Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 70

»Von Fischbrötchen und Misch­ehen«

1.12. ICH HABE HEUTE MORGEN ZWEI GESCHENKE GEÖFFNET. ES WAREN MEINE AUGEN. Mein Tipp: Einfach mal »sacken« lassen. Ansonsten dauergrau bei Dauerfrost. Immer noch leicht verkatert von der geilen Black-Friday-Woche, aber jetzt schon Vorfreude aufs kommende (Schnäppchen-)Jahr!

2.12. Tagsüber Dienst nach Vorschrift. Der Roman muss fertig werden (Erscheinungstermin 7/21)! Abends TV, aufgeschnappt bei »Diese Wollnys – eine schrecklich große Familie«: »Wenn eine Chance besteht, muss man die Chance nehmen, ohne immer zu spekulieren.« »Habt ihr komplett das Gehirn weg?« »Bei mir ist bald das Glas voll.« – Alle Sprüche copyright Sylvia Wollny. Einen nach dem anderen bringt sie, wirklich einen nach dem anderen.

3.12. Selbstfindungsidee für ARD-Kultururgestein Max (Dieter) Moor (der mit dem Kinn): 2013 hatte Moor seinen prolligen Vornamen Dieter abgelegt, er nennt sich seither Max. Max Moor. (Vielleicht auch, um Verwechslungen mit Dieter Nuhr zu vermeiden.) MOOR IM ERSTEN. ICH BIN’S MOOR. MOOR AM NÖRGELN. MOOR DIE WAHRHEIT. MOOR UNTER UNS. Die Schatulle meint: Mit dem Vornamen wird er auf Dauer auch nicht glücklich. Es müsste einer irgendwo zwischen Dieter und Max sein. Die Lösung: WOLFGANG. Wolfgang Moor. Herr Moor sieht zu 100 Prozent aus wie einer, der Wolfgang heißt. Zur Not noch Meinhard (Meinhard Moor), aber den Namen will er natürlich auch nicht. Und: Wer Bücher mit Titeln wie »Was wir nicht haben, brauchen Sie nicht – Geschichten aus der arschlochfreien Zone« oder »Flo und der Schnüffel-Büffel« (Kinderbuch) rausbringt, sollte sowieso Wolfgang heißen.

4.12. Alltagsfrage: Warum kann man bei einigen Obst- und Früchtesorten eigentlich die Schale mitessen und bei anderen nicht?

5.12. Slogans zur freien Verfügung (bitte zugreifen): Sumo-Stahlwerke: Eisen so stabil wie ein Sumoringer

6.12. Sinnlose Berufe: Assistent. Aushilfe. Hilfskraft.

7.12. Verrückter Traum. In der Hauptrolle: MARTIN SONNEBORN (ja, genau der Martin Sonneborn). MS, im schicken Dreiteiler, klingelt an meiner Wohnungstür. Als ich öffne, geht er schnurstracks zum Wohnzimmertisch und stellt dort einen großen beigebraunen, ins Gelbliche spielenden Röhrenfernseher der mutmaßlich ersten Generation ab. Das Gerät, so MS, sei in gutem Zustand und funktioniere tadellos. Ich könne es behalten. Mein Einwand, dass ich nunmehr seit einem halben Jahr erfolglos versuche, einen Flachbildfernseher moderner Bauart für 40 Euronen (gestartet bin ich bei 150) loszuwerden, überhört er geflissentlich und macht sich auf, meine Wohnung fluchtartig zu verlassen (zum nächsten »Termin«?). Ich fasse mir ein Herz und ihn beim Schlafittchen und zwinge ihn, quasi »mit vorgehaltener Faust«, den Fernseher wieder mitzunehmen. Zähneknirschend leistet er Folge. Traumende. Anmerkung der Schatulle: Wenn ich mich hier gelegentlich über Träume auslasse, sind die selbstverständlich nicht erfunden, sondern stets »selbst-/eigenhändig geträumt«.

8.12. Neue Schatullenserie Aas oder Ass (Nur ein Buchstabe macht den Unterschied!). Heute: Martin Winterkorn – Vom Getriebe-(Ingenieurs)-Ass zum (Abgas-)Schummel-Aas.

