Inhalt der Printausgabe

Heinz Strunk
Intim­scha­tulle 68

»Mein Liebesdöner wird ganz saftig«

1.10. Herbstbeginn kühl und regnerisch, man darf guten Gewissens daheimbleiben. Nachmittags die Erstausgabe von »BULLERJAN« besorgt, Claim: Die moderne Zeitschrift für Sie & Ihn. Herausgeber (Doppelspitze) TV-Arzt Eckart v. Hirschhausen und »Allzweckwaffe« Micky Beisenherz. Themen der ersten Ausgabe:

  • No Second Option – warum die zweite Wahl meist nicht viel taugt!
  • Wellness fürs Herz – einfach mal machen!
  • Betroffene erzählen: Die Tinnitus-Zeit prägt einen am meisten
  • So funktioniert Shuffle Training – die besten Tipps für Anfänger!

2.10. Veraltete Schlagzeilen, die heutzutage wirklich niemanden mehr interessieren. Aus dem Jahr 1990: »KAISER FRANZ GEWINNT HOTDOG-WETTESSEN«

3.10. Meine persönlichen Planungen für die Nach-Corona-Zeit laufen auf Hochtouren. Idee: Als eine Art trojanisches Pferd die Bumsmusik-Szene (Ballermann, Goldstrand, Ischgl usw.) infiltrieren. Mit wenigen Handgriffen (z.B. Mopp auf den Kopf, alberne Kleidung, Sonnenbrille, falsche Zähne) könnte ich mich in PIERRE PANADE verwandeln. Slogan: Versauter als Micky Krause, geiler als Mia Julia, älter als Jürgen Drews. Bin schon fleißig am Texten. Kleine Kotz-, äh Kostprobe (F. Asmussen) gefällig? Der erste Song soll heißen Liebesdöner.

Refrain:

Mein Liebesdöner wird ganz saftig, wenn ich an dich denke
Der Fleischspieß dreht sich doppelt, dreifach, vierfach schnell im Kreis
Ein Spritzer von der Joghurtsauce macht alles noch pikanter
In meinem Liebesdöner steckt bestimmt kein Gammelfleisch

4.10. Schlagzeile des Magazins »Focus«: SO TICKEN DIE MACHER DER INTIMSCHATULLE. Artikel wenig fundiert, fast alles reine Spekulation.

5.10. Guter Name für einen Imbiss (selbst ausgedacht): Wurstbucht.

6.10. Tagsüber nichts, abends in Peter Handkes »Die Geschichte des Bleistifts« gelesen:

  • Aus den in mir am häufigsten wiederkehrenden Wörtern könnte ich versuchen, mein Weltbild herzustellen.
  • Sich nicht um den Anschluss an eine Religion bemühen, sondern sich in seiner Unerlöstheit geduldig und sachlich zu beschreiben ist schon Religion.
  • Der Triumph des Schreibens: Jetzt habe ich die Wahrheit gesagt.
  • Von den Sängern lasse ich mich willig betrügen, von den Dichtern nicht.

In dem Zusammenhang: BR-Literaturexperte Knut Cordsen wies darauf hin, dass in Otto Waalkes’ Autobiographie »Kleinhirn an alle« der Begriff »Berufsernstbold« auftaucht: O. Waalkes: »›Wenn du Berufswitzbold einmal traurig wirst, erholst du dich nie mehr‹, hat der Dichter und Berufsernstbold Peter Handke mal gesagt – allerdings nicht zu mir.« Der Berufsernstbold todtraurig, mit Grabesmine, versteinert bis ins Mark – eben Peter Handke live!

7.10. Mir kommt ein schönes Wort in den Sinn: Kartoffelpilze. Aber was daraus machen? Ratlosigkeit, Grundzustand in meinem Beruf.

