ein paar andere Sachen. Sind Sie dabei? Hier können Sie unterschreiben!« 5 Millionen ratifizierende Franzosen, darunter der französische König, und der blutige Sturm auf die Bastille wäre nie geschehen. Dasselbe gilt für »Europa raus aus Afrika« oder »Herr Bismarck, erlauben Sie das Wahlrecht für alle!« Auch die Sponti-Bewegung hätte mit ihren Zielvorstellungen auf diesem Weg mehr Erfolg gehabt, von »Macht aus dem Staat – Gurkensalat!« bis »Miethaie zu Fischstäbchen!« Keine Ahnung, ob die rot-gelbe Staatsgewalt alle Anliegen wirklich erhört hätte, aber man hätte es versuchen können.

Ella Carina Werner

 Emotionskontrolle

Schon ewig her, da fiel mir in einem Plattenladen in Sevilla auf, dass die Regalfächer A–K und M–Z relativ spärlich bestückt waren. Die Fächer L hingegen barsten fast schon vor Fülle. Eine nähere Überprüfung der L-Fächer brachte Klarheit: Los The Beatles, Los The Clash, Los The Doors, Los The Eagles, Los The Rolling Stones, um nur einige Beispiele zu nennen. Ich habe trotz rudimentär vorhandener Spanischkenntnisse davon abgesehen, das Personal darauf anzusprechen, denn diese mehr als amüsante Sortierung machte mir schlagartig klar, dass ich durchaus ein Typ bin, der etwas kann, was viele erst mühselig lernen müssen: loslassen.

Tom Breitenfeldt

Vermischtes

Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURWenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURKamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURFriedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!
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Das schreiben die anderen

  • 28.09.:

    Oliver Maria Schmitt hat versucht, mit der Kraftradgruppe Frohsinn die Demokratie zu retten – zumindest in der FAS.

  • 28.09.:

    Das "Medienmagazin" vom BR hat mit Martina Werner (und anderen) über Satire, Journalismus und Politik gesprochen.

  • 25.09.:

    TITANIC-Herausgeber Martin Sonneborn spricht mit der Taz über Frauen in der Redaktion und erinnert sich an die beste Zeit für Satire.

  • 20.09.:

    In der Jungen Welt würdigt Stefan Gärtner den 80jährigen Eckhard Henscheid.

  • 14.09.:

    NDR Zeitzeichen zum 80. Geburtstag von Eckhard Henscheid.

Titanic unterwegs
26.10.2021 Hänigsen, Kunstspirale Thomas Gsella
27.10.2021 Braunschweig, Kult Thomas Gsella
28.10.2021 Hannover, Pavillon Thomas Gsella und Ella C. Werner mit M. Knepper
28.10.2021 Hamburg, Literaturhaus Gerhard Henschel