Inhalt der Printausgabe

Die Schönheit des Fersenlaufs

von Ella Carina Werner

Neulich saß ich mit einer Thermosflasche Grog auf einer Parkbank an der Alster und Markus Lanz lief an mir vorbei. Wie aus dem Nichts tauchte der TV-Titan unter den sonnendurchfluteten Blättern der Linden auf, mit azurblauer Fleecejacke, Pulsuhr und langen, ausladenden Schritten. So elegant, fast schwerelos, bis auf das Schnaufen.

Schön ist es, in den Morgenstunden an diesem Hamburger Binnensee herumzulungern. Das Glitzern des Wassers, das Rascheln von Eiche, Ahorn und Linde, das heisere Schnattern der Enten. Ich dachte daran weiterzubechern, da erspähte ich direkt vor mir die Hechelzunge von Frank Otto. Der schöne Otto, Medienmogul und Spross der reichsten Unternehmerfamilie der Stadt, wohnhaft in Blankenese, mit Zweitwohnsitz in der Bunte.

Dann wieder, zum Runterkommen, ein laufender Trupp mir unbekannter Menschen: namenlose Notarinnen, gesichtslose Gynäkologen, schwitzende Stuckateure und zwischendrin Kai Pflaume. Pflaume, der »sympathische Promi-Jogger« (Hamburger Morgenpost), der, und das ist das Beeindruckende, ja schon wieder Heroische, eigentlich in München wohnt.

Und als ich dachte, jetzt ist aber gut, galoppierte ein Mann mit sonnengegerbter Haut und lachsfarbenen Funktionsshorts herbei. Die Zunge hing ihm aus dem Maul oder eine Zigarre. War das nicht diese eine Kiez-Größe? Die Kiez-Typen heißen ja heute nicht mehr Lackschuh-Dieter oder Schnitzel-Walter, sondern Dieter Lackschuh und die jüngeren Jan-Niklas Hansen oder so. Himmel, wenn selbst die Zuhälter joggen, ist die totale neoliberale Selbstoptimierung der Gesellschaft erreicht, ging mir auf, aber beim Näherkommen war es dann doch nur Uli Wickert.

Joggen »hilft auch bei der vielen Arbeit« (Olaf Scholz), etwa nach dem Staubsaugen oder dem Abwasch.

Ich ließ die Thermosflasche sinken. Langsam wurde das Schauspiel ein wenig ermüdend. Langsam wurde es doch etwas zu viel. In jeder anständigen Stadt gibt es irgendwas in Überfülle. In Düsseldorf sind es hochpreisige Geschäfte, in Duisburg vernagelte Geschäfte, in Kassel Waschbären und in Hamburg nun mal Prominente. Sie sind überall. Ein gewisses Quantum schmückt jede Stadt, aber sind sie zu zahlreich, wird es öde und inflationär. Steht man entspannt vor »Pommes 3000«, fläzt sich Tim Mälzer neben dem hängenden Majo-Drücker, auf der Suche nach einem frechen Streetfood-Trend, und wann immer jemand in der Frauensauna laut losgackert, dass der Schweiß spritzt, ist es Susanne Daubner. Doch nirgendwo verdichten sich die namhaften Persönlichkeiten so sehr wie an der Alster.

Das darf nicht überraschen. Ob Wickert, Lanz oder Pflaume, zahllose Prominente erwähnen alle naselang in Interviews, täglich die 7,4 km um diesen prestigevollen Riesentümpel zu joggen. Dass sie eine Modelleisenbahn im Keller haben oder in ihrer Freizeit gerne Laser-Tag-Arenen aufsuchen, liest man dagegen nie. »Nirgends kann man mehr Promis sichten«, jubeln die örtlichen Zeitungen, und: »Morgens den Alster-Joggern zuzusehen ist fast wie fernsehen!« Wobei nichts trauriger ist, als morgens fernzusehen. Außer vielleicht, Rolf Zuckowski beim Joggen an der Alster zu betrachten, den ich eine Woche zuvor hier entdeckte, mit übergroßen Kopfhörern, die Gesichtszüge – war’s ein »Runner’s High«? – gottselig verzerrt. Ob er dabei Fantasy Metal hörte, K-Pop-Hits oder seine eigenen, war am arrhythmischen Kopfnicken nicht zu erkennen.

Kurz: Der Alster-Rundweg ist die deutsche Top-Laufstrecke, um die sich allerlei Mythen ranken. Klaus Störtebeker soll hier kopflos an seiner versammelten Mannschaft vorbeigerannt sein. Gleichfalls Carl Hagenbeck, im Schlepptau ein Elefant, drei Wisente und sieben nackte Pygmäenkinder für die nächste Völkerschau. Nicht zu vergessen Olaf Scholz, mit der grimmigen Miene eines Marathonläufers, auf der Flucht vor G-20-Krawallos und den langen Schatten seiner Vergangenheit.

