Der Finanzminister informiert

Werte TITANIC-Leser,

ab August wird TITANIC den Verkaufspreis auf 4,50 € erhöhen und kurz darauf auch die Abopreise anpassen. Dieser Schritt geschieht in enger Zusammenarbeit mit meinem Ministerium. Denn derzeit gibt es für unsere Volkswirtschaft nichts Wichtigeres, als mehr Geld in den Konsum zu stecken. Deswegen ist auch sehr wichtig, jetzt kein Abonnement mehr vor der Preiserhöhung abzuschließen. Bitte nicht! Ich erkläre Ihnen gerne, warum:

Wachstum ist das A und O jeder Wirtschaft, die Krankenschwester, die die Konjunktur anschiebt, das Öl, das das Finanzfeuer schürt, die leere Phrase, die eine dumme Idee verkauft. Ohne Wachstum wird Deutschland klein und mißmutig, wird gezwungen, den anderen Nationen den ganzen Tag auf den Hosenbund zu starren. Und das ist kein schöner Anblick, das können Sie mir glauben.

Derzeit steuern wir auf eine Deflation zu, die Zinsen sinken, die Ersparnisse von uns kleinen Leuten sind bedroht. Wenn Sie jetzt nicht soviel Geld wie möglich ausgeben, werden Deutschland und Europa geschwächt. Und dann stünden wir vor dem dummen Ami noch blöder da. Wer jetzt nicht die deutsche Wirtschaft stärkt, ist praktisch ein drittklassiger Ami-Spion!

Deswegen begrüße ich den Schritt der TITANIC, künftig (eigentlich noch zu niedrige) 4,50 Euro für eine Ausgabe zu verlangen. Seit 2007 hat die TITANIC auf mein Drängen hin den Preis unten gehalten, um die Geldbeutel der Menschen in diesem, in unserem Lande nicht weiter zu belasten. Doch nun heißt das Gebot der Stunde: Alles raus, was ein Eurozeichen trägt.

Darum sollten Sie auf keinen Fall ein TITANIC-Abonnement abschließen, bevor im August die Abopreise angepaßt werden – es sei denn, Sie wollen die Finanzapokalypse lostreten.

Für Ihre Zurückhaltung dankt mit finanzministerlichen Grüßen

 

Wolfgang Schäuble

 

Die neue Hochpreis-TITANIC

Damit Konjunktur wieder Konjunktur hat.

Die neuen Preise

Abopreise

Bis 3. August

Ab 4. August

Preisnachlaß

1 Jahr

43,20 Euro

48,00 Euro

- 11%

Schüler

28,80 Euro

32,40 Euro

- 12%

Student

36,00 Euro

39,60 Euro

- 10%

Probe

10,00 Euro

11,00 Euro

- 10%

2 Jahre

(je nach Prämie)

73,20 Euro

- 84,00 Euro

80,40 Euro - 92,40 Euro

- 10%

Luxus

(mit hochwertigem Lithodruck)

60,00 Euro

60,00 Euro

- 0%

Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Grunz, Pigcasso,

malendes Schwein aus Südafrika! Du warst die erfolgreichste nicht-menschliche Künstlerin der Welt, nun bist Du verendet. Aber tröste Dich: Aus Dir wird neue Kunst entstehen. Oder was glaubst Du, was mit Deinen Borsten geschieht?

Grüße auch an Francis Bacon: Titanic

 Und übrigens, Weltgeist …

Adam Driver in der Rolle des Enzo Ferrari – das ist mal wieder großes Kino!

Grazie mille von Titanic

 Also wirklich, »Spiegel«!

Bei kleinen Rechtschreibfehlern drücken wir ja ein Auge zu, aber wenn Du schreibst: »Der selbst ernannte Anarchokapitalist Javier Milei übt eine seltsame Faszination auf deutsche Liberale aus. Dabei macht der Rechtspopulist keinen Hehl daraus, dass er sich mit der Demokratie nur arrangiert«, obwohl es korrekt heißen müsste: »Weil der Rechtspopulist keinen Hehl daraus macht, dass er sich mit der Demokratie nur arrangiert«, müssen wir es doch anmerken.

Fasziniert von so viel Naivität gegenüber deutschen Liberalen zeigt sich

Deine Titanic

 Erwischt, Bischofskonferenz!

In Spanien haben sich Kriminelle als hochrangige Geistliche ausgegeben und mithilfe künstlicher Intelligenz die Stimmen bekannter Bischöfe, Generalvikare und Priester nachgeahmt. Einige Ordensfrauen fielen auf den Trick herein und überwiesen auf Bitten der Betrüger/innen hohe Geldbeträge.