9.12. Peter Hahnes neuer Bestseller: VON FISCHBRÖTCHEN UND MISCHEHEN. Ein Knallhart-Ratgeber gegen alltägliche Zumutungen, freche Lügen und Bauernfängerei. Die Leser wollen Klartext und keine Kuschelthesen. Und das Beste: P. Hahne ist ein »Bruder im Geiste«, so wie ich ein christlicher Autor mit Überzeugungen. Sein Wahlspruch: »Ich bin wertvoll, weil Gott nach mir fragt, nicht weil ich so gefragt bin.«

10.12. Im ZDF der Fernsehfilm der Woche: »Ein leidender Angestellter«. In der Hauptrolle Charly Hübner. CH ist der leidende Angestellte.

11.12. In-&-Outliste Dezember

IN: Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (old school, aber cool); Stomper; Der Spruch »Twitter – das Fax des kleinen Mannes«; Symphonic Metal; der neue Bestseller von Ingolf Kcül (Lück), »Spsß beiseite« (Rechtschreibfehler herrlich selbstironisch); geile, junge Markenarchitektur; Anmachspruch: »Du hast ja dünne Beine – find ich geil«; Bund der Altvertriebenen (mal drüber nachdenken).

OUT: Witzig oder winzig? (Stört es Sie, wenn ich später lache?); Strohpuppenwitwer; im Zug die Schuhe ausziehen und in die mitgebrachten Hausschuhe (Pantoffeln) »schlüpfen«; der Spruch »abartig geil« (billig); Bernd Viereck – der blauäugige Teufel aus dem Wald; der neue One-Liner von Dieter Nuhr: Bärlauch, die Arschgeige unter den Kräutern; krankes Abnehmen (statt gesundem Abnehmen); Chicken Mc Name anonymus (was soll bitte das?!).

12.12. Heute nichts.

13.12. Im Anschluss an die reguläre Wollny-Doppelfolge die Sendung Lecker, Schmecker, Wollny – Sylvias beste Schnäppchenrezepte. Tolle Regel von S. Wollny: »Ein Essen darf nicht mehr als fünf Euro kosten und muss mehr als 50 Prozent der Menschen schmecken.« Geil oder geil?

14.12. Absolut widerlicher Satz (aus dem Netz gesaugt): »Manchmal stelle ich dumme Fragen für eine intelligente Katze. Aber die Antwort liegt auf der Pfote.«

15.12. Schatullenservice LEBENSOPTIMIERENDE MASSNAHMEN

  • Falls Sie Fahrradfahrer sind und Ihren »Drahtesel« draußen »parken«: Um wertvolle Such-Zeit zu sparen (»Wo hab ich die Drecksau bloß angeschlossen?!«), machen Sie nach jedem »Vertäuen« ein Foto (inkl. näherer Umgebung).
  • Design-Süßstoffspender, Erdnussschütte, Premium-Milchaufschäumer – nach der Pflicht die Kür!
  • Legen Sie Schlüssel und Geldbörse stets an ihren Platz.
  • Ihr Handy sollte sich stets außer Reichweite befinden. So entfernen Sie der Bombe den Zünder.

16.12. Der neue Schirach ist da! PFERDEKUSS FÜR BASTIAN – Eine Kindheit zwischen Eselsohren und Eselsecke. Emotional! Der Sujetwechsel tut »Fredl« gut! Sein Vorsatz für 2021: endlich Nichtraucher. Die Schatulle meint: TOP. Go, Fredl, go!!

17.12. Sexkavalier Gert Fruchtfleisch mit seinem neuen, geilen Anmachspruch: »Bei deinem Anblick fangen meine Hormon-Glocken an zu bimmeln.«

Mitarbeiterin der »Harke«

18.12. Ein Satz zum Doppelleben: Verdoppelung des Lebens. Besser: Dreifachleben (muss man erst mal schaffen). Kunst, die bleibt: Rheinhausener Vertikal-Anatomie. Diese Installation wurde in den Jahren 1997/98 vom Wuppertaler Freihandkünstler Manfred Tastur entworfen.

19.12. Tag des Tuchhändlers.

20.12. Burning Bernie: Bernd Dahlmann, der sein Leben lang unter Bluthochdruck, Hitzewallungen, Feuernieren, Burning Hands/Burning Feet litt, hat das Zeitliche gesegnet. Nach seinem Ableben dauerte es fast eine Woche, bis die Hitze aus dem Körper entwichen war, nach zehn Tagen war die Leiche immer noch handwarm. Posthume Anerkennung: Eintrag als wärmste Leiche im Guinness Book of Records.