Allein ein Dutzend »Tagesschau«-Sprecher macht hier täglich Strecke. Die eingerosteten Beine der Teleprompter-Marionetten wirbeln ungelenk hin und her, ja, das gesamte Who-is-Who deutscher TV-Moderatoren tritt sich hier die Zehen in die Hacken wie die Manager am Mount Everest, nur mit weniger Leichen. Niemand weiß, warum die ZDF-Moderatoren hier auch noch alle laufen. Hat Mainz keinen Angebersee? Manchmal erkennt man sie auch nicht, manchmal geht es alles sehr schnell. Der verlebte Greis da im senffarbenen Zweiteiler, war das jetzt Uwe Seeler oder Dagmar Berghoff?

Und der Sportsmann da vorne Giovanni di Lorenzo? Leider ja. Seine endorphin-geweiteten Pupillen funkeln mit der Wasseroberfläche um die Wette. Di Lorenzo läuft, wie nur Zeit-Journalisten laufen können, mit Schlenkerarmen und angespannten Pobacken. Di Lorenzo, die größte Mehrfachbegabung der Stadt, der joggt, nebenher die Enten füttert und über Headset die neue Volontärin zur Sau macht. Ich probiere eine kollegiale Kontaktaufnahme unter Medienschaffenden (»Hallo!«), aber keine Reaktion. Dicht hinter ihm läuft noch ein weiterer, jüngerer Mann, vielleicht sein analoger Schrittzähler oder einer dieser norddeutschen Tiktok-Stars, die hier auch noch alle joggen. Wen ich gern noch sehen würde: Jan Hofer, von Kopf bis Fuß in Trigema-Klamotten, und Jan Delay mit seinem Schlappstil.

Eine Freundin berichtet, sie habe hier einmal Markus Lanz und Johannes B. Kerner gesichtet. Aus entgegengesetzten Richtungen seien sie geradewegs aufeinander zugerannt, und wie gern hätte ich das gesehen. Von links nähert sich in Siebenmeilenstiefeln Lanz. Von rechts, noch 100 Meter entfernt, im Sauseschritt der Kerner (natürlich hasst Kerner Joggen, aber sein PR-Berater hat ihn dazu gedrängt). Südtirol vs. Rheinland, Fersen- vs. Vorfußläufer, das alte vs. das sehr alte Gesicht des ZDF – Showdown der Extraklasse! Noch liegen 80 Meter zwischen ihnen. Noch 50, 30 ... »Hoppla, das ist doch dieser glattzüngige Schlutzkrapfenfresser«, wird Kerner gedacht haben, »kein edgy Typ wie ich! Alles hat er mir genommen: Frauen, Lebensfreude und meine drei guten ZDF-Showformate.« Wut steigt in ihm auf, dass er beinahe sich und das Atmen vergisst.

Kam es zum Schlagabtausch? Plagten Lanz plötzlich Seitenstiche, hervorgerufen durch ein kleines Outdoor-Messer? Starb er gefesselt im Alsterschlick, die blutleeren Lippen voll Entengrütze? Die Wahrheit ist grausamer. Die Freundin schwört Stein und Bein, die beiden hätten einander ein lässiges »Ahoi!« zugerufen, wie es nur Zugezogene aus dem Süden tun. Dann lieber noch, mit Zeigeund Mittelfinger das rechte Auge zugehalten, den irren ZDF-Gruß.

Aufwärmen ist beim Laufen das A und O. Hier das Ensemble des Hamburger Musicals »König der Löwen« (Simba zweiter von rechts).

Die eigentlichen Laufhelden sind jedoch andere: die Nachtjogger. Jeder herabgefallene Ast in der Finsternis, jeder kollabierte Vordermann ist ihnen ein gefährlicher Stolperstein. Allein dass sie so lange aufbleiben können, der Wahnsinn. Udo Lindenberg soll hier im Schutze der Dunkelheit laufen (»Mit einer Grubenlampe. So eine Art Lightshow am Hut«), auch Stuckrad-Barre wurde eine Zeitlang nicht müde zu erwähnen, nach Mitternacht die Alster gleich zweimal zu umrunden.

