Das endgültige Rügenmagazin

Pflichtblatt für den Presserat


 

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[Juli 2008]

Alzheimerpatienten!
Und der von Euch, Schäublekoch,
Martina Köppen!
Sie, Ralf Meister,
Wolfgang Joop!
Und was, Tilmann Steffen,
Heidi Klum!
Aber was, »Auto-Teile-Arier«, Wuppertal-Barmen,
Und drittens, »SZ«!
Weil doch, Presse,
Du, Brot für die Welt,
Hi, Rebecca Johns!
Gudrun Kopp!
Unbekannter Kneipenwirt vom »Kretaner« zu Berlin!
»Pomm-Es-Lounge« in München!
Franz Josef Wagner!
Und Sie, Bielefelder Thalia-Kundin,
Christoph Daum!
Frauen!
Dieter Bohlen!
»Go long life«!
Griechische Insel Lesbos!
Aber was, Magnus Klaue,
Weil fünf Prozent, Wolfgang Huber,
RCDS!
Münchener Rück, sehr geehrte!
Gloria von Thurn und Taxis!
Und Euch, Fußballfans,
He, Ralf Brauksiepe (CDU)!
Da haben, Horst Köhler,
Außerdem, »SZ«!
Barbara Sommer!
Grüß Gott, »Süddeutsche«!
Tiefensee!
Liebe Neger!



Alzheimerpatienten!

Wir hätten da mal eine Frage: In Alzheimer’s & Dementia, Ihr wißt schon, diesem monatlichen Fachblatt, das Ihr seit Jahren abonniert habt: Steht da nicht jeden Monat dasselbe drin? – Woher Ihr das wissen sollt? Auch wieder wahr. Vergeßt unsere Frage!

Schöne Dings, äh: Grüße!

Titanic


Und der von Euch, Schäublekoch,

so inbrünstig herbeigesehnte Fragenkatalog zur Einbürgerung wird ja nun doch in Kraft treten; und so können Ausländer mittels Multiple Choice (»Welches dieser drei Mittelgebirge liegt nicht in Deutschland? a) Hindukusch, b) Kaukasus, c) Rhön«) endlich beweisen, daß sie es wert sind, deutsch zu werden, und das ist ja nur recht und billig. Aaaber, Schäublekoch: Müssen es wirklich und ausgerechnet, hehe: 33 Fragen pro Ausländer sein?

Der könnte ja von uns sein!

Eure Ehrenbürger von der

Titanic


Martina Köppen!

Sie sind Leiterin der Antidiskriminierungsstelle des Bundes und haben als solche Sinn für Humor. Oder wie sollen wir verstehen, wie Sie sich in der FAZ zitieren ließen? »Warnung vor schärferen Diskriminierungs­regeln … Martina Köppen hat vor einer Ausdehnung der Dis­kriminie­rungstat­bestände gewarnt. Eine stärkere Regulierung und eine weniger strenge Definition des Begriffs Diskriminierung wären ein Schlag für die Wirtschaft … Sozial verantwortliches Handeln … müsse im Kern freiwillig geschehen.« Haha, köstlich, Frau Köppen! Eine Diskriminierungs­beauftragte, die sagt, man solle das mit der Diskriminierung nicht so ernst nehmen – das ist fast so lustig wie ein Herzchirurg mit Parkinson, ein Pilot ohne Flugschein, ein Lawinenhund ohne Whiskeyfäßchen! Über diesen gelungenen Jux dürfte ganz besonders besagte Wirtschaft gelacht haben (mit der Sie nach eigenen Angaben schon in »konstruktivem Dialog« stehen); und wird Ihnen den Scherz nach ­Ihrem Ausscheiden aus dem Amt ­sicher mit einem schönen Aufsichtsratsposten vergolden.

Letzte Warnung:

Titanic


Sie, Ralf Meister,

sind nicht nur Probst von Lübeck und halten »Motorradgottesdienste«, sondern erlauben sich dabei auch noch den Luxus einer originellen Meinung: »Es ist ein Luxus, es sich in Hoffnungslosigkeit und Resignation bequem zu machen«, weil es nämlich viel besser ist, es sich in feurig christlicher, durch Steuergelder ermöglichter Anpackrhetorik bequem zu machen, wie sie Arbeitgeberpräsidenten, CDU-Demagogen und ähnlich nächstenliebendem Gesindel allzeit so gut zu Arschgesicht steht.

Aber es ist halt noch kein Meister vom Himmel gefallen, nicht wahr.

Mit Gott:

Titanic


Wolfgang Joop!

Wie war der jüngst verstorbene Yves Saint Laurent so? »Er war ganz anders als ich, weder besonders witzig noch unterhaltsam.« Und total unbescheiden wahrscheinlich auch noch! Schon toll, daß er es trotzdem zu was gebracht hat.

