Logdownangst im Cyberspace
Die neue Softwarelücke Log4j hält den Digitalstandort Deutschland in Atem. Im Vergleich zu ihrer Vorgängerin Log3i könne sie leichter Systeme befallen und größeren Schaden anrichten, sagte eine Expertin aus dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI). Zumindest etwas Hoffnung machten erste Studien aus Südafrika und Israel: Computer, die zweimal Kaspersky und einmal Sophos installiert haben, seien den Ergebnissen zufolge bis zu 70 % vor Log4j geschützt. Wichtig sei gemäß BSI jetzt, die Abwehrkräfte doppelt bespielter Apparate schnellstmöglich mit einer dritten Sicherheitssoftware zu stärken, z.B. durch Einstecken eines USB-Sticks mit entsprechendem Programm in den oberen Towerbereich. Nur so könne ein landesweiter PC-Lockdown vermieden werden: “Ein Weihnachtsfest ohne die Nutzung unserer geliebten Heimcomputer ist ein Schreckensszenario für Familien!” Führende Informatiker*innen kritisierten in einem gemeinsamen Statement den Digitalverband Bitkom dafür, zu lange mit der Empfehlung für eine dritte Installation gewartet zu haben. Der Verband war erst kürzlich wegen der fehlenden Empfehlung zum Virenschutz für neuere Endgeräte in die Schlagzeilen geraten. Olaf Scholz sagte indes bei Bild TV, er sei “auch der Kanzler der Ungeschützten”. Nicht alle von ihnen würden die Existenz von Log4j leugnen. Er plane “für die noch Erreichbaren Software-Rabattaktionen”.