Inhalt der Printausgabe

Mai 2001


Shit happens


Liebe Titanic-Leser!

Ein Tag ohne Ulrich Wickert und die Tagesthemen ist für viele Menschen ein verlorener Tag. Und deshalb hat selbst uns, die wir doch wahrlich keine Anfänger sind in bezug auf Verleumdung und üble Nachrede, wohl selten etwas derart schokkiert wie die neuste, furchtbare Enthüllung der Bild-Zeitung: Unser hochgeschätzter Kollege Wickert (58) hat sich öffentlich zu exzessivem Rauschgiftkonsum bekannt! Der Mann, der für uns alle hier in der Redaktion menschlich wie auch journalistisch stets das größte Vorbild war (1,96 Meter), weil er täglich nur eine halbe Stunde arbeiten muß und dabei sogar noch fernsehen darf, nimmt Drogen!


Martin Sonneborn, Chefredakteur
Martin Sonneborn   
Chefredakteur   


Zwar will der beliebte Tagesthemen-Junkie nach eigenen Angaben lediglich 1968 einmal "16 Stunden lang auf dem Trip" gewesen sein; bereits das aber zeugt von einer ungewöhnlich früh ausgeprägten kriminellen Energie. In diesem Jahr, das weiß ich aus eigener Anschauung, interessierte man sich eigentlich ausschließlich für Milchreis, Fanta oder Schlickersachen.

Daß der "Anchorman der Öffentlich-Rechtlichen" (ARD) bzw. der "Anchorman der ARD" (ZDF) den Genuß der "Einstiegsdroge Haschisch" (Janis Joplin) jetzt auch noch in Interviews bestätigte, läßt leider nur auf eines schließen: auf absoluten Realitätsverlust. Und der wiederum ist häufig eine Folge von unkontrolliertem Drogenkonsum

Wickert - Bild vom 07.04.2001
Bild vom 07.04.2001
Ein 16-Stunden-Trip? Vermutlich nimmt Ulrich Wickert Drogen,
da kommt das Zeitempfinden schon mal durcheinander!

Müssen wir also davon ausgehen, daß "Mr. Tagesthemen" auch heute noch bis unter die Haarspitzen voll ist mit Cannabis oder synthetischen Opiaten, während er uns seine Nachrichten vorliest? Wird das Zeug womöglich von unseren Fernsehgebühren bezahlt? Das dezente Augenzwinkern und das tiefgründige Lächeln, für das wir Ulrich Wickert so schätzen, die glasigen Augen - nur unwillkürliche Reaktionen eines mit Drogen vollgepumpten Wracks vor der Kamera? Und schließlich: Wie sicher kann der Kiffer bei seinen Meldungen überhaupt noch zwischen Rausch und Realität unterscheiden? Gibt es Horrorgestalten wie Laurenz Meyer und Ute Vogt wirklich? Oder sind sie nur Ausgeburten einer drogenkranken Hirnrinde? Unsere besten Reporter recherchieren schon...


Herzlichst Ihr
Martin Sonneborn




Aktuelle Startcartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Erwischt, Bischofskonferenz!

In Spanien haben sich Kriminelle als hochrangige Geistliche ausgegeben und mithilfe künstlicher Intelligenz die Stimmen bekannter Bischöfe, Generalvikare und Priester nachgeahmt. Einige Ordensfrauen fielen auf den Trick herein und überwiesen auf Bitten der Betrüger/innen hohe Geldbeträge.

In einer Mitteilung an alle kirchlichen Institutionen warntest Du nun vor dieser Variante des Enkeltricks: »Äußerste Vorsicht ist geboten. Die Diözesen verlangen kein Geld – oder zumindest tun sie es nicht auf diese Weise.« Bon, Bischofskonferenz, aber weißt Du, wie der Enkeltrick weitergeht? Genau: Betrüger/innen geben sich als Bischofskonferenz aus, raten zur Vorsicht und fordern kurz darauf selbst zur Geldüberweisung auf!

Hat Dich sofort durchschaut: Titanic

 Gude, Fregatte »Hessen«!

Du verteidigst Deutschlands Demokratie zur Zeit im Roten Meer, indem Du Handelsrouten vor der Huthi-Miliz schützt. Und hast schon ganz heldenhaft zwei Huthi-Drohnen besiegt.

Allerdings hast Du auch aus Versehen auf eine US-Drohne geschossen, und nur einem technischen Fehler ist es zu verdanken, dass Du nicht getroffen hast. Vielleicht ein guter Grund für die USA, doch nicht auf der Erfüllung des Zwei-Prozent-Ziels zu beharren!

Doppelwumms von Titanic

 Und übrigens, Weltgeist …

Adam Driver in der Rolle des Enzo Ferrari – das ist mal wieder großes Kino!

Grazie mille von Titanic

 Grunz, Pigcasso,

malendes Schwein aus Südafrika! Du warst die erfolgreichste nicht-menschliche Künstlerin der Welt, nun bist Du verendet. Aber tröste Dich: Aus Dir wird neue Kunst entstehen. Oder was glaubst Du, was mit Deinen Borsten geschieht?

Grüße auch an Francis Bacon: Titanic

 Ach, Taube,

Ach, Taube,

die Du in Indien wegen chinesischer Schriftzeichen auf Deinen Flügeln acht Monate in Polizeigewahrsam verbracht hast: Deine Geschichte ging um die Welt und führte uns vor Augen, wozu die indische Fashion-Polizei fähig ist. Aufgrund Deiner doch sehr klischeehaften Modetattoos (chinesische Schriftzeichen, Flügel) fragen wir uns aber, ob Du das nicht alles inszeniert hast, damit Du nun ganz authentisch eine Träne unter dem Auge oder ein Spinnennetz auf Deinem Ellenbogen (?) tragen kannst!

Hat Dein Motiv durchschaut: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Dünnes Eis

Zwei Männer in Funktionsjacken draußen vor den Gemüsestiegen des türkischen Supermarkts. Der eine zeigt auf die Peperoni und kichert: »Hähä, willst du die nicht kaufen?« Der andere, begeistert: »Ja, hähä! Wenn der Esel dich juckt – oder nee, wie heißt noch mal der Spruch?«

Mark-Stefan Tietze

 Überraschung

Avocados sind auch nur Ü-Eier für Erwachsene.

Loreen Bauer

 Nichts aufm Kerbholz

Dass »jemanden Lügen strafen« eine doch sehr antiquierte Redewendung ist, wurde mir spätestens bewusst, als mir die Suchmaschine mitteilte, dass »lügen grundsätzlich nicht strafbar« sei.

Ronnie Zumbühl

 Bilden Sie mal einen Satz mit Distanz

Der Stuntman soll vom Burgfried springen,
im Nahkampf drohen scharfe Klingen.
Da sagt er mutig: Jetzt mal ehrlich –
ich find Distanz viel zu gefährlich!

Patrick Fischer

 Teigiger Selfcaretipp

Wenn du etwas wirklich liebst, lass es gehen. Zum Beispiel dich selbst.

Sebastian Maschuw

Vermischtes

Erweitern

Das schreiben die anderen

Titanic unterwegs
13.04.2024 Frankfurt, Volkstheater im Großen Hirschgraben Max Goldt
18.04.2024 Berlin, Heimathafen Neukölln Max Goldt
18.04.2024 Hamburg, Centralkomitee Ella Carina Werner
19.04.2024 Wuppertal, Börse Hauck & Bauer