Witzige Grüße:

Titanic


Und was, Tilmann Steffen,

für eine ausgezeichnete Idee, zum Hype um den Klum-Topmodel-Krampf für die Netzeitung einfach mal ein junges Mädchen aus der Zielgruppe zu interviewen, z.B. die Gymnasiastin Tabea Möhlis! Die auch gleich Erstaunliches zu berichten wußte; auf die Frage »Warum bewerben sich Mädchen überhaupt bei einer solchen Show?« z.B.: »Viele träumen davon, Model zu sein. Wenn man gut ist, kann man reich und berühmt werden. Das lockt viele.«

Am besten hat uns aber die Zeile am Schluß des Interviews gefallen: »Tabea Möhlis, 15, besucht die Katholische Theresienschule in Berlin. Mit ihr sprach ihr Vater Tilmann Steffen.« Ganz große Klasse – dieses kluge und rundum ökonomische Vorgehen macht hoffentlich Schule! Wir freuen uns auf Interviews wie »Klaus Zumwinkel, beim Sonntagsbraten knallhart befragt von seinem Bruder Jürgen Zumwinkel« oder »TITANIC-Chef Gsella steht seinen unterwürfigen Redakteuren zwischen Tür und Angel Rede und Antwort«!

Freut sich wirklich:

Titanic


Heidi Klum!


Sie sind schon eine ganze Weile Präsentatorin einer Sendung, die ca. »Germany’s Next Stockholm-Syndrom« heißt und in der augenscheinlich am Hungertuch nagende junge Frauen entführt und seelisch und körperlich mißhandelt werden und sich trotzdem in ihre Peiniger verlieben. Freigelassen werden die armen Geschöpfe einzeln und erst, wenn sie gebrochen oder wahnsinnig geworden sind. Und dem Mädchen, das am längsten gefangengehalten wurde, winkt am Ende im besten Falle ein unwürdiges, kurzes Dasein als Playmate oder 9Live-Moderateuse.

Da Sie mit Ihrem Namen für die Sendung bürgen und deren prominentestes Gesicht sind, werden Sie gerne nach der Wirkung dieses unmenschlichen Treibens gefragt. Diese reden Sie dann stets klein und teilen mit, daß Sie mit der Show nur ein wenig zeigen möchten, wie hart es im »Mode-Business« nun mal sei. Doch so gerne wir glauben, daß es in Ihrem Geschäft wie in jedem anderem, in dem Menschen Ihren Körper zum Gelderwerb verkaufen müssen, nicht ohne Demütigung, Drogen, Deformation und dergleichen zugeht: Wann hätten Sie bei einer Bewerbung je vor einer kühlen, seelenlos dreinblickenden Blondine gestanden, die Nazi-Bräute in amerikanischen Spielfilmen herzensgut erscheinen läßt und die die Bekanntgabe der Entscheidung, ob die Bewerbung für eine Einstellung ausreicht oder nicht, so sadistisch hinauszögert und mehrfach wendet, daß man gradwegs die Genfer Konventionen verletzt sieht?

Natürlich nie. Hat doch die Sendung mit der Realität im Mode-Geschäft so viel zu tun wie etwa »Deutschland sucht den Superstar« mit dem der Musik. Vielmehr ist sie Teil der großen, primär im TV erteilten Lektion, daß in der konkurrenzgeilen asozialen Marktwirtschaft nur jene Prekaristin eine Chance auf Aufstieg hat, die bereit ist, sich vollkommen zu entblößen. Und manchmal klappt’s ja auch und verdient frau als Animiermadame recht gut. Von der Puffmama mal ganz zu schweigen!

Nicht wahr?

Titanic


Aber was, »Auto-Teile-Arier«, Wuppertal-Barmen,

bist denn Du schon wieder? Eine exklusive Volkswagen-Vertragswerkstatt mit 1000jähriger Garantie auf Kruppstahlkarosserie, Windhundschutzscheibe und Zähle­dersitze?

Räder müssen rollen:

Titanic


Und drittens, »SZ«!

»Österreich ist der extremste Außenseiter bei der Fußball-EM« oder wie immer der Satz ging, den wir uns ob seiner Schönheit und Paradigmatik gemerkt haben – so geht’s halt nicht. Auch nicht in Deinem immer unerträglicher humorisierenden Sportteil!

Glaub’s halt.

Titanic


Weil doch, Presse,

Du auf Deine Vorbild- und Trendsetterfunktion zu Recht stolz bist und eine Mutter ihr Kind nun mit der Begründung ins Eisfach stopfte, »ich glaubte, es wäre tot«: Könntest Du mal bitte schreiben und berichten, daß man tote Kinder genausogut in einen Sarg legen kann? Und aber lebendige auch nicht schlecht sind?

Danke.

Titanic


Du, Brot für die Welt,

wirbst mit dem spritzigen Claim »Fairgeben – Fairsorgen – Fairteilen« um Unterstützung für »Kleinbauern in Afrika, Asien und Lateinamerika«. Abgesehen von der Frage, ob die Texte für Deine Plakate mittlerweile von Willy Astor stammen, hat uns vor allem das erste Drittel des Slogans beeindruckt: Wenn man nämlich den Drittwelt-Bauern trotz allem, was sie uns angetan haben: Kolonialismus, Weltbank, Agrarsubventionen, noch aufrichtig ver- bzw. fairgeben kann: dann muß es sie wohl doch geben, die berühmte christliche Nächstenliebe!

Deus caritas est!

Titanic


Hi, Rebecca Johns!