21.12. Schlagzeilen, die »hängen« bleiben: FITNESSTRAINER BEKOMMT WADEN-IMPLANTATE // GEISEL MUSS MARIHUANA-PLANTAGE BETREUEN // MANN TUNKT HODEN IN SALSA VON KUNDEN

22.12. Geile Namen: Jens Bratfett, Sylvana Schimmel, Andreas Geiselnehmer, Leon Hackbeil.

23.12. Zu einer veritablen Nervensäge gemausert hat sich »Trash-TV-Kritikerin« Anja Rützel. Während ihr Kollege Oliver Kalkofe in seiner TV-Spielfilm-Kolumne »Kalkofes letzte Worte« (früher »Kalkofes Mattscheibe«) die Abgründe des Trash-Fernsehens (er benannte den Musikantenstadl in Mutantenstadl um, bruhaha, ungefähr auf dem Niveau) beleuchtet, praktiziert Frau Rützel Ähnliches online beim Spiegel. Andere Themen scheinen beide nicht zu kennen. Als das Privatfernsehen mit der ersten Big-Brother-Staffel bislang nicht für möglich gehaltene Tiefpunkte erreichte, ließ man/ich derartige »Rezensionen«, obwohl auch damals schon nicht sonderlich originell, mit beide Augen zudrücken durchgehen. Aber 2021, zwanzig Jahre später, den Bachelor, Sommerhaus der Stars, Pretty in Plüsch (Sat-1) und sog. »TV-Sternchen« mit beißender Ironie, wahlweise feinem Humor oder ätzendem Spott zu übergießen, ist OUT. Überflüssig. Öde. Unsportlich. Ohne Erkenntnisgewinn. Bitte lassen. Ob sich beim Durchschnitts-Spiegel- oder -Stern-Leser der »Die schreibt genau das, was ich denke, bloß in witzig«-Effekt einstellt? Ich weiß es nicht.

24.12. Heiligabend überall gebückt und gekrümmt herumschleichende alte Leute beobachtet. Bis zur Bescherung liegen sie irgendwo dämmernd mit offenem Mund wie Leichen, nach der Mitternachtsmesse kommt wieder etwas (ewiges?) Leben in sie.

25.12. Thema Absinken in die Bedeutungslosigkeit. Der Sänger (Spezialität Rumpelrock) Marius Müller-Westernhagen wurde auf dem Höhepunkt seiner Karriere Mitte/Ende der Neunziger verehrt wie ein Messias. Dem Düsseldorfer Rock-Barden (er war der Erste, der in Deutschland auf Stadiontournee ging) wurden Babys gereicht, um sie von ihm in Papstmanier segnen zu lassen (kein Witz). Heutzutage kennt ihn kaum noch jemand unter fünfzig, MMW, ein No-Name, der sich wie alle anderen in der Reihe erst mal hinten anstellen muss. Beispiel: Der nordrhein-westfälische Shouter ruft am ersten Weihnachtsfeiertag beim Lieferservice an. Riing. Riing. Riingg.

»Pizza-Express, hier ist Ben, was kann ich für dich tun?«
»Guten Abend, Marius Müller-Westernhagen. Ich hätte gerne eine Pizza Funghi mit extra Käse bestellt.«
»Wie war dein Name?«
»Marius Müller-Westernhagen.«
»Kannst du das buchstabieren?«
»Ach Gott, dann einfach Marius Müller.«
»Wart mal eben, hier ist grad so viel los. Also noch mal. Marcus oder Martin?«
(kleinlaut) »Marius.«
»In welchem Stock wohnst du?«

Und so weiter …

26.12. Urlaubstag wegen Weihnachten. In Erinnerungen geschwelgt, Vermerke gemacht, Notizen, Alkohol.

27.12. Zweiter Witz der neuen Witzereihe Laubi und Grasi, in deren Mittelpunkt Grasi (Martin Gras) und Laubi (Bernd Laubach) stehen: Laubi und Grasi steigen in einen Bus zum Hauptbahnhof. Als sie den Fahrschein lösen wollen, sagen sie zum Busfahrer: »Wir sind etwas knapp bei Kasse.« Laubi: »Ich wäre auch mit einem Stehplatz zufrieden für die Hälfte des Beförderungsentgelts.« Grasi ergänzt: »Ich kann leider nicht so lange stehen, könnte aber jemand auf den Schoß nehmen.« Erwidert der Busfahrer: »Raus mit euch, ihr halben Portionen! Geht mal lieber zu Fuß zum Hauptbahnhof, dann spart ihr euer Geld und könnt euch auf dem Weg noch ein Eis kaufen.«

28.12. Heute nichts.

29.12. Andere Länder, andere Sitten. Heute: CHINA. Kein Chinese will als sog. »kahler« Ast gelten, der den Stammbaum seiner Familie verdorren lässt.