Gestern Abend trank ich drei Cola Light und blieb sehr lange wach. Um 0:30 Uhr nahm ich die S-Bahn Richtung Alster und trieb mich dort herum. Ein Käuzchen wimmerte, Fledermäuse flatterten, in den Büschen das übliche Gebumse. Ich stand eine Weile dumm herum, ließ ein paar NDR-Moderatoren auf dem Weg in den verdienten Feierabend passieren. Ich spähte Weg auf, Weg ab nach Lindenberg, dem laufenden Lindenberg mit Laufhut und -mantel, wenigstens einem Lindenberg-Double, aber konnte ihn nicht finden. Vermutlich saß er in diesem Augenblick droben im Hotel Atlantic, keine 100 Meter von hier entfernt, im Schlafanzug, die Nasenspitze an die kühle Fensterscheibe gedrückt, und feixte sich einen ob der Journalisten, die hier seit Jahren nach ihm suchten. Der einzige Exzentriker, den ich ausmachen konnte, war ein Typ im Bademantel, der sich vornübergebeugt über den Alsterweg schleppte. Klar, Olli Dittrich, es konnte aber vom Schlurfgang her auch Wolf Biermann gewesen sein.

Apropos Biermann: Wie sprach und schrieb man eigentlich in der DDR über Prominente? Heute in der Bundesrepublik geht es ja eher kritiklos zu, doch im führenden Celebrity-Magazin der DDR stand wahrscheinlich etwas anderes. »Lady Diana und Prinz Charles: Traumhochzeit in London! 3000 geladene Gäste versaufen das jährliche Bruttoinlandsprodukt von Nicaragua.« Der Name des Magazins lautete wohl »Die goldene Bonzen-Revue« oder »Feudal & pervers«. Beliebt waren auch Schnappschüsse von schlemmenden Kapitalisten und anderen Aasgeiern. Tropfende Austernschlürfreste im Mundwinkel, die Zähne diabolisch schwarz vom Krim-Kaviar: »Wolfgang Porsche – kann er das alles essen?« Oder: »Familie Oetker lacht in die Kamera. Wann werden sie endlich enteignet?« Oder auch: »Wolf Biermann – so volksfremd läuft er um den Müggelsee!« Ist in der DDR eigentlich irgendwer gejoggt, oder galt dies als bürgerliche Scheiße, was es ja auch ist?

Eine Weile noch latschte ich ergebnislos den Alsterweg entlang. »Gib’s auf, gib’s auf«, lallte der Bademantelträger in meine Richtung, dessen Stimme jetzt eher nach Bernd Lucke klang. Um 01.30 Uhr nahm ich die letzte S-Bahn zurück nach Hause, ehe der neue Tag zum Leben erwachte und mit ihm unvermeidlich die nimmermüden Füße von Markus Lanz.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Grüezi, schweizerische Forschungsanstalt »Agroscope«!

Wie wir in den Nachrichtenarchiven ausgegraben haben, hast Du eine landesweite Aktion mit dem Namen »Beweisstück Unterhose« gestartet. Doch was wie der Episodentitel eines Münsteraner Tatorts klingt, war ein groß angelegtes Wissenschaftsprojekt. »In den kommenden Tagen werden 2000 Bio-Baumwollunterhosen in der gesamten Schweiz in Wiesen, Beeten und Feldern vergraben … Nach einem beziehungsweise zwei Monaten sollen die Unterhosen wieder ausgegraben werden. Die Teilnehmenden schicken Fotos der durchlöcherten Unterhose zusammen mit Bodenproben an die Forschungsanstalt zurück.« So soll ermittelt werden, wie gut die Qualität der Unterhosen, Quatsch: des Bodens ist.

Die Vorstellung von Tausenden Schweizer/innen, die eifrig Schlüpfer im Garten vergraben, ist ja an sich bereits schön. Erst recht lachen mussten wir aber über die dabei geltende Auswertungs-Faustregel: »Je löchriger, desto gesünder«. Da fragen wir uns freilich: Gilt das auch für Euren Emmentaler?

Liebi Grüess Titanic

 Glückwunsch, Linda Zervakis,

Glückwunsch, Linda Zervakis,

dass Sie den rechtzeitigen Weggang von der Tagesschau geschafft haben, bevor Sie dort für alle Zeiten vor den Teleprompter gekettet werden! Den, hust!, Karrieresprung zu ProSieben begründeten Sie unter anderem mit dem konzeptionellen Mut von Chef Daniel Rosemann: »Ich habe Daniel als Mensch erlebt, der Fernsehen leidenschaftlich denkt und fühlt.«

Mit dem dümmlichen Mediensprech läuten Sie den Wechsel zum Galileo- und GNTM-Sender ja gekonnt ein, Chapeau! Bleibt nur die Frage, wie die von Ihnen erwähnte Leidenschaft zur Co-Moderation mit der Aalglatt-Grinsebacke Matthias Opdenhövel führen konnte.

Dann doch lieber Tagesschau. Titanic

 MI6-Direktor Richard Moore!