8.10. Liebesdöner, Strophe 1:

Den Döner musst du ziehen lass in scharfer Marinade
Nimmst den Döner zu früh raus, kaputti, schade-schade
Den Döner musst du einiweichen in Tsatsiki-Soße
Tust du ihn nicht einiweichen, geht Döner in die Hose
Dürüm Döner, Dürüm Döner, mjam mjam mjam mjam mjam
Ich liebe Döner, liebe Döner, in der Eisenbahn
Riesen Döner, Riesen Döner, mjam mjam majm mjam mjam
Lecker döner lecker Döner tu ich ab drauf fahrn

Wieder Refrain:

Mein Liebesdöner wird ganz saftig, wenn ich an dich denke
Der Fleischspieß dreht sich doppelt, dreifach, vierfach schnell im Kreis
Ein Spritzer von der Joghurtsauce macht alles noch pikanter
In meinem Liebesdöner steckt bestimmt kein Gammelfleisch

9.10. Brainstorming: Ausschleichendes Gehalt // Rot oder Schwarz? Die Kugel hat kein Gedächtnis // Fluse Pampelmuse

10.10. Tag des Waggonreinigers

11.10. Obwohl unaktuell wie irgendwas: Der CDU-Spitzenkandidat Michael Weinberg musste bei den letzten Wahlen zur Hamburger Bürgerschaft eine vernichtende Niederlage einstecken. Ein Grund waren seine Wahlkampfslogans, z.B.: MEHR WEINBERG – WENIGER STAU. Sorry, arbeitet schon seit Monaten in mir, jetzt muss es einfach mal »raus«.

12.10. Nachmittags Speckmäuse gesucht (und gefunden!)

13.10. Hohes Traumaufkommen. Zwei bleiben hängen.

1) Unterhaltung mit Carsten Maschmeyer. Ich frage ihn, wann er für gewöhnlich aufsteht. Antwort: Gegen fünf. Ich gleich sehr schlechtes Gewissen (stehe oft erst gegen 9 auf).

2) Auf einer Art Golfplatz. Alle naslang treffe ich auf Männer vom Typ: kompakt, Eierkopf, Glatze. Meine Aufgabe besteht nun darin, diesen Männern mit einem überdimensional großen Holzhammer, einem Hau-den-Lukas-Hammer, mit voller Wucht auf den Kopf zu hauen, als wollte ich sie »ungespitzt in den Boden rammen«. Ab und an sind Zweige/Äste/Sträucher im Weg, so dass ich nicht richtig ausholen kann und von den Männern gemahnt/aufgefordert werden muss, doch bitte richtig zuzuhauen. Wieso, weshalb, warum das Ganze bleibt völlig unklar (typisch Traum eben), auch tragen die Männer keine sichtbaren Verletzungen davon. Vermutlich haben die einfach »Bock drauf«. Wirklich ein toller Traum.

14.10. Öde, unaufgeladene Worte aus dem Sachbereich: Mitarbeiterbesprechung. Gewerbeeinheit. Mantelvertrag.

15.10. Der Realität aufs Maul geschaut: Person A: »Du bist eingesperrt in so ein, wie nennt man das … na …« (Person B, ihm auf die Sprünge helfend): »Käfig!«

16.10. Liebesdöner, Strophe 2:

Krautsalata, Rotkohl, Zwiebel, Knoblauch, doppelt scharf
Mit Pide, Yufka, Seitan, Feta, helau Dön alaaf
Döner Tüte, Döner Box, ist ein Schmackofant
Pomm-Döner, Hähnchen Döner, sämig und pikant
Mega Döner mega Döner kost 1 Euro 10
Mega Döner mega Döner fress ich gleich im Stehn
Giga Döner Giga Döner kost 5 Euro 10
Ich schaff’ ‘nen ganzen Giga Döner vor dem Schlafengehn

Dann wieder Refrain (siehe oben)

Bundespräsident Steinmeier während eines TV-Interviews.