Eben blättern wir den dtv-Herbstkatalog durch, in dem neben Ihrem Foto und unter der schon sagenhaft einfältigen Werbezeile »Kraftvolle amerikanische Literatur« Ihr »mitreißendes Mehrgenerationen-Epos« namens »Eisbergsalat«, nee: »Eisberge« angepriesen wird – und stellen uns gerade einen Auszug vor: »Mutter mochte am liebsten Pfannkuchen. Zum Frühstück aß sie regelmäßig zwei bis drei Dutzend, so daß für mich vor der Schule nur acht Rühreier mit einem Pfund Speck übrigblieben – dabei hatte ich noch Glück, denn Grandma, die keine Zähne mehr hatte, blieb nur der Ahornsirup direkt aus der Flasche, wobei ihr Blutzucker ohnehin schon…«, well, forget it, sorry!

Yours,

Titanic




Gudrun Kopp!

Als FDP-Energiefachfrau haben auch Sie sich strikt gegen günstige Energietarife für einkommensschwache Haushalte ausgesprochen. Während Arme dadurch entlastet würden, klagten Sie laut SZ‚ »können Normalverdiener einmal mehr sehen, wie sie zurechtkommen«.

Nun bedeutet der Terminus Normalverdiener in aller Regel ja genau dies: daß man ganz gut zurechtkommt; unser Mitgefühl hält sich also in Grenzen. Zumal es ja viel größere Ungerechtigkeiten gibt, z.B. die übertriebene Behindertenfreundlichkeit hierzulande! Während diese Rollstuhlfahrer ihre komfortablen Aufzüge und Rampen gebaut bekommen, können wir Normalgesunden einmal mehr sehen, wie wir uns die Treppenstufen hochquälen!

Auf Ihre diesbezügliche parlamentarische Initiative wartet freudigst:

Titanic


Unbekannter Kneipenwirt vom »Kretaner« zu Berlin!

Wir ahnen natürlich, weshalb Du Deinen Laden nicht einfach »Zum Kreter« genannt hast. Dann würden die gebildeten Gäste ja bald damit ankommen, daß alle Kreter lügen, und keiner glaubt Dir die Rechnung. Warum aber ein Kiosk an der Frankfurter Miquelallee »Zum Grieche« heißt, könntest Du uns ehrlicherweise wohl auch nicht beantworten, was?

Yammas:

Titanic


»Pomm-Es-Lounge« in München!

Wir warten weiterhin gespannt auf die Eröffnung Deiner Filialen Pomm-Ich-Lounge und Pomm-Über-Ich-Lounge.

Wohl verdrängt, was?

Titanic


Franz Josef Wagner!

»Jeder macht mal Fehler«, konzedierten Sie kurz vor Beginn der Fußball-EM in Ihrer Bild-Kolumne generös, »aber es gibt einen Typus von Fehler, der auf mich wirkt wie das rote Tuch auf den Stier – der Haß auf die Deutschen.« Womit Sie bei den Polen waren, die Bundestrainer und Kapitän der deutschen Mannschaft in Krawallblättern per Fotomontage enthauptet hatten. Klar, daß diese Provokation Sie auf den Plan rufen mußte! Da hat es schon viel kleinere Kriegsgründe gegeben! Was ist dagegen schon der Überfall auf einen Radiosender! »In Eurem Fall«, schossen Sie also zurück, »sollten wirklich Köpfe rollen – der Kopf dieses durchgeknallten polnischen Chefredakteurs!« Gut gebrüllt, Wagner, alter Ochse; allein: Wir würden evtl. noch einen Schritt weitergehen. Und auch noch den Kopf des Verlags­chefs fordern, dem die polnische Zeitung gehört, die diesen wunderbaren Weltkrieg im Wasserglas vom Zaun gebrochen hatte. Sie finden ihn übrigens bei Ihnen im Springer-Hochhaus, ein paar Etagen höher. Er heißt Mathias Döpfner.

Nur Mut!

Titanic


Und Sie, Bielefelder Thalia-Kundin,

die Sie an der Information des Buchkaufhauses insistierten, für Ihre Nichte unbedingt das neue Buch von »der Harry-Potter-Autorin« zu kaufen, das jetzt überall in den Bestsellerlisten sei, und selbst dann noch unnachgiebig blieben, nachdem die Verkäuferin klargestellt hatte: »Nein, das ist nicht Rowling, sondern Roche!«: Wie hat Ihrer Nichte denn »Harry Potter und die Sekrete des Grauens« gefallen?

Schmutzige Grüße:

Titanic


Christoph Daum!