»Er präsentiert James Bond stets die neuesten geheimen Waffen – und soll nun auch im echten Leben das MI6 unterstützen: Der britische Geheimdienst sucht offiziell nach einem ›Q‹«, informierte uns die FAZ und gab auch Aufschluss über Ihre Motivation, eine derart medienwirksame Stellenausschreibung zu veröffentlichen: »Der Behördenleiter hat sich zum Ziel gesetzt, den Dienst in der Öffentlichkeit besser sichtbar zu machen.«

Mal unter uns, Mister Moore: Was genau haben Sie am Wort »Geheimdienst« nicht verstanden?

Vertraut eher Roger Moore: Titanic

 Wie haben wir, »Tornado Umzüge«,

uns Eure Arbeitsweise vorzustellen? Brecht Ihr durchs Dach in unsere Wohnungen ein, zerstört für leichteren Transport alle Möbel und sonstigen Gegenstände und verteilt sie dann wahllos überall in der Stadt?

Falls ja, wir sind dabei! Hauptsache, nicht selber schleppen.

Gähnen träge: Deine Faulpelze bei Titanic

 Journalistisches Fehlverhalten, Simon Strauß (»FAZ«),

würden Sie’s wahrscheinlich nennen, wenn einer wie Sie in seinem Kommentar zur Theaterbranche schreibt, dass Klaus Dörr, der als Intendant der Volksbühne zurückgetreten ist, nachdem ganze zehn Frauen von dessen sexuellen Belästigungen berichtet hatten, »wegen erotischen Fehlverhaltens angeklagt« worden sei. Aber wie verhält es sich hiermit: Wenn wir beim Spazierengehen in Frankfurt, anstatt Sie per Handschlag zu grüßen, mit einem Faustschlag zehnmal Ihre Nase treffen – ist das dann auch einfach nur kommunikatives Fehlverhalten?

Winke, winke: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Coachingstufe 3

Ich finde es schon innerhalb meiner Komfortzone manchmal ziemlich anstrengend.

Fabian Lichter

 Traurige Erkenntnis

Jeden Tag trainiere ich mein Haar mit Bürste und Föhn darauf, sich in elegantem Schwung um meinen Kopf zu legen. Jeden Tag. Tue ich es nur ein einziges Mal nicht, hängen sie schlapp dem Erdboden entgegen. Ich muss wohl der Wahrheit ins Gesicht sehen: Meine Haare sind entweder faul oder dumm.

Katharina Greve

 Immerhin weg vom Smartphone

Beim Spazieren ein etwa elfjähriges Mädchen mit Kreide spielen sehen und gedacht: Schön, dass die durchdigitalisierten Kinder des Jahres 2021 so was auch noch machen. Dann näher gekommen. Das Mädchen hatte »Es giebt kein Corona« auf den Gehweg geschrieben.

Cornelius W.M. Oettle

 Lavalampen-Radler

Seit jeher haben alte Menschen, die auf dem Fahrrad durch die Ortschaft fahren und dabei kaum voranzukommen scheinen, eine beruhigende, ja lavalampenhaft hypnotische Wirkung auf mich. Neulich näherte ich mich einem dieser Zeitlupen-Radler, einem alten Mann mit Schiebermütze. Als ich ganz nah war, stellte ich fest, dass er trotz rotierender Räder sich keinen Zentimeter von der Stelle rührte. Er wirkte angestrengt und selig zugleich, meinen Gruß erwiderte er mit zahnlosem Lachen. Ich ging meines Weges und bestritt den restlichen Tag mit tiefer Seelenruhe.

Leo Riegel

 Stadtslogans im demografischen Wandel

Lübeck – Mehr Krücken als Venedig

Julia Mateus

Vermischtes

Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Heinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURGerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURDie PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURMax Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Stefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.
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Das schreiben die anderen

  • 09.06.:

    In der Taz informiert Torsten Gaitzsch über den Foodtrend "High Protein".

  • 31.05.:

    Torsten Gaitzsch erinnert in der Jungen Welt an vergessene TITANIC-Gastautoren.

  • 28.05.:

    500 TITANIC-Ausgaben sind auch Thema auf Bayern 2.

  • 27.05.:

    Christian Y. Schmidt hätte gerne einen – irgendeinen! – Preis.

  • 26.05.:

    Die kulturWELT des BR hat Eckhard Henscheid, Hans Zippert und Moritz Hürtgen anlässlich der 500. Ausgabe TITANIC befragt.

     

Titanic unterwegs
25.06.2021 Wiesloch, Stadtbibliothek Ella Carina Werner
10.10.2021 Celle, Bomann-Museum »Wi(e)der das Böse«