17.10. Schlagzeilen, die »hängenbleiben«: SCHEIN-RUSSEN SOLLEN PUTINS MACHT SICHERN // KUGEL DURCHSCHLÄGT WILDSCHWEIN UND TRIFFT BADEGAST IN DEN BAUCH // NACKTE FRAU TRÄGT KOPF IHRER TOCHTER (13) IN PLASTIKTÜTE

18.10. Kriege zur Zeit nicht genug von »nahrhafter« christlicher Lektüre. Folgende Titel lieferte heute die christliche Buchhandlung Hansen:

  • Die Inselpastorin. Mit Jesus auf der Hallig.
  • Planer 2021 mit Bibelversen. Ein kraftvoller Kalender mit Jesus.
  • Herzensgebet: lass deine Sorgen los. In Gottesliebe aufatmen.
  • 365 Powerpacks für deinen Glauben.
  • Gott im Leid begegnen. Weißt du schon, wie lieb Gott dich hat?
  • Der Glaubenscocktail – das Gebet ist meine Droge.

19.10. Den ganzen Tag SCHUFA-Angst.

20.10. Schatullen-Personalie. Schreckschraube Sylvie Meis hat erneut geheiratet, und zwar einen Künstler mit dem nach Künstlernamen klingenden Künstlernamen Niclas Castello. Recherchen der Schatulle allerdings ergeben, dass der feine Herr Castello eine Mogelpackung ist, denn er heißt im richtigen Leben Norbert Zerbs und kommt, Achtung, Achtung: aus der DDR! (Genauer aus der thüringischen Kleinstadt Neuhaus am Rennweg.) Sylvies Neuer ein Zoni! Sein Vater Helmut Zerbs besitzt in NaR ein Autohaus, wo Zerbs Junior in seinem ersten Leben als Verkäufer gearbeitet hat. NCs Paradestück, »inspiriert« von Streetart, ist eine Skulptur mit dem Titel The Kiss und sieht etwa so aus wie der allseits bekannte Rolling-Stones-Mund, nur ohne Zunge. Banal, einfältig, zudem von geradezu atemberaubender Nichtskönnerschaft. So was kann nur einer hervorbringen, der Norbert Zerbs heißt, aus der DDR kommt und mit Sylvie Meis (Zerbs?) verheiratet ist.

21.10. Notizen von gestern Abend angeschaut. Einziger Eintrag: PETER REPTIL. HORROR. Wie mit den Kartoffelpilzen weiß ich damit nichts anzufangen. Aber irgendwas werde ich mir dabei doch wohl gedacht haben?!

22.10. Liebesdöner, Strophe 3:

Sucuk Döner Sucuk Döner gibt’s auch außer Haus
Diät Döner Diät Döner ist heute leider aus
Fisch Döner Fisch Döner schmeckt auch außer Haus
Veggie Döner Veggie Döner ist heute leider aus
Lecker lecker lecker lecker lecker lecker Döner
Mampfi mampfi mampfi mampfi mampfi schmausi schmaus
Schlucki schlucki schlucki schlucki schlucki Döner
Kacki kacki kacki kacki kacki alles raus

23.10. Karriereschatulle: Werde so reich, dass die teuren Dinge für dich billig werden // Wer nichts zu bieten hat, bietet billige Preise // Sei die beste Version deiner selbst

24.10. Beim Aufräumen ein Buch gefunden, in das ich seit sicher 20 Jahren keinen Blick mehr geworfen habe. »Am besten schmeckt die Haut«. Omas beste Rezepte.