30.12. KARRIERESCHATULLE 2021 (FUCK CORONA): 85 Prozent der Selbständigen scheitern innerhalb der ersten fünf Jahre, weil sie nicht genug Kunden in profitable Lifestyle-Customer verwandeln // Nicht Druck ausüben, sondern Sog // Du braust keine Hochschul-, sondern Straßenkompetenz

31.12. Angst machen mir zum Jahreswechsel:

1) Sekundenschlaf
2) Krankheiten
3) Brände
4) Das (mein) Alter und natürlich SILVESTER-UNFÄLLE: ABGESPRENGTE FINGER – IMMER MITNEHMEN!

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Kurze Frage, »Taz«!

»Als er im Juli 2014 ankommt, spricht der Syrer Tarek Saad kaum Deutsch«, lesen wir in Deiner Online-Ausgabe. Und weiter: »Heute ist er deutscher Staatsangehöriger und überzeugter Sozialdemokrat.«

Sollte man, Taz, nicht vielleicht auch mal über Beispiele geglückter statt immer nur missglückter Integrationsbemühungen berichten?

Nur soʼn Gedanke von Titanic

 Je nun, Markus Feldenkirchen (»Spiegel«),

in einem als »Kolumne« bezeichneten Beitrag versichern Sie, dass Sie in den Siebzigerjahren »größtenteils noch nicht geboren« gewesen seien. Wir drücken Ihnen die Daumen, dass es Ihr Kopf wenigstens noch im Laufe unseres Jahrzehnts auf die Welt schafft.

Mit Mitgefühl für Ihre Mutter: Titanic

 Aber, »Bild«,

wo bleibt denn Deine Liebe zum blutrünstigen Detail? Bei Deiner Schlagzeile »Deutsche Fleischindustrie hackt auf Bill Gates rum«: da will man doch wissen, was schließlich draus geworden ist! Koteletts? Nackensteaks? Halb und halb?

Leg Dich gehackt! Titanic

 Sie hingegen, Thomas de Maizière,

haben der FAS ein sehr, sehr langes Interview gegeben. Zusammen mit einem alten Spezi aus der Wirtschaft (»mächtigster Aufsichtsrat der Republik«) bramarbasierten Sie über »kluge Führung und die Einsamkeit der Macht«.

Erwartbar bullshittig ging es um »Teamfähigkeit«, »flache Hierarchien« und »sein volles Potential« nutzen. Aber auch darum, »sich nicht zu wichtig zu nehmen«, um »Selbstreflexion« und ein beachtliches »Der Chef ist immer der Chef. Da beißt die Maus keinen Faden ab« aus Ihrem Munde.

Die interessantesten Sätze in diesem mit interessanten Sätzen wahrlich nicht gesegneten Gespräch waren die, als Sie zu selbstreflexiver Hochform aufliefen. Bei der Frage nach Auswahlmechanismen für höhere Ämter fiel Ihnen ein: »Es kommt auf die Konstellation an: Man muss im richtigen Moment verfügbar sein, aus dem richtigen Landesverband kommen, die richtige Härte haben, die eigene Partei muss obendrein in einer Koalition das passende Ressort ergattern. Andererseits wird kein kluger Kanzler, keine kluge Kanzlerin irgendeinen Esel zum Minister machen.«

Sind Sie sich da ganz sicher?! Und warum ist Ihnen das gleich dreimal passiert?

In jeder Hinsicht ministrabel: Team Titanic

 Als Sie, Tom Bartels,

Als Sie, Tom Bartels,

im Rahmen der Übertragung des Fußballspiels Mönchengladbach gegen Dortmund an den noch nicht lange zurückliegenden Winter erinnerten und die Worte aussprachen: »Witterungsbedingt lag auch hier Schnee«, haben wir diese Aussage zunächst reflexhaft als Bartels-gängiges gedankenloses Wortgestöber beiseitegefegt, dann aber, bei vorurteilsfreiem Nachdenken, erkannt, dass Sie natürlich nachgedacht hatten: Schließlich ist es angesichts von Kunstschnee, Kunsteis, Kunstrasen und anderen Erscheinungen des künstlichen Gegenwartssports durchaus richtig, dem Publikum zu erklären, dieses Mal habe es ausnahmsweise witterungsbedingt geschneit. Schnee von gestern? Na dann.