In einer Mitteilung an alle kirchlichen Institutionen warntest Du nun vor dieser Variante des Enkeltricks: »Äußerste Vorsicht ist geboten. Die Diözesen verlangen kein Geld – oder zumindest tun sie es nicht auf diese Weise.« Bon, Bischofskonferenz, aber weißt Du, wie der Enkeltrick weitergeht? Genau: Betrüger/innen geben sich als Bischofskonferenz aus, raten zur Vorsicht und fordern kurz darauf selbst zur Geldüberweisung auf!

Hat Dich sofort durchschaut: Titanic

 Ziemlich beunruhigt, Benjamin Jendro,

lässt uns Ihr vielzitiertes Statement zur Verhaftung des ehemaligen RAF-Mitglieds Daniela Klette zurück. Zu dem beeindruckenden Ermittlungserfolg erklärten Sie als Sprecher der Gewerkschaft der Polizei: »Dass sich die Gesuchte in Kreuzberg aufhielt, ist ein weiterer Beleg dafür, dass Berlin nach wie vor eine Hochburg für eine gut vernetzte, bundesweit und global agierende linksextreme Szene ist.«

Auch wir, Jendro, erkennen die Zeichen der Zeit. Spätestens seit die linken Schreihälse zu Hunderttausenden auf die Straße gehen, ist klar: Die bolschewistische Weltrevolution steht im Grunde kurz bevor. Umso wichtiger also, dass Ihre Kolleg/innen dagegenhalten und sich ihrerseits fleißig in Chatgruppen mit Gleichgesinnten vernetzen.

Bei diesem Gedanken schon zuversichtlicher: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Überraschung

Avocados sind auch nur Ü-Eier für Erwachsene.

Loreen Bauer

 Kapitaler Kalauer

Da man mit billigen Wortspielen ja nicht geizen soll, möchte ich hier an ein großes deutsches Geldinstitut erinnern, das exakt von 1830 bis 1848 existierte: die Vormärzbank.

Andreas Maier

 Man spürt das

Zum ersten Mal in meinem Leben war ich in New York. Was soll ich sagen: Da war sofort dieses Gefühl, als ich zum ersten Mal die 5th Avenue hinunterflanierte! Entweder man spürt das in New York oder man spürt es eben nicht. Bei mir war sie gleich da, die Gewissheit, dass diese Stadt einfach null Charme hat. Da kann ich genauso gut zu Hause in Frankfurt-Höchst bleiben.

Leo Riegel

 Treffer, versenkt

Neulich Jugendliche in der U-Bahn belauscht, Diskussion und gegenseitiges Überbieten in der Frage, wer von ihnen einen gemeinsamen Kumpel am längsten kennt, Siegerin: etwa 15jähriges Mädchen, Zitat: »Ey, ich kenn den schon, seit ich mir in die Hosen scheiße!«

Julia Mateus

 Die Touri-Falle

Beim Schlendern durchs Kölner Zentrum entdeckte ich neulich an einem Drehständer den offenbar letzten Schrei in rheinischen Souvenirläden: schwarzweiße Frühstücks-Platzmatten mit laminierten Fotos der nach zahllosen Luftangriffen in Schutt und Asche liegenden Domstadt. Auch mein Hirn wurde augenblicklich mit Fragen bombardiert. Wer ist bitte schön so morbid, dass er sich vom Anblick in den Fluss kollabierter Brücken, qualmender Kirchenruinen und pulverisierter Wohnviertel einen morgendlichen Frischekick erhofft? Wer will 365 Mal im Jahr bei Caffè Latte und Croissants an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs erinnert werden und nimmt die abwischbaren Zeitzeugen dafür sogar noch mit in den Urlaub? Um die Bahn nicht zu verpassen, sah ich mich genötigt, die Grübelei zu verschieben, und ließ mir kurzerhand alle zehn Motive zum Vorteilspreis von nur 300 Euro einpacken. Seitdem starre ich jeden Tag wie gebannt auf das dem Erdboden gleichgemachte Köln, während ich mein Müsli in mich hineinschaufle und dabei das unheimliche Gefühl nicht loswerde, ich würde krachend auf Trümmern herumkauen. Das Rätsel um die Zielgruppe bleibt indes weiter ungelöst. Auf die Frage »Welcher dämliche Idiot kauft sich so eine Scheiße?« habe ich nämlich immer noch keine Antwort gefunden.

Patric Hemgesberg

Vermischtes

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Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer
20.04.2024 Eberswalde, Märchenvilla Max Goldt
20.04.2024 Itzehoe, Lauschbar Ella Carina Werner
24.04.2024 Trier, Tuchfabrik Max Goldt