25.10. Heute nichts.

26.10. Liste sinnloser Berufe: Sportreporter. Kontrolleur. Raumausstatter.

27.10. Liebesdöner, Mittelteil:

XXL-Teller, XXL-Teller, XXL-Teller
Schneid’s mit der Gerät
x xxl-Teller, x xxl-Teller, x xxl-Teller
Schneid’s mit der Gerät
Xxxxl Teller xxxxl Teller xxxxl Teller
Schneid’s mit der Gerät
X-Teller, xTeller, x-Teller, Wichs-Teller, X-Teller, X-Teller
Schneid’s mit der Gerät

28.10. Gelesen in John Cheevers Tagebüchern:

  • Man kann ihre Gesichter an den Bahnhofsbars erkennen. Die meisten sahen früher gut aus, aber jetzt hat ihr gutes Aussehen unter Sorgen und manchmal unter Gin gelitten. Sie sind schäbig behandelt und um ihre wohlverdienten Beförderungen betrogen worden, aber zu diesem Zeitpunkt in ihrem Leben ist ihre Lage, ihre Sicherheit zu prekär, als dass sie sich irgendwelche Klagen leisten könnten.
  • Auf dem Tisch stehen Farbfotos von seinen Kindern. Warum drängen Ärzte uns eigentlich immer die Fotos ihrer Kinder auf.
  • Ein Mann mit einem kleinen Schwanz, Eiern und einem kleinen Arsch, dazu geeignet, auf einem Stuhl oder einer Klobrille zu sitzen, und zu sonst nichts.

29.10. Faszinosum Eschenfelder Flockenquetsche: Als Quetschgut eignen sich alle Getreidesorten. Durch mehrfaches Quetschen des Quetschguts kann Mehl gewonnen werden.

30.10. Liebesdöner, Outro:

Du zeigst mir deine Biofladen
Ganz frisch aus dem Bioladen
Leckerlecker Biofladen
Kann es kaum erwarten
Dann zeig ich dir mein Matschekuhle
Und wir machen pule pule
Immer weiter pule pule
In meine alte Matschekuhle

Schlussrefrain:

Mein Liebesdöner wird ganz saftig, wenn ich an dich denke
Der Fleischspieß dreht sich doppelt, dreifach, vierfach schnell im Kreis
Ein Spritzer von der Liebessauce/Joghurtsauce macht alles noch pikanter

In meinem Liebesdöner steckt bestimmt kein Gammelfleisch

31.10. Monatsausklang bei einem guten Glas Wein.

Nach Notat im Bett.

ausgewähltes Heft

Aktuelle Cartoons

Heftrubriken

Briefe an die Leser

 Als Sie, Friedrich Merz,

Als Sie, Friedrich Merz,

jetzt von der Online-»Bild« in Riesenlettern zitiert wurden mit »Ich lasse mich nicht ZERMÜRBEN«, war unser erster Gedanke: Wie passend – Sie gehen uns schon seit langem gehörig auf den KEKS.

Heute mal kurz und knackig: Titanic

 Irgendwie schade, Almut Patt,

CDU-Kandidatin zur OB-Wahl in Chemnitz, dass Sie gegen Herausforderer Schulze von der SPD direkt verloren haben. Wir hätten uns ja so was wie ein Unentschieden gewünscht, ein Remis quasi, eine Stichwahl, so etwas in der Art. Letztlich sind wir aber doch froh, denn schließlich haben Sie verloren.

Schach und Matt: Titanic

 Aufgewacht, Frank-Walter Steinmeier!

Spitznamen aus früheren Zeiten hat nun wirklich jeder. »Mecki« alias Kurt Beck oder »Alec Baldwin« für Klaus Wowereit sind durchaus plausibel, und selbst »Acker« aka Gerhard Schröder können wir irgendwie herleiten. Aber jetzt mussten wir auf Wikipedia lesen, dass Ihre Jugendfreunde Sie einst »Prickel« benamsten, und kommen aus dem Grübeln seither nicht mehr heraus: War es, weil Sie Leckermäulchen gern das beliebte BRD-Brausepulver »Prickel Pit« naschten oder nonstop die süßesten Schaumweine wegschädelten in der endlosen Einsamkeit des Lipperlands?