»Wir sind aufgefordert, gegen jede Form jüdischer Bestrebungen im Fußball vorzugehen. Eine Liberalisierung möchte ich da nicht sehen. Ich bin kein Antisemit, meine Mutter hat ja sogar einmal einem Juden die Hand geschüttelt. Mir geht es ausschließlich um den Brunnenschutz.« Sagt man so etwas? Haben Sie ja auch nicht. Statt dessen aber in feinstem Daum-Deutsch dies: »Da wird es sehr deutlich, wie sehr wir dort aufgefordert sind, gegen jegliche Bestrebungen, die da gleichgeschlechtlich ausgeprägt ist, vorzugehen. Gerade den uns anvertrauten Jugendlichen müssen wir mit einem so großen Verantwortungsbewußtsein entgegentreten, daß gerade die, die sich um diese Kinder kümmern, daß wir denen einen besonderen Schutz zukommen lassen. Und ich hätte da wirklich meine Bedenken, wenn dort von Theo Zwanziger irgendwelche Liberalisierungsgedanken einfließen sollten. Ich würde den Schutz der Kinder über jegliche Liberalisierung stellen« und also, mit einem Wort, keine Arschficker in die Kabine lassen. In einer »Klarstellung« haben Sie dann erläutert: »Ich habe keinerlei Berührungsängste zu homosexuellen Menschen. Auch in meinem Bekanntenkreis gibt es einige, die in gleichgeschlechtlichen Beziehungen leben. Kinderschutz geht mir aber über alles.« Von dem offensichtlich homophoben, für das Denken im Fußballgeschäft indes repräsentativen Unflat abgesehen: Sollte, Christoph, alte Nase, einer, der seinen Sohn »Jean-Claude Daum« getauft hat, auch nur das allerkleinste bißchen zum Thema Kinderschutz äußern? Hm?

Bedenkenvoll:

Titanic


Frauen!

Immer noch nicht den Richtigen gefunden? Bloß jeden Abend neben der alten Stinkwarze auf dem Sofa vorm Fernseher, oder sogar allein? Och, macht doch nichts – anderen geht’s auch nicht besser. Manche Träume gehen halt einfach nicht in Erfüllung. Laut bravo.de nicht mal bei den Stars: »Bevor sie Brad Pitt traf, wünschte sich Angelina Jolie einen Sozialarbeiter als Ehemann!«

Kann man halt nichts machen. Muß man halt den nehmen, der da ist! Also: Macht Euch nichts draus.

Das Magazin Eurer Träume

Titanic


Dieter Bohlen!

Wenn Sie etwas gegen Ihr schlechtes Image und zugleich für eine gute Sache tun möchten, sollten Sie sich ein Beispiel an Harrison Ford nehmen. Der hat sich nämlich, wie wir gerade aus der SZ erfahren, höchstpersönlich für die Umwelt eingesetzt: »In einem Videospot der amerikanischen Umweltorganisation ›Conservation International‹ läßt er sich von einer fachkundigen Kosmetikerin seine Brusthaare mit Wachs entfernen. Mit der ziemlich unangenehmen Prozedur will der Hollywood-Schauspieler auf die Klimaveränderung aufmerksam machen.«

Sie sehen, es ist gar nicht schwer, und wir alle würden in einer besseren Welt leben, wenn wir in der Zeitung lesen könnten: »Um auf die wachsende Lärmbelästigung aufmerksam zu machen, läßt sich Dieter Bohlen in einem Videospot der Deutschen Ärzte­kammer von einem fachkundigen Chirurgen mit einer Blechschere die Stimmbänder entfernen.«

An die Arbeit!

Titanic


»Go long life«!

Du bist angeblich ein »Magazin für ein glückliches langes Leben«, bedienst hauptamtlich einfältige Senioren und liegst überflüssigerweise diversen Tageszeitungen bei. Bevor uns beim Durchblättern vor Unsinn die Augen übergingen, erhaschten wir noch eine besonders imposante Überschrift: »Alles­könner Toilette« – jaaa, so eine Toilette ist tatsächlich das Schweizer Messer des modernen Alten: Man kann sich darin waschen, draus trinken, sich notfalls drin ersäufen –

und natürlich semijournalistischen Kehrricht wie Dich runterspülen.

Lebt lang und glücklich ohne Dich:

Titanic


Griechische Insel Lesbos!

Hohe Wellen schlägt Dein Ansinnen, weiblichen Homosexuellen zu verbieten, weiterhin Deinen Namen zu tragen; das empfindest Du nämlich als »beleidigende Anmaßung«. So erklärte einer Deiner der Bewohner vor Gericht: »Meine Mutter, meine Tochter, meine Schwester, sie alle schämen sich zu sagen, daß sie Lesbierinnen sind, also aus Lesbos stammen.«

Schön und gut, aber: Was willst Du denn als nächstes abschaffen? Das Adjektiv »griechisch«? Weil das ja hin und wieder, und sei’s auf dem Pausenhof vom Humanistischen Gymnasium – »Griechisch find ich so was von geil! Das könnte ich stundenlang haben!« – auch ein bißchen peinlich ist?

Jedenfalls gespannt:

Titanic


Aber was, Magnus Klaue,

sollte denn Ihr Hinweis, der Ihrerseits in Konkret wohl zu Recht kritisierte Arne Hoffmann habe sich unter anderem mit »populären Sachbüchern über Masturbation, Sadomasochismus und andere mainstreamkompatible Perversitäten« einen Namen gemacht? Was haben Sie denn bloß gegens ­Woxeln?

Einfach mal ausprobieren! Ein bißchen Entspannung tät gerade Ihnen doch nicht schaden!