Guten Rutsch: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Bleaching Lounge

Professionelle Zahnreinigung frischt nebenbei auch das Gehirn auf. Durchhängende lange Leitungen straffen sich durch die Vibrationen, Kratzgeräusche schleifen die Synapsen blank. Ich kann anschließend schwierige mathematische Aufgaben lösen, Quittungen den Kontoauszügen zuordnen etc. Deshalb erwäge ich, mir ein kleines Dentallabor mit verstellbarem Sessel und einigen Geräten anzuschaffen, inklusive automatischem Desinfektionmittelzerstäuber. Dorthin begebe ich mich morgens nach dem Kaffee etwa für fünfzehn Minuten und lasse die Geräte walten. Danach bewältige ich den Alltag mit Verve. Ich denke, nach einem Jahr dürfte ich die Investition wieder raushaben.

Miriam Wurster

 Die Zukunft der Arbeit

In der Schlange beim Bäcker schweifen die Augen zum lauten Schild: »Unser Service! Wir schneiden Ihr Brot für Sie!« In der Trägheit der verwarteten Zeit zerstreute Anagrammarbeit: Wir schneiden Sie für Ihr Brot – albern. Allerdings: Ihr Service für uns! Sie schneiden unser Brot – das wird noch kommen, auf jeden Fall.

Nis Jasper Nicolaisen

 Gebongt

Mein Plan ist es, einen Roman zu schreiben, den man auch mit Kassenbons nachstellen könnte. Inspiriert wurde ich von meinem letzten Einkauf, und der Anfang steht auch schon:

Hass
DuDa
Gemüse-Auf
Dent
Ohren-?

Nun brüte ich zwischen Avocados und Ohrstöpseln nach Dusch-Das duftend bei einem Gemüse-Auflauf über dem zweiten Satz. Fortsetzung folgt nach dem Zähneputzen!

Tina (Arno Schmidt) Manske

 Klar getrennt

Anlässlich einer kulinarischen Facebook-Debatte über sog. »Weiße Nieren« bzw. »Prairie Oysters« bemerkt: Stierhoden, die es auf den Teller geschafft haben, sind nicht nur keineswegs »Innereien« – denk mal nach, Wikipedia! –, der Begriff ist insgesamt irreführend. »Ochsenhoden« muss es heißen. Ausnahme: Es hängt beim Essen noch der Stier dran.

Michael Ziegelwagner

 Es war nicht alles gut

Als kleine Gruppe Enddreißiger mit DDR-Hintergrund diskutierten wir über die im Vergleich zu heute wahnwitzig scheinende Sorglosigkeit, mit der Eltern in dem untergegangenen Staat ihre Kinder großzogen. Beispielsweise sei es völlig normal gewesen, dass unsere Mütter, wenn sie kurz in die Fleischerei gingen, uns Babys samt Kinderwagen unbeaufsichtigt vor dem Laden stehen ließen – und hat’s uns geschadet?! Nun gut, wandte jemand in der Runde ein, er erinnere sich an die Geschichte eines bei solcher Gelegenheit gekidnappten Säuglings; worauf eine Freundin erzählte, dass auch sie und ihr Zwillingsbruder einmal Opfer einer versuchten Entführung geworden seien und die verwirrte Täterin erst Hunderte Meter vom Geschäft entfernt aufgegriffen wurde. Nach kurzem Schweigen waren wir uns dann aber doch einig, dass man es mit dem ständigen Behüten auch übertreiben könne!