Hat der Uzname vielleicht eine geheime plattdeutsche Bedeutung, so in Richtung Ödling, Schnarchsack, Statist? Oder lag es vielmehr an Ihrer ehemals erotischen Ausstrahlung oder Ihren nervenzerfetzenden Wortbeiträgen, und sei’s im Lateinunterricht? Ja, handelt es sich gar um ein kryptisches Kofferwort, z.B. aus Prügelknabe und Pickel, oder am Ende schlicht und ergreifend um allergehässigste juvenile Ironie?

Übersprudelnde Grüße Titanic

 So nicht, bumsfidele »Bild«!

Hast wohl gedacht, Du könntest uns mit der Schlagzeile »So verdoppeln und verdreifachen Sie Ihr Kindergeld!« hinter Deine Paywall locken, was? Von wegen! Den Trick kennen wir schon, dauert etwa neun beziehungsweise achtzehn Monate!

Kindsköpfig: Titanic

 Fertiggerichte!

Die Info, dass Ihr zu schlechten Blutwerten, Übergewicht, Heißhunger etc. pp. führt, ist ja schon so alt wie die in Euch verkochten Zutaten. Aber was Rtl.de jetzt zu berichten wusste, schlug uns trotzdem auf den Magen: »Eine neue Studie von Wissenschaftlern der spanischen Universität von Navarra gibt deutliche Hinweise darauf, dass uns der regelmäßige Verzehr von Fertiggerichten schneller alt werden lässt.«

Das also auch noch? Man muss schon zugeben: Ihr lasst in puncto negative Auswirkungen nichts anbrennen. Und da wurde uns endlich klar, warum Ihr Euch in Wahrheit »Fertiggerichte« nennt: Weil Ihr uns komplett fertigmacht!

Ist fertig mit Euch: Titanic

Vom Fachmann für Kenner

 Geschäftsidee zu verschenken

Erfolgreiche Kriminelle müssen bekanntlich mit der Zeit gehen. Ich schlage daher folgendes Konzept vor: Über Zwischenmietportale, möglichst unter falscher Identität, immer wieder Wohnungen in größeren Städten anmieten, diese dann aber ausschließlich dafür nutzen, im großen Stil gegen Geld E-Scooter aufzuladen (»juicen«). Und wenn dann die Jahresendabrechnung des Stromanbieters kommt, sind die E-Juicer-Mietnomaden natürlich längst mir ihren Rollern über alle Berge gesaust. Ja, was macht ihr dann, Airbnb-Abzock-Vermieter?

Julia Mateus

 Naturgesetz

In gewissen Abständen gibt es ein großes Bambussterben, alle Bambusse gehen zur gleichen Zeit ein, denn sie stammen aus der gleichen Züchtung. Bei Kugelschreibern ist es ähnlich, wenn einer leer ist, sind spätestens am nächsten Tag auch alle anderen leer.

Miriam Wurster

 Spiritueller Austausch

Vom Kloster Andechs ist zu lesen, dass es sich »speziell auf ausgebrannte Manager spezialisiert, die zurück zu sich selbst finden möchten«. Toll wäre natürlich, wenn im Gegenzug unausgebrannte Mönche an die Börse geschickt würden!

Elias Hauck

 Einerseits, andererseits

Einerseits: Ich bin der Größte, die Steuer ist endlich abgeschickt! Andererseits: Wehe, jetzt geht die Welt unter und ich Trottel hab noch die Steuer gemacht!

Felix Scharlau

 Hiermit erkläre ich der Bundeswehr den Krieg

Bei den vielen rechtsextremen Netzwerken der Bundeswehr konnte ich ja noch ein Auge zudrücken, aber nach den jüngsten Entwicklungen ist der Laden bei mir echt unten durch: Ich war extra früher aufgestanden, um mir vor Reisebeginn beim einzigen Verkaufsstand im Bahnhof Hof noch ein schönes Schokocroissant zum Frühstück zu kaufen, da informierte mich eine uniformierte Soldatin: »Die machen erst um acht auf.« Also begab ich mich traurig und hungrig in meinen Zug, der schon um 7:57 Uhr loszuckeln sollte. Fünf Minuten vor Abfahrt stieg dann ebenjene Soldatin mit drei dampfend-warmen Backwarentüten und einem herrlich duftenden Kaffee aus dem besagten Geschäft zu.