Rät mainstreamkompatibel:

Titanic


Weil fünf Prozent, Wolfgang Huber,


Gottesdienstbesucher unter Ihren Kirchenmitgliedern ein doch recht magerer Anteil sind, haben Sie als Ratsvorsitzender der Evangelischen Kirche ein »anspruchsvolles Ziel« formuliert: zehn Prozent. Das umzusetzen wird aber wohl nicht leicht: »Deswegen wollen wir Kompetenzzentren für Predigtkultur und Gottesdienstqualität einrichten«, ließen Sie sich servicephrasenquatschkonform vernehmen, womit Sie den Content Ihres Business proaktiv umrissen haben: Denn was war Jesus schon anderes als der Start-up-Unternehmer einer NGO mit außerordentlichen Kernkompetenzen und vor allem einem sensationell erfolgreichen Marketingkonzept, gelle?

Ihre Abteilung für Satirekultur auf der

Titanic


RCDS!

Ungeachtet der Tatsache, daß Ernesto »Che« Guevara im allgemeinen und sein berühmtes Foto im besonderen für so ungefähr gar nichts mehr stehen, glaubst Du, die linke Konkurrenz so richtig schön ärgern zu können, indem Du allen, die es noch nicht wissen, zum x-ten Mal erzählst, was für ein fieser stalinistischer Drecksack der historische Che eigentlich war (»Ciao, Guevara! Schau der Wahrheit ins Gesicht!«) –

alright. Aber wenn wir schon bei Geschichte sind: Mal überlegt, wie viele Tote aufs Konto Deines Christentums gehen? Wie viele Kinder, die der Herr Jesus zu sich hat kommen lassen, hat Josef Wissario­nowitsch Che vor Analphabetismus, Prostitution und Sklavenarbeit bewahrt? Haben nicht Kumpel Deiner CDU-Chefin wie US-Präsident Bush ein paar mehr Leichen auf der ­Veranda als der Dr. Guevara? Und hat nicht die Junge Union in Berlin-Reinickendorf noch vor ein paar Jahren bei dem ewig vergeblichen Versuch, irgendwie cool und rebellisch zu wirken – mit Che Guevara geworben?

Schau der Wahrheit ins Gesicht!

Titanic


Münchener Rück, sehr geehrte!

Deine Stellenanzeige in der FAZ hat unser Interesse geweckt: Einen »Aktuar Nichtleben (m/w)« suchst Du da, mit »beruflicher Praxis in Nichtleben«. Wenngleich letzterer Begriff ein wenig ungewohnt klingt, hat er uns doch zielsicher angesprochen. Sicher: Komapatienten, Totgeburten, CDU-Fossile oder Steine haben auf diesem Feld wohl noch ein bißchen mehr Praxis­erfahrung; aber den ganzen Tag in ­diesem öden Satirebüro herumsitzen und sich Gsellas Hustenattacken anhören, das ist doch praktisch auch kein ­Leben! Außerdem wissen wir Frankfurter Schüler aus dem Effeff, daß das Leben nicht lebt!

Also, wie hättest Du unseren Nichtlebenslauf gerne: tabellarisch oder lieber ausformuliert?

In froher Erwartung:

Titanic


Gloria von Thurn und Taxis!


Vor vier Jahren wurden Sie vom Bayerischen Landtag, sprich der dortigen CSU-Mehrheit, in die Bundesversammlung abkommandiert und sollten Horst Köhler wählen, stimmten jedoch für Gesine Schwan. Die FAS wollte aus aktuellem Anlaß nun wissen, warum; und Sie erklärten: »Niemand hat doch damals ahnen können, daß Horst Köhler so einen tollen Job machen würde. Er ist ein famoser Bundespräsident. Er sagt immer seine Meinung, auch wenn das den Politikern nicht paßt. So etwas gab es vorher nicht. Finden Sie nicht auch?« »Eigentlich nicht«, fand selbst die FAS. »Das war doch bei allen Bundespräsidenten so. Dafür sind sie ja Bundespräsidenten.« Darauf Sie: »So hab ich das noch nicht gesehen.«

Wenn wir uns da mal einmischen und zusammenfassen dürfen: Sie wurden als Wahlfrau aufgestellt; wählten eine Person, die Sie nicht wählen sollten; finden es aber gut, daß diese Person nicht Präsident wurde, weil der jetzige einen so tollen Job macht; eine Annahme, die auf einem Irrtum beruht und obendrein Unsinn ist – kommt es Ihnen, Durchlaucht, da nicht auch komisch vor, daß Ihresgleichen dem sog. einfachen Volk einst das Wahlrecht absprechen wollte? Wegen Unmündigkeit?

Haha:

Titanic


Und Euch, Fußballfans,

die Ihr schon Wochen vor der Fußball-EM mit schwarz-rot-goldenen Fähnchen am Auto wie von Sinnen durch unsere Straßen gekachelt seid, haben wir, zugegeben, ziemlich Unrecht getan. Wir dachten nämlich, daß Ihr stolz auf Euer blödes Vaterland wärt; bis uns im Supermarkt ein Knabbergebäck-Label bei Ankauf von drei Tüten Kartoffelchips eine Deutsch­landfahne geradezu aufgedrängt hätte. Ihr seid, Fußballfans, also gar keine dumpfen Vaterlandsverehrer, Ihr seid einfach dumpfe Kartoffelchipsfreunde!

Dazu Glückwunsch: 

Titanic


He, Ralf Brauksiepe (CDU)!