Torsten Gaitzsch

Vermischtes

Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Stephan Rürup: "Basteln mit Bier"
Während eine Baumarktkette nach der andere pleitegeht, zeigt uns Stephan Rürup, wie auch ohne Hobel und Schrauben schöne Bastelarbeiten entstehen können: nämlich mit Bier! Der TITANIC-Hauszeichner hat sich einmal um den Globus getrunken und dessen bedeutendste Monumente nachgeb(r)aut. Ergebnis: ein handliches Prachtbändchen, das in keinem Hobby- und Getränkekeller fehlen darf.Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Oliver Maria Schmitt: "Mein Wahlkampf"
Ein Mann (Schmitt), eine Partei (Die PARTEI), eine Wahl (Oberbürgermeister Frankfurt): ein einzigartiger Erfolg (1,8%). Man könnte meinen, damit wäre alles gesagt. Aber weit gefehlt! Denn jeder Erfolg hat eine Geschichte. Eine Erfolgsgeschichte! Und Oliver Maria Schmitt erzählt seine wie kein zweiter: Alles über Spitzenpolitik, Demokratie, Propaganda, Nutten, Koks, schmutzige Machenschaften und die kommende Weltherrschaft Schmitts erfahren Sie nur in diesem Buch. Witziger als die Mao-Bibel, schmissiger als »Mein Kampf«: Jetzt lesen, damit man nach der Machtergreifung keine Ausreden braucht!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURHeinz Strunk: "Das Strunk-Prinzip" (Hörbuch, 2CDs)
Sie sind ein totaler Versager und können sich Hörbücher nur als Abo-Prämie leisten? Dann nehmen Sie wenigstens dieses hier: "Das Strunk-Prinzip", die beliebte Kolumne aus TITANIC als Hörbuch! Power- und 110-Prozent-Autor Heinz Strunk zwiebelt Ihnen blitzgescheite Weisheiten um die Ohren bis Sie gar nicht mehr anders können als in Erfolg, Geld und Sex zu ersaufen. Das Strunk-Prinzip setzt Ihrem Elend endlich ein Ende. Mutter wird sich freuen!Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Max Goldt: "Räusper"
Max Goldt, der "Otto Waalkes der kultivierten Kolumne" (Daniel Kehlmann), hat eine neue Kunst entdeckt: Er zaubert aus kleinen Comics von gestern große Dramen von heute. Ergebnis: Kopfkino vom Feinsten! Da sagt sogar Gott demütig: "Ja, ähm, das will ich, hüstel hüstel, meinem Sohn zum Geburtstag schenken..."Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURThomas Gsella: "Von Aachen bis Zzwickau: Ihre Stadt im Schmähgedicht"
Alle lieben Schmähgedichte, aber nur einer schreibt so schöne wie der TITANIC-Haus- und Husten-Dichter Thomas Gsella aus "Pimmelhausen" (Aschaffenburg). Gsella begnügt sich dabei nicht mit der Beleidigung von Einzelpersonen, sondern watscht die Deutschen gleich in Zehntausenderstärke ab - bzw. die doofen Städte, in denen sie (z.T. freiwillig!) wohnen. In dieser kostbaren Hetzprämie reimt sich der Gernhardt-Preisträger einmal quer durch die Republik. Wer weiß, vielleicht ist ja auch Ihr beschissenes Kaff dabei...Torsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURStefan Gärtner, Jürgen Roth: "Benehmt euch!"
Stéphane Hessel ist tot – lang leben Stefan Gärtner und Jürgen Roth!
Die TITANIC-Denker und Aufklärungsjournalisten präsentieren mit "Benehmt euch!" die längst überfällige Abrechnung mit Rüpeltum und Volksverrohung: ein Pamphlet gegen bzw. für Internetvermüller, Handyterroristen, Vorfahrtabonnenten und Ganzkörperellbogen.
Erweitern

Das schreiben die anderen

  • 29.03.:

    Das Neue Deutschland befragt Ella Carina Werner u.a. zu ihrer neuen TITANIC-Kolumne.

  • 24.03.:

    Christian Y. Schmidt erinnert in Junge Welt an Hans Kantereit.

  • 08.03.:

    Die Frankfurter Rundschau hat in Frankfurt eine Open-Air-Performance der "Volksbühne Berlin" gesehen – alle Details zur Theater-Kooperation mit TITANIC in der bald erscheinenden Aprilausgabe.

     

  • 25.02.:

    Die Junge Welt bespricht Christian Y. Schmidts "Corona Updates Bejing".

  • 23.02.:

    Spiegel und Faz berichten über das Comeback von TITANIC im Google Play Store. Mit netzpolitik.org hat Moritz Hürtgen darüber gesprochen.

Titanic unterwegs
23.04.2021 Hannover, Pavillon Max Goldt
24.04.2021 Leer, Kulturspeicher Max Goldt
25.04.2021 Norden, VHS Max Goldt
26.04.2021 Oldenburg, Theater Laboratorium Max Goldt