Cornelius W.M. Oettle

Vermischtes

Sonneborn/Gsella/Schmitt:  "Titanic BoyGroup Greatest Hits"
20 Jahre Krawall für Deutschland
Sie bringen zusammen gut 150 Jahre auf die Waage und seit zwanzig Jahren die Bühnen der Republik zum Beben: Thomas Gsella, Oliver Maria Schmitt und Martin Sonneborn sind die TITANIC BoyGroup. In diesem Jubiläumswälzer können Sie die Höhepunkte aus dem Schaffen der umtriebigen Ex-Chefredakteure noch einmal nachlesen. Die schonungslosesten Aktionsberichte, die mitgeschnittensten Terrortelefonate, die nachdenklichsten Gedichte und die intimsten Einblicke in den SMS-Speicher der drei Satire-Zombies – das und mehr auf 333 Seiten (z.T. in Großschrift)! 
Zweijahres-Abo: 117,80 EURElias Hauck (Hrsg.): "Alles Spargel oder was?"
Endlich ist ganzjährig Spargelsaison! Elias Hauck, die eine Hälfte von Hauck & Bauer und Herausgeber des Frauenmagazins "Sonja", serviert die reifsten Spargelwitze der Welt – gezeichnet und erzählt von dutzenden gemüseliebenden Cartoonisten und Autoren. Lachen Sie unter anderem über: den mit den polnischen Erntehelfern, den mit dem kaputten Spargelschäler und den mit der Fliege in der Hollandaise.Gerhard Henschel: "Harry Piel sitzt am Nil"
Fuck, dieses Buch sollte man gelesen haben, wenn man  kein übelst versiffter Wichser sein will. Schmähungen und böse Wörter  machen das Leben echt oberarschmäßig zum Kotzen. Vielleicht kapieren Sie  Versager das endlich, wenn Sie Henschels neuesten Streich gelesen  haben. Können Sie überhaupt lesen? Wahrscheinlich nicht. Trollen Sie  sich, Sie Wicht! Aber trotzdem abonnieren und diese Top-Prämie wählen.Heiko Werning: "Vom Wedding verweht – Menschliches, Allzumenschliches"
Es ist dies Buch etwas ganz besonderes: Heiko Werning, renommierter  Forscher aus Berlin, lag jahrelang in seinem Kiez, dem Wedding, auf der  Lauer. Kein Ereignis entging ihm, der Wedding konnte ihm nichts,  aber auch gar nichts verheimlichen. Abgründe, tiefe Täler und  menschliche Katastrophen – erfreuen Sie sich an heiteren G’schichterl,  die Werning noch so einen Urenkeln erzählen wird.Kamagurka & Herr Seele: "Cowboy Henk"
Er ist Belgier, Kamagurka. Belgier! Wissen Sie, was der Mann alles durchgemacht hat in letzter Zeit? Eben, er ist Belgier. Und hat trotzdem in einem Finger mehr Witz als Sie im ganzen Leib! Und Heldenmut! Glauben Sie nicht? Dann lassen Sie sich von Cowboy Henk überzeugen, dem einzigen Helden, der wirklich jeden Tag eine gute Tat begeht.
Zweijahres-Abo: 117,80 EURTorsten Gaitzsch/Sebastian Klug: "Akte D: Die Wahrheit über Deutschland"
Die Redaktion versichert: Torsten Gaitzsch und Sebastian Klug, die  Autoren dieses Buches, wissen Dinge – schreckliche Dinge! – von denen  Sie, die Leser, nicht einmal zu träumen wagen. Denn es wären Alpträume!  Wählen Sie diese Prämie und erhalten Sie Einblicke in die tiefsten  Abgründe Deutschlands, die Sie wahnsinnig lachend und mit Schaum vor dem  Mund zurücklassen werden. Bisher hat es kein Leser bis zur letzten  Seite geschafft…Die PARTEI-Wahlwerbungs-DVD mit allen vier Wahlwerbespots aus dem Bundestagswahlkampf 2005: Höhepunkte der Politpropaganda, die von Otto Schily mit dem Prädikat "ein Skandal" ausgezeichnet wurden. Besser aufgelöst als auf Youtube und noch dazu mit einer praktischen, farbechten Hülle drumrum - das ist doch was, was?Friedemann Weise: "Die Welt aus der Sicht von schräg hinten"