Vielen Dank auch für Ihre gut begründete Ablehnung eines Sozialtarifs bei den Energiekosten: Ausnahmen für einzelne Gruppen bei Energiepreisen müßten schließlich durch andere bezahlt werden, und »wir müssen darauf achten, die Lasten für die Leistungsträger dieser Gesellschaft nicht immer weiter in die Höhe zu treiben.«

Das ist natürlich wahr. Nur: Lasten für Leistungsträger? Das kann Ihnen doch ganz egal sein! Sie sind doch keiner! Oder ist das reflexhafte Erbrechen billigster Zynismen heutzutage schon eine Leistung?

Wissen Sie, Brauksiepe, was: Ihr Herr Jesus wird’s Ihnen beizeiten schon um die Ohren hauen.

Ungnädig:

Titanic


Da haben, Horst Köhler,

Ihre Ghostwriter den Kondolenzbrief an Peter Rühmkorfs Witwe aber wirklich cremig hinbekommen: »Sei­ne einzigartige Verbindung von Intelligenz und Humor, von Melancholie und Spielfreude, von privatesten Empfindungen und öffentlichen Anliegen hat die Leser immer wieder erstaunt und begeistert«, ramtamtamtam. »Seine hohe Kunst, sich buchstäblich auf alles einen Reim zu machen, bringt auch die Hoffnung zum Ausdruck, daß die Widersprüche des Lebens vielleicht doch versöhnbar sind« wie z.B. der riesige, daß ein musenferner Knallbeutel, der seine Nase lieber in Kameras als in Bücher hält und schon gar nicht in welche von Peter Rühmkorf, diesen als sozialdemokratischen Versöhner preist, der er garantiert nicht war: »Komm, wir gehn einen heben / Bis daß die Därme uns brennen / Bis wir ganz richtig kotzen können / Auf dies Freß-, Piß-, Kack-, Scheißleben!«
Genau. Bzw. mit dem Seligen zu ächzen: »Es gibt so Menschen, die taugen zu, / na, sagen wir’s offen, zu gar nichts. / Aber bittschön, jetzt Mund auf und Augen zu, / und dann sag noch einmal: Das war nichts!«
In diesem Sinne versöhnliche Grüße:

Titanic


Außerdem, »SZ«!

Zu Deinem Einfall, die 700. »Tatort«-Folge von der gottlob fast vergessenen Kompetenzkanone und Faselhänsin Else Buschheuer rezensieren zu lassen, deren einzige Qualifikation – neben dem bewundernswerten und darum auch zu Recht in der biographischen Notiz ausgestellten Faktum, daß sie fünf Jahre in New York gelebt hat – darin bestanden haben muß, bei Leipzig geboren zu sein und jetzt in Leipzig, wo der Krimi spielte, zu wohnen, zu diesem prima Einfall möchten wir Dir gratulieren; denn wer läse nicht lieber eine dreiviertel Zeitungsseite lang Drehbuchauszüge und humoreskes Trinengeplapper als eine richtige Fernseh- und Reihenkritik; am Ende von jemandem, der sich auskennt!
Sollte die 750. Folge in Ludwigshafen spielen, empfehlen wir als Laudator Helmut Kohl, und falls die 800. aus Berlin kommt: Edith Hancke. Oder Fritze Flink!
Nichts zu danken:

Titanic

 


Barbara Sommer!

Als nordrhein-westfälische Schulministerin (CDU) sind Sie nicht nur für die Wiedereinführung der lächerlichen Benimmnoten verantwortlich, sondern auch für das skandalöse Durcheinander rund um das neue Zentralabitur mit seinen teils unlösbaren, teils falschen Aufgaben. Eine Entschuldigung für die Pannen, wie vom Landesschülersprecher gefordert, haben Sie laut Netzeitung jedoch mit den Worten abgelehnt: »Man kann sich nur für etwas entschuldigen, wenn man bewußt einen Fehler gemacht hat.«
Na na, Frau Sommer! Das hieße dann also, daß Sie sich grundsätzlich nicht entschuldigen, wenn Sie einen Ihrer Beamten unabsichtlich anrempeln, in der Kantine zufällig mit Gulasch überschütten oder versehentlich im Mondschein vom Baugerüst stoßen? Eine recht eigenwillige Vorstellung von Sozialverhalten und Verantwortungsbewußtsein ist das, die Ihnen dann auch die Kopfnoten restlos versaut.
Noch ein paar Sechsen, setzen!

Titanic

 


Grüß Gott, »Süddeutsche«!

Als wär’s für das journalistische Lehrbuch, hast Du uns am 29. Mai eine Themenseite zum »Fall Gysi« serviert, was Dir gleich in der Überschrift (Ironie! Ironie!) in »Gysis Fall« umzudrehen gelang. Der »Fall« bestand darin, daß Marianne Birthler, die Stasi-Bundesbeauftragte, ungefähr zum 128. Mal zu der unumstößlichen Gewißheit gekommen war, daß ihr alter politischer Intimfeind Gregor Gysi als Stasispitzel tätig gewesen sei. Was machtest nun Du, Süddeutsche, aus diesem sensationellen Ereignis? Du schriebst im Kleingedruckten das hin, was Sache ist: »Warum gibt es keine Hauptakte, keine Karteikarte? Entweder ist sie 1989 vernichtet worden – oder es hat sie nie gegeben.« Um daraus in der Überschrift was zu machen? Das: »Die entscheidende Akte, die das [nämlich Gysis Spitzeltätigkeit] belegen könnte, ist verschwunden.«
Wenn wir im Grundkurs Logik damals richtig aufgepaßt haben, muß etwas, was verschwunden ist, zuvor existiert haben – aber hin und wieder juckt es eben auch Dich, einen kleinen Ausflug ins goldene Demagogen-Handwerk der Kollegen von Focus und Bild zu unternehmen und der Wahrheit publikumswirksam auf die Sprünge zu helfen. Und das dann Qualitätsjournalismus zu nennen.
Mach nur so weiter!

Titanic

 


Tiefensee!

»Runter vom Gas« heißt eine Kampagne Ihres Ministeriums und diverser Sponsoren, die zum vernünftigen Autogebrauch anhalten soll. Die Plakate sind gestaltet wie Todesanzeigen, garniert mit lebenslustigen Fotos Verunfallter, und sie geben Auskunft, warum die Abgebildeten nicht mehr unter uns weilen: »Marc und Anja. Motorradleistung unterschätzt.« Oder: »Ralf, Alex, Lea und Felix L. Zu schnell auf nasser Fahrbahn.« Auch gut: »Martin, Tim und Lukas. Fuhren gerne sportlich.« Und natürlich: »Gabi, Frank, Mia und Max T. Wollten schnell nach Hause.« Wir hätten, Tiefensee, noch einen Plakatvorschlag: »Wolfgang. Nahm sich Zeit und las das Kleingedruckte am Autobahnrand.«
Augen geradeaus!

Titanic

 




Liebe Neger!

Wie wir letztens in den Nachrichten sahen, geht Ihr Euch in Südafrika zur Zeit gegenseitig an die Gurgel. Der Grund: Angeblich sind einige von Euch Ausländer und nehmen den anderen die Arbeit weg. Jetzt haben wir zwei dringende Fragen. Nämlich erstens: Wie erkennt Ihr das eigentlich? Also, wer Ausländer ist und wer nicht? Doch sicher nicht an der Hautfarbe! Und zweitens: Seid Ihr nicht eigentlich alle miteinander, einer wie der andere – Ausländer?
Verwirrt:

Titanic

 


 
Titanic unterwegs
15.03.2010 Jena, Romantikerhaus
  Leonhard, Julian und Rudi Hurzlmeier
15.03.2010 Frankfurt, Klabunt
  Hans Zippert
17.03.2010 Hildesheim, Vier Linden
  Max Goldt
17.03.2010 Mainz, Kunsthalle
  Jürgen Roth

 Club Aldiana!

Daß Kultur, Wellness und Sonnenschein nicht die Dinge sind, um die es beim Cluburlaub in erster Linie geht, hatten wir schon sehr stark vermutet. So offen wie Du mit Deinem Slogan »Urlaub unter Freunden« hätten wir es freilich kaum auszuplaudern gewagt.
Deine Freunde auf der

Titanic

 Michael Spreng!

Sie waren bis zu Ihrem Rausschmiß im Jahr 2000 Chefredakteur der Bild am Sonntag, dilettierten als Edmund Stoibers Wahlkampfmanager und haben als »selbstständiger Medien- und Kommunikationsberater« offenbar jede Menge Zeit – zum Beispiel für Ihr sehr einfallsreich »sprengsatz« betiteltes »Politik-Blog aus Berlin«. Dort nämlich beglücken Sie Ihre Leser unter anderem mit der »Anekdote der Woche«, welche Sie stets als so unbequemen Journalisten wie grundsympathischen Superchecker ausweist.
So erfahren wir von irrwitzigen Pannen (»Das beste Kohl-Interview habe ich übrigens in der Vorweihnachtszeit  1975 in Mainz geführt … Als ich nach Bonn zurückkam, stellte ich fest, daß das Tonband nicht funktioniert hatte«), rührenden Männerfreundschaften (»Per du bin ich noch mit Volker Rühe als Ergebnis einer feucht-fröhlichen Nacht beim Medienpreis in Baden-Baden, mit Laurenz Meyer seit unserer gemeinsamen Wahlkampfzeit 2002, sowie mit Ex-Kanzleramtsminister Friedrich Bohl und dem heutigen Verteidigungsminister Franz Josef Jung«), liebenswerten Lausbubenstreichen (»Herold liebte seine Computer geradezu und so forderte er mich bei einem Besuch im BKA auf, die Leistungsfähigkeit seiner Computer doch einmal auszuprobieren. Ich ließ die Namen zweier ehemaliger Schulfreunde eingeben, die schon zu meiner Schulzeit ganz linksaußen standen...«) oder auch Ihrem exzellenten Standing in der Medienwelt: »Als Edmund Stoiber mich zu seinem Wahlkampfmanager berief, telefonierte er am Vorabend der offiziellen Vorstellung mit Friede Springer … Als ich ihn fragte, wie Frau Springer auf seine Entscheidung reagiert habe, berichtete er mir, sie habe über mich gesagt: ›Guter Mann, aber schwierig‹. Ein schöneres Kompliment kann eine Verlegerin einem Journalisten kaum machen« – zumal, wenn sich dessen Output auf eitelste Ranschmeißereien an die Charaktermasken der Macht beschränkt, gell?
Es grüßen die guten, unkomplizierten Männer der

Titanic

 Lotto Rheinland-Pfalz!