Laut seiner Homepage ist er der "King of Understatement" und der "lustigste Mensch im deutschsprachigen Internet". Er ist aber auch Gitarrenmann, Viralblogger (15000 Follower!), Gagautor und Promiexperte mit Diplom. Die Rede ist von Friedemann Weise, dem Mann mit dem Namen! Der Mann, der den "Satiropop" erfand. Und jetzt auch noch ein Buch vorlegt. Ob das gutgeht? Ordern Sie diese Prämie und teilen Sie Ihr vernichtendes Urteil bitte zeitnah der TITANIC-Redaktion mit.Hauck & Bauer: "Ich kann einfach nicht Wein sagen"
Die beste Zeit, einen Band des Zeichnerduos Hauck & Bauer zu kaufen – sie ist seit sicher zehn Jahren vorbei. Heute sind die Werke von Elias Hauck und Dominik Bauer kein Geheimtip mehr. Die zerstrittenen Künstler kommunizieren inzwischen ausschließlich per Fax, leben in luxussanierten Altbauwohnungen mit kugelsicheren Whirl- und Autorenpools, in denen hungernde Leiharbeiter Comics anfertigen müssen. Leider ist auch der neueste Band der beiden Ausbeuter sehr gut, bestellen Sie hier!Hans Zippert: "Fernsehen ist wie Radio, nur ohne Würfel"
Die steile Karriere des Hans Zippert begann im Jahr 1967 mit einem  Schülerpraktikum beim Kulturmagazin "TV Spielfilm". Nach einem  Volontariat bei "TV Direkt" übernahm er das angesehene 20-Uhr-15-Ressort  bei "TV Okayokay", bevor er schließlich Programmchef der auflagestarken  "TV Superwoche" wurde. Nachdem er über einen Bestechungsskandal rund um  eine 3-Sterne-Empfehlung für "Rote Rosen" stolperte, sah sich Zippert  1990 gezwungen, Chefredakteur von TITANIC zu werden. Der Tiefpunkt war  erreicht. Das alles und noch mehr erfahren Sie in diesem Buch!Wenzel Storch: "Die Filme" (gebundene Ausgabe)
Renommierte Filmkritiker beschreiben ihn als "Terry Gilliam auf Speed", als "Buñuel ohne Stützräder": Der Extremfilmer Wenzel Storch macht extrem irre Streifen mit extrem kleinen Budget, die er in extrem kurzer Zeit abdreht – sein letzter Film wurde in nur zwölf Jahren sendefähig. Storchs abendfüllende Blockbuster "Der Glanz dieser Tage", "Sommer der Liebe" und "Die Reise ins Glück" können beim unvorbereiteten Publikum Persönlichkeitstörungen, Kopfschmerz und spontane Erleuchtung hervorrufen. In diesem liebevoll gestalteten Prachtband wird das cineastische Gesamtwerk von "Deutschlands bestem Regisseur" (TITANIC) in unzähligen Interviews, Fotos und Textschnipseln aufbereitet.
Zweijahres-Abo: 117,80 EUR
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10.12.2020 Zürich, Kosmos Max Goldt
24.01.2021 Amberg, Luftmuseum »Luft? – Sehr witzig! Eine Cartoonschau«
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