Als Co-Sponsor des SV Mainz 05 preist Du Dich selber von den Reklametafeln herab an, und zwar als »Partner aus Überzeugung«. Ach ja, wirklich? Heißt das, daß Dir massenträchtige PR eher weniger bedeutet? Spricht da also Dein soziales Herz, das die Förderung von jungen Talenten in den Vordergrund stellt? Und die Finanzen, wenn überhaupt, spielen nur eine untergeordnete Rolle? Bist Du gar ein Zentrum nonkonformistischen Denkens, das den ollen neoliberalen Brei für ganz ganz gefährlich hält? Gar eine verdeckte Denkfabrik, die die ersten Schritte zur Weltrevolution vorbereitet?
Na dann, auf zum letzten Gefecht:

Titanic

 Huhu, Ron Wood!

Ihr Kampf gegen den Alkoholismus hat Sie also in die Londoner Reha-Klinik »The Priory« geführt, und Sie haben es dort wie lange ausgehalten? Genau eine Stunde! Und diesen Umstand hat »ein Freund« womit begründet? »Er hat sich für den kalten Entzug entschieden.«
Daß damit aber »on the rocks« gemeint ist, darauf schwört rollenden Stein und Bein:

Titanic

 Oliver Bierhoff!

Schon klar, daß so ein mit allen Marketingwassern gewaschener Entscheidertyp und echter Top-Fußballmanager wie Sie sich nicht vorrangig über den sportlichen Erfolg definiert: »Wenn man auch einmal überlegt, was wir in den vergangenen sechs Jahren erreicht haben – nicht nur sportlich, sondern auch, was das Image der Nationalmannschaft betrifft: Die Image-Werte der DFB-Elf waren noch nie so gut wie jetzt«, verrieten Sie dem Manager-Magaz…, Quatsch, nein: »Eurosport«.
Aber, Bierhoff, alte Reizfigur, haben Sie schon mal überlegt, wie sich die Image-Werte der Nationalmannschaft noch signifikant steigern lassen? Wir hatten da an eine Neupositionierung der Marke Bierhoff im wahlweise osteuropäischen, südostasiatischen oder gerne auch südamerikanischen Raum gedacht.
Ihre Marketing-Koryphäen auf der

Titanic

 CO² gespart

Am Vorabend unserer Reise nach Hamburg zogen wir noch einmal durch die Münchener Kneipen. Die letzten Biere waren wohl nicht mehr gut gewesen, denn große Teile unserer achtköpfigen Gruppe litten auf der Hinfahrt unter immensem Stuhl- und Harndrang. Von den gesammelten Sanifair-Bons konnten wir locker den Treibstoff für die Rückfahrt zahlen. Ergebnis: eine großartige Öko-Bilanz – denn der Kleinbus fuhr ja quasi mit Ausscheidungen.

Helge Möhn

 Das Selbst wird ergänzt

Von symbolischer Selbstergänzung spricht man in der Psychologie z.B., wenn ein BWL-Student, der danach strebt, ein erfolgreicher Manager zu werden, sich mit typischen Managersymbolen, etwa einer Rolex oder einem überbordenden Terminkalender, ausstaffiert. In dieselbe Rubrik fällt auch der unentdeckte Maler, der sommers wie winters mit Künstlerschal herumrennt. Die Psychologie will außerdem herausgefunden haben, daß diese Symbole dem unfertigen Selbst tatsächlich helfen können, seine Ziele zu erreichen. Ich bezweifle allerdings, daß mich als kleinen Schreiberling, der gern ein großer Schriftsteller wäre, so eine waschechte Schreibblockade wirklich weiterbringt.

Friedrich Krautzberger

 Machtmissbrauch

Für Nachrichtenredakteure hat so ein drohendes Wetterchaos durchaus seine guten Seiten: Wenn man Freitagnachmittag ordentlich Panik mit Schneewehen und Glatteis macht, parkt man Samstagfrüh bei Ikea in der ersten Reihe.

Thomas Kuhlmann

 Ex aspera ad astra

Das Außergewöhnliche an außerkörperlichen Erlebnissen, sogenannten AKE, ist in meinen Augen nicht, daß die betroffenen Personen sich von ihrer materiellen Realisierung lösen und in einen rein spirituell-geistigen Bewußtseinszustand übertreten, in dem sich der eigene Körper mit frappierender Klarheit von außen betrachten läßt. Das mag zwar so sein. Wenn ich allerdings im alltäglichen Raum-Zeit-Kontinuum diejenigen Personen, welche notorisch von solchen AKE faseln, unter die Lupe nehme, finde ich es bemerkenswert, daß auch nur eine dieser Personen nach Beendigung ihres AKE freiwillig in ihre verwahrloste irdische Hülle zurückkehrt.

Theobald Fuchs

 Nix wie weg

StudiVZ hat ein gravierendes Problem. Sobald die Mitglieder dieser Online-Community ihren Hochschulabschluß in der Tasche haben, möchten sie nur noch eins: raus. In Fachkreisen spricht man deshalb bereits vom Tübingen unter den sozialen Netzwerken.

Magnus Maier